{"id":26950,"date":"2015-07-28T08:57:46","date_gmt":"2015-07-28T06:57:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950"},"modified":"2015-11-09T12:35:12","modified_gmt":"2015-11-09T11:35:12","slug":"hinweise-des-tages-2425","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AM\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h02\">Joschka Fischer: Fatale Entscheidung f&uuml;r ein deutsches Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h03\">Statistiken zur Wende in Spanien &ndash; Und t&auml;glich gr&uuml;&szlig;t das Murmeltier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h04\">Junckers F&uuml;nfpr&auml;sidentenbericht: Der Weg zum postdemokratischen Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h05\">Bulldozer Renzi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h06\">Die M.I.T. &ndash; Gang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h07\">Chinas Aktienkollaps l&auml;sst die Weltwirtschaft zittern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h08\">Franz&ouml;sische Bauern mobilisieren gegen &ldquo;deutsche Wettbewerbsverzerrung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h09\">Geleaktes Dokument zu TTIP-Verhandlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h10\">Bouffier fordert Sachleistungen statt Taschengeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h11\">Das Tarifeinheitsgesetz war erst der Anfang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h12\">Im Kielwasser von Megayachten und Fl&uuml;chtlingsbooten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h13\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h14\">75 rechtsradikale Morde in Deutschland binnen 25 Jahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h15\">&Auml;gypten: Neoliberaler Rollback mit Golfkapital<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h16\">T&uuml;rkische Angriffe auf Kurden: Unser Krieg!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h17\">Kapitulationserkl&auml;rung einer Volkspartei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h18\">Alex Demirovi&#263; &ndash; Wissenschaft oder Dummheit? &ndash; &Uuml;ber die Zerst&ouml;rung der Rationalit&auml;t in den Bildungsinstitutionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950#h19\">zu guter Letzt: Putin schl&auml;gt Blatter f&uuml;r den Nobelpreis vor<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26950&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Grexit verhindert, Europa verspielt?<\/strong><br>\nSchon lange st&ouml;&szlig;t speziell das deutsche Beharren auf Austerit&auml;t au&szlig;erhalb Europas auf Unverst&auml;ndnis. In der angels&auml;chsischen Welt kritisieren auch Liberale diese Politik als gescheitert. Alle Wachstumserwartungen wurden verfehlt, der Einbruch der griechischen Wirtschaft fiel weit schlimmer aus als angenommen. F&uuml;r das Festhalten an diesem Kurs gibt es nach f&uuml;nf Jahren Rezession keinen einleuchtenden Grund mehr, jedenfalls keinen &ouml;konomischen &ndash; die eigentlichen Motive sind l&auml;ngst politische. Merkel und Gleichgesinnte zielen mit ihrer K&uuml;rzungspolitik auf den sozialstaatlichen Konsens Nachkriegseuropas. Die Kanzlerin sieht im europ&auml;ischen Sozialmodell in erster Linie ein Hindernis im Wettbewerb mit anderen Weltregionen: &bdquo;Europa kommt auf 7 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung, 25 Prozent des weltweiten Reichtums und 50 Prozent der weltweiten Sozialausgaben&ldquo;, erkl&auml;rt Merkel immer wieder.[8]<br>\nSyriza zog sich schon deshalb die Wut zahlreicher europ&auml;ischer Regierungen zu, weil sie diesen Angriff auf die sozialen Sicherungssysteme als politischen Akt kritisierte. Das bereits gef&auml;hrdete die Legitimation jener Politiker, die ihren K&uuml;rzungskurs als &bdquo;alternativlos&ldquo; etikettiert hatten. Daher ging es Merkel, Sch&auml;uble und Gabriel in der Auseinandersetzung mit Griechenland stets auch um die Diskreditierung einer m&ouml;glichen linken Alternative: Tsipras sollte zur Kolotoumba gedr&auml;ngt werden, wie man in Griechenland die &bdquo;Rolle r&uuml;ckw&auml;rts&ldquo; nennt, mit der Politiker ihre Wahlversprechen brechen. Dies hat er nun tats&auml;chlich tun m&uuml;ssen, nicht aber ohne den Zwang kenntlich zu machen, der hinter seinem Kurswechsel steht. Konfrontiert mit der &ouml;konomischen Macht der Gl&auml;ubiger, zog Athen schlicht die Kapitulation der Katastrophe vor&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2015\/august\/grexit-verhindert-europa-verspielt\">Steffen Vogel in den Bl&auml;ttern f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><strong>Operation Exit<\/strong><br>\nYanis Varoufakis ist davon &uuml;berzeugt, dass der deutsche Finanzminister keinen Schuldenschnitt f&uuml;r Griechenland will, um weiter mit einem Grexit drohen zu k&ouml;nnen.<br>\nEs gibt einen Grund daf&uuml;r, warum das griechische Finanzdrama mittlerweile f&uuml;nf Jahre lang die Schlagzeilen beherrscht: Es ist die sture Weigerung unserer Gl&auml;ubiger, einem unvermeidlichen Schuldenschnitt zuzustimmen. Warum halten sie &ndash; jeder Vernunft und Analyse des IWF wie der allt&auml;glichen Praxis von Bankern im Umgang mit &uuml;berforderten Schuldnern zum Trotz &ndash; an dieser Weigerung fest? Die Antwort findet sich nicht in der &Ouml;konomie, sondern verbirgt sich tief im Irrgarten der europ&auml;ischen Politik.<br>\nAls der griechische Staat 2010 zahlungsunf&auml;hig wurde, gab es zwei M&ouml;glichkeiten, sollte das Land weiter Mitglied der Eurozone bleiben: Die vern&uuml;nftige Option zielte auf Umschuldung und Reformierung der nationalen &Ouml;konomie; die toxische Option bestand darin, einem bankrotten Gemeinwesen immer neue Kredite zu gew&auml;hren und so zu tun, als sei es weiter solvent.<br>\nDas offizielle Europa entschied sich f&uuml;r Variante zwei und stellte die Rettung franz&ouml;sischer und deutscher Banken, bei denen der griechische Staat besonders in der Kreide stand, &uuml;ber die sozio&ouml;konomische Lebensf&auml;higkeit Griechenlands. Eine Umschuldung h&auml;tte bedeutet, dass die Geldh&auml;user, bei denen sich Griechenland Geld geliehen hatte, Verluste h&auml;tten hinnehmen m&uuml;ssen. Weil sie unbedingt das Eingest&auml;ndnis vermeiden wollten, dass die Steuerzahler erneut f&uuml;r untragbare Kredite von Banken zu zahlen hatten, stellten die EU-Funktion&auml;re die griechische Staatspleite als ein Problem mangelnder Liquidit&auml;t dar und rechtfertigten den Bail-out mit der &bdquo;Solidarit&auml;t&ldquo; gegen&uuml;ber den Griechen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/operation-exit\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Die griechische Bahn? Nur geschenkt!<\/strong><br>\nEigentlich sollte es schon vergangene Woche losgehen, doch die Verhandlungen der Geldgeber mit der griechischen Regierung verz&ouml;gerten sich. Heute oder morgen soll es nun wirklich losgehen. Ein Thema: der Verkauf von Staatsbetrieben. &Ouml;sterreich will die Bahn &ndash; aber nur geschenkt.<br>\nDie internationalen Geldgeber sind zur&uuml;ck in Athen. Die Verhandlungen &uuml;ber ein drittes Hilfspaket w&uuml;rden &ldquo;unmittelbar beginnen&rdquo;, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. Aus griechischen Regierungskreisen hie&szlig; es dagegen, die Gespr&auml;che w&uuml;rden am Dienstag beginnen.<br>\nDoch Griechenland soll nicht nur Geld bekommen, sondern auch selbst dazu beitragen, den Schuldenberg zu verkleinern. 50 Milliarden Euro sollen durch den Verkauf und die Verpachtung von Immobilien und Staatsunternehmen in den n&auml;chsten Jahren in die griechischen Staatskassen flie&szlig;en. H&auml;fen, Flugh&auml;fen, H&auml;user, L&auml;ndereien, Eisenbahnen und sogar kleine Inseln sollen verkauft oder verpachtet werden.<br>\nAn der griechischen Staatsbahn meldete &Ouml;sterreich jetzt Interesse an. Allerdings: nur geschenkt. &ldquo;Sollten wir uns die griechische Bahn ernsthaft ansehen, w&uuml;rde ich v&ouml;llig ausschlie&szlig;en, einen positiven Kaufpreis zu bezahlen&rdquo;, sagte der Chef der &Ouml;sterreichischen Bundesbahnen (&Ouml;BB), Christian Kern, in einem Interview. Er kenne die griechische Bahn recht gut und habe &ldquo;mit Verwunderung die Werte gesehen, die man glaubt, erl&ouml;sen zu k&ouml;nnen&rdquo;, sagte er ohne Zahlen zu nennen.<br>\nDie griechische Bahngesellschaft TrainOSE wird zum &ldquo;Tafelsilber&rdquo; gez&auml;hlt, das Griechenland in den kommenden Jahren ver&auml;u&szlig;ern soll, um 50 Milliarden Euro einzunehmen. Doch ein gewinnbringender Verkauf ist ganz offenbar keine leichte Aufgabe &ndash; wie das Beispiel der Bahn zeigt. Das &ldquo;Tafelsilber&rdquo; k&ouml;nnte also zum Ladenh&uuml;ter werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/griechenland-privatisierungen-101.html\">tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man kann es drehen und wenden wie man will, Tsipras hat nicht nur einer nochmaligen Versch&auml;rfung des neoliberalen Austerit&auml;tskurses zugestimmt, er l&auml;sst auch zu, das Griechenland restlos ausgepl&uuml;ndert wird.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> Mit dieser Einstellung d&uuml;rften auch andere &ldquo;K&auml;ufer&rdquo; auftreten, die die N&ouml;tigung Griechenlands zur Ver&auml;u&szlig;erung von Staatsbesitz ausnutzen, um ein Gesch&auml;ft zu machen. Am Ende sind aus Sicht der Gl&auml;ubiger die Griechen wieder selbst schuld, wenn das 50 Milliarden-Ziel des Treuhandfonds verfehlt wird. Bleibt dann eben weniger f&uuml;r die in Aussicht gestellte F&ouml;rderung der griechischen Wirtschaft.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Joschka Fischer: Fatale Entscheidung f&uuml;r ein deutsches Europa<\/strong><br>\nDie &ldquo;Macht in der Mitte&rdquo; sollte nie wieder zur Gefahr f&uuml;r den Kontinent und f&uuml;r sich selbst werden. Deutschland sollte nach 1945, anders als 1919 mit dem Frieden von Versailles, nicht mehr isoliert und wirtschaftlich geschw&auml;cht, sondern vielmehr mittels seiner Integration in den Westen milit&auml;risch gesch&uuml;tzt und politisch fest verankert werden.<br>\nMehr noch: Die wirtschaftliche St&auml;rke der europ&auml;ischen Zentralmacht sollte, in Verbindung mit der Auss&ouml;hnung mit dem alten &ldquo;Erbfeind&rdquo; Frankreich, diese in einen gemeinsamen europ&auml;ischen Markt mit der Perspektive einer dereinst stattfindenden politischen Einigung Europas einbringen. In Deutschland nennt man dies heute gerne wieder &ldquo;romantisch&rdquo; oder &ldquo;Pathos-Europ&auml;ertum&rdquo; und glaubt, beides sei heute &uuml;berholt. Fortan gehe es auch in Deutschland beim Thema Europa um harte nationale Interessen, wie bei allen anderen auch.<br>\nZum ersten Mal wollte Deutschland nicht mehr Europa, sondern weniger, und das hie&szlig; im Klartext: die Verwandlung der Euro-Zone von einem europ&auml;ischen Projekt quasi in eine deutsche Einflusszone. Man k&ouml;nnte sagen, dies ist die spezifisch deutsche Form von &ldquo;Renationalisierung im europ&auml;ischen Gewande&rdquo;. Prompt drohte in jener Nacht auch ein schwerer Konflikt mit Frankreich und Italien. Die Kanzlerin musste sich zwischen ihrem Finanzminister und Frankreich entscheiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/griechenland-krise-es-droht-die-rueckkehr-des-haesslichen-deutschen-1.2582530%20\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man mag Joschka Fischer in vielerlei Hinsicht hart kritisieren, aber seine grunds&auml;tzlichen Kritik, Europa zum &bdquo;deutschen Europa&ldquo; zu machen, und das Vorgehen von Merkel und Sch&auml;uble als &bdquo;Renationalisierung im europ&auml;ischen Gewande&ldquo; zu beschreiben, sollte man ernst nehmen.<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Das &ldquo;System Sch&auml;uble&rdquo; amerikanisiert Europa<\/strong><br>\nWir erleben die innere Kolonialisierung Europas: Die Regierung in Athen wird entm&uuml;ndigt und die griechische Gesellschaft nach marktradikaler Ideologie umgestaltet.<br>\nVor bald zwanzig Jahren hat Pierre Bourdieu das &ldquo;Modell Tietmeyer&rdquo; gegei&szlig;elt und damit die offenkundige Strategie des &ldquo;Hohepriesters der D-Mark&rdquo;, als Bundesbankpr&auml;sident das gesamte Europa in geld- und finanzpolitische Geiselhaft zu nehmen. Was Bourdieus damalige Intervention ausgel&ouml;st hatte, war ein Interview Tietmeyers in Le Monde gewesen, bei dem dieser wie in einem Brennglas das gesamte Inventar der damals noch nicht ganz so selbstverst&auml;ndlich akzeptierten neoliberalen Diskurswelt zum Besten gegeben hatte: Wettbewerbsf&auml;higkeit und Haushaltskontrolle, Deregulierung und Privatisierung, Lohnzur&uuml;ckhaltung und Arbeitsflexibilit&auml;t. Mehr &ndash; und vor allem anderes &ndash; brauche es nicht zum gesellschaftlichen Gl&uuml;ck.<br>\nNun, das &ldquo;Modell Tietmeyer&rdquo; hat sich zweifelsohne durchgesetzt, erstaunlicherweise ungeachtet des Warnrufs eines ber&uuml;hmten Soziologen. Und wer das inkriminierte Interview heute liest, dem mag das Echauffierungsw&uuml;rdige desselben kaum mehr auffallen, ist Tietmeyers Rede doch seither so oft von so vielen wiederholt worden, dass der Widerwille gegen das Interview mittlerweile &uuml;berwunden und seine Magerkost geschluckt ist.<br>\nWas macht dann das Neue an der gegenw&auml;rtigen Phase des europ&auml;ischen Marktradikalismus aus &ndash; jetzt, wo die Bundesbankphilosophie erfolgreich vergemeinschaftet worden ist und von den Institutionen der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion europ&auml;isch so prozessiert wird, auf dass deutscher Haushaltsgeist immer wieder neu den einheitlichen Markt befl&uuml;geln m&ouml;ge?<br>\nDas Neue ist, dass mit der &ldquo;Griechenlandrettung&rdquo; das koloniale politisch-&ouml;konomische Entwicklungsmodell endg&uuml;ltig nach Europa, an seine historische Geburtsst&auml;tte, zur&uuml;ckkehrt. Beschr&auml;nkte sich das Modell Tietmeyer noch auf die autoritative Durchsetzung eines europ&auml;ischen Raums ungez&uuml;gelter Kapitalverwertung, so verweist das System Sch&auml;uble auf die n&auml;chste, offen autorit&auml;re Phase marktradikaler Gesellschaftsumgestaltung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/zorneines-soziologen-mexikaner-europas-1.2582666\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Sch&auml;ubles Europa ist brandgef&auml;hrlich<\/strong><br>\nDer Streit &uuml;ber Griechenland zeigt: Die Zukunft Europas steht auf dem Spiel. Nun wird darum gek&auml;mpft, wie die Europ&auml;ische Union k&uuml;nftig aussehen soll. Auch Wolfgang Sch&auml;uble hat eine Vision davon &ndash; doch die kann kaum funktionieren.<br>\nWird der Euro &uuml;berleben? Und wie soll Europa k&uuml;nftig aussehen? Angefeuert von der Griechenlandkrise ist das Thema so aktuell wie selten zuvor. Doch es ist zugleich auch so komplex, dass es wichtig ist, die verschiedenen Standpunkte klar zu machen. Das will ich in den kommenden Kolumnen in einer Serie versuchen.<br>\nVon den unterschiedlichen Positionen sind meines Erachtens f&uuml;nf einer Diskussion w&uuml;rdig. Die erste davon ist die von Wolfgang Sch&auml;uble. Ich fange damit an, weil man Sch&auml;ubles Ideen jetzt schon diskutiert. Um es vorweg zu sagen: Es ist nicht meine Vorstellung von Europa.<br>\nMir geht es aber vor allem darum, die Positionen zun&auml;chst einmal voneinander zu trennen. Denn der F&ouml;deralismus von Wolfgang Sch&auml;uble ist ein radikal anderer als der F&ouml;deralismus eines Guy Verhofstadt, des ehemaligen belgischen Premierministers, der im Europ&auml;ischen Parlament die Fraktion der Liberalen anf&uuml;hrt.<br>\nDas entscheidende Merkmal von Sch&auml;ubles Europa ist das eines konvergierenden Kerns. Da Deutschland das wirtschaftlich wichtigste und gr&ouml;&szlig;te Land im Euroraum ist, bedeutet Konvergenz in diesem Fall, dass sich alle anderen Staaten Deutschland ann&auml;hern. Hier geht es nicht allein um Haushaltsregeln, die f&uuml;r alle gelten, sondern auch um die Konvergenz in der Privatwirtschaft.<br>\nDie deutsche Volkswirtschaft verbucht strukturell hohe &Uuml;bersch&uuml;sse in der Leistungsbilanz &ndash; dieses Jahr sind es etwa acht Prozent des j&auml;hrlichen Bruttoinlandsprodukts. Das ist extrem viel. Der &Uuml;berschuss in der Leistungsbilanz setzt sich aus der Summe der &Uuml;bersch&uuml;sse im Haushalt und der &Uuml;bersch&uuml;sse im Privatsektor zusammen. Und das wiederum ist ungef&auml;hr deckungsgleich mit dem Handels&uuml;berschuss, also dem, was die Wirtschaft mehr exportiert als importiert. Die idealen Partner f&uuml;r Deutschland in einer W&auml;hrungsunion w&auml;ren andere exportorientierte Staaten, wie etwa die Niederlande.<br>\nVon dieser Art von Staaten gibt es in Europa allerdings nicht viele &ndash; in der Eurozone sind es vielleicht f&uuml;nf oder sechs der insgesamt 19 Mitgliedstaaten. Frankreich geh&ouml;rt eigentlich nicht dazu, w&auml;re dennoch Teil von Sch&auml;ubles Kern, allein aus politischen Gr&uuml;nden. Ob Italien dazu geh&ouml;rt, ist unklar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/eurozone-warum-wolfgang-schaeubles-europa-nicht-funktioniert-kolumne-a-1045458.html\">SPON<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Statistiken zur Wende in Spanien &ndash; Und t&auml;glich gr&uuml;&szlig;t das Murmeltier<\/strong><br>\nFast t&auml;glich h&ouml;ren wir in den deutschen Medien, wie gut es doch den s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern au&szlig;er Griechenland geht. Fast nichts h&ouml;ren wir &uuml;ber die Entwicklung in der Eurozone ohne Deutschland, und in Deutschland geht nat&uuml;rlich sowieso alles gut. Gerade hat die FAZ beispielsweise wieder gezeigt, wie man Statistik einsetzten kann, um eine bestimmte Botschaft zu vermitteln.<br>\nDie Zeitung zeigt ein Bild (siehe unten), bei dem &ndash; im L&auml;ngsformat! &ndash; ein Aufschwung vorgef&uuml;hrt wird, der f&uuml;r Spanien und Irland, aber auch f&uuml;r die Eurozone insgesamt toll aussieht.<br>\nDa wir vergangenen Freitag genau das Gegenteil behauptet haben (hier), haben wir uns die M&uuml;he gemacht, die FAZ-Kurven der Quartalswerte des BIP noch einmal genau nachzuvollziehen, den Ma&szlig;stab aber zu normalisieren und Deutschland aus der EWU herauszurechnen. Zudem vergleichen wir f&uuml;r Spanien, das ja als besonderer Erfolgsfall der &sbquo;Reformpolitik&lsquo; gilt, das BIP mit der Entwicklung der Industrieproduktion und der Arbeitslosigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/statistiken-zur-wende-in-spanien-und-taeglich-gruesst-das-murmeltier\/\">Flassbeck Economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Junckers F&uuml;nfpr&auml;sidentenbericht: Der Weg zum postdemokratischen Europa<\/strong><br>\nIn &bdquo;Die L&uuml;gen des Jean-Claude Juncker (2)&ldquo; hatte ich aufgeschrieben, was in dem programmatischen F&uuml;nfpr&auml;sidentenbericht zur H&auml;rtung der W&auml;hrungsunion alles grob falsch dargestellt wird. Nun will ich die F&auml;den zusammenziehen und aufschreiben, was die L&uuml;gen verbergen sollen, den Plan f&uuml;r ein postdemokratisches, allein von Technokraten regiertes Europa.<br>\n Wer das f&uuml;r &uuml;bertrieben oder den Bericht f&uuml;r nicht so wichtig h&auml;lt, der sei an Jean-Claude Junckers Maxime erinnert. &bdquo;&hellip;wir warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein gro&szlig;es Geschrei gibt und keine Aufst&auml;nde&hellip; dann machen wir weiter.&ldquo;<br>\nDer Bericht von EU-Kommissionspr&auml;sident Jean-Claude Juncker &bdquo;in enger Abstimmung mit&ldquo; Ratspr&auml;sident Donald Tusk, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem, EZB-Pr&auml;sident Mario Draghi und EU-Parlamentspr&auml;sident Martin Schulz wurde am 22.6. ohne viel Fanfare vorgelegt. Wie beabsichtigt, nahm die &Ouml;ffentlichkeit kaum Notiz. Dabei wird auf diesen Bericht schon sehr flei&szlig;ig Bezug genommen. Allein auf der letzten Seite des Handelsblatts haben in den letzten Tagen DIW-Chef Marcel Fratzscher und der Pr&auml;sident des Instituts f&uuml;r Weltwirtschaft Dennis Snower dazu aufgerufen, die Krise um Griechenland f&uuml;r Schritte zur &bdquo;Vervollst&auml;ndigung der W&auml;hrungsunion&ldquo; zu nutzen, die der Bericht vorschl&auml;gt. &bdquo;F&uuml;r den folgenden Akt (nach dem griechischen Finale) ist n&auml;mlich schon ein Handlungsstrang entworfen&ldquo;, schreibt Snower und verweist auf den F&uuml;nf-Pr&auml;sidenten-Bericht. &bdquo;Eine Krise ist immer auch eine Chance&ldquo;, stellt Fratzscher fest und fordert genau das, was im F&uuml;nfpr&auml;sidentenbericht steht, plus eine Insolvenzordnung f&uuml;r Staaten. Und auch Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble bezog sich im Interview mit dem Spiegel vom 18.7. auf den F&uuml;nfpr&auml;sidentenbericht, der die Basis f&uuml;r die Diskussionen der n&auml;chsten Monate bieten werde. Auch auf h&ouml;chster politischer Ebene werden Absichten erkl&auml;rt, die erkennbar von dem Juncker-Bericht gest&uuml;tzt werden und werden sollen. So haben sich in den letzten Tagen sowohl der franz&ouml;sische Staatspr&auml;sident Hollande als auch der deutsche Finanzminister Sch&auml;uble f&uuml;r die Schaffung eines europ&auml;ischen Finanzministers oder Kommissars ausgesprochen, der in die nationale Budgetplanung und &ndash;ausf&uuml;hrung hineinregieren soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/#weiterlesen\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><strong>Dazu: Europa auf dem Weg zu einer Demokratie &bdquo;light&ldquo;<\/strong><br>\nDie griechische Regierung unter F&uuml;hrung von George Papandreou hatte schon 2011 ein Referendum zum &bdquo;Rettungsplan&ldquo; angek&uuml;ndigt, um die Wahlberechtigten &uuml;ber das Angebot der Kreditgeber entscheiden zu lassen. Die Eurogruppe zog daraufhin das Angebot zur&uuml;ck. Die Lektion war klar &ndash; in Geldfragen ist Demokratie f&uuml;r die EU-Institutionen nachrangig. Die Griechenlandkrise ist ein gutes Beispiel f&uuml;r das Verh&auml;ltnis von nationaler zu europ&auml;ischer Demokratie. Es macht deutlich, wieweit Europa schon entpolitisiert und letztlich entdemokratisiert ist. Zwar ist keine Konterrevolution im Gang. Die Demokratie wurde auch nicht abgeschafft und es gibt auch keine Fassaden-Demokratie, aber die nicht kontrovers diskutierte Spardoktrin zeigt, wie einfach die europ&auml;ische Demokratie ausgeh&ouml;hlt werden kann. Sie entwickelt sich zur Demokratie &bdquo;light&ldquo;.<br>\nDer Aufbau der europ&auml;ischen Demokratie wird seit den &bdquo;r&ouml;mischen Vertr&auml;gen&ldquo; diskutiert. Ein historischer Schritt war die erste Direktwahl des Europaparlaments im Jahr 1979. Seither sind &uuml;ber 30 Jahre vergangen und ausgerechnet die Br&uuml;sseler Politik hat klammheimlich den R&uuml;ckw&auml;rtsgang eingelegt. Viele Indizien beweisen, dass auf europ&auml;ischer Ebene demokratische Strukturen abgebaut werden. Wenn man sie zu einem Gesamtbild zusammensetzt, erscheint der Umgang mit Griechenland schon beinahe plausibel. Unter der Flagge des B&uuml;rokratieabbaus wurde Expertokratie und Technokratie aufgebaut. Es ist kein Zufall, dass die Kommission technokratische L&ouml;sungen bevorzugt. Sie hatte zun&auml;chst in ihren gesellschaftspolitischen Vorschl&auml;gen Informations-, Konsultations- und Partizipationsrechte vorgesehen, um sie dann zu vernachl&auml;ssigen. Es w&auml;re nicht verwunderlich, wenn der Begriff &bdquo;Konsultation&ldquo; bald neben &bdquo;Strukturreformen&ldquo;[1] einen Ehrenplatz im W&ouml;rterbuch der europ&auml;ischen Unworte einnehmen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/32-2015\/++co++afb4c8fa-1f40-11e5-b249-52540066f352\">Gegenblende<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bulldozer Renzi<\/strong><br>\nAuf dem j&uuml;ngsten G7-Gipfel in Elmau pr&auml;sentierte sich Italiens Premier Matteo Renzi als selbstbewusster Vertreter von Bella Italia. Dabei hatte seine Demokratische Partei (PD) nur eine Woche zuvor bei den Regional- und Kommunalwahlen am 31. Mai einen herben R&uuml;ckschlag erlitten. Zwar blieb sie in f&uuml;nf von sieben Regionen mit etwa 25 Prozent der Stimmen weiterhin st&auml;rkste politische Kraft. Dennoch b&uuml;&szlig;te sie in einem Jahr rund zwei Millionen Stimmen ein. Noch bei der Europawahl 2014 hatte der PD 40 Prozent der Stimmen erreicht. Seither hat Renzis Charisma offenkundig deutlich an Anziehungskraft verloren: Fast die H&auml;lfte der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler blieb zu Hause.<br>\nGrund daf&uuml;r ist die fortgesetzte neoliberale Wirtschaftspolitik. Seitdem der ehemalige Premier Mario Monti mitten in der internationalen Spekulationsphase 2011\/2012 den sogenannten Fiscal Compact durchgesetzt hat, ist an ein Ende der Krise nicht zu denken. Montis Sparpeitsche hatte die bereits bestehende Rezession vertieft und den privaten Konsum zur&uuml;ckgeschraubt &ndash; bis hin zu einer drohenden Deflation. Da war wieder Zuckerbrot angesagt: Nachdem sich bei der Parlamentswahl 2013 die F&uuml;nf-Sterne-Bewegung (M5S) von Beppe Grillo als zweitst&auml;rkste parlamentarische Kraft etabliert hatte, &uuml;bernahm im Februar 2014 &ndash; nach einem kurzen Zwischenspiel der Regierung von Enrico Letta &ndash; Matteo Renzi das Zepter. Dessen zun&auml;chst lautstarke Kritik am Br&uuml;sseler Austerit&auml;tskurs kam dem Unmut der Italiener entgegen. Br&uuml;ssel machte Renzi zwar keine substanziellen Zugest&auml;ndnisse, zeigte sich aber wohlwollend gegen&uuml;ber dessen Pl&auml;nen f&uuml;r einen weiteren Umbau Italiens.<br>\nBei der nun angestrebten &bdquo;Modernisierung&ldquo; wagt sich Renzi weit vor. Seine &bdquo;Reformen&ldquo; zielen auf hochsensible Bereiche der Gesellschaft: die Arbeitsgesetze, das Schulsystem, das &ouml;ffentliche Fernsehen und das Wahlgesetz, das, wie die Senatsreform, in die Verfassung eingreift &ndash; um nur die wichtigsten zu nennen.<br>\nSo ersetzt Renzis im Mai mit Gewalt durchs Parlament gepeitschter &bdquo;Jobs Act&ldquo; nun das einst m&uuml;hsam erk&auml;mpfte Arbeitsrecht: Prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse werden damit zwar vor&uuml;bergehend stabilisiert &ndash; dank steuerlicher Erleichterungen f&uuml;r die Unternehmer. Der K&uuml;ndigungsschutz, den Renzi f&uuml;r die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich macht, wird dagegen abgebaut und gilt f&uuml;r keines der neuen Arbeitsverh&auml;ltnisse mehr. Zwar soll ein einheitliches Arbeitsamt geschaffen werden, doch eine entsprechende Arbeitsmarktpolitik und deren Finanzierung sind nicht in Sicht. Stattdessen wird das bestehende Arbeitslosengeld f&uuml;r Gro&szlig;betriebe von bisher 48 auf 24 Monate gek&uuml;rzt, aber immerhin auf alle Betriebe mit mehr als f&uuml;nf Angestellten ausgedehnt. F&uuml;r eine Arbeitslosenversicherung &ndash; nach dem Hartz-Modell &ndash; fehlt jedoch das Geld.<br>\nWeitere Beschneidungen des sozialen Netzes stehen aus: Geplant sind etwa K&uuml;rzungen im noch staatlichen Gesundheitssystem, zudem will Renzi die bereits von seinen Vorg&auml;ngern beschlossenen, umfangreichen Privatisierungen umsetzen. Sie werden den Ausverkauf Italiens beschleunigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2015\/juli\/bulldozer-renzi\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Kein Wunder, dass Tsipras von Renzi keinerlei Unterst&uuml;tzung bekam.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die M.I.T. &ndash; Gang<\/strong><br>\nEs ist eigentlich u&#776;berraschend, wie wenig Medienaufmerksamkeit es fu&#776;r die Dominanz der am M.I.T. ausgebildeten &Ouml;konomen bei politischen Fu&#776;hrungspositionen und im politischen Diskurs gibt. Die ist n&auml;mlich ganz beachtlich. Ben Bernanke hat am M.I.T. promoviert, ebenso Mario Draghi, der Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank, und Olivier Blanchard, der so einflussreiche Chef&ouml;konom des Internationalen W&auml;hrungsfonds. M. Blanchard tritt zuru&#776;ck, aber sein Nachfolger Maurice Obstfeld kommt auch vom M.I.T. &ndash; und hat auch bei Stanley Fischer studiert, der viele Jahre am M.I.T. gelehrt hat und jetzt stellvertretender Vorsitzender der Federal Reserve ist.<br>\nDas sind nur die prominentesten Beispiele. Am M.I.T. ausgebildete &Ouml;konomen, besonders die mit Doktorgraden aus den 1970ern, spielen eine u&#776;bergro&szlig;e Rolle bei politischen Einrichtungen und Diskussionen in der ganzen westlichen Welt. Und, ja, ich geh&ouml;re auch dazu.<br>\nWas nun kennzeichnet die M.I.T. &ndash; Wirtschaftslehre, und warum ist sie von Bedeutung? Um diese Frage zu beantworten, muss man zuru&#776;ck in die 1970er Jahre gehen, als all die Leute, die ich gerade genannt habe, im Studium waren.<br>\nZu der Zeit war die Kombination von hoher Arbeitslosigkeit und hoher Inflation das gro&szlig;e Problem. Der Beginn der Stagflation kam als gro&szlig;er Gewinn fu&#776;r Milton Friedman, der genau dieses Ergebnis vorausgesagt hatte, falls die Regierung die Arbeitslosigkeit zu lange zu niedrig hielte; Das wurde zu Recht oder (eher) zu Unrecht weitgehend als Beweis dafu&#776;r angesehen, dass die M&auml;rkte das Richtige tun und die Regierung ihnen nicht im Weg stehen sollte.<br>\nOder, anders ausgedru&#776;ckt, viele &Ouml;konomen reagierten auf die Stagflation mit einer<br>\nAbwendung von der keynesianischen Wirtschaftslehre mit ihrer Forderung nach staatlichen Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung von Rezessionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/07\/24\/opinion\/paul-krugman-the-mit-gang.html?_r=0%20\">Paul Krugman, NYT , 24.Juli 2015<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Chinas Aktienkollaps l&auml;sst die Weltwirtschaft zittern<\/strong><br>\nInnerhalb nur eines Tages wurden an der B&ouml;rse in Shanghai fast 630 Milliarden Dollar vernichtet. Und der Absturz ist Experten zufolge noch lange nicht vorbei. Schon greift er auf andere M&auml;rkte &uuml;ber.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article144495393\/Chinas-Aktienkollaps-laesst-die-Weltwirtschaft-zittern.html?config=print\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Es wird immer wieder der gleiche Stuss verzapft, im konkreten Fall wird behauptet, es seien fast 630 Milliarden $ vernichtet worden. Da ist real nichts vernichtet worden. Das sind Buchwerte, Kurswerte, korrigiert worden. im &uuml;brigen kann man sich nur dar&uuml;ber am&uuml;sieren, dass ein angeblich kommunistisches Land sich den Spekulanten und der Spekulation aussetzt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Sollte es wirklich zu einem massiven Einbruch der chinesischen Wirtschaft kommen, k&ouml;nnte das in der Tat b&ouml;se Folgen f&uuml;r Deutschland haben, da es dank fortgesetzten Lohn- und Sozialdumpings,  keine Binnennachfrage gibt, die einen Einbruch der Exportnachfrage auffangen k&ouml;nnte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Franz&ouml;sische Bauern mobilisieren gegen &ldquo;deutsche Wettbewerbsverzerrung&rdquo;<\/strong><br>\nSeit Sonntag vergangener Woche schieben sich die organisierten franz&ouml;sischen Bauern in die Topnachrichten, mit Stra&szlig;ensperren an Touristen-Attraktionen wie dem Mont Saint Michel, Autobahnblockaden, G&uuml;lleg&uuml;ssen und Misthaufen vor Einkaufszentren.<br>\nHeute Morgen wurden die Aktionen fortgesetzt mit Blockaden an der Grenze zu Spanien und Deutschland. Ein Dutzend Transporter mit Agrarprodukten sollen an der Grenze nach Deutschland zur&uuml;ckgeschickt worden sein. Der Vorwurf: Wettbewerbsverzerrung durch den Einsatz billiger Arbeitskr&auml;fte aus Osteuropa.<br>\nDie Marktpreise f&uuml;r Milch und Fleisch sind zu niedrig, beklagen die franz&ouml;sischen Bauern. Sie liegen unter den Produktionskosten. &ldquo;Der H&auml;ndler zahlt den Bauern nur noch 3.70 Euro f&uuml;rs Kilo Rindfleisch. Doch die Produktion alleine kostet schon 4.50 Euro.&rdquo; Rund 20.000 franz&ouml;sische Viehz&uuml;chter sollen von der Pleite bedroht sein, jeder zehnte Betrieb, hei&szlig;t es.<br>\nDen Superm&auml;rkten, insbesondere Price, Liddle (!), Intermarch&eacute; und Leclerc, wird Preisdumping vorgeworfen. Pr&auml;sident Hollande appellierte daran, dass sie sich die H&auml;ndler an die vereinbarten, ziemlich komplizierten Abmachungen halten, die Preise sukzessive zu erh&ouml;hen.<br>\nIm Export hat man Probleme damit, dass sich Ern&auml;hrungsgewohnheiten ver&auml;ndern und mit dem Russland-Embargo. Au&szlig;er dem russischen Absatzmarkt sei auch der chinesische, italienische und griechische eingebrochen.<br>\nZwar hatte die Regierung in der vergangenen Woche ein Hilfsprogramm f&uuml;r die Landwirte in H&ouml;he von 600 Millionen Euro versprochen &ndash; ihnen sollen Sozialabgaben in H&ouml;he von 100 Millionen erlassen werden, dazu ein Zahlungsaufschub von Steuern und Abgaben in H&ouml;he von 500 Millionen Euro, zus&auml;tzlich will man bei der Umstrukturierung von Schulden helfen, um Pleiten abzuwenden. Aber an der prinzipiellen Malaise &auml;ndert sich damit nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45543\/1.html\">heise online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Geleaktes Dokument zu TTIP-Verhandlungen<\/strong><br>\nEin vertrauliches Regierungsprotokoll &uuml;ber die TTIP-Verhandlungen zeigt: Trotz anders lautender &ouml;ffentlicher Beteuerungen f&uuml;rchtet die Bundesregierung, dass durch das geplante Freihandelsabkommen weitreichende Regulierungsvorhaben in Zukunft ohne parlamentarische Zustimmung beschlossen werden k&ouml;nnten. Zwar versichert die Bundesregierung offiziell stets, bei der sogenannten &bdquo;regulatorischen Kooperation&ldquo; zwischen EU und USA w&uuml;rden das Europ&auml;ische Parlament und nationale Parlamente eingebunden &ndash; intern warnen Regierungsvertreter aber davor, dass die Abgeordnete bei wichtigen Fragen zuk&uuml;nftig au&szlig;en vor bleiben k&ouml;nnten. Dies belegt ein vertraulicher Bericht eines deutschen Regierungsmitarbeiters f&uuml;r das Bundeswirtschaftsministerium &uuml;ber ein Treffen zwischen EU-Mitgliedstaaten und Kommissionsvertretern im Januar 2015, den das Rechercheb&uuml;ro Correctiv ver&ouml;ffentlicht hat. Die Verbraucherorganisation foodwatch hatte Anfang Juli bereits eine Analyse der Universit&auml;t G&ouml;ttingen ver&ouml;ffentlicht, in der fehlende Mitbestimmungsrechte der EU-Abgeordneten nach Abschluss des TTIP-Abkommens kritisiert wurden.<br>\n&bdquo;Die Bundesregierung verspricht Wachstum und Wohlstand durch TTIP &ndash; und verschweigt die Bedrohung f&uuml;r die Demokratie. Ohne jede parlamentarische Kontrolle k&ouml;nnten Technokraten und Beamte in Zukunft &uuml;ber weitreichende Regulierungsvorhaben entscheiden: Das ist die reale Gefahr des transatlantischen Freihandelsabkommens, &uuml;ber die die TTIP-Bef&uuml;rworter &ouml;ffentlich nicht sprechen&ldquo;, sagte Lena Blanken, Volkswirtin bei der Verbraucherorganisation foodwatch.<br>\nBei der &bdquo;regulatorischen Kooperation&ldquo; sollen im Rahmen von TTIP Regulierungsvorhaben auf beiden Seiten des Atlantiks abgestimmt werden &ndash; inwiefern dabei die Parlamente eingebunden werden, ist aber offen. Zwar m&uuml;sste zumindest das Europ&auml;ische Parlament ein einziges Mal seine Zustimmung zu dem fertig ausgehandelten TTIP-Vertrag geben. TTIP ist jedoch als ein so genanntes &bdquo;living agreement&ldquo; geplant, welches zwischen EU und USA stetig weiterentwickelt werden soll. In Expertenaussch&uuml;ssen (wie dem Rat f&uuml;r regulatorische Kooperation &ndash; Regulatory Cooperation Body, RCB und dem Joint Ministerial Body, JMB) k&ouml;nnten somit weitreichende Erg&auml;nzungen und &Auml;nderungen an dem Vertragswerk vorgenommen werden, ohne dass die Abgeordneten zustimmen m&uuml;ssten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.foodwatch.org\/de\/presse\/pressemitteilungen\/geleaktes-dokument-zu-ttip-verhandlungen-beweist-bundesregierung-sieht-gefahr-der-entmachtung-der-parlamente-durch-zukuenftige-regulierungskooperation\/\">foodwatch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich m&uuml;sste es inzwischen auch den Letzten d&auml;mmern, dass es bei TTIP &amp; Co um die Etablierung eines parallelen Rechtsystems ohne jede demokratische Kontrolle  geht, das allein den Interessen der globalen Finanzelite dient.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bouffier fordert Sachleistungen statt Taschengeld<\/strong><br>\nHessens Ministerpr&auml;sident Volker Bouffier hat dazu aufgefordert, &uuml;ber die Attraktivit&auml;t von Bargeldleistungen f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge nachzudenken. Bouffier sagte im Interview mit hr-iNFO, man m&uuml;sse sich &uuml;berlegen, wie man den Reiz sozialer Leistungen f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge in Deutschland zur&uuml;ckf&uuml;hren k&ouml;nne.<br>\nEine Idee, so Bouffier, seien Sachleistungen statt Taschengeld. Als Beispiel nannte er das Einkommen eines Lehrers in Albanien &ndash; das seien etwa 50 Euro im Monat. In Deutschland gebe es 150 Euro Taschengeld. &ldquo;Wenn ich hier auch nur drei, vier, f&uuml;nf Monate bleiben kann, habe ich mehr Geld verdient als in zwei oder drei Jahren zu Hause&rdquo;, so Bouffier im Gespr&auml;ch mit uns.<br>\nCSU-Chef Horst Seehofer hatte k&uuml;rzlich vor Asylmissbrauch gewarnt und die staatlichen Leistungen in Deutschland als attraktiv f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge bezeichnet. Da sei etwas dran, meinte auch Bouffier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/radio\/hr-info\/index.jsp?rubrik=54163&amp;key=standard_document_56210480\">hr<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das Tarifeinheitsgesetz war erst der Anfang<\/strong><br>\nUnion und SPD haben hat das umstrittene Tarifeinheitsgesetz von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles Ende Mai im Bundestag abgenickt; bewusst, entgegen dem ausdr&uuml;cklichen Rat von Gewerkschafternund Arbeitsrechtlern. Die &Ouml;ffentlichkeit wurde von der Notwendigkeit dieses Gesetzes &uuml;berzeugt, indem der Arbeitgeber Bahn begleitend den laufenden Tarifkonflikt in die L&auml;nge zog und damit bewusst Streiks provozierte. Theatralisch beschrieben Arbeitgeberlobby und Medien daraufhin Szenarien einer nicht mehr funktionsf&auml;higen &ouml;ffentlichen Infrastruktur. Die Bundesregierung nutzte die hysterische Berichterstattung, um das Streikrecht in Deutschland auszuhebeln und um die Koalitionsfreiheit einzuschr&auml;nken.<br>\nDie Pl&auml;ne dazu sind nicht neu, doch scheiterten 2010 erste Versuche der CDU\/CSU am Widerstand des damaligen Koalitionspartners FDP. Die Arbeitgeberverb&auml;nde und ihre Lobbyisten lie&szlig;en jedoch nicht locker. Was vorher nicht ging, funktioniert 2015 reibungslos mit den Sozialdemokraten. Die SPD hat sich in dieser ideologisch gef&uuml;hrten Debatte erneut zur Handlangerin der Arbeitgeberverb&auml;nde gemacht und f&uuml;hrt damit die Tradition ihrer arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindlichen Politik der letzten Jahre unger&uuml;hrt fort. Sozialdemokratische Wurzeln, noch vor kurzem gefeiert, sind nicht mehr zu erkennen.<br>\nF&uuml;r ihre tarifpolitischen Kernaufgaben werden Gewerkschaften in Zeiten des Tarifeinheitsgesetzes weniger Zeit haben. Denn statt sich f&uuml;r eine Steigerung der L&ouml;hne und Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen ihrer Mitglieder einzusetzen, wird ihr Tagesgesch&auml;ft zuk&uuml;nftig von verfassungsrechtlichen Kl&auml;rungen und notariellen Mitgliederz&auml;hlungen bestimmt. Der zu bef&uuml;rchtende Wettbewerb um die meisten Mitglieder wird unabsehbare Folgen, nicht zuletzt f&uuml;r die Durchsetzungskraft von Tarifforderungen, haben. Zumindest solange das Bundesverfassungsgericht dieses unsinnige Gesetz nicht stoppt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/das-tarifeinheitsgesetz-war-erst-der-anfang\/\">Freiheitsliebe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Im Kielwasser von Megayachten und Fl&uuml;chtlingsbooten<\/strong><br>\nUnter den Superreichen w&auml;chst das Bewusstsein f&uuml;r die Risiken, welche die wachsende Ungleichheit mit sich bringt<br>\nEs gibt eine &ldquo;Safe Swimmer&rsquo;s Pledge&rdquo;, mit der sich Erstschwimmer verpflichten, nie allein zu schwimmen, sich nicht in die N&auml;he von Saug- und Abflussrohren zu begeben, immer mit den F&uuml;&szlig;en zuerst ins Wasser zu springen und alle Pool-Regeln zu befolgen.<br>\nUnd da ist eine andere &ldquo;Pledge&rdquo;, die zu&auml;chst einmal nichts mit Wasser zu tun hat. Es ist die von Bill Gates, Warren Buffett, Michael Bloomberg und einigen weiteren Milliard&auml;ren ins Leben gerufene &ldquo;Giving Pledge-&ldquo;, deren Ziel es ist, die reichsten Individuen und Familien Amerikas dazu einzuladen, den gr&ouml;&szlig;ten Anteil ihres Verm&ouml;gens der Philanthropie zur Verf&uuml;gung zu stellen.<br>\nDer amerikanische Journalist Robert Frank war einst beim Wall Street Journal, jetzt bei CNBC verantwortlich f&uuml;r das Thema Superreichtum. Er ist Autor des Bestsellers &ldquo;Richistan&rdquo;. P&uuml;nktlich zum Sommerbeginn beschrieb er in der New York Times, wie wenig das Leben der neuen Superreichen sich auf blo&szlig;es luxuri&ouml;ses Strandleben reduzieren l&auml;sst. Nach dem World Economic Forum in Davos, dem Cannes Lions International Festival of Creativity, der Art Basel und einigen weiteren Events habe nun der &ldquo;Mediterranean Milk Run&rdquo; (etwa: &ldquo;Routine T&ouml;rn&rdquo;) begonnen &ndash; die sommerliche Megayacht-Prozession von Saint-Tropez nach Portofino, Capri usw.<br>\nDoch auch die Bootsfl&uuml;chtlinge des Mittelmeers und ihre Schlepper sind auf einem &ldquo;Milk Run&rdquo;, einem ganz anderen zwar. Schon in den ersten Monaten des Jahres 2015 ertranken Tausende von Menschen, davon allein an einem Tag 400 vor der K&uuml;ste Libyens und 700 in der Stra&szlig;e von Sizilien. 2014 kamen mehr als 3 Tsd. Fl&uuml;chtlinge ums Leben, seit dem Jahr 2000 sind nach vorsichtigen Sch&auml;tzungen 30 Tsd. im Mittelmeer geblieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45438\/1.html\">Hans J&uuml;rgen Krysmanski auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Karlsruher Konter<\/strong><br>\nDie Bundesregierung wird das BKA-Gesetz wohl entsch&auml;rfen m&uuml;ssen. Neben den gro&szlig;z&uuml;gigen Befugnissen zur Datenerhebung st&ouml;&szlig;t vor allem die Weiterverwendung der Daten f&uuml;r andere Zwecke auf die Kritik der Verfassungsrichter.<br>\nDen ganzen Tag lang hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re den Disput im holzget&auml;felten Sitzungssaal des Bundesverfassungsgerichts verfolgt. Viele Kabinettskollegen reisen in solchen F&auml;llen nach der Mittagspause ab, de Maizi&egrave;re aber war geblieben &ndash; und hatte, abgesehen von einem kurzen Zwischenruf, den ganzen Nachmittag &uuml;ber geschwiegen.<br>\nDann, um kurz nach 19 Uhr, dr&auml;ngte es den Minister ans Rednerpult. &ldquo;Ich habe geduldig zugeh&ouml;rt&rdquo;, begann er, doch jetzt m&uuml;sse er &ldquo;eine Bemerkung machen&rdquo;.<br>\nDie neuen &Uuml;berwachungsbefugnisse des Bundeskriminalamts (BKA) h&auml;tten bisher lediglich &ldquo;gut 80 Personen&rdquo; betroffen. Wer den Kl&auml;gern und ihren Unterst&uuml;tzern zuh&ouml;re, k&ouml;nne indes den Eindruck gewinnen, dass &ldquo;die deutsche Bev&ouml;lkerung&rdquo; davon Schaden nehme. Dabei m&uuml;sse man sich den Grund f&uuml;r diese Gesetzesnovelle vergegenw&auml;rtigen: Die Terroranschl&auml;ge in den USA am 11. September 2001 seien in Deutschland vorbereitet worden, &ldquo;und niemand hier wusste etwas davon&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/bverg-verhandlung-gesetzgebung-bka-ueberwachung-privatsphaere\/\">Legal Tribune Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Bundesregierung gibt nur l&uuml;ckenhaft Auskunft zur Telekommunikations&uuml;berwachung<\/strong><br>\nOffenbar haben die Bundesbeh&ouml;rden &Uuml;berwachungsmethoden wie Stille SMS 2015 bisher weniger oft als in den Vorjahren genutzt. Aber nicht jede Beh&ouml;rde gibt auch Auskunft.<br>\nDie Bundesbeh&ouml;rden gingen mit den verschiedenen Instrumenten zur &Uuml;berwachung von Telekommunikation im ersten Halbjahr 2015 erheblich zur&uuml;ckhaltender um als noch in den vergangenen Halbjahren. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor, die heise online vorliegt. Die Entwicklung l&auml;sst sich jedoch nicht durchg&auml;ngig mit Zahlen belegen, da verschiedene Beh&ouml;rden die Auskunft verweigerten. (&hellip;)<br>\nAuch MAD, Zoll und BND versuchten sich an der Stillen SMS, doch die Fallzahlen bewegten sich in den letzten Jahren bei 1 bzw. wurden nicht angegeben. Dies kritisiert der linke Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko: &bdquo;Trotz expliziter Nachfrage erfahren wir immer noch nicht, in welchem Umfang auch der Bundesnachrichtendienst Stille SMS verschickt. Er sieht die Stille SMS kritisch, da sie in einer &bdquo;rechtlichen Grauzone&ldquo; stattfinde. Polizei und Nachrichtendienste d&uuml;rften die Kommunikation von Telefonen n&auml;mlich nur passiv abh&ouml;ren. Mit der Stillen SMS wird die Telekommunikationsverbindung aber von den Beh&ouml;rden aus initiiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Bundesregierung-gibt-nur-lueckenhaft-Auskunft-zur-Telekommunikationsueberwachung-2762925.html?wt_mc=nl.ho.2015-07-25\">heise online<\/a><\/li>\n<li><strong>Neuer Bitkom-Chef h&auml;lt Datensparsamkeit f&uuml;r veraltet und hinderlich<\/strong><br>\nThorsten Dirks, frischgebackener Pr&auml;sident des Branchenverbands Bitkom, hat eine Bilanz der bald einj&auml;hrigen digitalen Agenda der Bundesregierung gezogen und bestehende Datenschutzprinzipien als gro&szlig;es Hindernis ausgemacht.<br>\nNoch nachdr&uuml;cklicher als sein Vorg&auml;nger Dieter Kempf hat der seit wenigen Wochen amtierende Pr&auml;sident des Digitalverbands Bitkom, Thorsten Dirks, traditionelle Datenschutzregeln als H&uuml;rde f&uuml;r die vernetzte Wirtschaft ausgemacht. &ldquo;Das Prinzip der Datensparsamkeit hat sich in fast allen Lebensbereichen &uuml;berholt&rdquo;, erkl&auml;rte der Telef&oacute;nica-Chef am Montag in seinem vorl&auml;ufigen Fazit zur knapp einj&auml;hrigen digitalen Agenda der Bundesregierung. Er st&uuml;tzte so den Kurs der EU-Mitgliedsstaaten, die sich bei der in Br&uuml;ssel verhandelten Datenschutzreform von diesem Ansatz weitgehend verabschieden wollen.<br>\nEin einheitlicher europ&auml;ischer Rechtsrahmen zur Privatsph&auml;re der B&uuml;rger w&auml;re eine &ldquo;gro&szlig;e Erleichterung&rdquo; f&uuml;r die Unternehmen, betonte Dirks. Es komme aber auf die darin enthaltene Richtung an. &ldquo;Wir wollen kein Supergrundrecht auf Datenschutz&rdquo;, betonte er. Dieser m&uuml;sse abgewogen werden etwa gegen&uuml;ber Informationsfreiheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ix\/meldung\/Neuer-Bitkom-Chef-haelt-Datensparsamkeit-fuer-veraltet-und-hinderlich-2753840.html%20\">heise online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Eigentlich skandal&ouml;s und ein Grund zur sofortigen Entlassung (da vermutlich sogar noch w&auml;hrend der Probezeit), weil der neue Bitkom-Chef offenbar nichts weniger verlangt als die Lockerung des grundgesetzlich garantierten Datenschutzes.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>WikiLeaks: Generalbundesanwalt sieht keinen Grund f&uuml;r neue NSA-Ermittlungen<\/strong><br>\nKanzlerin, Minister, B&uuml;rger: Die Berichte &uuml;ber NSA-Spitzeleien mehren sich. Generalbundesanwalt Harald Range will trotzdem vorerst nicht aktiv werden. F&uuml;r Ermittlungen fehlten &ldquo;gerichtsfeste Beweise&rdquo;, sagte er dem SPIEGEL. (&hellip;)<br>\nNeue Ermittlungen k&auml;men infrage, &ldquo;wenn wir auch beweiskr&auml;ftige Dokumente erhielten, vielleicht eine Protokollabschrift eines konkreten Telefongespr&auml;chs zwischen Frau Merkel mit irgendjemandem&rdquo;, so Range. &ldquo;Wenn wir das in amerikanischen Unterlagen finden w&uuml;rden, vielleicht noch garniert mit Randbemerkungen oder dem Hinweis, bitte dem Vorgesetzten Sowieso vorlegen&rdquo;, so der Generalbundesanwalt, w&auml;re das &ldquo;ein belastbarer Beweis&rdquo;.<br>\nSollte WikiLeaks &uuml;ber entsprechende Dokumente verf&uuml;gen, w&uuml;rde Range sie gern sehen: &ldquo;Das w&auml;re sch&ouml;n. Her damit!&rdquo; Ob ausl&auml;ndische Geheimdienste millionenfach deutsche Staatsb&uuml;rger ausspionieren, werde weiter gepr&uuml;ft, sagte der Generalbundesanwalt. &ldquo;Inzwischen sind mehr als 3000 Strafanzeigen dazu eingegangen. Soweit wir da etwas Konkretes heraussch&auml;len k&ouml;nnen, gehen wir den Verdachtsmomenten nach.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/nsa-harald-range-sieht-keinen-grund-fuer-neue-ermittlungen-a-1045229.html%20\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Hier k&ouml;nnte auch Bundesjustizminister Maas als direkter Vorgesetzter vom Generalbundesanwalt aktiv werden und Ermittlungen anordnen. Glauben diese und andere Personen, US-Geheimdienste w&uuml;rden deutschen Ermittlungsbeh&ouml;rden oder Medien direkt ihre Unterlagen &uuml;berreichen?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Herr Generalbundesanwalt wie w&auml;re es, wenn Sie einfach bei Frau Merkel nachfragen w&uuml;rden, ob das Gespr&auml;ch echt war. Oder ist die Kanzlerin nicht glaubw&uuml;rdig genug?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Aufbegehren gegen &Uuml;berwachung<\/strong><br>\nKlage gegen Bundesnachrichtendienst von Reporter ohne Grenzen<br>\nReporter ohne Grenzen wirft dem Bundesnachrichtendienst die Verletzung des Fernmeldegeheimnisses vor und wehrt sich juristisch. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union beklagt Bespitzelung des Nachrichtenmagazins Spiegel durch US-Beh&ouml;rden. Beiden geht es um Informantenschutz und Pressefreiheit.<br>\nReporter ohne Grenzen wirft dem Bundesnachrichtendienst (BND) vor, den E-Mail-Verkehr der Organisation mit ausl&auml;ndischen Partnern, Journalisten und anderen Personen ausgesp&auml;ht zu haben. Der BND hatte im Jahr 2013 im Zuge der strategischen Fernmelde&uuml;berwachung hunderte Millionen Mails mit Suchbegriffen durchforstet und mehr als 15.000 davon genauer untersucht. Reporter ohne Grenzen (ROG) geht davon aus, dass dabei auch zahlreiche Mails der Organisation erfasst wurden. Denn ROG stand im fraglichen Zeitraum in regem Austausch mit zahlreichen Journalisten und zivilgesellschaftlichen Akteuren, auch &uuml;ber Themen wie die T&auml;tigkeit von Geheimdiensten. Deshalb hat ROG am 30. Juni 2015 Klage gegen den BND beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht.<br>\nReporter ohne Grenzen ist nach eigenen Angaben ein regelm&auml;&szlig;iger und wichtiger Ansprechpartner f&uuml;r Journalistinnen und Journalisten aus autorit&auml;ren Staaten wie Usbekistan, Aserbaidschan oder China. Journalisten wenden sich an die Organisation mit vertraulichen Informationen und schutzw&uuml;rdigen Anliegen. &bdquo;Die Ausforschung der Kommunikation durch den BND bedeutet, dass sich Journalistinnen und Journalisten mit ihren pers&ouml;nlichen Anliegen nicht mehr darauf verlassen k&ouml;nnen, dass ihre Kommunikation vertraulich bleibt&rdquo;, warnt ROG-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Christian Mihr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mmm.verdi.de\/medien-recht\/04-2015\/aufbegehren-gegen-ueberwachung\">ver.di<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>75 rechtsradikale Morde in Deutschland binnen 25 Jahren<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat ihre Angaben zu den Todesopfern rechtsradikaler Gewalttaten in Deutschland nach oben korrigiert: Demnach wurden seit 1990 insgesamt 75 Menschen bei 69 Mordanschl&auml;gen durch Rechtsradikale get&ouml;tet. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen hervor. Die Gr&uuml;nen und die SPD halten es allerdings weiterhin f&uuml;r n&ouml;tig, die Untersuchungsmethode zu verbessern.<br>\nHintergrund der Neuz&auml;hlung ist die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe NSU, deren wahrer Hintergrund jahrelang unentdeckt geblieben war. In der Folge wurden Altf&auml;lle noch einmal auf einen rechtsextremen Hintergrund hin gepr&uuml;ft.<br>\nDem Bericht des Bundesinnenministeriums zufolge fand das Bundeskriminalamt (BKA) in Zusammenarbeit mit den meisten Landeskriminal&auml;mtern unter den hunderten nun untersuchten F&auml;llen f&uuml;nfzehn weitere Morde, die auf einen rechtsextremen Hintergrund schlie&szlig;en lie&szlig;en. Hinzu kamen zwei neuere F&auml;lle, so dass die offizielle Statistik nun 17 zus&auml;tzliche Todesopfer rechtsextremer Gewalt enth&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/news1\/article144476659\/75-rechtsradikale-Morde-in-Deutschland-binnen-25-Jahren.html\">Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>&Auml;gypten: Neoliberaler Rollback mit Golfkapital<\/strong><br>\nAm 13 M&auml;rz er&ouml;ffnete Abdel-Fattah Al-Sisi die &bdquo;Egypt Economic Development Conference&ldquo; (EEDC) in Sharm el-Sheikh. Die Website der Veranstaltung bat die Teilnehmer sich gemeinsam mit den F&uuml;hrern der Welt und der internationalen Investitionsgemeinschaft bei der Gestaltung eines noch nie dagewesenen Plan f&uuml;r die Verbesserung des Wohlstand &Auml;gyptens zu beteiligen.<br>\nEs ist sehr unwahrscheinlich, dass die internationalen Investoren, die sich im Sinai Resort versammeln, die Gelegenheit nutzen um kritische Fragen &uuml;ber den blutigen Machtaufstiegs des Gastgebers zu stellen, noch sich auf die zehntausenden Verhafteten, die gegen das Regime protestierten, zu beziehen. Sisi wusste bereits, dass die M&auml;nner und Frauen, die die gr&ouml;&szlig;ten &ouml;konomischen und globale Finanzinstitutionen in Zeiten von Krise und Autorit&auml;t leiteten indem sie die Rechnung aufzwangen, wohl weniger spitzfindig waren, wenn es um seine Menschenrechtsbilanz ging. Sie l&auml;uschten mit gro&szlig;er Aufmerksamkeit als er im Januar &uuml;ber im World Economic Forum in Davos einen Vortrag &uuml;ber den IS hielt.<br>\nDer IWF lobte Mitte Februar die allgemeinen &ouml;konomischen Reformen der &auml;gyptischen Regierung, denn seit seiner Wahl im Jahr 2014 hat Sisi Subventionen auf Benzin gestrichen und plante mit der Einf&uuml;hrung des VAT auch neue Steuern. Die Sparma&szlig;nahmen haben die Subventionen auf Babymilch und Medikamente auf mehr auf die H&auml;lfte gek&uuml;rzt und neue Ausgaben f&uuml;r Krankenversicherungen f&uuml;r von Frauen gef&uuml;hrte Haushalten eingef&uuml;hrt. Gleichzeitig stieg der &Ouml;lpreis unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und belastete die Bed&uuml;rftigen durch die steigenden Transportkosten. Die Privatisierung von grundlegenden Versorgungseinrichtungen und staatlicher Verm&ouml;genswerte, eine Politik die nach der Revolution 2011 von der Regierung abgeschafft wurde, ist jetzt wieder auf der politischen Agenda. Auf einer der vergangenen Kabinettssitzung wurde der Vorschlag Teile der Elektrizit&auml;tsnetzwerke zu verkaufen diskutiert.<br>\nDie Konferenz ist ein Schmuckst&uuml;ck f&uuml;r ein besonderes Model des neoliberalen Kapitalismus, das Sisi in seinen Wahlreden als die Wiederbelebung des &bdquo;Nasserism&ldquo; bezeichnete. Hier spielt der Staat eine zentrale Rolle innerhalb der drei Axen: als den Garant f&uuml;r &bdquo;Stabilit&auml;t&ldquo; (durch die wohl brutalste Form von Unterdr&uuml;ckung, die das moderne &Auml;gypten je erlebt hat ), als ein Durchsetzter von neoliberalen Reformen, die von IMF und westlichen Regierungen gefordert wurden, und als ein Hauptorganisator der ausl&auml;ndischen Finanziers die M&ouml;glichkeit bietet zu investieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/aegypten-neoliberaler-rollback-mit-golfkapital\/\">Die Freiheitsliebe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>T&uuml;rkische Angriffe auf Kurden: Unser Krieg!<\/strong><br>\nDie Angriffe der t&uuml;rkischen Armee auf Stellungen der PKK im Nordirak machen fassungslos. Nicht nur, weil hier ein NATO-Mitglied r&uuml;cksichtslos seine eigenen Interessen durchsetzt. Sondern auch deshalb, weil hier ausgerechnet jene geschw&auml;cht werden, die im Kampf gegen den &ldquo;IS&rdquo; &uuml;berhaupt noch eine Rolle spielen. Dass die innenpolitischen Interessen der t&uuml;rkischen Regierung offenbar schwerer wiegen als die Gefahr, die von den Schl&auml;chtern des &ldquo;IS&rdquo; ausgeht, treibt die absurde Logik dieses Konflikts auf die Spitze.<br>\nEine absurde Logik, die auch von der Bundesregierung betrieben wird. Denn immer noch stehen deutsche Patriot-Abwehr-Raketen im Osten der T&uuml;rkei. Immer noch wird die PKK hierzulande als terroristische Bedrohung eingestuft, obwohl sie seit Jahren keine ernsthafte Gefahr mehr f&uuml;r Deutschland darstellt. Immer noch unterscheidet diese Bundesregierung zwischen guten Peschmerga- und b&ouml;sen PKK-Kurden, obwohl beide l&auml;ngst Seit an Seit gegen die Truppen des &ldquo;IS&rdquo; k&auml;mpfen.<br>\nUnd immer noch ist aus Berlin au&szlig;er ein bisschen lauwarmer Kritik nichts zu h&ouml;ren.<br>\nDies alles nur zu einem einzigen Zweck: Die T&uuml;rkei als NATO-Br&uuml;ckenkopf nicht zu vergr&auml;tzen.<br>\nDer Preis allerdings ist hoch; viel zu hoch. Denn wenn der t&uuml;rkischen Regierung weiterhin freie Hand gegeben wird, dann wird nicht nur der IS gest&auml;rkt. Dann tr&auml;gt die Bundesregierung Mitverantwortung daf&uuml;r, dass der Krieg in Syrien und im Nordirak weiter eskaliert und am Ende auch nach Deutschland getragen wird. Und das gleich doppelt: Niemand sollte sich schlie&szlig;lich wundern, wenn neben der wachsenden Terrorgefahr durch den &ldquo;IS&rdquo; auch die PKK in Deutschland wieder radikaler auftreten wird.<br>\nDaran sollte also kein Zweifel bestehen: Der irrsinnige Krieg der t&uuml;rkischen Armee gegen die PKK im Nordirak ist l&auml;ngst schon unser Krieg. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir auch die ersten Opfer zu beklagen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/posts\/921862177852723?fref=nf&amp;pnref=story\">Georg Restle auf Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kapitulationserkl&auml;rung einer Volkspartei<\/strong><br>\nSigmar Gabriel macht eine Politik, bei der sich keiner auskennt. SPD-Ministerpr&auml;sident Albig zweifelt am Sinn eines eigenen Kanzlerkandidaten. Beide schrumpfen die Partei auf ein viertel Zoll.<br>\nDer Film &ldquo;Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft&rdquo; ist 25 Jahre alt. Es ist die Geschichte von einem verschrobenen Ingenieur, der mittels Strahlung versehentlich seine Kinder auf die Gr&ouml;&szlig;e von einem viertel Zoll verkleinert und sie dann mit dem Kehricht in den Garten wirft. Es handelt sich um eine Science-Fiction-Kom&ouml;die.<br>\nDie SPD dreht gerade eine Fortsetzung, nicht als Science-Fiction, sondern als Dokudrama. Hauptdarsteller und Regisseure sind Sigmar Gabriel und Torsten Albig. Der erste macht eine Politik, bei der sich keiner mehr auskennt. Der zweite gibt Interviews &uuml;ber die Lage der SPD, die st&auml;rker wirken als die Schrumpfstrahlen des Ingenieurs: Er erkl&auml;rt die SPD zu einer Adabei-Partei &ndash; klein, aber immerhin n&uuml;tze, der Union zur Mehrheit zu verhelfen.<br>\nAlbig meint allen Ernstes, dass seine Partei der starken Angela Merkel wegen auf einen eigenen Kanzlerkandidaten verzichten solle. Das ist die launige Kapitulationserkl&auml;rung einer alten Volkspartei. Aber immerhin darf man Gabriel und Albig gelungenes Zusammenwirken attestieren. Gabriel hat schon vor vier Monaten erz&auml;hlt, Merkel sei &ldquo;eine gute Kanzlerin, solange wir aufpassen&rdquo;. Damit hat er die Vorlage geliefert. Eine Partei, die solche Chefs hat, braucht keine Feinde mehr.<br>\nDer Film &uuml;ber die geschrumpften Kinder spielte allein in den USA 130 Millionen Dollar ein. Die SPD erntet immerhin Gel&auml;chter. Das ist doch in traurigen Zeiten auch nicht zu verachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/spd-kapitulationserklaerung-einer-volkspartei-1.2580546\">Heribert Prantl in der SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich ist das nicht zum Lachen, wenn man sieht wie die SPD gezielt ihren politischen Selbstmord betreibt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin H.K.:<\/strong> Wie tief will die SPD noch sinken? Wenn man glaubt, schlimmer geht&rsquo;s nimmer, schie&szlig;t sie das n&auml;chste Eigentor. Albigs Kapitulationserkl&auml;rung ist eine  peinliche Lachnummer. Deutschland steuert unter F&uuml;hrung von Merkel mithilfe der SPD in die perspektivlose Alternativlosigkeit &ndash; obwohl die Verh&auml;ltnisse nach Alternativen zum &bdquo;Neoliberalismus&ldquo; geradezu schreien. Den Anspruch, f&uuml;r einen grundlegenden Politikwechsel einzutreten, hat die zu weit nach rechts ger&uuml;ckte SPD  offenbar aufgegeben. Nach ihrem historisch schwersten Einbruch auf 23 % in 2009 hat sie ihre Chancen zur grunds&auml;tzlichen Neuorientierung nicht genutzt und klebt fest bei 25\/26%, die Union bei rd. 40%. Ukraine, West-Ost-Konfrontation, NSA-BND-Aff&auml;re, Big Data, Liberalisierung, Privatsierungen,  &Ouml;PP, Deregulierungen, Bankenrettungen, Krisenmi&szlig;mangement, Ceta, TIPP, Tisa, Sozialabbau, Lohn- und Steuerdumping, etc., etc&hellip;..all&rsquo; das gibt  40% CDU\/CSU-Anh&auml;ngern nicht zu denken? Folgen die ihrer beliebten Kanzlerin blind, solange es ihnen selbst gut geht? Oder sehen die einfach keine w&auml;hlbare bessere Alternative? Gibt es daf&uuml;r rationale Erkl&auml;rungen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Alex Demirovi&#263; &ndash; Wissenschaft oder Dummheit? &ndash; &Uuml;ber die Zerst&ouml;rung der Rationalit&auml;t in den Bildungsinstitutionen<\/strong><br>\n&raquo;Der Staat ruiniert seine Universit&auml;ten.&laquo; &raquo;Die Hochschulen werden markt&ouml;konomisiert, verbetriebswirtschaftlicht und unternehmerisch.&laquo; &raquo;Die Bildung wird eine Ware.&laquo; &raquo;Die Wissenschaften werden zerst&ouml;rt.&laquo; &raquo;Der Bologna-Prozess ist gescheitert, die Reformen sollten eingestellt werden.&laquo; Die Kritik am neokonservativ und neoliberal betriebenen Umbau der Hochschulen und Wissenschaft in Deutschland kommt mittlerweile von vielen Seiten.<br>\nDiese Reorganisation ist auch Gegenstand der vorliegenden Texte. Es geht in ihnen darum, diesen seit mehr als zwei Jahrzehnten sich vollziehenden Prozess kritisch zu verstehen und die Folgen auszuloten. Aber die vorliegenden Texte treten parteiisch f&uuml;r kritische Theorie ein. Es geht also nicht einfach darum, die Ver&auml;nderungen zu beschreiben; auch wird nicht gefordert, dass der vorherige Zustand wieder hergestellt werden sollte. Die Frage ist vielmehr, welche Konsequenzen diese Ver&auml;nderungen f&uuml;r die Bedingungen der M&ouml;glichkeit kritischer Wissensproduktion und die Entfaltung eines emanzipatorischen Wissens- und Wahrheitsregimes haben. Schaffen sie solche, erweitern sie oder verhindern sie sie?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150728-demirovic-alexs-wissenschaft-oder-dummheit-ueber-die-zerstoerung-der-rationalitaet-in-bildungsinstitutionen-hamburg-2015.pdf\">Rosa-Luxemburg-Stiftung [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Putin schl&auml;gt Blatter f&uuml;r den Nobelpreis vor<\/strong><br>\n[&hellip;] W&auml;hrend fast die ganze Welt Blatter nach den Korruptionsenth&uuml;llungen durch die US-Justiz wie einen Auss&auml;tzigen behandelt, schl&auml;gt Putin seinen Freund sogar f&uuml;r h&ouml;chste Ehren vor. &ldquo;Ich meine, Menschen wie Herr Blatter oder die Leiter anderer internationaler Sportorganisationen oder der Olympischen Spiele sollten besondere Anerkennung erfahren. Wenn es jemanden gibt, der den Nobelpreis verdient, dann sind es diese Leute&rdquo;, sagte der russische Staatschef dem Schweizer Sender RTS.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/sepp-blatter-wladimir-putin-schlaegt-fifa-chef-fuer-nobelpreis-vor-a-1045583.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Putins &Auml;u&szlig;erung ist zwar absurd, aber auch nicht absurder als die Nobelpreise f&uuml;r Barack Obama und die EU.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AM\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-26950","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26950","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26950"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26950\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28451,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26950\/revisions\/28451"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}