{"id":27052,"date":"2015-08-05T10:10:23","date_gmt":"2015-08-05T08:10:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27052"},"modified":"2024-08-28T19:14:59","modified_gmt":"2024-08-28T17:14:59","slug":"von-demokratie-kann-in-griechenland-keine-rede-mehr-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27052","title":{"rendered":"\u201eVon Demokratie kann in Griechenland keine Rede mehr sein\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_wagenknecht.jpg\" alt=\"Sahra Wagenknecht\" title=\"Sahra Wagenknecht\"><\/div><p>Wie ist die Lage in Griechenland? Haben die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate mit Demokratie &uuml;berhaupt noch etwas gemein? Und ist, was geschah und noch immer geschieht, wirklich &bdquo;alternativlos&ldquo;, wie man dies allerorten liest und h&ouml;rt? Zu diesen Fragen sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit <strong>Sahra Wagenknecht<\/strong>, der Ersten stellvertretende Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Frau Wagenknecht, Griechenland hat sich dem Troika-Diktat gef&uuml;gt, f&uuml;gen m&uuml;ssen. Wie bewerten Sie &ndash; vor allem &ndash; die soziale Lage in Griechenland? Wie ist es um die Bev&ouml;lkerung bestellt und wohin f&uuml;hrte, w&uuml;rde er beschritten, der nun eingeschlagene Weg?<\/strong><\/p><p>Die soziale Lage in Griechenland ist eine Katastrophe, und diese Katastrophe wird bei Fortsetzung der aberwitzigen K&uuml;rzungspolitik immer dramatischer. Hinter n&uuml;chternen Zahlen, wie der Zerst&ouml;rung von einem Viertel der griechischen Wirtschaftsleistung innerhalb von f&uuml;nf Jahren, verbergen sich menschliche Trag&ouml;dien. <\/p><p>Theano Fotiou, Vizeministerin f&uuml;r soziale Solidarit&auml;t, erz&auml;hlte mir bei einem pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch in Berlin wenige Wochen vor der erpressten &ldquo;Einigung&rdquo; in Br&uuml;ssel, dass viele Kinder inzwischen in einer solchen Armut leben, dass sie vor Hunger in den Schulen ohnm&auml;chtig werden. Ein Drittel der griechischen Bev&ouml;lkerung ist nicht mehr krankenversichert. Krebspatienten sterben, weil sie zu sp&auml;t oder gar nicht behandelt werden. Die S&auml;uglingssterblichkeit ist hochgeschnellt. Es war daher nicht &uuml;bertrieben, als Theano Fotiou sagte, dass die Forderungen Syrizas nach einem Ende der K&uuml;rzungsdiktate, einem Investitionsprogramm und einem Schuldenschnitt nicht einmal ein explizit linkes Programm waren, sondern schlicht ein Programm, um zu &uuml;berleben. <\/p><p>Doch inzwischen haben die Gl&auml;ubiger das griechische Parlament dazu gezwungen, weitere Rentenk&uuml;rzungen und Mehrwertsteuererh&ouml;hungen zu verabschieden &ndash; als Vorbedingung f&uuml;r die Aufnahme von Kreditverhandlungen. Das ist absurd. Wenn Griechenland irgendetwas <em>nicht<\/em> braucht, dann sind es neue K&uuml;rzungen und neue Schulden. Es ist klar, dass Griechenland durch diese Ma&szlig;nahmen zur&uuml;ck in eine tiefe Rezession fallen wird. In der Folge werden die Schulden auf &uuml;ber 200 Prozent der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung steigen. Es wird einmal als absoluter Wahnsinn in die Geschichtsb&uuml;cher eingehen, dass die herrschenden Eliten Europas einem Land mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent weitere Massenentlassungen aufgezwungen haben.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_wagenknecht_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_wagenknecht_02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div style=\"text-align:center;\">\n<p><strong>Quelle: Fact-Sheet der Linksfraktion im Bundestag: <a href=\"http:\/\/www.mdb-alexander-ulrich.de\/fileadmin\/lcmsulrich\/files\/Online-Broschuere_Fact-Sheets_Griechenland_01.pdf\">&bdquo;Raus mit der Troika! Fakten zum Scheitern der EU-Krisenpolitik in Griechenland&ldquo; [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Ist das, was wir hier erleben, was bereits vorhanden ist und sich wohl weiter verschlimmern wird, das, was die Kanzlerin in ihrer Rede von der &ldquo;marktkonformen Demokratie&rdquo; beschrieb? Mir scheint, es handelt sich hier vor allem um eine Art &hellip; &ldquo;Diktatur des Kapitals&rdquo;.<\/strong><\/p><p>Von Demokratie kann in Griechenland jedenfalls keine Rede mehr sein. Das gew&auml;hlte Parlament hat fortan nichts mehr zu sagen, es hat nur noch die Funktion, die von au&szlig;en diktierten Programme abzunicken. Konsequenterweise k&ouml;nnten die Eurol&auml;nder auch gleich fordern, es im Interesse der Sparpolitik ganz aufzul&ouml;sen. <\/p><p>Und auch wie die Vereinbarung von Br&uuml;ssel zustande kam, hatte nichts mit Demokratie zu tun. Die Europ&auml;ische Zentralbank hat die griechischen Banken in der entscheidenden Phase der Verhandlungen von der Geldversorgung abgeschnitten. So wurde Alexis Tsipras das Messer an den Hals gesetzt. Am Ende hat die griechische Regierung Ma&szlig;nahmen zugestimmt, die von ihr und der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung, wie das eindrucksvolle &ldquo;Nein&rdquo; von &uuml;ber 60 Prozent im Referendum beweist, abgelehnt werden. Die Macht &uuml;ber die W&auml;hrung des Landes wurde als Putschmittel eingesetzt, und hat sich als ebenso wirkungsvoll erwiesen wie seinerzeit die Panzer der Obristen. Aus der einstigen Idee eines solidarischen Europa ist dank Merkel, Sch&auml;uble und dem ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Draghi eine Horrorvision geworden.<\/p><p><strong>Gehe ich recht in der Annahme, dass, wenn es Griechenland immer schlechter geht, das mehr und mehr auch auf Deutschland und die Verh&auml;ltnisse hier zur&uuml;ckschlagen wird? Und wenn ja: Inwiefern?<\/strong><\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich. In offenen Volkswirtschaften geht das nicht anders. Lohn- und Sozialdumping in einem Land des Euro-W&auml;hrungsraumes verbessert die dortige preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit zu Lasten der anderen L&auml;nder. Wettbewerbsf&auml;higkeit ist immer relativ. Also hat diese Politik in der Regel negative Auswirkungen auf die Absatzzahlen der anderen Eurol&auml;nder. In Bezug auf L&ouml;hne, Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit befinden wir uns mitten in einem Wettlauf nach unten. <\/p><p>Begonnen wurde dieser negative Prozess unter der &Uuml;berschrift Agenda 2010 durch das deutsche Lohn-, Steuer- und Sozialdumping in den Anfangsjahren der W&auml;hrungsunion durch die damalige Rot-Gr&uuml;ne Bundesregierung. Das verschaffte den deutschen Konzernen h&ouml;here Ums&auml;tze im Ausland auf Kosten des Lebensstandards der deutschen Arbeitnehmer. So entstanden in den ersten zehn Jahren der Eurozone riesige Ungleichgewichte im Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Deutschland und den anderen Euro-Mitgliedsl&auml;ndern. Diese Ungleichgewichte wurden wiederum als Begr&uuml;ndung genommen, um die L&ouml;hne im Zuge der verordneten K&uuml;rzungsprogramme in den Krisenl&auml;ndern zu dr&uuml;cken. <\/p><p>Nun reiben sich bereits wieder die Arbeitgeber in Deutschland die H&auml;nde. Sie haben jetzt wieder ein Argument, um in Deutschland Stimmung f&uuml;r die n&auml;chste K&uuml;rzungsrunde zu machen, indem sie darauf verweisen, dass die deutschen L&ouml;hne deutlich &uuml;ber dem EU-Durchschnitt liegen. Wenn es nach ihnen ginge, k&ouml;nnte dieses Spiel ewig so weitergehen. Und es zahlt sich f&uuml;r sie auch aus, wie die Gewinnentwicklung gro&szlig;er Konzerne in ganz Europa in den letzten Jahren zeigt. Da gibt es tats&auml;chlich l&auml;ngst <em>keine<\/em> Krise mehr. &Ouml;konomisch und sozial ist das aber eine Politik, von der allein das reichste eine Prozent der Bev&ouml;lkerung profitiert.<\/p><p><strong>Das bedeutet, dass es aktuell vor allem einer starken Solidarit&auml;t mit Griechenland bedarf &ndash; aber auch mehr denn je des Kampfes f&uuml;r bessere soziale Verh&auml;ltnisse, h&ouml;here L&ouml;hne etc. im eigenen Land?<\/strong><\/p><p>Ja, es ist eine Klassenfrage und keine Frage von unterschiedlichen nationalen Interessen. &ldquo;Solidarit&auml;t ist die Z&auml;rtlichkeit der V&ouml;lker&rdquo;, so sagte es Che Guevara. Aber in der aktuellen europ&auml;ischen Situation ist es dar&uuml;ber hinaus eine rationale Notwendigkeit. Alle Arbeitnehmer im gemeinsamen W&auml;hrungsraum sitzen zusammen in einem Boot. Sie k&ouml;nnen den Kampf nur <em>zusammen<\/em> gewinnen. <\/p><p>Insbesondere in Deutschland muss der Widerstand gegen diese zerst&ouml;rerische Politik wachsen. Die SPD sollte sich &uuml;berlegen, ob sie mit Merkel zum Totengr&auml;ber Europas werden oder endlich f&uuml;r eine soziale Wende in Deutschland k&auml;mpfen will. Ein lohnenswertes Ziel ist f&uuml;r eine Partei auch die beste Medizin gegen Selbstaufgabe. Als Merkelwahlverein braucht die SPD niemand. In diesem Fall sollte sie sich tats&auml;chlich lieber aufl&ouml;sen und als Arbeitnehmerfl&uuml;gel in die CDU eintreten, so wie es Jakob Augstein vorgeschlagen hat.<\/p><p><strong>Und was nun Griechenland angeht &hellip; da hat sich in der deutschen Linken ja inzwischen ein regelrechter Riss aufgetan, wie es scheint: Viele argumentieren, Tsipras <em>konnte<\/em> ja gar nicht anders, man <em>m&uuml;sse<\/em> ihn daher unterst&uuml;tzen und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26879\">verstehen<\/a>. Andere hingegen, wie mir scheint eher der linken Linken zuzuordnen, k&ouml;nnen Tsipras &ldquo;Kapitulation&rdquo; vor der Troika zwar nachvollziehen, betrachten dessen Versuch, nun wider alle Wahlversprechen weiteren Sozialabbau zu exekutieren, jedoch trotzdem als &ldquo;Verrat&rdquo; am eigenen Volk. Wie bewerten Sie diesen Disput? Und: Ist die Unterordnung unter das Troika-Diktat denn wirklich &ldquo;alternativlos&rdquo;, wie es aktuell in allem &ndash; auch und insbesondere linken &ndash; Medien hei&szlig;t?<\/strong><\/p><p>Es w&auml;re schlimm, wenn die Linke jetzt auch noch anfinge, Alternativlosigkeit a la Merkel zu predigen. Es gibt immer Alternativen, und die Logik, dass man eine Katastrophe akzeptieren muss, weil die Alternative eine noch gr&ouml;&szlig;ere Katastrophe w&auml;re, ist gef&auml;hrlich. Nach dieser Logik h&auml;tten auch die fr&uuml;heren griechischen Regierungschefs der korrupten <em>Nea Demokratia<\/em> und <em>Pasok<\/em> alles richtig gemacht. Sie haben das Land durch eine beispiellose K&uuml;rzungspolitik brutal verarmt, aber auf diesem Wege immerhin im Euro gehalten. <\/p><p>Man sollte sich daran erinnern, dass es die glaubw&uuml;rdige und couragierte Opposition gegen genau diese Politik war, die Syriza gro&szlig; gemacht hat. Wer sagt, es g&auml;be keine Alternative zur Akzeptanz wirtschaftlich und sozial verheerender K&uuml;rzungsauflagen, der sagt faktisch, dass der gro&szlig;artige Aufstieg der Syriza auf einem Irrtum beruht.<\/p><p>Ich halte das f&uuml;r falsch. Nat&uuml;rlich w&auml;re es besser gewesen, sich bereits 2010 auf den Wahnwitz angeblichen Rettungsprogramme nicht einzulassen, sondern einen eigenst&auml;ndigen Weg mit einem harten Schuldenschnitt, einer Restrukturierung der Banken und einem Konjunkturprogramm zu gehen. Also den Weg, den Island gegangen ist, das heute seine Krise weitgehend &uuml;berwunden hat. Eventuell w&auml;re das schon damals f&uuml;r Griechenland nur au&szlig;erhalb des Euro m&ouml;glich gewesen. Aber auch Island musste eine f&uuml;nfzigprozentige Abwertung seiner W&auml;hrung verkraften, deren negative Effekte mit Kapitalverkehrskontrollen und anderen Ma&szlig;nahmen abgemildert wurden. <\/p><p>Heute ist die Situation in Griechenland viel schwieriger als 2010, weil die Wirtschaft durch die K&uuml;rzungspolitik ruiniert wurde. Heute w&auml;re daher auch ein <em>Grexit<\/em> viel schwerer zu verkraften. Aber ich wei&szlig; nicht, ob das wirklich ein &uuml;berzeugendes Argument daf&uuml;r ist, diese ruin&ouml;se Politik fortzusetzen, um dann in ein oder zwei Jahren in einer <em>noch<\/em> schlimmeren Lage zu sein.<\/p><p>Es gibt doch keine Zukunft und keine Hoffnung auf dem jetzt beschrittenen Weg, es sei denn, die Machtverh&auml;ltnisse in Europa w&uuml;rden sich bald grundlegend &auml;ndern. Aber danach sieht es leider &uuml;berhaupt nicht aus. <\/p><p>Und nat&uuml;rlich befand sich die griechische Regierung in einem echten Dilemma. Eine klare Mehrheit der Griechen wollte ein Ende der K&uuml;rzungspolitik <em>und<\/em> gleichzeitig einen Verbleib im Euro. Beides aber ist angesichts der Machtverh&auml;ltnisse im Euroraum einfach nicht zu haben. Die Frage ist vielmehr, ob die erneuten brutalen K&uuml;rzungsprogramme den Grexit &uuml;berhaupt verhindern oder nur aufschieben. Und je kaputter die griechische Wirtschaft bei einem Austritt ist, umso schwerer wird es. <\/p><p><strong>Welche konkreten Ma&szlig;nahmen, meinen Sie, w&auml;ren denn aktuell jene, die eine griechische Regierung, die den Erwerbst&auml;tigen und Armen den G&uuml;rtel, den sie nicht mehr haben, nicht noch enger schnallen will, angehen sollte?<\/strong><\/p><p>Ich halte es nicht f&uuml;r sinnvoll, der griechischen Regierung von Deutschland aus schlaue Ratschl&auml;ge in Form konkreter Ma&szlig;nahmen zu erteilen. <\/p><p>Allgemein denke ich aber, dass Griechenland auf jeden Fall die Grundlagen f&uuml;r eine drastische Verm&ouml;gensabgabe f&uuml;r die Superreichen sowie eine generell h&ouml;here Besteuerung der Million&auml;re und Oligarchen schaffen sollte. Nur so k&ouml;nnte Griechenland gleichzeitig notwendige Investitionen t&auml;tigen, sich von ausl&auml;ndischen Krediten unabh&auml;ngig machen und einen &uuml;berf&auml;lligen Schuldenschnitt erzwingen. <\/p><p>Ansonsten hatte Varoufakis offenbar konkrete Vorstellungen f&uuml;r einen Plan B, um nicht bedingungslos erpressbar zu sein. Ich denke, das w&auml;re ein sinnvoller Weg gewesen.<\/p><p><strong>Und hierzulande? Was k&ouml;nnen wir, wir Linken, k&ouml;nnen unsere Leser und m&uuml;sste die deutsche Regierung tun?<\/strong><\/p><p>Die Linke muss versuchen noch st&auml;rker mit der Botschaft durchzudringen, dass ein Ende der K&uuml;rzungspolitik, eine Unterst&uuml;tzung der Syriza-Regierung bei der Reichenbesteuerung und ein Schuldenschnitt auch im Interesse der hiesigen Bev&ouml;lkerung sind. Denn nur so besteht eine Chance, dass Griechenland zumindest einen Teil der ausstehenden sogenannten Hilfskredite, mit denen ab 2010 Banken und private Gl&auml;ubiger gerettet wurden, zur&uuml;ckzahlen kann. <\/p><p>Stattdessen betreibt Merkel mit der Unterst&uuml;tzung von CDU\/CSU, SPD, FDP und GR&Uuml;NEN im Fall Griechenlands eine andauernde Konkursverschleppung, die den potentiellen Schaden f&uuml;r die deutschen Steuerzahler immer weiter in die H&ouml;he treibt.<\/p><p>Au&szlig;erdem muss man sehen: Bereits heute, in Deutschland und anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern, gibt es eine Mehrheit, die <em>nicht<\/em> will, dass die soziale Ungleichheit immer gr&ouml;&szlig;er wird, dass Europa ein Projekt zum Nutzen des reichsten einen Prozents bleibt. <\/p><p>Diese Menschen m&uuml;ssen wir erreichen. Denn werden weiterhin trotzdem meist wieder Parteien gew&auml;hlt, die im neoliberalen Mainstream mitschwimmen, besteht die Gefahr, dass sich gerade die, denen es schlecht geht, ganz von Europa abwenden und auf nationalistische Kr&auml;fte setzen. Das ist eine sehr gef&auml;hrliche Entwicklung. Wenn es uns nicht gelingt, diese Menschen, die aus gutem Grund das heutige Europa, seine Institutionen und Strukturen als Angriff als ihren Lebensstandard empfinden und daher ablehnen, anzusprechen und f&uuml;r linke Alternativen zu gewinnen, sehe ich schwarz f&uuml;r die europ&auml;ische Zukunft.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Sahra Wagenknecht<\/strong> ist promovierte &Ouml;konomin und Autorin diverser B&uuml;cher, zuletzt erschien von ihr &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/gesellschaft-wirtschaft\/wirtschaft\/freiheit_statt_kapitalismus-4241.html\">Freiheit statt Kapitalismus<\/a>&ldquo;. Seit 2011 ist sie Erste Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Fact-Sheet der Linksfraktion im Bundestag: <a href=\"http:\/\/www.mdb-alexander-ulrich.de\/fileadmin\/lcmsulrich\/files\/Online-Broschuere_Fact-Sheets_Griechenland_01.pdf\">&bdquo;Raus mit der Troika! Fakten zum Scheitern der EU-Krisenpolitik in Griechenland&ldquo; [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a><\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59174\">Deutsche Korruption in Griechenland<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/07-16\/055.php\">Widerstand statt Unterwerfung<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.sozonline.de\/2015\/07\/durch-diskussion-allein-kann-die-troika-nicht-ueberzeugt-werden\/\">Durch Diskussion allein kann die Troika nicht &uuml;berzeugt werden<\/a>&rdquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/lowerclassmag.com\/2015\/07\/das-totalversagen-von-syriza-die-linke-grexit-debatte-und-der-neue-europaeische-sozialchauvinismuss\/\">Das Totalversagen von SYRIZA, die linke Grexit-Debatte und der neue europ&auml;ische Sozialchauvinismus<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/es-geht-nicht-um-den-euro-sondern-um-den-bruch-mit-dem-kapitalismus\/\">Es geht nicht um den Euro, sondern um den Bruch mit dem Kapitalismus<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von Jens Wernicke finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch eine <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/28456f5c2a534a0d98a225b6497d06e8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_wagenknecht.jpg\" alt=\"Sahra Wagenknecht\" title=\"Sahra Wagenknecht\"\/><\/div>\n<p>Wie ist die Lage in Griechenland? Haben die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate mit Demokratie &uuml;berhaupt noch etwas gemein? Und ist, was geschah und noch immer geschieht, wirklich &bdquo;alternativlos&ldquo;, wie man dies allerorten liest und h&ouml;rt? Zu diesen Fragen sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27052\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,126,22,209,132],"tags":[423,1045,1555,499,312,632],"class_list":["post-27052","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-erosion-der-demokratie","category-europaische-union","category-interviews","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-austeritaetspolitik","tag-grexit","tag-griechenland","tag-handelsbilanz","tag-reformpolitik","tag-wagenknecht-sahra"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27052"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27052\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120369,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27052\/revisions\/120369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}