{"id":2650,"date":"2007-09-20T17:01:43","date_gmt":"2007-09-20T15:01:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2650"},"modified":"2015-12-22T14:28:15","modified_gmt":"2015-12-22T13:28:15","slug":"das-ende-der-massenarbeitslosigkeit-mit-richtiger-wirtschaftspolitik-die-zukunft-gewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2650","title":{"rendered":"\u201eDas Ende der Massenarbeitslosigkeit &#8211; Mit richtiger Wirtschaftspolitik die Zukunft gewinnen.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>So hei&szlig;t das neue Buch von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker. Dass mir dieses Buch sehr sympathisch ist, werden Kenner der wirtschaftspolitischen Debatte verstehen. Flassbeck und Spiecker f&uuml;hren die neoliberalen Ideologen vor. Sie beschreiben das Scheitern dieser wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Theorie in der Praxis seit den siebziger Jahren. Und sie formulieren eine Gegenposition zum herrschenden Denken und geben der Hoffnung, die Massenarbeitslosigkeit &uuml;berwinden zu k&ouml;nnen, die notwendigen wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen. Das Buch hilft, sich aus den Stricken der herrschenden Debatte um diese oder jene Reform zu l&ouml;sen und zu begreifen, dass es vor allem an der richtigen gesamtwirtschaftlichen Analyse und Therapie, an einer guten Makropolitik, fehlt. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nZu Ihrer Information f&uuml;gen wir die <a href=\"upload\/pdf\/Flassbeck_Inhalt_Einleitung.pdf\">Inhalts&uuml;bersicht, das Vorwort und die Einleitung [PDF &ndash; 108 KB]<\/a> an. <\/p><p>Einige der bemerkenswerten Inhalte m&ouml;chte ich ansprechen, teilweise zitieren:<\/p><ul>\n<li>Es geht zum Teil um recht einfache Erkenntnisse. Allerdings muss man diese haben wollen und nicht sofort innerlich aufbegehren, wenn man liest, was eine selbstverst&auml;ndliche Erkenntnis sein m&uuml;sste, es allerdings nicht ist und damit die herrschenden Kreise sch&uuml;tzt. Ich zitiere:  &bdquo;Die Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland seit mehr als einem Vierteljahrhundert nicht beseitigt worden ist, spricht unmittelbar daf&uuml;r, dass die Mehrheitsmeinung (der &ouml;konomischen Wissenschaft, AM) falsch ist. Die von ihr vertretenen Rezepte haben schlie&szlig;lich &uuml;ber Jahrzehnte hinweg keine f&uuml;hlbare Verbesserung gebracht und k&ouml;nnen den aktuellen und jetzt auch am Arbeitsmarkt sichtbaren Aufschwung nicht erkl&auml;ren.&ldquo; Die Autoren weisen vor allem der unprofessionellen Geldpolitik die ihr geb&uuml;hrende Verantwortung zu.<\/li>\n<li>Nach ihrer Meinung h&auml;tte der Aufschwung auch ohne Reform und extreme Lohnmoderation bei einer expansiveren Geldpolitik schon viel fr&uuml;her einsetzen k&ouml;nnen und m&uuml;ssen. Und sie warnen davor, dass Reformen, Lohnmoderation und Zinserh&ouml;hungen auch das Ende dieses Aufschwungs einleiten k&ouml;nnten.<\/li>\n<li>Sie zeigen folgerichtig, dass auch derzeit die notwendige Wirtschaftspolitik nicht stattfindet. Richtig. Jeden Tag gibt&rsquo;s eine neue Reform, aber die notwendige Debatte um die richtige gesamtwirtschaftliche Analyse und die notwendige Konjunkturpolitik findet nicht einmal jetzt statt, nicht einmal in einer Kabinettssitzung &uuml;ber Mindestl&ouml;hne. Konjunkturelle Ver&auml;nderungen werden dann schnell der Finanzkrise zugeschrieben und nat&uuml;rlich nicht dem eigenen Versagen. &bdquo;Die Reform des Denkens ist die wichtigste&ldquo;, schreiben die Autoren. Ohne sie werde es keine durchgreifende und anhaltende Besserung unserer wirtschaftlichen Entwicklung geben.<\/li>\n<li>Die Autoren wenden sich gegen eine der g&auml;ngigen Erkl&auml;rungen f&uuml;r die Arbeitslosigkeit: Jeder Arbeitslose habe solange h&ouml;here L&ouml;hne gefordert, bis er arbeitslos geworden sei. Und sie f&uuml;gen an: &bdquo;Wer davon &uuml;berzeugt ist, dass diese Art von freiwilliger Arbeitslosigkeit einen Gro&szlig;teil der in unserem Land herrschenden hohen Arbeitslosigkeit ausmacht, muss dieses Buch nicht lesen.&ldquo; Professor Sinn muss es also nicht lesen, obwohl es ihm gut t&auml;te.<\/li>\n<p><strong>&bdquo;Das Ende der Massenarbeitslosigkeit&ldquo;<\/strong> ist ein Buch gegen die Resignation in der Wirtschaftspolitik. Es wird selbstverst&auml;ndlich heftigen Widerspruch ausl&ouml;sen bei den Vertretern der herrschenden Ideologie, die ihre Verantwortung prinzipiell leugnen und aus ihr fliehen &ndash; so von den Autoren beschrieben -, indem sie jetzt schon neue und gravierendere Reformen vorschlagen, damit beim Publikum h&auml;ngen bleibt, die bisherigen Reformen h&auml;tten es nicht gebracht, weil sie zu zaghaft waren. Die Vertreter der herrschenden Meinung werden sich also vermutlich &uuml;ber dieses Buch &auml;rgern. Es wird aber auch jene vermeintlich Linken reizen, die jeden und jede, die von gesamtwirtschaftlicher Verantwortung und ihren M&ouml;glichkeiten ausgehen, als verfangen in traditionellen Vorstellungen abstempeln. Wenn es Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker mit ihrem Buch gel&auml;nge, wenigstens einige aus diesem Lager zum Nachdenken zu bringen, dann w&auml;re das Buch schon ein gro&szlig;er Erfolg. Das w&uuml;nsche ich ihm und den Autoren.<\/p>\n<p>Und hier noch erg&auml;nzend die fehlenden bibliografischen Angaben:<\/p>\n<p><em>Westend Verlag 2007, gebunden, 304 Seiten, 25 Abbildungen, Euro 24,90<br>\nISBN 978-3-938060-20-9<\/em><\/p>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So hei&szlig;t das neue Buch von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker. Dass mir dieses Buch sehr sympathisch ist, werden Kenner der wirtschaftspolitischen Debatte verstehen. Flassbeck und Spiecker f&uuml;hren die neoliberalen Ideologen vor. 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