{"id":26765,"date":"2015-07-13T14:12:56","date_gmt":"2015-07-13T12:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26765"},"modified":"2015-07-13T16:00:43","modified_gmt":"2015-07-13T14:00:43","slug":"designierter-us-generalstabschef-haelt-russland-fuer-die-groesste-bedrohung-damit-ist-unserer-vorstellung-von-gemeinsamer-sicherheit-in-europa-der-boden-entzogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26765","title":{"rendered":"Designierter US-Generalstabschef h\u00e4lt Russland f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung. Damit ist unserer Vorstellung von gemeinsamer Sicherheit in Europa der Boden entzogen."},"content":{"rendered":"<p>Bei einer Anh&ouml;rung im US-Kongress hat Joseph Dunford vor Russland gewarnt. Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150711_Dunford_Russland_groesste_Bedrohung.pdf\">diese [PDF]<\/a> kleine Meldung in der S&uuml;ddeutschen Zeitung und weitere Meldungen in der Washington Times und anderen Medien. Siehe Anhang. Willy Wimmer hat dazu einen Beitrag unter dem Titel &bdquo;Yankee, stay home&ldquo; geschrieben. Siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150713_Wimmer_Yankee_stay_home.pdf\">hier [PDF]<\/a>. Willy Wimmer warnt davor, solche &Auml;u&szlig;erungen w&uuml;rden jene Kr&auml;fte in Moskau nach oben sp&uuml;len, die &auml;hnlich denken wie Dunford. Und daraus folgten t&ouml;dliche Gefahren. Der russische Au&szlig;enminister Lawrow warnt laut S&uuml;ddeutscher Zeitung vor der damit &bdquo;k&uuml;nstlich erzeugten Atmosph&auml;re der Feindseligkeit&ldquo;, die nichts mit der Wirklichkeit, den Pl&auml;nen und Handlungen Russlands zu tun habe. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Warum ist unsere Vorstellung von gemeinsamer Sicherheit in Europa hinf&auml;llig, wenn Personen wie Dunford das Sagen haben?<\/strong><\/p><p>Im Anschluss an die Entspannungs- und Vertragspolitik und den Aufbau der KSZE und dann der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) war es nicht illusion&auml;r, davon auszugehen, dass der Konflikt zwischen Ost und West beendet ist und dass auch Russland keine Bedrohung mehr darstellt. Abr&uuml;stung war das Ziel, nicht Aufr&uuml;stung. &Auml;u&szlig;erungen wie jene des designierten Generalstabschefs der USA weisen in eine andere Richtung. Vermutlich h&auml;lt dieser Milit&auml;r ganz und gar nichts von den Sicherheitsstrukturen Europas. Und er wird, wenn er im Amt ist, offensichtlich auf Politik mithilfe des Milit&auml;rs, also auf Militarisierung der Politik setzen.<\/p><p>Seine &Auml;u&szlig;erungen vor dem US-amerikanischen Kongress sind das Gegenteil dessen, was die Akteure der Entspannungspolitik &ndash; also Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und Gorbatschow f&uuml;r wichtige Voraussetzungen zum Gelingen dieser Politik der gemeinsamen Sicherheit hielten und halten: vertrauensbildende Ma&szlig;nahmen, Zur&uuml;ckhaltung bei &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen, keine Scharfmacherei stattdessen Kontakte, Kommunikation, Warenaustausch, Investitionen bei den Partnern.<\/p><p><strong>F&uuml;r wen spricht Joseph Dunford? Sind seine &Auml;u&szlig;erungen irrelevant?<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst einmal kann man festhalten, dass der US-Au&szlig;enminister sich quasi von Dunford distanziert hat. Reuters meldete am 10. Juli: <a href=\"http:\/\/www.reuters.com\/article\/2015\/07\/10\/us-usa-defense-dunford-state-idUSKCN0PK27120150710\">&bdquo;Kerry doesn&rsquo;t view Russia as existential threat: State Department&ldquo;<\/a>. Das kann der Versuch sein, den Schaden zu begrenzen, den die &Auml;u&szlig;erungen von Dunford unter anderem in Moskau anrichten k&ouml;nnen. Professor Normen Birnbaum wird auf meine Bitte hin in den n&auml;chsten Tagen seine Einsch&auml;tzung schicken, die wir dann in den NachDenkSeiten einstellen.<\/p><p>Unabh&auml;ngig davon ist einiges festzuhalten:<\/p><ul>\n<li>Eine solche &Auml;u&szlig;erung vor dem  Kongress hat Einfluss auf die &ouml;ffentliche Meinung und auf die politische Szene, und sie legt in einer gewissen Weise auch den amerikanischen Pr&auml;sidenten fest, es sei denn, er zieht die Nominierung Dunfords zum Generalstabschef zur&uuml;ck.<\/li>\n<li>Die &Auml;u&szlig;erungen liegen auf der Linie dessen, was wir an praktischer Politik von Seiten der USA erlebt haben.  Wir haben 1989 daran geglaubt, jetzt sei der West-Ost-Konflikt beendet und wir k&ouml;nnten Frieden mit Russland machen und abr&uuml;sten. Die USA haben jedoch schon beginnend mit den neunziger Jahren eine andere Politik betrieben. Unser Glaube an die weitere friedliche Entwicklung in Europa auf der einen Seite und die praktische Politik auf der anderen Seite liefen unbeeindruckt voneinander und gegenl&auml;ufig aneinander vorbei.\n<p>Willy Wimmer hat beim <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22136\">Pleisweiler Gespr&auml;ch im letzten Jahr<\/a> davon berichtet, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl voller Sorgen von Reisen in die USA zur&uuml;ck kam und in der CDU\/CSU-Fraktion davon berichtete.<\/p>\n<p>Willy Wimmer hat im Jahr 2000 dem damaligen Bundeskanzler Schr&ouml;der davon berichtet, dass auf einer vom State Department und dem American Enterprise Institute gemeinsam organisierten Konferenz in Bratislava offen die Pl&auml;ne f&uuml;r einen Kordon an der Westgrenze Russlands besprochen worden sind und von gemeinsamer Sicherheit in Europa keine Rede mehr war. Und der ein Jahr vorher stattfindende Jugoslawien Krieg ist auch ein Stellvertreterkrieg zur Eind&auml;mmung Russlands bzw. seiner Verbindungen in den Balkan gewesen. Und auch die Auseinandersetzungen in Syrien kann man so einordnen.<\/p><\/li>\n<\/ul><p>Dies alles spricht daf&uuml;r, dass die &Auml;u&szlig;erungen des designierten Generalstabschefs die Stimmung in den USA und die praktische Politik der USA in der Welt recht gut wiedergeben. Dies gilt, obwohl wir den &Auml;u&szlig;erungen des Au&szlig;enministers Kerry sehr viel lieber glauben w&uuml;rden.<\/p><p><strong>Anhang mit einigen Quellen zu den &Auml;u&szlig;erungen von Joseph Dunford:<\/strong><\/p><p><strong>Washington Times:<\/strong><br>\n<strong>US-General warnt: Putin ist gef&auml;hrlicher als der Islamische Staat<\/strong>&nbsp;<br>\n<strong>Quotations<\/strong><br>\n&ldquo;I believe we&rsquo;re at the razor&rsquo;s edge,&rdquo; he said. &ldquo;Out readiness level is at the point right now where if we were to go below this level, we would have to adjust the ends of our strategy.&rdquo;<br>\n&ldquo;I can assure you if I&rsquo;m confirmed I&rsquo;ll provide advice to the president that will allow us to meet our current end state goal and that&rsquo;ll be based on conditions on the ground,&rdquo; he said.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.washingtontimes.com\/news\/2015\/jul\/9\/dunford-russia-greatest-threat-national-security\/\">Washington Times: Joseph Dunford: Russia &lsquo;greatest threat to our national security&rsquo;<\/a><br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Focus:<br>\n&ldquo;Gr&ouml;&szlig;te Bedrohung&rdquo;<br>\nUS-General warnt: Putin ist gef&auml;hrlicher als der Islamische Staat<\/strong><br>\nFreitag, 10.07.2015, 09:57<br>\nUS-General Joseph Dunford hat die gr&ouml;&szlig;ten Bedrohungen f&uuml;r die USA benannt. F&uuml;r gef&auml;hrlicher als die Terrormiliz &ldquo;Islamischer Staat&rdquo; h&auml;lt er die Atommacht Russland. Auch China und Nordkorea k&ouml;nnten den Vereinigten Staaten gef&auml;hrlich werden.<br>\nRussland und China sind nach Ansicht eines US-Generals eine noch gr&ouml;&szlig;ere Bedrohung f&uuml;r die USA als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). &rdquo; Russland stellt die gr&ouml;&szlig;te Bedrohung f&uuml;r unsere nationale Sicherheit dar&rdquo;, sagte der designierte Generalstabschef Joseph Dunford am Donnerstag bei einer Anh&ouml;rung im Kongress.<br>\nDie Atommacht k&ouml;nne die Souver&auml;nit&auml;t von US-Verb&uuml;ndeten verletzen und sei eine &ldquo;existenzielle Bedrohung f&uuml;r die Vereinigten Staaten&rdquo;. Das Verhalten Moskaus sei &ldquo;nichts weniger als alarmierend&rdquo;.<br>\nDunford: China und Nordkorea sind Bedrohungen<br>\nAn zweiter Stelle folge China wegen dessen milit&auml;rischer F&auml;higkeiten und seiner Pr&auml;senz im Pazifik. Grund sei aber auch der dortige Interessenkonflikt mit den USA. &ldquo;Es hei&szlig;t nicht, dass wir China als Feind betrachten.&rdquo; Die drittgr&ouml;&szlig;te Bedrohung sei Nordkorea, weil dessen Raketen auch das amerikanische Festland treffen k&ouml;nnten.&nbsp;<br>\nDer Marinekorps-General, den Pr&auml;sident Barack Obama als Nachfolger von Stabschef Martin Dempsey nominiert hat, sprach sich auch f&uuml;r die Lieferung von Waffen an die Ukraine aus. Es sei angemessen, das Land etwa mit Panzerabwehrraketen auszustatten. &ldquo;Ohne diese Art der Unterst&uuml;tzung werden sie nicht in der Lage sein, sich gegen russische Aggression zu verteidigen&rdquo;, sagte Dunford.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/islamischer-staat\/us-general-warnt-russland-und-china-schlimmer-als-die-is-terrormiliz_id_4807638.html\">Focus<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer Anh&ouml;rung im US-Kongress hat Joseph Dunford vor Russland gewarnt. Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150711_Dunford_Russland_groesste_Bedrohung.pdf\">diese [PDF]<\/a> kleine Meldung in der S&uuml;ddeutschen Zeitung und weitere Meldungen in der Washington Times und anderen Medien. Siehe Anhang. Willy Wimmer hat dazu einen Beitrag unter dem Titel &bdquo;Yankee, stay home&ldquo; geschrieben. Siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150713_Wimmer_Yankee_stay_home.pdf\">hier [PDF]<\/a>. 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