{"id":27044,"date":"2015-08-05T09:34:44","date_gmt":"2015-08-05T07:34:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27044"},"modified":"2015-08-05T10:05:08","modified_gmt":"2015-08-05T08:05:08","slug":"die-sozialstaatliche-umverteilung-funktioniert-behauptet-die-faz-luegen-mit-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27044","title":{"rendered":"Die sozialstaatliche Umverteilung funktioniert, behauptet die FAZ \u2013 L\u00fcgen mit Zahlen"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Die Umverteilung von h&ouml;heren zu niedrigeren Einkommen funktioniert erstaunlich gut. Das zeigt eine neue Studie. Sie belegt auch: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/studie-sozialstaat-waechst-rasanter-als-wirtschaft-13731229.html\">Der Sozialstaat w&auml;chst deutlich schneller als die Wirtschaft<\/a>&ldquo; hei&szlig;t es in der FAZ vom 3. August.<br>\nEin Musterbeispiel, wie in seri&ouml;s geltenden Medien mit Zahlen und Grafiken der Leser in die Irre gef&uuml;hrt, ja geradezu manipuliert wird. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Die Sozialversicherungstr&auml;ger werden &bdquo;dem Staat&ldquo; zugerechnet<\/strong>\n<p>Da wird zun&auml;chst eine Meldung der Bild-Zeitung von <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26913\">Ende Juli aufgegriffen<\/a>, wonach &bdquo;der Sozialstaat&ldquo; im vergangenen Jahr 850 Milliarden Euro &bdquo;an seine B&uuml;rger verteilt&ldquo; habe. <\/p>\n<p>Wieder einmal soll beim Leser der irref&uuml;hrende Eindruck erweckt werden, als handle es sich dabei um &bdquo;staatliche&ldquo; (aus Steuergeldern finanzierte) Transfers. Die von Arbeitnehmern- und Arbeitgebern beitragsfinanzierten f&uuml;nf (rechtlich selbst&auml;ndigen) Sozialversicherungstr&auml;ger werden ohne jede Differenzierung dem Sozial-&bdquo;Staat&ldquo; zugerechnet, gerade so als w&auml;ren das steuerfinanzierte staatliche Leistungen von Bund, L&auml;nder oder Kommunen. <\/p>\n<p>Seit Jahren gleichbleibend werden die Sozialleistungen jedoch zu zwei Dritteln &uuml;ber Sozialbeitr&auml;ge (vor allem an die Renten- und Krankenversicherungstr&auml;ger) und nur zu einem guten Drittel <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/tabII20.pdf\">aus Zusch&uuml;ssen des Staates finanziert [PDF &ndash; 78,3 KB]<\/a>. <\/p>\n<p>Zur Finanzierungsstruktur siehe hier: <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wwww.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/wwww.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_01_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/finanzierung-datensammlung.html#sozialbuget-finanzierung\">Sozialpolitik aktuell<\/a> <\/p>\n<p>Zusammenhanglos wird in dem Artikel zwar einger&auml;umt, dass die gr&ouml;&szlig;ten Ausgabenposten mit jeweils mehr als 300 Milliarden Euro die Gesundheitsversorgung sowie Renten und Pensionen(?) seien. Um dann aber diese Ausgabeposten sofort wieder dem Staat zuzurechnen: &bdquo;Ob der Sozialstaat so gro&szlig; sein muss, dar&uuml;ber wird politisch viel gestritten.&ldquo;<\/p>\n<p>Dass die Krankenversicherung und die Altersvorsorge, wenn sie jeder Einzelne privat finanzieren m&uuml;sste, wie jeder Betroffene best&auml;tigen kann, viel teurer k&auml;men, wenn sie mit privaten Versicherungen und nicht mehr durch &ouml;ffentliche Versicherungstr&auml;ger abgesichert w&uuml;rden, wird selbstverst&auml;ndlich von solchen Sozialstaatskritikern geradezu systematisch ausgeblendet.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Stimmungsmache &uuml;ber den angeblich wuchernden Sozialstaat<\/strong><br>\nAuch in diesem Beitrag des Berliner Wirtschaftskorrespondenten der FAZ, Dietrich Creutzburg, wird suggeriert, als &uuml;berfordere &bdquo;der Sozialstaat&ldquo; die wirtschaftliche Leistungskraft: &bdquo;Der Sozialstaat ist damit zum wiederholten Mal st&auml;rker gewachsen als die Wirtschaftsleistung insgesamt&ldquo;.  Es wird alarmierend darauf hingewiesen, dass die Sozialleistungen gemessen an der Wirtschafsleistung mit 29,2 Prozent den h&ouml;chsten Wert seit den Krisenjahren 2009 und 2010 ausweisen, gerade so als w&uuml;rde der Sozialstaat wie ein Krebsgeschw&uuml;r die Wirtschaftsleistung durchwuchern. \n<p>Schaut man sich diese sog. Sozialleistungsquote genauer an, so zeigt sich dass diese durch die Folgekosten der deutschen Einheit und die ansteigende Arbeitslosigkeit seit den 90er Jahren bis auf 29,8 Prozent im Jahre 2003 angestiegen ist. Der abrupte Anstieg dieser Quote in den Jahren 2009\/10<br>\nerkl&auml;rt sich mit dem krisenbedingten R&uuml;ckgang das BIP. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wwww.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_02.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/wwww.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_02_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbII1a.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 116 KB]<\/a><\/p>\n<p>Von einem dramatischen Anstieg im Jahr 2014 kann jedenfalls keine Rede sein. Dass die Sozialleistungsquote im zur&uuml;ckliegenden Jahr 0,1 Prozent h&ouml;her lag als 2013 ist schlicht dem <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2015\/05\/PD15_187_811.html\">schwachen Wachstum des vergangenen Jahres geschuldet<\/a> und liegt innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. <\/p>\n<p>(Das Bundesarbeitsministerium kommt in seinem Bericht &bdquo;Sozialbudget 2013&ldquo; S. 7 in den vorausgegangenen Jahren zu h&ouml;heren Werten als im zur&uuml;ckliegenden Jahr, siehe die Grafik <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26913\">hier<\/a>)<\/p>\n<p>Die Aussage &bdquo;der Sozialstaat w&auml;chst deutlich schneller als die Wirtschaft&ldquo; ist somit schlichte Stimmungsmache.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Leugnung der zunehmenden Spaltung zwischen Arm und Reich<\/strong>\n<p>Dann kommt der Autor auf sein Hauptanliegen, n&auml;mlich der Beweisf&uuml;hrung, dass die Umverteilung in unserem Land &bdquo;erstaunlich gut&ldquo; funktioniere. Creutzburg st&uuml;tzt sich dabei auf eine unver&ouml;ffentlichte Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). (Mit solchen exklusiven Vorabver&ouml;ffentlichungen kann man ja bekannterma&szlig;en Nachrichtenwert schaffen.)<\/p>\n<p>Es ist ja bekannt, dass die wissenschaftliche Werkbank der Arbeitgeber (entgegen aller anderen Statistiken) regelm&auml;&szlig;ig zu beweisen versucht, dass die Umverteilung funktioniere und dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht auseinandergehe (Siehe dazu Das &bdquo;Institut der deutschen Wirtschaft&ldquo; m&uuml;sste in den Medien <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17287\">jegliche Glaubw&uuml;rdigkeit verloren haben<\/a>).<\/p>\n<ol class=\"abc\">\n<li>Der statistische Trick, der dabei angewandt wird, ist, dass nicht auf die schon vorhandene Verm&ouml;gensverteilung abgestellt wird, sondern nur auf die Verteilung der laufenden Einkommen.\n<p>Hier noch einmal die bestehende Verm&ouml;gensverteilung in Deutschland:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_03.gif\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12782\">Jens Berger<\/a><\/p><\/li>\n<li>Dann wird in dem Artikel eine Tabelle mit Balkengrafik wiedergegeben und mit einem Text versehen, der eher manipulativ als aufkl&auml;rend ist: &bdquo;Wer in einem Haushalt mit mehr oder sogar deutlich mehr als 10.000 Euro im Monat (wohlgemerkt netto (WL)) lebt &uuml;berweist gleichzeitig im Durchschnitt 8.470 Euro an den Staat; er leistet damit unter dem Strich trotz des Transfers von 625 Euro einen Finanzierungsbeitrag von 7.845 Euro im Monat.&ldquo;\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_04.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_04_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/studie-sozialstaat-waechst-rasanter-als-wirtschaft-13731229\/staatliche-umverteilung-13731260.html\">faz.net<\/a> <\/p>\n<p>Man reibt sich die Augen und bricht geradezu in Sozialmitleid mit den Haushalten mit einem &bdquo;Nettoeinkommen im Monat&ldquo; ab 10.000 Euro aus. Was m&uuml;ssen solche Einkommensbezieher nicht alles &bdquo;bluten&ldquo; in diesem  schrecklichen Sozialstaat! So jedenfalls entsteht der erste Eindruck &ndash; und er soll wohl auch genau so geweckt werden, sei es vom Institut der deutschen Wirtschaft, sei es von der FAZ, je nachdem wer diese Grafik zu verantworten hat. <\/p>\n<p>Den ersten Eindruck, den diese Grafiken machen, ist doch der, als m&uuml;sste ein Einkommensbezieher ab 10.000 Euro im Monat davon &uuml;ber dreiviertel oder 7.845 Euro an Einkommensteuer und Sozialbeitr&auml;ge abf&uuml;hren. Dieser Eindruck wird sogar noch durch eine weitere Grafik noch best&auml;rkt: <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_05.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_05_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Man muss sich schon gr&uuml;ndlich hineinvertiefen, um zu verstehen, dass hier &ndash; v&ouml;llig ungew&ouml;hnlicherweise &ndash; mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 18.470 Euro gerechnet wird. N&auml;mlich: Haushalts<strong>netto<\/strong>einkommen 10.000 Euro <strong>plus<\/strong> 8.470 Euro Einkommenssteuer, Sozialversicherungs-Arbeitnehmerbeitr&auml;ge usw. minus 625 Euro staatliche Geldtransfers = Verlust im Monat minus 7845 Euro. <\/p>\n<p>Das w&auml;ren dann allerdings immer noch Abz&uuml;ge von 45,8 Prozent. (Obwohl solche Einkommensbezieher sicherlich au&szlig;erhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherungstr&auml;ger liegen.)<\/p><\/li>\n<li>Doch auch diese Abzugsquote als Beleg f&uuml;r das &bdquo;Funktionieren der Umverteilung&ldquo; zu unterstellen, ist nichts anderes als ein gro&szlig;er Bluff: Die Einkommensgruppe von mehr als 10.000 Euro monatlichem Haushaltsnettoeinkommen ist nach oben offen, sie umfasst den Abteilungsleiter eines Unternehmens genauso wie den Fu&szlig;ballmillion&auml;r. Wer also z.B. 100.000 Euro pro Monat &bdquo;verdient&ldquo;, zahlt &uuml;ber den Daumen gepeilt etwa 30.000 Euro monatlich. Die &bdquo;wirklich&ldquo; Reichen ziehen den Durchschnitt (es ist ja keine Median-Angabe die Ausrei&szlig;er herausfiltert) noch weiter nach oben. Die Durchschnittsangabe f&uuml;r die Abgabe in H&ouml;he von 8.470 Euro bezogen auf den Grenzwert 10.000 ist somit mehr als unseri&ouml;s.<\/li>\n<li>Auf der Datenbasis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) eine Querschnittsanalyse der Haushaltseinkommen vorzunehmen und daraus den Umverteilungseffekt zu ermitteln, ist aber auch insgesamt fraglich und nur die halbe Wahrheit und damit eine T&auml;uschung. Denn bei der sozialstaatlichen Einkommensumverteilung handelt es sich ma&szlig;geblich um eine Umverteilung &uuml;ber die Zeit, d.h. diejenigen die aktuell h&ouml;here Beitr&auml;ge zur Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bezahlen, erhalten sp&auml;ter, im Alter auch eine entsprechend h&ouml;here Rente.<\/li>\n<li>Die hier angewandte Beweisf&uuml;hrung f&uuml;r das &bdquo;Funktionieren der Umverteilung&ldquo; l&auml;sst im &Uuml;brigen die Bezieher von Kapital- und Zinseinkommen au&szlig;en vor. Das hei&szlig;t, die bestehende h&ouml;chst ungleiche Verm&ouml;gensverteilung bei Geld- und Kapitalverm&ouml;gen bleibt ausgeklammert.<\/li>\n<li>Wenn in dieser Querschnittsanalyse die &bdquo;Abgaben der Haushalte&ldquo; auf die Einkommensteuer und auf die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge der Arbeitnehmer beschr&auml;nkt wird, so f&auml;llt unter den Tisch, dass die Einkommensteuer nur rund 44 Prozent des Gesamtsteueraufkommens ausmacht. Weitere rund 40 Prozent der gesamten Steuereinnahmen entstammen aus Verbrauchssteuern (vor allem der Umsatzsteuer, aber etwa auch der Energiesteuer etc.) bleiben unber&uuml;cksichtigt.\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_06.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_06_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbII14.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 124 KB]<\/a><\/p>\n<p>Die steuerfinanzierten Sozialausgaben (einschlie&szlig;lich der Zusch&uuml;sse aus dem Bundeshaushalt an die Gesetzliche Rentenversicherung oder an die Gesetzliche Krankenversicherung, im wesentlichen f&uuml;r versicherungsfremde Leistungen) werden jedoch aus dem Gesamtsteueraufkommen finanziert.<br>\nGerade die Verbrauchssteuern belasten jedoch die unteren Einkommen &uuml;berproportional, weil die Geringverdiener einen gr&ouml;&szlig;eren Anteil ihres Lohnes in den Konsum stecken (m&uuml;ssen). <\/p>\n<p>Die Erh&ouml;hung der Verbrauchssteuern in den letzten Jahren ist wiederum eine Umverteilung von unten nach oben.<\/p><\/li>\n<li>Gegen ein &bdquo;Funktionieren der Umverteilung&ldquo; spricht weiter, dass &ndash; wenn man sich nur auf die direkten Abgaben (Lohnsteuer und Versicherungsbeitr&auml;ge) und auf Einzelpersonen (also Arbeitnehmer) bezieht &ndash; alle Einkommen, die oberhalb der Versicherungspflicht- bzw. <a href=\"http:\/\/www.vdek.com\/vertragspartner\/arbeitgeber\/beitragssaetze.html\">Beitragsbemessungsgrenze liegen<\/a> eine sinkende Beitragslast zu tragen haben. Zwar steigt mit h&ouml;herem Einkommen aufgrund der Progressionswirkung der Lohn-\/Einkommensteuer die steuerliche Belastung. Diese flacht sich allerdings nach erreichen des Spitzensteuersatzes ab.\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_07.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_07_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbII42.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 122 KB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Die Kosten m&uuml;ssten mit dem Nutzen bilanziert werden<\/strong><br>\nWas im &Uuml;brigen bei diesen ideologisch gepr&auml;gten Sozialstaatskritikern stets und gezielt au&szlig;er Acht gelassen wird, das ist die Tatsache, dass die H&ouml;he der Sozialausgaben keineswegs nur Ausdruck einer gesamtwirtschaftlichen Belastung ist. Den Sozialausgaben stehen n&auml;mlich immer auch Sozial-&bdquo;Leistungen&ldquo; gegen&uuml;ber. Das hei&szlig;t, den Krankenversorgungskosten stehen Leistungen von Arztpraxen und Krankenh&auml;usern oder Pflegediensten gegen&uuml;ber. Oder: Die Renten sind Einkommen, die von den Rentnern zum allergr&ouml;&szlig;ten Teil wieder als Nachfrage in den Wirtschaftskreislauf flie&szlig;en. Sozialausgaben sind eben kein &uuml;berfl&uuml;ssiger Luxus, sondern man muss immer die Kosten mit dem Nutzen bilanzieren. \n<p>Wenn man eine wirkliche Bilanz der Ausgaben (Transfers) und der Nutzen ziehen wollte, so ist es eben nicht hinreichend nur die Belastungsseite (Beitr&auml;ge) zu berechnen, auf der &bdquo;Nutzenseite&ldquo; aber die Leistungen der Krankenversicherungen und der Rentenversicherungen (aber auch aller anderen Realtransfers, wie etwa die Jugendhilfe usw.) auszublenden. <\/p>\n<p>Blickt man auf die Realtransfers so stellt sich ganz grunds&auml;tzlich die Frage, ob hier &uuml;berhaupt Ma&szlig;st&auml;be der Umverteilung angelegt werden k&ouml;nnen und sollten. Eine von der Krankenversicherung finanzierte Intensivbehandlung im Krankenhaus, die Behindertenhilfe usw., Schicksalsschl&auml;ge, die auch H&ouml;chsteinkommensbezieher treffen k&ouml;nnen, sind eben &ndash; zum Gl&uuml;ck &ndash; f&uuml;r alle gleich versichert. Der Sinn einer Sozialversicherung besteht doch nicht zuerst darin, Umverteilungseffekte zu erzielen, sondern Risiken auszugleichen. Menschen die ihre Beitr&auml;ge etwa in die Kranken- oder Pflegeversicherung nicht durch reale Leistungen ausgeglichen bekommen, sollten doch eigentlich nur gl&uuml;cklich sein und sich nicht zu Sozialneid anstacheln lassen.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Die Umverteilung von h&ouml;heren zu niedrigeren Einkommen funktioniert erstaunlich gut. Das zeigt eine neue Studie. Sie belegt auch: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/studie-sozialstaat-waechst-rasanter-als-wirtschaft-13731229.html\">Der Sozialstaat w&auml;chst deutlich schneller als die Wirtschaft<\/a>&ldquo; hei&szlig;t es in der FAZ vom 3. August.<br \/> Ein Musterbeispiel, wie in seri&ouml;s geltenden Medien mit Zahlen und Grafiken der Leser in die Irre gef&uuml;hrt, ja geradezu manipuliert<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27044\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[145,11,132],"tags":[1128,427,1542,550,343,291],"class_list":["post-27044","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sozialstaat","category-strategien-der-meinungsmache","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-beitragsbemessungsgrenze","tag-einkommensteuer","tag-faz","tag-iw","tag-luegen-mit-zahlen","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27044","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27044"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27044\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27047,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27044\/revisions\/27047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27044"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27044"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27044"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}