{"id":2726,"date":"2007-10-28T14:41:37","date_gmt":"2007-10-28T12:41:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2726"},"modified":"2015-12-13T18:25:52","modified_gmt":"2015-12-13T17:25:52","slug":"kurswechsel-der-spd-linksruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2726","title":{"rendered":"Kurswechsel der SPD? Linksruck?"},"content":{"rendered":"<p>Der Innenpolitikchef der S&uuml;ddeutschen Zeitung attestiert der SPD in einem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/meinung\/409\/140114\/\">Kommentar &uuml;ber den SPD-Parteitag<\/a> einen Kurswechsel. &bdquo;Die Beck-SPD des neuen Programms ist eine andere SPD als die Agenda-SPD, &hellip;&ldquo;. Ich gebe zu, dass ich das gerne glauben w&uuml;rde, aber ich kann es leider nicht nachvollziehen. Nicht nur, weil Beck selbst das f&uuml;r &bdquo;haneb&uuml;chen&ldquo; h&auml;lt. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nZun&auml;chst: Eine Kurskorrektur der SPD w&auml;re schon um der Pflege unserer Demokratie willen notwendig. Wenn die beiden gro&szlig;en Parteien sich so &auml;hneln wie CDU\/CSU und SPD in den letzten Jahren, dann gibt es keine mehrheitsf&auml;hige linke Alternative. Und die Leute wenden sich ab in die politische Enthaltung. Eine den neoliberalen Grundlinien der Union angepasste SPD ist &uuml;berfl&uuml;ssig, weil es das Original schon gibt.<\/p><p>Mit dieser Begr&uuml;ndung eng verflochten ist eine erg&auml;nzende: Die Mehrheit unseres Volkes f&uuml;hlt sich heute von keiner der gro&szlig;en Parteien mehr repr&auml;sentiert. Die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze einschlie&szlig;lich der Attit&uuml;de des Umgangs mit den Betroffenen sind Symbole dieser Distanz zwischen politisch Handelnden und den von den Entscheidungen Betroffenen. Die politisch Handelnden f&uuml;hlen sich als Subjekte, die die Objekte (das betroffene Volk) &bdquo;fordern&ldquo; oder &bdquo;f&ouml;rdern&ldquo; k&ouml;nnen (&bdquo;objektiv notwendig&ldquo;, &bdquo;alternativlos&ldquo;, so die st&auml;ndigen Behauptungen von Schr&ouml;der) Und die oben Handelnden merken schon gar nicht mehr, dass sie eine grundlegende Distanz zwischen sich und den Betroffenen, die ja zugleich W&auml;hlerinnen und W&auml;hler sind, schaffen.<\/p><p>Ein Kurswechsel h&auml;tte also als erstes diesen herablassenden Umgang mit den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern korrigieren m&uuml;ssen. Davon kann keine Rede sein. Auf dem Parteitag wurde genau dieses Denken &bdquo;Wir sind hier und ihr seid dort, vielleicht m&uuml;ssen wir euch ein bisschen mehr f&ouml;rdern als fordern, aber Objekte bleibt ihr.&ldquo; beibehalten. &Uuml;brigens: Wer auf die erkennbaren W&uuml;nsche der Menschen eingeht, wird mit dem Etikett &bdquo;Populist&ldquo; abgestempelt und stigmatisiert.<\/p><p>Wie absurd dieses Denken ist, kann man an einem der Hauptstreitpunkte klarmachen: der Debatte um die Verl&auml;ngerung von ALG1 und damit dem Umgang mit der Arbeitslosenversicherung. Eine partnerschaftlicher, demokratischer Umgang mit dem Volk w&uuml;rde verlangen, dass man endlich anerkennt, dass die Mehrheit der Menschen bisher davon ausging, mit ihren Arbeitslosenversicherungsbeitr&auml;gen eine Versicherung abzuschlie&szlig;en, die Grundlagen f&uuml;r diese Versicherung mit den Beitr&auml;gen selbst zu leisten und eben nicht Almosenempf&auml;nger des Staates zu sein. Dieses Verst&auml;ndnis von Arbeitslosenversicherung verbietet den mit Hartz IV &uuml;blich gewordenen Umgang mit den Betroffenen. Es verbietet die &uuml;blich gewordene Attit&uuml;de, jeder arbeitslos gewordene oder potentielle werdende sei ein Dr&uuml;ckeberger, auf den man nur geh&ouml;rig Druck aus&uuml;ben m&uuml;sse, und, wenn er trotzdem nicht in Arbeit komme, ein Abzocker. Es w&uuml;rde verlangen, das Vertrauen darin, eine solidarische Arbeitslosenversicherung zu haben, f&uuml;r alle Altersstufen wiederherzustellen. Das ist auf dem Parteitag nicht gefordert und nicht beschlossen worden. Damit bin ich bei einem ersten Kriterium f&uuml;r die Diagnose eines Kurswechsels: die Abkehr von wichtigen Elementen der Agenda 2010.<br>\nObwohl der Vorschlag Becks einer minimalen Verl&auml;ngerung des Arbeitslosengeldes wochenlang die Schlagzeilen bestimmte, wurde auf dem Parteitag ohne Aussprache dar&uuml;ber abgestimmt. Auch die Gegner meldeten sich nicht zu Wort. Warum wohl?<br>\nEine Diskussion dieses Themas schien zu gef&auml;hrlich. W&auml;re doch dabei &ouml;ffentlich geworden, dass Teile der SPD die Hartz-Reformen nach wie vor heftig kritisieren.<br>\nUnd dabei w&auml;re vielleicht deutlich geworden, dass hinter der Annahme des Beck&rsquo;schen Vorschlags tats&auml;chlich ein kritisches Potential in der SPD gegen die Agenda-Politik besteht. Wie durch den Coup mit der Neuwahlentscheidung hat die Parteitagsregie ein weiteres Mal eine Diskussion dar&uuml;ber oder eine kritische Analyse verweigert. <\/p><p>Eine wirkliche Kurskorrektur m&uuml;sste aus meiner Sicht auf sachlich berechtigte W&uuml;nsche und Vorstellungen der Menschen eingehen und praktische Konsequenzen haben. Was das praktisch hei&szlig;t, liegt auf dem Tisch:<\/p><ol>\n<li>Die Mehrheit der Menschen will solidarische L&ouml;sungen f&uuml;r das Zusammenleben, f&uuml;r die Absicherung der Risiken, alt zu werden, pflegebed&uuml;rftig zu werden, arbeitslos zu werden, krank zu werden. Die Mehrheit will mehr Gerechtigkeit. Wenn Beck von der &bdquo;solidarischen Mehrheit&ldquo; spricht, dann signalisiert er, dass er dies verstanden hat. Aber das m&uuml;sste mehr Konsequenzen haben als die minimale Verl&auml;ngerung des ALG1 und die Forderung nach einem Mindestlohn, so vern&uuml;nftig beides auch ist. Die SPD m&uuml;sste klar erkl&auml;ren, dass sie das Vertrauen in die Arbeitslosenversicherung (siehe oben) und auch das Vertrauen in die gesetzliche Rente wieder herstellen will. Sie ist von Letzterem meilenweit entfernt. Gerade Franz M&uuml;ntefering ist einer der Hauptprotagonisten f&uuml;r den Ausbau der Privatvorsorge z.B. durch die Riester-Rente und damit faktisch f&uuml;r die Entlassung eines Gro&szlig;teils der Menschen in die Altersarmut &ndash; jenes Teils n&auml;mlich, die sich angesichts ihrer Einkommensverh&auml;ltnisse weder R&uuml;rup-Rente noch Riester-Rente leisten k&ouml;nnen, und dem der SPD-Arbeits- und Sozialminister und die gesamte Koalition wie schon Rot-gr&uuml;n zumutet, mit Lohnsteuer und Mehrwertsteuer die Subventionen f&uuml;r die Privatvorsorge der etwas Besserverdienenden zu bezahlen &ndash; denn sie sind die eigentlichen Gewinner der Riester-Rente. &ndash; Das ist das Gegenteil von solidarischer L&ouml;sung oder solidarischer Mehrheit. W&uuml;rde man sarkastisch sein, k&ouml;nnte man sogar erkl&auml;ren, dass hier doch eine solidarische Mehrheit herangezogen wird, n&auml;mlich die der finanziell Minderbemittelten f&uuml;r die finanziell Bessergestellten. Nach wie vor hat nur ein Drittel, n&auml;mlich 9 von knapp 27 Millionen sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigten, einen Riestervertrag abgeschlossen. Die knapp 7 Millionen Arbeitslose und Hartz-IV-Aufstocker oder die Billigjobber und die meisten Leiharbeiter k&ouml;nnen an eine private Alterssicherung gar nicht denken.\n<p>Wie wichtig es f&uuml;r das Handlungsverm&ouml;gen der SPD in der Koalition w&auml;re, die oben skizzierte Pr&auml;ferenz f&uuml;r solidarische Absicherung wieder zu entdecken, wird jetzt prompt am neuen Vorsto&szlig; des CSU-Bundeswirtschaftsministers Glos erkennbar. Er schl&auml;gt vor, statt der Verl&auml;ngerung von ALG1 f&uuml;r die &Auml;lteren eine private Zusatzversicherung anzubieten. Das ist nichts weiter als die Analogie zur Riester-Rente. Glos und M&uuml;ntefering sind Br&uuml;der im Geist. Wie will die SPD den Affront von Glos gegen ihren gerade entschiedenen Vorsto&szlig; f&uuml;r die Verl&auml;ngerung des ALG1 abwehren, wenn sie sich nicht grunds&auml;tzlich f&uuml;r die solidarische Absicherung und damit f&uuml;r die Wiederbelebung der gesetzlichen Rente statt der privaten Vorsorgemodelle entscheidet? Ich kann es auch personalisieren: Wenn der Kurswechsel glaubhaft sein sollte, dann m&uuml;sste die SPD Franz M&uuml;ntefering aus dem Kabinett abziehen.<\/p><\/li>\n<li>Die Mehrheit misst dem Staat eine wichtige Verantwortung und Aufgabe bei der Daseinsvorsorge zu und ist skeptisch gegen&uuml;ber Privatisierungen. Das gilt f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Verkehr wie auch f&uuml;r Wasserversorgung, f&uuml;r Schulen und Universit&auml;ten und so weiter. Dass die gro&szlig;e Mehrheit so denkt, ergeben Umfragen immer wieder. Das zieht sich von einer Umfrage zur Einstellung zum Sozialstaat, die wir im Kanzleramt in den siebziger Jahren veranlasst haben, &uuml;ber die Umfrage von Allensbach im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft und der dann gegr&uuml;ndeten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft von 1999 bis zu den aktuellen Umfragen &uuml;ber die Privatisierung der Bahn. Die Mehrheit der Menschen h&auml;lt die Rolle des Staates f&uuml;r sehr wichtig und betrachtet die Privatisierungen von Leistungen der Daseinsvorsorge &auml;u&szlig;erst skeptisch.\n<p>Der Parteitag der SPD w&auml;re eine gute Gelegenheit gewesen, bei diesem Thema eine deutliche Kurskorrektur zu beschlie&szlig;en. Die Mehrheit ist gegen den B&ouml;rsengang der Bahn, die Verantwortlichen im Deutschen Bundestag und auch in der Regierung k&ouml;nnen den B&ouml;rsengang sachlich nicht begr&uuml;nden, der Verkehrsminister sagt &ouml;ffentlich die Unwahrheit, wenn er wie auch am Samstag behauptet, ohne B&ouml;rsengang k&ouml;nne die Bahn nicht mit dem notwendigen Kapital ausgestattet werden, der f&uuml;r diese Fragen zust&auml;ndige CDU-Abgeordnete K&ouml;nigshofen erkl&auml;rt im Deutschen Bundestag offen: &bdquo;Man fragt sich, warum wir das tun.&ldquo;<br>\nHier h&auml;tte es auch in der Koalition keinen einseitigen Konflikt zwischen den Parteien gegeben, sondern einen Konflikt zwischen jenen, die das Vern&uuml;nftige und von der Mehrheit der Menschen Gew&uuml;nschte tun &ndash; die Bahn nicht zu privatisieren -, und jenen, die mit gro&szlig;en Interessen derer verbunden sind, die an der Privatisierung und am Privatisierungsvorgang Millionen verdienen wollen. Beck h&auml;tte hier die Gelegenheit gehabt, sich als K&auml;mpfer gegen die politische Korruption gr&ouml;&szlig;ten Stils und als Wahrer des Volksverm&ouml;gens zu profilieren. (Siehe dazu meine Rede <a href=\"?p=2727\">&bdquo;Machtwahn: die wirkliche Korruption sieht ganz anders aus&ldquo;<\/a>) Und was geschah: der neue Vorsitzende intervenierte zu Gunsten der Abzocker und opferte f&uuml;r diese gro&szlig;en Interessen seine erste Vertrauensfrage. F&uuml;r diesen Zweck! Unvorstellbar und alles andere als ein Kurswechsel. Es ist die Fortsetzung des Schr&ouml;derschen Kurses der Beg&uuml;nstigung der internationalen Finanzindustrie, der von Merkel voll mitgetragen wird.<br>\nZum Kurswechsel auf diesem Feld h&auml;tte auch geh&ouml;rt, die Korrektur aller sonstigen Beg&uuml;nstigungen der Heuschrecken zu fordern: an erster Stelle die Steuerbefreiung der Gewinne bei Verk&auml;ufen von Unternehmen und Unternehmensteilen. Zum Kurswechsel h&auml;tte geh&ouml;rt, den wortreichen Klagen von Franz M&uuml;ntefering vom April und Mai 2005 &uuml;ber die Heuschrecken endlich auch Taten folgen zu lassen. Weil hier nichts geschieht und auch M&uuml;ntefering selbst keinen Vorsto&szlig; in diese Richtung macht, wird immer deutlicher, dass sein Klagen von 2005 reine Stimmungsmache war. Nichts geschieht, obwohl wir hier klare Handlungsfreiheit h&auml;tten.<\/p><\/li>\n<li>Stattdessen &ndash; und damit bin ich bei einem dritten Kriterium f&uuml;r einen Kurswechsel, das wir hier in den NachDenkSeiten schon mehrmals genannt haben: ein solcher Kurswechsel ist nur glaubhaft, wenn er wenigstens ansatzweise seinen Niederschlag in den Personalvorschl&auml;gen und den dann folgenden Wahlen findet. Mit Steinmeier und Steinbr&uuml;ck als stellvertretende Vorsitzende und mit Barbara Hendricks als Schatzmeisterin ist das Gegenteil eines Kurswechsels vorbestimmt. Andrea Nahles ist als einzige Linke viel zu schwach und auch schon &bdquo;gewendet&ldquo;, um dieser geballten Front rechter und neoliberal gepr&auml;gter Personen in der engen F&uuml;hrung Paroli bieten zu k&ouml;nnen. Beck hat damit auch in der Parteispitze eine eindeutig neoliberal gepr&auml;gte Mehrheit verankert. Die SPD-Riege in der Bundesregierung ist sowieso schon so gepr&auml;gt: au&szlig;er der nicht dazugeh&ouml;renden Heidi Wieczorek-Zeul nur Rechte: M&uuml;ntefering, Steinbr&uuml;ck, Steinmeier, Gabriel, Tiefensee. &ndash; Wenn der Parteivorsitzende einen Kurswechsel gewollt h&auml;tte, h&auml;tte er in der Parteispitze ein Gegengewicht schaffen m&uuml;ssen. Das ist nicht geschehen und wird nachhaltige Folgen f&uuml;r den Mangel an Umsetzung dessen haben, was auf dem Parteitag an progressiveren Beschl&uuml;ssen gefasst worden ist.<\/li>\n<li>Das vierte Signal f&uuml;r einen Kurswechsel h&auml;tte ein klares Bekenntnis zur besch&auml;ftigungspolitischen Verantwortung und damit zur verst&auml;rkten Anwendung makro&ouml;konomischer Politik sein m&uuml;ssen. Stattdessen feierten die f&uuml;hrenden Sozialdemokraten den angeblichen Erfolg der Agendapolitik beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Die Reformpolitik hat nahezu nichts dazu beigetragen. Und was schlimmer ist: der kleine Aufschwung ist schon wieder am Verdursten, weil die Konsumnachfrage enorm schw&auml;chelt. Die Sozialdemokraten haben &ndash; auch repr&auml;sentiert durch Steinbr&uuml;ck und M&uuml;ntefering &ndash; massiv zu diesem Unheil beigetragen. Sie haben sowohl die Mehrwertsteuererh&ouml;hung um drei Punkte als auch die massive Sparf&ouml;rderung und damit Konsumbeschneidung durch F&ouml;rderung der Privatvorsorge ma&szlig;geblich zu verantworten. Kurskorrektur h&auml;tte bedeuten m&uuml;ssen, sich von den angebots&ouml;konomischen Theorien der Herrschenden wenigstens ein St&uuml;ck weit zu l&ouml;sen, sich guter sozialdemokratischer Tradition in der Besch&auml;ftigungspolitik zu besinnen und einen modernen Mix aller m&ouml;glichen wirtschaftspolitischen Instrumente zu fordern und umzusetzen. Kurskorrektur h&auml;tte verlangt, mehr Kompetenz zu zeigen. Das w&auml;re auch n&ouml;tig, weil die weitere konjunkturelle Entwicklung ausgesprochen labil ist. Eine rechtzeitig eingeleitete, sachlich richtige, makro&ouml;konomische Politik h&auml;tte der SPD hohe Sympathien bei allen verschafft, die unter dem Mangel an Binnennachfrage leiden. Das sind nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch ein gro&szlig;er Teil des Mittelstands im Einzelhandel, im Handwerk und bei den f&uuml;r den Binnenmarkt produzierenden Gewerben und Industriebetrieben. Auf die Schw&auml;chen der Binnenkonjunktur mit makro&ouml;konomischer Kompetenz zu antworten, w&auml;re eine tolle Chance gewesen. Klar verpasst. Von wegen Kurswechsel.\n<p>Ein glaubhafter Kurswechsel h&auml;tte &uuml;brigens auch verlangt, dass die SPD endlich damit aufh&ouml;rt, Minijobs und Leiharbeit als L&ouml;sungen arbeitsmarktpolitischer Probleme anzupreisen. Ich vermisse ein Programm zur Stabilisierung der gesicherten Normalarbeitsverh&auml;ltnisse.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Gegen einen Kurswechsel und eine Abkehr von der Agenda 2010 wird h&auml;ufig und sogar von so genannten Linken eingewandt, unser Gestaltungsspielraum gehe wegen der Globalisierung gegen null. An vielen praktischen Beispielen der Politik kann man zeigen, dass dies nicht stimmt. Die Beispiele sind teilweise schon genannt: Privatvorsorge ist keine L&ouml;sung f&uuml;r die Mehrheit und deshalb nicht sinnvoll, die Steuerbefreiung der Gewinne der Heuschrecken ist nicht n&ouml;tig, dass ungerechte Elterngeld statt des Erziehungsgelds war nicht n&ouml;tig, die Abkehr von der Privatisierung als Ideologie w&uuml;rde nichts kosten und w&auml;re m&ouml;glich, die Wiederentdeckung einer kompetenten Makropolitik ist nicht verboten, und so weiter. Lauter Freir&auml;ume zur Gestaltung. Davon h&auml;tte ich gerne mehr auf diesem Parteitag geh&ouml;rt. Denn die Frage der Gestaltungsfreiheit ist eine zentrale Frage.<\/p><p>Es gab eine Reihe guter Formeln bei diesem Parteitag: &bdquo;Das soziale Deutschland&ldquo;, &bdquo;Solidarische Mehrheit&ldquo;, &bdquo;Gute Arbeit&ldquo; &ndash; diese Formeln praktisch aufzuf&uuml;llen, verlangt die Nutzung der Freir&auml;ume zur Gestaltung. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Innenpolitikchef der S&uuml;ddeutschen Zeitung attestiert der SPD in einem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/meinung\/409\/140114\/\">Kommentar &uuml;ber den SPD-Parteitag<\/a> einen Kurswechsel. &bdquo;Die Beck-SPD des neuen Programms ist eine andere SPD als die Agenda-SPD, &hellip;&ldquo;. Ich gebe zu, dass ich das gerne glauben w&uuml;rde, aber ich kann es leider nicht nachvollziehen. 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