{"id":27034,"date":"2015-08-04T09:00:33","date_gmt":"2015-08-04T07:00:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034"},"modified":"2015-08-04T09:00:33","modified_gmt":"2015-08-04T07:00:33","slug":"hinweise-des-tages-2430","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h01\">Landesverrat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h02\">Yanis Varoufakis im stern-Gespr&auml;ch &ndash; Der Tag, an dem die Demokratie starb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h03\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h04\">Ducati streicheln unter Palmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h05\">Amerikas Griechenland ist pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h06\">Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h07\">&bdquo;Pikettys Thesen&ldquo; Teil 1: Bedeutung von Kapital steigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h08\">Wertverlust der Erwerbsminderungsrenten noch immer nicht gestoppt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h09\">Zu laut f&uuml;r China<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h10\">Annelie Buntenbach (DGB) und Anton Hofreiter (Die Gr&uuml;nen): Bodenloser Unterbietungswettbewerb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h11\">Erdo&#287;an z&uuml;ndelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h12\">Die Republikaner haben es nicht besser verdient<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h13\">Wie US-Psychologen zur Folter beitrugen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h14\">Rassismus in Sachsen Wut und Hass auf alles Fremde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h15\">70 Jahre Frankfurter Rundschau: Entschieden oppositionell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034#h16\">Windows 10: So schaltet man die zahlreichen Daten-Schn&uuml;ffler ab<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27034&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Landesverrat<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>A Most Wanted Man &ndash; oder doch nicht?<\/strong><br>\nDie Reaktion der Medien auf die Farce um netzpolitik.org fiel heftig aus. Prominente Medien und Politiker fordern die K&ouml;pfe von Generalbundesanwalt, Verfassungsschutzpr&auml;sident und vielleicht auch Bundesinnenminister, wenn dieser seinen Urlaub beendet hat. Bundesjustizminister Heiko Maas hat sich geistesgegenw&auml;rtig bereits gestern distanziert und seinem untergebenen Generalbundesanwalt ungew&ouml;hnlich offen Nachhilfeunterricht erteilt.<br>\nDoch soll man wirklich glauben, dass die mit hochqualifizierten Juristen besetzte Bundesanwaltschaft ernsthaft bereits an der Lekt&uuml;re des Gesetzestextes von &sect; 94 StGB gescheitert sein sollte? Oder dass ausgerechnet dem zur Spionageabwehr existierenden Verfassungsschutz die Definition des Landesverrats unbekannt w&auml;re? Liegt es wirklich im Bereich des Wahrscheinlichen, dass auch das involvierte Innenministerium mit der Rechtslage &uuml;berfordert w&auml;re? Und sollte dem Geheimdienst ausgerechnet das Stehverm&ouml;gen von Geheimdienst-Watchdog Markus Beckedahl unbekannt sein, der sich bereits 2009 bei einem Leak gegen&uuml;ber der Deutschen Bahn nicht einsch&uuml;chtern lie&szlig;?<br>\nEs g&auml;be da eine wesentlich plausiblere Erkl&auml;rung: Die Strafanzeige erfolgte nur pro forma mit einem ganz anderen strategischen Ziel. [&hellip;]<br>\nDiese Katalogstraftaten sind auch der Schl&uuml;ssel zu anderen &uuml;ber die normale Strafermittlung hinausgehenden Ma&szlig;nahmen. Sie rechtfertigen n&auml;mlich sogar polizeiliche Lauschangriffe und Artverwandtes. Nach aktueller Planung erm&ouml;glicht der Verdacht auf Katalogstraftaten den Zugriff auf Daten aus der *Trommelwirbel* Vorratsdatenspeicherung. Und in diesem Katalog findet sich in &sect; 100a Abs. 2 Nr. 1 a) der *Trommelwirbel* Landesverrat (&sect; 94 StGB). Mit anderen Worten: netzpolitik.org darf seit Anzeigeerstattung auch nach offizieller Aktenlage elektronisch abgeleuchtet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/A-Most-Wanted-Man-oder-doch-nicht-2766909.html\">Markus Kompa auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Landesverrat? Der eigentliche Skandal sind die versch&auml;rften Sicherheitsgesetze!<\/strong><br>\nEine Anklage wegen Landesverrates gegen Journalisten ist v&ouml;llig an den Haaren herbeigezogen. Die Motivation zur Ver&ouml;ffentlichung des geheimen Haushaltes des Verfassungsschutzes ist eben nicht die Sch&auml;digung des Landes, sondern sollte eine Diskussion ansto&szlig;en, wieso angesichts der Snowden-Ver&ouml;ffentlichungen der deutsche Inlandsgeheimdienst vermehrt Geld und Personal bekommen hat, um massenhaft Daten aus sozialen Netzwerken zu &uuml;berwachen. Genau das ist Aufgabe von Journalisten! Diesen dann Landesverrat vorzuwerfen, ist durchschaubare Abschreckungspolitik gegen Whistleblower und Journalisten. Das tritt die Pressefreiheit und damit die Demokratie mit F&uuml;&szlig;en.<br>\nGeneralbundesanwalt Harald Range und Verfassungsschutzpr&auml;sident Hans-Georg Maa&szlig;en ist nach massiver Emp&ouml;rung in Politik und Medien klar geworden, dass ihr Versuch der Einsch&uuml;chterung gescheitert ist. Sie schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu, wer verantwortlich sei. Dabei hat Maa&szlig;en die Anzeige so formuliert, dass klar ist, gegen wen sie gerichtet ist. Die beiden Journalisten wurden namentlich benannt. Range hingegen hat Ermittlungen aufgenommen und pr&uuml;ft erst jetzt, ob ein hinreichender Tatverdacht besteht. Das Justizministerium wiederum hat wohl rechtliche Bedenken ge&auml;u&szlig;ert, ob die Ermittlungen wegen Landesverrats angemessen sind, hat aber nicht eingegriffen, obwohl die Ermittlungsaufnahme vor der Pr&uuml;fung stattfand. Das alles ist m&ouml;glicherweise handwerklich schlecht gemacht, aber politisch wohl&uuml;berlegt. Es ist, wie ich bereits heute Morgen im ZDF-MORGENMAGAZIN sagte: Beide, Range und Maa&szlig;en, zeigen ein sehr gespaltenes Verhalten zur Demokratie.<br>\nEs ist offensichtlich, dass Maa&szlig;en die Pfeile anspitzte, die Range abgeschossen hat. Das Ministerium lies Range gew&auml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/im-wortlaut\/landesverrat-eigentliche-skandal-sind-verschaerften-%20sicherheitsgesetze\/\">linksfraktion<\/a><\/li>\n<li><strong>Heiko Maas und die SPD werden auch mal verraten<\/strong><br>\n[&hellip;] Das &ndash; f&uuml;r Maas recht grosse &ndash; Problem ist nun, dass nicht nur Range eine &uuml;ppige Sensationsermittlung hat. Maas hat auch die neue Vorratsdatenspeicherung durchgedr&uuml;ckt. Eine Vorratsdatenspeicherung, zu der er und andere dem Volk erz&auml;hlt haben, dass sie nichts zu bef&uuml;rchten h&auml;tten &ndash; sie k&auml;me gegen uns alle ausschliesslich bei schwersten Delikten zum Einsatz. Terrorbek&auml;mpfung. Sexuelle Gewalt. Mord. Verschw&ouml;rung. Spionage. Landesverrat. Lauter Dinge, bei denen jeder sofort an den Islamischen Staat, Kindersch&auml;nder, Nazischergen, KGB-Leute und geldgierige Beamte denkt, die Geheimnisse an die Chinesen verkaufen. Schrecklichste Dinge, die man nur aus Krimis und Filmen kennt, aber nie pers&ouml;nlich erlebt hat. Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu bef&uuml;rchten. Und mit der Vorratsdatenspeicherung h&auml;tte man auch vieles davon verhindern k&ouml;nnen.<br>\nBekannte Freunde und F&ouml;rderer dieser &Uuml;berwachungsmassnahme &ndash; Generalbundesanwalt Range und der Chef des ansonsten gerade skandalersch&uuml;tterten Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz Maassen &ndash; jedoch haben gestern mal gezeigt, wie schnell man nach ihrer Ansicht zum Ermittlungsziel f&uuml;r solche schwersten Straftaten werden kann: Ermittelt wird gegen den Gr&uuml;nder und einen Autor des Blogs Netzpolitik,org, weil sie geleakte Unterlagen des Verfasungsschutzes ver&ouml;ffentlicht haben. Darin geht es um den Versuch, soziale Netzwerke zu &uuml;berwachen und zu infiltrieren. Die Dokumente sind geheim, und Ermittlungen gegen die Whistleblower sind normal. Dass aber die sie ver&ouml;ffentlichenden Journalisten nun auch verd&auml;chtigt werden, Landesverrat begangen zu haben, ist in diesem Rechtsstaat schon etwas l&auml;nger nicht mehr vorgekomnen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blogs.faz.net\/deus\/2015\/07\/31\/heiko-maas-und-die-spd-werden-auch-mal-verraten-2767\/\">Deus ex Machina<\/a><\/li>\n<li><strong>Im Ausland wird die Pressefreiheit verteidigt, im Inland wird es Landesverrat genannt<\/strong><br>\nGegen die Kollegen von netzpolitik.org wird wegen Landesverrat ermittelt, ein Vorwurf, der eigentlich ein Relikt vergangener Zeit zu sein schien. Die Bundesregierung macht sich mit ihrer Rolle in den aktuellen Ermittlungen noch unglaubw&uuml;rdiger. W&auml;hrend die deutsche Regierung immer wieder Staaten kritisierte, in denen die Pressefreiheit eingeschr&auml;nkt wurde, weigerte sie sich in Deutschland gegen den NSA vorzugehen, der sowohl PolitikerInnen wie JournalistInnen &uuml;berwachte und nun l&auml;sst sie Ermittlungen gegen diejenigen zu, die zur Aufkl&auml;urung &uuml;ber das Ausma&szlig; der &Uuml;berwachung beigetragen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diefreiheitsliebe.de\/gesellschaft\/im-ausland-wird-die-pressefreiheit-verteidigt-im-inland-wird-es-landesverrat-genannt\/\">Die Freiheitsliebe<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Yanis Varoufakis im stern-Gespr&auml;ch &ndash; Der Tag, an dem die Demokratie starb<\/strong><br>\nNur f&uuml;nf Monate war Yanis Varoufakis griechischer Finanzminister. Aber das hat gereicht, um seine Kollegen fast in den Wahnsinn zu treiben &ndash; uns seine Fans in Ekstase. Eine Begegnung in Athen.<br>\nWie auch immer: Sinn sagt, dass &ldquo;die au&szlig;ergew&ouml;hnliche Gr&ouml;&szlig;e der gew&auml;hrten Kredite&rdquo; eine humanit&auml;re Katastrophe verhindert h&auml;tte. Und dass die Aktionen der Troika, die vom Markt bedingte Austerit&auml;t abgeschw&auml;cht habe.<br>\nDas sind so viele Fehler in seinen Argumenten, dass ich kaum wei&szlig;, wo ich beginnen soll. Wie ich schon sagte: Am Anfang war die L&uuml;ge. Als die Lehmann-Pleite losging, gew&auml;hrte Deutschland den Banken fast 500 Milliarden Euro. Als nun die Banken auch in Griechenland, Spanien und in vielen anderen L&auml;ndern in Schwierigkeiten kamen, trauten sich Merkel und Sch&auml;uble nicht mehr zu sagen, wir brauchen noch mehr Geld f&uuml;r die Banken. Sie brauchten eine andere Begr&uuml;ndung f&uuml;r diese aberwitzige Bankenrettung. Also logen sie.<br>\nDas ist nun ziemlich dreist was Sie da sagen.<br>\nAber so ist es. Eine historische Tatsache. Weil Sch&auml;uble und Merkel nicht schon wieder Banken retten konnten, sagten sie dem deutschen Volk: Die Griechen, Spanier und Portugiesen haben &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt!&hellip;<br>\nWir haben versucht, an die Reichen, an die Oligarchen und die Haie ranzugehen &ndash; das wurde uns verboten. Ich habe bei meinen Gespr&auml;chspartnern in Berlin, Br&uuml;ssel, Paris in diesen Punkten um Hilfe gebeten. Aber die gab es nicht. Stattdessen gab es von der Eurogruppe eine ruppige Erkl&auml;rung, wir sollten auf eigene Faust nicht irgendwelche Dinge machen. Sie w&uuml;rden uns bestrafen. Wir hatten keine Chance. Die wollten uns gegen die Wand laufen lassen. Als wir trotzdem an die Oligarchen ran wollten, hat die Troika sie schlichtweg gesch&uuml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/yanis-varoufakis-im-stern-interview--griechenlands-ex-finanzminister-ueber-wolfgang-schaeuble--schmutzige-tricks-und-das-ende-der-demokratie-6368972.html%20\">Interviewer Arno Luik auf stern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das aufschlussreiche Interview in Langfassung.<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: In conversation with El Pais (Claudi P&eacute;rez), the complete (long) transcript<\/strong><br>\nClaudi P&eacute;rez, of El Pais, inteviewed me in our Athens apartment last week. Here is the article that emerged recently in El Pais. The complete, unedited, transcript (in English) follows:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/yanisvaroufakis.eu\/2015\/08\/02\/in-conversation-with-el-pais-claudi-perez-the-complete-long-transcript\/\">Yanis Varoufakis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Wenn erst die Volksseele brodelt<\/strong><br>\n&bdquo;EU zwingt Griechen in die Knie&ldquo;, ist am 13. Juli nach dem Br&uuml;sseler Krisengipfel auf dem Cover einer hiesigen Zeitung zu lesen. Zweifelsohne handelt es sich um eine Kapitulation und Dem&uuml;tigung. Und dann wird diese Schmach auch noch gen&uuml;sslich zelebriert und ausgeschlachtet. Die Jungs von der Stra&szlig;e, die da ohne Krawatten in den Palast eingedrungen sind, werden jetzt domestiziert oder rausgeworfen.<br>\nOb man versch&auml;mt oder unversch&auml;mt vorgehen soll, darin scheiden sich die Geister. Nat&uuml;rlich oktroyierte man auch schon Spanien, Portugal und anderen Staaten &auml;hnliche Bedingungen, doch deren Regierungen waren im Gegensatz zu Syriza a priori der neoliberalen Linie Deutschlands verpflichtet, da regierte willige Komplizenschaft, nicht widerwillige Unterwerfung wie jetzt in Athen. Die Pointe der griechischen Trag&ouml;die liegt darin, dass nunmehr eine linksradikale Regierung ein lupenreines Austerit&auml;tsprogramm im Parlament durchpeitscht, ohne hinter diesem stehen zu k&ouml;nnen.<br>\nZur Fraktion der Versch&auml;mten z&auml;hlt auch der &ouml;sterreichische Bundeskanzler. Anders als sein Finanzminister Hans J&ouml;rg Schelling (&Ouml;VP), der ganz als Adlatus seines deutschen Amtskollegen Wolfgang Sch&auml;uble auftritt, geh&ouml;rt Werner Faymann (SP&Ouml;) zur Gruppe um den franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Fran&ccedil;ois Hollande und Italiens Premier Matteo Renzi, die inzwischen meinen, der Schl&auml;ge seien nun genug, man soll die Niedergesto&szlig;enen nicht auch noch treten. Dass solches inzwischen als Unterst&uuml;tzung ausgelegt wird, zeigt an, wie sehr die Ma&szlig;st&auml;be bereits verrutscht sind.<br>\nIn Wien wird keinesfalls weniger hei&szlig; gekocht als in Berlin oder Br&uuml;ssel. Was war da nicht alles zu lesen und zu h&ouml;ren? &bdquo;Polit-Hasardeure&ldquo; fahren &bdquo;ihr Land mit Vollgas an die Wand&ldquo;, behauptet Wolfgang Fellner, der Herausgeber der Gratisgazette &Ouml;sterreich: &bdquo;Mit dem Griechen-Theater muss jetzt Schluss sein.&ldquo; Die Rewe-Verk&auml;uferin aus Stockerau d&uuml;rfe nicht die griechischen Schulden zahlen, schreiben diese Retter unseres Steuergeldes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/wenn-erst-die-volksseele-brodelt\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Frankreichs Finanzminister verurteilt Sch&auml;ubles Grexit &ndash; &Uuml;berlegungen<\/strong><br>\nFrankreichs Finanzminister Michel Sapin geht in der Griechenland-Frage auf deutliche Distanz zu seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Sch&auml;uble. Er schlie&szlig;t einen vor&uuml;bergehenden Grexit aus. Dennoch respektiere er Sch&auml;ubles Haltung.<br>\nVor allem der Vorschlag Sch&auml;ubles, das Land solle vor&uuml;bergehend aus dem Euro ausscheiden, st&ouml;&szlig;t Sapin sauer auf. In diesem Punkt gebe es &bdquo;einen Dissens, einen klaren Dissens&ldquo;, sagte Sapin dem &bdquo;Handelsblatt&ldquo; (Montag). &bdquo;Ich glaube, dass Wolfgang Sch&auml;uble sich irrt und sogar in Widerspruch zu seinem tiefen europ&auml;ischen Willen ger&auml;t. Dieser Wille, und das ist auch meiner, besteht in der St&auml;rkung der Eurozone.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/wirtschaftsticker\/maerkte-frankreichs-finanzminister-verurteilt-schaeubles-grexit-ueberlegungen_id_4854903.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist ja zu begr&uuml;&szlig;en, dass der franz&ouml;sische Finanzminister &ouml;ffentlich Sch&auml;uble kritisiert, nur ist das leider Theaterdonner, wenn Frankreich die harte deutsche Linie gegen Griechenland dann doch vorbehaltlos unterst&uuml;tzt und Tsipras im Regen stehen lie&szlig;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die R&uuml;ckkehr des &bdquo;h&auml;sslichen Deutschen&ldquo;<\/strong><br>\nWas zum Teufel ist da &uuml;ber uns gekommen? Diese Welle von boshaftem Nationalismus, hemmungslosem Egoismus, Niedertracht und Rassismus, die unter F&uuml;hrung der Regierung Merkel, Gabriel und Sch&auml;uble, und unter den Peitschenhieben nicht nur des bekannten Mediums der Niedertracht, der Bild-Zeitung, sondern auch der &bdquo;b&uuml;rgerlichen&ldquo; Presse Besitz ergriffen hat vom deutschen Mainstream, ganz so, als h&auml;tte man dort nur auf eine Gelegenheit gewartet, das so lange m&uuml;hsam verborgene &bdquo;wahre Gesicht&ldquo; endlich wieder zeigen zu d&uuml;rfen! Gewiss nicht zu Unrecht spricht die italienische Zeitung &bdquo;Il Manifesto&ldquo; davon, dass die deutsche Rhetorik gegen&uuml;ber den &bdquo;faulen&ldquo; und &bdquo;parasit&auml;ren&ldquo; Griechen verd&auml;chtig nach den Mustern des Antisemitismus klingt. Nicht zu Unrecht meint der zur&uuml;ckgetretene griechische Finanzminister Varoufakis, diese Eurozone (und eine Eurozone ist, wei&szlig; der Himmel, etwas anderes als das, was wir uns einmal von Europa erhofft haben) sei kein guter Ort f&uuml;r ehrliche und anst&auml;ndige Menschen. Und nicht zu Unrecht sprechen selbst erzkonservative Medien in den USA wie in Europa von einem &bdquo;Pyrrhussieg&ldquo; der Deutschen Politik. Sie setzen ihre Linie der sozialen K&auml;lte und der erbarmungslosen Austerit&auml;t, ihre Hegemonie in Europa zwar durch &ndash; aber der Preis daf&uuml;r ist hoch: Deutschland und die Deutschen werden wieder mit Misstrauen, Furcht und kultureller Verachtung bedacht. Sie haben nichts dazugelernt, diese Deutschen, sagt man. Nicht einmal die eigene Entschuldung, die man ihnen als Motor einer wahrhaft wunderbaren &ouml;konomischen Aufstiegsgeschichte gew&auml;hrte, haben sie im Ged&auml;chtnis wenn es um den eigenen Vorteil geht. Wieder laufen sie den Propagandisten nach und w&auml;hlen den missg&uuml;nstigsten aller Hardline-Vertreter deutscher Austerit&auml;tshegemonie zum &bdquo;beliebtesten Politiker&ldquo;, wieder benutzen sie rassistische Stereotypen gegen&uuml;ber einem Volk, in das sie einem Vierteljahrhundert noch so verschossen waren, dass sie zur touristischen, &ouml;kologischen und kulturellen Gefahr der Inselwelt in der &Auml;g&auml;is werden konnten. Und wieder ist ihnen das Erschrecken der Welt gerade recht, um das Nationalgef&uuml;hl noch zu st&auml;rken. Ja, sagt man, diese Deutschen f&uuml;hlen sich erst richtig wohl, wenn der Rest der Welt sie hasst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/non.copyriot.com\/die-rueckkehr-des-haesslichen-deutschen\/\">Georg See&szlig;len auf NON<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ducati streicheln unter Palmen<\/strong><br>\nEs ist eine fremdartige Parallelwelt, die Paolo Woods und Gabriele Galimberti zwei Jahre lang bereist haben. Die Kaiman- und Jungferninseln in der Karibik, die Kanalinsel Jersey, Panama &ndash; aber auch Singapur, der US-Bundesstaat Delaware, Luxemburg oder die Niederlande. All diese Ziele haben eins gemein: Wer sein Geld vor dem Zugriff des Fiskus sch&uuml;tzen m&ouml;chte, ist hier richtig &ndash; in den Steueroasen dieser Welt.<br>\nWoods und Galimberti, preisgekr&ouml;nte Reportage-Fotografen, sind bereits mehrfach den Spuren des globalisierten Kapitalismus gefolgt &ndash; Woods etwa dokumentierte die Expansion des rohstoffhungrigen China in Afrika. Nun nahmen sie sich jene Refugien des Geldes vor, &uuml;ber die inzwischen mehr als die H&auml;lfte des Welthandels abgewickelt wird, von 2013 bis 2015 dauerte ihr Streifzug. Ergebnis ist ein Bildband im Stil des Jahresberichts einer jener Spezialfirmen, die sich ihrer Kompetenz in der Steuervermeidung r&uuml;hmen &ndash; mitsamt einem ebenso fundierten wie n&uuml;chternen Textteil.<br>\nSch&auml;tzungsweise 32 Billionen Dollar werden in Steueroasen gehortet, eine unvorstellbar hohe Summe. Zum Vergleich: Das ist etwa das 50-Fache der Summe, die Bund, L&auml;nder und Gemeinden in Deutschland im Jahr 2012 an Steuern einnahmen.<br>\nSuperreiche nehmen die Dienste der Steueroasen ebenso in Anspruch wie Konzerne. Das ist zumeist legal, aber selten legitim, implizieren die Aufnahmen: Der dekadente &Uuml;berfluss unter Palmen wirkt auf ihnen seltsam freudlos und entseelt, fast steril. Als k&ouml;nne er nicht verbergen, Resultat einer gigantischen Umverteilung von unten nach oben zu sein &ndash; all die hier zur Schau gestellten Milliarden fehlen in jenen Staaten f&uuml;r Schulen und Krankenh&auml;user, in denen sie eigentlich erwirtschaftet wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/steueroasen-eine-foto-reportage-ducati-unter-palmen-a-1046068.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> 32 Billionen Dollar lagern in den Steueroasen dieser Welt. Einmal ausgeschrieben um die Dimension wenigstens etwas anschaulich zu machen: 32.000.000.000.000. Vor diesem Hintergrund bekommt die Diskussion &uuml;ber Staatsschulden eine ganz andere Dimension.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Amerikas Griechenland ist pleite<\/strong><br>\nAls Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble im Schuldenstreit mit Griechenland sichtlich genervt war von den andauernden Ratschl&auml;gen seines amerikanischen Kollegen Jack Lew, reagierte Sch&auml;uble mit der ihm eigenen Art. Er habe seinem Freund Lew angeboten, &ldquo;dass wir Puerto Rico in die Euro-Zone aufnehmen k&ouml;nnten, falls die Vereinigten Staaten willens w&auml;ren, Griechenland in die Dollar-Union aufzunehmen&rdquo;, witzelte Sch&auml;uble Anfang Juli.<br>\nDas Timing f&uuml;r die Sch&auml;uble-Pointe h&auml;tte kaum besser sein k&ouml;nnen. Nur einen Monat sp&auml;ter ist Puerto Rico bankrott. Die Regierung in San Juan schaffte es am Montag nicht, eine f&auml;llige Anleihe nebst Zinsen im Volumen von 58 Millionen Dollar p&uuml;nktlich zur&uuml;ckzuzahlen. Stattdessen konnte das Land lediglich 628.000 Dollar f&uuml;r die Gl&auml;ubiger aufbringen. [&hellip;]<br>\nInsgesamt tr&auml;gt die Karibikinsel eine Schuldenlast von rund 72 Milliarden Dollar, die nun von der Pleite betroffen ist. Damit handelt sich um den viertgr&ouml;&szlig;ten Staatsbankrott in der Schuldengeschichte. Lediglich bei Griechenland 2012, Argentinien 2001 und Russland 1998 hatten die Gl&auml;ubiger noch gr&ouml;&szlig;ere Summen im Feuer. Bei Hellas waren es vor dreieinhalb Jahren umgerechnet 138 Milliarden Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article144783462\/Amerikas-Griechenland-ist-pleite.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Der Vergleich zwischen Puerto Rico und Griechenland hinkt gewaltig. Die B&uuml;rger Puerto Ricos zahlen einen ordentlichen Teil ihrer Abgaben und Steuern an die US-Zentralregierung in Washington. Daf&uuml;r zahlt Washington jedoch die Sozialkosten f&uuml;r das &bdquo;Aussengebiet&ldquo;. Durch die Staatspleite ist das Volk der Karibikinsel also l&auml;ngst nicht so hart getroffen, wie das griechische Volk. Durch die stetigen Transfers aus Washington ist zudem daf&uuml;r gesorgt, das die Binnenwirtschaft Puerto Ricos nicht derart dramatisch einbricht. Ein weiterer &ndash; sehr entscheidender &ndash; Unterschied: Die US-Regierung war nicht so d&auml;mlich, den Banken ihre Forderungen an die Karibikinsel abzukaufen. Beim nun folgenden Schuldenschnitt werden also, so wie sich das geh&ouml;rt, die privaten Gl&auml;ubiger und nicht der &ouml;ffentliche Haushalt belastet. Da kann Sch&auml;uble so viel witzeln, wie er will. Die USA managen &bdquo;ihre&ldquo; Pleite besser als wir &bdquo;unsere&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Freihandel<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Pazifik-Freihandelsabkommen kommt vorerst nicht zustande <\/strong><br>\nDas seit Jahren geplante Pazifik-Freihandelsabkommen (TPP) kommt vorerst nicht zustande. Die Vertreter der zw&ouml;lf beteiligten Nationen konnten sich bei Verhandlungen nicht auf ein Abschlussdokument einigen.<br>\nDas drohende Scheitern der sogenannten Transpazifischen Partnerschaft (TPP) ist vor allem ein R&uuml;ckschlag f&uuml;r US-Pr&auml;sident Barack Obama, der die Verhandlungen vor dem Beginn des Wahlkampfes 2016 erfolgreich abschlie&szlig;en wollte.<br>\nDer US-Unterh&auml;ndler Michael Froman sagte auf einer Pressekonferenz am Verhandlungsort, dass es nach den tagelangen Gespr&auml;chen noch immer &ldquo;offene Fragen&rdquo; gebe. Um diese zu kl&auml;ren, werde es nun Verhandlungen auf bilateraler Ebene geben, sagte Froman zum Abschluss des Treffens. Gleichwohl seien die Gespr&auml;che &ldquo;produktiv&rdquo; gewesen und es seien &ldquo;entscheidende Fortschritte&rdquo; erzielt worden, fuhr Froman fort. Die Verhandlungsteilnehmer seien so zuversichtlich wie nie zuvor, dass die Einigung zur Transpazifischen Partnerschaft gelingen k&ouml;nne.<br>\nEin konkretes Datum f&uuml;r ein erneutes Treffen aller L&auml;nder wurde nicht genannt. Indes sagte der japanische Unterh&auml;ndler Akira Amari dem Sender NHK, nach seinem Verst&auml;ndnis sei Ende August ein weiteres Treffen geplant. &ldquo;Wenn wir das Abkommen beim n&auml;chsten Mal nicht beschlie&szlig;en k&ouml;nnen, wird es sehr schwierig&rdquo;, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n24.de\/n24\/Nachrichten\/Wirtschaft\/d\/7078136\/pazifik-freihandelsabkommen-kommt-vorerst-nicht-zustande.html\">n24<\/a><\/li>\n<li><strong>Freihandelsabkommen TTIP  &ndash; Jetzt reicht&rsquo;s aber auch mal<\/strong><br>\nVon den Vorteilen von TTIP, war bisher kaum die Rede. Die Kritiker bestimmten die Debatte. Dabei lassen sich die m&ouml;glichen Vorteile eines Abkommens schon daraus erahnen, dass in Gestalt von Europa und den USA der gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsraum der Welt entstehen w&uuml;rde. Dieser Verbund ist die logische Weiterentwicklung jener Politik, die den Wohlstand des Westens geschaffen hat: offene M&auml;rkte, Kooperation statt Abschottung. Jahrhundertelang stoppten Europas Feudalstaaten fremde Waren an ihren Grenzen, die Menschen blieben arm. Erst als sich die L&auml;nder mit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts &ouml;ffneten, fanden breite Schichten aus dem Elend.<br>\nTTIP k&ouml;nnte diese Entwicklung fortsetzen. Es w&uuml;rde die Z&ouml;lle senken, die etwa f&uuml;r die in Deutschland wichtige Chemieindustrie noch hoch sind. Es w&uuml;rde technische Standards in der Autoproduktion vereinheitlichen, die in Deutschland so viele Arbeitspl&auml;tze sichert. Und es w&uuml;rde gerade dem Mittelstand helfen, der sich mit Gesch&auml;ften in den Vereinigten Staaten schwerer tut als gro&szlig;e Konzerne. Zudem h&auml;tte ein Wirtschaftsverbund aus den USA und Europa weltweit starken Einfluss &ndash; auf Standards in China und anderen Boomstaaten, deren Vorstellungen sich von den europ&auml;ischen Werten oft genauso unterscheiden wie von den amerikanischen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/freihandelsabkommen-ttip-jetzt-reichts-aber-auch-mal-1.2556267\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man fragt sich glauben die Neoliberalen den haneb&uuml;chenen Bl&ouml;dsinn, den sie verbreiten, wirklich oder ist das nur Meinungsmache? <\/em><br>\n<em>&bdquo;Jahrhundertelang stoppten Europas Feudalstaaten fremde Waren an ihren Grenzen, die Menschen blieben arm. Erst als sich die L&auml;nder mit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts &ouml;ffneten, fanden breite Schichten aus dem Elend.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Diese zwei S&auml;tze sind historisch so falsch, dass man nur mit dem Kopf sch&uuml;tteln kann. Wer vom Luxusleben der breiten Bev&ouml;lkerung im 19. Jahrhundert etwas wissen will, dem sei noch immer &bdquo;Die Lage der arbeitenden Klasse in England&ldquo; von Friedrich Engels empfohlen. Letztendlich &auml;nderte sich das elende Schicksal der Arbeitermassen erst grunds&auml;tzlich mit der Etablierung der Wohlfahrtsstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Deren Ausbau war aber wesentlich angetrieben durch den Kalten Krieg mit der Sowjetunion und der Existenz eines kommunistischen China. Wie das Schicksal Griechenlands zeigt, f&uuml;hrt der in voller Brutalit&auml;t durchgesetzte neoliberale Kapitalismus wieder zu Massenelend wie im 19. Jahrhundert, in dem f&uuml;r die Masse der Proletarier nach Hagel&uuml;kens Geschichtsinterpretation aber Milch und Honig flossen. <\/em><br>\n<em>Dazu sei Hagenl&uuml;ken die Lekt&uuml;re des hervorragenden Buches &ldquo;King Cotton&rdquo;, des in Harvard lehrenden Historikers Sven Beckert, empfohlen. Beckert schildert die Entwicklung des globalen Kapitalismus am Beispiel des ersten wirklich weltweiten Produktionsnetzwerke, der Baumwollindustrie. Anschaulich wird beschrieben, das diese ohne Krieg, Sklaverei, Ausbeutung und der r&uuml;cksichtslosen Zerschlagung fremder Kulturen und lokaler M&auml;rkte, sich so nie h&auml;tte etablieren k&ouml;nnen. Entscheidend war dabei immer das Zusammenspiel von Kapital und Staatsgewalt. So Konnte sich die englische Baumwollindustrie nur so rasant entwickeln, da neben der Einf&uuml;hrung technischer Innovationen, wie des dampfbetriebenen mechanischen Webstuhles, der eigene Markt gegen die Einfuhr etwa indischer Baumwollstoffe, die den englischen lange Zeit qualitativ &uuml;berlegen waren, abgeschottet, der indische Markt dagegen mit milit&auml;rischer Gewalt f&uuml;r Importe ge&ouml;ffnet wurde. Sven Beckert schreibt dazu: &ldquo;&hellip;. die erste industrialisierte Nation, Gro&szlig;britannien, war ein imperialistischer Staat mit enormen Milita&#776;rausgaben, mit einer stark in das Wirtschafts- leben eingreifenden Bu&#776;rokratie, hohen Steuern, hoher Staatsverschuldung und Protektionismus &ndash; und dieser Staat war auch auf keinen Fall demokratisch.&rdquo; Man muss also sehr genau hinsehen wer das hohe Lied des Freihandels singt, den es so wie ihn die Neoliberalen propagieren nie gegeben hat.<\/em><br>\n<em>Freihandel im Sinne des TTIP und Hagenl&uuml;kens hei&szlig;t also einen Wirtschaftsraum zu schaffen, in dem die nationalen, demokratisch legitimierten Rechtssystem und die Interessen zur B&uuml;rger keine G&uuml;ltigkeit mehr haben und durch, auf die Interessen der transnationalen Konzerne und der globalen Finanzelite zugeschnittene Rechtsnormen ersetzt werden.<\/em><br>\n<em>Leider ist zu bef&uuml;rchten, dass die Neoliberalen den Bl&ouml;dsinn des umfassenden Wohlstand schaffenden Freihandels, oder besser einer umfassenden Deregulierung in Gestalt des TTIP, tats&auml;chlich glauben, wie sie genauso offenbar daran glauben durch radikale Lohnsenkungen und radikale K&uuml;rzung &ouml;ffentlicher Ausgaben lie&szlig;e sich eine Volkswirtschaft &ldquo;gesund sparen&rdquo;.<\/em><br>\n<em>Letztendlich l&auml;sst sich daran erkennen, dass die neoliberale Ideologie sich nicht auf Grund ihres bestechenden Theorieansatzes durchgesetzt hat, sondern dass diese das perfekte Vehikel zu Durchsetzung der Interesse der herrschenden Eliten ist.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&bdquo;Pikettys Thesen&ldquo; Teil 1: Bedeutung von Kapital steigt<\/strong><br>\nDer franz&ouml;sische &Ouml;konom hat mit seinen Thesen zur Verm&ouml;gensbildung in den letzte Jahren f&uuml;r sehr viel Aufsehen gesorgt. Wir starten heute eine sechs teilige Beitragsserie, in der wir jeden Tag eine der zentralen Thesen des franz&ouml;sischen kurz und gut verst&auml;ndlich erkl&auml;ren.<br>\nPiketty erz&auml;hlt in seinem Buch die Geschichte von Verm&ouml;gen und Reichtum. Es ist jedoch nicht nur eine Geschichte: Anhand akribisch gesammelter und penibel analysierter Daten zeigt er, dass das Ausma&szlig; der Ungleichheit bei Verm&ouml;gen besorgniserregend ist. Unter Kapital versteht Piketty die Summe aller Verm&ouml;genswerte, die jemand sein Eigen nennt. Eigent&uuml;mer- Innen k&ouml;nnen Staaten, private Haushalte oder Unternehmen sein. Doch die Bedeutung von privatem Kapital ist aufgrund der Privatisierungswellen der letzten Jahrzehnte drastisch gestiegen. Eine zentrale Eigenschaft von Kapital ist, dass es sich dabei nicht nur um eine Bestandsgr&ouml;&szlig;e und pers&ouml;nlichen Besitz handelt. Kapital lukriert bei seinen BesitzerInnen leistungslose Einkommen wie Dividenden oder Zinsen.<br>\nDie Grafik zeigt die Entwicklung des Kapital Einkommens-Verh&auml;ltnis in den USA und Europa. Damit bezeichnet Piketty das Gr&ouml;&szlig;enverh&auml;ltnis zwischen dem Verm&ouml;gensbestand und dem j&auml;hrlich erwirtschafteten Nationaleinkommen. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts sank der Kapitalbestand in Europa drastisch. Dies erkl&auml;rt sich durch die massive Zerst&ouml;rung von physischem Kapital w&auml;hrend der Weltkriege, fehlender Investitionen und der relativ hohen Besteuerung der Kapitalbest&auml;nde und Spitzeneinkommen. Piketty zeigt, dass sich dieser Trend in der Mitte des Jahrhunderts umkehrte und die Bedeutung von Kapital im Verh&auml;ltnis zum Nationaleinkommen seither wieder ansteigt. Wohlfahrtsstaatliche Arrangements und der technische Fortschritt f&ouml;rderten den Verm&ouml;gensaufbau. Auch die Zusammensetzung des Kapitalbestandes ver&auml;nderte sich im Zeitverlauf. So ist der Anteil von Grund und Boden gesunken, jener des Industrie- und Finanzkapitals hingegen gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/serie-piketty-s-thesen-kapital\/\">Arbeit und Wirtschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wertverlust der Erwerbsminderungsrenten noch immer nicht gestoppt<\/strong><br>\nDie Daten &uuml;ber die H&ouml;he der neu zugehenden Erwerbsminderungsrenten lassen eine Umkehr des jahrlangen Abw&auml;rtstrends erkennen. Die Durchschnittsrenten steigen nach den Tiefst&auml;nden, die in den Jahren 2008 &ndash; 2012 eingetreten sind, wieder an:<br>\nDie H&ouml;he  der  im Jahr 2014 neu zugegangenen Renten wegen Erwerbsminderung (alte Bundesl&auml;nder) lag  bei  659 Euro\/Monat (M&auml;nner) bzw.  594 Euro\/Monat (Frauen).<br>\nIn den neuen Bundesl&auml;ndern betrugen die Zahlbetr&auml;ge  603 Euro (M&auml;nner) bzw.  663 Euro (Frauen).\n<ul>\n<li>Diese Vergleiche im Zeitverlauf f&uuml;hren jedoch zu irref&uuml;hrenden Ergebnissen. Denn sie lassen unber&uuml;cksichtigt, dass die durchschnittlichen Erwerbsminderungsrenten in den Zugangsjahren vor 2014 auf deutlich niedrigen aktuellen Rentenwerten basieren als die EM-Renten im Jahr 2014. So liegt der aktuelle Rentenwert im Jahr 2014 um 14,5 % h&ouml;her als der aktuelle Rentenwert im Jahr 2010. Die jeweilige H&ouml;he des aktuellen Rentenwerts und dessen Anpassung im Zeitverlauf muss also eingerechnet werden, um einen sinnvollen Vergleich durchf&uuml;hren zu k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Die (im Prinzip) j&auml;hrliche Erh&ouml;hung des aktuellen Rentenwerts geht in die Berechnung jeder Rente ein, nicht nur in die neu zugehenden  Renten des aktuellen Jahres, sondern auch in die Berechnung der in den Jahren zuvor zugegangenen Renten (Prinzip der dynamischen Rente). Die  Zahlbetr&auml;ge der Zugangsrenten der vorvergangen Jahre liegen insofern &ndash; nach Ma&szlig;gabe der Anpassungss&auml;tze des aktuellen  Rentenwerts &ndash; im Jahr 2014 deutlich h&ouml;her als im Jahr des Zugangs:<br>\nSo haben die Zugangsrenten (Erwerbsminderung) des Jahres 2000 im Jahr 2014 (alte Bundesl&auml;nder) Werte von 869 Euro (M&auml;nner) bzw. 671 Euro (Frauen) erreicht. F&uuml;r die neuen Bundesl&auml;nder errechnen sich Werte von 812 Euro (M&auml;nner) bzw. 788 Euro (Frauen).<\/li>\n<li>Wie die Abbildung erkennen l&auml;sst, sind die Unterschiede zwischen den angepassten Zugangsrenten gro&szlig;:<br>\nJe sp&auml;ter der Zugang desto niedriger der Rentenzahlbetrag!&hellip;<\/li>\n<li>F&uuml;r Erfolgsmeldungen bei den Erwerbsminderungsrenten gibt es noch keinen Anlass. Ein Wiedererreichen der Werte aus den vorangegangenen Jahren ist nicht in Sicht&hellip;<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150804_01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150804_01_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Alter-Rente\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbVIII47b_Grafik_Monat_08_2015.pdf\">Sozialpolitik aktuell in Deutschland [PDF &ndash; 252 KB]<\/a><\/p>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Siehe die Neueinstellung von Dokumenten zur Sozialpolitik <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/\">hier<\/a>.\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Zu laut f&uuml;r China<\/strong><br>\nStaat und Kunst haben in China immer ein heikles Verh&auml;ltnis zueinander, doch in diesem Jahr ist es eskaliert. So viele Konzerte wie nie sind abgesagt oder verschoben worden, besonders viele in der Hauptstadt. Pekings gr&ouml;&szlig;tes Open-Air-Event, das Rockfestival Strawberry, bekam im April zum ersten Mal keine Genehmigung. Die Beh&ouml;rden verlegten es &ldquo;auf unbestimmte Zeit&rdquo;.<br>\n&Auml;hnlich erging es dem Hauptkonkurrenten Midi: Der Genehmigungsprozess lief so schleppend, dass die Veranstalter es in letzter Minute in eine andere Stadt verlegten, 650 Kilometer von Peking entfernt. Der japanische S&auml;nger Makoto Kawabata, Frontmann der Truppe Acid Mothers Temple, durfte erst gar nicht auftreten, ebenso die britischen Punker The Boys. Besonders hart trifft es HipHopper mit sozialkritischen Texten &ndash; und Heavy Metal.<br>\n&ldquo;Sie kennen die Metal-Kultur einfach nicht&rdquo;, sagt Kou Zhengyou lachend. Der Erfinder des 330-Festivals, der als Gitarrist einer Thrash-Metal-Band schon beim Wacken Open Air aufgetreten ist, sitzt auf der Dachterrasse eines Pekinger Caf&eacute;s, entnimmt der Packung vor ihm eine Zigarette nach der anderen und versucht, diese &ldquo;Missverst&auml;ndnisse&rdquo; zu erkl&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/musik\/heavy-metal-zu-laut-fuer-china-a-1045613.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Einen Hinweis wert? Ja, da man hier auf die Methode des Verschweigens als Meinungsmache  trifft, da gerne vergessen wird &ndash;  Berichte wie der oben stehende sind eher die Ausnahme &ndash; dass China nach wie vor eine Diktatur ist, die, wie man sieht, ihren B&uuml;rgern sogar vorschreibt, welchen Musikgeschmack sie haben sollen. Diese Tatsache st&ouml;rt den Exportweltmeister Deutschland beim Gesch&auml;fte machen allerdings wenig. Vielleicht sieht man ja in Chinas autorit&auml;rem Regime die Zukunft der marktkonformen Demokratie? Eine Einheitskandidatin f&uuml;r die n&auml;chste Bundestagswahl gibt es nun schon.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Annelie Buntenbach (DGB) und Anton Hofreiter (Die Gr&uuml;nen): Bodenloser Unterbietungswettbewerb<\/strong><br>\nEine Lohnuntergrenze reicht nicht, um in Betrieben wie etwa Schlachth&ouml;fen die Ausbeutung der Besch&auml;ftigten zu beseitigen. Vor allem Betroffen sind besch&auml;ftigte aus Osteuropa. Hier muss die schwarz-rote Koalition nachlegen&hellip;<br>\nEs sind vor allem Besch&auml;ftigte aus Polen, Rum&auml;nien und Bulgarien, die sich aufgrund scheinbar lukrativer Angebote aufmachen, um in den deutschen Fabriken zu schuften. Im Akkord werden Tiere bet&auml;ubt, get&ouml;tet und zerlegt. Ein Job, der viel abverlangt und Spuren hinterl&auml;sst. Die Frauen und M&auml;nner, die hier arbeiten, haben nur selten eigene Vertr&auml;ge mit den gro&szlig;en Schlachtbetrieben, wie T&ouml;nnies oder Vion. Meist arbeiten sie f&uuml;r fadenscheinige Subunternehmen, die mit den Schlachtbetrieben Werkvertr&auml;gen abgeschlossen haben.<br>\nViele werden von einer im Ausland t&auml;tigen Firma zu einem in Deutschland ans&auml;ssigen Betrieb entsandt. Ein Trick, der f&uuml;r Unternehmen viele Vorteile bringt: Die Sozialabgaben werden im Herkunftsland abgef&uuml;hrt, wo sie meist niedriger sind. Bevor der Mindestlohn in der Fleischindustrie eingef&uuml;hrt wurde, konnten polnische oder bulgarische Niedrigl&ouml;hne bezahlt werden.<br>\nImmerhin konnte nach langem Ringen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst&auml;tten ein Branchenmindestlohn durchgesetzt werden. Dem bodenlosen Unterbietungswettbewerb sind so erste Grenzen gesetzt worden&hellip;<br>\nDoch getrickst wird noch immer. F&uuml;r viel zu viele Arbeiterinnen und Arbeiter sind die Arbeitsbedingungen extrem schlecht. Jenseits von Arbeitsschutz und Arbeitszeitgesetz schuften sie in der Regel so lange, bis ein Auftrag erf&uuml;llt ist. Besch&auml;ftigte berichten von gnadenlosen Schichten, die regelm&auml;&szlig;ig 12 bis 14 Stunden dauern. Wer nicht mehr kann oder krank wird, dem droht unmittelbar die K&uuml;ndigung. Weit verbreitet ist es, den Frauen und M&auml;nnern f&uuml;r die Arbeitskleidung und Ausr&uuml;stung extra Kosten abzuziehen, obwohl das gegen das Gesetz verst&ouml;&szlig;t. Au&szlig;erdem wird ihnen h&auml;ufig Geld f&uuml;r den Transport von der Unterkunft zum Arbeitsplatz abgekn&ouml;pft.<br>\nEin zentrales Problem ist die Unterbringung in &uuml;berteuerten, &uuml;berbelegten, miserablen Unterk&uuml;nften. So l&auml;sst sich Extra-Profit auf Kosten der Besch&auml;ftigten machen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/gastbeitraege\/mindestlohn-bodenloser-unterbietungswettbewerb,29976308,31356730.html%20\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Erdo&#287;an z&uuml;ndelt<\/strong><br>\nDer t&uuml;rkische Pr&auml;sident will die Kurdenpartei HDP aus dem Parlament dr&auml;ngen &ndash; eine Katastrophe, gerade jetzt&hellip;<br>\nBei den Parlamentswahlen hat die prokurdische HDP die Zehn-Prozent-H&uuml;rde &uuml;bersprungen und das Machtgef&uuml;ge im Parlament ver&auml;ndert. Falls es die HDP im Fall von Neuwahlen nicht schafft, diesen Erfolg zu wiederholen, kann die AKP an ihre Ein-Parteien-Herrschaft ankn&uuml;pfen. Was geschieht, wenn die HDP im zweiten Anlauf an der Zehn-Prozent-H&uuml;rde scheitert, will man sich als friedliebender Mensch gar nicht ausmalen. Wenn die politische Bewegung der Kurden nicht im Parlament repr&auml;sentiert ist, st&auml;rkt das jene, die mit dem Gewehr sprechen. Die HDP ist zur politischen Stimme der kurdischen Bewegung geworden &ndash; auch mit Hilfe des inhaftierten PKK-Anf&uuml;hrers Abdullah &Ouml;calan. Wenn der Friedensprozess endg&uuml;ltig scheitert und die HDP aus dem Parlament verdr&auml;ngt wird, dann wird es schwer, die Wut vor allem der jungen Kurden zu z&uuml;geln. Sie werden zu den Waffen greifen oder sich den kurdischen PYD-Milizen in Syrien anschlie&szlig;en wollen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/aussenansicht-erdoan-zuendelt-1.2591936\">Burak Tatari in der SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Republikaner haben es nicht besser verdient<\/strong><br>\nDas Establishment der Republikaner ist schockiert &ndash; sogar sehr schockiert: Mit der Resonanz, die der durchweg dreist auftretende New Yorker Milliard&auml;r Donald Trump an der Basis erh&auml;lt, hatte keiner der Granden der Partei gerechnet. Dass er zum aktuellen Spitzenreiter f&uuml;r die US-Pr&auml;sidentschaftskandidatur 2016 aufgestiegen ist, ist f&uuml;r die Republikaner ein Albtraum. Doch trotz aller Peinlichkeit und allen Wegw&uuml;nschens unter den Geldgebern der Partei steht eines fest: Donald Trump ist genau der, den die Republikanische Partei als Fahnentr&auml;ger verdient hat.<br>\nTrump zelebriert seinen Reichtum hemmungslos und &uuml;berschreitet dabei oft die Grenze zur Vulgarit&auml;t. Dar&uuml;ber hinaus besitzt er eine ausgepr&auml;gte Neigung, den Gossenstil der politischen Kommunikation zu pflegen. Trump ist somit das perfekte Vehikel, um die eigentlichen &ldquo;Werte&rdquo;, die sich die Republikanische Partei in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu eigen gemacht hat, geb&uuml;hrend zu repr&auml;sentieren.<br>\nEr ist Republikaner pur, ohne Wenn und Aber. Er sieht keine Notwendigkeit, sich zu entschuldigen. Im Gegensatz zum Rest der Partei lebt Trump das, wof&uuml;r sie steht &ndash; das hei&szlig;t vor allem: Dreistigkeit und Selbsts&uuml;chtigkeit. Denn der Appell ans Gemeinwohl hat bei den Republikanern allenfalls noch einen rhetorischen Stellenwert. Eine Partei, die keinerlei Bereitschaft zeigt, den Klimawandel auch nur als Herausforderung zu akzeptieren, verwehrt sich jeglicher Rationalit&auml;t. Und eine Partei, deren zentrales Leitmotiv es ist, noch weitere Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r die Reichen durchzusetzen, hat mit der Sorge um das Gemeinwohl nichts mehr zu tun. Es ist eine Welt, in der sich jeder einzig und allein der N&auml;chste ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-07\/donald-trump-republikanische-partei-usa\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Der  gleiche Geist wird doch, wenn auch in vornehmerer Dosis, seit Jahren auch in der &ldquo;Zeit&rdquo; verbreitet. Schon die Tatsache, dass der Autor Jeb Bush positiv von Trump abhebt, ist erstaunlich und spricht B&auml;nde.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Ich gebe dem Autor Recht, dass die Republikaner Trump als Kandidaten verdient haben. Sie haben jahrelang in tr&uuml;ben Gew&auml;ssern gefischt, und jetzt haben sie einen der Fische ins Boot geholt, die es in solchen Gew&auml;ssern gibt. Das haben sie wohl verdient. <\/em><br>\n<em>Es sind aber leider auch &auml;hnliche Entwicklungen in Deutschland zu beobachten, wie die Hetzen von der CSU gegen &ldquo;massenhaften Asylmissbrauch&rdquo;, oder von der neoliberalen Einheitspartei von CDU\/CSU\/SPD\/Gr&uuml;nen\/FDP mithilfe der meisten Medien gegen angebliche &ldquo;Sozialschmarotzer&rdquo; in Deutschland, oder gegen &ldquo;faule Griechen&rdquo;, usw.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wie US-Psychologen zur Folter beitrugen<\/strong>\n<ul>\n<li>Eine Untersuchung zeigt, wie die Gesellschaft Amerikanischer Psychologen (APA) &uuml;ber Jahre am &ldquo;Krieg gegen den Terror&rdquo; der USA mitgewirkt hat.<\/li>\n<li>Mitglieder der APA entwickelten nicht nur Foltermethoden, sondern waren auch anwesend, als man sie anwendete, etwa in Guantanamo.<\/li>\n<li>Es ist von einer &ldquo;systematischen Kollaboration&rdquo; zwischen dem Verteidigungsministerium und der APA die Rede.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Erste Vorw&uuml;rfe, dass amerikanische Psychologen in George W. Bushs &ldquo;Krieg gegen den Terror&rdquo; an der Ausarbeitung von Foltermethoden mitgewirkt h&auml;tten, gab es schon 2007. Doch nun liegt eine neue Untersuchung vor, f&uuml;r die interne Dokumente und E-Mails ausgewertet wurden. Sie zeigt, wie die Gesellschaft Amerikanischer Psychologen (APA) &uuml;ber Jahre systematisch mit dem Verteidigungsministerium zusammenarbeitete.<br>\nBasierend auf der Annahme, dass die menschliche F&auml;higkeit zur Selbstkontrolle bei extremer Angst und Verwirrung abnimmt, haben Mitglieder der APA Foltermethoden wie das ber&uuml;chtigte Waterboarding nicht nur entwickelt; sie waren auch anwesend, als man sie anwendete, etwa in Guantanamo oder Abu Ghraib.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/usa-psychologen-und-peiniger-1.2593195\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Rassismus in Sachsen Wut und Hass auf alles Fremde<\/strong><br>\nEs brennt an allen Ecken und Enden, die Liste ist lang und wird t&auml;glich l&auml;nger: Mehrfach Randale vor dem neuen Fl&uuml;chtlingscamp in Dresden, schon zwei Butters&auml;ureanschl&auml;ge auf das neue Heim im Stadtteil Stetzsch, dazu eingeworfene Fensterscheiben, ein Brandanschlag in Mei&szlig;en, in Lunzenau wird ein bezugsfertiges Heim geflutet, in B&ouml;hlen bei Leipzig schie&szlig;en Unbekannte auf ein Heim, ein Sprengstoffanschlag auf ein Heim in Freiberg, ein Brandanschlag auf ein Heim in Hoyerswerda, Morddrohungen gegen einen Mei&szlig;ener Bauunternehmer, der Fl&uuml;chtlinge beherbergen will, der Reservistenverband Sachsen schlie&szlig;t einen Ex-Soldaten aus, der vorschlug, sich mit einem Maschinengewehr vor dem Dresdner Fl&uuml;chtlingscamp aufzubauen und alle abzuknallen, die Polizei bietet Politikern wie dem Pirnaer Oberb&uuml;rgermeister Personenschutz an, weil der sich mit Rassisten anlegt und bedroht wird.<br>\n&Uuml;berall lodert es, Dinge geraten au&szlig;er Kontrolle, Verh&auml;ltnisse werden unberechenbar, Gewissheiten schwanken, verantwortliche Politiker bekommen es allm&auml;hlich mit der Angst zu tun&hellip;<br>\nWarum Dresden, warum Sachsen? Pegida hat eine T&uuml;r aufgesto&szlig;en, hat &bdquo;den Raum das Sagbaren&ldquo; erweitert, meint Zais (Landtagsabgeordnete der Gr&uuml;nen (WL)). Die Mitte schweigt, der Rand verwandelt sich in eine &bdquo;Diktatur der Stra&szlig;e&ldquo;. Rassismus, Fremdenhass, Antisemitismus, Verschw&ouml;rungstheorien, Amerikaverachtung &ndash; pl&ouml;tzlich findet alles zusammen, l&auml;uft auf die Stra&szlig;e und schreit.<br>\nUnd die Wahrheit sei, sagt sie: Es gehe denen gar nicht um Islamisten oder kriminelle Ausl&auml;nder oder Wirtschaftsfl&uuml;chtlinge. &bdquo;Die wollen gar keinen hier haben, &uuml;berhaupt keine Ausl&auml;nder&ldquo;, sagt Zais. &bdquo;Keinen einzigen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/flucht-und-zuwanderung\/rassismus-in-sachsen-wut-und-hass-auf-alles-fremde,24931854,31356890.html\">Bernhard Honnigfort in der FR<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>70 Jahre Frankfurter Rundschau: Entschieden oppositionell<\/strong><br>\nDie Frankfurter Rundschau blickt auf 70 Jahre politische Berichterstattung zur&uuml;ck. Gerade im Zuge der Studentenbewegung der sechziger Jahre w&auml;chst die Bedeutung der FR&hellip;<br>\nTats&auml;chlich aber war die Politik-Redaktion l&auml;ngst auf die Stra&szlig;e zu den demonstrierenden Studenten gegangen, mitten unter ihnen Karl-Hermann Flach und Roderich Reifenrath, in den 90er Jahren FR-Chefredakteur. Sie suchten nicht Konfrontation, sondern Diskussion&hellip;<br>\nDie Organisatoren dieser Demonstration waren von der FR entt&auml;uscht. Die Rundschau war doch all die Jahre ein publizistischer Verb&uuml;ndeter gewesen, wurde wenigstens als Verb&uuml;ndeter angesehen. Verb&uuml;ndeter vor allem gegen die Gro&szlig;e Koalition unter Kurt-Georg Kiesinger, dem CDU-&bdquo;K&ouml;nig Silberzunge&ldquo; mit NS-Vergangenheit. Der aktive linke Fl&uuml;gel der Studentenbewegung hatte &ndash; nicht erst seit der Regierungsbildung 1967 &ndash; Distanz zur SPD bezogen, und soweit es den SDS betraf, nicht nur aus eigenem Antrieb. Der eigene Parteivorsitzende, den die Nazis in die Emigration gezwungen hatten, nun Vizekanzler unter einem Ex-Nazi: Willy Brandt also Au&szlig;enminister unter dem Herrn, der als Verbindungsfigur zwischen Goebbels&rsquo; Propagandaapparat und Ribbentrops Au&szlig;enministerium gewirkt hatte. Das war f&uuml;r sehr viele Sozialdemokraten schwer verdaulich. F&uuml;r Studenten umso weniger&hellip;<br>\nDie FR war in jenen Jahren die Zeitung, die von Studenten gelesen wurde, das Wachstum ihrer Deutschland-Ausgabe erkl&auml;rte sich dadurch. Doch sie war nie das, was Studenten manchmal gern in ihr gesehen h&auml;tten: das Apo-Leitorgan. Eben deswegen musste manchmal vor dem FR-Haus demonstriert werden, und auch besetzt wurde die Nachrichtenredaktion gelegentlich &ndash; von Studenten, die diskutieren wollten und nichts als diskutieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/70-jahre-fr\/frankfurter-rundschau-entschieden-oppositionell-,31247700,31356016.html%20\">Karl Grobe in der FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Karl Grobe war bis 2001 Journalist bei der FR und hat einen gro&szlig;en Anteil daran, dass sich die Studentenbewegung mit dem Vietnam-Krieg und mit der chinesischen Politik auseinandergesetzt hat.<\/em><br>\n<em>Von einem entschiedenen Oppositionsblatt ist allerdings in der FR nicht mehr viel zu sp&uuml;ren. Es fehlt jedoch auch eine entschiedene Oppositionsbewegung zu der die FR eine Br&uuml;cke bauen k&ouml;nnte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Windows 10: So schaltet man die zahlreichen Daten-Schn&uuml;ffler ab<\/strong><br>\nWindows 10 bringt zahlreiche Neuerungen mit, die aber nicht in allen F&auml;llen von jedem Nutzer unbedingt gew&uuml;nscht sind. Vor allem hat wohl noch nie ein anderes Betriebssystem des Unternehmens so rege &uuml;ber das Internet Kontakt zu seinem Hersteller gehalten. Und dies betrifft bei weitem nicht nur die &uuml;blichen Feedbacks bei Problemen wie Programmabst&uuml;rzen.<br>\nAuch Microsoft ist inzwischen l&auml;ngst kein Konzern mehr, der in erster Linie Software entwickelt, die dann in die H&auml;nde der Nutzer gelegt wird. Immerhin handelt es sich bei dem Redmonder Unternehmen inzwischen auch um einen der gr&ouml;&szlig;ten Cloud-Betreiber. Eine ganze Reihe gro&szlig;er Datenzentren stellt inzwischen zus&auml;tzliche Dienste zur Verf&uuml;gung &ndash; und wertet nat&uuml;rlich auch umfangreiche Informationen aus, die &uuml;ber die Millionen Nutzer weltweit auf die Server gesp&uuml;lt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/winfuture.de\/videos\/Software\/Windows-10-So-schaltet-man-die-zahlreichen-Daten-Schnueffler-ab-14890.html\">Winfuture<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-27034","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27034","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27034"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27034\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27038,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27034\/revisions\/27038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27034"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27034"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27034"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}