{"id":27244,"date":"2015-08-18T09:15:29","date_gmt":"2015-08-18T07:15:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27244"},"modified":"2015-08-18T11:37:46","modified_gmt":"2015-08-18T09:37:46","slug":"neuwahlen-in-der-tuerkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27244","title":{"rendered":"Neuwahlen in der T\u00fcrkei?"},"content":{"rendered":"<p>Die Option einer &bdquo;Gro&szlig;en Koalition&ldquo; in der T&uuml;rkei ist vom Tisch. W&auml;hrend der amtierende Ministerpr&auml;sident Davuto&#287;lu hierf&uuml;r inhaltliche Unterschiede in der Au&szlig;en- und Bildungspolitik verantwortlich macht, hei&szlig;t es aus der Opposition, dass sich Staatspr&auml;sident Erdo&#287;an quergestellt habe: Er strebe weiterhin eine AKP-Alleinherrschaft und die Einf&uuml;hrung eines Pr&auml;sidialsystems mit ihm als starkem Mann an der Spitze an &ndash; koste es, was es wolle. Der m&ouml;gliche Koalitionspartner, die sozialdemokratische CHP, gab bekannt, ihnen sei am Ende nur die M&ouml;glichkeit einer &Uuml;bergangsregierung f&uuml;r drei Monaten angeboten worden. Auch die nationalistische MHP winkte am Montag ab. Alles spricht nun f&uuml;r Neuwahlen im November. Doch was sollen diese bringen? Eine Analyse von <strong>Ralf Hoffmann<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27244#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>]<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die Ver&auml;nderung der Parteienlandschaft nach der Wahl<\/strong><\/p><p>Nach der Parlamentswahl am 7. Juni schien sich die politische Landschaft in der T&uuml;rkei geradezu tektonisch verschoben zu haben. Die regierende AKP verlor nach &uuml;ber einem Jahrzehnt ihre absolute Mehrheit im Parlament. Die Ambitionen von Staatspr&auml;sident Recep Tayyip Erdo&#287;an, der sich trotz seiner verfassungsrechtlich gebotenen Neutralit&auml;tspflicht massiv in den Wahlkampf eingemischt hatte, ein &bdquo;Pr&auml;sidialsystem&ldquo; mit ihm an der Spitze einzuf&uuml;hren, schienen zerschlagen. Es musste eine Koalitionsregierung her &ndash; oder Neuwahlen. Zun&auml;chst pr&uuml;fte man die erste Option und daf&uuml;r ging kein Weg an den anderen Parteien vorbei, n&auml;mlich der auf den Staatsgr&uuml;nder Atat&uuml;rk zur&uuml;ckgehenden kemalistischen CHP (Cumhuriyet Halk Partisi, deutsch: Republikanische Volkspartei), der (ultra-)nationalistischen MHP (Milliyet&ccedil;i Hareket Partisi, deutsch: Partei der Nationalistischen Bewegung) und der pro-kurdischen HDP (Halklar&#305;n Demokratik Partisi, deutsch: Demokratische Partei der V&ouml;lker). Letztere hatte bei der Wahl erstmals die ber&uuml;chtigte 10-Prozent-H&uuml;rde &uuml;bersprungen: durch einen linksgerichteten Wahlkampf gelang es den Spitzenkandidaten Selahattin Demirta&#351; und Figen Y&uuml;ksekda&#287; neben kurdischen Stammw&auml;hlern, auch all diejenigen der &bdquo;Generation Gezi&ldquo; hinter sich zu bringen, die weder den &bdquo;starken Mann&ldquo; Erdo&#287;an noch die mit ihren Ideen in die Jahre gekommenen Kemalisten an der Macht sehen wollten. Die HDP trat als weltoffene, friedliche und moderne Partei auf, die mit den etablierten Parteien wenig gemein hat &ndash; man k&ouml;nnte den Aufstieg in etwa mit dem Auftauchen der &bdquo;Gr&uuml;nen&ldquo; in der deutschen Parteienlandschaft vergleichen.<\/p><p><strong>Gespaltene Reaktionen auf das Wahlergebnis<\/strong><\/p><p>Die Reaktionen auf das durchaus &uuml;berraschende Wahlergebnis waren gespalten: Vor allem ausl&auml;ndische Beobachter hatten Hoffnung auf eine neue politische Kultur, auf Br&uuml;cken, die zwischen den zerstrittenen politischen Lagern gebaut werden k&ouml;nnten. Vor allem auch auf eine endg&uuml;ltige L&ouml;sung der seit Jahrzehnten unbeantworteten &bdquo;kurdischen Frage&ldquo;. <\/p><p>Nachdem der Wahlkampf der AKP haupts&auml;chlich auf den Staatspr&auml;sidenten und das &ndash; inhaltlich stets vage gebliebene &ndash; &bdquo;Pr&auml;sidialsystem&ldquo; f&uuml;r eine &bdquo;neue&ldquo; und &bdquo;starke&ldquo; T&uuml;rkei ausgelegt war, sahen Kritiker Erdo&#287;an jetzt als geschw&auml;cht an und spekulierten auf dessen Isolierung in der von ihm mitgegr&uuml;ndeten Partei. Unmittelbar nach der Wahl war es auch zun&auml;chst sehr still um das Staatsoberhaupt: Der 61-j&auml;hrige hatte sich nach einem Marathon-Wahlkampf &uuml;ber drei Tage in der neugebauten &ndash; und vom obersten Verwaltungsgerichtshof als illegal eingestuften &ndash; Pr&auml;sidentenresidenz Aksaray (deutsch: Wei&szlig;er Palast) in Ankara verschanzt. <\/p><p>Andere sahen durch die Wahlen vor allem den Nationalismus gest&auml;rkt: sei es den t&uuml;rkischen, sei es den kurdischen. In der inoffiziellen Hauptstadt der Kurden Diyarbakir kam es zu volksfest&auml;hnlichen Zust&auml;nden. Die kurdische Sache sei politisch noch nie so stark vertreten wie jetzt, jubelte man. Die HDP und der Kampf um Kobane h&auml;tten die Kurden wieder zur&uuml;ck auf die politische Landkarte bef&ouml;rdert. Die internationale Gemeinschaft wisse, dass die PKK (Part&icirc;ya Karker&eacute;n Kurd&icirc;stan, deutsch: Arbeiterpartei Kurdistans) und ihre Verb&uuml;ndeten in Syrien, die PYD (Partiya Yek&icirc;tiya Demokrat, deutsch: Partei der Demokratischen Union) die einzigen Kampfeinheiten seien, die in ihrer Rhetorik auf Begriffe wie Demokratie, Menschenrechte oder Emanzipation der Frau Wert lege und gleichzeitig hoch effektiv gegen den IS k&auml;mpfe &ndash; jetzt sei es Zeit Forderungen zu stellen. <\/p><p>W&auml;hrenddessen erkl&auml;rten die t&uuml;rkischen Nationalisten der MHP m&ouml;gliche Zugest&auml;ndnisse an die &bdquo;Babym&ouml;rder&ldquo; der PKK und ihren &bdquo;parlamentarischen Arm&ldquo; (gemeint war die HDP) von Beginn an zu einem absoluten No-Go. Eine Anti-AKP-Koalition aus den drei kleinen Parteien war deshalb schnell kein Thema mehr &ndash; auch wenn alle drei sich im Wahlkampf nichts sehnlicher gew&uuml;nscht hatten als ein Ende der Macht der AKP und eine Schw&auml;chung des Staatspr&auml;sidenten.<\/p><p>Abgesehen von politischen Analysten und ausl&auml;ndischen Beobachtern waren die Menschen in der T&uuml;rkei nach den Wahlen vor allem eins: skeptisch. Die meisten kennen die kaum &uuml;berbr&uuml;ckbaren Gr&auml;ben zwischen den politischen Lagern nur allzu gut. Dazu kommt, dass man in der T&uuml;rkei mit Koalitionen keine guten Erinnerungen verbindet. Meistens hielten diese nicht lange und endeten im Streit der &bdquo;Alpha-M&auml;nnchen&ldquo;. Wer Zugest&auml;ndnisse machte, drohte am Ende als Schw&auml;chling dazustehen. Konsens-Kultur? Keine Spur. <\/p><p>Nur f&uuml;r die treuen AKP-Anh&auml;nger &ndash; immerhin noch mehr als 40 % der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler &ndash; &auml;nderte sich zun&auml;chst nicht viel: die alte Regierung blieb kommissarisch im Amt und man w&uuml;rde ohnehin in jeder Konstellation am Hebel bleiben. Man hoffte nur, dass der &ouml;konomische Aufschwung der letzten Jahre und die umfangreichen Geldspritzen aus dem Ausland jetzt nicht abebben w&uuml;rden.<\/p><p>Insbesondere die junge &bdquo;Generation Gezi&ldquo; in Istanbul, Ankara und Izmir setzte von Anfang an kaum Hoffnungen in die Koalitionsgespr&auml;che. Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass die AKP, dass Davuto&#287;lu und Erdo&#287;an, freiwillig ihre Macht teilen w&uuml;rden. Aus ihrer Sicht hatte die AKP in den Auseinandersetzungen um den Taksim-Platz ihr &bdquo;wahres Gesicht&ldquo; gezeigt, war gegen unliebsame JournalistInnen vorgegangen und hatte Staatsanw&auml;lte und Richter systematisch versetzt. Jede Regierungsbeteiligung einer anderen Partei w&uuml;rde auch Teilhabe an brisanten Informationen mit sich bringen. Was in den Archiven von Sicherheitsbeh&ouml;rden und Ministerien im Zusammenhang mit den Korruptionsvorw&uuml;rfen vom Dezember 2013 noch so schlummert &ndash; betroffen waren unter anderem der Sohn Erdo&#287;ans, mehrere amtierende Minister sowie angesehene Gesch&auml;ftsleute &ndash; k&ouml;nnte zu gef&auml;hrlich sein, um in falsche H&auml;nde zu geraten. Von den Kemalisten der CHP wiederum erwarteten sie nicht viel, die jungen, gut ausgebildeten Leute hielten sie f&uuml;r kaum minder autorit&auml;r und r&uuml;ckw&auml;rtsgewandt als die AKP, ein Symbol f&uuml;r ein starkes Milit&auml;r und elit&auml;res Durchregieren.<\/p><p><strong>Und dann kam die Gewalt&hellip;<\/strong><\/p><p>Am 20. Juli explodiert eine Bombe im Gemeindezentrum von Suru&ccedil;, einer Grenzstadt zu Syrien. Es sterben 33 Anh&auml;nger einer sozialistischen, pro-kurdischen Jugendorganisation, die Aufbauhilfe f&uuml;r die zwischen den Paramilit&auml;rs der kurdischen PYD und dem IS umk&auml;mpfte Stadt Kobane leisten wollten. Das t&uuml;rkische Innenministerium spricht sofort von einem Terroranschlag. Schon wenige Stunden nach dem Anschlag sind sich Politik und Medien einig: das war eine Tat des Islamischen Staats. <\/p><p>Am n&auml;chsten Tag gab es jedoch verwirrende Spekulationen: Eine den Geheimdiensten bekannte 18-j&auml;hrige t&uuml;rkische R&uuml;ckkehrerin sei wom&ouml;glich die T&auml;terin gewesen. Das stimmte dann aber offenbar doch nicht: Am Ende wird ein sunnitischer Kurde, der dem ISIS angeh&ouml;rt und sich mehrmals im Kriegsgebiet aufgehalten haben soll, als T&auml;ter genannt. Auch wenn man noch nicht wusste, wer die Bombe gez&uuml;ndet hatte, zweifelte kaum jemand daran, wer die Hinterleute waren. Interessant auch, wie gut sich der Islamische Staat in der t&uuml;rkischen Innenpolitik anscheinend auskannte und sich gerade eine mit der HDP in Zusammenhang stehende Jungendorganisation als Ziel suchte.<\/p><p>In den Medien hie&szlig; es jedenfalls unisono: Der IS t&ouml;tet auch in der T&uuml;rkei. <\/p><p><strong>Spekulationen um den Anschlag in Suru&ccedil;<\/strong><\/p><p>Erkl&auml;rungsmuster waren schnell gefunden: Die Bombe als Ausdruck des islamistischen Gr&ouml;&szlig;enwahns von ISIS, dessen erkl&auml;rtes Ziel ja die Eroberung von Konstantinopel und Rom ist. Rache an den verfeindeten Kurden, gegen die man in Nordsyrien &ndash; nicht nur in Kobane &ndash; erbittert k&auml;mpft. Ein Zeichen gegen die zu moderaten und damit ungl&auml;ubigen Sunniten in der T&uuml;rkei. Die der CHP nahestehende Tageszeitung <strong>Cumhurriyet<\/strong> zweifelt an der Version und fragt, warum der IS &ndash; der seine Gr&auml;ueltaten sonst immer &ouml;ffentlich feiert &ndash; diesmal keine Propaganda-Videos und Selbstpreisungen ins Netz stellt. <\/p><p>Es gibt noch weitere Gegenthesen, die allerdings nicht weniger reflexartig erscheinen als das offizielle Medienecho: die t&uuml;rkische Regierung &ndash; der HDP-Vorsitzende Selahattin Demirtas spricht sp&auml;ter von einem &bdquo;Gladio-Kommando&ldquo; unter dem direkten Befehl Erdo&#287;ans &ndash; habe den Anschlag geplant oder jedenfalls wissentlich nichts gegen ihn getan. Endlich habe die AKP einen Grund gefunden, um gegen das kurdische Unabh&auml;ngigkeitsprojekt &sbquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rojava\">Rojava<\/a>&lsquo;  in Nordsyrien vorzugehen, hei&szlig;t es in sozialen Netzwerken. Es sei doch klar: Als n&auml;chstes werde eine &bdquo;Sicherheitszone&ldquo; an der syrisch-t&uuml;rkischen Grenze eingerichtet, um damit die kurdischen Unabh&auml;ngigkeitsbestrebungen und den ISIS mit einem Schlag zu erledigen &ndash; eine Ma&szlig;nahme, die von t&uuml;rkischer Regierungsseite schon seit geraumer Zeit gefordert wird. Zwei Fliegen w&uuml;rden also mit einer Klappe geschlagen. <\/p><p>Andere &ndash; z.B. der Kolumnist der regierungsnahen Tageszeitung Sabah Mahmut &Ouml;v&uuml;r &ndash; tippen auf ausl&auml;ndische Kr&auml;fte, die verhindern wollten, dass die T&uuml;rkei ihre Position in der Region ausbauen k&ouml;nne. Wen er damit wohl meint &ndash; den Iran, Saudi-Arabien? Im Netz wird wild spekuliert: Stecken hinter all dem nicht vielleicht doch die Amerikaner? Schlie&szlig;lich wurde der Luftwaffenst&uuml;tzpunkt Incirlik f&uuml;r Kampfeins&auml;tze gegen den IS bislang von der t&uuml;rkischen Regierung nicht freigegeben &ndash; dabei liegt sie doch so nah an den milit&auml;rischen Zielen in Syrien. Die Verhandlungen seien &uuml;ber Monate nicht zum gew&uuml;nschten Ergebnis gekommen und die IS-Bombe auf t&uuml;rkischem Territorium w&auml;re die perfekte Rechtfertigung f&uuml;r Luftschl&auml;ge. Vielleicht sei ja alles ein im Pentagon geplanter Schachzug, damit das NATO-Mitglied T&uuml;rkei die Bodentruppen schickt, die f&uuml;r den Sieg gegen den IS so dringend geboten, f&uuml;r die im Westen aber innenpolitisch keiner den Hals hinhalten m&ouml;chte.<\/p><p>Als kritischer Beobachter verlor man sich in dieser Gemengelage schnell zwischen der als gesund empfundenen Skepsis gegen&uuml;ber vorschnellen Antworten und dem, wie Peter Scholl-Latour es gern ausdr&uuml;ckte, &bdquo;orientalischen Hang zu Verschw&ouml;rungstheorien&ldquo;. <\/p><p>&Ouml;ffnung von Incirlik, Anschl&auml;ge der PKK im ganzen Land, Debatte um eine Sicherheitszone in Nordsyrien, verhaltene internationale Kritik an den Bombardements, Massenverhaftungen, Luftschl&auml;ge in den Kandil-Bergen, das Scheitern der Koalitionsverhandlungen &ndash; was Ursache ist und was Wirkung &ndash; am Ende blieben vor allem Fragezeichen. Jeder zeigte ohnehin meist instinktiv auf den politischen Gegner, wenn es um die Suche nach Schuldigen ging. Dass es sich im Krieg in und um Syrien um einen der verworrensten und mit unterschiedlichsten Interessen aufgeladenen Konflikte der heutigen Zeit handelt, macht es nicht leichter, Antworten zu finden.<\/p><p><strong>Gezielte Provokation &agrave; la &bdquo;Wo eine Wille, da ein Weg&ldquo;? <\/strong><\/p><p>Parallel liefen die Sondierungsgespr&auml;che &uuml;ber eine Koalition zwischen AKP und CHP weiter. Als ausl&auml;ndischer Beobachter hoffte man darauf, dass sich die beiden Parteien doch bitte auf eine &bdquo;Gro&szlig;e Koalition&ldquo; einigen w&uuml;rden. Dass sie das gespaltene Land beruhigen, ja befrieden, und die aufgerissene Wunde der &bdquo;kurdischen Frage&ldquo; schnell verarzten w&uuml;rde, vielleicht sogar eine neue Verfassung auf den Weg bringen k&ouml;nnten. Die EU-Beitrittsbem&uuml;hungen neu diskutieren, die Beziehungen zu den (s&uuml;d-)&ouml;stlichen Nachbarn und zu Israel neujustieren, endlich die Zypern-Frage kl&auml;ren &ndash; all das waren die Hoffnungen nach dem Wahlausgang.<\/p><p>Doch die politische Option einer Koalitionsregierung ist nun von Tisch. Die Verhandlungen &uuml;ber eine Koalition wurden abgebrochen. Die AKP wollte nur eine &Uuml;bergangsl&ouml;sung bis zu Neuwahlen, die CHP aber eine langfristige, auf die gesamte Legislaturperiode angelegte Zusammenarbeit. Dazu inhaltliche Differenzen &uuml;ber Au&szlig;enpolitik und Bildung. Die Skepsis vieler t&uuml;rkischer W&auml;hler scheint sich nun zu bewahrheiten. <\/p><p>Durchaus lie&szlig;e sich eine Kausalkette aufbauen, die zum gefestigten Bild vom Despoten Erdo&#287;an passt, dem jedes Mittel zum Machterhalt recht ist. &bdquo;Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg&ldquo;, k&ouml;nnte von Anfang an die Devise des Kreises um den umstrittenen Staatspr&auml;sident gewesen sein. Selahattin Demirta&#351; von der HDP sprach wiederholt von einem &bdquo;Staat im Staate&ldquo;. <\/p><p>War Erdo&#287;ans Strategie, nach au&szlig;en ernsthaft verhandeln, doch im Geheimen z&uuml;ndeln? In der selbst angezettelten (oder &ndash; je nach Theorie &ndash; in Kauf genommenen) Krise die Schuld den Terroristen von PKK und ISIS in die Schuhe schieben &ndash; und selbst St&auml;rke beweisen. Seht her: kaum endet die Zeit der AKP-Regierung, schon kommt Chaos &uuml;ber das Land. So mancher W&auml;hler d&uuml;rfte sich in Zeiten innerer Konflikte nach den zur&uuml;ckliegenden Jahren der Stabilit&auml;t und relativer wirtschaftlicher Prosperit&auml;t unter AKP-Alleinherrschaft zur&uuml;cksehnen, so das m&ouml;gliche Kalk&uuml;l. Die Wahl vom 7. Juni als Ausrutscher, der durch Neuwahlen schnell korrigiert werden m&uuml;sse.<\/p><p>Doch warum die M&ouml;glichkeit einer L&ouml;sung f&uuml;r die &bdquo;kurdische Frage&ldquo; leichtfertig gef&auml;hrden? Ist das nicht ein Spiel mit dem Feuer &ndash; vor allem so kurz vor einer L&ouml;sung? Schlie&szlig;lich war der Wiederbeginn des Friedensprozesses mit der PKK unter Einbeziehung des inhaftierten Abdullah &Ouml;calan ein historischer Schritt, der dem damaligen Ministerpr&auml;sidenten Erdo&#287;an international gro&szlig;e Anerkennung bescherte. <\/p><p><strong>Viele Gr&uuml;nde die HDP wieder aus dem Parlament zu dr&auml;ngen<\/strong><\/p><p>Ob es sich dabei aber um einen Schritt aus &Uuml;berzeugung handelte? Ging es der AKP nur darum, die absolute Mehrheit auf Dauer zu sichern? Was nun im S&uuml;dosten der T&uuml;rkei passiert, sehen Oppositionelle als Reaktion auf die Abwanderung vieler kurdischer Stimmen von der AKP zur HDP: Wenn die Kurden die AKP f&uuml;r ihre Bem&uuml;hungen der letzten Jahre nicht mit mehr Stimmen belohnen und stattdessen den aufm&uuml;pfigen Selahattin Demirta&#351; unterst&uuml;tzen, dann sollen sie ruhig sp&uuml;ren, was es bedeutet, wenn die &bdquo;starke Hand&ldquo; des Staatsapparats sie nicht mehr sch&uuml;tzt. Au&szlig;erdem: Stell Dir vor, eine L&ouml;sung wird gefunden, w&uuml;rde man dann &uuml;berhaupt noch der AKP diesen historischen Erfolg zuschreiben &ndash; oder nicht vielmehr der fulminant ins Parlament katapultierten HDP? Viele Gr&uuml;nde, die Parlamentsneulinge so schnell wie m&ouml;glich wieder unter die 10 Prozent zu dr&uuml;cken.<\/p><p>Au&szlig;er der HDP gibt es dann ja auch noch die (Ultra-)Nationalisten der MHP. Mit einem harten Vorgehen gegen die PKK k&ouml;nnte man einige von ihnen bei Neuwahlen ja wieder ins AKP-Lager locken &ndash; denn auf Fundamentalopposition, wie sie der MHP-Vorsitzende Deniz Bah&ccedil;eli mit seinem Ausschluss aller Koalitionsoptionen anstrebt, haben viele W&auml;hler bestimmt keine Lust. Dann doch lieber eine Stimme mit Machtoption. <\/p><p>So plausibel diese Sichtweisen, die von fast allen westlichen Medien geteilt werden, auch erscheinen: Vielleicht sind sie zu schlicht, zu naheliegend. Vielleicht ist alles viel komplexer. Es gibt n&auml;mlich durchaus auch andere Stimmen: Wer kann schon ausschlie&szlig;en, dass es in den Kandil-Bergen genug PKK-K&auml;mpfer gibt, die generell allem, was von der t&uuml;rkischen Regierung kommt, nicht &uuml;ber den Weg trauen? Die mit dem Einzug der HDP ins t&uuml;rkische Parlament die kurdische Abspaltung von der T&uuml;rkei gef&auml;hrdet sehen, die diese K&auml;mpfer weiter verfolgen? Die vielleicht durch eine gezielte Eskalation die eigene Verhandlungsposition st&auml;rken wollen? Die das Momentum des kurdischen Nationalismus nutzen m&ouml;chten, um alte Vorurteile gegen&uuml;ber der Zentralregierung zu sch&uuml;ren? Schlie&szlig;lich musste auch bislang jedes Zugest&auml;ndnis von Ankara hart erk&auml;mpft werden und, siehe da, jetzt bombardiert diese Regierung wieder die Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei, statt gegen den eigentlichen Aggressor &ndash; den IS &ndash; vorzugehen. <\/p><p>Gut m&ouml;glich, dass es bei der PKK und ihren regionalen Verb&uuml;ndeten Strategen gibt, die ihren Traum von einem vereinten Kurdistan nicht aufgegeben haben und nun die Gunst der Stunde in &bdquo;Rojava&ldquo; nutzen m&ouml;chten. Die Vorw&uuml;rfe, dass Ankara islamistische B&uuml;rgerkriegsparteien, die sich sp&auml;ter dem IS anschlossen, bzw. den IS selbst gegen Baschar al-Assad freigiebig unterst&uuml;tzt oder jedenfalls lange Zeit unterst&uuml;tzt hat, stehen weiter im Raum. In welche Logiken und Interessen die PKK-F&uuml;hrung noch verwoben ist &ndash; und wie ernst man dort tats&auml;chlich noch das Wort des auf einer Insel vor Istanbul vom t&uuml;rkischen Geheimdienst streng bewachten Abdullah &Ouml;calan nimmt, der j&uuml;ngst die Niederlegung aller Waffen forderte &ndash; man wei&szlig; es nicht. Dass die PKK f&uuml;r ihre Finanzierung auf Drogen- und Waffenschmuggel zur&uuml;ckgreift, dass sie den &ndash; von der deutschen Regierung ausger&uuml;steten und ausgebildeten &ndash; Peschmerga n&auml;her stehen, als man das im Westen wahrnehmen m&ouml;chte, all das sind offene Geheimnisse. Die PKK ist weit mehr als ein Haufen von Freiheitsk&auml;mpfern f&uuml;r die legitimen Interessen eines unterdr&uuml;ckten Volks.<\/p><p>Und wer wei&szlig;, wer noch alles ein Interesse daran haben k&ouml;nnte, dass die T&uuml;rkei in den vertrauten und bew&auml;hrten AKP-H&auml;nden bleibt, dass die Investitionen gesichert bleiben und die T&uuml;rken weiter flei&szlig;ig konsumieren, dass es im Grenzgebiet ein wenig Chaos gibt. Oder: Dass der Konflikt in Syrien auf die T&uuml;rkei &uuml;berschwappt. Wenn Erdogan von Kr&auml;ften von au&szlig;en sprach, die das Land lenken und beherrschen wollen, wurde das stets bel&auml;chelt. Ist vielleicht doch etwas dran an seiner Paranoia? Man darf dabei nie vergessen: der Bosporus und die Dardanellen verbinden Russland mit dem Mittelmeer. Pipelines gehen quer durchs Land zwischen Orient und Okzident. Die T&uuml;rkei ist NATO-Mitglied &ndash; hat seine Handelsbeziehung nach dem Einfrieren der Gespr&auml;che &uuml;ber einen EU-Beitritt allerdings stark nach Zentralasien und in den arabischen Raum verlagert. Das Land hat Grenzen zu Griechenland, Bulgarien, Georgien, Armenien, Iran, Irak, Syrien. Ja, und da gibt es auch noch Zypern. <\/p><p>Gleichzeitig sehnt sich der wohl &uuml;berwiegende Teil der Menschen im S&uuml;dosten der T&uuml;rkei nach Jahrzehnten im Krieg nichts sehnlicher als Friede und Stabilit&auml;t &ndash; egal unter welcher Regierung. Wird ihnen eine neue Regierung dabei helfen?<\/p><p><strong>Kommen jetzt Neuwahlen?<\/strong><\/p><p>Nach dem Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit der HDP und dem erfolglosen Gespr&auml;ch mit der MHP am 17. August, sieht alles nach Neuwahlen aus. Selbst, wenn der Staatspr&auml;sident noch dem CHP-Vorsitzenden K&#305;l&#305;&ccedil;daro&#287;lu den Auftrag zur Regierungsbildung &uuml;bertragen sollte, er wird kaum einen Koalitionspartner finden k&ouml;nnen &ndash; bereits am Sonntag l&auml;uft die 45-Tage-Frist zur Bildung einer Regierung ab. Die gro&szlig;e Frage ist: Was sollen Neuwahlen bringen? <\/p><p>Eine Ausweitung der inneren Konflikte k&ouml;nnte der AKP in die H&auml;nde spielen. Man k&ouml;nnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits wirtschafts- und sicherheitsorientierte Kurden, die nach einem kurzen Ausflug ins &bdquo;linke HDP-Utopia&ldquo; von der Gewalt der PKK und dem &ouml;konomischen Abschwung abgeschreckt sind, wieder zur&uuml;ckgewinnen. Andererseits der MHP ein paar Stimmen abjagen, die sich stets und konsequent gegen jegliche Bem&uuml;hungen f&uuml;r einen t&uuml;rkisch-kurdischen Auss&ouml;hnungsprozess ausgesprochen hat. Ihren W&auml;hlern hat man ja jetzt gezeigt, dass man sich vor Angriffen gegen Kurdenrebellen nicht scheut. Sollte es gelingen, von beiden Zielgruppen nur wenige Prozent zur&uuml;ck ins AKP-Boot zu holen, w&auml;re die absolute Mehrheit wieder gesichert. Momentan fehlen ihr daf&uuml;r nur 18 Sitze. Sollte die HDP oder die MHP wieder unter die 10-Prozent-H&uuml;rde fallen &ndash; um so besser f&uuml;r die AKP.<\/p><p>Die HDP muss w&auml;hrenddessen einen Drahtseilakt vollziehen: Sich einerseits weiter als Verfechter der kurdischen Sache und Garant f&uuml;r den Friedensprozess pr&auml;sentieren, ohne sich jedoch in die N&auml;he der Gewalt der PKK zu bringen. Das w&uuml;rden ihr nicht nur die links-alternativen W&auml;hler im Westen der T&uuml;rkei kaum verzeihen &ndash; das w&auml;re auch ein gefundenes Fressen f&uuml;r diejenigen AKP-Funktion&auml;re, die ein Verbot der HDP wegen Unterst&uuml;tzung einer Terrororganisation fordern. Gelingt es ihr jedoch, vor allem &uuml;ber digitale Kan&auml;le, die Wechselstimmung in der Gesellschaft aufzusaugen und sich als echte und friedliche Alternative zu etablieren, die gleichzeitig die kurdische Sache nicht verr&auml;t, k&ouml;nnte sie am Ende der gro&szlig;e Gewinner sein.<\/p><p>Die CHP hat sich als kompromissbereite und verantwortungsvolle Partei dargestellt, die bereit ist, auch in schwierigen Zeiten und unter harten Bedingungen eine Koalition einzugehen. Sie d&uuml;rfte an Glaubw&uuml;rdigkeit gewonnen haben und darauf spekulieren, dass frustrierte Wechselw&auml;hler von der HDP wieder in die eigentliche politische Heimat zur&uuml;ckkehren. Ob das ohne ernsthafte Verj&uuml;ngungskur klappen kann, ist jedoch ungewiss. Sie br&auml;uchte vor allem auch Stimmen anderer Parteien. Doch zu viele Stammw&auml;hler hat die AKP vor allem in l&auml;ndlichen Regionen. Es gibt ganze Landstriche, in denen die CHP gar keine Rolle spielt. Vielleicht kann sie aber einige MHP-W&auml;hler, denen die rassistischen Ausuferungen manche Abgeordneter dann doch zu brutal waren, zur&uuml;ck ins Lager der Partei des &bdquo;Vaters der T&uuml;rken&ldquo;, Mustafa Kemal Atat&uuml;rk, zur&uuml;ckholen. Eine Koalition mit der HDP, eine Art t&uuml;rkisches &bdquo;Rot-Gr&uuml;n&ldquo;, k&ouml;nnte die rebellierende, akademische Jugend mit der sozialdemokratischen Partei ihrer Elterngeneration vers&ouml;hnen &ndash; aber genauso an Eitelkeiten, Vorurteilen oder an der erforderlichen Sitzmehrheit scheitern. Die CHP m&uuml;sste sich f&uuml;r einen Friedensprozess mit den Kurden auch noch ein wenig mehr mit der eigenen Geschichte auseinander setzen.<\/p><p>Und die MHP wird weiter ihre ideologisch-treuen Stammw&auml;hler und einige Protestw&auml;hler mobilisieren k&ouml;nnen. Mit Protesten gegen angebliche Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung gegen Uiguren konnte sie ihre auf Rasse basierende Ideologie im Fastenmonat Ramadan gewinnbringend unter die Leute bringen. Je mehr Gewalt von Seiten der PKK kommt, desto mehr d&uuml;rfte sich die MHP als einziger echter Gegner des Friedensprozesses in Stellung bringen. Dann m&uuml;sste die AKP vielleicht mehr in die Waagschale werfen, um die Nationalisten beim n&auml;chsten Mal zu einer Koalition zu bewegen. Die MHP bleibt unberechenbar.<\/p><p>Es kommt jetzt darauf an, wer an welchen F&auml;den zieht und was in den n&auml;chsten Monaten, auch geopolitisch, passiert. Man darf sich im Wahlkampf sicherlich auf einiges gefasst machen. Dass sich die t&uuml;rkischen W&auml;hler nicht als blo&szlig;es Stimmvieh sehen und den Machtphantasien ihres Staatsoberhaupts durchaus skeptisch gegen&uuml;ber stehen, haben bereits die Wahlen im Juni gezeigt. Es gibt &ndash; anders als in vielen anderen L&auml;ndern der Region &ndash; eine gefestigte, gut informierte Zivilgesellschaft und &ndash; jedenfalls &uuml;ber das Internet &ndash; Zugang zu alternativen Medien. Viel wird auch davon abh&auml;ngen, wie sich die t&uuml;rkische Regierung nun in den Kampf gegen den IS einbringt &ndash; und wie die internationalen Partner und die eigenen B&uuml;rger hierauf reagieren.<\/p><p>Geht am Ende gar das Kalk&uuml;l der AKP auf und schafft sie es im zweiten Anlauf wieder zu absoluten Mehrheit? Bislang scheint sie aus dem letzten Wahlergebnis nicht viel gelernt zu haben. Rhetorik und Personal sind gleich. Doch ihre Wahlkampfstrategie ist noch v&ouml;llig offen. Nun wird &uuml;ber einen gro&szlig;en Parteikongress vor den Neuwahlen spekuliert &ndash; dieser k&ouml;nnte den Parteivorsitzenden Davuto&#287;lu entweder (auch gegen&uuml;ber Erdo&#287;an) st&auml;rken oder ihm den Anspruch auf das Amt des Ministerpr&auml;sidenten streitig machen. <\/p><p>Es gilt zu kl&auml;ren: Will die AKP die Politik der harten Hand und wirtschaftlichen Offenheit der letzten Jahre fortsetzen? Dann wird sie auch erkl&auml;ren m&uuml;ssen, was sie sich unter dem angek&uuml;ndigten &bdquo;Pr&auml;sidialsystem&ldquo; eigentlich genau vorstellt: Autoritarismus durch Gesetz &ndash; oder eher eine Kopie des franz&ouml;sischen oder demokratischen Modells mit starkem Staatsoberhaupt? Gar ein wenig F&ouml;deralismus?<\/p><p>Und was passiert, das ist die spannende Frage, wenn alle Taktiererei nichts bringt und sich am Stimmungsbild nichts &auml;ndert? Wenn es misslingt, so lange zu w&auml;hlen, bis das Ergebnis passt? Rebelliert die AKP dann gegen den Patriarchen? Tritt er gar zur&uuml;ck? Vielleicht klappt&rsquo;s ja dann aber auch mit der Gro&szlig;en Koalition. Die ausl&auml;ndischen Beobachter w&uuml;rde es freuen, w&uuml;rde es doch in ihr beschr&auml;nktes Verst&auml;ndnis von demokratischer Evolution passen &ndash; und die Investitionen und Absatzm&auml;rkte beim NATO-Partner auf Dauer sichern.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] Ralf Hoffmann ist freier Autor. Er lebt und schreibt in Istanbul.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Option einer &bdquo;Gro&szlig;en Koalition&ldquo; in der T&uuml;rkei ist vom Tisch. W&auml;hrend der amtierende Ministerpr&auml;sident Davuto&#287;lu hierf&uuml;r inhaltliche Unterschiede in der Au&szlig;en- und Bildungspolitik verantwortlich macht, hei&szlig;t es aus der Opposition, dass sich Staatspr&auml;sident Erdo&#287;an quergestellt habe: Er strebe weiterhin eine AKP-Alleinherrschaft und die Einf&uuml;hrung eines Pr&auml;sidialsystems mit ihm als starkem Mann an der Spitze<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27244\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[20,11,166,190],"tags":[1528,1276,999,1202,1529,835,1530,950],"class_list":["post-27244","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-landerberichte","category-strategien-der-meinungsmache","category-terrorismus","category-wahlen","tag-akp","tag-attentat","tag-erdogan-recep-tayyip","tag-isis","tag-kurden","tag-nationalismus","tag-pkk","tag-tuerkei"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27244"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27260,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27244\/revisions\/27260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}