{"id":26743,"date":"2015-07-10T15:18:02","date_gmt":"2015-07-10T13:18:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26743"},"modified":"2015-07-13T14:55:06","modified_gmt":"2015-07-13T12:55:06","slug":"nach-oben-buckeln-nach-unten-treten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26743","title":{"rendered":"Nach oben buckeln, nach unten treten."},"content":{"rendered":"<p>Es folgt ein Kommentar von <strong>Bernd Riexinger<\/strong>, Vorsitzender der Linkspartei. Das ist sozusagen der bittere Abschluss einer bittereren Woche f&uuml;r die Demokratie in Europa. Wenn Sigmar Gabriel oder sogar Angela Merkel ihre Gegenstimme bei uns erheben wollen, wir w&uuml;rden ihren Text auch einstellen. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Nach oben buckeln, nach unten treten.<br>\nWarum die schwarz-rote Bundesregierung kein Vertrauen verdient.<\/strong><\/p><p><strong>Die Kanzlerin spricht von zerst&ouml;rtem Vertrauen zu Griechenland, weil die Regierung ein Referendum &uuml;ber weitere K&uuml;rzungsma&szlig;nahmen abgehalten hat. Mit den USA verhandelt sie &uuml;ber geheime Vertr&auml;ge f&uuml;r ein Wirtschaftsabkommen, obwohl erneute Beweise f&uuml;r die massive Wirtschaftsspionage durch den US-amerikanischen Geheimdienst vorliegen.<br>\nDie Haltung der deutschen Bundesregierung ist an Scheinheiligkeit und Selbstsucht nicht zu &uuml;berbieten.<\/strong>  <\/p><p>von Bernd Riexinger<\/p><p>Vertrauen sei zerst&ouml;rt, die Br&uuml;cken eingerissen, eine Zusammenarbeit  nicht mehr m&ouml;glich &ndash; so blasen unisono  Angela Merkel, Sigmar Gabriel derzeit die Backen auf. Ihr Adressat: Die vor f&uuml;nf Monaten gew&auml;hlte griechische Regierung. Der Vertrauensbruch besteht in ihren Augen darin, die griechische Bev&ouml;lkerung zu befragen, ob diese weitere Rentenk&uuml;rzungen und Mehrwertsteuererh&ouml;hungen als Auflagen gegen weitere Kredite akzeptiere. Das ist redlich, wurde die Regierung doch Ende Januar mit gro&szlig;er Mehrheit gew&auml;hlt, um eben dieser K&uuml;rzungspolitik ein Ende zu setzen.  F&uuml;r diesen demokratischen Akt soll die griechische Regierung jetzt noch teurer bezahlen als seit Ausbruch der Schuldenkrise. Die Vertreter der Austerit&auml;tspolitik fragen sich, ob Griechenland &uuml;berhaupt  in der Lage sei, seine Schulden zur&uuml;ck zu zahlen. Die Antwort ist bekannt: Nein, Griechenland kann es nicht. Nicht nach sechs Jahren verfehlter Austerit&auml;tspolitik, die das Land immer tiefer in die Rezession getrieben hat. Nicht nach drastischen Lohn- und Rentenk&uuml;rzungen, die die Konjunktur zus&auml;tzlich schw&auml;chen. Nicht nach umfangreichen Privatisierungen, die das Land weiterer Einnahmequellen berauben.  <\/p><p>Das wissen Sigmar Gabriel und Angela Merkel sehr genau. Trotzdem verweigern sie sich rigoros der Realit&auml;t und halten an ihrer Kaputtspar-Doktrin fest.  So viel eklatante Geschichtsvergessenheit und ideologische Sturheit sind brandgef&auml;hrlich. <\/p><p>W&auml;hrend der verbale Krieg gegen die griechische Regierung weiter geht, Ultimaten gestellt und Drohungen ausgesprochen werden, brachten diese Woche Union, SPD und Liberale mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit  ihre Zustimmung zum geplanten Wirtschaftsabkommen TTIP mit den USA zum Ausdruck. Auf den ersten Blick haben die beiden Themen nichts miteinander zu tun. Zieht man jedoch die j&uuml;ngsten Enth&uuml;llungen im  Spionageskandal mit den USA hinzu, tun sich politische und psychologische Abgr&uuml;nde auf. <\/p><p>Obwohl bekannt wurde, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA nicht nur die jetzige Bundesregierung sondern auch die Regierungen Kohl und Schr&ouml;der sowie Unternehmen systematisch ausspioniert hat, h&auml;lt die Bundesregierung an dem umstrittenen Wirtschaftsabkommen mit den USA fest. Der Dauerverb&uuml;ndete, der gro&szlig;e Bruder Amiland, dem s&auml;mtliche deutschen Kanzler blindes Vertrauen entgegenbrachten begeht Landesverrat und Wirtschaftsspionage. Und was tut die Bundesregierung? Kein Wort von Vertrauensbruch. <\/p><p>Mit dem geplanten Wirtschaftsabkommen TTIP erhalten Konzerne im Konkurrenzkampf um die besten Absatzm&auml;rkte riesige Macht bis hin zu Sonderschiedsgerichten, um Deutschland und die anderen EU-Staaten auf milliardenhohen Schadenersatz zu verklagen, sollten diese durch &bdquo;hinderliche&ldquo; Ma&szlig;nahmen wie Sozial- oder Umweltstandards dem Wettbewerb im Wege stehen. Dass die Verhandlungen um eine &Ouml;ffnung des europ&auml;ischen Binnenmarktes f&uuml;r die US-Konzerne vor dem Hintergrund, dass die Gegenseite den Europ&auml;ern dank der gezielten Wirtschaftsspionage immer eine Nasenl&auml;nge voraus sind, scheint Union und SPD nicht im geringsten zu beunruhigen. <\/p><p>Die Kanzlerin sitzt den Skandal aus und behindert jegliche Aufkl&auml;rung. Vermutlich ahnt sie, wie zwecklos jede Form der Kritik w&auml;re und f&uuml;rchtet, beim &sbquo;gro&szlig;en Bruder&lsquo; in Ungnade zu fallen. Wer so wenig R&uuml;ckgrat und eigene &Uuml;berzeugung hat, der buckelt nach oben und tritt nach unten. Kein Wunder dass der politische Widerstand der griechischen Bev&ouml;lkerung in den Augen von Angela Merkel und Sigmar Gabriel wie ein kindischer Akt wirkt. Wer selber nicht f&uuml;r nichts einsteht und aufbegehrt, f&uuml;r den sind Begriffe wie Hoffnung und Wandel nur Worth&uuml;lsen f&uuml;r den Sprechzettel beim n&auml;chsten Staatsakt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt ein Kommentar von <strong>Bernd Riexinger<\/strong>, Vorsitzender der Linkspartei. Das ist sozusagen der bittere Abschluss einer bittereren Woche f&uuml;r die Demokratie in Europa. Wenn Sigmar Gabriel oder sogar Angela Merkel ihre Gegenstimme bei uns erheben wollen, wir w&uuml;rden ihren Text auch einstellen. 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