{"id":27065,"date":"2015-08-07T08:39:17","date_gmt":"2015-08-07T06:39:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065"},"modified":"2015-08-07T08:39:17","modified_gmt":"2015-08-07T06:39:17","slug":"hinweise-des-tages-2433","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/AM\/WL\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h01\">Mund aufmachen, Haltung zeigen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h02\">Auf die Flucht getrieben (III)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h03\">Zur Unabh&auml;ngigkeit der Justiz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h04\">#Landesverrat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h05\">Verfassungsschutzreform und Innenminister gescheitert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h06\">Banken verdienen in Steueroasen verd&auml;chtig viel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h07\">K&auml;mpfe um Zeit &ndash; Bausteine f&uuml;r eine neue (arbeits-)zeitpolitische Offensive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h08\">Wohnungspolitik: Deutschland w&auml;chst und schrumpft gleichzeitig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h09\">Grundsicherung: Wenn das eigene Geld nicht zum Leben reicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h10\">Serie &bdquo;Pikettys Thesen&ldquo; 4: Verm&ouml;gen wachsen schneller als Wirtschaftsleistung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h11\">Wenn Krankenkassen ihre Mitglieder &uuml;berwachen m&ouml;chten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h12\">Welches Leben, welches Sterben z&auml;hlt &ndash; und wer bestimmt jeweils den Takt des Z&auml;hlens?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h13\">Politische Apathie: Deutschland, dein Elend ist die Mitte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h14\">Russland ist weltweit unbeliebt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065#h15\">Zu guter Letzt: Wof&uuml;r ist Thomas de Maizi&egrave;re zust&auml;ndig<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27065&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Mund aufmachen, Haltung zeigen!<\/strong><br>\nIm Internet wird die Hetze gegen Fl&uuml;chtlinge immer aggressiver. Doch Strafverfolgung alleine reicht nicht. Die Hassschreiber m&uuml;ssen kapieren, dass die Gesellschaft diese &uuml;blen Beschimpfungen nicht akzeptiert. Jeder m&uuml;sse jetzt Haltung zeigen, meint Anja Reschke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kommentar-fluechtlinge-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p>dazu: <strong>Reschke: &ldquo;Die Hetzer sind in der Minderheit&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Mund aufmachen gegen Rassismus&rdquo; &ndash; das fordert Anja Reschke in ihrem vielbeachteten Kommentar. Im NDR Info Interview schildert die NDR Moderatorin, was sie zu dem Kommentar bewogen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/info\/Reschke-Hetzer-sind-in-der-Minderheit,audio252290.html\">NDR Info<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Auf die Flucht getrieben (III)<\/strong><br>\nIn drei der f&uuml;nf L&auml;nder mit den h&ouml;chsten Fl&uuml;chtlingszahlen weltweit hat die Bundesregierung aktiv zur Entstehung der Fluchtursachen beigetragen. Dies zeigt eine Erhebung des UNHCR. Demnach war Syrien Ende 2014 das Herkunftsland der h&ouml;chsten Zahl an Fl&uuml;chtlingen &uuml;berhaupt, gefolgt von Afghanistan. In Syrien hat der Westen den B&uuml;rgerkrieg, vor dem immer mehr Menschen fliehen, seit Mitte 2011 massiv befeuert; in Afghanistan hat er bereits in den 1980er Jahren die Totalzerst&ouml;rung der gesellschaftlichen Strukturen gef&ouml;rdert, die bis heute zahllose Menschen aus dem Lande treibt. S&uuml;dsudan, Nummer f&uuml;nf in der UNHCR-Statistik der wichtigsten Herkunftsl&auml;nder von Fl&uuml;chtlingen, ist 2011 auf Druck des Westens zu einem eigenen Staat geworden &ndash; aus geostrategischen Motiven, und dies trotz Warnungen von Beobachtern, die Abspaltung werde die Spannungen im Land unweigerlich anheizen und wom&ouml;glich in einen neuen B&uuml;rgerkrieg f&uuml;hren. Dies ist nun tats&auml;chlich geschehen; Millionen sind mittlerweile auf der Flucht. Mit der Regierung in Juba, deren Milizen furchtbare Massaker ver&uuml;ben, wollen Berlin und die EU nun noch enger als zuvor kooperieren &ndash; bei der Fl&uuml;chtlingsabwehr (&ldquo;Grenzmanagement&rdquo;).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59177\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> Deutschland m&uuml;sse mehr Verantwortung in der Welt &uuml;bernehmen, notfalls auch mit milit&auml;rischen Mitteln, meinen Verteidigungsministerin, Au&szlig;enminister und Bundespr&auml;sident im Gleichklang. Letzterer <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Reden\/DE\/Joachim-Gauck\/Reden\/2014\/01\/140131-Muenchner-Sicherheitskonferenz.html\">predigte<\/a> auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz im Fr&uuml;hjahr 2014 den Satz:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Manchmal kann auch der Einsatz von Soldaten erforderlich sein.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Der Einsatz des Hirns, in dem mutma&szlig;lich ein Verstand zuhause sein soll, w&auml;re vermutlich besser gewesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Zur Unabh&auml;ngigkeit der Justiz<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Zur&uuml;ck zur Inquisition<\/strong><br>\nDie letzte Amtshandlung des Generalbundesanwalts Harald Range war die Ver&ouml;ffentlichung seiner Presseerkl&auml;rung, in der er einen &ldquo;unertr&auml;glichen Eingriff in die Unabh&auml;ngigkeit der Justiz&rdquo; beklagt. Schon allein das Gerede von der angeblichen &ldquo;Unabh&auml;ngigkeit der Justiz&rdquo; war es wert, Range seines Amtes zu entheben. Er liegt mit seiner &Auml;u&szlig;erung auf der Linie des Deutschen Richterbundes, der schon l&auml;nger die &ldquo;Unabh&auml;ngigkeit der Justiz&rdquo;, deren &ldquo;Selbstverwaltung&rdquo; und eine &ldquo;Abschaffung des Weisungsrechts&rdquo; durch die Legislative fordert &ndash; und jetzt auch den aktuellen Konflikt um die angebliche Ver&ouml;ffentlichung von Staatsgeheimnissen zum Anlass nimmt, Harald Range seinerseits in eigenen Erkl&auml;rungen zur Seite zu springen.<br>\nDas alles hat eine demagogische Komponente. Unabh&auml;ngigkeit der Justiz! Klingt gut &ndash; wer k&ouml;nnte was dagegen haben? Politisches Weisungsrecht gegen&uuml;ber Staatsanw&auml;lten abschaffen! H&ouml;rt sich ebenfalls super an. Hat man die Verve der beiden Parolen erst auf sich wirken lassen, sollte man als Jurist tun, was zum Handwerkszeug geh&ouml;rt: ins Gesetz schauen. Da keimt Argwohn auf, denn im Gerichtsverfassungsgesetz steht kein Wort von einem &ldquo;politischen Weisungsrecht&rdquo;, da steht trocken: &ldquo;Das Recht der Aufsicht und Leitung steht zu: &hellip; der Landesjustizverwaltung hinsichtlich aller staatsanwaltschaftlichen Beamten des betreffenden Landes&rdquo;. Der Argwohn wird zum Verdacht, schaut man nach, seit wann dieses Aufsichtsrecht im Gerichtsverfassungsgesetz geregelt ist: immerhin schon seit 27. Januar 1877. Sollte es Harald Range und dem Deutschen Richterbund tats&auml;chlich gelungen sein, einen Missstand aufzudecken, der 138 Jahre lang verborgen war und erst jetzt mutig zur Sprache gebracht wird? Zur &ldquo;St&auml;rkung des Rechtsstaats&rdquo; &ndash; versteht sich.<br>\nTats&auml;chlich sind solche Forderungen v&ouml;llig geschichtsvergessen. Sie missachten die historisch gewachsene Gewaltenteilung in der Justiz. Eine &ldquo;Unabh&auml;ngigkeit der Justiz&rdquo; w&auml;re f&uuml;r den Rechtsstaat keine St&auml;rkung, sondern eine Katastrophe. Das Grundgesetz kennt diese Sorte Unabh&auml;ngigkeit gar nicht. Es kennt nur die Unabh&auml;ngigkeit der Richter, ihnen allein ist die rechtsprechende Gewalt anvertraut. Den Staatsanwalt kurzerhand zu einem &ldquo;Teil der Dritten Gewalt&rdquo; zu erkl&auml;ren, dem dieselbe Unabh&auml;ngigkeit geb&uuml;hre wie dem Richter &ndash; das w&auml;re das Ende vom fein austarierten System unserer rechtsstaatlichen Justiz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2015-08\/netzpolitik-harald-range-unabhaengigkeit-der-justiz\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Verfassungsrechtliche Analphabeten<\/strong><br>\nGeneralbundesanwalt Range und Bundesjustizminister Maas haben Unrecht, es gibt keine Unabh&auml;ngigkeit der Justiz<br>\nGeneralbundesanwalt Range und Bundesjustizminister Maas haben sich diese Kennzeichnung durch ihre &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen zur angeblichen Unabh&auml;ngigkeit der Justiz zu Recht erworben. Warum?<br>\nSie k&ouml;nnen offensichtlich unsere Verfassung nicht lesen&hellip;Nach dem Grundgesetz ist die rechtsprechende Gewalt allein den Richterinnen und Richtern anvertraut. Nur sie genie&szlig;en Unabh&auml;ngigkeit. Im Grundgesetz findet sich nicht die geringste Andeutung daf&uuml;r, dass die Institution Justiz bzw. die Gerichte als solche Unabh&auml;ngigkeit beanspruchen k&ouml;nnen.<br>\nDas Grundgesetz hat sich nicht daf&uuml;r entschieden, bestimmte Institutionen mit der Unabh&auml;ngigkeitsgarantie zu versehen, sondern es hat das personale Element hervorgehoben und nur einer ganz bestimmten Personengruppe &ndash; den Richterinnen und Richtern &ndash; Unabh&auml;ngigkeit zugesichert.<br>\nStaatsanw&auml;ltinnen und Staatsanw&auml;lte genie&szlig;en diese Unabh&auml;ngigkeit nach dem Willen des Grundgesetzes nicht. Sie sind &ndash; entgegen weitverbreiteter Meinung &ndash; Teil der Exekutive und unterliegen der Weisungsbefugnis der jeweiligen Justizminister. Dies ist in den Paragraphen 146 und 147 des Gerichtsverfassungsgesetzes ausdr&uuml;cklich geregelt.<br>\n&nbsp;Bei dieser Rechtslage ist der Vorwurf des Herrn Range, die (angebliche) Weisung des Justizministers, das Gutachten zu stoppen, sei ein &ldquo;unertr&auml;glicher Eingriff in die Unabh&auml;ngigkeit der Justiz&rdquo;, starker Tobak.<br>\n&nbsp;Aber auch Bundesjustizminister Maas hat sich das Attribut &ldquo;verfassungsrechtlicher Analphabet&rdquo; nachhaltig erarbeitet.<br>\nEr hat immer wieder verk&uuml;ndet, dass er die Unabh&auml;ngigkeit der Justiz respektiere und deswegen in Ermittlungsverfahren keine Anweisung gebe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45649\/1.html\">Wolfgang Neskovic auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Souver&auml;nit&auml;t ist eine Frage des K&ouml;nnens<\/strong><br>\nHarald Range, nun Generalbundesanwalt au&szlig;er Dienst, hatte zum Ende seiner Amtszeit versucht, sich zu inszenieren &ndash; als Justizrebell wider die Einflussnahme der Politik; als ein General, der gegen politische Willf&auml;hrigkeit ficht und f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit der Staatsanwaltschaft. Es war die falsche&nbsp;Gelegenheit.<br>\nDaf&uuml;r h&auml;tte es andere, bessere Gelegenheiten gegeben als das windige, absurde Ermittlungsverfahren gegen Netzpolitik.org wegen angeblichen Landesverrats, in dem Range, verleitet von Verfassungsschutzpr&auml;sident Hans-Georg Maa&szlig;en, dessen polizeistaatlichem Staats- und Grundrechtsverst&auml;ndnis auf den Leim ging. Wer an der Spitze solcher Beh&ouml;rden steht, sollte nicht den Ehrgeiz haben, mit Whistleblowern so umzugehen wie die USA mit Edward&nbsp;Snowden.<br>\nRange ist ein &ldquo;rebel without a cause&rdquo;, ein Rebell ohne Grund. In seiner Amtszeit h&auml;tte es viele M&ouml;glichkeiten gegeben, die Unabh&auml;ngigkeit, die Souver&auml;nit&auml;t und den juristischen Mut der Bundesanwaltschaft zu demonstrieren &ndash; bei der Verfolgung der NSA-Spionage beispielsweise und bei der Aufkl&auml;rung der US-Eins&auml;tze im illegalen Drohnen-Krieg, die auch von deutschem Boden ausgehen.<br>\nDas alles ist delikat, da hat die deutsche Politik Manschetten &ndash; da h&auml;tte der Generalbundesanwalt sagen k&ouml;nnen, dass er als Repr&auml;sentant des Legalit&auml;tsprinzips die Entscheidung &uuml;ber eine Strafverfolgung nicht von den politischen Folgen her instrumentalisieren d&uuml;rfe. Range hat sich stattdessen auf die Formel zur&uuml;ckgezogen, dass ihm &ldquo;gerichtsverwertbare Beweise&rdquo; fehlen und zugleich die Augen vor den Indizien verschlossen. Seine Unabh&auml;ngigkeits-Demonstration in der Causa Landesverrat kurz vor Ablauf der Dienstzeit war daher eine billige Nummer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/generalbundesanwalt-recht-und-macht-1.2596067\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>#Landesverrat<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Anfangsverdacht f&uuml;r Landesverbl&ouml;dung<\/strong><br>\nDie beh&ouml;rdliche Behandlung des Falles &ldquo;netzpolitik.org&rdquo; wirft etliche Fragen auf. Die Beauftragung externer Gutachter durch die Generalbundesanwaltschaft f&uuml;r das Vorliegen eines Anfangsverdachts f&uuml;r Landesverrat ergibt keinen so rechten Sinn. Denn zust&auml;ndig und hoffentlich qualifiziert zur Beurteilung strafrechtlicher Fragen sind die Staatsanw&auml;lte und Ermittlungsrichter. Gutachten ben&ouml;tigen Juristen nur dann, wenn zur Bewertung von Tatsachen der eigene Sachverstand nicht ausreicht.<br>\nWollte man wirklich glauben, dass zur Beurteilung des Vorliegens eines Staatsgeheimnisses externer Sachverstand notwendig sei, stellt sich bereits die aus der Anf&auml;ngervorlesung als bekannt vorauszusetzende Frage nach einem vorwerfbaren Unrechtsbewusstsein der T&auml;ter. Denn strafbar ist bei &sect; 94 StGB nur vors&auml;tzliches Handeln, blo&szlig;e Fahrl&auml;ssigkeit reicht nicht aus. Wer bei Begehung der Tat einen Umstand nicht kennt, der zum gesetzlichen Tatbestand geh&ouml;rt, handelt nicht vors&auml;tzlich, ist in &sect; 16 StGB zu lesen. Bei Landesverrat durch Ver&ouml;ffentlichung (&sect; 94 Abs. 1 Nr. 2 StGB) ben&ouml;tigt man sogar Sch&auml;digungsabsicht diesbez&uuml;glich. Eine h&ouml;here Kompetenz als die der obersten Ermittler wird man Rechtslaien schwerlich zumuten d&uuml;rfen.<br>\nAngesichts der niedrigen Einstufung der Dokumente als &ldquo;Verschlussache &ndash; vertraulich&rdquo; d&uuml;rfte ein Staatsgeheimnis ausscheiden, denn so sensible Angelegenheiten w&uuml;rde man mindestens mit dem Stempel &ldquo;geheim&rdquo; versehen und nur einem extrem begrenzten Personenkreis zug&auml;nglich machen. Zudem haben die von Netzpolitik geleakten Informationen kein solches Gewicht, dass sie au&szlig;enpolitische Relevanz entfalten, und darum geht es nun einmal beim Landesverrat. Wirklich geheim war der Tenor der Information ohnehin nicht mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Anfangsverdacht-fuer-Landesverbloedung-2772818.html\">Markus Kompa auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Landesverrat und andere Krisen: Schweigen wie Merkel<\/strong><br>\nDie Justiz-Posse um Netzpolitik.org ist ein Offenbarungseid der Bundesregierung. Das wahre Problem ist aber vielschichtiger und trauriger: Deutschlands Eliten versagen.<br>\nWas f&uuml;r ein mutloser Magerquark, anger&uuml;hrt aus Verrat, Verbohrtheit und Verb&auml;rmlichkeit*, alles Worte mit V wie Verfassungsschutz. Die Bundesregierung man&ouml;vriert sich in eine Situation, in der die Entlassung eines in wenigen Monaten zu pensionierenden Generalbundesanwalts notwendig wird &ndash; ein Ausweis der Schw&auml;che. Mit dem Ermittlungsdebakel gegen Netzpolitik.org haben Regierung und Beh&ouml;rden einen Kampf provoziert, in dem es fast nur Verlierer gibt. Und solche K&auml;mpfe gibt es viele, von Griechenland bis Fl&uuml;chtlingspolitik, von Digitalwirtschaft bis Erneuerung der Demokratie.<br>\nVielleicht muss man Angela Merkel eher nicht als Generalverantwortliche begreifen, so gerne viele Leute &ndash; auch ich &ndash; das so sehen m&ouml;chten. Vielleicht muss man in Merkel ein Symptom sehen. Die hervorstechendste Eigenschaft der m&auml;chtigsten Frau des Landes ist: Schweigen. Alles andere ist verhandelbar &ndash; konservative Werte, progressive ohnehin, aber Schweigen bleibt die Konstante.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/netzpolitik-affaere-das-versagen-von-deutschlands-eliten-kolumne-a-1046824.html\">Sascha Lobo auf Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Wernicke:<\/strong> Hier kann ich Sascha Lobo nicht zustimmen. Offenbar scheint er davon auszugehen, &bdquo;Elite&ldquo; sei dazu da, um &bdquo;Demokratie&ldquo; zu f&ouml;rdern etc. Versteht man das Wort eher als Herrschaft und Interessendurchsetzung wider Mehrheiten, dann &bdquo;versagt&ldquo; unsere Elite keineswegs, sondern tut seit Jahren, was wichtigen Einzelinteressen im Staate n&uuml;tzt. Siehe dazu auch <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/tv-kritik\/-secret-state--arte-die-wahre-macht-im-staate,1473344,31399424.html\">&bdquo;Die wahre Macht im Staate&ldquo;<\/a> in der FR.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gr&uuml;ne Bundestagsfraktion stellt Kleine Anfrage zu Strafrecht und Pressefreiheit<\/strong><br>\nDie parlamentarische Aufarbeitung der Vorkommnisse rund um die Ermittlungen des Generalbundesanwalts Range gegen zwei Redakteure des Netzpolitik.org-Teams macht Fortschritte. Ein Antrag der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen auf eine Sondersitzung des Ausschusses f&uuml;r Recht und Verbraucherschutz wurde zwar abgelehnt, ein solcher Antrag bedarf bei Ausschusssitzungen au&szlig;erhalb der Sitzungszeiten der Genehmigung des Bundestagspr&auml;sidenten, nun versucht es die Fraktion &uuml;ber eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung mit dem Titel &bdquo;Strafrecht und Pressefreiheit&ldquo;. In 35 Fragen fragen die Abgeordneten unter anderem nach einem im Voraus erstelltem Gutachten, &uuml;ber das die S&uuml;ddeutsche berichtete und inwiefern es das Vorliegen eines Staatsgeheimnisses bejaht. Fast ungl&auml;ubig wird in der Anfrage nach dem Gutachten gefragt: Wer hat dieses Gutachten wann und in welchem Umfang erstellt?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/gruene-bundestagsfraktion-stellt-kleine-anfrage-zu-strafrecht-und-pressefreiheit\/\">Netzpolitik.org<\/a><\/li>\n<li><strong>Innenministerium wusste umfassend Bescheid<\/strong><br>\nEntgegen der bisherigen Darstellung war das Bundesinnenministerium (BMI) &uuml;ber Anzeige und Ermittlungen im Zusammenhang mit Netzpolitik.org in allen Phasen umfassend informiert. Ein Sprecher von Innenminister Thomas de Maizi&egrave;re r&auml;umte gegen&uuml;ber dem ARD-Hauptstadtstudio ein, dass auch das umstrittene Gutachten aus dem Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz (BfV) an zwei Fachabteilungen im Ministerium weitergeleitet wurde. In diesem Gutachten begr&uuml;ndet das BfV auf Anfrage des LKA Berlin, warum es bei der Ver&ouml;ffentlichung vertraulicher Dokumente durch Netzpolitik.org den Verrat von Staatsgeheimnissen und damit die Zust&auml;ndigkeit des Generalbundesanwalts gegeben sieht.<br>\nDer Sprecher lie&szlig; offen, ob es das Gutachten vor oder nach der &Uuml;bermittlung an das LKA erhalten habe. In der Stellungnahme ist von einem &ldquo;engen zeitlichen Zusammenhang&rdquo; die Rede. Dabei muss es sich um April oder Mai 2015 handeln. Eine Reaktion aus dem BMI an das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz habe es nicht gegeben, weil man dessen Rechtsauffassung f&uuml;r &ldquo;vertretbar&rdquo; gehalten habe, teilte das Ministerium auf Anfrage des ARD-Hauptstadtstudios weiter mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/netzpolitik-ermittlungen-115.html\">Tagesschau<\/a>\n<p>dazu: <strong>Das Innenministerium hat gelogen und war &uuml;ber #Landesverrat umfassend informiert<\/strong><br>\nSeit einer Woche wissen wir vom Generalbundesanwalt, dass Ermittlungen wegen #Landesverrat gegen Andre Meister, mich und unsere Quellen laufen. Seit Sonntag gibt es jeden Tag eine neue Wende und wir befinden unsmitten in einer gr&ouml;&szlig;er werdenden Staatsaff&auml;re wieder, die nach uns benannt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/das-innenministerium-hat-gelogen-und-war-ueber-landesverrat-umfassend-informiert\/\">Markus Beckedahl auf netzpolitik.org<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Verfassungsschutzreform und Innenminister gescheitert<\/strong><br>\n&ldquo;Als Verfassungsschutzpr&auml;sident Maa&szlig;en und Kollegen netzpolitik.org angezeigt haben, m&uuml;ssen sie das in dem Bewusstsein getan haben, damit die eigenen Interessen &uuml;ber die in Artikel 5 der Verfassung garantierte Pressefreiheit zu stellen. Die Anzeige ist ein Symptom der unhaltbaren Zust&auml;nde beim Verfassungsschutz, der mit seinem Namen schon lange irref&uuml;hrende Werbung betreibt. Nicht nur Hans-Georg Maa&szlig;en sollte daraus Konsequenzen ziehen &ndash; das ganze Amt sollte als Geheimdienst aufgel&ouml;st werden. Wenn es &uuml;berhaupt eine Reform beim Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz gegeben hat, dann ist sie gescheitert. Und damit auch ein Minister, der sich mit dem Scheitern mittlerweile so gut auskennt wie kein anderer im Kabinett, der nicht in der CSU ist&rdquo;, erkl&auml;rt Jan Korte, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/verfassungsschutzreform-innenminister-gescheitert\/\">Linksfraktion<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Banken verdienen in Steueroasen verd&auml;chtig viel<\/strong><br>\nIn Oasen sprudelt das Wasser, in Steueroasen der Gewinn. Eine neue Studie der Gr&uuml;nen im EU-Parlament st&uuml;tzt den Eindruck: Auch Banken profitieren. Ganz vorn dabei ist eine alte Bekannte.<br>\nNun haben die Gr&uuml;nen im Europaparlament eine Studie ver&ouml;ffentlicht, die den Verdacht n&auml;hrt, dass auch Banken Gewinne bewusst in Steueroasen wie Luxemburg oder Irland anfallen lassen. Erstellt hatte die Studie Tax Research UK. Der Untersuchung zufolge fallen bei europ&auml;ischen Banken in einigen Steueroasen auff&auml;llig hohe Gewinne an, die auch genau dort versteuert wurden.<br>\nDie Studie untersucht, wie hoch die Gewinne von 26 Banken der Europ&auml;ischen Union in den einzelnen L&auml;ndern ausfallen m&uuml;ssten, wenn man sie gem&auml;&szlig; den realen Aktivit&auml;ten, die dort stattfinden, verteilen w&uuml;rde. Damit gemeint ist eine Gewinnzuweisung, die sich an Umsatz, Mitarbeiterzahl oder Verm&ouml;genswerten orientiert. Dieses Verfahren, &bdquo;Unitary Taxation&ldquo; genannt, wird seit Jahrzehnten innerhalb der USA angewandt und in der Europ&auml;ischen Union diskutiert.<br>\nLegt man diesen Ma&szlig;stab an, dann zeigt sich, dass die Gewinne in L&auml;ndern wie Belgien, Luxemburg, Irland oder Singapur &uuml;berproportional hoch ausfallen. In Luxemburg h&auml;tten die untersuchten Banken nach dem &bdquo;Unitary-Tax-Konzept&ldquo; eigentlich nur 485 Millionen Euro Gewinn machen d&uuml;rfen &ndash; tats&auml;chlich waren es aber 2,7 Milliarden Euro&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken-versicherungen\/luxemburg-irland-singapur-banken-verdienen-in-steueroasen-verdaechtig-viel\/12154508.html\">Yasmin Osman im Handelsblatt<\/a>\n<p>dazu: <strong>Studie: Gro&szlig;banken parken Gewinne in Steueroasen<\/strong><br>\nDas B&uuml;ro der Deutschen Bank auf Malta ist &uuml;berschaubar gro&szlig;. Gerade einmal vier Mitarbeiter arbeiten dort. Doch aus Sicht des Konzerns d&uuml;rften sie unersetzbar sein. Schlie&szlig;lich bringen sie Deutschlands gr&ouml;&szlig;tem Geldinstitut einen hohen Gewinn ein: Im vergangenen Jahr waren es 83 Millionen Euro. Jeder Mitarbeiter hat also mehr als 20 Millionen Euro erwirtschaftet. Glaubt man dem britischen Steuerexperten Richard Murphy, ist das auff&auml;llig viel. Schlie&szlig;lich gilt die Mittelmeerinsel Malta innerhalb Europas als Steueroase.<br>\nMurphy hat nun im Auftrag der Gr&uuml;nen-Fraktion im Europaparlament untersucht, wohin gro&szlig;e Banken m&ouml;glicherweise ihre Gewinne verlagern, um der hohen Besteuerung in ihrem Heimatland zu entgehen. Ausgewertet hat er daf&uuml;r Daten, die die Institute seit diesem Jahr erstmals f&uuml;r ihre einzelnen Standorte ver&ouml;ffentlichen m&uuml;ssen: Sie m&uuml;ssen zum Beispiel ausweisen, wie hoch die Gewinne dort ausfallen oder wie viele Mitarbeiter sie in den L&auml;ndern besch&auml;ftigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/deutsche-bank-commerzbank-und-dz-bank-studie-grossbanken-parken-gewinne-in-steueroasen\/12151302.html\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>K&auml;mpfe um Zeit &ndash; Bausteine f&uuml;r eine neue (arbeits-)zeitpolitische Offensive<\/strong><br>\nIm ersten Teil der Brosch&uuml;re werden zun&auml;chst zwei unterschiedliche strategische Zug&auml;nge zum gemeinsamen Ziel Arbeitszeitverk&uuml;rzung pr&auml;sentiert, die stellvertretend f&uuml;r weitverbreitete linke Ans&auml;tze in diesem Feld stehen. Es folgen zwei Texte, die empirische Befunde zu den sich analog zum Wandel der Arbeitswelt ver&auml;ndernden Zeitw&uuml;nschen von Besch&auml;ftigten darstellen und diskutieren. Eine Bestandsaufnahme gewerkschaftlicher Arbeitszeitpolitik und einen Ausblick auf ihre Perspektiven liefert je ein Beitrag aus der IG Metall und einer aus ver.di. Anschlie&szlig;end werden Strategien f&uuml;r eine Reregulierung der Arbeitszeit auf gesetzlicher, tariflicher und betrieblicher Ebene vorgestellt. Den Abschluss der Brosch&uuml;re bildet eine Dokumentation der Arbeitszeitdebatte der Zeitschrift LuXemburg &ndash; Gesellschaftsanalyse und linke Praxis,  die vom Institut f&uuml;r Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegeben wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/Manuskripte\/Manuskripte_10.pdf\">Richard Detje, Sybille Stamm, Florian Wilde (Hrsg.) Rosa-Luxemburg-Stiftung Institut f&uuml;r Gesellschaftsanalyse &amp; WISSENTransfer e. V. [PDF]<\/a>\n<p>Siehe dazu: <strong>Renaissance der K&auml;mpfe um Zeit<\/strong><br>\nDer Leistungsdruck steige, die Personaldichte aber nicht. Es werde l&auml;nger gearbeitet, um vorgegebene Arbeitsziele zu erreichen. Mit der Debatte um Arbeitszeit m&uuml;sse also zwingend eine Debatte um Leistungsanforderungen und Arbeitsverdichtung einhergehen, sonst &raquo;nehmen dadurch die Bef&uuml;rchtungen noch zu, dass das Leistungsregime und die Arbeitsbelastungen weiter versch&auml;rft werden k&ouml;nnten&laquo;, schreiben Stamm und Detje. Der Widerspruch zwischen erzwungener Arbeitslosigkeit auf der einen und &Uuml;berarbeitung auf der anderen Seite sei nicht mit der Forderung nach einer generellen Arbeitszeitverk&uuml;rzung aufzul&ouml;sen.<br>\nDer Kampf um Zeit kann sich also nicht nur um die absolute Dauer der Arbeitszeit drehen, es muss auch um die Verteilung und Ausgestaltung gehen. Wenn Ende September mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und Mitte Oktober der IG Metall die beiden gr&ouml;&szlig;ten DGB-Gewerkschaften sich zu ihrem Bundeskongress beziehungsweise Gewerkschaftstag treffen, wird die Arbeitszeit ein Thema sein.<br>\nWas genau sind die Forderungen und Vorstellungen der beiden Organisationen? Wie, wenn &uuml;berhaupt, soll die Debatte um Arbeitszeitverk&uuml;rzung wieder gesellschafts- oder gar mehrheitsf&auml;hig gemacht werden? Welche Gruppen sind von zu langer Arbeit oder erzwungener Teilzeit besonders betroffen? Wie schl&auml;gt sich das in der Tarifpolitik nieder? Und wie steht eigentlich die Politik zum Thema?<br>\nMit der tariflichen Forderung nach zwei Stunden weniger Arbeit pro Woche ist ver.di bei der Post j&uuml;ngst gescheitert. Die IG Metall hat Anfang des Jahres ihre Forderungen nach einer Bildungs- und Altersteilzeit nur ein bisschen durchsetzen k&ouml;nnen. Die Lokf&uuml;hrergewerkschaft GDL konnte eine Verk&uuml;rzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde erreichen, die voraussichtlich auch von der DGB-Eisenbahngewerkschaft EVG &uuml;bernommen werden wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/980326.renaissance-der-kaempfe-um-zeit.html\">J&ouml;rg Meyer im ND<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wohnungspolitik: Deutschland w&auml;chst und schrumpft gleichzeitig<\/strong><br>\nDie St&auml;dte und vor allem Ballungszentren ziehen die Menschen wieder st&auml;rker an. Grund: Arbeitspl&auml;tze, mehr Angebot an Infrastruktur und attraktives urbanes Leben. Doch immer mehr Menschen sto&szlig;en auf weniger bezahlbare Wohnr&auml;ume. Das trifft einkommensschwache Arbeitnehmerhaushalte am st&auml;rksten. Die Mietpreisbremse wirkt bestenfalls d&auml;mpfend. Manche Fachkraft lehnt bereits heute Jobangebote aus Metropolen mit dem Verweis auf die teuren Lebenshaltungskosten ab oder muss ins Umland ziehen, auch wenn dies aus st&auml;dtebaulichen- und Klimaschutzgr&uuml;nden nicht w&uuml;nschenswert ist. Von langen Arbeitswegen und Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ganz zu schweigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++c9964d26-3c18-11e5-b14e-52540023ef1a\">DGB<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Grundsicherung: Wenn das eigene Geld nicht zum Leben reicht<\/strong><br>\nIn Deutschland sind immer mehr Menschen auf die staatliche Grundsicherung angewiesen, belegen die neusten Zahlen. Dabei trifft es insbesondere Rentnerinnen in den alten Bundesl&auml;ndern.<br>\nImmer mehr Menschen in Deutschland bekommen Grundsicherung. Vor allem Rentnerinnen im Westen sind auf diese Form der Sozialhilfe angewiesen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. K&uuml;nftig werde die Altersarmut im Osten deutlich zunehmen, sagte die Pr&auml;sidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Ulrike Mascher, voraus. &bdquo;Es rollt eine Lawine der Altersarmut auf uns zu&ldquo;, warnte der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Parit&auml;tischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. &bdquo;In den n&auml;chsten 10 bis 15 Jahren werden immer mehr Menschen ohne hinreichende Rentenanspr&uuml;che das Rentenalter erreichen.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/grundsicherung-wenn-das-eigene-geld-nicht-zum-leben-reicht\/12154054.html\">Wirtschaftswoche<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2015\/08\/PD15_280_221.html;jsessionid=80BBF3BCAFE91249A1F4505E4D641C8A.cae1\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Serie &bdquo;Pikettys Thesen&ldquo; 4: Verm&ouml;gen wachsen schneller als Wirtschaftsleistung<\/strong><br>\nDurch die hohen Verm&ouml;gensrenditen wachsen&nbsp;Verm&ouml;gen schneller als die Wirtschaftsleistung&nbsp;eines Landes. Einige Jahrzehnte im 20.&nbsp;Jahrhundert stellten zwar eine historische Ausnahme&nbsp;dar, jetzt wachsen die Verm&ouml;gen jedoch&nbsp;wieder schneller als die Wirtschaft.<br>\nPiketty zeigt klar, dass bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs die Verm&ouml;gensrendite&nbsp;nach Steuern h&ouml;her war als das Wirtschaftswachstum (g). Verm&ouml;gen&nbsp;wuchsen also schneller als die Wirtschaftsleistung eines Landes.&nbsp;Aufgrund der starken Konzentration des Verm&ouml;gensbestandes f&uuml;hrte dies&nbsp;zu einer sich immer weiter zuspitzenden Ungleichverteilung innerhalb von&nbsp;Gesellschaften. Lediglich l&auml;ngere Phasen im 20. Jahrhundert stellten eine&nbsp;historische Ausnahme dar. Die Verm&ouml;gensrendite lag &uuml;ber Jahrzehnte hinweg&nbsp;unter der Wachstumsrate des Nationaleinkommens (rg). Die sozialen&nbsp;und &ouml;konomischen Katastrophen der beiden Weltkriege und die Turbulenzen&nbsp;der Zwischenkriegsjahre f&uuml;hrten zu einer massiven Zerst&ouml;rung von Kapital.&nbsp;Das ver&auml;nderte politische Klima der Nachkriegsjahre und das starke&nbsp;Wirtschaftswachstum erm&ouml;glichten zudem eine h&ouml;here Besteuerung von&nbsp;Verm&ouml;genswerten. Dadurch wurde breiteren Bev&ouml;lkerungsschichten der&nbsp;soziale Aufstieg mittels Arbeitseinkommen erm&ouml;glicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/pikettys-wirtschaftsleitung\/\">blog.arbeit-wirtschaft.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wenn Krankenkassen ihre Mitglieder &uuml;berwachen m&ouml;chten<\/strong><br>\nZuerst hie&szlig; es, dass die AOK Nordost einen Zuschuss in H&ouml;he von 50 Euro alle zwei Jahre geben w&uuml;rde. Die Krankenkasse gab bekannt, dass &ldquo;dieser Zuschuss [&hellip;] f&uuml;r s&auml;mtliche Ger&auml;te gew&auml;hrt [wird], die Herzfrequenz, Streckenl&auml;nge, H&ouml;henmeter, Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch usw. dokumentieren, also f&uuml;r Fitnessarmb&auml;nder und Smartwatches &ndash; auch die Apple Watch.&rdquo;<br>\nVor drei Tagen hie&szlig; es auf Nachfrage des Magazins Gr&uuml;nderszene von der mitgliederst&auml;rksten gesetzlichen Krankenversicherung Deutschlands, der Techniker Krankenkasse, noch: &ldquo;Nein, das machen wir nicht.&rdquo;&nbsp;Nur zwei Tage sp&auml;ter die Nachricht: die Techniker Krankenkasse zahlt sogar 250 Euro zu beim Kauf einer Apple Watch. Das allerdings ist an Bedingungen gekn&uuml;pft: Wer diese Zuzahlung haben m&ouml;chte, muss nachweisen, dass er sich sportlich bet&auml;tigt, Fr&uuml;herkennungs- oder Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt und mindestens zwei Gesundheitskurse besucht. Insgesamt gibt es 9 Punkte, die der Apple-Watch-Interessent, die in der preiswertesten Ausf&uuml;hrung 399 Euro kostet, befolgen (und nachweisen) muss.<br>\nMan nennt diese Aktionen der Krankenkassen auch Nudging: Mit Anreizen sollen die Mitglieder durch einen sanften Stups &ndash; Englisch: Nudge &ndash; zu einem ges&uuml;nderen Leben angehalten werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hpd.de\/artikel\/12046\">Humanistischer Pressedienst<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Welches Leben, welches Sterben z&auml;hlt &ndash; und wer bestimmt jeweils den Takt des Z&auml;hlens?<\/strong><br>\nIn der taz vom 5. August (S. 12) beschreibt Charlotte Wiedemann wie auch ohne staatliche &bdquo;Handreichung&ldquo; der Herdentrieb der Medien abl&auml;uft. Seit der Nuklear-Vereinbarung von Wien sei etwa eine erstaunliche Ver&auml;nderung der hiesigen Iran-Berichterstattung zu beobachten. Zwar sei die Zahl der Hinrichtungen im Iran so hoch wie lange nicht, kritische Geister w&uuml;rden zu langj&auml;hrigen Haftstrafen verurteilt, doch jetzt da der Wettkampf um einen neuen Markt er&ouml;ffnet sei, interessiere das alles nicht mehr so sehr.<br>\nDas Medienbild vom Drohnenkrieg in Afghanistan werde nun tats&auml;chlich von den Handreichungen der CIA gepr&auml;gt.<br>\nDer Jemen-Konflikt werde toleriert  und es werde &uuml;ber 4.000 Tote, 20.000 Verletzte versch&auml;mt schweigend hinweggesehen, denn es sei ein Verb&uuml;ndeter des Westen. Human Rights Watch spreche von Kriegsverbrechen. W&uuml;rde all dies vom IS begangen, was w&uuml;rde es f&uuml;r einen Aufschrei geben?<br>\nSeit Beginn des War on Terror, sei es &auml;u&szlig;erst schwer geworden, gegen einen Krieg zu sein. Man m&uuml;sse sehr gut begr&uuml;nden, wenn man dagegen ist.<br>\nPressefreiheit bedeute unter diesen Umst&auml;nden: eine &Ouml;ffentlichkeit herzustellen, die nicht am Z&uuml;gel westlicher Au&szlig;en- und Geopolitik gehe.<br>\nQuelle: taz (nicht im Netz)<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Politische Apathie: Deutschland, dein Elend ist die Mitte<\/strong><br>\nEine Revolution ist im Gange. Eine gro&szlig;e Umw&auml;lzung. Ob sie zum Guten oder zum Schlechten f&uuml;hrt, ist noch nicht ausgemacht. Die Waffe dieser Revolution ist der Populismus. Ihr Medium ist das Internet. Wie jede Revolution hat auch diese ihre Ziele und ihre Opfer. Das Ziel ist die Erneuerung der Demokratie. Sie hat es dringend n&ouml;tig. Das Opfer ist das politische System der Mitte. Wir sollten ihm nicht zu viele Tr&auml;nen hinterherweinen. Noch sp&uuml;rt Deutschland, der schl&auml;frige Riese im Herzen Europas, vom kommenden Sturm nur einen leisen Hauch. Aber hoffentlich bl&auml;st auch hier bald ein frischer Wind den Mehltau fort, der das politische System erstickt. Es ist der Mehltau der Mitte.<br>\nVielleicht ist es ganz gut, dass immer weniger Menschen Zeitungen lesen. Dort steht n&auml;mlich, dass die n&auml;chste Kanzlerin schon feststeht: Angela Merkel. Und dass mancher in der SPD sich nicht sicher ist, ob sie einen Kanzlerkandidaten aufstellen soll. Deutschland zeigt, wie eine Demokratie Selbstmord begehen kann. Das Elend der Deutschen liegt darin, dass sie Apathie mit Stabilit&auml;t verwechseln. Und dieses Elend hat einen Namen: Mitte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/die-demokratie-stirbt-in-der-mitte-augstein-kolumne-a-1046973.html\">Jakob Augstein auf Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So treffend Augstein hier wieder formuliert, so vergebens ist seine Hoffnung, dass sich in Deutschland etwas bewegen oder gar &auml;ndern k&ouml;nnte. Im Gegenteil, der letzte Rest Demokratie ist gerade durch die SPD, von wem eigentlich sonst, durch die Ausrufung Merkels zur neoliberalen Einheitskandidatin, erledigt worden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Russland ist weltweit unbeliebt<\/strong><br>\nWas haben Sie f&uuml;r ein Bild von Russland? Wenn ich jetzt raten w&uuml;rde, h&auml;tte ich mit der Antwort &ldquo;ein negatives Bild&rdquo; ziemlich gute Chancen, richtig zu liegen. Denn wie eine Studie des renommierten Pew Research Center zeigt, ist sowohl Russland als auch Pr&auml;sident Putin au&szlig;erhalb der eigenen Grenzen nicht besonders beliebt. Nur rund 30 Prozent der Menschen in anderen Staaten haben ein positives Bild von Russland. Am unbeliebtesten ist Russland in Polen und Jordanien  &ndash; 80 Prozent haben dort ein negatives Bild von dem Land. Stark ist auch die Ablehnung in Israel (74 Prozent), Japan (73 Prozent), Deutschland und Frankreich (je 70 Prozent). &Uuml;berraschend sticht Vietnam heraus: 75 Prozent der Menschen dort haben ein positives Bild von Russland.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/der_tag\/Donnerstag-6-August-2015-article15663336.html\">n-tv<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.pewglobal.org\/2015\/08\/05\/russia-putin-held-in-low-regard-around-the-world\/\">Pew Research Center<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein weiteres Beispiel daf&uuml;r, dass man mit einer geh&ouml;rigen Portion Propaganda aus Mist Marmelade aus Marmelade Mist machen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Wof&uuml;r ist Thomas de Maizi&egrave;re zust&auml;ndig<\/strong><br>\nFrage: Herr de Maizi&egrave;re, k&ouml;nnen Sie uns sagen, f&uuml;r welches Ministerium sie zust&auml;ndig sind?<br>\nAntwort: Ich habe bereits ein neutrales Gutachten in Auftrag gegeben, das sich mit diesem nicht zu untersch&auml;tzenden Fragenkomplex in diesem konkreten Fall besch&auml;ftigen wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Beantwortung aus den erw&auml;hnten Gr&uuml;nden nur schwer darstellbar.<br>\nFrage: Stimmt es, dass Sie Verteidigungsminister waren?<br>\nAntwort: Nach Kl&auml;rung aller Umst&auml;nde wird man diese Frage nach aktuellem Kenntnisstand kl&auml;ren k&ouml;nnen. Voreilig sollte man hier ohne genaue Abw&auml;gung der in Betracht kommenden Faktoren keine Schl&uuml;sse ziehen.<br>\nFrage: Kennen Sie Herr Maa&szlig;en?<br>\nAntwort: Eine Kommission befindet sich in der Bildungsphase mit dem Ziel, die Zusammenh&auml;nge zu erarbeiten, die zu Ihrer Frage f&uuml;hrte.\n<p><em>(Von unserem Leser K.-H. L.)<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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