{"id":27300,"date":"2015-08-24T09:25:57","date_gmt":"2015-08-24T07:25:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27300"},"modified":"2018-11-29T10:14:42","modified_gmt":"2018-11-29T09:14:42","slug":"uebertreibung-ist-eine-beliebte-methode-5-der-meinungsmanipulation-hier-dargestellt-am-umgang-der-hiwis-hebel-fr-und-horn-imk-mit-sahra-wagenknecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27300","title":{"rendered":"\u00dcbertreibung ist eine beliebte Methode (5) der Meinungsmanipulation  &#8211; hier dargestellt am Umgang der Hiwi\u2019s Hebel (FR) und Horn (IMK) mit Sahra Wagenknecht"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Desaster in Griechenland und der ins Auge springenden Missachtung von Mehrheitsentscheidungen des Volkes g&auml;be es gute Gr&uuml;nde, dar&uuml;ber nachzudenken und sachlich zu besprechen, ob die Euro-Konstruktion f&uuml;r alle Euro-L&auml;nder in der jetzigen Situation durchzuhalten ist. Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht haben neben anderen in den letzten Tagen den Versuch gemacht, die im wahren Sinn des Wortes Not-wendige Diskussion dazu anzusto&szlig;en. Ihr Versuch wird vom Redakteur der Frankfurter Rundschau Stephan Hebel und vom Chef des gewerkschaftsnahen Instituts IMK gekontert &ndash; mit der typischen Methode der &Uuml;bertreibung &bdquo;Reaktion&auml;r, nicht links&rdquo; titelt Hebel in <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/aktuelle-kommentare\/euro-reaktionaer--nicht-links,30085308,31528732.html\">einem Kommentar<\/a> vom 21. August. Und Gustav Horn, der Leiter des arbeitnehmernahen Instituts IMK schrieb via Twitter: &bdquo;F&uuml;r mich ist das: Sozialnationalismus.&ldquo; Das soll offensichtlich an &bdquo;Nationalsozialismus&ldquo; erinnern. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><p><strong>Die Diskussion &uuml;ber die Schl&uuml;sse, die man aus dem Vorgang Griechenland und insbesondere aus der Tatsache, dass offensichtlich Wahlen keinerlei Bedeutung f&uuml;r die politische Gestaltung haben, ziehen will und kann, ist wichtig.<\/strong><\/p><p>Sahra Wagenknecht meint in &Auml;u&szlig;erungen, die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Finanzkrise-in-Europa\/!5225313\/\">am 21. August von der TAZ<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article145454656\/Sahra-Wagenknecht-stellt-den-Euro-infrage.html?config=print#\">von der &bdquo;Welt&ldquo;<\/a> zitiert werden, zum Beispiel,<\/p><ul>\n<li>Ein Papier der Chefs von f&uuml;nf EU-Institutionen zeige, wohin die Reise gehen soll. Alles deutet darauf hin, dass es immer mehr Integrationsschritte gibt, die jede nationale Souver&auml;nit&auml;t erledigen. W&ouml;rtlich: wenn in Zukunft die Haushalts-und sogar die Lohnpolitik in den Mitgliedsstaaten von EU-Technokraten gesteuert werden soll, dann gibt es letztlich keinen Raum mehr f&uuml;r demokratische Entscheidungen, und die Ergebnisse von Wahlen werden so irrelevant, wie wir das gerade in Griechenland erleben.&ldquo;<\/li>\n<li>Die W&auml;hrungsunion verenge die Spielr&auml;ume der einzelnen Regierungen bis zur Handlungsunf&auml;higkeit, das sei eine europaweite Abschaffung der Demokratie durch die Hintert&uuml;r. Und deshalb m&uuml;sse die Linke &bdquo;eine Debatte dar&uuml;ber f&uuml;hren, ob sie sich dieser Logik weiterhin ausliefern will oder sich lieber f&uuml;r ein anderes Finanz-und W&auml;hrungssystem stark macht.&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p>Bei Wagenknecht wie auch bei Lafontaine &ndash; zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/08-22\/001.php\">hier junge Welt vom 22. August<\/a> &ndash; spielt die Sorge um die weitgehende Deindustrialisierung in den L&auml;ndern, die unter den herrschenden w&auml;hrungspolitischen Regeln, die Konkurrenz nicht bestehen k&ouml;nnen, eine gro&szlig;e Rolle. Diese Sorge kann ich aus eigener Erfahrung mit der wirtschaftlichen Entwicklung im West-Balkan sehr gut verstehen.<\/p><p>Au&szlig;erdem spielt bei beiden eine Rolle, dass sie sich Gedanken &uuml;ber die <strong>k&uuml;nftige<\/strong> Entwicklung und &uuml;ber <strong>k&uuml;nftige<\/strong> politische Spielr&auml;ume machen. Sie haben die Sorge, dass es unter den herrschenden Umst&auml;nden &ndash; gemeinsamer W&auml;hrungsraum mit gro&szlig;en Ungleichgewichten in der Wettbewerbsf&auml;higkeit &ndash; keinen Gestaltungsspielraum f&uuml;r die einzelnen politischen Einheiten gibt. Auf die M&ouml;glichkeit zur Gestaltung der eigenen Verh&auml;ltnisse zu achten hat mit Nationalismus und mit reaktion&auml;ren Denken nichts zu tun. Nirgendwo steht geschrieben, dass alle V&ouml;lker zum Beispiel den Privatisierungswahn mitmachen sollen und m&uuml;ssen; nirgendwo steht geschrieben, dass es einem Volk nicht m&ouml;glich sein soll, zum Beispiel solidarische L&ouml;sungen der Altersvorsorge der Privatvorsorge vorzuziehen, zumal sich zum Beispiel bei uns erwiesen hat, dass das Umlageverfahren der gesetzlichen Rente effizienter arbeitet als die Privatvorsorge. Wenn man auf eine solche eigene Gestaltungskraft dr&auml;ngt und pocht, dann hat das nichts mit Nationalismus zu tun.<\/p><p>&Uuml;ber alle diese Fragen muss man doch sprechen k&ouml;nnen, ohne dass gleich Etiketten verteilt werden. In der Tat ist eine solche Diskussion innerhalb und am Rande der Linkspartei zustande gekommen. Eine Debatte, die &uuml;brigens in der &bdquo;Welt&ldquo; in dem oben verlinkten Artikel von G&uuml;nther Lachmann gut zusammengefasst worden ist.<\/p><p>Auf den NachDenkSeiten haben wir in den letzten Tagen immer wieder auf einzelne Artikel hingewiesen, so auch am vergangenen Freitag auf Artikel, die auch heute eine Rolle spielen.<\/p><p><strong>Der Kommentator der Frankfurter Rundschau, Stephan Hebel, und der Chef des IMK, Gustav Horn greifen trotz der Notwendigkeit und M&ouml;glichkeit einer sachlichen Diskussion auf die Methode der &Uuml;bertreibung zum Zwecke der Diffamierung zur&uuml;ck.<\/strong><\/p><p>In der deutschen Geschichte spielte die &Uuml;bertreibung als Methode der Propaganda immer wieder eine gro&szlig;e Rolle.* Dr. Gei&szlig;ler (CDU) war ein Meister der Diffamierung durch &Uuml;bertreibung: er nannte die SPD die f&uuml;nfte Kolonne Moskaus. Siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/F%C3%BCnfte_Kolonne\">hier<\/a> und ein &Uuml;bersichtsartikel im &bdquo;Spiegel&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13514192.html\">hier<\/a> (Diesen zu lesen h&auml;tte m&ouml;glicherweise eine therapeutische Wirkung f&uuml;r alle modernen Gei&szlig;ler-Fans.)<\/p><p><em>* Nachtrag vom 8.7.2016: Der erste Satz des vorigen Absatzes wurde leicht ver&auml;ndert. <\/em><\/p><p>Gei&szlig;ler nahm sich auch die Pazifisten vor. Der Pazifismus habe Auschwitz erst m&ouml;glich gemacht. Siehe <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-14017903.html\">hier<\/a>. <\/p><p>Das waren zwei Beispiele zum Beleg der Methode &Uuml;bertreibung. Die Methode wird von vielen angewandt. Gei&szlig;ler ist nur ein herausragender Vorg&auml;nger von Hebel und Horn.<\/p><p><strong>Die stigmatisierende Etikettenverteilung von Hebel und Horn ist Teil einer 2014 voll angelaufenen Kampagne. Wenn man kritische, fortschrittliche Menschen und Politiker richtig stigmatisieren will, dann muss man sie rechten Gedankenguts zeihen. Die daf&uuml;r erfundene Formel: Querfront.<\/strong><\/p><p>Hebel und Horn haben sich in diese Kampagne eingebaut. Deshalb werden sie in der &Uuml;berschrift dieses Artikels als &bdquo;Hiwis&ldquo;, als Hilfswillige, bezeichnet. Ich lege Wert darauf festzustellen, dass dies keine &Uuml;bertreibung ist. Sie sind die links angehauchten und damit wirksameren Kritiker der Kritik am Versagen unserer Medien. Bei Hebel kennen wir das schon: er r&uuml;hmte sich dessen, dazu beigetragen zu haben, das Wort &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; zum Unwort des Jahres zu erkl&auml;ren. (Auf den NachDenkSeiten haben wir einen Disput dar&uuml;ber am 13. und 14. Januar gef&uuml;hrt. Siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24552\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24568\">hier<\/a>)<\/p><p>So berechtigt es war, sich wegen der Pauschalierung gegen den Begriff L&uuml;genpresse zu wenden, so klar muss man feststellen, dass die Erkl&auml;rung zum Unwort des Jahres den etablierten Medien geholfen hat, sich reinzuwaschen und eine Kampagne gegen die Kritiker zu starten. Dazu bei anderer Gelegenheit mehr.<\/p><p>Das war der Text zur Methode (5) der Meinungsmache. Damit Sie eine &Uuml;bersicht behalten und, falls sie wollen nachlesen k&ouml;nnen, hier die &Uuml;bersicht der bisherigen Methoden und Texte:<\/p><ol>\n<li>26. Juni 2015<br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26570\">Die Methode: Die Botschaft der Kampagne wird in Nebenbemerkungen gepackt. Damit erscheint sie besonders glaubw&uuml;rdig.<\/a><\/li>\n<li>24. Juli 2015<br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26919\">Verschweigen als Methode zur Meinungsmache (2)<\/a><\/li>\n<li>28. Juli 2015<br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26962\">Massiv und abgesprochen betriebene, falsche Interpretation von Zahlen und Statistiken. Methode (3) der Meinungsmache<\/a><\/li>\n<li>29.7.2015<br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26978\">B sagen und Botschaft A transportieren. Eine weitere Methode der Meinungsmache in der NachDenkSeiten-Serie (4)<\/a><\/li>\n<li>24.8.2015<br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27300\">&Uuml;bertreibung ist eine beliebte Methode (5) der Meinungsmanipulation  &ndash; hier dargestellt am Umgang der Hiwi&rsquo;s Hebel (FR) und Horn (IMK) mit Sahra Wagenknecht.<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Desaster in Griechenland und der ins Auge springenden Missachtung von Mehrheitsentscheidungen des Volkes g&auml;be es gute Gr&uuml;nde, dar&uuml;ber nachzudenken und sachlich zu besprechen, ob die Euro-Konstruktion f&uuml;r alle Euro-L&auml;nder in der jetzigen Situation durchzuhalten ist. Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht haben neben anderen in den letzten Tagen den Versuch gemacht, die im wahren<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27300\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,22,11],"tags":[237,1555,247,555,330,2510,632],"class_list":["post-27300","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-europaische-union","category-strategien-der-meinungsmache","tag-geissler-heiner","tag-griechenland","tag-hebel-stephan","tag-horn-gustav","tag-lafontaine-oskar","tag-methoden-der-manipulation","tag-wagenknecht-sahra"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27300"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27300\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27302,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27300\/revisions\/27302"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}