{"id":26485,"date":"2015-06-23T09:16:20","date_gmt":"2015-06-23T07:16:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485"},"modified":"2015-11-09T15:53:40","modified_gmt":"2015-11-09T14:53:40","slug":"hinweise-des-tages-2399","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h02\">Warum Merkels Griechenland-Politik ein Fehler ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h03\">Wie man nicht f&uuml;r die Vorratsdatenspeicherung argumentiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h04\">Warum Dublin und Lissabon keinen Tsipras haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h05\">Ungleichheit in Europa hat im Laufe der Finanzkrise deutlich zugenommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h06\">Vier Jahre Haft f&uuml;r Streikposten in Spanien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h07\">Fiskus verliert Milliarden durch manipulierte Kassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h08\">Uli Hoene&szlig; ist nicht unbedingt einer der gro&szlig;en Fische<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h09\">Wie das &ldquo;Offshore&rdquo;-Prinzip Demokratien gef&auml;hrdet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h10\">Wie deutsche &Ouml;konomen wirklich denken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h11\">Der Mindestlohn wirkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h12\">Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h13\">Wehrbeauftragter fordert Aufr&uuml;stung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h14\">Ukraine auf dem Weg zur Oligarchen- und Milit&auml;rdiktatur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h15\">Paul Krugman &ndash; Der lange Schatten der Sklaverei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h16\">Orwell, Huxley and America&rsquo;s Plunge into Authoritarianism<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485#h17\">TV-Tipp &ndash; Der letzte Raubzug<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26485&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Positionen von Griechen und Gl&auml;ubigern liegen in zentralen Fragen nicht weit auseinander<\/strong><br>\nPrim&auml;r&uuml;berschuss. Griechenland ben&ouml;tigt bei Ausklammerung der Zinszahlungen f&uuml;r Altschulden einen Haushalts&uuml;berschuss, um den bestehenden Schulden nicht noch neue hinzuzuf&uuml;gen. Das ist zwischen Athen und seinen Gl&auml;ubigern unstrittig. Die griechische Regierung gibt sich in diesem Punkt verhandlungsbereit, sie hat urspr&uuml;nglich einen Prim&auml;r&uuml;berschuss von 0,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes f&uuml;r 2015 angeboten, der sich bis 2022 auf 3,5 Prozent erh&ouml;hen soll. Die Institutionen fordern einen Einstieg bei einem Prozent. In absoluten Zahlen liegt die Differenz in diesem Jahr bei etwas unter einer Milliarde Euro&hellip;<br>\nSteuerreform. Der effektive Mehrwertsteuersatz soll erh&ouml;ht werden, auch hier seien sich Athen und seine Gl&auml;ubiger im wesentlichen einig, erkl&auml;rt Horn. Umstritten sei die soziale Differenzierung, also der Umfang erm&auml;&szlig;igter Steuers&auml;tze f&uuml;r lebenswichtige G&uuml;ter. &bdquo;Auch diese Gegens&auml;tze sind &uuml;berbr&uuml;ckbar, wenn man es will&ldquo;. Zumal f&uuml;r die griechische Position spreche, dass die niedrigen Einkommen unter den bisherigen Sparbem&uuml;hungen besonders gelitten haben, wie eine vom IMK gef&ouml;rderte Untersuchung zeigt: Zwischen 2008 und 2012 brachen die verf&uuml;gbaren Einkommen der griechischen Privathaushalte im Mittel um ein knappes Drittel ein &ndash; niedrige und mittlere Einkommen waren besonders stark betroffen.<br>\nUmschuldung von der EZB auf den Rettungsfonds ESM. Die griechische Regierung pl&auml;diert daf&uuml;r, Griechenlands Schulden beim IWF und der EZB auf den Europ&auml;ischen Notfallfonds (ESM) zu verlagern. Die Umschuldung will Athen verbinden mit einer Verl&auml;ngerung der R&uuml;ckzahlungsfristen, damit Investoren eine l&auml;ngere Perspektive &ouml;konomischer Sicherheit haben.<br>\nW&auml;hrend die europ&auml;ischen Gl&auml;ubiger das ablehnen, kommt die Verlagerung auf den ESM nach Horns Analyse dem IWF entgegen. Es w&auml;re zudem ein Schritt, der Griechenland aufgrund der l&auml;ngeren Fristen &bdquo;die notwendige Luft verschaffen w&uuml;rde, sich zu erholen.&ldquo; Vern&uuml;nftig ist aus Sicht des &Ouml;konomen auch der Vorschlag, die R&uuml;ckzahlung an das Wachstum in Griechenland koppeln&hellip;<br>\nSchwieriger werde eine Kompromisssuche bei den Themen Rentenreform und Arbeitsmarkt. Diese seien aber im Moment nicht vordringlich f&uuml;r eine rasche L&ouml;sung der zentralen Probleme, betont Horn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/14_60174.htm\">IMK Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/li>\n<li><strong>Greek debt crisis is the Iraq War of finance<\/strong><br>\nRarely in modern times have we witnessed such a display of petulance and bad judgment by those supposed to be in charge of global financial stability, and by those who set the tone for the Western world.<br>\nThe spectacle is astonishing. The European Central Bank, the EMU bail-out fund, and the International Monetary Fund, among others, are lashing out in fury against an elected government that refuses to do what it is told. They entirely duck their own responsibility for five years of policy blunders that have led to this impasse.<br>\nThey want to see these rebel Klephts hanged from the columns of the Parthenon &ndash; or impaled as Ottoman forces preferred, deeming them bandits &ndash; even if they degrade their own institutions in the process.<br>\nIf we want to date the moment when the Atlantic liberal order lost its authority &ndash; and when the European Project ceased to be a motivating historic force &ndash; this may well be it. In a sense, the Greek crisis is the financial equivalent of the Iraq War, totemic for the Left, and for Souverainistes on the Right, and replete with its own &ldquo;sexed up&rdquo; dossiers.<br>\nThe guardian of financial stability is consciously and deliberately accelerating a financial crisis in an EMU member state &ndash; with possible risks of pan-EMU and broader global contagion &ndash; as a negotiating tactic to force Greece to the table.<br>\nIt did so days after premier Alexis Tsipras accused the creditors of &ldquo;laying traps&rdquo; in the negotiations and acting with a political motive. He more or less accused them of trying to destroy an elected government and bring about regime change by financial coercion.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.telegraph.co.uk\/finance\/economics\/11687229\/Greek-debt-crisis-is-the-Iraq-War-of-finance.html\">The Telegraph<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Treffend formuliert, was wir aktuell mit Griechenland erleben ist nichts anderes als ein Krieg gegen eine demokratisch gew&auml;hlte Regierung. Die Frage ist, soll man es als Fortschritt betrachten, dass,  anders  wie einst in Chile, keine Panzer vor das griechische Parlament rollen? Wie die Sache auch ausgehen mag, der Umgang mit der linken Regierung in Athen markiert das Ende der europ&auml;ischen Idee.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Juncker und Schulz nutzen Naomi-Klein-Strategie<\/strong><br>\n2007 ver&ouml;ffentlichte Naomi Klein ihr Buch Die Schock-Strategie, in dem sie darlegt, wie Politiker und &Ouml;konomen Kriege und Krisensituationen nutzen, um Privatisierungen und andere politische Ziele zu verwirklichen, die in der Bev&ouml;lkerung keine Mehrheit haben. Als Beispiel daf&uuml;r nannte sie unter anderem den ehemaligen russischen Staatspr&auml;sidenten Boris Jelzin, der seine &ldquo;Reformen&rdquo; mit einem gerichtlich als verfassungswidrig eingestuften Notstand durchsetzte.<br>\nSollte Klein einmal eine aktualisierte Neuauflage ihres Bestsellers planen, dann k&ouml;nnten ihr EU-Kommissionspr&auml;sident Jean-Claude Juncker und der EU-Parlamentspr&auml;sident Martin Schulz als weitere Beispiele dienen: Die beiden nutzen die Eurokrise n&auml;mlich, um den Regierungen und den Bev&ouml;lkerung der Mitgliedsl&auml;nder ihr altes Ziel &ldquo;mehr EU&rdquo; als Heilmittel zu verkaufen.<br>\nDazu haben sie kurz vor dem heutigen Griechenlandgipfel zusammen mit EZB-Chef Mario Draghi, EU-Ratspr&auml;sident Donald Tusk und Eurogruppenpr&auml;sident Jeroen Dijsselbloem einen Plan mit dem Titel &ldquo;Die Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion vollenden&rdquo; pr&auml;sentiert. Dieses 27 Seiten umfassende durchgegenderte Papier sieht vor, dass sich die EU-Mitgliedsstaaten bis 2025 einen Gro&szlig;teil ihrer wirtschafts- und steuerpolitischen Handlungsspielr&auml;ume an die EU abgeben. So k&ouml;nne man angeblich &ldquo;die schlimmste Finanz- und Wirtschaftskrise seit sieben Jahrzehnten hinter sich lassen&rdquo;.<br>\nDie von Juncker und Schulz angestrebte &ldquo;Integration&rdquo; soll in drei Stufen ablaufen: In einer ersten zweij&auml;hrigen Stufe sollen die M&ouml;glichkeiten der bestehenden EU-Vertr&auml;ge voll ausgesch&ouml;pft werden. Das soll unter anderem die Europ&auml;isierung der Einlagensicherung, den Verzicht der Mitgliedsl&auml;nder auf ihre Stimme beim Internationalen W&auml;hrungsfonds IWF und eine Genehmigungspflicht f&uuml;r Mehrwertsteueranpassungen beinhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45243\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Stunde der Populisten<\/strong><br>\nSeit Tagen wird mit zunehmend sch&auml;rferen T&ouml;nen gegen die SYRZA-Regierung in Athen polemisiert. Das intellektuelle Niveau der Beitr&auml;ge ist dabei unter die G&uuml;rtellinie gerutscht. Wer gedacht hatte, mit der BILD-Kampagne &uuml;ber die &raquo;faulen Griechen&laquo;[1] w&auml;re der Gipfel der Demagogie erreicht, muss feststellen, dass dieser von Bertold Seewald mit seiner feuilletonistischen &raquo;Rassenkunde&laquo; noch &uuml;berboten werden kann.<br>\nDie Griechen seien &raquo;eine t&uuml;rkisch &uuml;berformte Mischung aus Slawen, Byzantinern und Albanern&laquo; und nicht die Nachfolger von Perikles &ndash; was &raquo;das gebildete Europa&laquo; leider nicht mitbekommen habe, weshalb nun Athen im Euro sitzt, jenes Griechenland, das 1827 &raquo;schon einmal Europas Ordnung&laquo; (Die Welt, 10.6.2015) zerst&ouml;rt hat.<br>\nAuch aus den Reihen der GroKoisten wird der Ton aggressiver. Da ist von griechischen &raquo;Irrl&auml;ufern&laquo; und &raquo;Erpressern&laquo; die Rede, die nicht akzeptieren wollen, welches &raquo;beispielloses Ma&szlig; an Solidarit&auml;t&laquo; durch die EU-Partnerstaaten das hellenische Volk erfahren habe. Statt &raquo;rotzfrech&laquo; aufzutreten, sollten die &raquo;Populisten&laquo; und &raquo;Spieler&laquo; endlich ihre &raquo;Hausaufgaben machen&laquo;. Der Vorsitzende der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, kanzelte im Tagesspiegel (13.6.2015) den griechischen Ministerpr&auml;sidenten als &raquo;freche(s) B&uuml;rschchen&laquo; ab, der sich &raquo;mal hinter die Ohren schreiben&laquo; solle, dass die von Berlin initiierten EU-Regeln einzuhalten seien.<br>\nEs sind dumpfe &raquo;Stammtischparolen&laquo;, mit denen gegenw&auml;rtig Politik gemacht wird. Wie die, &raquo;die Deutschen h&auml;tten den Griechen Unmengen an finanzieller Hilfe zukommen lassen&laquo;. Eine L&uuml;ge, die die tats&auml;chlichen Nutznie&szlig;er der vermeintlichen &raquo;Griechenlandrettung&laquo; aus der Schusslinie nimmt. Denn neun Zehntel der &raquo;Hilfsgelder&laquo;, die angeblich &raquo;den Griechen&laquo; gegeben wurden, flossen in die Stabilisierung des europ&auml;ischen Bankensystems. &raquo;Die Deutschen sollten wissen, dass sie mit ihrem Geld nicht Griechenland, sondern die Banken gerettet haben&laquo;, sagte vor kurzem der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/die-stunde-der-populisten\/\">Sozialismus<\/a><\/li>\n<li><strong>Bruch des EU-Vertrages<\/strong><br>\nDer Journalist Harald Schumann prangert die fehlende demokratische Legitimation der Troika an und geht mit ihrer Politik hart ins Gericht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arbeit-wirtschaft.at\/servlet\/ContentServer?pagename=X03\/Page\/Index&amp;n=X03_0.a&amp;cid=1432895745566\">Arbeit&amp;Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><strong>Darum ist Bild f&uuml;r den Grexit!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/news\/standards\/bild-kommentar\/darum-ist-bild-fuer-den-grexit-41449404.bild.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die &uuml;bliche Hetze gegen Griechenland und die neue griechische Regierung &ndash; und das nahezu durchg&auml;ngig auf der zweiten Seite. Ein Beispiel daf&uuml;r, dass die Bild-Redaktion politischen Kampf und nicht mehr Journalismus betreibt &ndash; Kampfpresse eben.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Warum Merkels Griechenland-Politik ein Fehler ist<\/strong><br>\nNicht Banker, sondern B&uuml;rger m&uuml;ssen &uuml;ber Europa entscheiden, das fordert der ber&uuml;hmte Philosoph J&uuml;rgen Habermas. Angela Merkel habe die Krise mitverursacht. Der Kanzlerin seien die Anlegerinteressen wichtiger als die Sanierung der griechischen Wirtschaft.<br>\nWeil f&uuml;r die deutsche Bundeskanzlerin schon im Mai 2010 die Anlegerinteressen wichtiger waren als ein Schuldenschnitt zur Sanierung der griechischen Wirtschaft, stecken wir wieder in einer Krise. Jetzt kommt die Bl&ouml;&szlig;e eines anderen institutionellen Defizits zum Vorschein.<br>\nDas griechische Wahlergebnis ist das Votum einer Nation, die sich mit deutlicher Mehrheit gegen das ebenso erniedrigende wie niederdr&uuml;ckende soziale Elend einer dem Land oktroyierten Sparpolitik zur Wehr setzt. An dem Votum selbst gibt es nichts zu deuteln: Die Bev&ouml;lkerung lehnt die Fortf&uuml;hrung einer Politik ab, deren Fehlschlag sie am eigenen Leibe drastisch erfahren hat. Mit dieser demokratischen Legitimation ausgestattet, macht die griechische Regierung den Versuch, einen Politikwechsel in der Euro-Zone herbeizuf&uuml;hren.<br>\nGewiss, in der Sache geht es um das sture Festhalten an einer Sparpolitik, die nicht nur in der internationalen Wissenschaft &uuml;berwiegend auf Kritik st&ouml;&szlig;t, sondern in Griechenland barbarische Kosten verursacht hat und hier nachweislich gescheitert ist. Aber in dem Grundkonflikt, dass die eine Seite einen Wechsel dieser Politik herbeif&uuml;hren m&ouml;chte, w&auml;hrend sich die andere Seite hartn&auml;ckig weigert, sich &uuml;berhaupt auf politische Verhandlungen einzulassen, verr&auml;t sich eine tiefer liegende Asymmetrie.<br>\nMan muss sich das Anst&ouml;&szlig;ige, ja Skandal&ouml;se dieser Weigerung klarmachen: Der Kompromiss scheitert nicht an ein paar Milliarden mehr oder weniger, nicht einmal an dieser oder jener Auflage, sondern allein an der griechischen Forderung, der Wirtschaft und der von korrupten Eliten ausgebeuteten Bev&ouml;lkerung mit einem Schuldenschnitt &ndash; oder einer &auml;quivalenten Regelung, beispielsweise einem wachstumsabh&auml;ngigen Schuldenmoratorium &ndash; einen neuen Anfang zu erm&ouml;glichen.<br>\nStatt-dessen bestehen die Gl&auml;ubiger auf der Anerkennung eines Schuldenberges, den die griechische Wirtschaft niemals wird abtragen k&ouml;nnen. Wohlgemerkt, es ist unstrittig, dass ein Schuldenschnitt &uuml;ber kurz oder lang unvermeidlich ist. Die Gl&auml;ubiger bestehen also wider besseres Wissen auf der formellen Anerkennung einer tats&auml;chlich untragbaren Schuldenlast.<br>\nAngela Merkel hat f&uuml;r ihre zweifelhaften Rettungsaktionen von vornherein den Internationalen W&auml;hrungsfonds ins Boot geholt. Dieser ist f&uuml;r Dysfunktionen des internationalen Finanzsystems zust&auml;ndig; als Therapeut sorgt er f&uuml;r dessen Stabilit&auml;t und handelt daher im Gesamtinteresse der Anleger, insbesondere der institutionellen Investoren.<br>\nAls Mitglieder der Troika verschmelzen auch europ&auml;ische Institutionen mit diesem Akteur, sodass sich Politiker, soweit sie in dieser Funktion handeln, in die Rolle strikt regelgebunden handelnder und unbelangbarer Agenten zur&uuml;ckziehen k&ouml;nnen.<br>\nDiese Aufl&ouml;sung von Politik in Marktkonformit&auml;t mag die Chuzpe erkl&auml;ren, mit der Vertreter der deutschen Bundesregierung, ausnahmslos hochmoralische Menschen, ihre politische Mitverantwortung f&uuml;r die verheerenden sozialen Folgen leugnen, die sie als Meinungsf&uuml;hrer im Europ&auml;ischen Rat mit der Durchsetzung der neoliberalen Sparprogramme doch in Kauf genommen haben.<br>\nDer Skandal im Skandal ist die Hartleibigkeit, mit der die deutsche Regierung ihre F&uuml;hrungsrolle wahrnimmt. Deutschland verdankt den Ansto&szlig; zu dem &ouml;konomischen Aufstieg, von dem es heute noch zehrt, der Klugheit der Gl&auml;ubigernationen, die ihm im Londoner Abkommen von 1953 ungef&auml;hr die H&auml;lfte seiner Schulden erlassen haben.<br>\nZur postdemokratischen Einschl&auml;ferung der &Ouml;ffentlichkeit tr&auml;gt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden k&uuml;mmert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/europa-sand-im-getriebe-1.2532119-2\">J&uuml;rgen Habermas in der S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Chapeau! Herr Habermas. Chapeau! Jeder Mensch, der auch noch einen Funken Moral und Ethik besitzt kann den gnadenlosen Umgang mit Griechenland nur ablehnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine kritische Anmerkung zu Habermanns Aufsatz von Albrecht M&uuml;llers folgt im Laufe des Tages auf den NachDenkSeiten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Wie man nicht f&uuml;r die Vorratsdatenspeicherung argumentiert<\/strong><br>\nDer Parteikonvent der SPD hat sich mit 56% der Delegiertenstimmen f&uuml;r die Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. &Uuml;berraschend wenig, weil nat&uuml;rlich nicht zuf&auml;llig &ldquo;Ger&uuml;chte&rdquo; aufgetaucht sind, Gabriel habe mit R&uuml;cktritt im Falle der Ablehnung der VDS gedroht. Vielmehr geh&ouml;rt so ein &ldquo;Durchsickern&rdquo; zum klassischen Instrumentarium medialer Machtpolitik. Allein durch die Erw&auml;hnung steigt der Druck auf die Abstimmenden enorm. Und dann ist kaum mehr als die H&auml;lfte f&uuml;r Gabriel? Vor diesem Hintergrund sind 56% nicht nur ein netzpolitischer, sondern auch ein parteipolitischer Schuss ins Knie. Inhaltlich ist meiner Meinung nach die SPD damit auf einem besch&auml;mend falschen Weg.<br>\nAber es ist und bleibt eine absolut legitime Meinung, f&uuml;r die Vorratsdatenspeicherung zu sein. Eine mir nicht nachvollziehbare, rational schwer begr&uuml;ndbare Meinung, aber ich habe auch nie verstanden, dass Leute ernsthaft College Rock h&ouml;ren, und damit m&uuml;ssen jetzt alle Beteiligten in einer Demokratie irgendwie zurechtkommen. Am Samstag, den 20. Juni 2015 allerdings hat der SPD-Innenminister von Baden-W&uuml;rttemberg, Reinhold Gall, im Kontext des Konvents auf Twitter (und Facebook) erkl&auml;rt, auf welche Weise er f&uuml;r die Vorratsdatenspeicherung ist:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150623_reinhold_gall_tweet.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\n[&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/saschalobo.com\/2015\/06\/22\/wie-man-nicht-fur-die-vorratsdatenspeicherung-argumentiert\/\">Sascha Lobo<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Warum Dublin und Lissabon keinen Tsipras haben<\/strong><br>\nAus Sicht des portugiesischen Premierministers Passos Coelho hat Lissabon den Beweis erbracht, dass &bdquo;die konventionelle Antwort auf die Krise funktioniert&ldquo;.6 Der Wirtschaftswissenschaftler Ricardo Paes Mamede ist da anderer Meinung: &bdquo;Innerhalb weniger Jahre ist unser Land stark in R&uuml;ckstand geraten. Unser Bruttoinlandsprodukt ist auf das Niveau von vor zehn Jahren gefallen. Die Besch&auml;ftigung ist heute auf dem Stand von vor zwanzig Jahren. Und was die Investitionen betrifft, die das Fundament f&uuml;r zuk&uuml;nftiges Wachstum bilden, wurden wir um drei&szlig;ig Jahre zur&uuml;ckgeworfen.&ldquo; Das zeigt sich auch in der aktuellen Emigrationswelle, die Paes Mamede mit der vor vier, f&uuml;nf Jahrzehnten vergleicht, als in Portugal noch die Salazar-Diktatur (1933 bis 1974) herrschte&hellip;.<br>\nLaut EU-Kommission hat Portugal zwischen 2011 und 2013 von allen europ&auml;ischen Staaten die gr&ouml;&szlig;ten Einschnitte in seine Sozialsysteme vorgenommen. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die Lohnkosten: Von 2006 bis 2012 ist die Zahl der Arbeitnehmer, die nur den Mindestlohn beziehen, von 133&thinsp;000 auf 400&thinsp;000 gestiegen.7 Das sind &ndash; bei einer Erwerbsbev&ouml;lkerung von rund 5 Millionen und einer Arbeitslosenquote von fast 30 Prozent &ndash; fast 15 Prozent aller Besch&auml;ftigten.8<br>\nDie Regierung m&ouml;chte die Arbeitskosten zur Freude des Jornal de Neg&oacute;cios k&uuml;nftig noch weiter dr&uuml;cken. Die Lissaboner Wirtschaftszeitung feierte k&uuml;rzlich die Nachricht, Portugal habe im dritten Quartal 2014 &bdquo;den st&auml;rksten R&uuml;ckgang der Arbeitskosten innerhalb der EU&ldquo; verzeichnet (20. M&auml;rz 2015). Und dennoch steigt, wie Paes Mamede anmerkt, die Verschuldung weiter an, genau wie in Griechenland. 2010 entsprach die Schuldenlast noch 96,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), 2014 erreichte sie bereits 128,9 Prozent des BIPs. Mittlerweile m&uuml;ssen allein f&uuml;r Zinszahlungen 4,96 Prozent der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung aufgewendet werden. Das ist sogar mehr, als Griechenland (3,9 Prozent) zahlt, das dank des noch laufenden Hilfsprogramms deutlich weniger Zinsen zahlt, als Portugal f&uuml;r seine Staatspapiere auf den Finanzm&auml;rkten bieten muss&hellip;<br>\nUnd wie steht es in Irland?&hellip; McDonnell verweist darauf, dass das irische BIP zwischen 2008 und 2010 um mehr als 12 Prozent geschrumpft ist und im selben Zeitraum ein Siebtel der Arbeitspl&auml;tze verloren gingen. Die seitdem neu geschaffenen Jobs seien &bdquo;in der Regel schlecht bezahlte Teilzeitstellen, die sich zudem in Dublin konzentrieren&ldquo;.<br>\nAllerdings l&auml;sst sich nicht bestreiten, dass das irische Wirtschaftswachstum des Jahres 2014 in Paris, Lissabon und Athen durchaus Neid erregt. Best&auml;tigt dieses Wachstum nicht die These, dass sich &bdquo;entschlossener Reformwille&ldquo; auszahlt, wie es im US-Magazin Newsweek vom 16. M&auml;rz hie&szlig;? Nicht wirklich, meint Paes Mamede: &bdquo;Der Unterschied zwischen Portugal, Griechenland und Irland besteht darin, dass die beiden ersten Teil der europ&auml;ischen Wirtschaft sind, wogegen Irland wirtschaftlich im Grunde zu den USA geh&ouml;rt.&ldquo;&hellip;<br>\n&bdquo;Ein Teil unserer Volkswirtschaft ist mit der Portugals vergleichbar und steht auch keinesfalls besser da. Doch ein anderer Teil, der quasi von den USA in Irland eingepflanzt wurde, zeichnet sich durch Arbeitspl&auml;tze mit hoher Wertsch&ouml;pfung aus.&ldquo; W&auml;hrend das Wachstum der gesamten EU 2014 bei 1,3 Prozent lag (Eurozone nur 0,9 Prozent), kamen die USA auf ein Wachstum von 2,4 Prozent. Davon profitierte auch die gr&uuml;ne Insel.<br>\nDie US-Enklave in Irland wurde durch die Austerit&auml;tspolitik kaum beeintr&auml;chtigt, die &uuml;brige irische Gesellschaft dagegen hat stark darunter gelitten&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2015\/05\/08\/a0009.text%20\">Le Monde diplomatique<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In Portugal, Spanien, Irland habe sich gezeigt, dass der &bdquo;Reformkurs&ldquo; der Troika erfolgreich sei. Sch&auml;uble sagt es, Waigel sagt es bei Jauch, ARD-Korrespondent Rolf-Dieter Krause (den man eher als Sprecher der Troika bezeichnen sollte) sagte es gestern Abend wieder in den Tagesthemen. Allm&auml;hlich sagen es alle. Deshalb nochmals der Hinweis auf diesen Beitrag.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ungleichheit in Europa hat im Laufe der Finanzkrise deutlich zugenommen<\/strong><br>\nDie Ungleichheit in Europa hat einer Studie des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Freien Universit&auml;t Berlin zufolge im Laufe der Finanzkrise deutlich zugenommen. Wie Wissenschaftler beider Institutionen auf Basis von Daten der European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) ermittelten, nahm das Einkommensgef&auml;lle innerhalb der L&auml;nder &uuml;ber die Zeit nur geringf&uuml;gig zu. Die Unterschiede in den durchschnittlich verf&uuml;gbaren Einkommen haben sich jedoch zwischen den L&auml;ndern verst&auml;rkt. Der &Ouml;konom Carsten Schr&ouml;der, &hellip;.  Professor f&uuml;r Finanzwissenschaft und Sozialpolitik an der Freien Universit&auml;t Berlin, erkl&auml;rte, vor allem in den am meisten von der Krise betroffenen L&auml;ndern Griechenland und Portugal sei das durchschnittlich verf&uuml;gbare Einkommen im Vergleich zu dem in anderen EU-Staaten deutlich zur&uuml;ckgegangen.<br>\nDie Forscher betrachteten die Entwicklungen &uuml;ber einen die Finanzkrise umfassenden Zeitraum zum einen in zehn L&auml;ndern, die vor oder bis 2001 der europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion beigetreten waren. Dazu z&auml;hlen vor allem reichere L&auml;nder wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande sowie die von der Krise stark getroffenen Mittelmeerl&auml;nder Portugal, Spanien und Griechenland. Zum anderen analysierten sie die Entwicklung in einem erweiterten Rahmen von 22 EU-L&auml;ndern (EU-22), zu denen unter anderem Gro&szlig;britannien und die osteurop&auml;ischen Staaten geh&ouml;ren.<br>\nDie Berechnungen der &Ouml;konomen zeigen: Innerhalb der zehn bis 2001 beigetretenen L&auml;nder hat die Ungleichheit von 2004 bis 2011 leicht zugenommen, wobei der Anstieg unmittelbar nach dem H&ouml;hepunkt der Krise besonders stark ausfiel. &bdquo;Die Hauptursache ist ein Anstieg der Ungleichheiten zwischen den L&auml;ndern&ldquo;, sagt Carsten Schr&ouml;der vom DIW Berlin: Der Gini-Index f&uuml;r die Verteilung &uuml;ber alle zehn betrachteten L&auml;nder ist um circa sieben Prozent von 0,297 im Jahr 2004 auf 0,317 im Jahr 2011 gestiegen. Lediglich 20,6 Prozent der gesamten Ungleichheit waren dabei im Jahr 2004 auf Ungleichheiten zwischen den L&auml;ndern zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Im Jahr 2011 dagegen belief sich derselbe Anteil auf 30,3 Prozent, ein Anstieg um etwa die H&auml;lfte. Innerhalb der einzelnen Nationalstaaten haben sich die Ungleichheitsindizes (Theil-Index und Gini-Koeffizient) im gleichen Zeitraum kaum und wenig systematisch ver&auml;ndert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.509002.de\">DIW<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Vier Jahre Haft f&uuml;r Streikposten in Spanien<\/strong><br>\nDer 23-j&auml;hrige Alfonso Fern&aacute;ndez Ortega &ndash; Alfon genannt &ndash; wird nun zum Symbol daf&uuml;r, dass Spanien immer repressiver gegen Protestierende und Streikende vorgeht. Nachdem am vergangenen Mittwoch der Oberste Gerichtshof in Madrid die vierj&auml;hrige Haftstrafe gegen den Aktivisten best&auml;tigte, haben am Samstag in der Hauptstadt tausende Menschen gegen das Urteil, zweifelhafte Beweise sowie gegen die Repression und f&uuml;r die Freiheit von Alfon demonstriert, der sofort inhaftiert wurde.<br>\nBehauptet wird, Alfonso Fern&aacute;ndez Ortega habe &ldquo;Explosivstoffe&rdquo; in einem Rucksack beim Generalstreik am 14. November 2012 mitgef&uuml;hrt, als Spanien, Portugal und Griechenland gemeinsam bestreikt wurden. Sein Verteidiger Anwalt Erlantz Ibarrondo hatte stets den &ldquo;Indizienprozess&rdquo; kritisiert, in dem die &ldquo;Staatsanwaltschaft keinen einzigen materiellen Beweis&ldquo; erbracht habe. Der Rucksack, in dem die Polizei zwei selbstgebaute Brands&auml;tze gefunden hat, wurde im Arbeiterstadtteil Vallecas gefunden und Alfon zugeordnet. Der Antifaschist wurde schon am Morgen auf dem Weg zum Einsatz als Streikposten verhaftet.<br>\nNach Angaben von Zivilpolizisten soll Alfon ihn weggeworfen haben, als sie n&auml;her kamen. Doch die auf dem Rucksack gefundenen Fingerabdr&uuml;cke stimmen nicht seinen &uuml;berein. Ibarrondo k&uuml;ndigte Verfassungsklage an. Neben weiteren Ungereimtheiten wurde das zentrale Beweisst&uuml;ck nicht einmal l&uuml;ckenlos &uuml;berwacht. Auch deshalb spricht nicht nur seine Mutter von einer &ldquo;Inszenierung der Polizei&rdquo;, um ein Exempel zu statuieren: &ldquo;Es ist klar, dass es ein politischer Prozess war und Alfons wegen seiner antifaschistischen Aktivit&auml;ten verurteilt wurde.&rdquo;<br>\nDie Solidarit&auml;t mit Alfon ist auch weit &uuml;ber Madrid hinaus gro&szlig;. Gemeinsam solidarisieren sich Gewerkschafter, Antifaschisten und Fu&szlig;ballfans des Erstliga-Clubs Rayo Vallecano mit ihm. Weil sich massive Strafandrohungen gegen Streikende h&auml;ufen, machten auch die gro&szlig;en Gewerkschaften Angriffe auf das Streikrecht aus. Linksparteien aus dem ganzen Land brachten vor seinem Prozess einen Antrag ins Parlament ein und forderten einen &ldquo;Stopp der Kriminalisierung von Protesten und die Beschneidung von Grundrechten und -freiheiten&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Vier-Jahre-Haft-fuer-Streikposten-in-Spanien-2718562.html\">heise online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Fiskus verliert Milliarden durch manipulierte Kassen<\/strong><br>\nSteuerbetrug mit manipulierten Kassen und Kassensystemen ist einem Bericht des Nachrichtenmagazins &bdquo;Spiegel&ldquo; zufolge nach Einsch&auml;tzung des Bundesrechnungshofs ein &bdquo;Massenph&auml;nomen&ldquo; in Deutschland. Sch&auml;tzungsweise zehn Milliarden Euro w&uuml;rden dem Fiskus pro Jahr entgehen, weil Unternehmen Ums&auml;tze nicht oder falsch erfassten, warnen die Pr&uuml;fer in einem Bericht an das Bundesfinanzministerium, wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet. (&hellip;)<br>\nDie L&auml;nder fordern die verpflichtende Einf&uuml;hrung eines Verfahrens, bei dem alle Buchungen mit einer digitalen Signatur versehen werden m&uuml;ssen. Obwohl das System 2012 vom Bund entwickelt wurde, um Schummeleien zu unterbinden, sperren sich dem &bdquo;Spiegel&ldquo;-Bericht zufolge Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gegen das Verfahren, weil der Aufwand f&uuml;r die Unternehmen zu hoch sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/medienbericht-fiskus-verliert-milliarden-durch-manipulierte-kassen\/11945684.html%20\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Na sowas, das gibt es doch angeblich nur in Griechenland? Aber gegen&uuml;ber Griechenland zeigt Sch&auml;uble absolute Gnadenlosigkeit. Der Steuerbetrug im eigenen Land st&ouml;rt ihn dagegen nicht. Es k&ouml;nnte ja den Unternehmern im Lande ein Leid geschehen. Dass Gabriel ebenfalls als getreuer Wassertr&auml;ger der herrschenden Eliten auftritt ist fast &uuml;berfl&uuml;ssig zu erw&auml;hnen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Uli Hoene&szlig; ist nicht unbedingt einer der gro&szlig;en Fische<\/strong><br>\nSteuers&uuml;nder verschieben ihr Geld l&auml;ngst im globalen Ma&szlig;stab, doch die Fahnder sind oft noch im b&uuml;rokratischen Klein-Klein gefangen. Was sich dagegen tun l&auml;sst, fragen wir den Finanzwirt und ehemaligen Steuerfahnder Rudolf Schmenger.<br>\n&ldquo;Wir brauchen eine Bundessteuerfahndung, mehr Personal bei den Steuerfahndungsbeh&ouml;rden und eine EU-Steuerfahndung.&rdquo; Das fordert der ehemalige Steuerfahnder Rudolf Schmenger &ldquo;Wir reden &uuml;ber Geldw&auml;sche, Terrorfinanzierung, Verst&ouml;&szlig;e gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Der Fall Uli Hoene&szlig; ist nicht unbedingt einer der gro&szlig;en Fische. Da habe ich ganz andere Akten gesehen&rdquo;, sagte er im Deutschlandradio Kultur<br>\nDie Politik habe noch gar nicht begriffen, was sich im Rahmen der Globalisierung &ndash; was das Steuerstrafrecht anbelangt &ndash; alles ver&auml;ndert, so der heutige Steuerberater. Die Arbeit der Steuerbeh&ouml;rden in Deutschland sei ein st&auml;ndiger Kampf zwischen David und Goliath. &ldquo;Solange wir die Steuerfahndung ausschlie&szlig;lich auf L&auml;nderebene platzieren, werden wir das Problem nicht l&ouml;sen&rdquo;, so Schmenger in der Sendung &ldquo;Tacheles&rdquo;.<br>\nSittenwidrige und moralisch verwerfliche Steueroptimierungsmodelle in Luxemburg und anderswo lie&szlig;en sich schon heute unterbinden, wenn der politische Wille da w&auml;re. &ldquo;Wir haben daf&uuml;r in Deutschland eine klare Gesetzeslage.&rdquo; Schon heute k&ouml;nnte die Bundesrepublik Doppelbesteuerungsabkommen mit diesen L&auml;ndern aufk&uuml;ndigen.<br>\nAls Vorbild nannte er die amerikanischen Ermittlungsbeh&ouml;rden. &ldquo;Wenn die Amerikaner die Banken in die Verantwortung nehmen, dann reden wir &uuml;ber Milliardenbetr&auml;ge. Wenn Deutschland die Banken in die Verantwortung nimmt, dann reden wir &uuml;ber Millionenbetr&auml;ge.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/steuerhinterziehung-uli-hoeness-ist-nicht-unbedingt-einer.990.de.html?dram:article_id=323047\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wie das &ldquo;Offshore&rdquo;-Prinzip Demokratien gef&auml;hrdet<\/strong><br>\nDie weltweit knapp 70 Steueroasen haben vor allem eines gemeinsam: niedrige bis gar keine Steuern, wenig bis gar keine Kontrolle, keine kritische Presse und keine B&uuml;rger, die nach Steuergerechtigkeit rufen. Der Autor John Urry beschreibt in seinem Buch &ldquo;Grenzenloser Profit&rdquo; wie und warum das Offshore-Prinzip Demokratien akut gef&auml;hrdet.<br>\nDer kleine Schweizer Kanton Zug war fr&uuml;her mal ein Fleckchen Erde f&uuml;r Bauern. Eher arm als reich, eher ein traditioneller als ein mond&auml;ner Standort gro&szlig;er Finanztransaktionen. Heute hat Zug die h&ouml;chste Dichte an US-Dollar-Million&auml;ren in der Schweiz. Eine Gegend, in der 30.000 global agierende Unternehmen gemeldet sind. Da aber die meisten dieser Konzerne nur ein &ouml;rtliches Postfach brauchen, sieht es in Zug nicht aus wie in Manhattan, Frankfurt oder Singapur, sondern eben: wie in einem kleinen Schweizer Kanton.<br>\nDie Cayman-Inseln sind eine Inselgruppe in der Karibik, sie liegen ein paar Hundert Kilometer vor Kuba und bringen es zusammen auf 262 Quadratkilometer. Die Inselgruppe hat ungef&auml;hr 50.000 Einwohner, weist aber an die 80.000 registrierte Firmen auf. So kommt es, dass hier, zwischen exotischen Echsen, Stachelrochen und t&uuml;rkisblauen Buchten an die zwei Billionen Dollar Einlagen verwaltet werden sollen.<br>\nEs sind dies Orte, an denen nicht viel produziert wird. Keine Ballungszentren oder Metropolen. Es sind die R&uuml;ckzugsorte der Globalisierung, Orte, die der britische Soziologieprofessor John Urry in seinem Buch &ldquo;Grenzenloser Profit&rdquo; so analysiert: &ldquo;Die Staatseinnahmen der Cayman-Inseln bestehen im Wesentlichen aus den Verwaltungsgeb&uuml;hren f&uuml;r die Registrierung der Firmen, wobei jedes Unternehmen als eine rechtliche Einheit betrachtet wird, die von ihrem Gr&uuml;nder und ihren Anteilseignern getrennt ist. Firmen, die auf den Cayman-Islands registriert sind, unterstehen praktisch niemandem, sie k&ouml;nnen ihre Form jederzeit &auml;ndern und sind wandelbar, anpassungsf&auml;hig und hoch flexibel. Die meisten Firmen zahlen keine Steuern auf ihre Einnahmen, ihren Gewinn oder ihre Kapitalertr&auml;ge, solange sie ihre Hauptt&auml;tigkeit im Ausland aus&uuml;ben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/steueroasen-wie-das-offshore-prinzip-demokratien-gefaehrdet.1310.de.html?dram:article_id=322763\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dazu kann man nicht m&uuml;de werden zu wiederholen, dass eine der gr&ouml;&szlig;ten Steueroasen ein Mitgliedsstaat der EU ist: Luxemburg. Aufgebaut zur Steueroase unter der Verantwortung des fr&uuml;heren Ministerpr&auml;sidenten und aktuellen EU-Kommissionspr&auml;sident Jean-Claude Juncker. Das best&auml;tigt, wie auch die anderen Hinweise, der Steuerbetrug wird in Deutschland und der EU politisch gedeckt. Dies zeigt sich auch daran, dass die Tatsache, dass die griechischen Oligarchen faktisch keinen Cent Steuern zahlen, bisher in Berlin und Br&uuml;ssel keinerlei Stirnrunzeln hervorgerufen hat. Erst der linken Syrizia wurde dies vorgeworfen, obwohl diese daf&uuml;r nicht die geringste Verantwortung tr&auml;gt, sondern die korrupten Vorg&auml;nger Regierungen der ND und PASOK. Aber diese haben ja auch widerspruchslos das neoliberale Austerit&auml;tsdiktat gegen die eigene Bev&ouml;lkerung exekutiert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wie deutsche &Ouml;konomen wirklich denken<\/strong>\n<ul>\n<li>Eine Umfrage im Auftrag der SZ zeigt: Deutsche &Ouml;konomen sind sehr viel amerikanischer in ihrem Denken als vermutet. Tendenz steigend.<\/li>\n<li>So glauben mittlerweile immer mehr Wirtschaftswissenschaftler, dass nur gespart werden soll, wenn es der Wirtschaft gut geht &ndash; eine Position, die der bekannte US-&Ouml;konom Paul Krugman vertritt.<\/li>\n<li>Auch bei der Frage, ob Notenbanker Staatsanleihen kaufen und Zinsen senken d&uuml;rfen, gibt sich der Gro&szlig;teil deutscher &Ouml;konomen anglo-amerikanisch pragmatisch.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das ergibt eine Befragung von gut 1000 deutschsprachigen &Ouml;konomen. Danach sind viele vermeintlich typisch deutsche Positionen zunehmend umstritten &ndash; und das Urteil manches Stars ist nicht mehrheitsf&auml;hig. Kurz: Die deutschen Professoren sind sehr viel amerikanischer in ihrem Denken, als zu vermuten w&auml;re&hellip;<br>\nDeutlich gestiegen ist unter Deutschlands &Ouml;konomen auch der Anteil derer, die sagen, dass sich Staatsschulden nur abbauen lassen, wenn die Wirtschaft einigerma&szlig;en gut l&auml;uft, so wie es Krugman und andere predigen. Dem stimmen mittlerweile fast 70 Prozent der deutschen &Ouml;konomen zu&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/oekonomenumfrage-amerika-im-sinn-1.2528792\">Thomas Fricke in der SZ<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Der Mindestlohn wirkt<\/strong><br>\nDie Zahl der Aufstocker ist zur&uuml;ckgegangen, wenn auch nur in geringem Umfang&hellip;<br>\nIm Dezember 2014, also vor dem Startschuss f&uuml;r die gesetzliche Lohnuntergrenze, gingen 1,268 Millionen Menschen einer Arbeit nach und bezogen zugleich Hartz IV. Im Januar 2015 waren es noch 1,242 Millionen &ndash; das sind 26 000 weniger. Im Februar setzte sich dieser Trend fort. Die Anzahl der Aufstocker sank um weitere 19 000 auf 1,223 Millionen. Insgesamt fiel sie also um 45 000, seit die 8,50 Euro vorgeschrieben sind. Auch der Anteil der Aufstocker an den knapp 4,3 Millionen erwerbsf&auml;higen Hartz-IV-Empf&auml;ngern ging von 29,3 Prozent Ende 2014 auf 27,8 Prozent im Februar 2015 zur&uuml;ck. Das geht aus einer Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Anfrage des sozialpolitischen Sprechers der Gr&uuml;nen, Wolfgang Strengmann-Kuhn, hervor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt-der-mindestlohn-wirkt-1.2530726\">Thomas &Ouml;chsner in der SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Signale vom Fl&uuml;chtlingsgipfel &ldquo;machen Mut&rdquo;<\/strong><br>\nPositiv bewertet Eric Schweitzer, Pr&auml;sident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse des Gipfels zur Fl&uuml;chtlingspolitik in der vergangenen Woche im Kanzleramt. Aus Sicht der Wirtschaft bleibt jedoch noch einiges zu tun.<br>\n&ldquo;Die Signale des Spitzentreffens von Bund und L&auml;ndern machen Mut&rdquo;, sagte der DIHK-Pr&auml;sident der Nachrichtenagentur dpa, &ldquo;neben einer st&auml;rkeren Bundesbeteiligung an den Kosten wird eine leichtere Integration in Ausbildung und Arbeit angestrebt.&rdquo;<br>\nEine gro&szlig;e Besch&auml;ftigungsh&uuml;rde sei allerdings das Fehlen von Sprachkenntnissen, warnte Schweitzer. &ldquo;Deshalb m&uuml;ssen Asylbewerber mit Bleibeperspektive so schnell wie m&ouml;glich Zugang zu Sprachkursen bekommen.&rdquo;<br>\nDie Unsicherheit, ob Azubis oder Arbeitskr&auml;fte dann auch wirklich in Deutschland bleiben d&uuml;rften, und das Damoklesschwert einer eventuellen Abschiebung f&uuml;hrten dazu, dass Unternehmen h&auml;ufig davor zur&uuml;ckschreckten, Fl&uuml;chtlinge auszubilden oder zu besch&auml;ftigten, berichtete der DIHK-Pr&auml;sident.<br>\n&ldquo;Deshalb fordern wir die sogenannte 3+2-Regelung&rdquo;, sagte er. &ldquo;Das hei&szlig;t, dass Asylbewerber mit Bleibeperspektive und Geduldete, die hier eine Ausbildung beginnen, diese auch abschlie&szlig;en d&uuml;rfen ohne Sorge vor Abschiebung. Und: Diese Rechtssicherheit sollte auch f&uuml;r eine Anschlussbesch&auml;ftigung gelten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dihk.de\/themenfelder\/wirtschaftspolitik\/news?m=2015-06-15-schweitzer-fluechtlinge%20\">DIHK<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Mutig sind wohl einzig die Fl&uuml;chtlinge, die sich auf dem Weg nach Europa machen.<\/em><br>\n<em>In der Tat mangelt es &ndash; und das nicht erst k&uuml;rzlich &ndash; an Sprachkursen und Rechtssicherheit f&uuml;r die hier lebenden Fl&uuml;chtlinge. Das neue, geplante Asylrecht soll &ndash; so ist zu bef&uuml;rchten &ndash; diese Unsicherheit f&uuml;r die Fl&uuml;chtlinge f&ouml;rdern. Hier zeigt sich die Politik als wenig mutig bzw. gar nicht Mut machend.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>NRW-Aufnahmeprogramm verl&auml;ngert: Legaler Fluchtweg &ldquo;nur f&uuml;r Reiche&rdquo;<\/strong><br>\nIn Syrien tobt ein B&uuml;rgerkrieg. Verst&auml;ndlich, dass in Deutschland lebende Syrer alles versuchen, um ihre Verwandten da rauszuholen. Ein NRW-Aufnahmeprogramm macht das m&ouml;glich &ndash; auf Kosten der Syrer. Jetzt wurde es verl&auml;ngert.<br>\n&ldquo;Ich w&uuml;rde die Erkl&auml;rung f&uuml;r meine Mutter unterschreiben &ndash; sofort.&rdquo; Talal Ali h&auml;lt ein kleines Bild seiner syrischen Mutter hoch. Sein Ziel ist es, sie so schnell wie m&ouml;glich nach M&uuml;nster zu holen, denn ihr geht es auch gesundheitlich schlecht. Er kann das ganz legal tun, allerdings nur mit einer Verpflichtungserkl&auml;rung. Sie ist Bestandteil des Landes-Aufnahmeprogramms f&uuml;r syrische Fl&uuml;chtlinge. Ali wei&szlig;, welche weitreichenden Folgen so eine Erkl&auml;rung hat. Schon einmal hat er so etwas unterschrieben, und erm&ouml;glichte dadurch der sechsk&ouml;pfigen Familie seines Bruders die Flucht nach M&uuml;nster. Das war vor einem Jahr. (&hellip;)<br>\nDamals war der 43-J&auml;hrige noch Besitzer eines Kebaphauses in M&uuml;nster-Gievenbeck. Der Laden warf genug ab, um seine Frau und die drei Kinder zu finanzieren. Dann kam die Familie seines Bruders dazu. Zwei Erwachsene und vier Kinder, die zun&auml;chst in Talal Alis Drei-Zimmer-Wohnung Unterschlupf fanden. Das sorgte f&uuml;r viel Streit und vor allem finanziellen Stress. &ldquo;Ich wusste nicht, dass da solche Summen zusammenkommen. Kleidung, Essen, Schulsachen, Ausfl&uuml;ge ins Schwimmbad &ndash; ich hab&rsquo; gedacht, in bin in einer H&ouml;lle, denn ich bin verantwortlich.&rdquo; So sieht es die Verpflichtungserkl&auml;rung vor. In dem amtlichen Formblatt hei&szlig;t es: &ldquo;Die Verpflichtung umfasst die Erstattung s&auml;mtlicher &ouml;ffentlicher Mittel, die f&uuml;r den Lebensunterhalt einschlie&szlig;lich der Versorgung mit Wohnraum aufgewendet werden.&rdquo; (&hellip;)<br>\nDas sei ein Hohn, meint Claudius Voigt. Er arbeitet beim M&uuml;nsteraner Verein GGUA, der Gemeinn&uuml;tzigen Gesellschaft zur Unterst&uuml;tzung Asylsuchender. &ldquo;Diese staatliche Hilfe ist nur was f&uuml;r Reiche. Es wird gesprochen von einem humanit&auml;ren Aufnahmeprogramm, aber diese Humanit&auml;t wird praktisch vollst&auml;ndig privatisiert.&rdquo; Er kennt viele syrische Familien, die durch dieses Programm psychisch und finanziell am Ende sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/themen\/politik\/aufnahmeprogramm-syrische-fluechtlinge-100.html\">WDR<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Die Situation ist au&szlig;er Kontrolle&ldquo; &ndash; RSPA-Bericht aus Griechenland<\/strong><br>\nUnsere griechischen und t&uuml;rkischen Projektpartner vom Refugee Support Program Aegean (RSPA) sind an den Grenzen ihrer Kapazit&auml;ten, ihr aktueller Bericht ist dramatisch: Weit &uuml;ber 48.000 Bootsfl&uuml;chtlinge sind bis Ende Mai 2015 bereits auf den griechischen Inseln angelandet, mindestens 23 Menschen starben &ndash; es herrscht ein humanit&auml;rer Notstand.<br>\nAuf den griechischen Inseln spielen sich t&auml;glich Dramen ab. Mindestens 23 Menschen verloren seit Anfang des Jahres auf der Flucht &uuml;ber die &Auml;g&auml;is ihr Leben. Die ankommenden Fl&uuml;chtlinge finden keine funktionierenden Aufnahmestrukturen vor, sie m&uuml;ssen unter freiem Himmel ausharren, viele werden nach wie vor direkt nach ihrer Ankunft inhaftiert. Eine staatlich organisierte und koordinierte Krisenintervention gibt es nicht. Fl&uuml;chtlinge und Einheimische werden gleicherma&szlig;en mit der Situation allein gelassen.<br>\nDavon berichten unsere Projektpartner des Refugee Support Program Aegean (RSPA), die auf den griechischen Inseln sowie in der T&uuml;rkei grenz&uuml;berschreitend humanit&auml;re Hilfe leisten, in vielen Einzelf&auml;llen rechtlich intervenieren und die dramatische Entwicklung in der &Auml;g&auml;is dokumentieren.<br>\nAktuell informiert das RSPA-Team mit einem Newsletter &uuml;ber die die politischen Entwicklungen in Griechenland, die Situation an der griechisch-t&uuml;rkischen Grenze und ihre Arbeit im Rahmen des von PRO ASYL initiierten und koordinierten Projekts.<br>\n60 Kilometer Fu&szlig;marsch, um sich festnehmen zu lassen<br>\n&bdquo;&Uuml;berall wo man hingeht sieht man Fl&uuml;chtlinge auf der Stra&szlig;e laufen. Zu jeder Tageszeit. Die Situation ist au&szlig;er Kontrolle. Hochschwangere Frauen, behinderte Menschen, neugeborene Babys, alte Menschen&hellip; alle laufen zu Fu&szlig; mehr als 60 Kilometer von Molyvos im Norden der Insel bis zur Hauptstadt Mytilene, um die Polizeistation zu erreichen und sich dort festnehmen zu lassen. Nur dann k&ouml;nnen sie registriert werden und ihre Reise fortsetzen&rdquo;. So beschreibt Efi Latsoudi, Mitarbeiterin des PRO ASYL-Projekts Refugee Support Programme in the Aegean (RSPA) die aktuelle Situation auf der Insel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.proasyl.de\/de\/news\/detail\/news\/die_situation_ist_ausser_kontrolle_rspa_bericht_aus_griechenland\/\">Pro Asyl<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wehrbeauftragter fordert Aufr&uuml;stung<\/strong><br>\n&ldquo;Mangelverwaltung&rdquo;, &ldquo;Ausr&uuml;stungsl&uuml;cken&rdquo;, &ldquo;Material zusammengekratzt&rdquo; &ndash; der neue Wehrbeauftragte Bartels hat deutlich mehr Waffen f&uuml;r die Bundeswehr gefordert. Grund seien die wachsenden Ost-West-Spannungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/bartels-bundeswehr-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein Schelm, wer nun bei der Anheizung des Konfliktes mit Russland an Verantwortliche aus gewissen milit&auml;rischen und industriellen Kreisen denkt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Pope Francis suggests those in weapons industry can&rsquo;t call themselves Christian<\/strong><br>\nAt rally of young people in Turin, Francis issues his toughest condemnation to date of the weapons industry, criticising investors as well as workers&hellip;<br>\nFrancis issued his toughest condemnation to date of the weapons industry at a rally of thousands of young people at the end of the first day of his trip to the Italian city of Turin&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/world\/2015\/jun\/22\/pope-francis-says-those-in-weapons-industry-cant-call-themselves-christian?CMP=twt_gu\">the guardian<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ukraine auf dem Weg zur Oligarchen- und Milit&auml;rdiktatur<\/strong><br>\nHeute ist das von der ukrainischen Rada verabschiedete &ldquo;Entkommunisierungsgesetz&rdquo; in Kraft getreten. Alles, was die Kiewer Machthaber f&uuml;r kommunistisch halten &ndash; Meinungs&auml;u&szlig;erungen, Organisationen, Symbole, Geschichtsdarstellungen usw. &ndash; ist unter drastische Strafen von f&uuml;nf bis zehn Jahren Gef&auml;ngnis gestellt. Die Regierung in Kiew erkl&auml;rt, dass damit die Kommunistische Partei der Ukraine ab sofort verboten sei. Das schon l&auml;nger laufende gerichtliche Verbotsverfahren wurde damit f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt. Dazu erkl&auml;rt Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE:<br>\n&ldquo;Das Gesetz ist pure Willk&uuml;r und hat nichts, aber auch gar nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun. Die Ukraine ist auf dem Weg zu einer Oligarchen- und Milit&auml;rdiktatur.<br>\nDie Bundesregierung hat sich mehrfach gegen ein Verbot der Kommunistischen Partei der Ukraine ausgesprochen und mitgeteilt, sie werde genau verfolgen, ob im Verbotsverfahren demokratische Grunds&auml;tze gewahrt blieben oder nicht. Das Verbot ohne Gerichtsverfahren widerspricht demokratischen Grunds&auml;tzen auf ganzer Linie. Hinzu kommt: Bundesau&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier hat gemeinsam mit den Au&szlig;enministern von Polen und Frankreich im Vertrag vom 21. Februar 2014 Garantieverpflichtungen abgegeben, darunter auch f&uuml;r Erhalt und Ausbau der Demokratie in der Ukraine. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug. Sie muss beweisen, dass sie ihre Versprechungen auch gegen&uuml;ber Kiew aufrecht erh&auml;lt und mit Nachdruck verficht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/ukraine-weg-oligarchen-militaerdiktatur\/\">linksfraktion<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nun ja, so lange die Ukraine auf der &bdquo;richtigen&ldquo; Seite steht, sollte man das nicht zu eng sehen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Paul Krugman &ndash; Der lange Schatten der Sklaverei<\/strong><br>\nDie USA sind eine viel weniger rassistische Nation als sie es waren, und ich spreche nicht blo&szlig; von der noch immer bemerkenswerten Tatsache, dass ein Afro-Amerikaner im Wei&szlig;en Haus sitzt. &hellip; Rassenhass ist allerdings noch immer eine starke Kraft in unserer Gesellschaft, daran wurden wir zu unserem Entsetzen gerade wieder erinnert. Und, so leid es mir tut, das zu sagen, die Kluft zwischen den Rassen ist noch immer ein bestimmendes Kennzeichen unserer politischen &Ouml;konomie  &hellip; Wird das also immer so sein? Ist Amerika dazu verurteilt, f&uuml;r immer im Schatten der Sklaverei zu leben? Ich w&uuml;rde glauben, nein. Zum einen wird unser Land ethnisch immer mehr durchmischt, und die alte schwarz-wei&szlig; Polarit&auml;t ist langsam &uuml;berholt. Zum anderen sind wir, wie gesagt, sehr viel weniger rassistisch und im allgemeinen in vielen Fragen eine sehr viel tolerantere Gesellschaft geworden. Mit der Zeit sollten wir erwarten, dass der Einfluss dieser Art Dog-Whistle-Politik (&lsquo;Hundepfeifen-Politik&rsquo;) nachl&auml;sst. Aber das ist bisher noch nicht der Fall. Immer wieder h&ouml;rt man einen Chor von Stimmen, der erkl&auml;rt, Rasse sei in Amerika kein Problem mehr. Das ist Wunschdenken. Wir werden noch immer von unserer nationalen Erbs&uuml;nde heimgesucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/06\/22\/opinion\/paul-krugman-slaverys-long-shadow.html?rref=collection%2Fcolumn%2Fpaul-krugman&amp;_r=1\">The New York Times<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Orwell, Huxley and America&rsquo;s Plunge into Authoritarianism<\/strong><br>\nIn spite of their differing perceptions of the architecture of the totalitarian superstate and how it exercised power and control over its residents, George Orwell and Aldus Huxley shared a fundamental conviction. They both argued that the established democracies of the West were moving quickly toward an historical moment when they would willingly relinquish the noble promises and ideals of liberal democracy and enter that menacing space where totalitarianism perverts the modern ideals of justice, freedom, and political emancipation. Both believed that Western democracies were devolving into pathological states in which politics was recognized in the interest of death over life and justice. Both were unequivocal in the shared understanding that the future of civilization was on the verge of total domination or what Hannah Arendt called &ldquo;dark times.&rdquo;<br>\nWhile Neil Postman and other critical descendants have pitted Orwell and Huxley against each other because of their distinctively separate notions of a future dystopian society. I believe that the dark shadow of authoritarianism that shrouds American society like a thick veil can be lifted by re-examining Orwell&rsquo;s prescient dystopian fable 1984 as well as Huxley&rsquo;s Brave New World in light of contemporary neoliberal ascendancy. Rather than pit their dystopian visions against each other, it might be more productive to see them as complementing each other, especially at a time when to quote Antonio Gramsci &ldquo;The old world is dying and the new world struggles to be born. Now is the time of monsters.&rdquo;<br>\nBoth authors provide insights into the merging of the totalitarian elements that constitute a new and more hybridized form of authoritarian control, appearing less as fiction than a threatening portend of the unfolding 21st century. Consumer fantasies and authoritarian control, &ldquo;Big Brother&rdquo; intelligence agencies and the voracious seductions of privatized pleasures, along with the rise of the punishing state&mdash;which criminalizes an increasing number of behaviors and invests in institutions that incarcerate and are organized principally for the production of violence&ndash;and the collapse of democratic public spheres into narrow market-driven orbits of privatization&ndash;these now constitute the new order of authoritarianism.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.counterpunch.org\/2015\/06\/19\/orwell-huxley-and-americas-plunge-into-authoritarianism\/\">counterpunch<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>TV-Tipp &ndash; Der letzte Raubzug<\/strong><br>\nWeltweit eskaliert der illegale Handel mit bedrohten Tieren wie Elefanten, Nash&ouml;rnern oder Tigern. Die Preisbildung folgt einem einfachen Prinzip: Je gr&ouml;&szlig;er die Gefahr, dass eine Art ausstirbt, desto h&ouml;her die Gewinnaussichten. Diese erschreckende Logik hat dramatische Folgen f&uuml;r den Bestand der Lebewesen.<br>\nMittlerweile ist der illegale Handel mit Wildtieren nach Drogen- und Waffenhandel zum lukrativsten illegalen Wirtschaftszweig geworden. Gesch&auml;tzter Jahresumsatz: 20 Milliarden Dollar. Die Nachfrage nach seltenen Tieren ist in den letzten Jahren f&ouml;rmlich explodiert. Grund daf&uuml;r sind vor allem die wachsenden Einkommen im boomenden China und S&uuml;dostasien, wo Tierteile in der traditionellen Medizin verwandt werden. Sie werden jedoch auch zunehmend als Luxusg&uuml;ter und lukrative Anlageobjekte erworben. Besonders Elfenbein ist in China ein traditionelles Symbol f&uuml;r Reichtum und soziales Ansehen.<br>\nDie Dokumentation &bdquo;Der letzte Raubzug&ldquo; f&uuml;hrt von den Hotspots der Wilderei in Kenia oder S&uuml;dafrika &uuml;ber Vietnam nach China, wo sich Prominente wie Jackie Chan in gro&szlig;angelegten Aufkl&auml;rungskampagnen dem Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Tiere verschrieben haben. Filmemacher Jakob Kneser deckt die Zusammenh&auml;nge zwischen Angebot und Nachfrage in den wirtschaftlich boomenden Metropolen Asiens auf und sucht nach den Strippenziehern in diesem schmutzigen, von Kartellen organisierten Gesch&auml;ft.\n<p>arte<br>\nDienstag, 23. Juni<br>\num 22:55 Uhr\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(JK\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-26485","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26485"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26485\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28586,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26485\/revisions\/28586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}