{"id":26897,"date":"2015-07-22T11:55:08","date_gmt":"2015-07-22T09:55:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26897"},"modified":"2024-08-28T19:17:25","modified_gmt":"2024-08-28T17:17:25","slug":"von-faulen-griechen-und-fleissigen-deutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26897","title":{"rendered":"Von \u201efaulen Griechen\u201c und \u201eflei\u00dfigen Deutschen\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150722_rainer_schreiber.jpg\" alt=\"Rainer Schreiber\" title=\"Rainer Schreiber\"><\/div><p>Was steckt eigentlich hinter dem Denken vom &bdquo;Wir&ldquo; und &bdquo;den Anderen&ldquo;, das aktuell unter anderem in der Rede von &bdquo;faulen Griechen&ldquo; und &bdquo;flei&szlig;igen Deutschen&ldquo; kumuliert? Eine Art &ldquo;fiktiver Kollektividentit&auml;t&ldquo;, die stets anf&auml;llig f&uuml;r Feindbildprojektionen ist, meint der Soziologe und Publizist <strong>Rainer Schreiber<\/strong> im Gespr&auml;ch mit <strong>Jens Wernicke<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Schreiber, in einer aktuellen Publikation wenden Sie sich gegen, wie Sie es nennen, &bdquo;das Identit&auml;tsgetue&ldquo;. Damit machen Sie sich sicher nicht viele Freunde. Identit&auml;t braucht der Mensch doch?<\/strong><\/p><p>In einem sehr allgemeinen Sinn trifft dies zweifellos zu &ndash; Menschen definieren sich als Personen &uuml;ber ihre Eigenschaften, Interessen, Werte und &Uuml;berzeugungen; insofern haben sie nicht eine, sondern viele Identit&auml;ten, die sie selbst gewichten, hervorheben, aber auch ver&auml;ndern und ablegen k&ouml;nnen: Aus dem katholischen Sch&uuml;ler, der sich mit Religionskritik besch&auml;ftigt, wird unter Umst&auml;nden ein Agnostiker; der muslimisch-t&uuml;rkische Facharbeiter, der in Deutschland lebt, kann zu einer liberaleren Auffassung von Religion gelangen; und beide k&ouml;nnen etwa ihre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft wichtiger finden als ihre Herkunft usw. usf.<\/p><p>Problematisch und zum &bdquo;Getue&ldquo; wird Identit&auml;t aber dann, wenn &uuml;bersehen wird, dass diese Pers&ouml;nlichkeitselemente nicht mit einer eingebildeten Natur verwachsen, sondern selbst Resultat zuf&auml;lliger Entwicklungen, die von Ort und Zeit der Geburt bis zu besonderen famili&auml;ren Einfl&uuml;ssen reichen, sind. Dass man ohne Identit&auml;t nicht leben kann, hei&szlig;t eben nicht, dass daf&uuml;r genau jenes &ndash; und deshalb nur dieses! &ndash; spezielle Sammelsurium an Ansichten, Symbolen und &Uuml;berzeugungen unabdingbar notwendig ist, das einem aus seiner zuf&auml;lligen biographischen Situation heraus gerade anhaftet. Unsere &Uuml;berzeugungen und Vorstellungswelten sind vielmehr immer auch Resultat unserer Lebensweise, zuf&auml;lligen Herkunft, politischen Sozialisation, Interessenlage etc. &ndash; und damit grunds&auml;tzlich diskutier-, ver&auml;nder-, kritisierbar.<\/p><p>Wenn man das wei&szlig; und verstanden hat, blickt man auf die eigene und fremde Identit&auml;t nicht mehr mit der abgrenzenden Absolutheit, die &uuml;blicherweise religi&ouml;sen und nationalistischen Fanatikern eigen ist. Vor allem die Zugeh&ouml;rigkeit zu nationalen Kollektiven ist eine von der politischen Herrschaft, den Staaten selbst vorgenommene Etikettierung, die man sich nicht einfach so ausgesucht hat und die herzlich wenig &uuml;ber wirkliche Gemeinsamkeiten mit anderen aussagt, die ebenfalls zuf&auml;llig in derselben Nation geboren worden sind. <\/p><p>Kurzum: Nichts an der von der politischen Rechten so hochgesch&auml;tzten religi&ouml;sen, kulturellen oder nationalen Identit&auml;t ist einfach gott- oder naturgegeben und damit sakrosankt. Mit niemandem ger&auml;t man wegen der schieren Differenz der Herkunft, der Hautfarbe oder der Sitten und Gebr&auml;uche in einen Gegensatz, der nach Ab- und Ausgrenzung schreit. Darum geht es mir mit meiner Kritik. <\/p><p><strong>K&ouml;nnen Sie das vielleicht anhand eines Beispiels ausf&uuml;hren? Zielt das etwa darauf ab, dass, um aktuell gegen Griechenland Stimmung zu machen und dort die Linke sowie vor allem die Demokratie zu besch&auml;digen, regelrecht nationalistisch Stimmung gemacht und eine Art deutsche Kollektividentit&auml;t heraufbeschworen wird &ndash; stets verbunden mit der Behauptung, f&uuml;r &bdquo;uns&ldquo; w&auml;re das gut? Ich meine, um einmal Marx zu paraphrasieren: Die Krise hier offenbart ja, dass die Grenzen offenbar nur im Rahmen identit&auml;ren Denkens zwischen den V&ouml;lkern verlaufen, in Wahrheit jedoch zwischen Oben und Unten und dem diesbez&uuml;glich &uuml;blicherweise unsichtbar gemachten Interessengegensatz&hellip;<\/strong><\/p><p>Um gleich bei Ihrem letzten Punkt anzufangen: Die gegenw&auml;rtige Anti-Griechen-Hetze in den deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; setzt sich einfach dar&uuml;ber hinweg, dass eine unheilvolle Allianz aus griechischen Staatseliten, Milliard&auml;ren und Banken auf der einen Seite und&ndash; insbesondere &ndash; deutscher und franz&ouml;sischer Banken, deutscher R&uuml;stungsfirmen, ja der &bdquo;internationalen Investorengemeinde&ldquo; insgesamt auf der anderen Seite der gemeinsame Nutznie&szlig;er des politisch allseits gef&ouml;rderten Systems war, auf Basis des Euro Schulden aller Euro-Staaten in anerkannte, rentierliche Verm&ouml;genstitel zu verwandeln, weshalb es ja auch nicht genug davon geben konnte &ndash; bis sich in der Weltfinanzkrise die Unhaltbarkeit dieser Strategie erwies. <\/p><p>Die griechischen &bdquo;Normalb&uuml;rger&ldquo; sind dabei ebenso wie die deutschen diejenigen, die die Zeche der Krise zu bezahlen haben, obwohl sie weder zu den Nutznie&szlig;ern des ganzen finanzkapitalistischen Zirkus geh&ouml;rten noch jemals dar&uuml;ber zu befinden hatten. Stattdessen m&uuml;ssen sie nun mit ihrem Lebensunterhalt f&uuml;r Interessen, Entscheidungen und Schulden b&uuml;&szlig;en, die nie die ihren waren. <\/p><p>Zur Legitimation und ideologischen Verschleierung von genau derlei taugt die von mir thematisierte Kollektividentit&auml;t wunderbar: Es werden &bdquo;Griechen&ldquo; und &bdquo;Deutsche&ldquo; einander gegen&uuml;ber gestellt, die in dieser Krise als solche gar nicht unterwegs waren, wie ich gerade zu erl&auml;utern versuchte. Das, noch bebildert mit kontrafaktischen L&uuml;gen wie einem faulen &bdquo;Volkscharakter&ldquo; der Griechen und dem entgegengesetzten &bdquo;Flei&szlig;&ldquo; der Deutschen, bringt die Staatsv&ouml;lker dann als solche in einen erfundenen Gegensatz zueinander, obwohl sie niemals die Akteure des europ&auml;ischen Schuldenzirkus darstellten, sondern in ihrer Mehrheit die Ereignisse selbst den Medien entnehmen mussten. <\/p><p>Der identit&auml;re Unsinn vom &bdquo;Volkscharakter&ldquo; und der v&ouml;lkischen Identit&auml;t lenkt damit vom &bdquo;Oben&ldquo; und &bdquo;Unten&ldquo; der modernen Klassengesellschaften, ihren &ouml;konomischen und politischen Interessengegens&auml;tzen ab, die, da stimme ich Ihnen zu, nicht zwischen Staatsgrenzen, sondern quer durch alle L&auml;nder hindurch verlaufen. <\/p><p>Dieser Standpunkt stellt damit ein breit einsetzbares &bdquo;Opium des Volkes&ldquo; dar, mit dem aus dunkelh&auml;utigen Fl&uuml;chtlingen wegen ihres zuf&auml;llig etwas anderen Aussehens &ndash; selbst das muss man &uuml;brigens konstruieren: warum nimmt man wohl beispielsweise nicht die K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e?! &ndash; eine Bedrohung der deutschen Volksidentit&auml;t stilisiert wird, obwohl alle B&uuml;rger moderner Staaten ein Resultat endloser Wanderungsbewegungen darstellen und von nat&uuml;rlichen &bdquo;Volkscharakteren&ldquo; schon von daher keine Rede sein kann. Was etwa ist &bdquo;ein Spanier&ldquo;? Im heutigen Spanien lebten bereits Keltiberer, Griechen, Ph&ouml;nizier, R&ouml;mer, aber auch Goten, Vandalen, Alanen &ndash; ein persisches Reitervolk! -, Sueben, und schlie&szlig;lich fast 800 Jahre Araber. Was also ist ein Spanier, wenn nicht &ndash; und lediglich &ndash; der Staatsb&uuml;rger Spaniens?<\/p><p>Das Gerede von der v&ouml;lkischen Identit&auml;t ist also doppelt falsch: Erstens existiert nirgendwo ein quasi nat&uuml;rlicher Volkscharakter &ndash; die kulturellen Besonderheiten diverser Regionen und Staaten sind selbst historisches, insofern zuf&auml;lliges und damit ver&auml;nderliches Resultat unterschiedlichster geographischer, politischer, sozialer und religi&ouml;ser Einfl&uuml;sse. Und zweitens stellen die Staatsb&uuml;rger eines Landes eben keine homogene, durch eine omin&ouml;se &bdquo;Volksseele&ldquo; bestimmte Masse dar, sondern differenzieren sich in eine Vielzahl sozialer und kultureller Gruppen. <\/p><p>Zudem geh&ouml;ren sie in kapitalistischen Gesellschaften eben auch unterschiedlichen Gesellschaftsklassen mit zuweilen gegens&auml;tzlichen Interessen an. Und diese &ouml;konomischen Interessengegens&auml;tze und die daran gekn&uuml;pften politischen Strukturen und Ma&szlig;nahmen bestimmen den Gang der internationalen Wirtschaft &uuml;ber die L&auml;ndergrenzen hinweg &ndash; was die klassische Arbeiterbewegung &uuml;brigens durchaus einmal gewusst hat. <\/p><p>Nicht vergessen werden sollte dabei auch, dass in der fiktiven Volksidentit&auml;t und also -gemeinschaft zwischen M&auml;chtigen und Arbeitsvolk, zwischen Armen und Reichen eine reale H&auml;rte liegt, wenn sie wirklich wahrgemacht wird: Da werden die griechischen Rentner, Studenten, Bauern, Apotheker etc. f&uuml;r die Entscheidungen ihres Staates und seiner politischen Kontrahenten aus den sogenannten &bdquo;Institutionen&ldquo; &ndash; was schon kafkaesk genug klingt &ndash; haftbar gemacht, die sie selber wohl nur aus der Zeitung mitbekommen haben. Falsche Abstraktionen praktisch wahr zu machen, das erfordert immer einen Akt der Gewalt, wie Hegel schon wusste&hellip;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"236\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/cnpGoYGW2rA\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center\"><strong>Eckart Spoo: Deutsche Medien in Springerstiefeln gen Griechenland<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Beobachten Sie aktuell denn auch eine Art &bdquo;deutsche Re-Nationalisierung&ldquo; im Rahmen zunehmender Kollektividentit&auml;t? Und woran macht sich diese Entwicklung fest?<\/strong><\/p><p>In der Au&szlig;enpolitik versucht der deutsche Staat, seine im Rahmen der Eurokrise auf Kosten der &bdquo;Krisenverlierer&ldquo; gewachsene &ouml;konomische Macht in eine Ausweitung seiner politischen Entscheidungshoheit zu &uuml;berf&uuml;hren &ndash; das Verhalten der deutschen Regierungsvertreter gegen&uuml;ber Varoufakis und Tsipras spricht da B&auml;nde und macht ein neues herrschaftliches Selbstbewusstsein als &bdquo;f&uuml;hrende&ldquo; Nation der EU geltend. <\/p><p>Gleichzeitig scheinen Teile der Bev&ouml;lkerung dieses neudeutsche Selbstbewusstsein auf ihre ganz private Weise aufzugreifen und auf radikale identit&auml;re Abgrenzung etwa von den als fremdartig wahrgenommenen Zuwanderern zu dr&auml;ngen; der &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26658\">Islam<\/a>&ldquo;, von dem man daf&uuml;r nichts zu wissen braucht, steht dabei unbegriffen f&uuml;r die behauptete Fremdheit der &bdquo;Anderen&ldquo;. Da wird schnell vergessen, dass viele deutsche Politiker Nachfahren von Zuwanderern sind, dass das Christentum, aus dem Nahen Osten stammend, einst hier auch &uuml;bernommen wurde und, vor allem, dass die schiere Religionszugeh&ouml;rigkeit noch nichts &uuml;ber die Interessen, Denkweisen und Motivationen eines Menschen aussagt &ndash; die meisten sind doch einfach bei diesem oder einen anderen religi&ouml;sen Verein dabei, der in ihrem jeweiligen Herkunftsland dominiert; die Fanatiker einer politisierten Religiosit&auml;t sind hingegen eher selten und resultieren in ihrer gegenw&auml;rtigen Hochphase aus politischen Entwicklungen, die der sogenannte &bdquo;Freie Westen&ldquo; selbst <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25848\">mitinitiiert<\/a> hat. Doch das steht auf einem anderen Blatt&hellip;<\/p><p><strong>H&auml;tten Sie vielleicht ein, zwei konkrete Beispiele f&uuml;r die entsprechende &bdquo;Mentalit&auml;t&ldquo;? Und was genau sind die Probleme hieran?<\/strong><\/p><p>PEGIDA gibt f&uuml;r den eben bezeichneten Standpunkt ein vortreffliches Beispiel ab: Die PEGIDA-Anh&auml;nger rechnen sich als &bdquo;echte&ldquo; Deutsche eine unverbr&uuml;chliche deutsche, deshalb abendl&auml;ndische Identit&auml;t zu, die sie &ndash; und andere &bdquo;abendl&auml;ndische&ldquo; Europ&auml;er &ndash; angeblich von vornherein, unabh&auml;ngig von der bunten Vielfalt von Menschen hier wie dort, als gleichsam &bdquo;reine&ldquo;, hier geborene Volksdeutsche von den Muslimen unterscheidet, seien diese nun eingesessene deutsche B&uuml;rger oder gerade zugewanderte Fl&uuml;chtlinge &ndash; was ja, wie gerade betont, auch noch nichts dar&uuml;ber aussagt, was die konkreten einzelnen Menschen so <em>tun<\/em> und <em>meinen<\/em>.<\/p><p>Und was das Problem dabei ist? Nun, das Problem nennt sich Rassismus: Es wird eine <em>v&ouml;lkische Identit&auml;t<\/em> als Basis der <em>ertr&auml;umten homogenen Volksgemeinschaft<\/em> angenommen, die durch Albernheiten wie die liebgewonnenen traditionellen Bezeichnungen von Weihnachtsm&auml;rkten, Christstollen etc. bebildert wird, die angeblich in Gefahr seien, was die deutsch-romantische Gartenzwerg-Idylle der &bdquo;V&ouml;lkischen&ldquo; durcheinanderbringen k&ouml;nnte. <\/p><p>Nicht anders verlief einst die Abgrenzung vom angeblich typisch &bdquo;j&uuml;dischen Wesen&ldquo;: Spezifische Regeln einer Religionsgemeinschaft, so <em>private<\/em> Dinge wie Speise- und Bekleidungssitten betreffend, oft nur <em>behauptete<\/em>, typische &Auml;u&szlig;erlichkeiten oder <em>vorgebliche<\/em> Charakterz&uuml;ge werden zum unhintergehbaren Unterscheidungsmerkmal aufgeladen, besser: aufgeblasen. Bei solch v&ouml;lkischen Identit&auml;tsstiftungen lugt als Potential de facto immer der Faschismus um die Ecke. Ich habe das in meinem Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.alibri-buecher.de\/Buecher\/Antifaschismus\/Rainer-Schreiber-Religion-Volk-Identitaet-::502.html\">Religion, Volk, Identit&auml;t?<\/a>&ldquo; am Beispiel des Antisemitismus und der Nahost-Problematik ausf&uuml;hrlicher untersucht.<\/p><p>Der Knackpunkt daran ist, dass die PEGIDA-Leute von einer schroffen Entgegensetzung von &bdquo;uns Deutschen&ldquo; und den &ndash; islamisch <em>gedachten<\/em> &ndash; Zuwanderern ausgehen: W&auml;hrend &bdquo;unsere&ldquo; Rentner oft nicht genug zum Leben h&auml;tten, bek&auml;men diese alles hinterhergeworfen; auf einem Plakat stand: &bdquo;<strong><em>Wir<\/em><\/strong> sind das Volk&ldquo;. Das macht schon deutlich: Der Grundtenor von PEGIDA ist das beleidigte nat&uuml;rliche Vorrecht der &ndash; ich sage das bewusst &ndash; &bdquo;Volksdeutschen&ldquo; gegen&uuml;ber den Zuwanderern, deren Andersartigkeit durch das Herumhacken auf dem Islam bebildert wird. Und gerade weil diese Islam-Kritik weit von jeder rationalen Auseinandersetzung mit Religionen entfernt ist, braucht sie sich um Argumente und Fakten auch gar nicht zu k&uuml;mmern &ndash; da spielt es dann keine Rolle mehr, wieviel Muslime wirklich unter den aktuellen Migranten sind und ob diese &uuml;berhaupt &uuml;ber einen Kamm geschert werden k&ouml;nnen; oder ob f&uuml;r alle muslimischen Einwanderer deren Religionsaus&uuml;bung jene eminent politische und ausschlie&szlig;liche Bedeutung hat, wie es bei den radikalen Islamisten der Fall ist. Oder eben, wem um alles in der Welt in diesem Land nichts hinterhergeworfen wird, wenn man nicht als &bdquo;too big to fail&ldquo; eingestuft wird usw. usf.<\/p><p>Insofern ist das Strickmuster der v&ouml;lkisch-identit&auml;ren Propaganda, die von PEGIDA ausgeht, das immer gleiche, das diesen Bewegungen qua Ideologie eigen ist: Die Unzufriedenheit mit der eigenen sozialen oder pers&ouml;nlichen Lage wird auf &bdquo;fremdartige&ldquo; Schuldige projiziert, die dem guten eigenen Volk die Lebenschancen verd&uuml;rben und dabei von skrupellosen Politikern und Medien unterst&uuml;tzt w&uuml;rden. <\/p><p>Rechte Bewegungen konstruieren immer ein fakten- und argumentresistentes Gesamtbild einer &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; gegen das treue Staatsvolk, dem die Regierung schon wegen dessen &bdquo;Volksnatur&ldquo; jedoch zu Diensten sein m&uuml;sse, weshalb alle gegenl&auml;ufigen Interessen, die die Regierung vertritt oder bedient, an &bdquo;Verrat&ldquo; grenzten. Wahr ist ein solches Phantasiekonstrukt jedoch gerade in modernen Klassengesellschaften, die derzeit immer schroffer zwischen &bdquo;arm&ldquo; und &bdquo;reich&ldquo; unterscheiden und deren Trennlinien und Problemfelder im &ouml;konomisch-sozialen Bereich verlaufen, niemals &ndash; um nicht zu sagen: es ist geradezu <em>absurd<\/em>.<\/p><p><strong>Und f&auml;llt so etwas denn vom Himmel? Ist es neu? Wie bewerten Sie das?<\/strong><\/p><p>Wenn man beobachtet, wie die &bdquo;offizielle&ldquo; Politik tausende von Fl&uuml;chtlingen regelm&auml;&szlig;ig im Meer ersaufen l&auml;sst und man sich europaweit vor allem mit der Frage besch&auml;ftigt, wie man die Leute daran hindern k&ouml;nnte, hierher zu kommen, und, wenn sie mal da sind, wer diese ungeliebte Menschengruppe aufnehmen m&uuml;sse, wenn man liest, wie die bayerische Regierungspartei offiziell ank&uuml;ndigt, es den Fl&uuml;chtlingen in Bayern so ungem&uuml;tlich wie m&ouml;glich machen zu wollen &ndash; dann braucht man sich &uuml;ber die allt&auml;glichen Faschistereien nicht mehr zu wundern. <\/p><p>Auf der Klaviatur des v&ouml;lkischen Nationalismus spielen insbesondere konservative Politiker in Krisenzeiten sehr gern &ndash; sind sie sich der Gefolgschaft ihrer Stammw&auml;hler in dieser Frage doch sicher&hellip;.<\/p><p>Und wer die bodenlosen Griechenland-Debatten, die permanente Begutachtung der griechischen Volksnatur als faul bis r&auml;tselhaft fast in der gesamten Presse verfolgt hat, wundert sich eher, dass nicht noch mehr passiert. Nur so lassen sich aber Leute, die nicht den blassesten Dunst von den Zusammenh&auml;ngen der Euro-Schuldenkrise haben, dazu aufhetzen, Spr&uuml;che gegen &bdquo;die Griechen&ldquo; in die Kamera zu halten und sich auch noch gut dabei zu f&uuml;hlen. Etwas Besseres kann den Politikern gar nicht passieren: Nicht die eigene Politik wird kritisiert, sondern die angebliche &bdquo;Faulheit&ldquo; irgendwelcher weit entfernt wohnender Menschen, die pl&ouml;tzlich den Euro gef&auml;hrden sollen und &bdquo;unser&ldquo; Geld verprassen. <\/p><p>Wobei die <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/07-13\/004.php\"><em>modernen<\/em> Rechten<\/a> ihren identit&auml;ren Unsinn &uuml;brigens scheinbar moderat und damit massentauglicher formulieren: Man hat ja gar nichts gegen die &bdquo;Eigenart&ldquo; der fremden Volksnaturen; nur m&uuml;ssten diese ja nicht unbedingt hier sein oder unsere Euros verplempern. &bdquo;Der Grieche&ldquo; mit Sirtaki, Ouzo und Souvlaki, mit Drachme und viel Sonne in Griechenland &ndash; das geht schon okay, da fahren wir dann vielleicht sogar wieder mal hin&hellip;. Diese ethnopluralistische Verkleidung des Rassismus geht vor allem auf den neurechten Theoretiker Alain Benoist zur&uuml;ck und spiegelt eine Anerkennung der &bdquo;Andersartigen&ldquo; vor, solange diese sich in dem ihrer Natur entsprechenden Elend einhausen, bleiben wo sie sind und &bdquo;uns&ldquo; nicht mit Anspr&uuml;chen nerven.<\/p><p><strong>Die Vermutung liegt nahe, dass diese Unterscheidung zwischen &bdquo;Wir&ldquo; und &bdquo;die Anderen&ldquo; &auml;u&szlig;erst n&uuml;tzlich zur Konstruktion etwa von Feindbildern ist&hellip;<\/strong><\/p><p>Ich w&uuml;rde sogar noch weiter gehen: Die Unterscheidung von &bdquo;Wir&ldquo; und &bdquo;die Anderen&ldquo;, die nicht nur das pure Faktum der Differenz, zuf&auml;lliger regionaler, religi&ouml;ser oder kultureller Unterschiede bezeichnet, sondern diese Unterschiede zu fixen Identit&auml;ten oder &bdquo;Volksnaturen&ldquo; aufbl&auml;st, steht der Logik nach <em>immer<\/em> mit einem Fu&szlig; im Feindbild: Es braucht dann nur noch ein politisches Interesse, diese vermeintliche Identit&auml;t, die ja von Natur aus so sei, als &bdquo;unseren Interessen&ldquo; oder &bdquo;Werten&ldquo; sch&auml;dlich darzustellen. Mehr braucht es nicht f&uuml;r einen Feind: Er ist gegen uns, weil er so ist &ndash; und zwar durch das, was er ist. Punkt.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"236\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/1RnXEPYKHX8\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center\"><strong>Tilo Jung: Die Bundesregierung erkl&auml;rt Solidarit&auml;t am Beispiel von Jung &amp; Naiv<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Aber &hellip; gibt es denn &bdquo;den Deutschen&ldquo; gar nicht, oder wie verstehe ich Sie?<\/strong><\/p><p>&ldquo;Den Deutschen&ldquo; als imagin&auml;res, homogenes Kollektivsubjekt gibt es wirklich nicht &ndash; deshalb haben die Nazis in ihrem rassistischen Wahn stets von &bdquo;dem Juden&ldquo;, &bdquo;dem Polen&ldquo; usw. gesprochen. Im Singular wird die rassistische Homogenit&auml;tsbehauptung versinnbildlicht. Insofern lassen Spr&uuml;che wie &bdquo;Der Grieche nervt langsam&ldquo;, wie k&uuml;rzlich von einem CSU-Politiker kolportiert, tief blicken&hellip;.<\/p><p>&bdquo;Die Deutschen&ldquo; als Oberbegriff f&uuml;r die B&uuml;rger eines bestimmten europ&auml;ischen Staates gibt es nat&uuml;rlich schon. Mehr ist dann aber &uuml;ber sie auch nicht gewusst.<\/p><p><strong>Und was kann man dem entgegensetzen? Was tun wir gegen dieses, wie Sie es nennen, identit&auml;re Bewusstsein &ndash; gerade in der heutigen, sich zunehmend militarisierenden Zeit? Wenn Sie gefragt w&uuml;rden: Was rieten Sie?<\/strong><\/p><p>Was ich immer schon geraten habe: Man muss diesen Gedankenwelten argumentativ, sachlich, begr&uuml;ndet sowie mit Fakten und Beispielen bewaffnet entgegentreten, wann immer es geht; angesichts der allseitigen medialen Pr&auml;senz des identit&auml;ren Standpunkts und seiner nationalistischen Sichtweisen ist es ja alles andere als verwunderlich, dass viele Leute diesen Vorstellungen Glauben schenken. <\/p><p>Hinzu kommt eine tiefe Verunsicherung der Mittelschichten in Krisenzeiten, die deshalb f&uuml;r Versprechungen der Besitzstandswahrung auf Kosten fiktiver &bdquo;Anderer&ldquo; oder wohl eher &bdquo;Schuldiger&ldquo; immer schon empf&auml;nglich waren; das muss man in der Argumentation so weit als m&ouml;glich ber&uuml;cksichtigen und die Versprechungen der Politik widerlegen: Kein &bdquo;Normalb&uuml;rger&ldquo; stellt sich besser in Deutschland, wenn &bdquo;die Griechen&ldquo; ihren oft nicht einmal mehr vorhandenen G&uuml;rtel enger schnallten. Es d&uuml;rfte wohl sogar vielmehr das Gegenteil der Fall werden: Wenn es dem Kapitalismus in Griechenland gelingt, die Armen noch mehr in die Armut zu treiben, d&uuml;rften andere L&auml;nder sich hieran ein Beispiel nehmen&hellip; <\/p><p>Die aufgeregten Emotionen bei solchen Diskussionen sollte man dabei getrost der Gegenseite &uuml;berlassen. <\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Rainer Schreiber<\/strong>, geboren 1955, ist Diplom-Soziologe sowie Leiter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Instituts f&uuml;r Fortbildung und Personalentwicklung (IFP) in Regensburg. Er arbeitet in der beruflichen Bildung und Bildungsforschung, hat diverse Lehrauftr&auml;ge in den Bereichen Sozialpolitik und Sozialmanagement inne und publiziert zum Management Sozialer Organisationen, zum demographischen Wandel und zu regionaler Wirtschaftspolitik. Sein aktuelles Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.alibri-buecher.de\/Buecher\/Antifaschismus\/Rainer-Schreiber-Religion-Volk-Identitaet-::502.html\">Religion, Volk, Identit&auml;t? Das Judentum in der Sackgasse des modernen Nationalismus<\/a>&ldquo; erschien 2014 im Alibri-Verlag.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.springerprofessional.de\/die-causa-griechenland--auch-ein-versagen-der-medien\/5833992.html\">Die Causa Griechenland &ndash; auch ein Versagen der Medien?<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/medien\/zu-meinem-aerger-meinung-ist-gut-information-besser\/12075100.html\">Meinung ist gut, Information besser<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/hetze-gegen-griechenland-an-athen-muss-ein-exempel-statuiert-werden\/6963360.html\">Hetze gegen Griechenland: &sbquo;An Athen muss ein Exempel statuiert werden&lsquo;<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5015409\/\">Griechenlandberichterstattung der &sbquo;Bild&lsquo;: Nationalistisch und einseitig<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/18326\/leitfaden-wie-hetze-ich-gegen-ein-land-auf\/\">Leitfaden: Wie hetze ich gegen ein Land auf?<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.griechenland-blog.gr\/2015\/03\/bild-hetze-gegen-griechenland-ist-rassistisch\/2134589\/\">BILD-Hetze gegen Griechenland ist rassistisch<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"https:\/\/propagandaschau.wordpress.com\/2015\/06\/29\/griechenland-fach-diskussion-an-der-tu-dortmund-thematisiert-desinformation-und-meinungsmache-in-ard-und-zdf\/\">Griechenland &ndash; Fach-Diskussion an der TU Dortmund thematisiert Desinformation und Meinungsmache in ARD und ZDF<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26658\">Feindbild Islam<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25848\">Inside IS: 10 Tage im &lsquo;Islamischen Staat&rsquo;<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.journal-fuer-psychologie.de\/index.php\/jfp\/article\/view\/258\/297\">Privilegien sichern, nationale Identit&auml;t revitalisieren: Gesellschafts- und handlungstheoretische Dimensionen der Theorie des antimuslimischen Rassismus im Unterschied zu Modellen von Islamophobie und Islamfeindlichkeit<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26237\">Pegida ist ein Spiegel deutscher Verh&auml;ltnisse<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24460\">PEGIDA ist das Symptom eines gr&ouml;&szlig;eren Problems<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Video: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/KenFM.de\/videos\/10152891566231583\/\">Die Allianz der Emp&ouml;rten<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Video: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eXhiHyND1fw\">KenFM am Telefon mit Prof. Dr. Athanassios Giannis zur Medikamentennothilfe f&uuml;r Griechenland<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Humanistischer Pressedienst-Rezension: &bdquo;<a href=\"http:\/\/hpd.de\/comment\/864\">Identit&auml;t: Selbstzuschreibung oder unreflektierte Zugeh&ouml;rigkeit?<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von <strong>Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch eine <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a> &uuml;ber <strong>neue Texte<\/strong> bestellen.<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/e1216d53c9fc4fbaa86e90b0fcdded7d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150722_rainer_schreiber.jpg\" alt=\"Rainer Schreiber\" title=\"Rainer Schreiber\"\/><\/div>\n<p>Was steckt eigentlich hinter dem Denken vom &bdquo;Wir&ldquo; und &bdquo;den Anderen&ldquo;, das aktuell unter anderem in der Rede von &bdquo;faulen Griechen&ldquo; und &bdquo;flei&szlig;igen Deutschen&ldquo; kumuliert? Eine Art &ldquo;fiktiver Kollektividentit&auml;t&ldquo;, die stets anf&auml;llig f&uuml;r Feindbildprojektionen ist, meint der Soziologe und Publizist <strong>Rainer Schreiber<\/strong> im Gespr&auml;ch<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26897\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[159,209,11],"tags":[339,1555,835,1433,291,340],"class_list":["post-26897","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-interviews","category-strategien-der-meinungsmache","tag-chauvinismus","tag-griechenland","tag-nationalismus","tag-pegida","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-zuwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26897"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26897\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120372,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26897\/revisions\/120372"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}