{"id":26903,"date":"2015-07-23T08:39:30","date_gmt":"2015-07-23T06:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903"},"modified":"2015-07-23T08:39:30","modified_gmt":"2015-07-23T06:39:30","slug":"hinweise-des-tages-2422","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL\/AM)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h01\">Das Leiden wird vergr&ouml;&szlig;ert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h02\">Das Drangsalieren Griechenlands ist die Botschaft, dass wir jetzt in einer neuen EU sind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h03\">Timothy Geithner: &ldquo;EU leaders were obsessed with crushing terrible Greeks&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h04\">Two Lessons From Syriza&rsquo;s Two (Biggest) Mistakes <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h05\">Sch&auml;ubles Plan &ndash; ein Hoffnungsschimmer?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h06\">Kein deutscher Export&uuml;berschuss mit dem Euroraum?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h07\">Sch&auml;uble, Bundesbank und Industrie widersetzen sich den US-W&uuml;nschen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h08\">Konsumschwach, aber besch&auml;ftigungsf&auml;hig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h09\">Spanien, das vermeintliche Vorbild<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h10\">Staatsschulden: Ursachen, Wirkungen und Grenzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h11\">&ldquo;Auf der Suche nach dem Medienkartell (4): Geisterbahn der Meinungsmacht&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h12\">Warum Piketty und Co. falsch liegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h13\">Hetze und Gewalt gegen Fl&uuml;chtlinge: Orte der Schande <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h14\">Stimmungsmache und Stigmatisierung: Bayern will Abschiebelager einrichten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h15\">Rassismus im System<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h16\">Ein mit &Ouml;l geschmiertes Atomabkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h17\">Krieg nach Drehschluss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h18\">&ldquo;Wir sind jetzt alle Spione&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h19\">&ldquo;Befinden uns an der Saar-Uni in einer gesunden Demokratur&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h20\">Selbstst&auml;ndige als Werkvertragsnehmer <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903#h21\">Das Letzte: F&uuml;r die Griechen wird ihr Ouzo jetzt teurer<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26903&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Das Leiden wird vergr&ouml;&szlig;ert<\/strong><br>\nDie Furcht davor, dass wieder ein Hegemon Deutschland in Europa kalt den Ton angeben k&ouml;nnte, diese Furcht trieb nach dem Mauerfall vor allem Margaret Thatcher in Gro&szlig;britannien und Fran&ccedil;ois Mitterrand in Frankreich um. Und Ironie der Geschichte: Ausgerechnet das Projekt der gemeinsamen W&auml;hrung sollte auch dazu zu dienen, diesen Hegemon einzubinden, die dominierende Stellung der Bundesbank in einem europ&auml;ischen Gef&uuml;ge einzuhegen. Daran m&uuml;sste sich eigentlich gerade Wolfgang Sch&auml;uble gut erinnern.<br>\nTats&auml;chlich hat dann ausgerechnet Deutschland am meisten profitiert von der Einf&uuml;hrung des Euro, dank dessen deutsche Produkte auf dem Weltmarkt zu ganz anderen, g&uuml;nstigeren und damit wettbewerbsf&auml;higen Preisen angeboten werden k&ouml;nnen, w&auml;hrend sich spanische, italienische und franz&ouml;sische Produkte dadurch eher verteuert haben. Aber weit gefehlt, dass von der deutschen Regierung verstanden w&uuml;rde, welche Verantwortung ihr aus dieser St&auml;rkung zuwuchs. Im Gegenteil.<br>\nIn alter Nationalstaatsmanier werden die vermeintlichen Interessen des heimischen Publikums eisern verteidigt, ohne zu begreifen, dass ein starkes Land wie Deutschland seine Interessen auf Dauer nur sichern kann, wenn es den Zusammenhalt sch&uuml;tzt, der diese St&auml;rke erm&ouml;glichte, und ihn nicht ausbeutet. In zweieinhalb Tagen wurde viel von dem in zweieinhalb Jahrzehnten aufgebauten Vertrauen verspielt, und die alten Bef&uuml;rchtungen gegen&uuml;ber Deutschland wurden wiederbelebt, die konsequent zu widerlegen bislang Leitlinie und Parteienkonsens in der deutschen Europapolitik war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/debatte\/225\/das-leiden-wird-vergroessert-3027.html%20\">Reinhard B&uuml;tikofer in der Kontext:Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auch diese Woche wieder eine Reihe interessanter Artikel in Kontext:Wochenzeitung u.a.:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>Das System Wolf:<\/strong> Gut gemixt mit reichlich Trivialem hat CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf auffallend viele Halbwahrheiten in seinem Vorwahlkampfrepertoire &ndash; nach der unfrommen Devise, dass der Zweck die Mittel eben doch heiligt. Aber so sehr Winfried Kretschmanns Herausforderer Gr&uuml;n-Rot auch am Zeug flickt, die miese Stimmung an der CDU-Basis will einfach nicht besser werden.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Wegrollende Z&uuml;ge:<\/strong> Was die S-21-Kritiker stets gesagt haben, wird jetzt von der Bundesregierung best&auml;tigt: In Bahnh&ouml;fen mit hoher Gleisneigung rollen die Z&uuml;ge weg. Mehr als bisher bekannt.&nbsp;Die meisten in K&ouml;ln, wo die schiefe Ebene weit flacher ist als in Stuttgart geplant.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>War es doch Selbstmord?:<\/strong> Zwischen dem NSU-Ausschuss und Hajo Funke ist ein offener Konflikt ausgebrochen. Der Rechtsextremismus-Experte hat sein Angebot zur&uuml;ckgezogen, bei der Aufkl&auml;rung des Todes von Florian Heilig mitzuhelfen. Jetzt haben die Abgeordneten die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Cuba Libre:<\/strong> Unser Wetterer Peter Grohmann &uuml;ber lupenreine Demokraten, Terroristen und Banker. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>Von St. Pauli lernen:<\/strong> Gegen Immobilienspekulation helfen keine Argumente. Aber der Kampf muss nicht aussichtslos sein. Das zeigt das Beispiel der Esso-H&auml;user an der Hamburger Reeperbahn. Dort plant der Investor inzwischen Sozialwohnungen nach W&uuml;nschen der Anwohner.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Begehren ist schwer:<\/strong> Wenn die B&uuml;rgerInnen begehrlich werden, zuckt die Politik. Wie zuletzt bei Stuttgart 21. Unzul&auml;ssig, hei&szlig;t es dann. In Baden-W&uuml;rttemberg passiert das oft, in Bayern seltener. Immerhin sollen im gr&uuml;n-rot regierten S&uuml;dwesten jetzt die H&uuml;rden sinken.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Absolute Armut:<\/strong> Von einer &ldquo;Rutsche in die Armut&rdquo; spricht der renommierte Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge im Interview &uuml;ber die Hartz-IV-Gesetze. Als einen Weg aus der Armutsfalle fordert er einen h&ouml;heren, ausnahmslosen Mindestlohn und w&uuml;nscht sich f&uuml;r die Zukunft eine solidarische B&uuml;rgerversicherung.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Kontext:Wochenzeitung erscheint mittwochs online auf <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\">kontextwochenzeitung.de<\/a> und samstags als Beilage zur taz.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Drangsalieren Griechenlands ist die Botschaft, dass wir jetzt in einer neuen EU sind<\/strong><br>\nKeine tiefere Spaltung als zwischen denen, die gehorchen m&uuml;ssen und denen, die &ldquo;Bei Fu&szlig;!&rdquo; rufen<br>\nWas ist der Unterschied zwischen der Mafia und der aktuellen europ&auml;ischen F&uuml;hrung? Die Mafia macht ein Angebot, dass man nicht ausschlagen kann. Die F&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Union bietet einen Deal an, den man weder annehmen noch zur&uuml;ckweisen kann, ohne sich selbst zu zerst&ouml;ren.<br>\nDie Europ&auml;ische Union, wie wir sie bisher kannten, ist seit dem Wochenende Geschichte. In jenem EU-Projekt ging es um langsames Zusammenwachsen gleichwertiger L&auml;nder zu einer &ldquo;immer enger werdenden Union&rdquo;. Das ist jetzt vorbei.<br>\nDie ganze Idee war gest&uuml;tzt auf drei Bedingungen: Die erste war, dass der Prozess der europ&auml;ischen Einigung im Konsens erfolgte &ndash; jedes Land w&uuml;rde mehr und mehr seiner Souver&auml;nit&auml;t einbringen, weil es sich aus freiem Willen dazu entschloss. Die zweite war, dass diese aufeinanderfolgenden Schritte (um es in den Worten zu sagen, die f&uuml;r die W&auml;hrungsunion im Vertrag von Maastricht verwendet wurden) &ldquo;unumkehrbar&rdquo; und &ldquo;unwiderruflich&rdquo; waren &ndash; einmal gemacht, sollte es kein Zur&uuml;ck geben.<br>\nDie dritte, unausgesprochen, aber v&ouml;llig klar, war, dass Deutschland sich zur&uuml;ckhalten und, als Gegenleistung f&uuml;r das Geschenk des Neuanfangs, das ihm seine europ&auml;ischen Nachbarl&auml;nder gemacht hatten, nicht wieder den Versuch unternehmen w&uuml;rde, der Platzhirsch zu sein. Jede dieser grundlegenden Bedingungen ist &uuml;ber das Wochenende abgefackelt worden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.irishtimes.com\/opinion\/tormenting-greece-is-about-sending-a-message-that-we-are-now-in-a-new-eu-1.2283593\">Fintan O&rsquo;Toole in The Irish Times<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150722_cw-irish_times-tormenting_greece_is_a_message.pdf\">&Uuml;bersetzung von Carsten Weikamp [PDF &ndash; 82 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Timothy Geithner: &ldquo;EU leaders were obsessed with crushing terrible Greeks&rdquo;<\/strong><br>\nTranscripts obtained by FT&rsquo;s Brussels blog of an interview the former US Treasury Secretary gave to assistants preparing his book, explain why EU leaders &lsquo;got the bats out&rsquo; to teach the Greeks a lesson for lying to them<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thepressproject.gr\/details_en.php?aid=69079\">The Press Project<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Two Lessons From Syriza&rsquo;s Two (Biggest) Mistakes<\/strong><br>\nThat Syriza has made mistakes isn&rsquo;t in dispute: they themselves have admitted to two main ones.<br>\n1)They failed to recognize, despite early warnings from party members such as Costas Lapavistas, that the EU was negotiating in bad faith.  The EU&rsquo;s intention was never to reach an agreement but to destroy Syriza and with it the hope that the victims of the endless bleeding of austerity had any democratic recourse.  Furthermore, the negotiations were themselves a tactic in that, as former finance minister Yanis Varoufakis now admits, they prevented him from focussing on the one thing which Syriza could have used in its negotiations: a viable plan to exit the Eurozone in a way which minimized disruption to the economy and maximize the chances that it would return to health in the shortest possible time.<br>\n2)We now know from Varoufakis that Syriza had &ldquo;a small group . . .  within the ministry, of about five people&rdquo; that were planning in secret for a Grexit.  This was, as he concedes, not even close to what was required to effect a viable transition to a new currency.  Of course, no serious person should have any illusions that a Grexit would be &ldquo;easy&rdquo;, even with a massive investment in staff and infrastructure, any more than recovering from a major earthquake, hurricane or bombing of a nation&rsquo;s major cities by a foreign power. Rather, just as a government is expected to prepare for disasters whether these are acts of god or attacks from hostile foreign powers, Syriza was derelict in failing to plan for what Varoufakis now accepts was &ldquo;a coup&rdquo; albeit executed not by &ldquo;tanks&rdquo; but by &ldquo;banks&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.counterpunch.org\/2015\/07\/17\/syrizas-two-mistakes\/print\/\">Counterpunch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Ich war mit Jamie Galbraith w&auml;hrend der Verhandlungen zwischen der Syriza-Regierung und den Institutionen in regelm&auml;&szlig;igen Email-Kontakt, nachdem ich kurz vor der Griechenland-Wahl in Paris ein <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24704\">Interview<\/a> mit ihm gef&uuml;hrt habe. Damals hatte er noch die Hoffnung, dass man mit den Gl&auml;ubigern mit Argumenten und auf Augenh&ouml;he verhandeln k&ouml;nnte. Wahrend der Verhandlungen im Februar erz&auml;hlte er mir aber, dass die Gl&auml;ubiger eindeutig Syriza zerst&ouml;ren wollten. Er war aber beeindruckt, wie Angela Merkel die Verhandlungen gerettet hat. Als im Laufe der Zeit die Fronten sich wieder verh&auml;rteten, hoffte bwz. glaubte er, dass Merkel erneut einschreiten w&uuml;rde, um die Parteien wieder zueinander zu f&uuml;hren, eine Hoffnung, die er im Laufe der Zeit allm&auml;hlich aufgab. Sowohl Galbraith als auch Varoufakis war es gleich am Anfang klar, dass die Gl&auml;ubiger nicht bereit waren, zu verhandeln, hatten aber die Hoffnung, dass Angela Merkel einschreiten w&uuml;rde, um einen Kompromiss herbeizuf&uuml;hren, damit sie nicht in die Geschichte eingeht, als die Kanzlerin, die das Ende des Euros erlaubte. Da haben sie sich aber get&auml;uscht.   Vor einer Woche schrieb er mir, &bdquo;On Germany, you were right all along&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Warum Varoufakis so erbittert bek&auml;mpft wurde und warum er sich auf Tim Geithner berufen kann<\/strong><br>\nYanis Varoufakis wurde schnell zur unerw&uuml;nschten Person auf dem diplomatischen Parkett Europas. An Lederjacke und offenem Hemd lag es nicht. Er brach Tabus und war nicht zu korrumpieren. Nun packt er aus, und wird in seiner Version sogar vom ehemaligen US-Finanzminister gest&uuml;tzt.<br>\n&ldquo;Meine Bestimmung ist es, die Dinge beim Namen zu nennen&rdquo;, brachte Yanis Varoufakis auf den Punkt, was ihn antreibt, schon bevor er Finanzminister wurde. Er tat das als Finanzminister Griechenlands nur ein wenig diplomatischer und jetzt so offen wie nie.<br>\nAls pr&auml;gnanter und kundiger Analytiker und Kommentator der griechischen Krise hatte sich der Sohn eines marxistischen Chemieprofessors, der die marxistische Denkweise schon als Jugendlicher ein&uuml;bte, einen betr&auml;chtlichen Bekanntheitsgrad und einen gro&szlig;en Fanclub erworben, weit &uuml;ber akademische Zirkel und weit &uuml;ber Griechenland hinaus. Er hatte den sozialdemokratischen Oppositionschef Giorgos Papandreou beraten, zog sich dann aber 2006 wieder in die akademische Welt, an die Universit&auml;t von Texas zur&uuml;ck und kritisierte Papandreous Krisenpolitik scharf. Alexis Tsipras lud ihn ein, f&uuml;r die linke Syriza-Partei zu kandidieren, was er &auml;u&szlig;erst erfolgreich tat, und machte ihn zum Finanzminister.<br>\nVaroufakis schien pr&auml;destiniert f&uuml;r den Job des Chefunterh&auml;ndlers mit den Gl&auml;ubigern. Immerhin war er Spezialist in Spieltheorie, bei der es &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/447-varoufakis\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> In mehrerer Hinsicht interessant: Erstens wird noch mal klar, dass unsere fr&uuml;he Vermutung vom Februar und direkt nach den Wahlen im Januar, dass die f&uuml;hrenden Konservativen die Griechen f&uuml;r ihre Wahlentscheidung bestrafen w&uuml;rden, richtig war. Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26635\">den Beitrag vom 1. Juli<\/a>.<\/em><br>\n<em>Zweitens belegt das Zitat &uuml;ber das Gespr&auml;ch des fr&uuml;heren US Finanzministers Geithner mit Sch&auml;uble die Einfalt, mit der rechtskonservativen Sch&auml;uble Wirtschafts- und Finanzpolitik machen. Aus ihrer Sicht fehlt Europa eine gemeinsame Fiskalpolitik, von der Notwendigkeit des Angleichs der Wettbewerbsf&auml;higkeiten in einem gemeinsamen W&auml;hrungsraum haben sie immer noch nichts verstanden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Sch&auml;ubles Plan &ndash; ein Hoffnungsschimmer?<\/strong><br>\nIn einem sogenannten Positionspapier des Bundesfinanzministeriums, dessen oberster Dienstherr bekanntlich Wolfgang Sch&auml;uble ist, wird ein Grexit, also ein Ausstieg Griechenlands aus der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion, wie folgt ins Gespr&auml;ch gebracht:<br>\nIn dem Fall, dass Griechenland ein tragf&auml;higes Schuldenniveau und eine glaubhafte Perspektive zur Umsetzung nicht im Vorfeld sicherstellen kann, sollten dem Land z&uuml;gige Verhandlungen &uuml;ber eine Auszeit aus der Eurozone angeboten werden. Dies k&ouml;nnte mit einer m&ouml;glichen Neustrukturierung der Schulden geschehen, wenn n&ouml;tig in einem Format des Pariser Clubs von mindestens f&uuml;nf Jahren. Nur dieser Weg vorw&auml;rts w&uuml;rde eine ausreichende Schuldenrestrukturierung erlauben, die mit einer Mitgliedschaft in der W&auml;hrungsunion nicht vereinbar w&auml;re (Art. 125 AEUV).Die Auszeit-L&ouml;sung sollte in den kommenden Jahren begleitet werden von einer Unterst&uuml;tzung Griechenlands als EU-Mitglied und dem griechischen Volk mit wachstumssteigernder, humanit&auml;rer und technischer Betreuung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/schaeubles-plan-ein-hoffnungsschimmer\/\">Flassbeck Economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kein deutscher Export&uuml;berschuss mit dem Euroraum?<\/strong><br>\nEin Leser schickt uns eine alte Geschichte aus der FAZ, die ihm, wie er sagt, immer wieder vorgehalten wird, wenn er mit dem deutschen Leistungsbilanz&uuml;berschuss argumentiert. Dort wird eine Graphik gebracht, die zeigen soll, dass Deutschland mit dem Euroraum f&uuml;r die Monate Januar bis November 2013 keinen &Uuml;berschuss im Au&szlig;enhandel mehr aufwies, was als Beleg daf&uuml;r dienen soll, dass das mit den deutschen Handels&uuml;bersch&uuml;ssen gar nicht so schlimm sein kann, und vor allem daf&uuml;r, dass sie nichts mit der Eurokrise zu tun haben.<br>\nWir nehmen das zum Anlass, die Fakten noch einmal zu referieren. Tats&auml;chlich gibt es eine statistische Abgrenzung des Au&szlig;enhandels, bei der im Jahr 2013 die Bilanz mit dem Euroraum ausgeglichen war. Es handelt sich dabei um den sogenannten Spezialhandel, der vom Statistischen Bundesamt ausgewiesen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/kein-deutscher-exportueberschuss-mit-dem-euroraum\/\">Flassbeck Economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sch&auml;uble, Bundesbank und Industrie widersetzen sich den US-W&uuml;nschen<\/strong><br>\nDie US-Regierung hat nat&uuml;rlich die L&ouml;sung der Krise nicht allein den Europ&auml;ern &uuml;berlassen. Vielmehr hat sie &uuml;ber Frankreichs Regierung interveniert, die ein Team von Experten nach Athen schickte, um den Antrag auf Finanzhilfe so zu verfassen, dass er durchgeht. Sch&auml;uble torpedierte das mit seinem Grexit-Papier. Eine relativ ahnungslose Kanzlerin und ein nicht minder ahnungsloser SPD-Vorsitzender lie&szlig;en sich &uuml;berrumpeln oder wurden von Sch&auml;uble &uuml;berzeugt, dass mit der Grexit-Drohung ein besserer Deal f&uuml;r Deutschlands Haush&auml;lter herauszuholen sein w&uuml;rde als die Amerikaner ihnen zugedacht hatten; insbesondere die &Uuml;bereignung von griechischem Staatseigentum an einen Treuhandfonds als Garantien und weitere Garantien, dass man Umschuldungshilfen nicht nur gegen schnell vergessene Versprechen vergibt. Laut Sch&auml;ubles Papier sollte der Fonds sogar von einer Tochter der deutschen KfW verwaltet werden, in deren Verwaltungsrat er sitzt&hellip;<br>\nSch&auml;uble tr&auml;umt zwar wie die Amerikaner von einem europ&auml;ischen F&ouml;deralstaat mit notorisch klammen nationalen Regierungen, die immer mehr Kompetenzen nach Br&uuml;ssel abgeben. Aber anders als die Amerikaner und vor allem die Franzosen will er eine dominierende Rolle Deutschlands in diesem Gebilde. Die bekommt er, wenn an Griechenland ein Exempel statuiert wird. Denn dann m&uuml;ssen alle anderen Krisenkandidaten sich noch viel mehr als bisher schon des unbedingten Wohlwollens der deutschen Regierung versichern, damit die Finanzm&auml;rkte nie Zweifel daran bekommen, dass sie im Fall einer spekulativen Attacke unterst&uuml;tzt werden&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/444-schaeuble-gegen-lew#weiterlesen%20\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Konsumschwach, aber besch&auml;ftigungsf&auml;hig<\/strong><br>\nDeutsche Unternehmen verst&auml;rken ihre Bem&uuml;hungen, Profit aus dem &ouml;konomischen Kollaps Griechenlands und aus der von Berlin erzwungenen Deregulierung der griechischen Wirtschaft zu schlagen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hofft, nach dem Zusammenbruch des Athener Widerstandes endlich eine milliardenschwere &Uuml;bernahme in Griechenland t&auml;tigen zu k&ouml;nnen; es geht um lukrative Konzessionen zum Betrieb von insgesamt 14 Flugh&auml;fen. Der deutsche Discounter Lidl, der schon jetzt zu den gr&ouml;&szlig;ten Lebensmittelh&auml;ndlern im Land geh&ouml;rt, sucht seine Position weiter zu st&auml;rken. Dabei dr&auml;ngt die Deregulierung, die den gro&szlig;en deutschen Konzernen nutzt, die zahlreichen Selbst&auml;ndigen und kleinen Gewerbetreibenden, die bislang die St&uuml;tze der griechischen Wirtschaft bildeten, an den Rand des Abgrunds; Kritiker warnen vor einer &ldquo;Aush&ouml;hlung der gesellschaftlichen Strukturen&rdquo;. Neue Initiativen der Bundesregierung und der deutschen Industrie zielen unterdessen darauf ab, von der Krise freigesetzte Jugendliche aus den Staaten S&uuml;deuropas &ndash; perspektivisch auch Griechenlands &ndash; &ldquo;besch&auml;ftigungsf&auml;hig&rdquo; zu machen, insbesondere auch f&uuml;r Auslandsstandorte deutscher Unternehmen. All dies geht freilich nicht bruchlos vonstatten: Umsatzeinbu&szlig;en in der verarmenden Peripherie treiben auch einige deutsche Firmen aus dem Land.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59167\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Spanien, das vermeintliche Vorbild<\/strong><br>\nDie j&uuml;ngsten Wachstumszahlen t&auml;uschen, Spanien wird noch bis 2020 Staatsdefizite verzeichnen. Das Beispiel zeigt, dass Sparschnitte, wie sie in Griechenland get&auml;tigt werden, die Krise weiter versch&auml;rfen.<br>\nDie positive Einsch&auml;tzung zu Spanien n&auml;hrt sich vor allem aus den Wachstumsraten gemessen am Bruttoinlandprodukt der vergangenen Jahre. 2014 hat Spaniens Wirtschaft um 1,4 Prozent zugelegt und damit sogar deutlich st&auml;rker als die Eurozone im Durchschnitt (0,9 Prozent). Griechenland brachte es im Vorjahr auf ein Wachstum von 0,8 Prozent. F&uuml;r das laufende Jahr prognostiziert der Internationale W&auml;hrungsfonds den Iberern sogar ein Wachstum von 2,5 Prozent. In Griechenland ist eine Rezession nach den j&uuml;ngsten Entwicklungen unvermeidlich.<br>\nAus diesen Zahlen l&auml;sst sich aber keineswegs auf einen Erfolg von Sparma&szlig;nahmen schlie&szlig;en. Dazu m&uuml;ssen diese und ihr Einfluss auf die Wachstumsraten verglichen werden. Und hier ist Griechenland sehr viel weiter gegangen als Spanien. 2009, im ersten Jahr nach der Finanzkrise, wies Griechenland ein Staatsdefizit von 15,2 Prozent gemessen am BIP aus. Seither hat das Land das Defizit jedes Jahr verkleinert &ndash; bis auf 2,8 Prozent im Jahr 2013, dem letzten Jahr mit gesicherten Daten. Einsparungen haben das Defizit also um 12,4 Prozent verringert. Dies gemessen an einem Brutto&shy;inlandsprodukt, das im gleichen Zeitraum real um 22,6 Prozent eingebrochen ist. Bereinigt man die Zahlen um den Konjunktureinfluss, hat sich das sogenannte strukturelle Budget Griechenlands von 2009 bis 2013 sogar um 20,8 Prozent verbessert. Im letzten Jahr hat in dieser Betrachtung ein &Uuml;berschuss von 2,2 Prozent resultiert.<br>\nDagegen nehmen sich die Bem&uuml;hungen Spaniens geradezu bescheiden aus: Die Verringerung des Defizits zwischen 2009 und 2013 betr&auml;gt hier nur 4,2 Prozent auf 6,8 Prozent, das strukturelle Defizit hat sich um 6,5 Prozent auf 3 Prozent verringert. In diesem Zeitraum ist die spanische Wirtschaft denn auch &laquo;nur&raquo; um 3,9 Prozent preisbereinigt &ndash; geschrumpft.<br>\nZieht man die Kosten f&uuml;r die Zinsen ab, was zum Prim&auml;rsaldo und damit zu einem besseren Ma&szlig;stab f&uuml;r die von einer Regierung beeinflussbaren Sparma&szlig;nahmen f&uuml;hrt, zeigt sich wieder, dass Griechenland den G&uuml;rtel deutlich enger geschnallt hat als Spanien&hellip;<br>\nDer Vergleich der Sparma&szlig;nahmen und der Wachstumsraten zwischen diesen beiden L&auml;ndern zeigt bereits, dass die Behauptung nicht stimmen kann, dass Sparma&szlig;nahmen letztlich zu h&ouml;heren Wachstumsraten f&uuml;hren. Der Blick auf die Zahlen verdeutlicht au&szlig;erdem, dass Spanien keineswegs so gut dran ist, wie es die j&uuml;ngsten Wachstumszahlen vermuten lassen: Die Arbeitslosenquote liegt noch immer bei 22,5 Prozent. Gem&auml;&szlig; den Prognosen des IWF wird das Land noch bis 2020 Staatsdefizite verzeichnen. Die Staatsverschuldung wird demgem&auml;&szlig; bis 2017 auf 100 Prozent ansteigen &ndash; wieder gemessen am BIP.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/europa\/spanien-das-vermeintliche-vorbild\/story\/10009536%20\">Markus Diem Meier im Tages-Anzeiger<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Staatsschulden: Ursachen, Wirkungen und Grenzen<\/strong><br>\n&hellip; Demgegen&uuml;ber sprechen empirische Untersuchungen eher daf&uuml;r, dass konservative, b&uuml;rgerliche Regierungen eine Verminderung der Steuerlasten f&uuml;r ihre Anh&auml;nger durch Steuersenkungen durchsetzen und daher zu h&ouml;heren Defiziten tendieren, w&auml;hrend linke Parteien Steuererh&ouml;hungen als Mittel der Einkommensumverteilung bevorzugen, sodass die Staatsverschuldung niedriger bleibt.47 Teilweise findet sich die These, insbesondere  konservative Regierungen setzten eine Erh&ouml;hung der Staatsverschuldung als strategisches  Instrument ein, um den Handlungsspielraum nachfolgender (linker) Regierungen inzuengen.48 Die Republikanischen Administrationen seit Reagan haben in der Tat die Staatsverschuldung strategisch eingesetzt, um den Kongress zur K&uuml;rzung der Sozialstaatsausgaben zu zwingen, aber nicht um die nachfolgende Administration zu behindern.49&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bbaw.de\/publikationen\/stellungnahmen-empfehlungen\/bericht-staatsschulden\">Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (S. 32 f.)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.S.:<\/strong> Ein nettes Fundst&uuml;ck!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&ldquo;Auf der Suche nach dem Medienkartell (4): Geisterbahn der Meinungsmacht&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Mir f&auml;llt zu dieser Berichterstattung &uuml;ber Griechenland nichts mehr ein.<br>\nSeit Tagen, Wochen, Monaten schalte ich die Kiste ein, schaue mir die Artikel im Netz an und wei&szlig; nicht, ob ich noch in der selben Realit&auml;t lebe wie&nbsp;Rolf-Dieter Krause,Sigmund Gottlieb&nbsp;oder die halbe Belegschaft der&nbsp;F.A.Z.&nbsp;oder der&nbsp;Welt. Ob ich noch Journalisten zuh&ouml;re, oder eher PR-Sprechern dieses Machtapparates, der sich in Berlin und Br&uuml;ssel etabliert hat und seine Sparrezepte gegen jede Vernunft und jede Moral durchsetzt. Der aus einem Land am Rande der Katastrophe, vor den Augen der Welt&ouml;ffentlichkeit, eine Art Protektorat macht, ohne realistische Aussicht auf Aufschwung.&rdquo;<br>\n&ldquo;Griechenland wird gepl&uuml;ndert und verramscht, und die vierte Macht im Land schaut zu und klatscht Applaus. Deshalb geht mein Finger beim Thema demn&auml;chst aus reinem Selbstschutz zur Fernbedienung. Nicht nur bei den &uuml;blichen Verd&auml;chtigen, sondern auch bei ARD und ZDF.<br>\nDieser Journalismus ist eine einzige Zumutung.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/gordon-gernand\/geisterbahn-der-meinungsmacht_b_7800526.html\">Huffington Post<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Warum Piketty und Co. falsch liegen<\/strong><br>\nDie internationalen Top-&Ouml;konomen, die die Griechenland-Politik von Kanzlerin Merkel kritisieren, verkennen das wahre Ausma&szlig; an Solidarit&auml;t in Europa.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bundesfinanzministerium-zu-griechenland-warum-piketty-und-co-falsch-liegen-1.2575665\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.P.:<\/strong> Anbei zu Ihrer Kenntnisnahme eine Verteidigung des Auaterit&auml;tskurses aus dem Herzen des Finanzministeriums. Wieder einmal werden die sozialen Kosten und Verwerfungen eines solchen Kurses konsequent ausgeblendet und auch unterschlagen, dass &ldquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; nicht allein &uuml;ber die Lohnh&ouml;he zu erzielen ist. Ich halte es auch f&uuml;r eine grunds&auml;tzliche Fehlentwicklung in der EU, die wirtschaftliche Dynamik &uuml;ber einen Wettbewerb der Standorte, also der Staaten, organisieren zu wollen &ndash; die Unternehmen sollen miteinander konkurrieren, nicht die Staaten. Wie soll denn das auf Dauer funktionieren, politische Zusammenarbeit bei gleichzeitigem &ldquo;Wirtschaftskrieg&rdquo;? Den gro&szlig;en Kapitalinteressen mag es vordergr&uuml;ndig n&uuml;tzen, wenn die nationalen Arbeitnehmerschaften in eine Art &ldquo;Rattenrennen&rdquo; getrieben werden &ndash; aber das gef&auml;hrdet m.M.n. langfristig den Zusammenhalt der EU. Zum Schluss noch eine Anregung: vielleicht sollte man den Terminus &ldquo;Sparpolitik&rdquo; g&auml;nzlich vermeiden, wenn es um Auterit&auml;t geht, und stattdessen den Begriff &ldquo;K&uuml;rzungspolitik&rdquo; verwenden. &ldquo;Sparen&rdquo; ist ja eigentlich positiv besetzt; da f&auml;llt es schwer zu erkl&auml;ren, warum &ldquo;Sparen&rdquo; in Krisenzeiten kontraproduktiv ist (Stichwort &ldquo;Sparerfolg&rdquo;).<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Hetze und Gewalt gegen Fl&uuml;chtlinge: Orte der Schande<\/strong><br>\nReichertshofen, L&uuml;beck, Freital &ndash; Fl&uuml;chtlinge sind in Deutschland Brandanschl&auml;gen und Drohungen ausgesetzt. Die interaktive Karte zeigt, wo es in diesem Jahr zu &Uuml;bergriffen kam.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/gewalt-gegen-fluechtlinge-in-diesen-orten-gab-es-uebergriffe-a-1044777.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Mit der Hetze etwa der CSU gegen Fl&uuml;chtlinge hat das nat&uuml;rlich &uuml;berhaupt nichts zu tun.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Stimmungsmache und Stigmatisierung: Bayern will Abschiebelager einrichten<\/strong><br>\nDie bayerische Staatsregierung will k&uuml;nftig eigene Aufnahmezentren in Grenzn&auml;he einrichten. &Uuml;ber Asylantr&auml;ge von Fl&uuml;chtlingen aus den Balkanstaaten soll dort in K&uuml;rze entschieden werden. De facto w&uuml;rden die Zentren so zu Abschiebelagern. Bayerns Ministerpr&auml;sident Horst Seehofer will zudem nicht ausschlie&szlig;en, dass Fl&uuml;chtlinge dort in Zelten untergebracht werden.<br>\nDie Pl&auml;ne der bayerischen Staatsregierung sehen vor, dass noch bevor im Asylverfahren entschieden wird, eine Vorabentscheidung dar&uuml;ber getroffen werden soll, wer Schutzbedarf hat und wer ohne Bleiberechtsperspektive ist. Die bayerische Staatsregierung zeigt damit, dass ihr am individuellen Asylverfahren gar nichts, aber an Stimmungsmache sehr viel liegt.&nbsp;<br>\nSonderlager in Grenzn&auml;he stempeln die Untergebrachten ab. Hauptziel der Lager ist diese Stigmatisierung, denn die Frage, wie schnell &uuml;ber Asylantr&auml;ge von Menschen aus den Balkanstaaten entschieden werden kann, h&auml;ngt im Wesentlichen von den Kapazit&auml;ten des Bundesamtes f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge ab. Seehofers Forderung, man wolle schon in Tagen Klarheit haben, ist in der n&auml;chsten Zeit unerf&uuml;llbar &ndash; es sei denn, man verzichte auch noch auf den Rest des f&uuml;r die Balkanstaaten jetzt bereits summarischen und defizit&auml;ren Asylverfahrens.<br>\nDie Rhetorik von Horst Seehofer und seiner Partei unterscheidet sich kaum noch vom rechtspopulistischen Furor. Bayerns Planungen f&uuml;r Abschiebelager sprechen Rassisten aus der Seele, die schon von &bdquo;Auffanglagern f&uuml;r den Abschaum&ldquo; sprechen, wie ein B&uuml;rger von Freital am 6. Juli 2015 im ZDF.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.proasyl.de\/de\/news\/detail\/news\/stimmungsmache_und_stigmatisierung_bayern_will_abschiebelager_in_grenznaehe_einrichten\/\">Pro Asyl<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Rassismus im System<\/strong><br>\nMitte Mai wurde bekannt, dass ein Beamter der Bundespolizei zwei Fl&uuml;chtlinge auf einer Polizeiwache in Hannover schwer misshandelt und sich anschlie&szlig;end mit diesen Taten gebr&uuml;stet hat. Das in vielen Medien ver&ouml;ffentlichte Foto eines am Boden liegenden, mit Handschellen gefesselten Marokkaners mit schmerzverzerrtem Gesicht weckt Erinnerungen an die Bilder aus dem Bagdader Foltergef&auml;ngnis Abu Ghraib aus dem Jahr 2003. Die aktuellen Gewalttaten f&uuml;hren eines drastisch vor Augen: das Problem gesetzeswidriger Handlungen in deutschen Sicherheitsbeh&ouml;rden. Doch wieder einmal wurde die Tat als verwerflicher Ausrutscher eines Einzelnen abgetan, und es wurden lediglich individuelle Konsequenzen angek&uuml;ndigt. Von einem strukturellen Problem institutioneller Diskriminierung wollen Politik und Sicherheitsbeh&ouml;rden nichts wissen.<br>\nBereits im April 2013 hatte die Bundesregierung dem UN-Ausschuss zur Beseitigung von rassistischer Diskriminierung ihren periodisch f&auml;lligen Staatenbericht[1] vorgelegt &ndash; ohne auch nur einmal das Wort &bdquo;Rassismus&ldquo; zu erw&auml;hnen.<br>\nDies erstaunt umso mehr angesichts des eklatanten Versagens von Polizei und Verfassungsschutz, die vom rechtsterroristischen NSU ver&uuml;bte Mordserie an zehn &uuml;berwiegend t&uuml;rkischst&auml;mmigen Personen aufzukl&auml;ren. Stattdessen preist die Regierung in ihrem Bericht die verbesserte Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz als Lehre aus dem NSU-Komplex.<br>\nDoch damit wird das Versagen der Ermittlungsbeh&ouml;rden zu einem schnell zu behebenden Koordinationsproblem von Polizei und Verfassungsschutz kleingeredet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2015\/juli\/rassismus-im-system%20\">Frank-Olaf Radtke in den Bl&auml;ttern f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nicht nur die USA haben ein Rassismusproblem. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ein mit &Ouml;l geschmiertes Atomabkommen<\/strong><br>\nFabian K&ouml;hler 22.07.2015<br>\nNur eine Woche nach Abschluss der Atomverhandlungen mit Iran plant Wirtschaftsminister Gabriel die deutsch-iranische Energiezukunft. Und das Ende der russischen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45500\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Krieg nach Drehschluss<\/strong><br>\nDer Ukrainekonflikt steht nicht mehr im Fokus der &Ouml;ffentlichkeit. Doch der Konflikt kocht nach wie vor und destabilisiert mehr als nur den Osten der Ukraine. Das sollten wir nicht vergessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/martin-speer-und-vincent-immanuel-herr\/10430-der-krieg-in-der-ukraine-abseits-der-medien\">The European<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&ldquo;Wir sind jetzt alle Spione&rdquo;<\/strong><br>\nGeld und Material aus dem Ausland zu bekommen, ist f&uuml;r russische Forscher momentan schwierig. Gleichzeitig vergr&auml;tzt der Kreml private Geldgeber. Manch einer f&uuml;hlt sich an Sowjet-Zeiten erinnert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/article144287123\/Wir-sind-jetzt-alle-Spione.html\">Die Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>&ldquo;Befinden uns an der Saar-Uni in einer gesunden Demokratur&rdquo;<\/strong><br>\nAuf einer Podiumsdiskussion zur Saar-Universit&auml;t wurde nicht die aktuelle Landespolitik Zielscheibe der Kritik, sondern die starke Stellung der Hochschulleitung:<br>\n&ldquo;Die Uni kann nicht entscheiden, welche Fachbereiche f&uuml;r ein Land wichtig sind&rdquo;, hie&szlig; es etwa. Aber &ldquo;viele Regelungen im saarl&auml;ndischen Unigesetz sind verfassungswidrig, da es den Wissenschaftlern zu wenig Entscheidungsbefugnis einr&auml;umt&rdquo;, sagt Birgit Ufermann vom Deutschen Hochschulverband.<br>\nDie Juristin verweist auf das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit. Es soll die Wissenschaft vor ungerechtfertigten Eingriffen des Staates sch&uuml;tzen. Gleichzeitig soll sie den Wissenschaftlern aber auch erm&ouml;glichen, ihre Hochschule aktiv mitzugestalten. So sehe es auch das Bundesverfassungsgericht, das im vergangenen Jahr mit einer &auml;hnlichen Begr&uuml;ndung wesentliche Teile des nieders&auml;chsischen Hochschulgesetzes als verfassungswidrig erkl&auml;rt hatte.<br>\nIm Saarland soll im n&auml;chsten Jahr ein neues Hochschulgesetz verabschiedet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/nachrichten\/hochschule\/hochschule-forschung\/Uni-Professoren-fordern-mehr-Macht;art447190,5828623\">Saarbr&uuml;cker Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Selbstst&auml;ndige als Werkvertragsnehmer<\/strong><br>\nAusma&szlig;, Strukturen und soziale Lage<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_wsi_disp_201.pdf\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung [PDF &ndash; 218 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Das Letzte: F&uuml;r die Griechen wird ihr Ouzo jetzt teurer<\/strong><br>\nAb Montag gilt in Griechenland der neue Mehrwertsteuersatz von 23 Prozent. Er soll dem Staat bis Jahresende 800 Millionen Euro Mehreinnahmen bringen. In den Tavernen werden Getr&auml;nke und Essen teurer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article144186590\/Fuer-die-Griechen-wird-ihr-Ouzo-jetzt-teurer.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin K.T.:<\/strong> Ja, liebe Welt-Redaktion, das ist unser einziges Problem hier in Griechenland, dass der Ouzo teurer wird. So sind wir hier: nur Feiern im Kopf&hellip;<\/em><br>\n<em>Es ist nicht nur der Ouzo teurer geworden, sondern s&auml;mtliche lebensnotwendigen Lebensmittel, die Schiffstickets usw.!<\/em><br>\n<em>&ldquo;Ab Montag gilt in Griechenland der neue Mehrwertsteuersatz von 23 Prozent.&rdquo;- nein, der Mehrwertsteuersatz von 23 Prozent gilt bereits seit 2011! Nur sind jetzt Ausnahmeregelungen f&uuml;r niedrigere Steuers&auml;tze auf z.B. griechischen Inseln aufgehoben worden, was einer Preiserh&ouml;hung auf den Inseln von 10% entspricht. Aber das erfordert doch zu viel Recherche und auch Leser, die so viel komplizierte Details geistig auch aufnehmen k&ouml;nnen&hellip;.da schreiben wir es doch lieber so, wie es uns am besten passt, n&auml;mlich rei&szlig;erisch &ldquo;meinungsbildend&rdquo;so dass jetzt jeder in Deutschland laut aufschreien kann: &ldquo;Waaas? Die hatten bis jetzt nur 13% Mehrwertsteuer????&rdquo; <\/em><br>\n<em>Er soll dem Staat bis Jahresende 800 Millionen Euro Mehreinnahmen bringen.<\/em><br>\n<em>Ja, &ldquo;soll&rdquo;&hellip;.wenn man die Unternehmen ber&uuml;cksichtigt, die dadurch in den Bankrott gehen, die Menschen, die dadurch arbeitslos werden und dazu den geringeren Konsum, dann d&uuml;rfte es wohl lediglich eine der vielen Ma&szlig;nahmen sein, die das Land nur weiter in den Ruin treibt. Aber das passt nun mal nicht ins WELT-Bild Ihrer Leser, oder?<\/em><br>\n<em>Ja, und das Foto ist der Gipfel: Fr&ouml;hliche feiernde Rentner, die nichts anderes machen, als die Steuergelder der Deutschen beim Ouzo zu verprassen, oder?<\/em><br>\n<em>An Zynismus wirklich nicht mehr zu &uuml;berbieten. Es ist einfach nur noch widerlich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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