{"id":26528,"date":"2015-06-24T16:52:03","date_gmt":"2015-06-24T14:52:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26528"},"modified":"2019-02-27T15:10:53","modified_gmt":"2019-02-27T14:10:53","slug":"der-westen-garant-einer-politik-der-schiefen-ebene-die-uns-in-toedliche-konflikte-stuerzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26528","title":{"rendered":"Der Westen &#8211; Garant einer Politik der schiefen Ebene, die uns in t\u00f6dliche Konflikte st\u00fcrzt"},"content":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von <strong>Willy Wimmer<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26528#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]. Wenn man die Ratio der bisher bekannt gewordenen Bestimmungen &uuml;ber Schiedsgerichte nach dem TTIP-Diktat. das der Europ&auml;ischen Union durch die USA auferlegt werden soll, f&uuml;r bare M&uuml;nze nimmt, dann werden europ&auml;ische Regierungen vor diesen Schiedsgerichten demn&auml;chst auf Zustimmung zu Kriegseins&auml;tzen dann verklagt, wenn die Gewinnerwartungen amerikanischer Globalkonzerne ohne diese Kriege nicht umzusetzen sein sollten. Von der Hand zu weisen ist das nicht, wenn man in der Ukraine verfolgt, welche Konzerne sich das Land unter den Nagel rei&szlig;en und wie die auf Erweiterung des Investments nach Ru&szlig;land gerichtete Zielvorstellung ist. Man kann es drehen und wenden wie man es will. Der Westen, mit den Abh&ouml;rstaaten der sogenannten &bdquo;five eyes&ldquo; als harter Kern im Zentrum ist zu einer Einrichtung verkommen, die offen die globale Kontrolle anstrebt. Es geht f&uuml;r Europa und Deutschland offenkundig nur darum, welchen inneren Anteil sie an der gegenw&auml;rtigen und k&uuml;nftigen Beute haben werden.<br>\n<!--more--><br>\nZu welchen Mittel dabei gegriffen wird, kann jeder in diesen Tagen bestaunen. Mit unverhohlener H&auml;me wird in den f&uuml;hrenden Zeitungen unseres Landes zum siebzigsten Geburtstag der Vereinten Nationen dar&uuml;ber geschrieben, wie ver&auml;chtlich man heutzutage mit dieser Organisation umgehen kann. Erinnern wir uns daran, da&szlig; die Vereinten Nationen zum Ende des europ&auml;ischen Krieges am 26. Juni 1945 aus der Taufe gehoben worden sind, um die Gei&szlig;el des Krieges aus der Politik zu verbannen. Krieg sollte ge&auml;chtet werden, wie es die Bestimmungen &uuml;ber den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen pr&auml;zise und ohne zu fackeln niedergelegt haben. Die Statuten des N&uuml;rnberger Gerichtshofes sollten die individuelle Verantwortlichkeit staatlicher Repr&auml;sentanten dergestalt festklopfen, da&szlig; Ausreden f&uuml;r eigenes Handeln zuk&uuml;nftig nicht mehr m&ouml;glich sein sollten. Das Statut des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, der nach m&uuml;hevollen internationalen Beratungen zum Ende des Weltkriegs-Jahrhunderts aus der Taufe gehoben werden konnte, sollte N&uuml;rnberg und seine Prozesse auf Dauer festschreiben. Heute ist es noch der Gerichtshof f&uuml;r afrikanische Potentaten und nichts mehr, seitdem die USA bestimmt haben, da&szlig; sie Den Haag in Schutt und Asche legen, sollte jemals ein amerikanischer Verantwortlicher dort vor Gericht gestellt werden. Seit dem Fr&uuml;hjahr 1999 steht der Westen f&uuml;r die R&uuml;ckkehr des Krieges in die europ&auml;ische Politik.<\/p><p>Auf diesen Umstand hat vor wenigen Tagen in einer bemerkenswerten Stellungnahme Botschafter a.D. Dr. Frank Elbe, Genschers Mann f&uuml;rs Kluge, aufmerksam gemacht. Dadurch, da&szlig; sich die USA au&szlig;erhalb einer zentralen internationalen Rechtsordnung stellen, nehmen sie sich nicht nur etwas heraus, das &uuml;ber das &Uuml;berleben der Menschheit entscheiden wird. Durch ihre Politik in unterschiedlichen B&uuml;ndnissen sind sie urs&auml;chlich daf&uuml;r, da&szlig; verb&uuml;ndete Regierungen sich an dem V&ouml;lkerrechts-feindlichen Verhalten der amerikanischen Regierung beteiligen und dem Weg nach Den Haag nur dadurch entkommen k&ouml;nnen, da&szlig; sie sich auf Dauer an einem in zwingend erforderlichen siegreichen Vorgehen der USA beteiligen. <\/p><p>Wie sehr dies innerstaatlich in Deutschland zu gravierenden Verwerfungen f&uuml;hrt, kann jeder Staatsb&uuml;rger feststellen, wenn er die Bestimmungen des Grundgesetzes &uuml;ber das Verbot des Angriffskrieges neben das praktische Verhalten einer jeden Bundesregierung seit dem v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien seit dem Fr&uuml;hjahr 1999 h&auml;lt. Gerade unter diesen Umst&auml;nden sollte sich unser Land an einen alten Satz, ebenfalls aus N&uuml;rnberg, erinnern.  Mitgefangen bedeutet mitgehangen, so ist diese alte deutsche Spruchweisheit eben. Nach dem jetzigen Stand der v&ouml;lkerrechtlichen Entwicklung und der kriegerischen Politik des Westens in anderen Teilen der Welt und neuerdings wieder in Europa, liegt es nicht fern, den gesamten Westen als &bdquo;V&ouml;lkerrechts-kriminelle Organisation&ldquo; zu bezeichnen, da der Westen sich nicht gegen Entwicklungen auf globaler Ebene verteidigen mu&szlig;, sondern die Gefahrenpotentiale in Summe selbst hervorbringt. Wenn in diesen Tagen Oskar Lafontaine auf diesen Umstand dadurch hinweist, da&szlig; er im Sprachgebrauch einer amerikanischen Spitzenbeamtin auf den &bdquo;US-amerikanischen Imperialismus&ldquo; hinweist, jault die deutsche Presse unisono auf, als h&auml;tte sie die Gehirnw&auml;sche erfolgreich absolviert. Oskar Lafontaine geh&ouml;rt vielleicht zu denen, die sich nichts lieber vorstellen w&uuml;rden als eine auf allseits akzeptierten Normen beruhende Zusammenarbeit mit eben diesen USA.<\/p><p>Das na&szlig;forsche Verhalten deutscher Generale bei NATO-&Uuml;bungen an der russischen Grenze macht deutlich, was den Deutschen und anderen Europ&auml;ern droht, wenn ihre Streitkr&auml;fte &uuml;ber milit&auml;rtechnische Tricks den eigenen Parlamenten und damit Regierungen entzogen werden und auf amerikanischen Befehl hin verlegt werden. F&uuml;nfundzwanzig Jahre nach der sowjetischen und damit russischen Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung mu&szlig; man sich in Moskau T&ouml;ne aus dem deutschen Milit&auml;r anh&ouml;ren, die weniger an diesen gl&uuml;cklichen Umstand in der deutschen Geschichte erinnern als an Ereignisse aus der Zeit, an die man j&uuml;ngst noch mit feierlichen Gedenkveranstaltungen zum Ende des zweiten Weltkrieges gedacht hatte. Wie geschichtsvergessen mu&szlig; man in Deutschland eigentlich sein, um so etwas aus den eigenen Reihen hinnehmen zu sollen?<\/p><p>Aber es sind nicht die Tagesereignisse, die uns aus der Bahn werfen. Dr. Peter Gauweiler hat am 4. Juni 2014 in einem gro&szlig;en Vortrag vor den Absolventen der Bundeswehr-Universit&auml;t in Hamburg auf die Bestimmungen des Grundgesetzes in Zusammenhang mit den deutschen Streitkr&auml;ften hingewiesen, wie die Verfassungsgeber sie gemeint hatten und wie die Grundlage der Parlamentsentscheidungen gewesen ist. Es ging nicht um deutsche milit&auml;rische Beitr&auml;ge zu internationalen B&uuml;ndnissystemen, die man &ndash; wie bei der NATO &ndash; heute mit Fug und Recht nicht als System kollektiver Sicherheit bezeichnen kann, sondern als verbr&auml;mte Instrumente globaler Aggression. Deutschland wollte einem derartigen Sicherheitssystem, so Dr. Peter Gauweiler, beitreten, statt eine eigene Armee aufstellen zu wollen. Es ist abzusehen, da&szlig; das vom Bundesverfassungsgericht seit dem Adria-Urteil des Jahres 1994 vorgesehenen Vehikel deutscher Kontingente f&uuml;r NATO-Operationen im globalen Rahmen einer &Uuml;berpr&uuml;fung des Bundesverfassungsgerichtes im Lichte der Pension-Erkenntnisse ehemaliger Verfassungsrichter nicht &uuml;berstehen w&uuml;rde.<\/p><p>Um die Politik der US-bestimmten &bdquo;schiefen Ebene&ldquo; mitmachen zu k&ouml;nnen, wird nicht nur unser Grundgesetz in die Ecke gestellt. Auch die Zustimmung des Deutschen Bundestag zur NATO als einem Verteidigungsb&uuml;ndnis wird durch die praktische Politik ad absurdum gef&uuml;hrt, und &uuml;brigens wird damit &uuml;ber kurz oder lang der Pr&auml;senz ausl&auml;ndischer Streitkr&auml;fte zu anderen als Verteidigungszwecken auf deutschem Boden jede Berechtigung entzogen. Oder dient das durch nichts gerechtfertigte Verhalten des Westens gegen&uuml;ber der Russischen F&ouml;deration genau dazu, die durch nichts gerechtfertigt der Pr&auml;senz ausl&auml;ndischer Streitkr&auml;fte zu anderen als Verteidigungszwecken zu legitimierent?<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Willy Wimmer war 30 Jahre lang CDU-Abgeordnete im Deutschen Bundestag und Parlamentarischer Staatssekret&auml;r im Verteidigungsministerium. Beim Pleisweiler Gespr&auml;ch war er 2014 zu Gast. Siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22136\">hier<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von <strong>Willy Wimmer<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26528#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]. 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