{"id":27028,"date":"2015-08-03T16:27:36","date_gmt":"2015-08-03T14:27:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27028"},"modified":"2015-08-07T08:45:29","modified_gmt":"2015-08-07T06:45:29","slug":"der-amerikanische-alb-traum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27028","title":{"rendered":"Der amerikanische (Alb-)Traum"},"content":{"rendered":"<p>Willy Wimmer hat einen Essay mit vielen guten Anregungen geschrieben. Es geht wie so oft bei ihm um die Rolle der USA in der Welt. Er spricht offen aus, wie unabh&auml;ngig und unterw&uuml;rfig sich die EU geb&auml;rdet, wie r&uuml;cksichtslos wir mit unserer Verpflichtung, die Bundeswehr als Verteidigungsarmee und nicht als Interventionsarmee zu verstehen, umgehen, wie TTIP benutzt werden soll, um den verbleibenden Rest an Eigenst&auml;ndigkeit zu demontieren, und wie sehr wir jetzt schon f&uuml;r Mord und Terror auf der Welt missbraucht werden. &ndash; Wer allein abgewogene Formulierungen zu w&uuml;rdigen wei&szlig;, wird sich an Wimmers Zuspitzungen sto&szlig;en. Ihm oder ihr wird aber so auch verbaut bleiben, wichtige und gef&auml;hrliche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nHier folgt die Einf&uuml;hrung von und der Link auf Zeitgeist, wo der <a href=\"https:\/\/zeitgeist-online.de\/exklusivonline\/dossiers-und-analysen\/1033-der-amerikanische-alb-traum.html\">Text Wimmers<\/a> heute erschienen ist:  <\/p><p>&bdquo;Obwohl das Geschehen auf unserem Planeten l&auml;ngst von einem tiefgreifenden Wandel bestimmt ist, empfinden sich die&nbsp;Vereinigten Staaten noch immer als einzige verbliebene Weltmacht.&nbsp;Dass und wie sie diese Stellung demonstrieren, vielmehr missbrauchen, wird deutlich, wenn man die auf der Hand liegenden Informationen miteinander verbindet, und das bedarf nicht einmal gro&szlig;artiger Recherche. zeitgeist-Autor <a href=\"https:\/\/zeitgeist-online.de\/personalia\/autoren\/990-wimmer-willy.html\">Willy Wimmer<\/a> spannt den Bogen von der Rolle der NATO &uuml;ber die Drohneneins&auml;tze bis hin zum sogenannten Freihandelsabkommen. Die Fakten liegen auf dem Tisch &ndash; nun braucht es nur noch den Willen zum Verstehen.&ldquo;<\/p><p>&hellip;<\/p><p>Hier folgt der weitere Text:<\/p><p>Die Herolde des Gro&szlig;atlantischen Rundfunks machen den feinen Unterschied. Das wird darin deutlich, wie h&ouml;chst unterschiedlich der amerikanische Pr&auml;sident Obama und sein russisches Pendant, Pr&auml;sident Putin, behandelt werden. Obama l&auml;sst in jeder Woche, die Gott erschaffen hat, nach einer m&ouml;rderischen Hitliste Menschen t&ouml;ten. F&uuml;r das ber&uuml;chtigte Lager Guantanamo ist er unver&auml;ndert verantwortlich. &Uuml;ber seine im Nahen und Mittleren Osten losgetretenen Kriege in Syrien, Irak, Jemen sowie Libyen hat er Europa und uns die gewaltigsten Migrationsstr&ouml;me seit Jahrzehnten eingetragen. Dennoch schwimmt er bei der deutschen &bdquo;Wahrheitsindustrie&ldquo; auf einer Welle aufgeregter Hofberichterstattung. Das hat sich zuletzt bei seinem Familienbesuch in Nairobi gezeigt. Bei Pr&auml;sident Putin sieht das ganz anders aus. Dem kann man einen mitgeben oder einschenken, je nachdem, f&uuml;r welchen Sender man t&auml;tig ist. Keine Gelegenheit bleibt ungenutzt, wie man&nbsp;j&uuml;ngst wieder im ZDF&nbsp;bestaunen konnte: Der Reisebericht &uuml;ber eine interessante Tour von Bulgarien nach St. Petersburg musste am Ende mit Seitenhieben gegen Putin versehen werden. Es wird indoktriniert, was das Zeug h&auml;lt. M&uuml;ndige B&uuml;rger, die sich selbst ein Urteil bilden, sind weder vorgesehen noch erw&uuml;nscht. Es ist wie beim Staat auch. G&uuml;tersloh ist &uuml;berall.<br>\n&nbsp;<br>\nDennoch kann sich jeder ein Urteil dar&uuml;ber erlauben, warum das bei Pr&auml;sident Putin so abl&auml;uft. Es scheint der ganze Frust zu sein, dass man ihn nicht &bdquo;knacken&ldquo; kann und die Verh&auml;ltnisse, wie sie in Berlin und anderswo herrschen, nicht auch in Moskau gang und g&auml;be sind. Das gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r den politischen wie auch den journalistischen Bereich. Es geht nicht an, &ouml;ffentlich-rechtlich finanzierte Geheimgeh&auml;lter in Luxush&ouml;he einzustreichen und gleichzeitig Meinungssteuerungsgesellschaften fremder M&auml;chte anzugeh&ouml;ren. Dazu z&auml;hlen auch die investigativen Netzwerke in einer Kombination zwangsfinanzierter Medien mit privaten Eigent&uuml;mermedien, die einer &bdquo;Presse-Nato&ldquo; in Washington zugeordnet werden m&uuml;ssen. Niemand kommt mehr auf den Gedanken, den USA noch irgendeine N&auml;he zur althergebrachten Pressefreiheit zuschreiben zu wollen. Wahrscheinlicher scheint, dass im Regelfall NSA-Aufkl&auml;rungsergebnisse aufbereitet werden. Sogenannte &bdquo;Netzwerke investigativer Journalisten&ldquo; mit Sitz in Washington d&uuml;rften ein Widerspruch in sich sein. Mediendrohnen eben.<\/p><p><strong>Staatliche deutsche Einrichtungen scheinen von anderen M&auml;chten geradezu &bdquo;gekapert&ldquo; worden zu sein<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nEs ist kein Wunder, dass die Menschen gegen diese Entwicklung aufbegehren. Eine Regierung, die nicht mehr wei&szlig;, welche Verantwortung sie dem deutschen Volk gegen&uuml;ber hat, sollte sich nicht k&uuml;nstlich dar&uuml;ber aufregen, dass mit Begrifflichkeiten herumhantiert wird, die es auch nicht besser machen: Zwischen Forderungen nach einem Friedensvertrag &uuml;ber bewusste Hinweise auf die Fortgeltung des Deutschen Reiches und Forderungen nach Austritt aus der NATO ist auf dem Markt so alles vertreten, was man sich denken kann. Wundert das jemanden?<\/p><p>Selbst die &bdquo;Wahrheitsmedien&ldquo; k&ouml;nnen nicht verschweigen, dass in Zusammenhang mit der gewaltigen Abh&ouml;rkaskade, die Deutschland und Europa ergriffen hat, der Begriff &bdquo;ohnm&auml;chtig&ldquo; mit Blick auf die Bundesregierung gewaltig untertrieben ist. Diese Dimension wird nur noch dadurch &uuml;bertroffen, wie sich unser Innenminister in Anbetracht der gewaltig dimensionierten Migrationswelle verh&auml;lt: Seit Monaten ist er wie von der Bildfl&auml;che verschwunden. Man muss sich geradezu fragen, ob die Bundesregierung &uuml;berhaupt noch so etwas wie einen Innenminister in ihrer Reihen hat. Staatspolitisch verh&auml;ngnisvoll ist allerdings, dass durch die Einbindung des BND in die angels&auml;chsische Spionage (im Sinne der weltweiten Abh&ouml;rallianz &bdquo;five eyes&ldquo;) ein folgenschwerer Eindruck entstanden ist: Staatliche deutsche Einrichtungen scheinen von anderen M&auml;chten geradezu &bdquo;gekapert&ldquo; worden zu sein und die eigene Regierung wollte es nicht wissen.<\/p><p>Dieses Modell kennen wir auch von Drohnenmorden in anderen Teilen der Welt. Ramstein und Wiesbaden sind dabei im Visier derjenigen, die sich mit diesem hinterh&auml;ltigen T&ouml;ten von unserem Boden aus generell nicht abfinden wollen und werden. Es ist wie mit dem &bdquo;US Africa Command&ldquo; in Stuttgart: Deutsches Territorium wird in einer Weise genutzt, dass bei unserer Regierung in Berlin jeden Tag der Internationale Strafgerichtshof auf der Matte stehen w&uuml;rde, sofern die USA dem Statut desselben beigetreten w&auml;ren.<\/p><p>In diesen Beispielen manifestiert sich, was die Menschen als Besatzung oder &Uuml;bernahme der vollziehenden Gewalt nach einer fortlaufenden bedingungslosen Kapitulation empfinden. Das wird in wenigen Wochen so deutlich werden, dass uns noch H&ouml;ren und Sehen vergeht. Dann n&auml;mlich, wenn &uuml;ber das tats&auml;chliche&nbsp;<a href=\"https:\/\/zeitgeist-online.de\/exklusivonline\/dossiers-und-analysen\/994-putsch-in-berlin.html\">Aufgeben des sogenannten Parlamentsvorbehalts<\/a>&nbsp;die Soldatinnen, Soldaten sowie die zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr de facto an die NATO und damit an den amerikanischen Pr&auml;sidenten f&uuml;r seine weltumspannenden Kriegseins&auml;tze abgetreten werden. Es hat Deutschland bislang ausgezeichnet, die Eins&auml;tze unserer Truppen vorher einer Entscheidung im Deutschen Bundestag zuzuf&uuml;hren. Jetzt haben sich jahrzehntelange Bem&uuml;hungen, das zu &auml;ndern, f&uuml;r die Transatlantiker gelohnt. Alles wird anders werden. In welchem Ma&szlig;e? Das haben wir schon im letzten Jahr in der Ukraine gesehen, als deutsche Soldaten dort t&auml;tig waren und seither immer wieder dort eingesetzt sind. Die Sorge um diese Bundeswehrangeh&ouml;rigen bestand im Wesentlichen darin, dass sie als Ziele f&uuml;r &bdquo;friendly fire&ldquo; oder &bdquo;False-flag-Operationen&ldquo; genutzt werden k&ouml;nnten, um Deutschland endlich zum Losschlagen gegen die ungeliebte Russische F&ouml;deration bewegen zu k&ouml;nnen.<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Aus einem reinen Verteidigungsb&uuml;ndnis sollte die weltbeste Angriffsformation werden, die der Globus seit dem Zweiten Weltkrieg gesehen hatte<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nDas sehen wir derzeit auch bei den Kriegsoperationen der T&uuml;rkei. Bei der Politik, die die t&uuml;rkische Regierung in den letzten Jahren gegen&uuml;ber Syrien und vor allem gegen Israel betrieben hat, war ein Einsatz deutscher Flugabwehrraketen oder Soldaten in kurdischen Gebieten nicht zu vertreten. Bevor einer von uns durch Ereignisse, wie sie jetzt durch die Kombination USA\/T&uuml;rkei in dieser Gegend m&ouml;glich werden, Schaden an Leib und Leben erleidet, sollten diese Einheiten umgehend nach Deutschland zur&uuml;ckbeordert werden.<\/p><p>Die Menschen sind fassungslos dar&uuml;ber, wie sehr die deutsche Staatsspitze den Grundsatz schleifen l&auml;sst, wonach Deutschland einen Beitrag zum Frieden in der Welt zu leisten habe. Die innenpolitischen Umst&auml;nde, sich als besetztes Gebiet zu f&uuml;hlen und die st&auml;ndigen Kriege, in die die NATO uns treibt, befeuern dieses Gef&uuml;hl.<\/p><p>Mit was wir es dabei zu tun haben, kann man f&uuml;r das staatspolitische Leben an einem bemerkenswerten Vorgang festmachen: Der Vorfall selbst geht in die Fr&uuml;hgeschichte des wiedervereinigten Deutschland zur&uuml;ck. Im M&auml;rz 1992 ver&ouml;ffentliche ein hoher Beamter in einer ehemals als staatstragend angesehenen Tageszeitung auf der Titelseite einen Artikel dar&uuml;ber, wie man sich in Zukunft das Nebeneinander von Washington und Br&uuml;ssel vorstellen k&ouml;nnte. Danach war gleiche Augenh&ouml;he vorgesehen. So war seinerzeit das Denken und Wirken des langj&auml;hrigen deutschen Au&szlig;enministers. Am Abend des Tages, an dem dieser Artikel erschien, fand sich der Beamte als Botschafter in Tokio wieder. So schnell hatte der neue Au&szlig;enminister begriffen, wo der Barthel den Most herzuholen hat. Das war allerdings mehr als eine Tendenzmeldung. Es bestimmt unser Leben bis heute. Dabei sieht die Zukunft noch schrecklicher aus, als viele es ahnen. Wir leben in einem Generationenunterschied, wie er schlimmer nicht sein kann: Auf der einen Seite diejenigen, die in einem gewiss nicht &bdquo;rund laufenden Land&ldquo; die Erfahrung mit einem Willy Brandt machen konnten. Der sprach davon, in einem Land voller demokratischer Traditionen &bdquo;mehr Demokratie&ldquo; wagen zu wollen.<\/p><p>Auf der anderen Seite sehen wir heute eine Generation heranwachsen, die erleben musste, wie sich nach und nach eine &bdquo;marktgerechte Demokratie&ldquo; im Merkelschen Sinne entwickeln konnte. Wer seine Partei nach dem Modell des &bdquo;demokratischen Sozialismus&ldquo; f&uuml;hrt, dem kann man kaum sagen, wie wenig &bdquo; Markt&ldquo; und &bdquo;Demokratie&ldquo; auch nur ein kleines St&uuml;ck des Weges gemeinsam gehen k&ouml;nnen, wenn dabei die Demokratie dem Markt untergeordnet wird. Das haben wir erlebt, als mit den ausgehenden Neunziger-Jahren die staatlichen Kompetenzen abgebaut wurden, um sie nach Br&uuml;ssel zu &uuml;bertragen. Dort sind sie allerdings nie angekommen. Das, was dort eingetroffen ist, fiel unter die R&auml;uber oder die sogenannten &bdquo;Councils&ldquo;, die sich &uuml;ber den Rest von Kompetenz hergemacht haben. Dabei haben sie Berlin so wenig aus den Augen verloren, dass bestimmte Aussch&uuml;sse des Deutschen Bundestages wie parlamentarische Au&szlig;enstellen der angels&auml;chsischen Meinungsindustrie aussehen.<\/p><p>Nat&uuml;rlich konnte in diesem Umfeld das gelingen, was mit dem &bdquo;neuen strategischen Konzept der NATO&ldquo; im Fr&uuml;hjahr 1999 in Washington anl&auml;sslich des f&uuml;nfzigsten Jahrestages der Gr&uuml;ndung des Milit&auml;rpaktes und des entsprechenden &bdquo;Jubil&auml;umskrieges&ldquo; gegen Jugoslawien losgetreten worden ist. Nichts weniger stand an als der Komplettumbau der NATO: Aus einem reinen Verteidigungsb&uuml;ndnis sollte die weltbeste Angriffsformation werden, die der Globus seit dem Zweiten Weltkrieg gesehen hatte. Es gab daf&uuml;r nur ein Hindernis: Dem Verteidigungsb&uuml;ndnis hatten die V&ouml;lker &uuml;ber ihre Parlamente Zustimmung erteilt; kein Volk und auch kein Parlament jedoch hat jemals einer NATO als Angriffsmaschine zugestimmt! Die politisch Verantwortlichen f&uuml;r diese Misere: in Deutschland die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung zusammen mit der Opposition waren sich &uuml;ber die Dimension dieser Problematik im Klaren. &Uuml;ber ein entsprechendes Votum in der Bev&ouml;lkerung bestand &uuml;berhaupt keine Unklarheit. Eine Abstimmung &uuml;ber diesen Paradigmenwechsel musste unter allen Umst&auml;nden verhindert werden. Deshalb erkl&auml;rte man das alles mithilfe des Bundesverfassungsgerichts zur Weiterentwicklung einer an sich lobenswerten Idee. Hunderttausende Tote sind das NATO-Ergebnis &ndash; eine Ende nicht abzusehen &hellip;<\/p><p><strong>Im derzeitigen Zustand sind die USA nicht in der Lage, mit befreundeten Staaten freundschaftlich umzugehen<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nHeute wird vielen bewusst, dass es bei dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2007\/03\/es20070312_2bve000107.html\">Rechtsspruch des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Tornado-Einsatz in Afghanistan<\/a>&nbsp;nicht bleiben kann. So gut die Urteilsgr&uuml;nde auch formuliert und so interessant dazu die &Auml;u&szlig;erungen des zust&auml;ndigen Berichterstatters aus dem Ruhestand auch sein m&ouml;gen: Sie geben keine Antworten auf den &bdquo;Klageverbund Linke\/Gauweiler\/Wimmer&ldquo;. Mit der Umwandlung der NATO in eine Angriffsmaschine ist der Stationierung fremder Truppen in Deutschland die Gesch&auml;ftsgrundlage entzogen. Alles das, was seit den F&uuml;nfziger-Jahren bis hin zu den Vertr&auml;gen anl&auml;sslich der deutschen Wiedervereinigung dazu vereinbart worden ist, geht von der Anwesenheit fremder Truppen auf deutschem Staatsgebiet zu Verteidigungszwecken aus. Nur das ist und war gemeint und nur dazu haben die verfassungsm&auml;&szlig;igen Organe ihre jeweilige Zustimmung gegeben.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd nun? Helmut Schmidt hat eine Antwort darauf gegeben: Er wollte die NATO als transatlantischen Anker erhalten. Die Integration von Streitkr&auml;ften sollte entfallen und damit jede Sondersituation vertraglicher Art in der NATO f&uuml;r Deutschland. Sicher, man kann sich Gedanken &uuml;ber die vertragliche Situation machen und alle K&uuml;ndigungsstufen durchdeklinieren. Man kann sich auch Gedanken &uuml;ber einen m&ouml;glichen republikanischen Pr&auml;sidenten in Begleitung von John McCain in der Sicherheitsschleuse des Kanzleramtes machen. Anzuraten ist ein Blick auf die amerikanische R&uuml;stung und Sinn und Zweck amerikanischer Atomwaffen auf deutschem Boden in Zusammenhang mit hier stationierten US-Truppen. Der deutsche Dramatiker&nbsp;<a href=\"https:\/\/zeitgeist-online.de\/personalia\/autoren\/1027-hochhuth-rolf.html\">Rolf Hochhuth<\/a>&nbsp;hat j&uuml;ngst noch auf&nbsp;<a href=\"https:\/\/zeitgeist-online.de\/exklusivonline\/nachdenkliches-und-schoengeistiges\/1026-als-trojanischer-esel-der-nato-in-den-3-weltkrieg.html\">v&ouml;lkerrechtliche Sonderbestimmungen zulasten des deutschen Territoriums bei m&ouml;glichen Nuklearwaffen-Eins&auml;tzen<\/a> aufmerksam gemacht. Nicht au&szlig;er Betracht lassen sollte man die Funktion Europas als Vorfeld gegen&uuml;ber dem Gro&szlig;gegner Russland nach den Prinzipien der Bratislava-Konferenz vom Mai 2000. Das alles mag ungem&uuml;tlich sein, aber es zwingt eine deutsche Regierung, die diesen Namen zu Recht tragen will, zu einer &Auml;nderung der heutigen Situation. Im derzeitigen Zustand sind die USA nicht in der Lage, mit befreundeten Staaten freundschaftlich umzugehen. Mit anderen Staaten ohnehin nicht.<br>\n&nbsp;<br>\nDas mit dem Vorwurf, die Vereinigten Staaten peilen oder gar streben die Weltherrschaft an, muss auch nochmal bedacht werden. Schlie&szlig;lich liefern sie selbst den Nachweis und machen dabei keine Gefangenen. Die USA sind offenkundig auch gerne bereit, dem Kind einen Namen zu geben. So hat Ende Juli die in D&uuml;sseldorf erscheinende&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/ich-muss-die-deutschen-nicht-ueberzeugen-aid-1.5265175\"><em>Rheinische Post<\/em>&nbsp;in einem Gespr&auml;ch mit der zust&auml;ndigen EU-Kommissarin Malmstr&ouml;m<\/a>&nbsp;die vielleicht k&uuml;nftige amerikanische Pr&auml;sidentin, Frau Clinton, &uuml;ber TTIP zitiert. Danach habe Hillary TTIP als &bdquo;Wirtschafts-NATO&ldquo; bezeichnet. Warum nicht, wenn sie dabei den Nagel auf den Kopf getroffen hat? Was bleibt von uns noch &uuml;brig in wirtschaftlicher Hinsicht, wenn dieses Vorhaben umgesetzt werden sollte? Auch von Puerto Rico ist nicht bekannt, dass Unternehmen aus diesem Pleite-Protektorat der USA den amerikanischen Markt aufgerollt h&auml;tten. Nach Shareholder-Value hatte man sich doch zur weiteren &Uuml;bernahme auch den deutschen Mittelstand vorkn&ouml;pfen wollen. Dieser hatte mit einem starken regionalen Schwerpunkt im s&uuml;dlichen Deutschland, vor allem in Baden-W&uuml;rttemberg, gleichsam den Weltmarkt erobert. Da wollte man an den Speck, wenn nicht die&nbsp;<em>Lehman Brothers<\/em>&nbsp;einen Strich durch die Rechnung gemacht h&auml;tten. Um dieses strategische Ziel umsetzen zu k&ouml;nnen, muss mit TTIP nun ein besserer Rahmen geschaffen werden.<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Die Deutschen unten, die Russen raus und die Amerikaner vollends rein<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nDas geht an die &ouml;konomische Substanz. Die noch verbliebene Grund-DNA unseres Landes werden dann, so jedenfalls die amerikanischen Vorstellungen, Schiedsgerichte zerlegen, die Grundlage einer Anwaltsherrschaft im Vertragsgebiet. Hinzu kommen sogenannte Expertengremien, die nach Ratifizierung eines m&ouml;glichen Freihandelsabkommens Parlamente, auch in der noch vorhandenen reduzierten Form, &uuml;berfl&uuml;ssig machen sollen. Was danach noch von uns &uuml;briggeblieben sein wird, kann man getrost in die Formel des ersten NATO-Generalsekret&auml;rs bringen: die Deutschen unten, die Russen raus und die Amerikaner vollends rein.<\/p><p>In der Kombination aller tats&auml;chlichen und wahrscheinlichen Entwicklungen gibt es keinen Grund, die wirtschaftliche wie politische Vernichtung europ&auml;ischer Staaten zu dulden, wie dies mit TTIP geschehen wird. Es scheint so, dass wenigstens Vizekanzler Gabriel angesichts der vorgesehenen Schiedsgerichte den dramatischen Ernst der Lage begriffen haben k&ouml;nnte. Derweil fordert man von Berlin aus CDU-Landtagsfraktionen auf, Werbeveranstaltungen f&uuml;r dieses Staatsstreichabkommen durchzuf&uuml;hren. Es w&auml;re besser, die Bundeskanzlerin w&uuml;rde den Sonnenbalkon in S&uuml;dtirol verlassen und sich nicht aus dieser Warte ansehen, wie deutsche St&auml;dte vor den Ergebnissen von Regierungsversagen in die Knie gehen. Unserem Land widerf&auml;hrt nichts, was Hoffnung gibt.<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>LITERATUR<\/strong><\/p><ul>\n<li>Wolfgang Effenberger\/Willy Wimmer:&nbsp;<a href=\"https:\/\/zeitgeist-online.de\/buecher\/neuerscheinung.html\">Wiederkehr der Hasardeure. Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute<\/a>.&nbsp;zeitgeist Print &amp; Online, H&ouml;hr-Grenzhausen 2014<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willy Wimmer hat einen Essay mit vielen guten Anregungen geschrieben. Es geht wie so oft bei ihm um die Rolle der USA in der Welt. Er spricht offen aus, wie unabh&auml;ngig und unterw&uuml;rfig sich die EU geb&auml;rdet, wie r&uuml;cksichtslos wir mit unserer Verpflichtung, die Bundeswehr als Verteidigungsarmee und nicht als Interventionsarmee zu verstehen, umgehen, wie<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27028\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,169,184,171,11],"tags":[358,895,1426,466,915,1556,1089],"class_list":["post-27028","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-ueberwachung","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","tag-bundeswehr","tag-freihandel","tag-hegemonie","tag-nato","tag-putin-wladimir","tag-usa","tag-wimmer-willy"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27028"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27028\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27030,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27028\/revisions\/27030"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}