{"id":27024,"date":"2015-08-03T13:32:59","date_gmt":"2015-08-03T11:32:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27024"},"modified":"2019-07-05T10:18:37","modified_gmt":"2019-07-05T08:18:37","slug":"euro-versus-drachme-der-machtkampf-innerhalb-der-syriza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27024","title":{"rendered":"\u201eEuro versus Drachme\u201c \u2013 Der Machtkampf innerhalb der Syriza"},"content":{"rendered":"<p>Im Folgenden sollen die beiden Positionen dokumentiert werden, die derzeit in der Syriza um die politische und ideologische &bdquo;Hegemonie&ldquo; innerhalb der Partei wie in der Gesellschaft konkurrieren &ndash; auch im Hinblick auf m&ouml;gliche Wahlen. Die werden von Tsipras und der &bdquo;Regierungsfraktion&ldquo; der Syriza f&uuml;r Ende September oder Anfang Oktober eingeplant, falls es nicht gelingen sollte, die Parlamentsfraktion geschlossen auf Regierungskurs zu bringen. <\/p><p>Wenn dieser Wahlgang kommt, wird die Syriza wahrscheinlich nicht mehr als das fr&uuml;here B&uuml;ndnis unterschiedlicher Fraktionen antreten. Der f&uuml;r Mitte September anberaumte au&szlig;erordentliche Parteikongress wird &ndash; nach Einsch&auml;tzung von Beobachtern innerhalt und au&szlig;erhalb der Syriza &ndash; entweder eine &bdquo;samtene&ldquo; oder eine &bdquo;h&auml;ssliche&ldquo; Scheidung bringen. Der Hauptkonfliktpunkt wird, neben den inhaltlichen Auseinandersetzungen, die Frage sein, wie die Kandidaten f&uuml;r die Wahllisten aufgestellt werden. Tsipras hat bereits angek&uuml;ndigt, dass eine neue Syriza-Regierung (mit oder ohne Koalitionspartner) in der Lage sein muss, sich in den zentralen Fragen auf die eigene Fraktion verlassen zu k&ouml;nnen. Das deutet darauf hin, dass der Regierungsfl&uuml;gel bei der Nominierung der Parlamentskandidaten &bdquo;durchw&auml;hlen&ldquo; wird. Damit w&uuml;rde die Linke Plattform, die sich jetzt explizit zum Grexit bekennt (wie auch der nachfolgende Text von Stamoulis deutlich macht), keine Repr&auml;sentanz im Parlament mehr erhalten. Das wird f&uuml;r sie der letzte Ansto&szlig; sein, eine eigene Partei zu gr&uuml;nden und m&ouml;glichst noch bei den kommenden Wahlen anzutreten. Von <strong>Niels Kadritzke<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie inhaltlichen Positionen der beiden Syriza-Fraktionen, insbesondere was die Frage &bdquo;Euro versus Drachme&ldquo; betrifft, werden in den beiden folgenden Texten deutlich. Beide Texte stammen aus der Wochenendausgabe der linken Tageszeitung Efimerida ton Syntaktion (1.\/2. August), die sich zum wichtigsten Diskussionsforum f&uuml;r die Syriza und die breitere Linke entwickelt hat.  Ich habe das Interview des engen Tsipras-Vertrauten Giorgos Stathakis und den Gastkommentar von Dimitris Stratoulis m&ouml;glichst wortgetreu &uuml;bersetzt, aber zum besseren Verst&auml;ndnis einige Erkl&auml;rungen in Klammern hinzugef&uuml;gt. <\/p><p><strong>Interview mit Giorgos Stathakis, Minister f&uuml;r Wirtschaft, Infrastruktur, Handelsmarine und Tourismus<\/strong><\/p><p>Frage: <em>Das Programm von Thessaloniki (von der Syriza im Herbst 2014 verabschiedet) &uuml;ber das Ende der Austerit&auml;tspolitik wurde jetzt ersetzt durch ein neues Memorandum (Sparprogramm) &uuml;ber drei Jahre, mit der Gegenleistung eines Kredits von 86 Milliarden Euro. Kann Griechenland das durchhalten? Ist das eine tragf&auml;hige L&ouml;sung, die dem Land hilft, sich zu erholen und damit den katastrophalen Plan der R&uuml;ckkehr zur Drachme endg&uuml;ltig vom Tisch zu bringen?<\/em><\/p><p>Stathakis: Die Vereinbarung ist schwierig, aber &ouml;konomisch tragf&auml;hig, weil sie die Gefahr des Grexit beseitigt, eine mildere Anpassung der &ouml;ffentlichen Finanzen vorsieht und dar&uuml;ber hinaus ein Paket mit Entwicklungsprogrammen von 35 Milliarden Euro beinhaltet. Ebenfalls enthalten ist ein neues langfristiges Kreditprogramm &ndash; &uuml;ber 30 Jahre &ndash; vom ESM (Europ&auml;ischer Stabilit&auml;tsmechanismus), das die langfristigen Kredite vom IWF und der EZB abl&ouml;st. Es handelt sich also um eine-Mini-Umstrukturierung der griechischen Schulden. Diese Entwicklung er&ouml;ffnet die Aussicht auf eine betr&auml;chtliche Entlastung der griechischen Schulden, wie sie der IWF seit einiger Zeit fordert. Obwohl  viele der Ma&szlig;nahmen, die die neue Vereinbarung vorsieht, einen rezessionsverst&auml;rkenden Charakter haben, kann man die Vereinbarung auf keinen Fall mit den Memoranden 1 und 2 vergleichen, die Haushaltseinsparungen in H&ouml;he von 15 % des Bruttoinlandsprodukts &uuml;ber vier Jahre, sowie die K&uuml;rzung von Renten und L&ouml;hnen um 30 bis 40 Prozent vorsahen. Stattdessen sieht (dieses 3. Memorandum) niedrigere Prim&auml;r&uuml;bersch&uuml;sse (des Staatshaushalts, Schuldendienst ausgenommen), die schrittweise bis 2018 ansteigen werden, wobei eine gewisse Flexibilit&auml;t einger&auml;umt wird. Das bedeutet, dass die geforderte Anpassung der Haushaltszahlen (sprich: der weitere Defizitabbau) pro Jahr bei etwa einem Prozent des BIP liegen wird.<\/p><p><em>Die Geschlossenheit der Parlamentsfraktion der Syriza hat sich mit der &bdquo;Bewegung der 40&ldquo; aufgel&ouml;st (gemeint sind die knapp 40 Abgeordneten, die der Regierung Tsipras die Gefolgschaft verweigert haben). Was wird auf die heikle Abstimmung eines dritten Pakets folgen (gemeint ist die f&uuml;r diesen Mittwoch angesetzte Abstimmung &uuml;ber weitere Gesetze)? Wahlen im Herbst, eine Regierung der &bdquo;nationalen Einheit&ldquo;, wie sie einige anstreben, oder wird die Regierung sich weiter durchschlagen, mithilfe von Stimmen der Opposition?<\/em><\/p><p>Die Probleme, die sich innerhalb der Syriza gezeigt haben, werden wir &uuml;ber die vorgesehenen kollektiven Verfahren der Parteiorgane l&ouml;sen. Im September werden wir einen Sonderparteitag haben. Es liegt auf der Hand, dass der Ministerpr&auml;sident die Wiederherstellung der Einheit der Parlamentsfraktion anstrebt; das zeigt sich auch darin, dass keine Ausschlussverfahren angewandt wurden (wie es bei den anderen Parteien gegen&uuml;ber Abweichlern in der Fraktion &uuml;blich ist). <\/p><p>Allerdings hat eine Regierung, die nicht voll von den eigenen Abgeordneten unterst&uuml;tzt wird, ein Problem mit ihrer Handlungsf&auml;higkeit, deshalb wird aus den gemeinsamen Verfahren eine neue Strategie hervorgehen m&uuml;ssen, eine neue Konstruktion der Partei auf der Basis der Gegebenheiten, wie wir sie vorfinden. Was als &bdquo;Bewegung der 40&ldquo; bezeichnet wird, ist im Grunde kein homogenes Gebilde, es handelt sich eher um einen &bdquo;Schirm&ldquo; unter dem sich alle versammeln, die mit den Entwicklungen nicht einverstanden sind, und weniger um eine Fraktion, die &uuml;ber ein voll ausgearbeitetes Gegenprogramm verf&uuml;gt. Was nun die M&ouml;glichkeit von Wahlen betrifft, so wird es die nur geben, wenn die Regierung sich keine Mehrheit sichern kann. In dem Fall haben wir zwangsl&auml;ufig Neuwahlen.<\/p><p><em>Wie sieht die unmittelbare Zukunft der Syriza aus? Wird sich die  Zerstrittenheit zur Spaltung der Partei und zur Neuorientierung ihrer Politik weiterentwickeln? Oder wird die Macht als Klebstoff wirken, der die Partei zusammenh&auml;lt?<\/em><\/p><p>Ich hoffe und ich glaube, dass ein offener, aufrichtiger und koordinierter Dialog in den zust&auml;ndigen Organen beginnen wird, &uuml;ber den wir zu gemeinsamen Schlussfolgerungen kommen werden. So etwas haben wir schon in der Vergangenheit gemacht, weshalb ich optimistisch bin, dass wir es auch dieses Mal schaffen werden. Und der &bdquo;Klebstoff&ldquo; darf f&uuml;r uns nicht die Macht sein, sondern das gemeinsame politische Programm und die gemeinsamen Ziele.    <\/p><p><em>Gibt es in Griechenland noch den Raum und die geeigneten Bedingungen f&uuml;r eine neue Partei, die f&uuml;r die Drachme eintritt?<\/em><\/p><p>Die Schaffung eines solchen politischen Gebildes wird eine erfolglose Randerscheinung sein. Letztlich geht s ja nicht um die Frage der W&auml;hrung, sondern um die Politik, die betrieben wird. Die &bdquo;R&uuml;ckkehr zur Drachme&ldquo; w&uuml;rde eine schlagartigen Absturz des Wertes der nationalen W&auml;hrung bedeuten, sie w&uuml;rde den Wert der Bankguthaben der B&uuml;rger um mindestens die H&auml;lfte beschneiden. Zudem w&uuml;rde sie die Kaufkraft sowohl der Lohnempf&auml;nger als auch der Rentner drastisch absenken. Was den Unternehmenssektor betrifft, w&uuml;rden die Beziehungen von Tausenden Firmen mit dem Ausland schwer beeintr&auml;chtigt. Hinzu kommt, dass f&uuml;r das normale Funktionieren der Wirtschaft &ndash; zumindest bis zu einer Erholung und Erneuerung der Produktionsstruktur &ndash;  reelle W&auml;hrungsreserven vonn&ouml;ten sind. Es ist so gut wie sicher, dass wir angesichts des (Staats-)bankrotts und der alten Kredite einen  neuen Kredit brauchen w&uuml;rden, das hei&szlig;t wir m&uuml;ssten uns h&ouml;chstwahrscheinlich an den IWF oder eine &auml;hnliche internationale Organisation wenden.  <\/p><p>All das zeigt aber, dass der Abschied vom Euro die &bdquo;innere Abwertung&ldquo; keineswegs stoppen wird. Im Gegenteil,  er wird zu einer noch schnelleren und h&auml;rteren &bdquo;inneren Abwertung&ldquo; kommen. Und als Letztes ist festzuhalten, dass wir uns bei all dem in einem nicht kartographiertes Gel&auml;nde bewegen, weil es keine entsprechenden historischen Pr&auml;zedenzf&auml;lle gibt. <\/p><p><em>Wir h&ouml;ren viel &uuml;ber die geheimen Vorbereitungen einer R&uuml;ckkehr des Landes zu einer nationalen W&auml;hrung. Es gibt Leute, die die T&auml;tigkeit von Varoufakis mit einem &bdquo;Schattenstaat&ldquo; vergleichen (parakratos, was im griechischen Kontext dunkle geheimdienstliche Machenschaften bedeutet), aber auch die andere Ansicht, dass das Land einen Plan B haben musste, um auf die schlimmsten Szenarien vorbereitet zu sein, wenn die Verhandlungen schief gehen sollten. Was sagen Sie dazu?<\/em><\/p><p>Es gibt glaube ich eine Flut von Informationen, die die Verwirrung nur vergr&ouml;&szlig;ern, und in vielen F&auml;llen will man damit nur Showeffekte erzielen, statt richtige und ernsthafte Informationen zu geben. Im &Uuml;brigen sind viele der Szenarien, die in der &Ouml;ffentlichkeit gehandelt werden, eindeutig falsch.  Die Verhandlungsdelegation der Regierung hat jedenfalls konstant das Ziel verfolgt, eine Vereinbarung zu erreichen.<\/p><p><em>Wie stark wird ihrer Meinung nach die griechische Wirtschaft durch die &bdquo;capital controls&ldquo; (Beschr&auml;nkungen des Kapitalverkehrs, z.B. limitierte Bargeldabhebungen)  beeintr&auml;chtigt? Wann rechnen Sie mit der Aufhebung dieser Beschr&auml;nkungen? Werden sie noch Monate oder Jahre in Kraft bleiben, wie es viele erwarten?<\/em><\/p><p>Die Kapitalkontrollen werden in Kraft bleiben, bis das Banksystem wieder voll stabilisiert ist. Die Grundlage daf&uuml;r wurde bereits durch die erneuerte Liquidit&auml;t durch ELA-Mittel (Notfallkredite der EZB) gelegt, und viele Transaktionen, die anfangs auf Probleme stie&szlig;en, werden jetzt wieder normal vollzogen. Wir haben keine ernsthaften Auswirkungen auf die Wirtschaft, insofern das Hauptproblem, die Importe betreffend, mehr oder weniger beigelegt ist, w&auml;hrend die meisten &Uuml;berweisungen der B&uuml;rger &uuml;ber Karten, Bankautomaten oder web banking laufen. <\/p><p>Dieser Zustand wird, glaube ich, &uuml;berwunden sein, sobald wir die neue Vereinbarung haben, die auch die Rekapitalisierung der Banken umfasst. Im &Uuml;brigen werden die allgemeinere &ouml;konomische Stabilisierung und die Wiederherstellung des Vertrauens dazu f&uuml;hren, dass die Leute ihre abgehobenen Gelder wieder bei den Banken deponieren.  <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Ebenfalls in der Efimerida ton Syntaktion vom 1. August erschien <strong>ein Gastkommentar von Dimitris Stratoulis<\/strong>, Abgeordneter der Syriza im griechischen Parlament und Mitglied des Politb&uuml;ros der Partei; bis 16. Juli stellvertretender Minister f&uuml;r Sozialthemen in der Regierung Tsipras.<\/p><p>Hier der nur am Anfang leicht gek&uuml;rzte Text:<\/p><p>&bdquo;Als Syriza-Abgeordneter unterst&uuml;tze ich die Regierung, damit sie ihr Programm, nicht aber neue Memoranden umsetzt. Die Regierung, den Ministerpr&auml;sidenten und die Einheit der Syriza st&uuml;tzen vor allem diejenigen, die glauben, dass sie sich aus dem K&auml;fig der Memorandum-Politik (sprich der Sparprogramme) befreien und andere Wege finden m&uuml;ssen, die mit dem Programm, den Prinzipien, den Werten der Syriza &uuml;bereinstimmen, und auch mit dem Willen des Volkes, wie er in den Wahlen vom 25. Januar und in dem Referendum vom 5. Juli zum Ausdruck kam. Diejenigen in der Syriza, die glauben, den Ministerpr&auml;sidenten, die Regierung und die Einheit der Partei zu sch&uuml;tzen, indem sie den Weg zur Umsetzung der Memoranden beschreiten, machen einen schweren politischen Fehler. <\/p><p>Die Behauptung, das Volk stehe hinter der Regierung auch dann, wenn sie Memoranden umsetzt, damit nicht die ND und die Pasok (an die Macht) zur&uuml;ckkommen, hat kurze Beine. Unsere Geschichte hat uns gelehrt, dass &bdquo;das Hosianna des Palmsonntags&ldquo; sich leicht in das &bdquo;Kreuziget ihn&ldquo; verwandelt, wenn die sozialen und &ouml;konomischen Auswirkungen des neuen Memorandums offenbar werden. Wenn die Regierung einem dritten Memorandum zustimmt, wird das aufgrund des neoliberalen Inhalts dieses Programms und der strengen Aufsicht durch das Quartett der Gl&auml;ubiger zwangsl&auml;ufig mit der vollst&auml;ndigen Aufk&uuml;ndigung des Programms der Syriza und ihrer programmatischen Aussagen enden.<\/p><p>Die Regierung hat die Wahl, eine dem&uuml;tigenden Unterwerfung zu vollziehen, die mit der Unterzeichnung des neuen Memorandums einhergeht, oder sich aus diesem Memorandum und der Vereinbarung von Br&uuml;ssel zu befreien und alternative L&ouml;sungen voranzutreiben, die einen positiven Ausweg aus der Krise weisen werden. Einen dritten Weg zur &Uuml;berwindung dieses politischen Dilemmas gibt es leider nicht. Wir werden uns selbst, unsere Geschichte und unsere K&auml;mpfe verleugnen, wenn wir in der Syriza davon ausgehen, dass die Memoranden und die Austerit&auml;tspolitik eine Einbahnstra&szlig;e sind und dass es keine alternative L&ouml;sung f&uuml;r diese Dilemmata gibt. Wir w&uuml;rden im Grunde die Existenzberechtigung  der Linken und die gesellschaftlichen K&auml;mpfe f&uuml;r die Forderung nach alternativen L&ouml;sungen gegen&uuml;ber dem neoliberalen Kapitalismus aufk&uuml;ndigen. Wir w&uuml;rden der Regierung jegliche Verhandlungsmacht gegen&uuml;ber den Gl&auml;ubigern wegnehmen.<\/p><p>Die Regierung muss sich von den Memoranden befreien, sie darf kein neues (Memorandum) unterschreiben, darf gegen&uuml;ber den Gl&auml;ubigern keine Verpflichtungen eingehen, die ihr Programm au&szlig;er Kraft setzen, und sie muss die alternative L&ouml;sung ausarbeiten und vorantreiben, die viele in der Syriza unentwegt und st&auml;ndig in den Parteigremien vorbringen. <\/p><p>Mit einem koordinierten  im Rahmen eines umfassenden Alternativplans gut vorbereiteten Kurs, der nicht nur die (neue) nationale W&auml;hrung vorsieht, sondern auch die Anzweiflung und Abschreibung des gr&ouml;&szlig;eren Teils der Staatsschulden, die Nationalisierung der Banken, die Besteuerung der hohen Gewinne und der gro&szlig;en Verm&ouml;gen, die Kontrolle der systemischen Massenmedien, eine Diversifizierung der Energiequellen, multilaterale internationale Beziehungen, Wirtschaftsabkommen innerhalb und au&szlig;erhalb der EU, die Finanzierung von Entwicklungspl&auml;nen zum Wiederaufbau der Produktionsbasis des Landes und vor allem die Beendigung der Austerit&auml;t und die Wiederherstellung der sozialen und Arbeiterrechte, die von den Memoranden abgeschafft wurden. All das ist auch der Inhalt der programmatischen Aussagen der Syriza, die besagen, dass sie den Kampf in den Verhandlungen innerhalb der Eurozone f&uuml;hren wird, &ndash; aber auch dass sie, sollte sie zur Fortsetzung der Memoranden erpresst werden, das Volk nicht innerhalb der Eurozone zugrunde gehen lassen wird (w&ouml;rtlich: &hellip; nicht ausrotten wird).<\/p><p>Beim Vorantreiben dieser alternativen L&ouml;sung wird es nat&uuml;rlich auch Schwierigkeiten geben. Aber es gibt viele Studien, die best&auml;tigen, dass schon nach wenigen Monaten folgende Wirkungen eintreten werden: ein Zunahme der Exporte, eine Abnahme der Importe, eine Erh&ouml;hung der Produktion im Prim&auml;rsektor (Rohstoffe oder z.B. Landwirtschaft), eine explosionsartige Zunahme des Tourismus und die (Wiederherstellung der) notwendige Liquidit&auml;t in der Wirtschaft, damit gro&szlig;e &ouml;ffentliche und private Investitionen get&auml;tigt werden, die wiederum die Entwicklung und die Besch&auml;ftigung verst&auml;rken. Die Versuche der Pro-Memorandums-Kr&auml;fte, jene Repr&auml;sentanten und Fraktionen der Syriza zu denunzieren und zu kriminalisieren, die L&ouml;sungen au&szlig;erhalb der Eurozone und andere Alternativen zu den Memorandums-L&ouml;sungen anstreben, erinnert an die Hexenjagd und die Versuche strafrechtlicher Ausgrenzung.<\/p><p>Solche Praktiken m&uuml;ssen zuallererst die Regierung und die Syriza verurteilen. Wenn sie n&auml;mlich derartige an den B&uuml;rgerkrieg erinnernde Taktiken des Establishments und der Wachhunde der Massenmedien zu Lasten ihrer Genossen hinnehmen, wird alsbald der Ministerpr&auml;sident selbst  an der Reihe sein, der dann n&auml;mlich von ihnen, nachdem sie ihn zuerst erniedrigt haben, als letzter &bdquo;aufgefressen&ldquo; wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden sollen die beiden Positionen dokumentiert werden, die derzeit in der Syriza um die politische und ideologische &bdquo;Hegemonie&ldquo; innerhalb der Partei wie in der Gesellschaft konkurrieren &ndash; auch im Hinblick auf m&ouml;gliche Wahlen. Die werden von Tsipras und der &bdquo;Regierungsfraktion&ldquo; der Syriza f&uuml;r Ende September oder Anfang Oktober eingeplant, falls es nicht gelingen sollte,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27024\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,134,173,190],"tags":[423,1045,359,312,1224],"class_list":["post-27024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-finanzen-und-waehrung","category-griechenland","category-wahlen","tag-austeritaetspolitik","tag-grexit","tag-parteistroemungen","tag-reformpolitik","tag-syriza"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27024"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27024\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53045,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27024\/revisions\/53045"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}