{"id":26831,"date":"2015-07-17T09:08:24","date_gmt":"2015-07-17T07:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831"},"modified":"2015-07-17T09:30:07","modified_gmt":"2015-07-17T07:30:07","slug":"hinweise-des-tages-2418","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/WL\/AT\/AM)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h01\">&bdquo;Die deutsche Frage ist zur&uuml;ck&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h02\">Diskussion um Grexit und Soli<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h03\">Warum Griechenland keine Chance hatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h04\">Wie Deutschland an Europas Krisen verdient<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h05\">Zwischen Goldstandard und EZB: Wem geh&ouml;rt der Euro?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h06\">Warum Wissenschaftler manchmal Aktivisten sein m&uuml;ssen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h07\">Pfandbriefbank geht an die B&ouml;rse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h08\">China am&nbsp;Scheideweg?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h09\">Freihandelsabkommen TTIP: Gr&uuml;ne Einheitsfront br&ouml;ckelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h10\">Fl&uuml;chtlinge: Hass und Hilfsbereitschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h11\">PR-Desaster f&uuml;r Team Merkel: von Guardian bis Titanic &ndash; die Reaktionen auf #MerkelStreichelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h12\">ZDF-Bunkerjournal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h13\">Kritische Berichte zum Referendum: Griechische Beh&ouml;rden gehen gegen Journalisten vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h14\">Gro&szlig;britannien: Konservative wollen Streikrecht einschr&auml;nken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h15\">Bulldozer Renzi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h16\">Obama besuchte als erster amtierender US-Pr&auml;sident Bundesgef&auml;ngnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831#h17\">Zu guter Letzt: &ldquo;Macht Merkel einen guten Job, oder soll dieses s&uuml;&szlig;e K&auml;tzchen sterben?&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26831&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&bdquo;Die deutsche Frage ist zur&uuml;ck&ldquo;<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Vertrauenskrise: Trau, schau, wem!<\/strong><br>\nSchon im ersten Satz der Gipfelerkl&auml;rung vom vergangenen Wochenende steht das Wort &ldquo;Vertrauen&rdquo;. Es ist da von Griechenland die Rede. Aber Griechenland ist der falsche Adressat. Wichtiger w&auml;re es gewesen, sich an Deutschland zu wenden. Das gr&ouml;&szlig;te und st&auml;rkste Land der Europ&auml;ischen Union hat in dieser Krise viel Vertrauen verspielt. Der scheinbare Erfolg Angela Merkels verschleiert nur: Seit jener langen Nacht von Br&uuml;ssel ist Deutschland wieder zum Problem geworden in Europa. [&hellip;]<br>\nMit be&auml;ngstigender Gleichg&uuml;ltigkeit gehen Medien und Politik in Deutschland dar&uuml;ber hinweg. Aber es ist eben nicht nur eine weitere Verbalinjurie des brausek&ouml;pfigen fr&uuml;heren Finanzministers, wenn Yanis Varoufakis sagt, die Vereinbarung von Br&uuml;ssel sei das &ldquo;Versailles unsere Tage&rdquo;. Und es ist eben nicht nur angels&auml;chische Kenntnislosigkeit europ&auml;ischer Verh&auml;ltnisse, wenn der englische &ldquo;Telegraph&rdquo; schreibt: &ldquo;Griechenland wird behandelt wie ein besetzter Feindstaat.&rdquo; Oder wenn der &ldquo;Guardian&rdquo; entsetzt feststellt: &ldquo;Die Euro-Familie wurde als Klub der Schuldenhaie entlarvt, dem die Demokratie gleichg&uuml;ltig ist.&rdquo; Oder wenn Roger Cohen, Kolumnist der &ldquo;New York Times&rdquo;, kurz zusammenfasst: &ldquo;Die deutsche Frage ist zur&uuml;ck.&rdquo; [&hellip;]<br>\nDas Dogma will: Die Griechen m&uuml;ssen sparen, erst dann kann es ihnen besser gehen. Tats&auml;chlich spricht aber viel daf&uuml;r, dass es den Griechen heute schlechter geht als zu Beginn der Krise, nicht weil sie diesen Rat in den Wind geschlagen haben, sondern weil sie ihm gefolgt sind.<br>\nZur Zeitenwende des Mauerfalls im Jahr 1989 prophezeite der Historiker Gordon Craig: &ldquo;Schlie&szlig;lich wird ein Staat, der die gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsmacht in Europa ist, fr&uuml;her oder sp&auml;ter neue politische Ideen entwickeln. Das k&ouml;nnen gute Ideen sein, das k&ouml;nnen aber auch schlechte, gef&auml;hrliche Ideen f&uuml;r Deutschlands Nachbarn sein.&rdquo; Craig behielt Recht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jakob-augstein-ueber-das-vertrauen-in-der-euro-krise-a-1043987.html#ref=nl-thema-22845-spon_augstein\">Jakob Augstein auf Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Gregor Gysi: &raquo;Wir brauchen ein europ&auml;isches Deutschland, kein deutsches Europa&laquo;<\/strong><br>\n&bdquo;Ich glaube, dass morgen eine wichtige Debatte im Bundestag stattfindet&ldquo;, sagte Gregor Gysi am Donnerstag im Pressestatement vor der Fraktionssitzung. Dabei gehe es gar nicht nur um Griechenland, sondern um Europa und &bdquo;unser Land&ldquo;. Finanzminister Sch&auml;uble (CDU) attackierte er scharf. Was Sch&auml;uble bei den Verhandlungen mit Griechenland betrieben habe, sei anti-sozial, anti-demokratisch und anti-europ&auml;isch. Dem Ansehen Deutschlands in Europa und der Welt sei dadurch schwer geschadet worden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PkbTUZLwI3s&amp;list=PLBA541186C918AB4A&amp;index=1\">Fraktion die LINKE auf YouTube<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> Gysi stellte in seinem Statement wie Augstein auch auf die internationale Kritik an Deutschland ab und sagte: &bdquo;In unseren Zeitungen geht es um Griechenland. Schauen sie sich die europ&auml;ischen Zeitungen an. Es geht nicht um Griechenland, es geht nur um Deutschland.&ldquo; Auf die Nachfrage eines Journalisten, dass es ja auch andere, die deutsche Haltung unterst&uuml;tzende Pressestimmen aus Spanien und den baltischen Staaten gebe, antwortete Gysi, dass diese Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Sch&auml;ubles Kurs verst&auml;ndlich sei, da diese L&auml;nder bereits erpresst wurden. Wenn die griechische Regierung erfolgreich gewesen w&auml;re, w&auml;ren diese Regierungen die Schwachen gewesen und h&auml;tten ihren V&ouml;lkern erkl&auml;ren m&uuml;ssen, warum sie nicht das gleiche erreicht haben. &bdquo;So verhalten sich Erpresste. Das wei&szlig; ich als Anwalt&ldquo;, so Gysi.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Merkel &lsquo;gambling away&rsquo; Germany&rsquo;s reputation over Greece, says Habermas<\/strong><br>\nSpeaking about the bailout deal for the first time since it was presented on Monday, the philosopher and sociologist said the German chancellor had effectively carried out &ldquo;an act of punishment&rdquo; against the leftwing government of Alexis Tsipras&hellip;<br>\n&ldquo;I fear that the German government, including its social democratic faction, have gambled away in one night all the political capital that a better Germany had accumulated in half a century,&rdquo; he told the Guardian. Previous German governments, he said, had displayed &ldquo;greater political sensitivity and a post-national mentality&rdquo;&hellip;<br>\nGermany had &ldquo;unashamedly revealed itself as Europe&rsquo;s chief disciplinarian and for the first time openly made a claim for German hegemony in Europe.&rdquo;<br>\nThe outcome of the negotiations between Greece and the other eurozone member states, he said, did &ldquo;not make sense in economic terms because of the toxic mixture of necessary structural reforms of state and economy with further neoliberal impositions that will completely discourage an exhausted Greek population and kill any impetus to growth.&rdquo;<br>\nHabermas added: &ldquo;Forcing the Greek government to agree to an economically questionable, predominantly symbolic privatisation fund cannot be understood as anything other an act of punishment against a leftwing government.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/business\/2015\/jul\/16\/merkel-gambling-away-germanys-reputation-over-greece-says-habermas\">the guardian<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Das war rohe Machtpolitik&rdquo;<\/strong><br>\nDie Macht der Schulden bekommt derzeit vor allem Griechenland zu sp&uuml;ren. Das Hauptproblem dabei: Profitinteressen treffen auf Interessen des Gemeinwohls, meint der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl. Bei den nun beschlossenen Reformma&szlig;nahmen gehe es nicht mehr um &Ouml;konomie, sondern um &ldquo;rohe Machtpolitik&rdquo; &ndash; und um die Probe eines Staatsstreichs.<br>\nIm ersten Teil des science.ORF.at-Interviews beschreibt Vogl den historischen Einfluss der Finanzwelt auf scheinbar souver&auml;ne Staaten beschrieben. Im zweiten Teil skizziert er, wie sich das aktuell auf Griechenland auswirkt und wo m&ouml;gliche Auswege aus der gesellschaftlichen Krise liegen.<br>\nQuelle Teil 1: <a href=\"http:\/\/science.orf.at\/stories\/1760172\/\">ORF<\/a><br>\nQuelle Teil 2: <a href=\"http:\/\/science.orf.at\/stories\/1760173\/\">ORF<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Diskussion um Grexit und Soli<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Griechen-Soli schreckt Koalition auf<\/strong><br>\nTop-&Ouml;konom Fuest ist &uuml;berzeugt, dass Deutschland seinen Anteil an der Griechenland-Rettung nur &uuml;ber Steuererh&ouml;hungen finanzieren kann. Die Gro&szlig;e Koalition schlie&szlig;t das aus. Doch Fuest hat einen prominenten F&uuml;rsprecher&hellip;.<br>\nFuest hatte seinen Vorschlag in einem Gastbeitrag f&uuml;r die &bdquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&ldquo; damit begr&uuml;ndet, dass Ehrlichkeit gegen&uuml;ber den W&auml;hlern und das Gebot der Generationengerechtigkeit es erforderten, zur Finanzierung des Griechenland-Programms die Steuern in Deutschland zu erh&ouml;hen oder Ausgabenk&uuml;rzungen zu verabschieden&hellip;<br>\nUnterst&uuml;tzung bekommt er vom Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, &bdquo;weil es die Debatte &uuml;ber die Kosten einer Rettung Griechenlands ehrlicher macht&ldquo;. Im Handelsblatt-Interview sagt Sinn:\n<blockquote><p>&bdquo;Die Kredite an Athen wandeln sich durch die Laufzeitverl&auml;ngerungen, Zinsnachl&auml;sse und Umschuldungsaktionen allm&auml;hlich aber sicher in reine Transfers. Man macht sich etwas vor, wenn man denkt, das Geld k&auml;me jemals zur&uuml;ck.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/my\/politik\/international\/hans-werner-sinn-eine-rettung-mit-geldgeschenken-funktioniert-nicht\/12067090.html?ticket=ST-1303606-ehBmXMJxd36apMUgUlMF-s02lcgiacc01.vhb.de\">Handelsblatt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Treffend dazu die ironische <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kolumnen\/was-vom-tage-bleibt\/was-vom-tage-bleibt-draghi-und-merkel-zeigen-gefuehle\/12069200.html\">Anmerkung von Martin Dowideit<\/a>, Deskchef Finanzen des Handelsblatts:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Der k&uuml;nftige Chef des M&uuml;nchener ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat vorgeschlagen, den Solidarit&auml;tsbeitrag &ndash; einst zur Finanzierung der Wiedervereinigung geschaffen &ndash; von 5,5 Prozent auf acht Prozent zu erh&ouml;hen. So k&ouml;nnten die Kosten der Griechenland-Rettung den deutschen B&uuml;rgern deutlich gemacht werden. Was noch sch&ouml;ner w&auml;re? Wenn die seit Beginn von Finanz- und Euro-Krise beim Bund verbuchten Zinsersparnisse von 100 Milliarden Euro zur Senkung des Soli auf null Prozent verwendet w&uuml;rden.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Tempor&auml;rer Grexit &ldquo;absolut l&auml;cherlich&rdquo;<\/strong><br>\nDobovisek: Griechenland will keinen Grexit, will den Euro behalten, auch das Mantra der meisten Spitzenpolitiker hierzulande. Nun gibt Wolfgang Sch&auml;uble aber zu bedenken: Ein weiterer Schuldenschnitt sei ohne Grexit gar nicht vorstellbar. Reicht Ihre Vorstellungskraft da weiter?<br>\nFlassbeck: Na ja, Grexit, das wird immer so leicht dahingesagt, es geht auch nicht um den Willen von irgendjemand zum Grexit, sondern Grexit ist eine unglaublich risikoreiche, komplizierte Operation, bei der das ganze Land in Chaos versinken kann, wo man tats&auml;chlich zum &ldquo;Failed State&rdquo; werden kann, wenn Panik ausbricht und die Leute versuchen, ihre Bankkonten zu retten. Also, man muss das lange vorbereiten, man muss die Bev&ouml;lkerung darauf vorbereiten, alles das ist ja &uuml;berhaupt nicht passiert. Insofern kann man nicht einfach leichtfertig vom Grexit reden.<br>\nUnd dann der Herr Sch&auml;uble mit seiner seltsamen Idee, tempor&auml;r auszusteigen. Ich meine, ein Land, das selbst alles auf sich nimmt, diese unglaubliche Operation auf sich nimmt, dem dann zu sagen, ach, in f&uuml;nf Jahren kommt ihr wieder, da machen wir so weiter wie vorher, das ist absolut l&auml;cherlich, ich wei&szlig; gar nicht, was das soll. Und man h&auml;tte Griechenland ja die Schulden schieben k&ouml;nnen. Man muss sie ja nicht streichen. Wenn er sie nicht streichen will, kann man die Schulden schieben, umstrukturieren.<br>\n[&hellip;]<br>\nDobovisek: Klingt nach einem Ruf nach mehr Solidarit&auml;t, den wir noch ein bisschen weiten k&ouml;nnten. Ihr &Ouml;konomenkollege Clemens Fuest schl&auml;gt eine Erh&ouml;hung des Solidarit&auml;tszuschlags vor, von 5,5 Prozent auf acht, und zwar, um Griechenland zu unterst&uuml;tzen. Nicht gerade popul&auml;r, aber vielleicht doch ehrlicher?<br>\nFlassbeck: Nein, was hei&szlig;t ehrlicher. Es ist ja keine L&ouml;sung. Herr Fuest tut so, als m&uuml;ssten wir jetzt damit rechnen, dass es eine sklavische Abh&auml;ngigkeit gibt, so wie Ost- und Westdeutschland, dieser L&auml;nder von Deutschland f&uuml;r immer. Nur weil er nicht dar&uuml;ber reden will, wor&uuml;ber ich gerade rede, n&auml;mlich &uuml;ber die &Auml;nderung des Wirtschaftsmodells Deutschlands. Er will nicht dar&uuml;ber reden. Er sagt, Deutschland muss &Uuml;bersch&uuml;sse behalten f&uuml;r die n&auml;chsten 100 Jahre und die anderen m&uuml;ssen Schulden machen f&uuml;r die n&auml;chsten 100 Jahre, und damit das ein bisschen ertr&auml;glicher wird, geben wir ihnen ein bisschen von unserem Steuergeld. Das ist eine vollkommen falsche Idee. Und &uuml;bertragen Sie diese Idee mal auf Frankreich und Deutschland, da werden Sie sehen, dass es v&ouml;llig l&auml;cherlich ist. Ich bin jetzt gerade hier in Frankreich, lebe in Frankreich. Und wenn man Frankreich vorschreiben w&uuml;rde, es solle jetzt Transferempf&auml;nger von Deutschland werden und damit auch von Deutschland regiert werden, dann werden Sie erleben, was passiert, n&auml;mlich es werden rechtsradikale Parteien gew&auml;hlt und der Euro ist am Ende. Der wird sowieso unter diesen Bedingungen bald am Ende sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/griechenland-krise-temporaerer-grexit-absolut-laecherlich.694.de.html?dram:article_id=325627\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Wieso ein Schuldenschnitt im Euro illegal ist und er aber doch erlaubt sein k&ouml;nnte<\/strong><br>\nF&uuml;r viele &Ouml;konomen ist ein Haircut f&uuml;r Griechenland die Voraussetzung f&uuml;r eine Besserung der Lage. Am Dienstag hat der W&auml;hrungsfonds &Ouml;l ins Feuer gegossen. Aufgrund des gewachsenen Finanzierungslochs werde die Verschuldung Athens auf 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anspringen. Damit sei das Land von der sogenannten Tragf&auml;higkeit der Schulden weit entfernt, urteilte der IWF sinngem&auml;&szlig;. Ein Schuldenschnitt muss her.<br>\nEurozone-Granden, allen voran Deutschlands Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble, halten dem entgegen, dass ein Haircut allein schon rechtlich nicht zul&auml;ssig sei. Daher sprach sich Berlin am Wochenende f&uuml;r ein f&uuml;nfj&auml;hriges &ldquo;Time-out&rdquo; Griechenlands von der W&auml;hrungsunion aus, um die Verbindlichkeiten zu restrukturieren. Anders gesagt: Bei einem Grexit k&ouml;nnte mit Athen sehr wohl ein Schuldenerlass vereinbart werden. Dass dies innerhalb der Eurozone nicht m&ouml;glich sei, wird mit dem Passus im EU-Vertrag begr&uuml;ndet, dem zufolge weder die Union noch die Mitgliedsstaaten f&uuml;r einen anderen EU-Staat haften oder f&uuml;r dessen Schulden eintreten (Art. 125 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der EU; AEUV).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000019201594\/Rechtsstreit-ueber-Schuldenschnitt-fuer-Athen\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Schuldenrestrukturierung setzt keinen Grexit voraus!<\/strong><br>\nWas aus juristischer Sicht weit schwerer wiegt ist die Behauptung, Griechenland k&ouml;nne wegen Art. 125 AEUV nur au&szlig;erhalb der Eurozone seine Schulden gegen&uuml;ber anderen Euro-Staaten und EFSF bzw. ESM restrukturieren. Man muss sich die Logik dieses Arguments auf der Zunge zergehen lassen: Das BMF ist der Ansicht, der rechtliche Rahmen der Eurozone zwinge ein Land erst einmal dazu, die Eurozone zu verlassen, um ihr dann wieder beizutreten. Als ob die W&auml;hrungsunion nicht nach Art. 3 Abs. 4 EUV klar als Ziel der Union definiert worden w&auml;re und die Nichtmitgliedschaft im Euro in Art. 139 AEUV als rechtfertigungsbed&uuml;rftige Ausnahme. So wird die Ausnahme zur Regel, die Finalit&auml;t der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion auf den Kopf gestellt, um die scheinbar l&auml;stige Regel des Art. 125 AEUV zu umgehen. Ein Taschenspielertrick?<br>\nGanz abgesehen von den rechtlichen Schwierigkeiten, die ein Grexit aufwirft, ist dieses Raus und Rein nach der Rechtsprechung des EuGH gar nicht erforderlich. Vielmehr kann Griechenland unter bestimmten Voraussetzungen seine Schulden auch gegen&uuml;ber offiziellen Gl&auml;ubigern innerhalb der Eurozone restrukturieren. In der Rechtssache Pringle hat der EuGH sich f&uuml;r eine teleologische Auslegung von Art. 125 AEUV entschieden. Danach d&uuml;rfen die Union und die Mitgliedstaaten einem Mitglied der Eurozone sehr wohl finanzielle Unterst&uuml;tzung leisten, sofern dies im Rahmen einer auf Stabilit&auml;t gerichteten Haushaltspolitik erfolgt. Sprich, das Empf&auml;ngerland muss immer noch gen&uuml;gend Anreize haben, seine Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Art. 125 AEUV sperrt sich nicht dagegen, dass die anderen Mitgliedstaaten ihm dabei helfen, ob direkt oder &uuml;ber EFSF und ESM.<br>\nIm Urteil zur OMT-Politik der EZB hat der EuGH sogar die M&ouml;glichkeit in Betracht gezogen, dass die EZB infolge des Erwerbs griechischer und anderer Staatsanleihen Verluste erleiden k&ouml;nne, n&auml;mlich wenn die entsprechenden Forderungen im Fall einer Staatsinsolvenz nicht oder nur teilweise eingetrieben werden k&ouml;nnen. Wenn dies mit den f&uuml;r die EZB geltenden, dem EuGH zufolge gegen&uuml;ber Art. 125 AEUV strengeren Voraussetzungen von Art. 123 AEUV vereinbar ist, dann d&uuml;rfte eine aus dringenden Gr&uuml;nden erforderliche, auf Wiedererlangung der Haushaltsstabilit&auml;t angelegte Restrukturierung der von anderen Mitgliedstaaten, EFSF und ESM gehaltenen griechischen Staatsschulden nicht gegen Art. 125 AEUV versto&szlig;en. Aufgrund der teleologischen Herangehensweise sollte selbst dann gelten, wenn die Restrukturierung einen &bdquo;Haircut&ldquo;, also eine Reduktion des Nominalwerts der Forderungen miteinschlie&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verfassungsblog.de\/eine-schuldenrestrukturierung-setzt-keinen-grexit-voraus\/#.VagaDreWbSw\">Matthias Goldmann, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut f&uuml;r ausl&auml;ndisches &ouml;ffentliches Recht und V&ouml;lkerrecht im Verfassungsblog<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung S.P.:<\/strong> Wie Herr Dr. Sch&auml;uble das Publikum veralberte und sich selbst der L&auml;cherlichkeit preisgab:<br>\n&ldquo;Wer die europ&auml;ischen Vertr&auml;ge kennt, wei&szlig;, dass ein Schuldenschnitt unter das bail-out Verbot f&auml;llt&rdquo;,  lautet das Credo des Bundesfinanzministers und seine letzte Zuflucht, wenn es darum geht, Schuldenerleichterungen f&uuml;r Griechenland zu verhindern.  Da die Satzung der W&auml;hrungsunion einen Schuldenschnitt verbiete, m&uuml;sse Griechenland den Euro verlassen, damit ihm ein Schuldenschnitt gew&auml;hrt werden kann. Sch&auml;ubles Kalk&uuml;l: Wer gegen den Grexit ist, muss gegen den Schuldenschnitt sein.<br>\nSchaut man sich die einschl&auml;gige Bestimmung in Art. 125 des Vertrags von Lissabon an, ist dort von einem Verbot eines Schuldenerlasses allerdings nicht die Rede. Geregelt ist dort, dass kein Staat f&uuml;r den Haushalt eines anderen haftet oder f&uuml;r dessen Verbindlichkeiten eintritt. Gemeint sind Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber Dritten, nicht aber Verbindlichkeiten der Staaten untereinander. Zitat gef&auml;llig ?<br>\nSch&auml;uble zu den Krediten an Griechenland:<br>\nEin Versto&szlig; gegen die Bail-Out-Klausel? Nicht in den Augen von Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU): &ldquo;Es geht ja nicht um eine Haftung, sondern es geht um eine freiwillige Beistandsleistung. Sie haften ja auch nicht f&uuml;r meine Schulden. Sie k&ouml;nnten mir ja auch unter Bedingungen einen Kredit gew&auml;hren. Ich glaube nicht, dass das ein Versto&szlig; gegen das Bail-Out-Verbot ist. Ich bin sicher, wir sind auf einer einwandfreien, rechtlichen Grundlage.&rdquo;<br>\nHalten wir also fest: Nach Herrn Dr. Sch&auml;uble stellt die Gew&auml;hrung zwischenstaatlicher Kredite innerhalb der W&auml;hrungsunion keine Verbindlichkeit nach Art.125 dar, die Streichung dieser Kredite aber einen Versto&szlig; gegen das dort geregelte bail-out Verbot f&uuml;r Verbindlichkeiten, zu denen die Kredite gerade nicht geh&ouml;ren.<br>\nGeht&rsquo;s eigentlich noch d&uuml;mmer?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Blanker Druck<\/strong><br>\nMit der erneuten Drohung mit einem &ldquo;Grexit auf Zeit&rdquo; h&auml;lt Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble den Druck auf Griechenland aufrecht. Ein Schuldenschnitt f&uuml;r das Land sei nur au&szlig;erhalb der Eurozone m&ouml;glich, behauptete Sch&auml;uble am gestrigen Donnerstag zum wiederholten Mal. Damit stellt sich der Minister weiterhin gegen mehrere EU-Amtskollegen, den IWF sowie US-Finanzminister Jacob Lew, der gestern pers&ouml;nlich bei Sch&auml;uble intervenierte. W&auml;hrend der Bundestag am heutigen Freitag dem sogenannten neuen Hilfspaket f&uuml;r Griechenland zustimmen und damit die deutschen Spardiktate fortschreiben wird, berichten Hilfsorganisationen von deren katastrophalen Folgen. Demnach sterben Kinder in griechischen Krankenh&auml;usern, weil nicht mehr gen&uuml;gend Infusionsnadeln beschafft werden k&ouml;nnen; in griechischen Kinderheimen seien Grundnahrungsmittel mittlerweile &ldquo;Mangelware&rdquo;. Mitte dieser Woche sind in Athen erstmals wieder Massenproteste laut geworden. Mit weiteren Streiks und Demonstrationen wird gerechnet. Gleichzeitig konstatieren Beobachter, dass es den alten Eliten des Landes nicht mehr gelingt, mit Hilfe der Medien auf die Stimmung in der Bev&ouml;lkerung wirksam Einfluss zu nehmen. Die ideologische Kontrolle schwindet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59162\">German-Foreign-Policy<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Warum Griechenland keine Chance hatte<\/strong><br>\nEx-Finanzminister Giannis Varoufakis schilderte die Griechenlandverhandlungen so: &laquo;Du bringst ein &ouml;konomisches Argument, an dem du lang gearbeitet hast &ndash; und die Antwort ist ein blankes Starren. Es ist, als h&auml;ttest du nichts gesagt. Du h&auml;ttest auch die schwedische Nationalhymne singen k&ouml;nnen.&raquo;<br>\nDas Erschreckende am Ausgang der Griechenlandkrise ist nicht nur das Resultat, sondern auch die Erkenntnis, dass in Europa in zwei Welten geredet wird. Welten, die nicht zwei Interpretationen der Wirklichkeit beinhalten, sondern zwei Wirklichkeiten.<br>\nIm Fall von Varoufakis traf etwa die Wirklichkeit des &Ouml;konomen auf die der Politik, die ganz andere Interessen hat. Im Prinzip ging es Varoufakis hier wie jedem Professor, der in einer Parlamentskommission spricht &ndash; weder die Fragen danach noch die Beschl&uuml;sse werden etwas mit seiner Rede zu tun haben.<br>\nDie Strategie der neuen griechischen Regierung war zu sagen: Das Land ist seit vier Jahren bankrott. Zeit ist wichtig. Lasst uns m&ouml;glichst schnell auf die drei, vier wichtigsten Reformen einigen, dann den Griff der EZB um unsere Banken lockern, und wir k&ouml;nnen loslegen.<br>\nDie Taktik der Eurozone war, erst einmal Zahlen zu verlangen, dann von einem Thema zum anderen zu springen, alle griechischen Vorschl&auml;ge ohne Gegenvorschlag abzulehnen &ndash; um schliesslich, als die Unsicherheit die griechische Wirtschaft in eine weitere Depression gest&uuml;rzt hatte, die Geldzufuhr an die Banken zu drosseln. Mit der Bankenschliessung wuchs der Schaden von Tag zu Tag, bis die Griechen eine Kapitulationsurkunde unterschrieben, die ihre Albtr&auml;ume weit &uuml;bertraf. Und nebenbei auch die Albtr&auml;ume der Europ&auml;er. Am Anfang h&auml;tte sie ein Deal nur auf dem Papier gekostet: f&uuml;r einen Schuldenschnitt auf Kredite, die eh nie bezahlt werden w&uuml;rden. Nun kostet die Eurozone ihr Sieg weitere 90 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/europa\/Warum-Griechenland-keine-Chance-hatte\/story\/28272964\">Tagesanzeiger<\/a>\n<p>dazu: <strong>Yanis Varoufakis: &ldquo;Zu Sch&auml;ubles Plan geh&ouml;rte es, Griechenland fallen zu lassen&rdquo;<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here griechische Finanzminister Varoufakis macht dem Bundesfinanzminister schwere Vorw&uuml;rfe. Er habe Griechenland opfern wollen, schreibt Varoufakis in der ZEIT.<br>\nYanis Varoufakis, bis vor Kurzem Finanzminister Griechenlands, erhebt in einem eigenen Beitrag f&uuml;r die Wochenzeitung DIE ZEIT schwere Vorw&uuml;rfe gegen den deutschen Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble. In einem ausf&uuml;hrlichen pers&ouml;nlichen R&uuml;ckblick auf das letzte halbe Jahr bem&auml;ngelt Varoufakis Sch&auml;ubles Vorgehen in der Schuldenkrise und kritisiert Einrichtungen wie die Eurogruppe oder die Europ&auml;ische Zentralbank. Sch&auml;uble habe zusammen mit anderen Politikern der Eurogruppe die soziale Krise eines Mitgliedstaates &ldquo;kontrolliert versch&auml;rft&rdquo;, um seinen Plan von einer Neugestaltung der Eurozone durchzusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-07\/yanis-varoufakis-wolfgang-schaeuble-gastbeitrag-zeit-griechenland-opfer\">Zeit Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wie Deutschland an Europas Krisen verdient<\/strong><br>\nAls 2010 klar wurde, dass Griechenlands Haushaltsdefizit deutlich h&ouml;her war als zuvor angenommen, schwand das Vertrauen der Geldgeber. Wie sollte Athen seine hohen Schulden jemals zur&uuml;ckzahlen? Deutlich weniger Investoren wollten Griechenlands Bonds kaufen &ndash; und wenn, dann nur zu deutlich h&ouml;heren Zinsen. Aus diesem Grund sprangen die europ&auml;ischen Geldgeber ein und gaben Athen Kredite zu vergleichsweise niedrigen Zinss&auml;tzen. Bis heute kann Athen an den Finanzm&auml;rkten kein Geld mehr zu vertretbaren Konditionen leihen, weil die Investoren dem Land nicht mehr&nbsp;vertrauen.<br>\nIn Deutschland passierte das Gegenteil: Die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen sanken &ndash; und damit die Renditen f&uuml;r diejenigen, die Deutschland Geld leihen. Wer heute deutsche Bonds kauft, dem ist eine sichere Geldanlage wichtiger als hohe Renditen. Es kommt sogar vor, dass Anleger daf&uuml;r zahlen, ihr Geld in deutsche Staatsanleihen stecken zu d&uuml;rfen. Die Zinsen waren negativ.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/europaeische-union-wie-deutschland-an-europas-krisen-verdient-1.2567175\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zwischen Goldstandard und EZB: Wem geh&ouml;rt der Euro?<\/strong><br>\nEs war einmal ein Land, das von einer schweren Schuldenkrise gesch&uuml;ttelt wurde. Unerbittlich bestand eine Troika von Auslandsgl&auml;ubigern auf der Bedienung s&auml;mtlicher Schulden, prangerte schonungslos Misswirtschaft, Verschwendung und die mangelnde Bereitschaft des Schuldnerlands zur Zusammenarbeit mit seinen Gl&auml;ubigern an und wurde nicht m&uuml;de, ihren neuesten Zahlungsplan als Erleichterung anzupreisen. Tief zerrissen zwischen dem Wunsch, die verhasste Schuldenlast abzusch&uuml;tteln, und der Notwendigkeit, den Gl&auml;ubigern entgegenzukommen, rief die Regierung ein Referendum aus.<br>\nDie Rede ist nicht von Griechenland, sondern von Deutschland. Wir schreiben das Jahr 1929, das Referendum betraf den sogenannten Young-Plan zur Beendigung der deutschen Reparationszahlungen auf Kredit. &Auml;hnlich wie Griechenland heute war Deutschland an seiner Situation nicht unschuldig. In den Vorjahren waren unter einer neuen W&auml;hrung massiv neue Kredite ins Land geflossen, und man hatte sich kr&auml;ftig bedient.<br>\nDamals st&uuml;tzte die Regierung die Ja-Parole, vor eineinhalb Wochen das Nein, und in beiden F&auml;llen folgte das Stimmvolk der Empfehlung. Bald aber stellte sich heraus, dass das nutzlos war. Die Interessen der Gl&auml;ubiger und der heimischen W&auml;hler waren zu kontr&auml;r, und die Gl&auml;ubiger hatten die Oberhand. Im Falle Deutschlands ist der Ausgang bekannt: Nach drei Jahren Deflationspolitik kam Hitler an die Macht. Im Falle Griechenlands sind die politischen Folgewirkungen noch unabsehbar&hellip;<br>\nWie damals die Bindung an das Gold verhindert heute im Euro-System die Abschaffung nationaler W&auml;hrungen die Anpassung der Wechselkurse an realwirtschaftliche Verschiebungen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/wem-gehoert-der-euro-1.18580023\">Albrecht Ritschl in der NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man muss dem Wirtschaftshistoriker bei seinen wirtschaftswissenschaftlichen Betrachtungen nicht unbedingt folgen, aber das Aufzeigen der wirtschaftshistorischen Parallelen ist wichtig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Warum Wissenschaftler manchmal Aktivisten sein m&uuml;ssen<\/strong><br>\nRichtig ist, dass Wissenschaft die Wirklichkeit erforscht, w&auml;hrend Politik sie gestaltet. Doch, und hier liegt das Missverst&auml;ndnis, kann die Politik die Wirklichkeit nur basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen gestalten. Schl&auml;gt die Politik, aus welchen Gr&uuml;nden auch immer, die Ergebnisse wissenschaftlicher Erkenntnis in den Wind, ist es die vornehmste Aufgabe der Wissenschaft, vor einer solchen Politik zu warnen und eine R&uuml;ckkehr zu einer vernunft- und erkenntnisbasierten Politik&nbsp;einzufordern&hellip;<br>\nDieses ideologische Vorgehen der Politik, also die Verbannung von Erkenntnissen der Wissenschaft aus rein ideologischen Gr&uuml;nden, muss die Wissenschaft kritisieren, will sie ihre ureigene Aufgabe wahrnehmen, n&auml;mlich mit der Erforschung der Wirklichkeit die M&ouml;glichkeit zu schaffen, Politik auf einer rationalen Grundlage zu betreiben&hellip;.<br>\nGleichwohl bin ich froh, dass das Feuilleton der S&uuml;ddeutschen Zeitung sich vorgenommen hat, so kritisch auf wissenschaftliche Aktivit&auml;ten zu schauen. H&auml;tte man das fr&uuml;her schon getan, h&auml;tte man festgestellt, dass sich in M&uuml;nchen wissenschaftliche Aktivisten des Leibniz-Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung in einer Weise in die Politik einmischen, die nicht immer von wissenschaftlichen Aussagen in derart klarer Weise gedeckt sind, wie das f&uuml;r unseren Brief gilt. Aber vielleicht wird dieser bayerische Aktivismus von der S&uuml;ddeutschen Zeitung von vorneherein nicht als Wissenschaft verstanden. Da will ich dann nicht&nbsp;widersprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/krise-in-der-eurozone-warum-wissenschaftler-manchmal-aktivisten-sein-muessen-1.2567017\">Heiner Flassbeck in der S&uuml;ddeutschen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mit dem Leibniz-Institut meint Heiner Flassbeck das ifo-Institut mit seinem (Noch-)Pr&auml;sidenten Hans-Werner Sinn. Zu den Ausgangsartikeln <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/ihr-forum-offener-brief-an-merkel-was-darf-die-wissenschaft-1.2568186\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Pfandbriefbank geht an die B&ouml;rse<\/strong><br>\nBundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble muss zumindest bei der deutschen Pfandbriefbank pbb nicht draufzahlen: Der B&ouml;rsengang bringt dem Bankenrettungsfonds knapp 1,2 Milliarden Euro. Eine Milliarde bekam der Bund bereits Anfang des Monats von dem M&uuml;nchner Immobilienfinanzierer zur&uuml;ck, macht zusammen 2,2 Milliarden Euro und entspricht in etwa der Summe, mit der die Pfandbriefbank vom Staat unterst&uuml;tzt wurde. Und er h&auml;lt ja noch 20 Prozent an der Bank. Allerdings gibt es daneben noch die Bad Bank FMS Wertmanagement. Bei ihr lagern die Altlasten des damals verstaatlichten HRE &ndash; Konzerns, urspr&uuml;nglich waren es knapp 176 Milliarden Euro an riskanten Staatsanleihen und Projektfinanzierungen, die nun m&ouml;glichst ohne Verluste abgebaut werden sollen, derzeit sind es noch knapp &uuml;ber 100 Milliarden Euro, fallen hier beim Abbau des Portfolios Verluste an, haftet der Steuerzahler. Es k&ouml;nnte also noch teuer werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/nachrichten\/pbb-an-die-boerse-100.html\">BR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>China am&nbsp;Scheideweg?<\/strong><br>\nDurch die Medien-Dominanz Griechenlands ist fast untergangen, dass China gerade einen B&ouml;rsencrash erlebt (hat). Der Shanghai Composite Index ist seit seinem H&ouml;chststand am 12. Juni bis zum 8. Juli um knapp ein Drittel abgest&uuml;tzt. Mittlerweile haben sich die Kurse wieder etwas erholt, was allerdings auf massive St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen und Verkaufsrestriktionen durch die Regierung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist.<br>\nInsgesamt haben chinesische Aktien knapp 3,5 Bio. US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren. Das ist recht genau das Zehnfache der griechischen Schulden oder nicht ganz eine deutsche Jahreswirtschaftsleistung. Nun sind Kredite oder auch das BIP etwas anderes als die Marktkapitalisierung von Aktien, dennoch verdeutlichen diese Zahlen ein wenig die Dimension der chinesischen Korrektur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/neuewirtschaftswunder.de\/2015\/07\/15\/fabian-fritzsche-china-am-scheideweg\/\">Neue Wirtschaftswunder<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Freihandelsabkommen TTIP: Gr&uuml;ne Einheitsfront br&ouml;ckelt<\/strong><br>\nDie gr&uuml;nen Wirtschaftsminister von Hessen und Rheinland-Pfalz, Tarek Al-Wazir und Eveline Lemke, haben sich f&uuml;r einen Handelsvertrag zwischen der EU und den USA ausgesprochen. &bdquo;Freihandelsabkommen wie die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) und das Umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen EU-Kanada (Ceta) sind wichtige Bausteine transatlantischer Partnerschaft&ldquo;, loben die Ressortchefs von Bund und L&auml;ndern in einem Beschluss, dem auch die beiden Gr&uuml;nen zugestimmt haben.<br>\nAusdr&uuml;cklich wird darin der Vorschlag von Bundesminister Sigmar Gabriel (SPD) f&uuml;r &bdquo;einen europ&auml;isch-amerikanischen Handelsgerichtshof&ldquo; anstelle der bisher &uuml;blichen privaten Schiedsgerichte begr&uuml;&szlig;t. Dort k&ouml;nnten Konzerne Staaten verklagen, wenn sie ihre Gewinne etwa durch Gesetze geschm&auml;lert sehen.<br>\nIn &bdquo;der Vereinbarung gemeinsamer Standards liegt gro&szlig;es Potenzial&ldquo;, so die Minister. &bdquo;Schutzniveaus, z. B. f&uuml;r Verbraucher, Umwelt, Gesundheit und &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge, d&uuml;rfen dabei nicht zur Disposition stehen.&ldquo; Wenn h&ouml;here US-Schutzstandards vereinbart w&uuml;rden, sei man daf&uuml;r offen.<br>\nInsgesamt gelte, dass &bdquo;wachsende sicherheitspolitische Risiken&ldquo; eine &bdquo;noch engere Zusammenarbeit rechtsstaatlicher Demokratien&ldquo; unabdingbar machten. Die Wirtschaftsministerkonferenz f&auml;llte den einstimmigen Beschluss bereits Mitte Juni in Hamburg, das Abstimmungsverhalten der Gr&uuml;nen fand aber bislang kaum Beachtung.<br>\nAuf der Internetseite der Bundespartei steht in gro&szlig;en Lettern &bdquo;Stop TTIP!&ldquo;. Die Bundesdelegiertenkonferenz hatte Ende November Aussagen wie &bdquo;Keine Klageprivilegien f&uuml;r Konzerne&ldquo; beschlossen. Die Haltung der L&auml;nder und der Gr&uuml;nen, die dort mitregieren, ist wichtig, weil wahrscheinlich auch der Bundesrat den Abkommen zustimmen m&uuml;sste. Deshalb tun TTIP-Gegner das Votum der beiden gr&uuml;nen Minister auch nicht als unbedeutende Verirrung von Au&szlig;enseitern ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Freihandelsabkommen-TTIP\/!5211951\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge: Hass und Hilfsbereitschaft<\/strong><br>\nW&auml;hrend sich im s&auml;chsischen Freital Neonazis mit normalen B&uuml;rgern gegen Asylbewerber verb&uuml;nden, hei&szlig;t man die Fl&uuml;chtlinge im holsteinischen Boostedt herzlich willkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/Panorama\/Fl%C3%BCchtlinge-Hass-und-Hilfsbereitschaft\/Das-Erste\/Video?documentId=29577426&amp;bcastId=310918\">ARD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>PR-Desaster f&uuml;r Team Merkel: von Guardian bis Titanic &ndash; die Reaktionen auf #MerkelStreichelt<\/strong><br>\nMit ihrer Reaktion auf die Geschichte eines Fl&uuml;chtlingsm&auml;dchens hat sich Angela Merkel ein Eigentor geschossen. In den Sozialen Netzwerken wird unter dem Hashtag #merkelstreichelt hitzig diskutiert und im Laufe des heutigen Donnerstags zeichnete sich immer deutlicher ab: #Merkelstreichelt wird f&uuml;r die Bundeskanzlerin zu einem handfesten PR-Desaster.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2015\/07\/16\/pr-desaster-fuer-team-merkel-von-guardian-bis-titanic-die-reaktionen-auf-merkelstreichelt\">MEEDIA<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/janboehm\/status\/621611736303566848\">Jan B&ouml;hmermann: Angela Merkel streichelt die Wirklichkeit tot.<\/a><\/em><\/p>\n<p>Dazu: <strong>Bundesregierung schreibt Bericht &uuml;ber weinende Sch&uuml;lerin um<\/strong><br>\nAngela Merkels Begegnung mit einer weinenden Sch&uuml;lerin aus dem Libanon sorgt weiter f&uuml;r Wirbel. Die Bundesregierung hatte das viel diskutierte Treffen zwischen der Kanzlerin und dem M&auml;dchen aus dem Libanon auf der offiziellen Seite ihres B&uuml;rgerdialogs aufgegriffen. Zun&auml;chst hie&szlig; es dort allerdings, das M&auml;dchen habe &ldquo;vor lauter Aufregung&rdquo; geweint. Mittlerweile ist diese Formulierung gel&ouml;scht.<br>\nIm Bericht des Presseteams der Kanzlerin, der auf der Website &ldquo;Gut Leben in Deutschland&rdquo; erschien, lautete die Beschreibung urspr&uuml;nglich:<br>\n&ldquo;Vor lauter Aufregung musste das M&auml;dchen schlie&szlig;lich weinen und wischte ihre Tr&auml;nen mit einem Taschentuch weg.&rdquo; So las sich die entsprechende Passage bis Mittwochvormittag.<br>\nSeit einigen Stunden ist die Passage leicht abge&auml;ndert: &ldquo;Das M&auml;dchen musste weinen und wischte ihre Tr&auml;nen mit einem Taschentuch weg&rdquo;, hei&szlig;t es nun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/merkel-und-fluechtlingsmaedchen-bundesregierung-aendert-bericht-a-1043993.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>So nah, dass es wehtut<\/strong><br>\nIn ihrer Kampagne &ldquo;Gut Leben in Deutschland&rdquo; will die Bundeskanzlerin mit den B&uuml;rgern sprechen. Was passiert, wenn sie dann echte Menschen und keine Statisten sind?<br>\nEinen kurzen Moment gibt es, da ist aus dem Gesicht von Angela Merkel die Bundeskanzlerin verschwunden. Zu sehen ist eine Frau, der die Worte fehlen, nur ein leises &ldquo;och Gott&rdquo; murmelt sie. Genau f&uuml;nf Sekunden dauert es, dann hat Merkel wieder ein professionelles L&auml;cheln aufgesetzt, geht auf das weinende M&auml;dchen zu und sagt: &ldquo;Das hast du doch prima gemacht&rdquo;. [&hellip;]<br>\nImmerhin ist Merkel ehrlich &ndash; sie tut nicht so, als wolle ihre Regierung Menschen wie Reem nicht abschieben. Da steckt das eigentliche Problem an Merkels B&uuml;rgerdialog: Das Regierungsprogramm wird konfrontiert mit der Realit&auml;t.<br>\nDa wird schnell klar, dass die Unterscheidung in &ldquo;gute&rdquo; und &ldquo;schlechte&rdquo; Ausl&auml;nder, wie die Bundesregierung sie gerade mit ihrem neuen Asylgesetz festgeschrieben hat, nichts taugt. Dass das Bleiberecht f&uuml;r &ldquo;gut integrierte und rechtstreue Ausl&auml;nder&rdquo;, das Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re verspricht, der gut integrierten und gesetzestreuen Reem offensichtlich nicht n&uuml;tzt.<br>\nMerkels B&uuml;rgerdialog erlebt gerade, was schon viele Unternehmen erfahren mussten: Kampagnen k&ouml;nnen nach hinten losgehen, wenn tats&auml;chlich die Meinung von Menschen gefragt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2015-07\/angela-merkel-fluechtlingsmaedchen-buergerdialog-fluechtlingspolitik\">Zeit Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>ZDF-Bunkerjournal<\/strong><br>\nVerstehen Sie, was in den Nachrichten &uuml;ber Grexit, Schuldenschnitt, ESM-Kredite und &raquo;faule Griechen&laquo; erz&auml;hlt wird? Vielleicht ist ihnen die Welt einfach zu komplex geworden, glaubt der Nachrichtenchef des ZDF, Elmar Theve&szlig;en.<br>\nH&auml;tte der Autor dieser Zeilen nicht vor Jahren den Mainzer Lerchenberg besucht, er w&auml;re der festen &Uuml;berzeugung: Die Kollegen des ZDF haben ihre Sendeanstalt in eine hermetisch abgeriegelte Bunkeranlage verwandelt, deren Sehschlitze als letzter direkter Kontakt zur Au&szlig;enwelt verrammelt wurden. Das &Ouml;ffentlich-Rechtliche &ndash; und deren Nachrichtenformate im Speziellen &ndash; geben sich ausgesprochene M&uuml;he, ihre Zuschauer als von der Realit&auml;t &uuml;berforderte Wesen darzustellen. Mit jener besonders in bildungsb&uuml;rgerlichen Gefilden beliebten These schl&auml;gt ZDF-Nachrichtenchef Elmar Theve&szlig;en in der aktuellen &raquo;Zeit&laquo; kr&auml;ftig auf das intellektuelle Fassungsverm&ouml;gen seiner Zuschauer ein: &raquo;Man kann klar sagen, dass es diesen Eskapismus gibt, die Mehrheit der Menschen flieht vor komplexen Dingen&laquo;, so Theve&szlig;en im Interview.<br>\nUnd anstatt sich zu fragen, warum es zu dieser Flucht kommt, legt der Journalist nach und attestiert, die Lerchenberger merkten im Alttagsgesch&auml;ft, wie die Menschen um die Nachrichten herum Slalom f&uuml;hren. &raquo;Die gucken erst den Krimi bei uns, dann den in der ARD. Rechtzeitig schalten sie um, dass sie blo&szlig; nicht die Nachrichten schauen m&uuml;ssen.&laquo; Darum merke dir lieber Zuschauer: Du bist nicht nur zu bl&ouml;d f&uuml;r &raquo;heute&laquo;-Nachrichten, das ZDF will sich offenbar auch kaum M&uuml;he geben, daran etwas zu &auml;ndern, wenn es denn wahr w&auml;re. Bildungsauftrag der &Ouml;ffentlichen? Nie davon geh&ouml;rt.<br>\nVielleicht h&auml;tte in selbstkritischer Haltung Theve&szlig;en im gleichen Magazin Ende Juni nachlesen sollen, dass 53 Prozent der Befragten einer repr&auml;sentativen Umfrage zufolge gegen&uuml;ber deutschen Medien nur noch &raquo;wenig&laquo; Vertrauen besitzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/978118.zdf-bunkerjournal.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Griechenlandberichterstattung im Fernsehen<\/strong><br>\nDie Berichterstattung zur Griechenland-Krise wird von ARD und ZDF auff&auml;llig einseitig betrieben: da die b&ouml;sen Griechen, hier die gro&szlig;z&uuml;gige EU. Au&szlig;erdem: Adam Wolke analysiert einen merkw&uuml;rdigen Hacker-Beitrag aus &ldquo;Plusminus&rdquo;. Und der Mini-Sender Sixx kommt uns mit einer Dokusoap &uuml;ber Tattoo-Gesch&auml;digte, bei der das Tattoo aber eher eine Nebenrolle spielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/fernsehkritik.tv\/folge-160\/\">fernsehkritik.tv<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.S.:<\/strong> In der Folge werden auch noch andere Themen behandelt. Der Beitrag &uuml;ber Griechenland dauert ca. 14 Minuten und ist direkt am Anfang der Folge.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Kritische Berichte zum Referendum: Griechische Beh&ouml;rden gehen gegen Journalisten vor<\/strong><br>\nKein Zweifel, der kurze Wahlkampf vor dem griechischen Referendum &uuml;ber die Sparauflagen war hart. Private Fernsehsender und gro&szlig;e Zeitungen vermittelten den W&auml;hlern den Eindruck, ein Nein-Votum w&auml;re desastr&ouml;s: Der Austritt Griechenlands aus dem Euro st&uuml;nde unmittelbar bevor.<br>\nDie Leser und Zuschauer indes zeigten sich unbeeindruckt: &Uuml;berw&auml;ltigende 61 Prozent der W&auml;hler stimmten mit Nein. Doch das war nicht der einzige Fu&szlig;tritt, mit dem die griechischen Medien abgestraft wurden.<br>\nFast unmittelbar nach dem Referendum erfolgte der Vergeltungsschlag der h&ouml;heren M&auml;chte: Nach mehreren Beschwerden von B&uuml;rgern und einer &ouml;ffentlichen Schelte der regierenden Syriza-Partei gegen die Medienberichterstattung, wurden gleich vier Ermittlungen gegen Journalisten, TV-Moderatoren und Stars der gr&ouml;&szlig;ten Fernsehsender des Landes in die Wege geleitet &ndash; eine von der griechischen Staatsanwaltschaft, eine vom griechischen Parlament, eine vom Griechischen Nationalen Rundfunkrat (ESR) und eine weitere vom Disziplinarrat der Journalistengewerkschaft Athen.<br>\nGab es rechtliche oder ethische Verst&ouml;&szlig;e? Die genannten Institutionen wollen unabh&auml;ngig voneinander untersuchen, wie von Journalisten &uuml;ber das Referendum berichtet wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/griechenland-behoerden-gehen-gegen-journalisten-vor-a-1043631.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers F.N.:<\/strong> Geschickt, wie Herr Giorgos Christides die Fakten so lange verbiegt, bis Syriza als Feind der Pressefreiheit dasteht. Und wenn jetzt die schweren Gesch&uuml;tze Menschenrechte und Pressefreiheit aufgefahren werden und Freedom House zitiert wird, habe ich kein gutes Gef&uuml;hl.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Gro&szlig;britannien: Konservative wollen Streikrecht einschr&auml;nken<\/strong><br>\nDie konservative Regierung von David Cameron will das Streikrecht der britischen Gewerkschaften beschneiden. Sein Vorgehen weckt Erinnerungen an die &bdquo;Eiserne Lady&ldquo; Margaret Thatcher.<br>\nDie konservative Regierung in Gro&szlig;britannien will die M&ouml;glichkeiten der Gewerkschaften beschneiden und das Streikrecht einschr&auml;nken. Dies geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der am Mittwoch im Unterhaus vorgestellt wurde. So sollen die Hindernisse f&uuml;r die Arbeitsniederlegung erh&ouml;ht werden und die Interessen der von Streik betroffenen Unternehmen st&auml;rker gesch&uuml;tzt werden. Zudem entflechtet das &bdquo;Gewerkschaftsgesetz&ldquo; die Finanzbeziehungen zwischen den Gewerkschaften und der Labour Party.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/david-cameron-will-britisches-streikrecht-einschraenken-13704517.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Wie das Streikverhinderungsgesetz (&ldquo;Tarifeinheitsgesetz&rdquo;) in Deutschland. &Uuml;berall sind die konservativen Verhinderer von Lohnerh&ouml;hungen an der Macht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bulldozer Renzi<\/strong><br>\nAuf dem j&uuml;ngsten G7-Gipfel in Elmau pr&auml;sentierte sich Italiens Premier Matteo Renzi als selbstbewusster Vertreter von Bella Italia. Dabei hatte seine Demokratische Partei (PD) nur eine Woche zuvor bei den Regional- und Kommunalwahlen am 31. Mai einen herben R&uuml;ckschlag erlitten. Zwar blieb sie in f&uuml;nf von sieben Regionen mit etwa 25 Prozent der Stimmen weiterhin st&auml;rkste politische Kraft. Dennoch b&uuml;&szlig;te sie in einem Jahr rund zwei Millionen Stimmen ein. Noch bei der Europawahl 2014 hatte der PD 40 Prozent der Stimmen erreicht. Seither hat Renzis Charisma offenkundig deutlich an Anziehungskraft verloren: Fast die H&auml;lfte der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler blieb zu Hause.<br>\nVor allem in den einst roten Regionen in Mittelitalien zeigt sich ein desolates Bild: Gegen&uuml;ber den letzten regionalen Wahlen 2010 gingen in der Toskana, in Umbrien, den Marken und in Ligurien zwischen zehn und 20 Prozent weniger B&uuml;rger an die Urnen, ganz zu schweigen von der Emilia-Romagna, wo bereits Ende November 2014 nur noch 37 Prozent der Wahlberechtigten ihre Landesregierung w&auml;hlten. Diese hohe Wahlenthaltung l&auml;sst sich nicht damit erkl&auml;ren, dass der Wahltag just auf das erste lange Wochenende des fr&uuml;hen Sommers fiel. Weitaus wichtiger ist, dass Millionen B&uuml;rger ihre Interessen politisch nicht mehr repr&auml;sentiert sehen. Das betrifft keineswegs nur ausgegrenzte und politikferne Schichten, sondern inzwischen auch die st&auml;dtische Stammw&auml;hlerschaft des PD&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2015\/juli\/bulldozer-renzi\">Susanna B&ouml;hme-Kuby in Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Obama besuchte als erster amtierender US-Pr&auml;sident Bundesgef&auml;ngnis<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident im Knast: Als erster Chef im Wei&szlig;en Haus hat Barack Obama ein Gef&auml;ngnis besucht. Ziel seiner Visite in der Bundeshaftanstalt El Reno bei Oklahoma City (Oklahoma) war es, f&uuml;r eine umfassende Strafrechtsreform zu werben. Sie soll unangemessene H&auml;rten und Ungerechtigkeiten bei der Festsetzung von Strafen beseitigen und so helfen, die aus den N&auml;hten platzenden US-Gef&auml;ngnisse zu leeren.<br>\nIn den USA sitzen 2,2 Millionen Menschen hinter Gittern &ndash; das sind 25 Prozent der H&auml;ftlinge auf der gesamten Welt. Amerikaner werden nicht nur h&auml;ufiger bestraft als die Menschen in anderen L&auml;ndern, sondern auch h&auml;rter. Und viele der H&auml;ftlinge sind jung. &ldquo;Das ist nicht normal&rdquo;, sagte Obama, nachdem er den Zellenblock C der Strafanstalt besichtigt hatte. &ldquo;So etwas gibt es nicht in anderen L&auml;ndern.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000019267854\/Obama-besuchte-als-erster-amtierender-US-Praesident-Bundesgefaengnis\">Der Standard<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Die Initiative Pr&auml;sident Obamas ist zu begr&uuml;&szlig;en und sie ist unglaublich Not-wendig. Zur besseren Erkenntnis des Zustands US-amerikanischer Gef&auml;ngnisse sollten Sie sich das folgende Video anschauen. Es ist eine britische Doku: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=k_BsxxN7bLU\">Folter &ndash;&nbsp;Amerikas brutalste Gef&auml;ngnisse (48:09min)<\/a>. Mit Originalaufnahmen der Gef&auml;ngnisw&auml;rter &ndash;  unaussprechliche, unfassbare Gewaltorgien! Menschen schreien und wimmern vor Panik und Entsetzen, w&auml;hrend sie wie Vieh gejagt, misshandelt werden und nackt durch die Zellen kriechen m&uuml;ssen. Die ersten drei Minuten enthalten bereits so viel monstr&ouml;se Gewalt, dass es einen fassungslos macht. Nur sehr schwer ertr&auml;glich! Ab ca. 1:56 sagt ein Anwalt: &ldquo;Ich bl&auml;tterte durch die Anh&ouml;rungen des Kongresses zu Abu Ghraib. Und da sagten diese Politiker, das sei falsch. Es sei eine Verletzung der Menschenrechte. Und ich dachte, was f&uuml;r eine Heuchelei! Sie wissen, dass wir das hier jeden Tag haben.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Au&szlig;enminister in die Karibik aufgebrochen Steinmeiers historische Kuba-Reise<\/strong><br>\nNoch nie war ein bundesdeutscher Au&szlig;enminister auf Kuba. Nun reist Frank-Walter Steinmeier f&uuml;r zwei Tage in den Karibikstaat. Er setzt damit auch ein Zeichen, das zur j&uuml;ngsten Ann&auml;herung zwischen den USA und Kuba passt.<\/p>\n<p><em><strong>Zwischenbemerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Da kann man nur hoffen, dass es Kuba nicht geht wie Griechenland. Wenn es falsch w&auml;hlt, dann hei&szlig;t es von Seiten der &bdquo;Institutionen&ldquo;: TINA, es gibt keine Alternative zum neoliberalen Modell. Und dann wird kommerzialisiert und privatisiert. Das &ndash; Konsum und Kommerz &ndash; ist &uuml;brigens eine der Sorgen von Fidel Castro, die er in interessanten Essays vortr&auml;gt.<\/em><\/p>\n<p>Weiter auf Tagesschau hei&szlig;t es: <strong>Amnesty appelliert an Steinmeier<\/strong><br>\nDie Menschenrechtsorganisation Amnesty International appellierte an Steinmeier, bei seinem Besuch auf die Einhaltung der Menschenrechte in dem Land zu dr&auml;ngen. [&hellip;] Im Januar hatte Kuba auf Bitten der USA mehr als 50 Gefangene auf freien Fu&szlig; gesetzt. Auf Kuba sitzen nach Sch&auml;tzung von Menschenrechtlern aber immer noch mehrere Dutzend politische Gefangene in Haft. Die oppositionelle Kubanische Kommission f&uuml;r Menschenrechte und Nationale Vers&ouml;hnung (CCDHRN) bezifferte ihre Zahl k&uuml;rzlich auf 71.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/steinmeier-auf-kuba-101.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Kommentar Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Es ist gut, dass Amnesty die Einhaltung der Menschenrechte auf Kuba einfordert. Aber angesichts der oben genannten Zahlen ist es Amnesty dringend zu empfehlen, sich in Richtung der Gef&auml;ngnisse in Florida zu bewegen. Au&szlig;erdem ist die Behauptung, es sei auf Kuba &ldquo;noch immer praktisch unm&ouml;glich, friedlich Kritik an der Regierung zu &auml;u&szlig;ern&rdquo;, schlicht gelogen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: &ldquo;Macht Merkel einen guten Job, oder soll dieses s&uuml;&szlig;e K&auml;tzchen sterben?&rdquo;<\/strong><br>\nDie Meinungsforscher von Forsa sagen: 75 Prozent der Gr&uuml;nen-Anh&auml;nger finden Merkels Griechenlandpolitik dufte. Da kann doch was nicht stimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/twitter-trend-forsafragen-macht-merkel-einen-guten-job-oder-soll-dieses-suesse-kaetzchen-sterben-1.2567292\">Thorsten Denkler auf S&uuml;ddeutsche.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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