{"id":27224,"date":"2015-08-14T17:11:31","date_gmt":"2015-08-14T15:11:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224"},"modified":"2015-08-14T17:11:31","modified_gmt":"2015-08-14T15:11:31","slug":"hinweise-des-tages-ii-209","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h01\">Krisen &uuml;berall &ndash; Deutschlands Wirtschaft boomt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h02\">Aufschwung in Portugal?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h03\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h04\">Angst vor dem W&auml;hrungskrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h05\">Zinskrise schw&auml;cht Vorsorge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h06\">OECD-Kritik: So lasch ist die deutsche Steuerpr&uuml;fung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h07\">Unbezahlte Arbeit in Genf &ndash; Warum ein Uno-Praktikant im Zelt schlief<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h08\">&bdquo;Schmuggelware muss vernichtet werden&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h09\">Hacken lernen mit der NSA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h10\">Gro&szlig;britannien: Ein Linker spaltet die Gem&uuml;ter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h11\">Gef&auml;hrliches Asbest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h12\">&raquo;Freiheit ist kapitalistischer Mainstream&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h13\">Wissenschaft: Wo seid ihr, Professoren?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h14\">Selbstgemachte &ldquo;L&uuml;genpresse&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224#h15\">Zu guter Letzt: Abgeordnete sollen ihrem Gewissen folgen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27224&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Krisen &uuml;berall &ndash; Deutschlands Wirtschaft boomt<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft ist im Fr&uuml;hjahr trotz der eskalierenden Griechenland-Krise kr&auml;ftiger gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu. Das teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Sch&auml;tzung mit. Im ersten Quartal hatte es nur zu 0,3 Prozent gereicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bruttoinlandsprodukt-krisen-ueberall-deutschlands-wirtschaft-boomt-1.2608391\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> Schon wieder ein &bdquo;Boom&ldquo;. Es kann gar nicht anders sein. Wer sich aber die Originalquelle genauer anschaut, stellt etwas anderes fest. Das Statistische Bundesamt <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2015\/08\/PD15_293_811.html\">schreibt dazu<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Gebremst wurde das Wachstum durch schwache Bruttoinvestitionen; insbesondere in Bauten wurde weniger investiert als im ersten Quartal. Zudem gab es einen merklichen Vorratsabbau.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Das klingt weniger nach Boom. Und noch etwas: Wenn aus Sicht der Medien ein Plus von 0,4 Prozent ausreicht, um in Euphorie zu verfallen, wie ist dann das Ergebnis der griechischen Wirtschaft zu bewerten, die unter der Syriza-Regierung ein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/griechenland-wirtschaft-waechst-im-fruehjahr-a-1047978.html\">Wachstum von 0,8 Prozent<\/a> im zweiten Quartal hingelegt hat? Das h&auml;tte nach Sch&auml;uble-Lesart gar nicht passieren d&uuml;rfen, da ja nur ein umgesetztes Spardiktat Erfolg verspricht. Und weil das so ist, wird das n&auml;chste Austerit&auml;tsprogramm noch versch&auml;rft, Wirtschaftswachstum hin oder her. Nur der Glaube z&auml;hlt.<\/em> <\/p>\n<p>dazu: <strong>Deutsche Exporte auf Rekordkurs<\/strong><br>\nDeutschland profitiert vom schwachen Euro: Die Exporte wachsen und k&ouml;nnten einen neuen Rekord erreichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-08\/bruttoinlandsprodukt-deutschland-wirtschaft-wachstum\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Starker Export: Wirtschaft w&auml;chst im zweiten Quartal<\/strong><br>\nDer deutsche Export ist auf Rekordkurs &ndash; und das schiebt die Wirtschaft an. Sie w&auml;chst im zweiten Quartal um 0,4 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/deutsche-wirtschaft-waechst-im-zweiten-quartal-um-0-4-prozent-a-1048117.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p>Aber vor einer Woche hie&szlig; es noch: <strong>R&uuml;ckschl&auml;ge f&uuml;r deutsche Wirtschaft: Exporte und Produktion sinken st&auml;rker als erwartet<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft musste im Juni R&uuml;ckschl&auml;ge hinnehmen. Produktion und Ausfuhr entwickelten sich schwach. Auch die Einfuhren gingen zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/deutsche-exporte-sinken-staerker-als-erwartet-a-1047114.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Aufschwung in Portugal?<\/strong><br>\nIn deutschen Talkshows muss Portugal h&auml;ufig als Gegenbeispiel f&uuml;r Griechenland herhalten. Dort gehe es deutlich aufw&auml;rts, weil man die Vorgaben der Troika umgesetzt habe. Aber stimmt das wirklich?<br>\n&raquo;Es gibt keine Arbeit, weder f&uuml;r mich noch f&uuml;r Andere.&laquo;<br>\n&raquo;Meine Frau ist arbeitslos und ich arbeite nur ein paar Stunden.&laquo;<br>\n&raquo;Meine Rente reicht hinten und vorne nicht. Ich kann weder Miete noch Essen bezahlen.&laquo;<br>\nSeltsam! In Deutschland gilt Portugal doch als &bdquo;Musterknabe&ldquo;, der gerne benutzt wird, um Griechenland an den Pranger zu stellen.<br>\nSo sagt der bayerische Staatsminister der Finanzen, f&uuml;r Landesentwicklung und Heimat, Markus S&ouml;der:<br>\n&raquo;Wir haben viele Partner in Europa, die sich an die Regeln halten, die Spanier, die Portugiesen, die Iren und zwar mit Erfolg an die Regeln halten.&laquo;<br>\nDoch die sonnige Optik in Lissabon tr&uuml;gt. Vielen ganz normalen Familien geht es richtig schlecht. Viele Steuern wurden erh&ouml;ht. Renten und Sozialleistungen zum Teil erheblich gek&uuml;rzt. Jeder Siebte hat seit 2008 seinen Job verloren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/12082015-plusminus-portugal-100.html\">Christian Jekat und Dietrich Krau&szlig; in plusminus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Griechenland: Neue Hilfskredite sind nicht das Problem<\/strong><br>\nIn Deutschland formiert sich Widerstand gegen das dritte Hilfspaket f&uuml;r Griechenland  &ndash; man habe in der Krise schon genug gezahlt, so die Kritiker. Doch bisher hatten die Steuerzahler hierzulande keine Kosten. Im Gegenteil: Die deutsche Staatskasse hat von der Euro- und Griechenlandkrise sogar profitiert.<br>\nDie griechische Regierung hat sich mit den Gl&auml;ubiger-Institutionen auf Bedingungen f&uuml;r neue Hilfskredite geeinigt. Die zus&auml;tzlichen Gelder sind n&ouml;tig, um einen Zahlungsausfall des Landes und schlimmere Konsequenzen f&uuml;r Griechenland und die Eurozone zu verhindern. Dennoch wird hierzulande erneut Widerstand gegen ein neues Hilfspaket laut. Deutschland habe in der Krise &bdquo;genug gezahlt&ldquo; &ndash; so die Parole.<br>\nAber diese Argumentation ist falsch: Bisher hatte der deutsche Steuerzahler gar keine Kosten. Die deutsche Staatskasse hat von der Euro- und Griechenlandkrise sogar profitiert, wie eine neue Studie des Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung Halle (IWH) aufzeigt. Das IWH beziffert den Gewinn, den der deutsche Fiskus seit 2010 aus der Eurokrise gezogen hat, auf mindestens 100 Milliarden Euro. Grund ist die Zinsersparnis bei deutschen Staatsschulden:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++2f5aa37a-427a-11e5-bd8b-52540023ef1a\">DGB<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Syriza did not expect to stand alone in the negotiations&rdquo; Interview with Athanase Contagyris<\/strong><br>\nfrom Norbert H&auml;ring<br>\nAnasthase Contagyris is a French and Greek economist living in Athens. He is Co-Founder of Attac-Greece, CEO of Dialogos Ltd, an Athens  Startup coaching and export facilitation consultancy he founded in 1987. He is a member of the Truth Committee on Public Debt of the Greek Parliament, which recently issued a preliminary report. We met in Frankfurt. He is well conneted, though not a member, to Syriza.<br>\nThe Interview<br>\nH&auml;ring: Mr. Contagyris, in Germany many people do not understand the behavior of the Greek government in the negotiations with creditors. It seems to have made quite a few unexpected turns.<br>\nContagyris: This negotiations were a lot like a poker game all along. Players adapted to the hands they had and to what they found out about the cards of their opponents.<br>\nWhat did Syriza hope to achieve in these negotiations?<br>\nOne of Syriza&rsquo;s missions was to change Europe. They wanted to act in a European context, within the currency union, but they wanted this context changed. They wanted a much less neoliberal and more solidary Europe. This explains why they were met with such fierce opposition right from the beginning.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/rwer.wordpress.com\/2015\/08\/12\/syriza-did-not-expect-to-stand-alone-in-the-negotiations-interview-with-athanase-contagyris-2\/\">Real-World Economics Review Blog<\/a><\/li>\n<li><strong>Syriza zerbricht am dritten Rettungsprogramm<\/strong><br>\nDas griechische Parlament hat in einer Mammutsitzung, welche mit den gemeinsam tagenden Fach-Aussch&uuml;ssen am Donnerstag mit eineinhalb Stunden Versp&auml;tung um kurz vor 11 Uhr begann in den Morgenstunden des Freitags, um 10 Uhr 40 mit 222 zu 64 Stimmen bei 11 Enthaltungen das so genannte &ldquo;technische Memorandum&rdquo; verabschiedet. Tsipras wird am 20. August, so sickerte es direkt nach der Abstimmung durch, die Vertrauensfrage stellen. [&hellip;]<br>\nDas gesamte Verfahren im Parlament wurde jedoch &uuml;berschattet vom internen Streit innerhalb der Syriza-Fraktion. Tats&auml;chlich hat die Regierung nunmehr sogar die notwendige Mindestanzahl f&uuml;r ein geduldetes Minderheitskabinett verloren, da je nach Artikel des drei Artikel umfassenden Gesetzespakets nur noch 115, 118, bzw. 117 Parlamentarier treu zu Premierminister Tsipras stehen.<br>\nPer Verfassung vorgeschrieben sind jedoch mindestens 120. Bereits w&auml;hrend der Sitzung deutete Alexis Tsipras an, dass es eventuell schon am Montag Neuwahlen ausgerufen werden k&ouml;nnten. Denn eigentlich ist die Regierung mit dem heutigen Tag ohne verfassungsm&auml;&szlig;ige Grundlage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45708\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Angst vor dem W&auml;hrungskrieg<\/strong><br>\nDie chinesische Regierung hat am Donnerstag zum dritten Mal in Folge ihre W&auml;hrung abgewertet. Sie verbilligt so chinesische Produkte und st&auml;rkt den lahmenden Export. Kritiker bem&auml;ngeln dies und sprechen von einem Abwertungswettlauf. Dabei verh&auml;lt sich Europa seit l&auml;ngerem &auml;hnlich. Ein immer schw&auml;cherer Euro beg&uuml;nstigt europ&auml;ische Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/china-angst-vor-dem-waehrungskrieg-1.2605933\">Claus Hulverscheidt in der SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung E.J.:<\/strong> Wenn es noch eines Beweises bedurft h&auml;tte, dass Wirtschaftspolitik in Deutschland (und der EU) auf Kindergartenniveau betrieben wird &ndash; er ist erbracht: China wertet seine W&auml;hrung um nominell 3,5 Prozentpunkte ab und durch die deutschen Medien geht ein Raunen: W&auml;hrungskrieg!<br>\nDie Tatsache, dass der Euro parallel zum Anleiheankaufprogramm der EZB binnen Jahresfrist von 1,35 USD auf zwischenzeitlich 1,05 USD gefallen ist und sich entsprechend gegen&uuml;ber dem Yuan, der an den USD gekoppelt ist, verbilligt hat, war und ist aktuell keiner erw&auml;hnenden Erkl&auml;rung wert. Merke: W&auml;hrungskriege starten nur die anderen, bei uns hingegen ist Abwertung das Ergebnis der in bester eigenn&uuml;tziger Absicht manipulierten M&auml;rkte.<br>\nAber warum eigentlich die ganze Aufregung ? Haben wir nicht im Zuge der Eurokrise gelernt, dass das deutsche Lohndumping und die dadurch herbeigef&uuml;hrte Abwertung des deutschen Euro f&uuml;r den deutschen Export vollkommen irrelevant war? Genau. Europa und die Welt kauft deutsche Autos nicht wegen des billigen (deutschen) Euro, sondern wegen der QUALIT&Auml;T. Gut aufgepasst also liebe Chinesen: Mit Eurer Abwertung und der Verteuerung deutscher Autos k&ouml;nnt ihr uns mal den BUCKEL RUNTERRUTSCHEN.<br>\nMag das Lieblingsorakel des deutschen Wirtschaftsjournalisten &ndash; der Aktienmarkt &ndash; ihr eigenes Geschwafel &uuml;ber die entscheidende Qualit&auml;t deutscher Autos auch gerade als frommes M&auml;rchen entlarven &ndash; aus Sorge um den Wechselkurs sinken die Kurse der Autobauer &ndash; sie selbst sollten sich in ihren Kindertr&auml;umen nicht beirren lassen: Durch solche Kinkerlitzchen wie Wechselkurse l&auml;sst sich die deutsche Exportmaschine nicht stoppen. Europa glaubt an uns.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zinskrise schw&auml;cht Vorsorge<\/strong><br>\nIn der aktuellen Zinskrise zeigen sich die Schw&auml;chen der kapitalgedeckten Vorsorge. Die gesetzliche Sozialversicherung wurde zu fr&uuml;h abgeschrieben&hellip;<br>\nAus Angst vor dem demografischen Wandel und zu hohen Kosten f&uuml;r die Arbeitgeber wurde die Altersvorsorge zu Beginn dieses Jahrtausends deshalb zielstrebig umgebaut. Schlie&szlig;lich glaubten die Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schr&ouml;der (SPD) und ihre Einfl&uuml;sterer, eine geniale L&ouml;sung gefunden zu haben. In der allgemeinen Euphorie &uuml;ber die Chancen an den Kapitalm&auml;rkten setzten auch sie vermehrt auf die kapitalgedeckte Vorsorge. Das Geld der Sparer sollte dort &bdquo;arbeiten&ldquo;, um heutigen Generationen sp&auml;ter einen angenehmen Ruhestand zu finanzieren.<br>\nAuf diesen Rausch folgt nun der Kater. Schneller als es viele erwartet h&auml;tten, st&uuml;rzt das ganze System in die Krise&hellip;<br>\nDer Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) sieht die Versicherer inzwischen als eine der gr&ouml;&szlig;ten Bedrohungen f&uuml;r das europ&auml;ische Finanzsystem&hellip;<br>\nDie Politik hat bereits eingegriffen, um den Versicherern Luft zu verschaffen. So wurde der Garantiezins auf 1,25 Prozent gesenkt und die Aussch&uuml;ttung der Bewertungsreserven an die Kunden sowie der Gewinne an die Eigent&uuml;mer reduziert. Weitergehende Hilfen k&ouml;nnten neue Investitionsm&ouml;glichkeiten sein, die verl&auml;ssliche Renditen versprechen. Dazu z&auml;hlt zum Beispiel die weitere &Ouml;ffnung des deutschen Stra&szlig;ennetzes f&uuml;r Investoren&hellip;<br>\nKnapp zehn Jahre nach dem Ende der Regierung Schr&ouml;der, die den gro&szlig;en Schwenk zum Kapitalmarkt vollzogen hat, ist die kapitalgedeckte Altersvorsorge entzaubert&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kapitalgedeckte-vorsorge-zinskrise-schwaecht-vorsorge,1472780,31460266.html\">Daniel Baumann in der FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie der Autor allerdings zu folgender Aussage kommt, bleibt sein Geheimnis:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Der einzige Vorteil der kapitalgedeckten Vorsorge ist, dass nicht nur die Lohneinkommen zur Altersvorsorge herangezogen werden, sondern auch andere Einnahmequellen wie etwa die Unternehmensgewinne.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Werden bei der parit&auml;tische finanzierten gesetzlichen Rente nicht auch Unternehmensgewinne herangezogen &ndash; oder wie die Arbeitgeber sagen als &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; geschm&auml;lert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>OECD-Kritik: So lasch ist die deutsche Steuerpr&uuml;fung<\/strong><br>\nViele L&auml;nder tun nach Einsch&auml;tzung der OECD nicht genug, um die Steuererkl&auml;rungen von Reichen zu pr&uuml;fen &ndash; eingeschlossen Deutschland. Griechenland wird hingegen positiv erw&auml;hnt.<br>\nWenn es um die griechische Schuldenkrise geht, wird immer auch das nicht funktionierende Steuersystem als eine der Ursachen angef&uuml;hrt. Griechenland sei f&uuml;r die Reichen nach wie vor ein Steuerparadies, so hei&szlig;t es dann. Die Wohlhabenden k&ouml;nnten sich so richtig arm rechnen, obwohl die Belastung ohnehin nur gering sei. Und werde dann doch etwas f&auml;llig, k&ouml;nne die Steuerschuld mangels Personal nicht eingetrieben werden.<br>\nSollte das so stimmen, w&auml;re Griechenland aber in dieser Hinsicht nur die Spitze eines Eisbergs. Ein gerade ver&ouml;ffentlichter Bericht der Industriel&auml;nder-Organisation OECD offenbart, dass die Steuerbeh&ouml;rden in den meisten Industriel&auml;ndern nicht angemessen auf die steuerliche Pr&uuml;fung von Wohlhabenden eingerichtet sind. Die Organisation mahnt, den Reichen k&uuml;nftig genauer auf die Finger zu schauen. Auch Deutschland steht am Pranger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/oecd-kritik--so-lasch-ist-die-deutsche-steuerpruefung-,1472780,31463352.html\">Timot Szent-Ivanyi in der FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Leider wird auch hier wieder der Unsinn verbreitet, als w&uuml;rden die oberen zehn Prozent &bdquo;mehr als die H&auml;lfte des Steueraufkommens bestreiten.&ldquo; Nochmals: Die Einkommenssteuer macht knapp 44 Prozent des gesamten Steueraufkommens aus (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27044\">siehe hier auf den NachDenkSeiten<\/a>).<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_06.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150805_sozialstaatliche_umverteilung_06_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbII14.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 124 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Unbezahlte Arbeit in Genf &ndash; Warum ein Uno-Praktikant im Zelt schlief<\/strong><br>\nEin Zimmer im teuren Genf konnte Uno-Praktikant David Hyde sich nicht leisten. Also zeltete er an der Rh&ocirc;ne. Jetzt hat der junge Neuseel&auml;nder genug und ruft zur Revolte gegen unbezahlte Praktika auf&hellip;<br>\nArbeitgeber wie Uno und EU machen sich gut im Lebenslauf, und wegen der hohen Fluktuation k&ouml;nnen Praktikanten sich kaum organisieren. Kommt doch einmal Kritik auf, wie im Fall von Hyde, reagiert die Uno umgehend: Die Uno bezahle ihre Praktikanten nicht, weil eine Resolution der Generalversammlung ihr das verbiete, hei&szlig;t es in einer Pressemitteilung am Tag nach Erscheinen des Artikels. &ldquo;Die Mitgliedstaaten erlauben nicht, Praktikanten zu bezahlen, auch wenn die Uno das gern wollte.&rdquo;<br>\nNicht an der Uno selbst soll es also liegen, sondern an den Mitgliedern &ndash; also sieht sich niemand verantwortlich. Entsprechend deftig sind die Kommentare auf der Facebook-Seite der Uno: &ldquo;Sklaven, die nicht essen oder schlafen, werden bei der Uno in Genf ihr Gl&uuml;ck finden&rdquo;, schreibt ein User. Ein anderer fasst es k&uuml;rzer: &ldquo;Sch&auml;m dich, Uno!&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/ausland\/praktikum-bei-der-uno-in-genf-warum-ein-praktikant-im-zelt-schlief-a-1047973.html\">Anja Tiedge auf Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Schmuggelware muss vernichtet werden&rdquo;<\/strong><br>\nDer Deutsche Stefan D&uuml;rr f&uuml;hrt Russlands gr&ouml;&szlig;ten Milchkonzern. Vor einem Jahr riet er Wladimir Putin, sich gegen die Sanktionen der EU zu wehren. Und heute? Ein Gespr&auml;ch<br>\nDIE ZEIT: Herr D&uuml;rr, vor etwas mehr als einem Jahr hat die EU weitreichende Sanktionen gegen Russland beschlossen. Kurz darauf haben Sie mir erz&auml;hlt, dass Sie Pr&auml;sident Wladimir Putin in einem pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch zu Gegensanktionen geraten haben. Bereuen Sie das?<br>\nStefan D&uuml;rr: Nein. Ich w&uuml;rde ihm auch r&uuml;ckblickend noch denselben Ratschlag geben.<br>\nZEIT: Aber Russland ist doch in eine tiefe &ouml;konomische Krise gerutscht.<br>\nD&uuml;rr: Aber das liegt doch nicht an den Gegensanktionen! Im Gegenteil: Das Importverbot f&uuml;r westliche Lebensmittel hilft der russischen Agrarwirtschaft. Vor Kurzem hatte ich Besuch von einem der Chefeink&auml;ufer der Metro f&uuml;r Russland. Fr&uuml;her war es f&uuml;r heimische Hersteller extrem schwierig, in das Sortiment der Metro aufgenommen zu werden. Es gab Einstiegsgeb&uuml;hren, und die Ware wurde oft erst nach acht oder zw&ouml;lf Wochen bezahlt. Inzwischen aber sucht die Metro h&auml;nderingend nach russischen Lieferanten. Sie ist sogar bereit, die Entwicklung von neuen Produkten vorzufinanzieren. [&hellip;]<br>\nZEIT: Die Lebensmittelpreise sind im vergangenen Jahr durch das Importverbot deutlich gestiegen.<br>\nD&uuml;rr: Ja, zum Teil, aber das renkt sich gerade wieder ein. Durch den Wegfall der Importkonkurrenz verdienen die russischen Bauern gut und investieren in neue Technik und neue Strukturen. Dadurch werden sie effizienter und k&ouml;nnen g&uuml;nstiger produzieren.<br>\nZEIT: Das klingt, als g&auml;be es keine Probleme.<br>\nD&uuml;rr: Doch, die gibt es. Gerade bei K&auml;se oder Quark greifen zunehmend Produzenten zu billigen Zutaten wie Palm&ouml;l, um teures Milchfett zu ersetzen &ndash; ohne das immer zu kennzeichnen. Insgesamt aber geht es voran. Was sich innerhalb eines Jahres in der russischen Landwirtschaft getan hat, h&auml;tte ich vorher nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten. Fr&uuml;her waren die russischen Bauern meist reine Rohstofflieferanten. Mittlerweile produzieren sie nicht nur mehr, sie verarbeiten die Produkte auch weiter. Mein eigenes Unternehmen Ekoniva etwa verkauft nicht mehr nur Rohmilch, sondern auch Produkte wie Joghurt, Quark oder Butter. Wir erschlie&szlig;en also ganz neue Bereiche der Wertsch&ouml;pfung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/33\/russland-sanktionen-stefan-duerr-aeusserung\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hacken lernen mit der NSA<\/strong><br>\nHacken leicht gemacht &ndash; das lernen Sch&uuml;lerinnen in New York &ndash; und anderswo. Die Aktion ist keine blo&szlig;e Schul-AG. Sponsor ist der US-Geheimdienst, die NSA hat Nachwuchssorgen. Die sollen auch mit Hilfe der Hacker-Seminare behoben werden. [&hellip;]<br>\n Vier Millionen Dollar l&auml;sst sich die NSA diese Sommerlager kosten. Bis 2020 soll es sie in allen 50 Staaten geben. Ein Grund. Die NSA sucht und braucht Nachwuchs, sie wollen die Besten. Und so kommen in die Kurse eben Gastredner wie heute vom Secret Service. In der Woche davor waren sie im New Yorker Google-Labor. Die M&auml;dchen finden es klasse. Dass der Sponsor  der Geheimdienst ist? Schulterzucken: &ldquo;Es sind mehr die Eltern der M&auml;dchen, die beim Stichwort NSA aufhorchten, die M&auml;dchen selbst sind eher unpolitisch&rdquo;, sagt die Professorin.<br>\nSie hat sich ganz aufrichtig dar&uuml;ber gefreut, dass dank der NSA jetzt auch mal M&auml;dchen in die Rubrik Cyber-Security reinschnuppern k&ouml;nnen: &ldquo;Da gibt&rsquo;s keine b&ouml;sen Hintergedanken. Alles ganz unschuldig. Die M&auml;dchen lernen hier viel Theorie. Und als jemand der aus der Theorie kommt, sag ich, super Idee.&rdquo;<br>\nDie Nachfrage f&uuml;r die NSA-Sommercamps ist &uuml;brigens riesig. Ein Grund: In die USA, wo Sommercamps gerne mal ein paar tausend Dollar kosten, gibt dieses High-Tech-Ferienlager umsonst. Der NSA sei Dank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/nsa-nachwuchscamp-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gro&szlig;britannien: Ein Linker spaltet die Gem&uuml;ter<\/strong><br>\nTurbulente Zeiten kommen auf die britische Labour-Partei zu, wenn man Umfragen und Buchmachern glaubt. Denn die wollen schon wissen, wer am 12. September den Parteivorsitz &uuml;bernimmt: ein stramm Linker mit einer Vorliebe f&uuml;r Tabubr&uuml;che namens Jeremy Corbyn. Einer, in dem viele den Sargnagel der Partei sehen, einen r&uuml;ckw&auml;rtsgewandten Spinner. Aber auch einer, der sein Publikum mitrei&szlig;t und eine kleine &laquo;Corbyn-Mania&raquo; ausgel&ouml;st hat&hellip;<br>\nMit leiser, freundlicher Stimme bricht er Tabus: weg mit britischen Atomwaffen, raus aus der Nato. Bescheidenes internationales Auftreten statt &laquo;neo-kolonialer Kriege&raquo;, die sich als Schutzinitiative f&uuml;r Menschenrechte tarnen. Mehr Sozialstaat und, jawohl, Verstaatlichungen, etwa der Energieversorger. In britischen, vor allem in englischen Ohren, ist das Z&uuml;ndstoff, geradezu unversch&auml;mt&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/grossbritannien-ein-linker-spaltet-die-gemueter,1472596,31458708.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wetten, dass Corbyn nicht Labour-Vorsitzender und schon gar britischer Premier wird, da werden die Rechten in der Labour-Partei wie etwa Tony Blair und die Medien schon daf&uuml;r sorgen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gef&auml;hrliches Asbest<\/strong><br>\nWer mit dem krebserregenden Material in Ber&uuml;hrung kam und schwer krank geworden ist, muss zum Teil jahrelang k&auml;mpfen, um als Asbest-Opfer anerkannt zu werden. Spielen Berufsgenossenschaften und Versicherungen auf Zeit?<br>\nAsbest &ndash;  einst die Wunderfaser &ndash; und fast &uuml;berall eingesetzt. Vor allem zwischen 1960 und 1990. Es war das perfekte Material: stabil und hitzebest&auml;ndig, ideal zur D&auml;mmung und dazu noch sehr preiswert. Die Folgen zeigen sich jetzt, Jahrzehnte sp&auml;ter. Wer damals Asbest einatmete, tr&auml;gt heute das Tumorrisiko in sich. Etwa 30 bis 40 Jahre kann es dauern, bis der Krebs durch die Fasern zum Ausbruch kommt. Es kann jeden treffen. [&hellip;]<br>\nEigentlich m&uuml;ssen die Berufsgenossenschaften die durch Asbest erkrankten Menschen entsch&auml;digen. Es geht um die komplette Existenz: Pflegegeld, h&auml;usliche Versorgung, Reha und vor allem Rente f&uuml;r die Kranken oder Hinterbliebenen. Das Problem: Patienten wie Werner Schroer m&uuml;ssen den Zusammenhang zwischen Asbest und dem Krebs selbst beweisen. Wie soll das gehen? [&hellip;] Ein gro&szlig;er Teil der Antr&auml;ge wird von den Berufsgenossenschaften abgelehnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/12082015-plusminus-asbest-100.html\">plusminus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&raquo;Freiheit ist kapitalistischer Mainstream&laquo;<\/strong><br>\nDie Mittelschicht schafft sich ab, Bildungsabschl&uuml;sse verlieren an Wert, und der Neoliberalismus vereinnahmt selbst diejenigen, die ihn bek&auml;mpfen sollten &ndash; beste Voraussetzungen, um das ganze Gesellschaftssystem ins Wanken zu bringen, meint die Soziologin Cornelia Koppetsch&hellip;<br>\nWir beobachten, dass viele besorgte Eltern zu immer aufwendigeren Mitteln greifen, um die Zukunft der Kinder zu sichern: Elitekinderg&auml;rten, Privatschulen, Auslands-aufenthalte. Wenn immer mehr Menschen in immer h&ouml;here Bildung investieren, werden herk&ouml;mmliche Bildungseinrichtungen und Bildungszertifikate entwertet. Es findet ein &Uuml;berbietungswettbewerb statt: Wir k&ouml;nnen auf so viele Lehrlinge zur&uuml;ckgreifen, wir nehmen jetzt nur noch die mit Abitur &ndash; dann landen Realschulabsolventen in ungelernten Jobs, und die Hauptsch&uuml;ler kriegen gar keinen. Alles rutscht eine Stufe tiefer, weil die Spitze immer exzellenter wird. Oder die Elite-Universit&auml;ten: Die Ehrgeizigen zieht es dorthin, die &uuml;brigen Universit&auml;ten werden zu zweitklassigen Bildungsanstalten herabgestuft. Nur: Die Berufsaussichten f&uuml;r den Einzelnen werden dabei nicht besser. Man muss st&auml;ndig aufr&uuml;sten, hat aber am Ende nichts davon&hellip;<br>\nDer heutige Finanzmarktkapitalismus hat Eigentum und unternehmerische T&auml;tigkeit entkoppelt. Das hohe Lied der unternehmerischen Tugenden predigt man lieber den einfachen Arbeitnehmern: Sie sollen zu Arbeitskraftunternehmern werden, Ich-AGs gr&uuml;nden und eigenverantwortlich handeln. Doch die Rechnung geht nicht auf: Ein wachsender Teil der Armen, vor allem derer mit geringer Qualifikation, hegt auch subjektiv kaum mehr Aufstiegsambitionen. Die haben sich l&auml;ngst ausgeklinkt&hellip;<br>\nWirtschafts- und Sozialwissenschaftler denken v&ouml;llig unterschiedlich. Viele Wirtschaftswissenschaftler behaupten: Die Marktkr&auml;fte regulieren sich selbst, da muss keine Gesellschaft eingreifen. Die Soziologen hingegen argumentieren: Ohne R&uuml;ckbindung an eine gesellschaftliche Ordnung kann kein Kapitalismus existieren. Eine v&ouml;llige Entfesselung der Marktkr&auml;fte &ndash; das zeigt in der j&uuml;ngsten Vergangenheit ja auch der Zusammenbruch der Finanzm&auml;rkte &ndash; lie&szlig;e das System implodieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/43404\/Freiheit-ist-kapitalistischer-Mainstream\">SZ Magazin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wissenschaft: Wo seid ihr, Professoren?<\/strong><br>\nDas Wissenschaftssystem dr&auml;ngt seine besten Denker ins Abseits. Ihre Stimmen fehlen in den gesellschaftlichen Debatten. Das ist fatal.<br>\nEs sind drei Geschichten, Seltsamkeiten aus der Welt der Anreize und Belohnungen, die der Schriftsteller Rolf Dobelli in seinem Buch Die Kunst des klaren Denkens erz&auml;hlt. Die erste geht so: Im Hanoi der franz&ouml;sischen Kolonialherrschaft entwarf man ein Gesetz, um die Rattenplage einzud&auml;mmen, und versprach jedem, der eine tote Ratte herbeischaffte, eine Pr&auml;mie. Die Folge war, dass die Menschen Ratten z&uuml;chteten. Die zweite Geschichte handelt von den Schriftrollen vom Toten Meer, die man 1947 entdeckte. Arch&auml;ologen boten f&uuml;r neue Funde des uralten Pergaments eine Belohnung &ndash; mit der fatalen Konsequenz, dass gerade noch irgendwie zusammenh&auml;ngende Schriftst&uuml;cke zerkleinert wurden, um den maximalen Finderlohn einzuheimsen. Die dritte Geschichte ist &auml;hnlich deprimierend: Sie berichtet von Bauern im China des 19.<br>\nJahrhunderts, die auf Pr&auml;mien f&uuml;r Dinosaurierknochen spekulierten, diese ausgruben, um sie dann in Gedanken an ihren Eigenvorteil in St&uuml;cke zu hauen.<br>\nWas sich hier zeigt, ist, dass Anreize den guten Absichten mitunter radikal zuwiderlaufende Effekte erzeugen k&ouml;nnen. Das Ph&auml;nomen ist jedem Verhaltens&ouml;konomen bekannt. Weniger bekannt ist, dass in den Geistes- und Sozialwissenschaften seit Jahren ein gro&szlig; angelegter Feldversuch im Anreizbusiness l&auml;uft, der in der Welt der geistigen G&uuml;ter mitunter toxische Nebenwirkungen erzeugt. Die deutschen Geistes- und Sozialwissenschaften marginalisieren die Figur des &ouml;ffentlichen Intellektuellen, der in verst&auml;ndlicher Sprache zeitdiagnostische Deutungsarbeit leistet, vielleicht sogar moralisch argumentiert, sich aber in jedem Fall um Wirkung bem&uuml;ht. Es ist das Ende der Einmischung, das nun droht. Es sind die Produktivkr&auml;fte des Polemischen und der pointiert-aufr&uuml;ttelnden, riskanten Gegenwartsbeschreibung, die gef&auml;hrdet sind. Woran liegt das? Wo liegen die Ursachen f&uuml;r die Selbstkastration einer kritischen Intelligenz, die gerade jetzt &ndash; in Zeiten der Krisen und des Klimawandels, der geopolitischen Verwerfungen und der Terrordrohungen &ndash; so n&ouml;tig und n&uuml;tzlich w&auml;re?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/31\/wissenschaft-professoren-engagement-oekonomie\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Selbstgemachte &ldquo;L&uuml;genpresse&rdquo;<\/strong><br>\nDass die F&auml;lschung bei Facebook so &uuml;bertrieben positiv klingt und fehlerhaft ist, geh&ouml;rt zu ihrem Konzept: Die Leser sollen auf Ungereimtheiten im Text sto&szlig;en und sich dar&uuml;ber erz&uuml;rnen, wie dreist die &ldquo;L&uuml;genpresse&rdquo; falsche Nachrichten verbreite. Die Betr&uuml;ger sto&szlig;en den Sturm der Entr&uuml;stung selbst an, indem sie unter ihre eigene Falschmeldung Wut-Kommentare&nbsp;schreiben.<br>\nMeldungen wie die &uuml;ber Seneki Mutalla tauchen in den Sozialen Netzwerken derzeit geh&auml;uft auf. Da ist von jungen Fl&uuml;chtlingen die Rede, die einer obdachlosen Frau ihre Einkaufsgutscheine schenken, oder einem syrischen Fl&uuml;chtling, der 50 Euro findet und sie edel im Rathaus&nbsp;&uuml;bergibt.<br>\nAlles gelogen&hellip;<br>\nDie Aufwiegler laden sich aus echten Meldungen Fotos herunter, verfassen einen erfundenen Text und kreieren ein fiktives Medium, auf das verlinkt wird, um schlie&szlig;lich die Falschmeldung selbst in Frage zu&nbsp;stellen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/unter-falscher-flagge-luegenpresse-selbstgemacht-1.2606951\">Paul Katzenberger in der SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Abgeordnete sollen ihrem Gewissen folgen<\/strong><br>\nSollen Abgeordnete ihrem Gewissen oder der Partei folgen? Die Frage stellt der DeutschlandTrend nach der Debatte &uuml;ber Fraktionsdisziplin, die Unionsfraktionschef Kauder mit harten Worten gegen&uuml;ber Abweichlern ausgel&ouml;st hatte. Die meisten Deutschen sind ganz und gar nicht Kauders Meinung. [&hellip;]<br>\nF&uuml;r die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Deutschen ist die Antwort klar: 77 Prozent der im ARD-DeutschlandTrend Befragten finden, ein Parlamentarier solle seinen pers&ouml;nlichen Standpunkt vertreten &ndash; wenn es sein muss, auch gegen die eigene Parteilinie. Nur 18 Prozent dagegen folgen Volker Kauder und sagen: Die Fraktionsdisziplin sollte im Vordergrund stehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend-389.html\">ARD Deutschlandtrend<\/a>\n<p>dazu: <strong>Kaum benutzt: eBay-Nutzer &ldquo;vkauder49&rdquo; versteigert gut erhaltenes Grundgesetz<\/strong><br>\nTuttlingen (dpo) &ndash; Das klingt nach einem Schn&auml;ppchen: Auf der Auktionsplattform eBay bietet der Nutzer &ldquo;vkauder49&rdquo; derzeit ein gut erhaltenes Grundgesetz an. Der Startpreis liegt bei einem Euro. Insbesondere der Bereich um Artikel 38, der regelt, dass Abgeordnete des Bundestags als Vertreter des ganzen Volkes nicht an Weisungen gebunden und nur ihrem eigenen Gewissen unterworfen sind, befindet sich in hervorragendem Zustand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2015\/08\/kaum-benutzt-ebay-nutzer-vkauder49.html\">Der Postillon<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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