{"id":26609,"date":"2015-06-30T14:23:48","date_gmt":"2015-06-30T12:23:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26609"},"modified":"2019-07-05T10:22:17","modified_gmt":"2019-07-05T08:22:17","slug":"das-griechische-referendum-als-akt-der-verzweiflung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26609","title":{"rendered":"Das griechische Referendum als Akt der Verzweiflung"},"content":{"rendered":"<p>Zwar bleibt immer noch ein Funken Hoffnung, dass sich die Konfrontation zwischen der griechischen Regierung  und den drei &bdquo;Institutionen&ldquo; noch in einen f&uuml;r alle Seiten gerade noch hinnehmbaren Kompromiss aufl&ouml;sen k&ouml;nnte, es spricht jedoch alles daf&uuml;r, dass der Weg zu dem Referendum am 5. Juli f&uuml;r die griechische Seite ein Akt der Verzweiflung war, den man auf keinen Fall eingeplant hatte. Verzweiflung zum einen &uuml;ber die Zumutungen der Verhandlungspartner f&uuml;r die griechische Seite im letzten Stadium der Verhandlungen in Br&uuml;ssel. Zweitens die Entt&auml;uschung &uuml;ber die vollst&auml;ndige politische Isolation innerhalb der Euro-Gruppe vor allem auch &uuml;ber die mangelnde Solidarit&auml;t der S&uuml;deurop&auml;er. Und drittens stand Tsipras auch vor dem Problem der politischen Durchsetzbarkeit jeder Art von Kompromiss in seiner Partei Syriza, ja sogar innerhalb seines eigenen Kabinetts. Auch in Athen wird ger&auml;tselt was Tsipras mit dem Referendum tats&auml;chlich erreichen will. <\/p><p>In Erg&auml;nzung des <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26585\">Beitrags von Jens Berger<\/a> beschreibt <strong>Niels Kadritzke<\/strong> das Drama vom Wochenende aus griechischer Sicht.<br>\n<!--more--><br>\nEs f&auml;llt schwer, in dem Beschluss der Regierung Tsipras, in der jetzigen Situation ein Referendum &uuml;ber den Stand der Verhandlungen in der Br&uuml;sseler Gruppe zu veranstalten (also zwischen der griechischen Delegation und den drei Institutionen EU-Kommission, EZB und IWF), etwas anderes als einen Akt der Verzweiflung zu sehen. Ich werde diese Ansicht im Folgenden begr&uuml;nden.<\/p><p><strong>Ein Funken Hoffnung bleibt<\/strong><\/p><p>Vorweg verweise ich allerdings auf eine andere M&ouml;glichkeit, die dramatische Zuspitzung im Verh&auml;ltnis zwischen den drei Institutionen und der Regierung Tsipras zu interpretieren. Obwohl diese Interpretation phantastisch &ndash; und vor allem verzweifelt optimistisch &ndash; klingt, kann man sie derzeit nicht von vornherein als Verschw&ouml;rungsphantasie der absurden Art abtun. Es gibt jedenfalls Athener Kreise, die sich vorstellen (oder w&uuml;nschen), dass die Eskalation vom vergangenen Wochenende ein Drama ist, das &uuml;ber die Inszenierung eines scheinbar unaufl&ouml;sbaren Konflikts am Ende zur &bdquo;Katharsis&ldquo; f&uuml;hren k&ouml;nnte, das hei&szlig;t zur Aufl&ouml;sung der Konfrontation durch einen f&uuml;r alle Seiten gerade noch hinnehmbaren Kompromiss. Sodass Griechenland, Europa und die Welt aufatmen k&ouml;nnten, jedenfalls f&uuml;r einige Zeit.<\/p><p>Die beschw&ouml;rende Hoffnung, dass an diesem Szenario etwas dran sein k&ouml;nnte, macht die sch&ouml;ne Theorie allerdings nicht realistischer. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, dass die Sache mit dem Grexit &ndash; um das Drama bei seinem realistischen Namen zu nennen &ndash; noch nicht entschieden ist. <\/p><p>Da gibt es erstens &Auml;u&szlig;erungen aus Br&uuml;ssel (wie fast immer von EU-Kommissionspr&auml;sident Juncker und Finanzkommissar Moscovici), die noch einen letzten Spielraum f&uuml;r weitere Verhandlungen erkennen lassen. &Auml;hnliche zarte Andeutungen kommen von  Frankreichs Finanzminister Sapin und aus Italien, was im Falle beider L&auml;nder verst&auml;ndlich ist, weil der &ouml;konomische und politische fallout eines Grexit gerade an den Aktien- und Bondm&auml;rkten dieser beiden L&auml;nder abzulesen sein wird. In der Tat soll es hinter den Kulissen intensive franz&ouml;sische Bem&uuml;hungen geben, noch vor einem Referendum zu neuen Verhandlungen zu kommen, was aber in Berlin ausdr&uuml;cklich ausgeschlossen wird.<\/p><p>Da gibt es zweitens das bemerkenswerte Engagement der USA, das sich nicht (wie bislang &uuml;blich) darauf beschr&auml;nkt, dass Finanzminister Jack Lew beide Seiten zu einem dringend erforderlichen &Uuml;bereinkommen mahnt (und dabei vor Kritik gerade an der deutschen Rolle nicht zur&uuml;ckscheut). Auch am Samstag hat Lew ausf&uuml;hrlich mit Schl&uuml;sselpersonen wie Lagarde, Sch&auml;uble und Sapin telefoniert und seine Besorgnisse mitgeteilt. Bedeutsam ist dabei, dass Lew &ndash; nach eigenem Bekunden &ndash; seinen Gespr&auml;chspartnern klar gemacht hat, dass man nach dem griechischen Plebiszit auch &uuml;ber eine &bdquo;wahrscheinliche Schuldenentlastung f&uuml;r Griechenland&ldquo; diskutieren m&uuml;sse.  Das Fehlen einer Aussage &uuml;ber dieses Thema ist einer der Hauptgr&uuml;nde, warum die griechische Regierung das letzte Vorschlagspapier der Institutionen als unakzeptabel zur&uuml;ckgewiesen hat. Gestern Abend hat auch noch  Pr&auml;sident Obama eingegriffen und in einem Telefonat mit Angela Merkel daf&uuml;r geworben, &bdquo;jeden Versuch zu unternehmen, auf einen Kurs zur&uuml;ckzukehren, der Griechenland erlaubt, seine Reformen und seine wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Eurozone fortzusetzen&ldquo;. Mit derselben Botschaft hat sich Obama in Paris bei Hollande gemeldet.<\/p><p>Und da ist drittens die bemerkenswerte &Auml;u&szlig;erung des griechischen Finanzministers Varoufakis, wonach noch immer die Chance bestehe, die Verhandlungen fortzusetzen und mit einem Kompromiss abzuschlie&szlig;en, der es der Regierung Tsipras erlauben w&uuml;rde, dem Volk bei dem f&uuml;r n&auml;chsten Sonntag angesetzten Referendum ein &bdquo;Ja&ldquo; zu einer Vereinbarung zu empfehlen.<\/p><p>Obwohl die Chancen, dass es diese Woche noch zu einer solchen Entwicklung kommt, eher bescheiden sind, w&auml;re es falsch,  eine solche Wende der Dinge auszuschlie&szlig;en. Wenn es denn so k&auml;me, w&uuml;rde das allerdings noch lange nicht hei&szlig;en, dass ein solches Szenario vorweg geplant gewesen w&auml;re. Vielmehr spricht alles daf&uuml;r, dass der Weg zu dem Referendum am kommenden Sonntag dem 5. Juli f&uuml;r die griechische Seite ein Schritt der Verzweiflung war, den man auf keinen Fall eingeplant hatte.<\/p><p><strong>Das Referendum als Akt der Verzweiflung<\/strong><\/p><p>Diese Verzweiflung setzt sich aus drei Komponenten zusammen, die in der Summe den griechischen Regierungschef zu seinem Entschluss vom Freitagabend gef&uuml;hrt haben. <\/p><ol>\n<li><strong>Der Verlauf der Verhandlungen<\/strong>\n<p>Da ist erstens die Verzweiflung der griechischen Seite &uuml;ber die Zumutungen, die ihr im letzten Stadium der Verhandlungen, am Donnerstag letzter Woche, vorgesetzt wurden. Wie &uuml;berrascht die Regierung in Athen von diesem Lauf der Dinge war, hat ein enger Mitarbeiter von Tsipras gegen&uuml;ber der linken Tageszeitung Efemerida ton Syntakton (vom 27. Juni) so beschrieben: &bdquo;Die griechische Regierung hat einen umfassenden und glaubw&uuml;rdigen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der am Montag auf dem Gipfeltreffen als eine sehr gute Verhandlungsgrundlage gew&uuml;rdigt wurde&ldquo;. Dann aber habe folgte am Mittwoch die &bdquo;kalte Dusche&ldquo;, als die Verhandlungspartner pl&ouml;tzlich &bdquo;irrationale Vorschl&auml;ge machten, die f&uuml;r keine griechische Regierung akzeptabel gewesen w&auml;ren&ldquo;. <\/p>\n<p>Die Zumutungen, die als unakzeptabel empfunden wurden, betreffen zum Beispiel das Bestehen auf dem Mehrwertsteuersatz von 23 Prozent f&uuml;r die Gastronomie und f&uuml;r Hotel&uuml;bernachtungen, die den Tourismussektor besonders hart treffen m&uuml;ssen; aber auch die Abschaffung einer minimalen Beihilfe von 200 Euro (namens EKAS) f&uuml;r die Bezieher von Renten weit unterhalb der Armutsgrenze. Diese Beihilfen will die Regierung ab 2018 etappenweise abschaffen, w&auml;hrend die Gl&auml;ubiger darauf bestehen, mit dem Abbau sofort zu beginnen (und verlangen, schon 2016 ein F&uuml;nftel des EKAS-Etats einzusparen). Ein dritter Punkt ist das Arbeitsrecht, das als Konfliktherd eigentlich schon neutralisiert war. Hier fordern die Partner, dass die Regierung keine ihrer (angek&uuml;ndigten) Gesetzes&auml;nderungen ohne einhellige Zustimmung aller drei Institutionen vornehmen darf.<\/p>\n<p>Die Summe dieser Forderungen (eine genaue Liste wurde von der Kathimerini vom 26. Juni dokumentiert)  wirkten auf die Syriza-Vertreter wie die Aufforderung zu einer bedingungslosen Kapitulation, also zur Aufgabe noch der allerletzten Positionen ihres Wahlprogramms. Und das vor dem Hintergrund, dass die Regierung in den Verhandlungen &ndash; auch unter dem Druck der stagnierenden Konjunktur und der sinkenden Steuereinnahmen &ndash; mindestens schon 75 Prozent ihrer urspr&uuml;nglichen Vorstellungen f&uuml;r eine &bdquo;soziale Abfederung&ldquo; der Krisenfolgen aufgegeben hatte (wie Finanzminister Varoufakis ehrlicherweise erkl&auml;rt hat).<\/p>\n<p>Entscheidend f&uuml;r die Ablehnung der Troika-Position war aber nicht eine dieser neuen und versch&auml;rften Forderungen,  sondern eine Nicht-Aussage: <\/p>\n<p>Zu keinem Zeitpunkt waren die &bdquo;Partner&ldquo; bereit, eine Diskussion &uuml;ber das Thema &bdquo; Schuldenentlastung&ldquo; zuzusagen, geschweige denn konkrete Entlastungsangebote auszusprechen. W&auml;re eine solche Aussage gekommen, h&auml;tte die Regierung Tsipras der Syriza und der Parlamentsfraktion fast jedes weitere Zugest&auml;ndnis an die Gl&auml;ubiger weit eher &bdquo;verkaufen&ldquo; k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Wie entscheidend diese Frage ist, belegt nicht zuletzt die Propagandaschlacht, die seitdem ausgebrochen ist. Seit gestern wurde aus Berlin und Paris und aus Br&uuml;ssel auff&auml;llig heftig beteuert, Merkel und Hollande h&auml;tten in ihren letzten Telefonaten mit Tsipras  &ndash; vor dessen Referendums-Entscheidung &ndash; eine Diskussion &uuml;ber die Frage der Schuldenerleichterung verbindlich zugesagt. Und die EU-Kommission verstand sich sogar zu einer offiziellen Mitteilung an das griechische Volk, in der sie &bdquo;im Geiste der Transparenz&ldquo; die letzten Gespr&auml;chsangebote der drei Institutionen offenlegt. Danach wurden der griechischen Seite noch mehrere Konzessionen gemacht, darunter die Minderung der Mehrwertsteuer f&uuml;r Hotel-&Uuml;bernachtungen von 23 auf 13 Prozent und ein flexiblerer Termin f&uuml;r den Beginn der Ma&szlig;nahmen gegen massenhafte Fr&uuml;hverrentungen.  <\/p>\n<p>Der wichtigste Punkt dieser Mitteilung ist jedoch folgender Satz &uuml;ber den Stand der Dinge am Abend des 27. Juni: &bdquo;Es bestand die gemeinsame Auffassung aller beteiligten Seiten, dass diese Sitzung der Eurogruppe eine umfassende &Uuml;bereinkunft &uuml;ber Griechenland erzielen sollte, &hellip; die (auch) die k&uuml;nftigen Finanzierungsbed&uuml;rfnisse wie auch die Tragf&auml;higkeit (viability) der griechischen Schulden abdecken sollte.&ldquo; Ferner habe dieser Vorschlag auch ein Paket mit Ma&szlig;nahmen zur &ouml;konomischen Entwicklung und zur Besch&auml;ftigungspolitik enthalten (Wiedergabe des Inhalts nach Kathimerini vom 28. Juni). <\/p>\n<p>Zu dieser Mitteilung aus Br&uuml;ssel lie&szlig; ein Sprecher von Tsipras allerdings verlauten, ein Text dieses Inhalts sei der Athener Regierung niemals zugestellt worden. Das &bdquo;Ultimatum&ldquo; das der griechischen Delegation in Br&uuml;ssel am 25. Juni von Eurogroup-Chef Dijsselbloem gestellt wurde, habe immer noch die 23 Prozent MWS f&uuml;r &Uuml;bernachtungen enthalten.: &bdquo;Wenn es am folgenden Tag eine &Auml;nderung der Position gegeben hat, ohne dass dies der griechischen Regierung offiziell &uuml;bermittelt wurde, ist dies ein Thema, das die Institutionen betrifft.&ldquo;<\/p>\n<p>Wer wann was und wem &uuml;bermittelt hat, werden irgendwann die Historiker herausfinden. Zu einem vorl&auml;ufigen Urteil kommt allerdings  der &bdquo;Guardian&ldquo;, der gestern in seiner Analyse der Ereignisse feststellte: &bdquo;Die Europ&auml;ische Kommission sagte gestern &ndash; zum ersten Mal in der Krise &ndash; dass sie Griechenland eine Schuldenentlastung anbieten wollte, was die zentrale Forderung von Tsipras w&auml;hrend f&uuml;nf Monaten stagnierender Verhandlungen gewesen war.&ldquo; Wenn es diese &bdquo;potentielle Konzession&ldquo; gegeben hat, sei sie jedenfalls zu sp&auml;t gekommen, stellt der Guardian fest.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die politische Isolation innerhalb der Euro- Verhandlungen<\/strong>\n<p>Das zweite Element der Verzweiflung des Alexis Tsipras ist zweifellos die Isolierung Griechenlands, die w&auml;hrend der Verhandlungen der Eurogruppe und auf den EU-Gipfeln nie durchbrochen werden konnte. Dies d&uuml;rfte der Faktor sein, der f&uuml;r Tsipras und sein Verhandlungsteam die gr&ouml;&szlig;te Entt&auml;uschung gewesen ist und die subjektiv am meisten schmerzt. Die neue griechische Regierung, die sich in ihrem Wahlkampf nicht nur den Griechen, sondern allen gutwilligen und fortschrittlichen Menschen in ganz Europa &ndash; vor allem im S&uuml;den der Eurozone &ndash; als neue offensive politische Kraft und Orientierungspunkt auch f&uuml;r eine linke Mitte angeboten hatte, fand keinerlei Unterst&uuml;tzung auf der Ebene der Ministerkonferenzen und der Regierungen &ndash; die aber nun einmal ihre Verhandlungspartner sind und eben nicht die spanische Podemos oder die portugiesischen Kommunisten. <\/p>\n<p>Dass die Regierungen Spaniens und Portugals keinen Hauch von &bdquo;Solidarit&auml;t&ldquo; zeigten, war nat&uuml;rlich ebenso erwartbar wie die beinharte Haltung der Iren, der Finnen und der Niederl&auml;nder. Umso gr&ouml;&szlig;er war die griechische Entt&auml;uschung &uuml;ber die Franzosen und Italiener. Dass letztere nie bereit waren, sich f&uuml;r einzelne, sogar wohl begr&uuml;ndete Forderungen der griechischen Partner einzusetzen, liegt gewiss nicht nur an dem Einfluss, den Berlin nun einmal dank seines schieren Machtgewichts in Paris und Rom aus&uuml;ben kann. Diese f&uuml;r Athen so fatale Konstellation zeigt vielmehr auch, dass gerade die &bdquo;Wackelkandidaten&ldquo; in der Eurokrise unbedingt vermeiden wollen, mit dem &bdquo;Sonderfall&ldquo; Griechenland in einen Topf geworfen zu werden. Insofern war der folgenreichste unter den psychologisch-taktischen Fehler, die sich Finanzminister Varoufakis im Zuge seiner undiplomatischen Klartext-Auftritte gestattet hat, sein Interview, in dem er dem Kollegen Matteo Renzi bescheinigen musste, das Italien im Grunde auch ein bankrottes Land sei.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich ist es richtig, dass die Syriza-Regierung von den meisten Euro-Partner auch deshalb so hart angefasst wurde, weil man die anderen linken Kr&auml;ften des S&uuml;dens nicht ermutigen wollte. Aber genau das mussten die Syriza-Strategen wissen &ndash; schlie&szlig;lich hatten sie es selbst immer vorausgesagt. Umso erstaunlicher ist, dass gerade in dieser Hinsicht bei der Regierung Tsipras keinerlei Strategie, geschweige denn Taktik zu erkennen war. Dass man innerhalb der Eurozone keine Mehrheit hinter sich bringen kann, war von vornherein klar, aber dass die griechische Regierung in allen entscheidenden Situationen allein gegen eine nahezu geschlossene Front von 18 Regierungen der Euro-Zone stand, muss dann doch eine &uuml;berraschende und entsprechend deprimierende Erfahrung gewesen sein.<\/p>\n<p>Der einzige Regierungschef, der sich beim EU-Gipfel vom 24. Juni noch ein St&uuml;ck weit mit Tsipras solidarisierte, war (nach einem Bericht der Kathimerini) der zypriotische &bdquo;Landsmann&ldquo; Anastassiadis, der denn auch als einziger die Tragf&auml;higkeit der griechischen Schulden ansprach und eine &bdquo;Erleichterung der Schuldenlast&ldquo; forderte. Allerdings wurde dann gerade der zyprische Staatspr&auml;sident von Frau Merkel als positives Beispiel eines Politikers gelobt, der die schwere Last der Verhandlungen mit den Gl&auml;ubigern auf sich genommen und Zypern erfolgreich aus der Krise gef&uuml;hrt habe.  Was die Kanzlerin nicht erw&auml;hnte: Die Bankkontrollen, die Zypern im M&auml;rz 2013 einf&uuml;hren musste, wurden erst zwei Jahre sp&auml;ter, im April dieses Jahres, endg&uuml;ltig aufgehoben. <\/p><\/li>\n<li><strong>Die Situation in der eigenen Partei<\/strong>\n<p>Der dritte Grund der Verzweiflung ist  ganz sicher das Problem, das Tsipras mit der Durchsetzbarkeit jeder Art von Kompromiss in seiner Partei bekommen h&auml;tte. Schon die Zugest&auml;ndnisse, die die griechische Delegation in Br&uuml;ssel mit dem am Montag voriger Woche pr&auml;sentierten &ndash; und zun&auml;chst h&ouml;chst wohlwollend aufgenommenen &ndash; Gesamtsparpaket gemacht hat, stie&szlig;en in der Syriza wie auch in der eigenen Parlamentsfraktion &ndash; und selbst bei Ministern der Regierung &ndash; auf scharfe Kritik. Vertreter des linken Fl&uuml;gels bezeichneten die Konzessionen in der Besteuerungs- wie in der Rentenfrage als &bdquo;Ausverkauf&ldquo; des Programms, mit dem die Syriza in den Wahlkampf gezogen war. In der Umgebung von Tsipras wurden die potentiellen &bdquo;Dissidenten&ldquo; bei der Abstimmung &uuml;ber einen &bdquo;ehrenvollen&ldquo; Kompromiss&ldquo; im Parlament noch vor einer Woche auf h&ouml;chstens 10 Stimmen eingesch&auml;tzt (von denen f&uuml;nf zu der &bdquo;Kommunistischen Organisation Griechenlands&ldquo; KOE geh&ouml;ren). Aber das war schon damals eine viel zu optimistische Annahme. <\/p>\n<p>Sehr viel st&auml;rker und lauter artikulierte sich der Protest allerdings in der Partei. Bei der Abstimmung im Zentralkomitee der Syriza am 24. Mai hatte die Resolution der &bdquo;linken Plattform&ldquo;  die Unterst&uuml;tzung von 75 der 200 Mitglieder (w&auml;hrend 95 f&uuml;r die Position der Parteif&uuml;hrung stimmten, der Reste waren Enthaltungen). In dem Text der innerparteilichen Opposition wurden die zahlreichen &bdquo;R&uuml;ckzieher&ldquo; der Regierung in den Verhandlungen scharf kritisiert.  Da kein &bdquo;ehrenhafter Kompromiss&ldquo; erreichbar sei, m&uuml;sse Tsipras in die Offensive gehen und unverz&uuml;glich unter anderem die Banken nationalisieren und die R&uuml;ckzahlung aller Staatsschulden einstellen, und zwar &bdquo;ungeachtet aller Schwierigkeiten, die dies mit sich bringen k&ouml;nnte&ldquo;. Zudem m&uuml;sse die Regierung &bdquo;entschlossen der Propaganda der herrschenden Kreise entgegentreten, die das Volk mit dem Szenario einer vollen Katastrophe terrorisiert, die angeblich &uuml;ber das Land kommen wird, falls der Schuldendienst eingestellt und am Ende der Austritt aus der Eurozone vollzogen wird&ldquo;. <\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Eine Minderheit von fast 40 Prozent stimmte bereits Ende Mai  f&uuml;r den &bdquo;Bruch&ldquo; (riksi) mit den Verhandlungspartnern. Und das nach einem Zwischenbericht von Alexis Tsipras &uuml;ber den &bdquo;Br&uuml;sseler Prozess&ldquo;, in dem er danach noch weitere schmerzhafte Zugest&auml;ndnisse, also &bdquo;R&uuml;ckzieher&ldquo; in den Augen der linken Kritiker machen musste. Das hei&szlig;t: der linke Parteifl&uuml;gel orientiert sich nach wie vor an einem politischen Programm, das die Syriza-F&uuml;hrung vor den Wahlen von 2015 bewusst &uuml;ber Bord geworfen hatte &ndash; und mit dem die Partei am 25. Januar 2015 kaum &uuml;ber 15 Prozent der W&auml;hlerstimmen gekommen w&auml;re. Eine volle und solidarische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r eine Regierung, die sich in einem &uuml;beraus schwierigen Verhandlungsstadium befindet, sieht anders aus. <\/p>\n<p>Noch schwieriger f&uuml;r Tsipras ist der Umstand, dass der linke Parteifl&uuml;gel selbst innerhalb der eigenen Regierung opponiert, vertreten durch den Umwelt-  und Energieminister Lafazanis. Der ist zugleich formelles Oberhaupt der Linken Plattform und er hat vor den Wahlen ganz offen erkl&auml;rt, dass Griechenland aus der Eurozone austreten solle. Auch als Minister sah er &bdquo;eine Vielfalt von Alternativen&ldquo; jenseits der EU, die er allerdings nie konkretisieren konnte. Die einzige reale &bdquo;alternative&ldquo; Finanzquelle, auf die Lafazanis seine Hoffnung setzte, hat sich bereits als Seifenblase erwiesen: Russische Kredite sind nicht im Angebot, das musste der Minister in Moskau erfahren. Dort machte man ihm klar, dass Griechenland zwar ein interessanter Partner f&uuml;r Pipeline-Projekte sei, seine Finanzprobleme aber besser innerhalb der Eurozone l&ouml;sen solle.<\/p>\n<p>Aktuell muss sich der linke Fl&uuml;gel auf die Klage beschr&auml;nken, dass die Regierung keinen &bdquo;Plan B&ldquo; f&uuml;r eine Zukunft jenseits der Eurozone entwickelt hat. Das ist zwar richtig, aber an die falsche Adresse gerichtet. Denn einen Plan B h&auml;tte sie selber vorschlagen k&ouml;nnen, wenn es denn die Voraussetzungen daf&uuml;r g&auml;be.  Das ist nicht der Fall, wie Lafazanis inzwischen selbst einr&auml;umen muss, indem er im Hinblick auf die Gl&auml;ubiger-Troika klagt, dass sie das griechische Volk durch &bdquo;das Vorenthalten von Krediten&ldquo; erpressen wolle.<\/p>\n<p>Einen Plan B hat auch der qualifizierteste &Ouml;konom der linken Plattform nicht. Kostas Lapavitsas Konzept, wie der von ihm bef&uuml;rwortete Grexit zu bew&auml;ltigen w&auml;re, beruht auf abenteuerlich naiven Annahmen (siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26458\">dazu sein Interview mit der BILD-Zeitung, NDS vom 18. Juni 2915<\/a>). Die vier S&auml;ulen dieses Konzept sind: Einstellung des Schuldendienstes, Nationalisierung der Banken, Austritt aus dem Euro und Ende der  Sparpolitik. Ins real&ouml;konomische &uuml;bersetzt hei&szlig;t das: kein Zugang zu neuen Finanzmitteln jenseits neu gedruckter Drachmen; sowie &Uuml;bernahme weiterer Schulden , weil die nationalisierten Banken auf Verbindlichkeiten in Euro und auf Unmengen fauler Kredite sitzen. Wie man angesichts dessen und der Einf&uuml;hrung einer inflation&auml;ren Drachme die Sparpolitik  beenden will, bleibt das Geheimnis des &bdquo;linken &Ouml;konomen&ldquo; Lapavitsas.<\/p>\n<p>Eine offensive Auseinandersetzung mit dem linken Fl&uuml;gel seiner Partei hat Tsipras nie ins Auge gefasst, weil er sich immer als die gro&szlig;e Integrationsfigur sah und sicher sein konnte, mit seinem charismatischen Auftreten &ndash; und dem W&auml;hlervotum im R&uuml;cken &ndash; selbst noch die linken Splittergruppen innerhalb der Partei (wie die KOE) b&auml;ndigen zu k&ouml;nnen. Doch diese Rolle kann er als Ministerpr&auml;sident einer Regierung, die sich erkl&auml;rterma&szlig;en mit den Br&uuml;sseler Institutionen zusammenraufen wollte, nicht mehr durchhalten. Schon gar nicht, wenn die &bdquo;Partner&ldquo; so erdr&uuml;ckende Forderungen stellen wie in der letzten Verhandlungsphase (siehe Punkt 1). <\/p>\n<p>Damit stand Tsipras vor der Frage, ob er einen nicht nur &bdquo;ehrenvollen&ldquo;, sondern auch schmerzvollen Kompromiss im Rahmen der Br&uuml;sseler Gruppe im griechischen Parlament vorlegen kann, ohne den Verlust der &bdquo;eigenen Mehrheit&ldquo; zu riskieren. Das w&uuml;rde voraussetzen, dass  er bereit ist, den Verlust linker Syriza-Abgeordneter durch Stimmen anderer Parteien (Pasok, Potami) zu kompensieren. Dazu war und ist Tsipras nicht bereit. <\/p>\n<p>Ob er dem geschilderten Dilemma durch Ausrufung des Referendums entrinnen kann, ist allerdings sehr zweifelhaft. Seine neue Interpretation des Referendums, die er gestern Abend im Fernsehen dem Volk unterbreitet hat, ist wohl kaum geeignet, den linken Fl&uuml;gel seiner Partei einzubinden. Das Nein zum letzten Verhandlungsangebot von Br&uuml;ssel, erkl&auml;rte Tsipras, schaffe die Basis f&uuml;r eine bessere Verhandlungsposition in Br&uuml;ssel &ndash; wo der Kampf um einen ehrenvollen Kompromiss nach dem 5. Juli weitergehen soll. Das gest&auml;rkte und erneuerte demokratische Mandat der griechischen Regierung soll die andere Seite beeindrucken und zu mehr Konzessionen zwingen. Wieso das funktionieren soll angesichts von Verhandlungspartnern, die sich ebenfalls auf ihre W&auml;hler berufen werden, ist das gro&szlig;e Geheimnis des Alexis Tsipras?<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Was will Tsipras?<\/strong><\/p><p>In Athen wird jetzt viel ger&auml;tselt, was Tsipras tats&auml;chlich will. Glaubt er wirklich an den Effekt eines &uuml;berzeugenden Nein? Und wie weit kann er in der n&auml;chsten Verhandlungsrunde gehen, wenn es die nach einem &bdquo;Ochi&ldquo; tats&auml;chlich geben sollte? <\/p><p>Oder plant er wom&ouml;glich, mit der Schreckensvision des &bdquo;Grexit&ldquo;, die mit den verh&auml;ngten Bankkontrollen erstmals in den Alltag der Griechen einbricht, den linken Syriza-Fl&uuml;gel in die Schranken weisen zu k&ouml;nnen?<\/p><p>Die letztere Spekulation ist nicht so absurd, wie sie klingt. Denn wenn die Rechnung von Tsipras aufgeht, wenn also ein &bdquo;Ochi&ldquo; den Weg zu neuen Verhandlungen und einem gerade noch ehrenvollen Kompromiss er&ouml;ffnet, ragt am Horizont schon die n&auml;chste Felswand in die H&ouml;he. Noch schwieriger als der verpasste Kompromiss, der am heutigen 30. Juni auch offiziell begraben wurde, d&uuml;rfte ein Konsens in der n&auml;chsten Verhandlungsphase zu erreichen sein. Denn dann wird es um das &bdquo;dritte Rettungspaket&ldquo; gehen, ohne das Griechenland die n&auml;chsten Jahre nicht innerhalb der Eurozone bestehen kann.<\/p><p>Das dritte Memorandum ist der &bdquo;Elefant&ldquo; in jedem k&uuml;nftigen Verhandlungsraum, von dem niemand spricht. Die Regierung in Athen will davon offiziell ebenso wenig wissen wie die CDU-Fraktion im Bundestag. Und f&uuml;r die linke Syriza w&auml;re ein drittes Programm tats&auml;chlich die letzte &bdquo;rote Linie&ldquo;, die sie niemals &uuml;berschreiten w&uuml;rde. Sp&auml;testens dann, wenn eine Syriza-Regierung (vorausgesetzt sie &uuml;bersteht das Referendum) an diesen Punkt neuer Verhandlungen k&auml;me, w&uuml;rde nach der derzeitigen Stimmungslage die Spaltung der Partei auf der Tagesordnung stehen. <\/p><p>Dabei kann es in der Realit&auml;t nur darum gehen, wie dieses n&auml;chste Rettungspaket &ndash;die wirklich letzte Chance zur Verhinderung eines Grexit &ndash; zu gestalten w&auml;re. Erstens inhaltlich, in Bezug auf eine Schuldenentlastung und eine aktive Wirtschaftsbelebung, und zweitens formal, in Bezug auf faire und gleichberechtigte Verhandlungen ohne Ultimaten oder Erpressungsversuche. <\/p><p>Was die inhaltliche Gestaltung betrifft, so m&uuml;sste die griechische Seite endlich auch einen eigenen Beitrag zu einem ehrenvollen Kompromiss leisten, den bislang alle Athener Regierungen  &ndash; einschlie&szlig;lich der Regierung Tsipras &ndash; schuldig geblieben sind: jene substantiellen Reformen, die nicht von der Troika oder den Gl&auml;ubigern, sondern von der griechischen Realit&auml;t diktiert werden, weil sie einfach notwendig sind, damit Griechenland zu einem vollwertigen und gleichwertigen Mitglied der europ&auml;ischen Staatengemeinschaft werden kann. Bei seinem ersten Besuch in Berlin hat Finanzminister Varoufakis betont, dass 70 Prozent der auf dem Tisch liegenden Reformen im wohlverstandenen Interesse der Griechen sind.  Von solchen Reformen war in den letzten Monaten viel zu wenig die Rede, in Athen wie in Br&uuml;ssel. <\/p><p>An dieser Stelle will ich nicht er&ouml;rtern, welche taktischen und diplomatischen Fehler die Athener Regierung in den monatelangen Verhandlungen mit den Institutionen gemacht hat. Dazu wird man irgendwann noch viel erfahren, was wir heute nicht wissen. Aber was die Strategie der Verhandlungsf&uuml;hrung betrifft, so kann man Tsipras und seinen Kollegen auch bei wohlwollender Betrachtung einen Vorwurf nicht ersparen: Sie h&auml;tte in punkto wirklich notwendiger Reformen viel weiter gehen m&uuml;ssen. Und sie h&auml;tte damit ihre Verhandlungsposition nur verbessern k&ouml;nnen. Wenn sich die Regierung darauf konzentriert h&auml;tte, nach sp&auml;testens zwei Monaten alle jene &bdquo;unabdingbaren&ldquo; Reformen nicht nur anzuk&uuml;ndigen, sondern anzupacken, die von griechischer Seite seit 2010 versprochen, aber nicht geliefert wurden, h&auml;tte sie viel mehr erreicht als mit f&uuml;nf Monaten des Herumtaktierens und PR-Duellierens mit den Verhandlungspartnern. Man h&auml;tte erstens die L&auml;hmung der Realwirtschaft vermieden, die Griechenland Verhandlungsposition st&auml;rker untergraben hat als alle Griechenland-Feinde zusammengenommen. Man h&auml;tte zweitens der eigenen Bev&ouml;lkerung klargemacht, was ihr selbst als Beitrag zur &Uuml;berwindung der langj&auml;hrigen Krise abverlangt werden muss. Und sie h&auml;tte drittens in der europ&auml;ischen &Ouml;ffentlichkeit eine Wirkung erzielt, die es den Griechenland-Bashern und Grexit-Strategen in der Eurozone viel schwerer gemacht h&auml;tte, der Tsipras-Regierung das minimale Entgegenkommen zu verweigern, das deren pro-europ&auml;ische Politik gegen&uuml;ber der eigenen Bev&ouml;lkerung glaub- und vertrauensw&uuml;rdig machen w&uuml;rde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwar bleibt immer noch ein Funken Hoffnung, dass sich die Konfrontation zwischen der griechischen Regierung und den drei &bdquo;Institutionen&ldquo; noch in einen f&uuml;r alle Seiten gerade noch hinnehmbaren Kompromiss aufl&ouml;sen k&ouml;nnte, es spricht jedoch alles daf&uuml;r, dass der Weg zu dem Referendum am 5. Juli f&uuml;r die griechische Seite ein Akt der Verzweiflung war, den<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26609\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[139,22,11],"tags":[1045,1555,312,325,654,1230],"class_list":["post-26609","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-euro-und-eurokrise","category-europaische-union","category-strategien-der-meinungsmache","tag-grexit","tag-griechenland","tag-reformpolitik","tag-staatsschulden","tag-troika","tag-tsipras-alexis"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26609"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26609\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53051,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26609\/revisions\/53051"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}