{"id":272,"date":"2006-03-19T17:56:41","date_gmt":"2006-03-19T16:56:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=272"},"modified":"2024-10-10T18:09:32","modified_gmt":"2024-10-10T16:09:32","slug":"der-fisch-stinkt-vom-kopf-her","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=272","title":{"rendered":"\u201eDer Fisch stinkt vom Kopf her&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Gespr&auml;ch mit <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong> &uuml;ber Verfallsprozesse in der deutschen F&uuml;hrungsschicht, Korruption in der Wissenschaft, den Durchbruch des Neoliberalismus in der Bundesrepublik und die Folgen. Das Gespr&auml;ch f&uuml;hrte <strong>Arnold Sch&ouml;lzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAlbrecht M&uuml;ller (geb. 1938) ist &Ouml;konom und Publizist. Er war Mitarbeiter von Karl Schiller, Willy Brandt und Helmut Schmidt sowie von 1987 bis 1994 f&uuml;r die SPD Mitglied des Bundestages. 2004 ver&ouml;ffentlichte er das Buch &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&rdquo;.<\/p><p><em>F: Demn&auml;chst erscheint Ihr neues Buch &bdquo;Machtwahn &ndash; wie eine mittelm&auml;&szlig;ige F&uuml;hrungselite uns zugrunde richtet&rdquo;. Beschreiben Sie einen geistigen und moralischen Verfallsproze&szlig;?<\/em><\/p><p>Vorweg mu&szlig; ich sagen, da&szlig; ich nicht der Meinung bin, da&szlig; fr&uuml;her alles besser war. Es gab viel schlimmere Zeiten als heute. Aber heute wird besonders sichtbar, da&szlig; der Fisch vom Kopf her stinkt, also da&szlig; die Probleme wesentlich mit unseren Eliten zu tun haben. In der Tat beschreibe ich einen geistigen Verfallsproze&szlig;, z. B. zeige ich einen R&uuml;ckfall hinter Positionen &ndash; ich nenne das Regression &ndash;, die man eigentlich schon erreicht hatte, ein Zur&uuml;ckgehen der F&auml;higkeit, sich Dinge auszudenken. Ich kann das an vielen Beispielen klarmachen. Es wird z. B. gesagt, da&szlig; die Menschen mobil sein m&uuml;ssen. Nun sind die jungen Menschen in Hoyerswerda mobil und dann weg. Anschlie&szlig;end wird erkl&auml;rt, das liege an der niedrigen Geburtenrate. Es handelt sich um eine Abfolge von Denkfehlern.<br>\nErstens mu&szlig; man solche Fragen differenziert angehen, und es m&uuml;ssen zweitens m&ouml;glichst alle Wirkungen beachtet werden. Als ich in der Grundsatzabteilung des Kanzleramtes arbeitete, haben wir uns z. B. damit befa&szlig;t, welche Folgen die Kommerzialisierung des Fernsehens hat. Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt hat sich dann dagegen gewehrt, f&uuml;r solchen Unsinn &ouml;ffentliches Geld auszugeben. In den 80er Jahren wurde das dann aber von Helmut Kohl mit viel &ouml;ffentlichem Geld durchgesetzt. Inzwischen ist dieses differenzierte und breite Denken verschwunden. Und die moralische Substanz auch. Nehmen Sie dieses Auseinanderdriften der Einkommen. Die Manager scheinen immer noch zu glauben, da&szlig; sie schlecht bezahlt werden, obwohl jemand wie Josef Ackermann das 500fache von dem verdient, was ein einfacher Angestellter erh&auml;lt.<\/p><p><em>F: Gilt diese Negativ-Auslese f&uuml;r die Spitzen von Industrie, Finanzpolitik und Medien gleicherma&szlig;en?<\/em><\/p><p>Da mag es Unterschiede geben. In Ihrer Aufz&auml;hlung fehlt die Wissenschaft, und deren Verfall halte ich f&uuml;r wesentlich. Ich bin &Ouml;konom. Wenn ich vergleiche, was heute in meiner Wissenschaft und in der Sozialwissenschaft insgesamt abgeht und es mit fr&uuml;her vergleiche &ndash; das ist eine Katastrophe. Die Wissenschaft ist in weitem Ma&szlig;e gleichgeschaltet. Viele, die dort t&auml;tig sind, man kann es nicht anders sagen, sind politisch korrupt. Sie arbeiten f&uuml;r private Interessen und tun so, als seien sie Wissenschaftler. Als solche werden sie in den Medien herumgereicht. Dort wird z. B. selten gesagt, da&szlig; Herr Miegel Interessenvertreter ist.<\/p><p><em>F: Sie nennen auch Herrn R&uuml;rup und Herrn Raffelh&uuml;schen.<\/em><\/p><p>Ich nenne in dem Buch auch Personen. Man ist in dieser Gesellschaft meistens zu vornehm und nennt niemanden namentlich. Angesichts der Fakten, angesichts dessen, was Wissenschaftler heute treiben, ist das nicht nachzuvollziehen. In dieser Woche war z. B. Herr Biedenkopf bei Frau Maischberger. Er wurde als Vordenker vorgestellt.Tats&auml;chlich ist er seit Jahren Lobbyist der privaten Altersvorsorge. So geht das durch die Bank.<\/p><p><em>F: Ab wann datieren Sie diese Krise der Eliten?<\/em><\/p><p>Das kann man schlecht datieren. Es h&auml;ngt stark mit dem Vorpreschen der neoliberalen Bewegung zusammen. Das ist eine geistig sehr einfach gestrickte Ideologie. Sie sagen, der Markt mu&szlig; bestimmen, und die Kosten, die L&ouml;hne m&uuml;ssen runter. Das ist borniert einfach. Da bin ich wieder bei der Regression: Als &Ouml;konom kann ich mich nur wundern, wie man derart zur&uuml;ckfallen kann.<br>\nDiese neoliberale Bewegung hatte in den 80er Jahren ihren Durchbruch mit Reagan und Thatcher und bei uns mit Lambsdorff. Ich kann es auch so sagen: Mit dem Ende der Kanzlerschaft Willy Brandts begann diese Bewegung bei uns im Westen. Die ersten folgten schon in den 70er Jahren dieser Ideologie, und sie haben sich in den 80er Jahren durchgesetzt. Sie haben das Land wesentlich gepr&auml;gt und tun heute tun so, als sei das nicht der Fall. Es ist &uuml;berhaupt eine tolle Geschichte, da&szlig; die Neoliberalen so tun, als w&uuml;rden sie mit den Reformen gerade anfangen. Sie haben in den letzten 25 Jahren permanent im neoliberalen Sinne reformiert, beginnend mit dem Ende der Regierung Schmidt. Kohl r&uuml;hmt sich dieser &raquo;Reformen&laquo; in seinen Erinnerungen mit Recht. Der damalige Arbeitsminister Bl&uuml;m weist oft darauf hin, er habe der Wirtschaft die Kosten enorm gesenkt. Damals nannte die SPD das Sozialabbau. Mit Recht.<\/p><p><em>F: Warum hat sich dieses neoliberale Kartell so durchgesetzt? Wo sehen Sie die Ursachen?<\/em><\/p><p>Zun&auml;chst sind die treibenden Kr&auml;fte gut organisiert: Die Arbeitgeberseite und die Konservativen hatten es mit einer eingeschl&auml;ferten SPD zu tun, in der es, das habe ich selbst erlebt, sehr unterschiedliche Str&ouml;mungen gab. Aber eindeutig ist es so, da&szlig; Konservative und arbeitgebernahe Kreise in den 70er Jahren beschlossen: So etwas wie den Regierungswechsel 1969 darf es nicht mehr geben, wir m&uuml;ssen ideologisch aufr&uuml;sten. Das haben sie dann auch getan.<br>\nDas kann man f&uuml;r die 70er Jahre wunderbar nachweisen. Man sprach von Reformklimbim und Reformitis, wobei Reformen damals noch Ver&auml;nderungen zugunsten der Mehrheit bedeuteten. Damit sollte Schlu&szlig; sein. Es ging weiter mit der Debatte um den &raquo;Standort Deutschland&laquo; und immer darum zu transportieren: Die Arbeitnehmer haben zuviel, das soziale Netz ist zu dicht. Diese Strategie ist langfristig angelegt. Ich habe ja selbst Strategien f&uuml;r die damalige SPD-Regierung entwickelt und kann einsch&auml;tzen, wie so etwas l&auml;uft.<br>\nAls weiteres Element kam die Demographie hinzu. Ein Dauerthema zur Ver&auml;ngstigung der Menschen. In &raquo;ZDF-heute&laquo; wurde am Dienstag sogar behauptet, da&szlig; der Niedergang von Hoyerswerda etwas mit der Demographie zu tun hat. Das ist geradezu l&auml;cherlich, denn es hat mit der Arbeitsmarktlage zu tun und dem dortigen wirtschaftlichen Niedergang. Die Demographie wird schlicht als Instrument benutzt, um die sozialen Sicherungssysteme kaputtzumachen.<\/p><p><em>F: Welche Rolle spielt in diesen Prozessen die &Uuml;bernahme der DDR?<\/em><\/p><p>Das ist sehr schwer festzumachen. Wie gesagt, diese ideologische Umr&uuml;stung, die Attacke auf den Sozialstaat, begann in den 70er und 80er Jahren. Aber jetzt mu&szlig; ich etwas Kritisches &uuml;ber meine Mitb&uuml;rger aus der fr&uuml;heren DDR sagen. Ich habe 1990 im Kreis Strausberg Wahlkampf f&uuml;r die SPD gemacht und erinnere mich noch gut, wie ich in Hennickendorf stehe und daf&uuml;r werbe, da&szlig; man begreift, welche Bedeutung das soziale Netz hat. Da gab es viele Leute, die gesagt haben: Vom Sozialen haben wir die Nase voll. H&ouml;ren Sie auf zu reden, der Kohl bringt uns die D-Mark.<br>\nIch habe aber gegen die W&auml;hrungsunion gestimmt und wurde damals sogar von Leuten angegriffen, die mir sonst nahestehen. Sie haben nicht verstanden, da&szlig; man nicht 1:1 umtauschen kann, wenn man den Betrieben in der ehemaligen DDR eine Chance lassen will.<br>\nAu&szlig;erdem haben sich im Westen die durchgesetzt, die schon immer alles in der DDR schlecht fanden und deshalb blind daf&uuml;r waren, da&szlig; es auch Bedenkenswertes gab, z. B. die Betreuung von Kindern, die Arbeitschancen von Frauen, die Bedeutung der sozialen Sicherheit insgesamt, die Bedeutung der Arbeitsplatzsicherheit. Ich glaube aber nicht, da&szlig; die deutsche Einheit ein besonders gro&szlig;er Schub f&uuml;r die neoliberale Bewegung war.<\/p><p><em>F: Sie schreiben, &raquo;in keinem anderen Land ist der makro&ouml;konomische Sachverstand so gering wie bei uns&laquo;. Das ist eine sehr absolute Formulierung.<\/em><\/p><p>Es l&auml;&szlig;t sich nachweisen, da&szlig; in den vergangenen Jahren jede kleine wirtschaftliche Erholung sofort kaputtgemacht wurde. Nehmen Sie den Einheitsboom 1990\/91. Er begann schon vorher: 1988 hatten wir ein reales Wachstum von 3,7 Prozent, 1989 von 3,6 Prozent, 1990 5,7 Prozent, 1991 f&uuml;nf Prozent. Diese Entwicklung wurde dann durch geldpolitische Ma&szlig;nahmen unter Beteiligung unseres jetzigen Bundespr&auml;sidenten und damaligen Finanzstaatssekret&auml;rs K&ouml;hler abgebrochen. 1992 sackte das Wachstum schon auf 2,2 Prozent ab, 1993 auf minus 1,1 Prozent. Es h&auml;tte aber jedem denkenden Menschen klar sein m&uuml;ssen: Die deutsche Einheit schaffen wir nur, wenn wir alle Kapazit&auml;ten nutzen, nur dann gelingt es, die Lasten, die damit verbunden sind, zu tragen, einen sozialen Ausgleich zu schaffen und die Infrastruktur zu modernisieren. Es h&auml;tte wirklich brummen m&uuml;ssen, um das zu schaffen. Aber man hat den Aufschwung abgebrochen.<br>\nGenauso im Jahre 2000: Wir hatten vier Millionen Arbeitslose, und der Sachverst&auml;ndigenrat erkl&auml;rte, die Konjunktur laufe rund. Ja, wo leben wir denn, wenn so etwas bei vier Millionen Arbeitslosen durchgeht. Heute ist das leider nicht besser. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr gerade mal mit l&auml;cherlichen 1,4 Prozent Wachstum und zieht in 2007 mit den drei Prozent Mehrwertsteuer schon wieder die Bremse. Das ist bar jeden makro&ouml;konomischen Sachverstands.<br>\nSehen wir uns die L&auml;nder an, in denen makro&ouml;konomisch richtig gehandelt wurde &ndash; die USA in den 90er Jahren, Gro&szlig;britannien, Schweden. Diese L&auml;nder erreichten &uuml;ber mehrere Jahre Wachstumsraten von rund vier Prozent. Mit diesem Wachstum wurden Arbeitspl&auml;tze geschaffen, und diese Volkswirtschaften kamen aus dem Loch heraus. Und wir versuchen es mit den erw&auml;hnten 1,4 Prozent, und im n&auml;chsten Jahr treten sie das kleine Pfl&auml;nzchen kaputt. Das ist so was von l&auml;cherlich, es zeigt den ganzen Unverstand der Leute, die da t&auml;tig sind. <\/p><p><em>F: Wie erkl&auml;ren Sie sich, da&szlig; viele Intellektuelle, die sich fr&uuml;her f&uuml;r klassisch sozialdemokratische Ziele einsetzten, f&uuml;r die Agenda 2010 eintraten?<\/em><\/p><p>Das hat zun&auml;chst damit zu tun, da&szlig; auch Intellektuelle und K&uuml;nstler die Neigung haben, sich an die M&auml;chtigen anzulehnen. Hinzu kommt, da&szlig; diese Leute, und das kann man ihnen nicht vorwerfen, keine Ahnung von &ouml;konomischen Zusammenh&auml;ngen haben und deshalb darauf angewiesen sind, das zu &uuml;bernehmen, was so gedacht wird. Wenn aber das Denken insgesamt von den Neoliberalen beherrscht wird, weil sie die Hegemonie erreicht haben, dann &uuml;bernimmt halt auch ein Intellektueller diesen Quatsch: Da&szlig; wir Reformen brauchen, da&szlig; wir ein demographisches Problem haben, da&szlig; die L&ouml;hne zu hoch und die Gewerkschaften zu m&auml;chtig sind. Es kommt noch ein heikles Problem hinzu, ein Zusammenspiel von Konservativen und manchen Linken. Es gibt in der Linken traditionell aus falsch verstandenem Marxismus folgende Position: Mit dem Kapitalismus ist es sowieso vorbei, er geht an seiner &Uuml;berproduktion zugrunde und dergleichen mehr. Sie halten das System aus diesem Grund f&uuml;r falsch. Die Konservativen finden das System des Sozialstaats falsch. Beide Systemkritiken k&ouml;nnen sich addieren. Heiner Flassbeck, Gustav Horn, andere und ich stehen sozusagen heimatlos in der Mitte. Wir wollen, weil wir gar keine anderen Chancen sehen, aus der vorhandenen Art von Marktwirtschaft das beste machen. Meine These ist: La&szlig;t uns diese &Ouml;konomie ankurbeln wie in anderen L&auml;ndern auch. Wenn die Arbeitnehmer wieder Alternativen haben und zwischen Job-Angeboten w&auml;hlen k&ouml;nnen, dann sind sie auch m&auml;chtiger, dann k&ouml;nnen sie auch mal nein sagen, dann werden auch ihre L&ouml;hne steigen. Ich bewege mich sozusagen innerhalb dieses Systems, weil ich gar keine Chance sehe, es zu &auml;ndern.<br>\nIch sehe oft Sozialwissenschaftler, mit denen ich mich auch auseinandergesetzt habe, die erkl&auml;ren, die Arbeit gehe aus und der Kapitalismus sei zu Ende. Die tauchen auch in jW gelegentlich auf. Da addiert sich einiges. Meines Erachtens ist das eine ziemlich traurige, gef&auml;hrliche Entwicklung.<\/p><p><em>F: In welchem Ma&szlig; sind heute neoliberale Vorstellungen in der Bev&ouml;lkerung verankert?<\/em><\/p><p>Ich beobachte seit den 70er Jahren, da&szlig; die Eliten, die den Abschied vom Sozialstaat propagieren, lange Zeit isoliert waren. Noch vor zwei Jahren haben Umfragen sichtbar gemacht, da&szlig; die Mehrheit der Menschen die Sozialstaatlichkeit f&uuml;r eine wichtige Errungenschaft h&auml;lt. Diese Haltung ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in Aufl&ouml;sung begriffen, weil die Propaganda so penetrant ist. Wenn st&auml;ndig erz&auml;hlt wird, das k&ouml;nnen wir uns nicht leisten, wird jeder normale Mensch mit der Zeit unsicher. Steter Tropfen h&ouml;hlt den Stein. Die Propaganda gegen die gesetzliche Rente z.B. unter Beteiligung von M&uuml;ntefering, die wird ihre Wirkung haben. Das sehe ich mit Trauer. Die B&uuml;rger in den neuen Bundesl&auml;ndern haben fast ausschlie&szlig;lich nur die gesetzliche Rente. Man zwingt sie, soweit sie es &uuml;berhaupt k&ouml;nnen, in die Privatvorsorge. Es wird nur ein kleiner Prozentsatz sein. Das sind verheerende Entwicklungen. Bisher sind aber die Menschen noch einigerma&szlig;en resistent.<\/p><p><em>F: Heiner Flassbeck vertritt die Auffassung, da&szlig; die deutsche Politik mit ihrer Schw&auml;chung der Binnennachfrage und der St&auml;rkung des Exports die EU-W&auml;hrungsunion zerst&ouml;rt. Sehen Sie das auch so?<\/em><\/p><p>Das ist eine gef&auml;hrliche Entwicklung. Wir sichern die vorhandenen Arbeitspl&auml;tze ma&szlig;geblich &uuml;ber den Export, d. h. letztlich: Wir exportieren Arbeitslosigkeit. Indem wir die L&ouml;hne hier niedrig halten und andere L&auml;nder h&ouml;here Steigerungsraten haben, erh&ouml;ht sich die deutsche Wettbewerbsf&auml;higkeit immer mehr, und die anderen bekommen zunehmend Schwierigkeiten. Frankreich hatte lange Zeit keine Probleme mit der Zahlungsbilanz, hat sie aber jetzt, ebenso Spanien, dasselbe in Italien. Wir zwingen diese L&auml;nder zu einer &auml;hnlichen Sparpolitik und einer &auml;hnlichen Lohnpolitik wie hier. Das hat verheerende Folgen f&uuml;r die Arbeitnehmer und die Menschen dieser L&auml;nder insgesamt. In der letzten Konsequenz hat es auch Folgen f&uuml;r das W&auml;hrungssystem. Denn dessen Voraussetzung ist eine einigerma&szlig;en gleiche Entwicklung auch der Lohneinkommen in den beteiligten L&auml;ndern. Da&szlig; es so extrem auseinandergehen wird, daran war nicht gedacht.<\/p><p>Am 21.M&auml;rz erscheint bei DroemerKnaur Albrecht M&uuml;llers neues Buch: &bdquo;Machtwahn. Wie eine mittelm&auml;&szlig;ige F&uuml;hrungselite uns zugrunde richtet&rdquo;, 365 Seiten, 19,90 Euro.<\/p><p>Das Buch wird am 11. April um 19.30 Uhr in der Kulturbrauerei, Sch&ouml;nhauser Allee, in Berlin-Prenzlauer Berg mit einem Streitgespr&auml;ch zwischen dem Chefredakteur der <em>Welt am Sonntag<\/em>, Christoph Keese, und dem IG-Metall-Vorsitzenden J&uuml;rgen Peters vorgestellt.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gespr&auml;ch mit <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong> &uuml;ber Verfallsprozesse in der deutschen F&uuml;hrungsschicht, Korruption in der Wissenschaft, den Durchbruch des Neoliberalismus in der Bundesrepublik und die Folgen. 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