{"id":27303,"date":"2015-08-24T09:20:54","date_gmt":"2015-08-24T07:20:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303"},"modified":"2015-08-24T09:20:54","modified_gmt":"2015-08-24T07:20:54","slug":"hinweise-des-tages-2443","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h02\">Linke Politik in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h03\">Warum eine neue Finanzkrise immer wahrscheinlicher wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h04\">Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h05\">J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer: Schluss mit dem Rassismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h06\">Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h07\">Zahl der Normalarbeitsverh&auml;ltnisse nimmt stark zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h08\">Abschied vom Garantiezins: Gut f&uuml;r die Versicherer, schlecht f&uuml;r die Kunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h09\">Der deutsche Wohnungsmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h10\">&ldquo;Die Gewalt ging eindeutig von uns aus&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h11\">Aus gutem Haus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h12\">Menschen ohne Rechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h13\">Eine aufgekl&auml;rte Besetzung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h14\">Adenauers Werk, Kohls Beitrag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303#h15\">Briefkastenfirma: CSU-Ikone Strau&szlig; kassierte Schmiergelder<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27303&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Varoufakis &ndash; Das Interview<\/strong><br>\nStephan Lamby im Gespr&auml;ch mit Yanis Varoufakis<br>\nIm Interview gibt der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis &uuml;ber die langwierigen Verhandlungen mit den Geldgebern und sein politisches Verh&auml;ltnis zum deutschen Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) Auskunft.<br>\nThat&rsquo;s interesting. Let&rsquo;s talk<br>\nDer preisgekr&ouml;nte Dokumentarfilmer Stephan Lamby hatte mit den Arbeiten f&uuml;r ein Portr&auml;t des deutschen Finanzministers Wolfgang Sch&auml;uble begonnen. Daf&uuml;r wollte er auch den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis gewinnen. Der Zufall kam ihm zu Hilfe. Im April traf er den unkonventionellen Politiker auf dem B&uuml;rgersteig vor dem IWF in Washington. Beide hatten das Geb&auml;ude verlassen, um kurz Luft zu schnappen.<br>\nVaroufakis war sofort bereit, &uuml;ber Sch&auml;uble zu sprechen: &bdquo;That&rsquo;s interesting. Let&rsquo;s talk.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.phoenix.de\/content\/\/986712\">phoenix<\/a>\n<p><strong><em>Das wichtigste in K&uuml;rze (auf deutsch): <\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>Welche Rolle spielt Wolfgang Sch&auml;uble innerhalb der Eurogruppe?<\/strong><\/em><br>\n<em>Die Eurogruppe tr&auml;gt eindeutig die Handschrift von Wolfgang Sch&auml;uble. Ohne Zweifel gibt Sch&auml;uble den Kurs der Eurogruppe vor &ndash; besonders, weil es ein paar L&auml;nder gibt, die wie Vasallen um die Gunst der deutschen Regierung buhlen.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Warum dominiert Wolfgang Sch&auml;uble die Eurogruppe?<\/strong><\/em><br>\n<em>Wegen der wirtschaftlichen Macht Deutschlands. Die Eurogruppe ist kein demokratisches Gebilde, sondern eine Ansammlung von Geldgebern und Schuldnern. Deutschland ist der Wirtschaftsmotor der Eurozone und der Hauptgeldgeber. Deshalb ist der Finanzminister Deutschlands die m&auml;chtigste Person in der Eurogruppe.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Wie sieht der Masterplan von Wolfgang Sch&auml;uble f&uuml;r die Eurozone aus?<\/strong><\/em><br>\n<em>Sch&auml;uble wei&szlig;, dass die Eurozone sehr fragil ist und mit ihrer heutigen Struktur die n&auml;chste Finanzkrise nicht &uuml;berstehen kann. Deshalb will er eine engere politische Union mit so etwas wie einem Finanzminister der Eurozone, der ein Vetorecht &uuml;ber nationale Budgets hat und einen gewissen Spielraum, sie umzuverteilen. Er will eine Fiskalunion auf niedrigem Niveau, vielleicht durch eine richtige Bankenunion, vielleicht durch einen gemeinsamen Arbeitslosenfonds. Um diesen Plan durchzusetzen, braucht er den Grexit. Der Grexit soll die Regierungen der Eurozone einsch&uuml;chtern, soll ihnen die Notwendigkeit der gew&uuml;nschten Strukturreformen vor Augen f&uuml;hren.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Woher wissen Sie, dass Sch&auml;uble den Grexit wollte?<\/strong><\/em><br>\n<em>Er sagte mir ganz ehrlich, Griechenland habe in der Eurozone nichts zu suchen, weil es seine Zusagen nicht einhalten k&ouml;nne und wolle.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Wann erfuhren Sie, dass Sch&auml;uble den Grexit wollte?<\/strong><\/em><br>\n<em>Zum ersten Mal sagte er es mir bei einem Treffen im M&auml;rz. Alle unsere Vorschl&auml;ge stie&szlig;en bei ihm auf taube Ohren. Aus seiner Sicht war Griechenland innerhalb der Eurozone nicht reformf&auml;hig. Deshalb versuchte er mich zu &uuml;berzeugen, dass ein Grexit gut f&uuml;r Griechenland und f&uuml;r Europa sei.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Warum haben Sie nicht &ouml;ffentlich dar&uuml;ber gesprochen?<\/strong><\/em><br>\n<em>Als Finanzminister durfte ich das nicht, es h&auml;tte das Vertrauen in die Eurozone zerst&ouml;ren und den Grexit ausl&ouml;sen k&ouml;nnen.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Warum haben Sie das Angebot eines einvernehmlichen Grexit nicht angenommen?<\/strong><\/em><br>\n<em>Weil ich nicht an den Grexit glaube. Au&szlig;erdem hatte Sch&auml;uble von der Bundeskanzlerin kein Mandat f&uuml;r den Grexit. Er konnte daher auch keinen geordneten Grexit versprechen.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Sie behaupten also, dass Merkel und Sch&auml;uble in Bezug auf den Grexit uneinig waren?<\/strong><\/em><br>\n<em>Ich wei&szlig; das aus sicheren Quellen, die ich ihnen nicht nennen will.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Hatten Sie einen Plan f&uuml;r eine alternative W&auml;hrung?<\/strong><\/em><br>\n<em>Nein, nicht f&uuml;r eine alternative W&auml;hrung. Es gab aber einen Plan f&uuml;r ein alternatives Bezahlsystem in Euro. Mit diesem h&auml;tten wir im Notfall &ndash; wenn die EZB unsere Banken lahmzulegen versucht &ndash; die Funktionsf&auml;higkeit der griechischen Banken f&uuml;r einige Zeit aufrecht erhalten k&ouml;nnen. Diese Zeit h&auml;tten wir nutzen k&ouml;nnen, um doch noch mit Merkel, Hollande und Juncker akzeptable Bedingungen f&uuml;r einen Verbleib Griechenlands im Euro auszuhandeln.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Warum haben Sie diesen Plan nicht umgesetzt?<\/strong><\/em><br>\n<em>Als der Ernstfall eintrat (nach Ank&uuml;ndigung des Referendums), wurde ich von unserem &bdquo;Kriegskabinett&ldquo; &uuml;berstimmt. Alexis Tsipras konnte dann nur noch kapitulieren.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Warum sind Sie zur&uuml;ckgetreten?<\/strong><\/em><br>\n<em>Unser &bdquo;Kriegskabinett&ldquo; hat seit Ende April bei wichtigen strategischen Entscheidungen nicht mehr auf mich geh&ouml;rt. Ich bin damals nicht zur&uuml;ckgetreten, weil wir weiterhin um akzeptable Bedingungen f&uuml;r den Verbleib Griechenlands im Euro k&auml;mpften.<\/em><br>\n<em>Zum Zeitpunkt des Referendums habe ich im Kriegskabinett daf&uuml;r pl&auml;diert, unsere eigene Liquidit&auml;t zu erzeugen. Dieser Vorschlag wurde nicht angenommen. Wir mussten daher die Banken schlie&szlig;en. Ich habe das umgesetzt, obwohl ich wusste, dass wir dadurch jede Chance f&uuml;r weitere Verhandlungen einb&uuml;&szlig;ten.<\/em><br>\n<em>Wir rechneten damit, dass die griechische Bev&ouml;lkerung beim Referendum mit &bdquo;Ja&ldquo; stimmt. Dann w&auml;ren wir zur&uuml;ckgetreten und h&auml;tten der n&auml;chsten Regierung die Umsetzung der Ma&szlig;nahmen &uuml;berlassen, ohne ihr im Weg zu stehen. Es h&auml;tte ja dem Willen des Volkes entsprochen.<\/em><br>\n<em>Die Frage war, was wir machen, wenn die Bev&ouml;lkerung mit &bdquo;Nein&ldquo; stimmt. F&uuml;r mich war klar, dass wir dann den Bedingungen der Eurogruppe nicht zustimmen durften.<\/em><br>\n<em>Als die Ergebnisse des Referendums vorlagen, pl&auml;dierte ich daf&uuml;r, unsere eigene Liquidit&auml;t zu schaffen und die Verhandlungen fortzusetzen. Das &bdquo;Kriegskabinett&ldquo; entschied sich aber f&uuml;r die Kapitulation.<\/em><br>\n<em>In dieser Situation war ich zum R&uuml;cktritt gezwungen. Ich wollte nicht der Finanzminister sein, der das Gegenteil dessen machte, wof&uuml;r sich die griechische Bev&ouml;lkerung im Referendum ausgesprochen hatte.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Dazu: Varoufakis wirft Sch&auml;uble vor, Frankreich angreifen zu wollen<\/strong><br>\nSch&auml;ubles Sparpolitik folge einem h&ouml;heren Ziel, behauptet Yanis Varoufakis in einem Interview: Sch&auml;uble wolle den franz&ouml;sischen Wohlfahrtsstaat abschaffen.<br>\nDer ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat in einem Interview mit der franz&ouml;sischen Zeitung Le monde Wolfgang Sch&auml;uble scharf kritisiert. Sch&auml;ubles Ziel sei es, mit seiner Sparpolitik den franz&ouml;sischen Wohlfahrtsstaat anzugreifen. Deshalb baue Sch&auml;uble den Grexit als Drohkulisse auf, sagte Varoufakis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-08\/wohlfahrtsstaat-varoufakis-schaeuble-frankreich%20\">Zeit Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Alles muss raus!<\/strong><br>\nDie Griechenland aufgen&ouml;tigte Privatisierungswelle orientiert sich am fatalen historischen Vorbild der Treuhand &ndash; deutsche Konzerne d&uuml;rften zu den Hauptprofiteuren geh&ouml;ren<br>\nDer deutsche Flughafenbetreiber Fraport steht kurz davor, im geschundenen Griechenland einen besonders fetten Fisch an Land zu ziehen. F&uuml;r einen Betrag von 1,2 Milliarden Euro will der deutsche Konzern 14 griechische Regionalflugh&auml;fen &uuml;bernehmen, darunter befinden sich beliebte Ferienziele wie Rhodos, Korfu und Mykonos, sowie der Flughafen der Gro&szlig;stadt Thessaloniki.<br>\nMitte August ist der Privatisierungsdeal in einem griechischen Amtsanzeiger ver&ouml;ffentlicht worden, doch sei der Verkauf noch nicht formell abgeschlossen, erkl&auml;rte ein Konzernsprecher: Die griechische Regierung hat einen Beschluss gefasst, der Grundlage f&uuml;r weitere Verhandlungen &uuml;ber den Betrieb von 14 Regionalflugh&auml;fen ist.<br>\nDennoch gilt die Zustimmung Athens zu diesem Deal als sicher. Eigentlich haben die Betreiber des Frankfurter Airport bereits im November den Zuschlag f&uuml;r die heftig kritisierte Privatisierung erhalten, doch habe &ldquo;die neue griechische Regierung viele Privatisierungsprojekte infrage&rdquo; gestellt, was eine &ldquo;un&uuml;bersichtliche&rdquo; Lage geschaffen habe, meldete Reuters.<br>\nNachdem aber Athen auf dem ber&uuml;chtigten Br&uuml;sseler Krisengipfel vom 13. Juli von Sch&auml;uble und Merkel in eine dem&uuml;tigende Kapitulation gen&ouml;tigt wurde (Willkommen in der Postdemokratie), die den totalen Ausverkauf des Mittelmeerlandes umfasst, scheinen sich die Verh&auml;ltnisse nun gekl&auml;rt zu haben. Der Konzern, der zuvor bei &Uuml;bernahmeversuchen im Ausland &ldquo;wenig Gl&uuml;ck&rdquo; hatte, bekomme nun ausgerechnet in Griechenland &ldquo;gr&uuml;nes Licht&rdquo;, meldete, das Handelsblatt am 18. August befriedigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45755\/1.html%20\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Und dennoch sagen Lobbyisten wie der DIHK-Pr&auml;sident, Herr Schweitzer, dass die Hilfsbedingungen &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.dihk.de\/themenfelder\/international\/news?m=2015-08-19-schweitzer-interview\">im ureigenen griechischen Interesse<\/a>&rdquo; seien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Soziale Realit&auml;t in Griechenland heute<\/strong><br>\nSeit mehr als drei Jahren durchleben die Griechen, vor allem in Athen, den Zusammenbruch allt&auml;glicher Routinen und die Entfremdung von dem, was einst das &ldquo;normale Leben&rdquo; ausmachte. Allein die Arbeitslosigkeit stieg zwischen 2008 und 2013 von 7 Prozent auf 27 Prozent. Unter jungen Frauen betr&auml;gt sie 50 Prozent, unter M&auml;nnern 23 Prozent.<br>\nDie Krise hat viele Gesichter<br>\nWie sich die Krise auf griechischen Stra&szlig;en anf&uuml;hlt? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage w&auml;re zwangsl&auml;ufig vermessen. Extreme Unterschiede existieren zwischen der Hauptstadt Athen, die allem Anschein nach den Mittel- und auch Tiefpunkt der Krise darstellt, und der griechischen Provinz. Ungef&auml;hr die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung Griechenlands lebt im Gro&szlig;raum Athen. Extreme Unterschiede existieren selbst innerhalb dieses Gro&szlig;raums. Im Zentrum von Athen treffen die verschiedenen &ldquo;Realit&auml;ten&rdquo;&nbsp;in ihrer ganzen Widerspr&uuml;chlichkeit aufeinander: Hier gibt es sowohl Gegenden, vor allem Teile der Stadtmitte, wo die &ldquo;Wunden&rdquo;&nbsp;der sozialen Not schon beim ersten Blick sichtbar sind, als auch solche, wo der uneingeweihte Spazierg&auml;nger keine Spur von Krise, Armut und Not wahrnehmen kann.<br>\nBleibt man beim &auml;u&szlig;eren Schein, bei dem also, was einem im Sommer 2013 durchs Land reisenden Besucher sichtbar vor Augen tritt, so &ouml;ffnet sich ein breites Spektrum von Aspekten der Krise. Am finsteren Ende steht mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit ein Teil der Stadtmitte Athen (grob skizziert als die weitere Umgebung des Omonoia-Platzes); das helle Ende w&uuml;rden wohl die touristischen Regionen des Inselstaates Griechenland ausmachen: Kreta, Mykonos, Santorini usw. In einer Grauzone dazwischen f&auml;nden sich zahlreiche Wohngebiete der Stadt Athen und des sie umgebenden Gro&szlig;raums (Pir&auml;us und Vororte), daneben &auml;rmere Regionen der Stadt Thessaloniki sowie anderer Gro&szlig;st&auml;dte des Landes. Dort wird man zwar keineswegs direkter Zeuge von Ph&auml;nomenen einer grassierenden Armut oder eines Zusammenbruchs, wie man sie aus der sogenannten &ldquo;Dritten Welt&rdquo;&nbsp;oder aus Krisengebieten kennt, wo Krieg und Gewalt herrschen. Es handelt sich eher um ein depressives Bild des allgemeinen Niedergangs und der Verlassenheit, das an die L&auml;nder in der Endphase des ehemaligen Ostblocks erinnert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hpd.de\/artikel\/12078?nopaging=1\">hpd<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Linke Politik in Europa<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Die Linke und Europa<\/strong><br>\nWelche Lehren ziehen wir aus der Erpressung der Syriza-Regierung?<br>\nViele Menschen in Europa haben mit der Wahl von Alexis Tsipras zum griechischen Ministerpr&auml;sidenten gro&szlig;e Hoffnungen verbunden. Als der Syriza-Vorsitzende nach wochenlangen zerm&uuml;rbenden Verhandlungen das K&uuml;rzungsdiktat unterschrieb, war die Entt&auml;uschung gro&szlig;.<br>\nEs w&auml;re ungerecht und anma&szlig;end, Alexis Tsipras und Syriza jetzt mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger zu kommen. Viel besser ist es, nach diesen Erfahrungen in der europ&auml;ischen Linken dar&uuml;ber nachzudenken, unter welchen Bedingungen in Europa demokratische und soziale, also linke Politik m&ouml;glich ist.<br>\nEines haben wir gelernt: Solange die angeblich unabh&auml;ngige und unpolitische Europ&auml;ische Zentralbank einer linken Regierung den Geldhahn zudrehen kann, ist eine Politik, die sich an demokratischen und sozialen Prinzipien orientiert, unm&ouml;glich. Der ehemalige Investmentbanker Mario Draghi ist weder unabh&auml;ngig noch unpolitisch. Er war bei Goldman Sachs, als diese Wallstreet-Bank der griechischen Regierung half, ihre Bilanzen zu f&auml;lschen. So wurde der Euro-Beitritt Griechenlands m&ouml;glich.<br>\nIn den zur&uuml;ckliegenden Monaten haben sich viele Diskussionsbeitr&auml;ge mit der Frage besch&auml;ftigt, ob die Drachme wieder eingef&uuml;hrt werden soll. Es bringt aber nichts, und es ist ein falscher Ansatz, die Debatte auf diese Frage zu verengen. Nicht nur in Griechenland, sondern in S&uuml;deuropa ist die Jugendarbeitslosigkeit unertr&auml;glich hoch, und einzelne L&auml;nder des Euro-Raums werden deindustrialisiert. Ein Europa, in dem die Jugend keine Zukunft hat, droht auseinanderzufallen und die Beute wiedererstarkender rechtsradikaler nationalistischer Kr&auml;fte zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/08-22\/001.php\">Oskar Lafontaine in junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Gustav A. Horn<\/strong><br>\nIch habe gestern die Forderung von Sahra Wagenknecht, zu pr&uuml;fen, ob der Euro nicht abzuschaffen sei, als Sozialnationalismus bezeichnet. Die Konnotation war gewollt hart. Die Reaktion aus dem linken Lager entsprach den Erwartungen. Stilistisch habe ich mich mit dieser H&auml;rte in der Argumentation genau jener Mittel im Umgang mit Andersdenkenden bedient wie sie in diesem Umfeld &uuml;blich sind. Man lese nur manche Bemerkungen linker Parteig&auml;nger auf Facebook und auf den Nachdenkseiten. Denen rufe ich zu, ja genau so f&uuml;hlt sich diese H&auml;rte an, die ihr verbreitet. Lernt daraus.<br>\nEs gibt aber auch einen inhaltlichen Grund. Hinter dem Vorschlag Wagenknechts steckt die fatale Annahme, dass man bei nationalen W&auml;hrungen insgesamt eine sozialere Politik betreiben w&uuml;rde. Insbesondere w&uuml;rde das deutsche Diktat neoliberaler Politik f&uuml;r andere L&auml;nder gestoppt, die dann &ndash; wie vermutlich auch Deutschland selbst &ndash; wieder viel sozialer werden. Was f&uuml;r Irrt&uuml;mer !<br>\nMit der Wiedereinf&uuml;hrung nationaler W&auml;hrungen w&auml;re das Tor zu massiven neoliberalen Standortwettrennen weit ge&ouml;ffnet und durchhaltbar. Und wieso sollte sich denn die neoliberale Politikausrichtung in Deutschland &auml;ndern, wenn wir die DM wieder h&auml;tten? Im Gegenteil, man wird diesen Kurs versch&auml;rfen, um &uuml;ber Lohnzur&uuml;ckhaltung die Kosten der zu erwartenden Aufwertungen auf die Besch&auml;ftigten zu &uuml;berw&auml;lzen. Andere L&auml;nder werden vielleicht einen anderen Kurs einschlagen, aber ihre Abwertungen werden in Inflation enden, von der die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung und insbesondere prek&auml;r Besch&auml;ftigte noch nie profitiert haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/gustav.horn.1\/posts\/839950852787278%20\">Gustav A. Horn via Facebook<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Es w&auml;re sch&ouml;n, wenn Gustav Horn seinen Followern auch mitteilen w&uuml;rde, dass auf den NachDenkSeiten die gesamte linke Debatte &uuml;ber die generelle und aktuelle Fragen der Eurozone dargestellt wird.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Reaktion&auml;r, nicht links<\/strong><br>\nMit ihrer Diagnose zum Euro hat Sahra Wagenknecht in vielen Teilen recht. Die herrschende Politik, zuletzt an Griechenland exekutiert, ist antisozial und wenig demokratisch. Ja, man kann am Euro, so wie er ist, verzweifeln. Aber Wagenknechts Therapie heilt nichts. Wer den Ausstieg predigt (und nicht einmal dessen Risiken benennt), verh&auml;lt sich &ndash; linkes Label hin oder her &ndash; konservativ bis reaktion&auml;r. [&hellip;]<br>\nDen Nationalstaaten werde eine falsche Politik aufgezwungen, meint Wagenknecht. Nur mal als Denksportaufgabe: W&auml;re der Euro weg &ndash; w&uuml;rde Wagenknecht dann fordern, dass das rot-rote Brandenburg wegen neoliberaler Politik im Bund aus der D-Mark aussteigt?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/aktuelle-kommentare\/euro-reaktionaer--nicht-links,30085308,31528732.html\">Stephan Hebel in der FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie aus dem OXI einen Neuanfang machen?<\/strong><br>\nLinke Politik, praktische Solidarit&auml;t, reale EU: Janine Wissler und Nicole Gohlke antworten auf die Reaktionen zu ihrem Beitrag in der linken Euro-Debatte<br>\nNoch vor dem R&uuml;cktritt von Alexis Tsipras hat es im j&uuml;ngeren Parlamentarismus selten so st&uuml;rmische Szenen gegeben wie bei den letzten Abstimmungen im Athener Parlament. Bis kurz vor Schluss hatte die Parlamentspr&auml;sidentin Zoe Konstantopoulou noch versucht, die Abstimmung zum dritten K&uuml;rzungspaket zu verschieben. Dann erteilte sie sich &ndash; v&ouml;llig kontr&auml;r zur Gesch&auml;ftsordnung &ndash; kurzerhand selbst das Wort und erinnerte am Rednerpult an ihren Amtseid, dass von diesem Parlament nie wieder ein Verelendungsprogramm ausgehen d&uuml;rfe. Ihr couragiertes Auftreten blieb am Ende erfolglos.<br>\nWieder ist ein neues Programm beschlossen worden, das die Austerit&auml;tspolitik fortsetzt. Aus dieser Niederlage m&uuml;ssen wir und mit uns die gesamte Linke Europas Lehren ziehen. Auch wenn wir manches davon erst noch verdauen m&uuml;ssen, kommt nun ein kollektiver Aufarbeitungsprozess in Gang. Dass dies durchaus ein lohnenswertes Unterfangen sein kann, zeigen die vielen Erwiderungen auf unsere Wortmeldung &raquo;Die Grexit-Frage(n) stellen: Das griechische OXI und die politischen Pr&auml;missen der Linkspartei&laquo; vom 23.7.2015 im Neuen Deutschland. Mittlerweile gibt es &uuml;ber zehn Beitr&auml;ge, die direkt auf den von uns ver&ouml;ffentlichten Artikel Bezug nehmen oder die Themen &raquo;Wie weiter f&uuml;r Griechenland?&laquo; und &raquo;Grexit&laquo; behandeln. Wir bedanken uns bei allen, die sich die M&uuml;he gemacht haben, auf unsere Wortmeldung zu antworten &ndash; die Anzahl an Beitr&auml;gen zeigt uns, dass gleicherma&szlig;en strittige wie virulente Fragen angesprochen wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/982102.wie-aus-dem-oxi-einen-neuanfang-machen.html%20\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Freudloses Wachstum, soziale Einschnitte und Jeremy Corbyn<\/strong><br>\nEs ist schon bemerkenswert: Je mehr die Austerit&auml;tspolitik um sich greift und als einziger Ausweg aus dem europ&auml;ischen Schuldendilemma pr&auml;sentiert wird, desto mehr treten politische Kr&auml;fte in den Vordergrund, denen vor einigen Jahren keine Chance einger&auml;umt wurde. Jetzt auch in Gro&szlig;britannien.<br>\nHier hat sich nach der verheerenden Wahlniederlage der Labour Party eine rebellische Grundstimmung gegen die politisch Ton angebende Westminster-Elite innerhalb der Partei ausbreitet und mit Jeremy Corbyn ein Alt-Linker mit gro&szlig;en Chancen in das Rennen um den Parteivorsitz geht. Gro&szlig;e Chancen? Eigentlich ist das Rennen schon entschieden, denn die Gegenkandidaten sind zu farblos und unprofiliert.<br>\nDer &ouml;konomisch-soziale Hintergrund dieser sich abzeichnenden Linksverschiebung innerhalb der Labour Party: Trotz noch relativ guter &ouml;konomischer Rahmenbedingungen verfestigt und versch&auml;rft sich die soziale Spaltung im Land. Camerons Austerit&auml;tspolitik hat daran ihren Anteil.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/freudloses-wachstum-soziale-einschnitte-und-jeremy-corbyn\/\">Sozialismus aktuell<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Warum eine neue Finanzkrise immer wahrscheinlicher wird<\/strong><br>\nSchlechte Nachrichten aus China und Sorgen um die Weltkonjunktur lasten auf den B&ouml;rsen. Bis zu einer Billion Dollar k&ouml;nnten Investoren in den vergangenen 15 Monaten aus Schwellenl&auml;ndern abgezogen haben. Zum Schicksalstag f&uuml;r die B&ouml;rsianer k&ouml;nnte der 17. September werden, dann entscheidet die US-Notenbank Fed dar&uuml;ber, ob sie die Leitzinsen wieder anhebt. Der Blick auf die Kurse l&auml;sst nichts Gutes erahnen, und zusammen mit der j&uuml;ngeren Geschichte ist der Blick nach vorn nicht gerade beruhigend. Schlechte Nachrichten aus China und Sorgen um die Weltkonjunktur lasten auf den B&ouml;rsen, die wichtigsten Indizes sind zuletzt stark gefallen. Der deutsche Leitindex Dax steht wieder auf dem Niveau von Mitte Januar, am Freitag rutschte er drei Prozent ab. Der Dow Jones velor am gleichen Tag im Wochenvergleich um 5,8 Prozent, der japanische Nikkei fiel allein in f&uuml;nf Tagen mehr als f&uuml;nf Prozent. Das ist mehr als nur schlechte&nbsp;Stimmung.<br>\nEnde August 2015 haben die Finanzm&auml;rkte eine der l&auml;ngsten Boom-Phasen ihrer Geschichte erlebt. Jetzt sind entscheidende Wochen angebrochen: Ist dieser Boom vorbei? Droht gar ein Absturz, der eine weltweite Krise zur Folge&nbsp;hat?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/weltwirtschaft-warum-eine-neue-finanzkrise-immer-wahrscheinlicher-wird-1.2616383%20\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><strong>Dazu: Die Angst vor dem Crash w&auml;chst<\/strong><br>\nChina schickt die Aktienm&auml;rkte mit neuen B&ouml;rsenabst&uuml;rzen und Wirtschaftsdaten weltweit auf Talfahrt<br>\nTrotz aller panischen St&uuml;tzungsversuche, mit denen sich die chinesische Regierung gegen einen B&ouml;rsencrash stemmt, gehen die Kapitalm&auml;rkte im Land weiter in die Knie. Am Freitag sackte der Shanghai Composite Index erneut um 4,3% ab und fiel mit 3508 Punkten sogar unter das Jahrestief von Anfang Juli, da auch die Kurse schon am Vortag abgest&uuml;rzt waren. Das war zun&auml;chst auch am Mittwoch der Fall. Doch da war mehr als auff&auml;llig, dass nach einem Absturz um mehr als 5% wie aus dem Nichts die Wende kam. Der Shanghai Composite machte die Verluste wett und schloss zum B&ouml;rsenende mit auf 3794 Punkten sogar mit 1,2% im Plus.<br>\nMan darf davon ausgehen, dass dies einer erneuten massiven Intervention der Regierung geschuldet ist. Doch auf die warten viele Anleger. Kurserholungen nutzen sie, um zu verkaufen und aus den Aktien auszusteigen, um ihre Verluste zu minimieren. F&uuml;r diese Strategie gibt es in China mit &ldquo;Taolao&rdquo; (Gefangen im Aktienmarkt) schon einen eigenen Begriff. Und anstatt in v&ouml;lliger Panik auszusteigen, ziehen sich viele der etwa 80 Millionen Kleinanleger einigerma&szlig;en geordnet zur&uuml;ck, die (auch vom Staat) zum Aktienkauf gedr&auml;ngt worden waren und sich mit dem &ldquo;Lasso&rdquo; eingefangen f&uuml;hlen. Sie waren meist erst eingestiegen, als der Markt schon hei&szlig; gelaufen war. Das Taolao l&auml;sst nun die staatlichen St&uuml;tzungsma&szlig;nahmen wirkungslos verpuffen.<br>\nDie Blase platzt nun auch an chinesischen B&ouml;rsen, nachdem dies schon am Immobilienmarkt passiert ist. Und die Wirtschaftsdaten im Land werden zunehmend schlechter. Die Zollbeh&ouml;rde hatte schon gemeldet, dass die Exporte im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 8,3% geschrumpft sind. Das war ein Grund, warum die Regierung in Peking damit begonnen hat, ebenfalls in den W&auml;hrungskrieg einzusteigen, um Exporte zu verbilligen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Die-Angst-vor-dem-Crash-waechst-2788040.html%20\">Ralf Streck auf Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Ludwig Erhard soll den Satz gepr&auml;gt haben, wonach 50 Prozent der &Ouml;konomie Psychologie seien.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>F&uuml;r eine europ&auml;ische Antwort in der Fl&uuml;chtlingspolitik<\/strong><br>\nSigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier fordern eine neue, einheitliche Asylpolitik in der Europ&auml;ischen Union. Zehn Punkte sind f&uuml;r die beiden SPD-Politiker vordringlich. Ein Gastbeitrag.<br>\nEuropa steht vor einer Generationenaufgabe: Nie zuvor waren so viele Menschen auf der Flucht vor politischer Verfolgung und Krieg wie heute. Viele von ihnen suchen Schutz bei uns in Europa. Wir m&uuml;ssen damit rechnen, dass das angesichts der Krisen in unserer Nachbarschaft auf Jahre so bleibt. Wir Europ&auml;er sind es uns selber und der Welt schuldig, der gro&szlig;en Herausforderung dieser Hilfe suchenden Menschen gerecht zu werden.<br>\nKlar ist: Die bisherige Reaktion entspricht nicht dem Anspruch, den Europa an sich selbst haben muss. Europa darf nicht l&auml;nger z&ouml;gern, die EU muss jetzt handeln. Deshalb m&uuml;ssen wir eine europ&auml;ische Asyl-, Fl&uuml;chtlings- und Migrationspolitik verfolgen, die auf dem Prinzip der Solidarit&auml;t und unseren gemeinsamen Werten der Menschlichkeit gr&uuml;ndet. Zehn Punkte sind dabei vordringlich:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/fluechtlingspolitik-zehn-punkte-plan-von-gabriel-und-steinmeier-13763882.html%20\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> Sch&ouml;n gesagt, allein die guten Taten fehlen. Aber so ist das ja immer bei Sonntagsreden. Deren Inhalte sind am Montag wieder vergessen, wenn im Kabinett beispielsweise &uuml;ber Genehmigungen f&uuml;r neue R&uuml;stungsgesch&auml;fte entschieden werden muss.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: De Maizi&egrave;re droht Ende der &ldquo;kontrollfreien Grenzen&rdquo; in der EU an<\/strong><br>\nDie Errichtung von Mauern und Grenzen scheint derzeit bei den Regierungen angesichts der zunehmenden Anti-Fl&uuml;chtlingsstimmung und rechten Parteien alternativlos zu sein<br>\nSchnell zog Bundesinnenminister de Maizi&egrave;re seinen Versuch zur&uuml;ck, die Fl&uuml;chtlingsfrage nicht weiter hochzukochen. Nachdem er berichtete, sein Ministerium gehe von 800.000 Asylbewerbern oder Fl&uuml;chtlingen dieses Jahr aus, sagte er noch, dass Deutschland dadurch nicht &uuml;berfordert sei.<br>\nMit Blick wohl auf die anderen EU-Staaten, die die Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen m&ouml;glichst vermeiden, und die sp&uuml;rbar wachsende Anti-Fl&uuml;chtlingsstimmung im Lande sagte er gestern im Morgenmagazin von ARD und ZDF: &ldquo;Wir nehmen jetzt 40 Prozent auf aller Fl&uuml;chtlinge in der EU. Das ist auf die Dauer zu viel.&rdquo; Man werde dieses Jahr die erwarteten Asylbewerber zwar verkraften, aber auf Dauer seien &ldquo;800.000 f&uuml;r ein solches Land wie Deutschland zu viele&rdquo;.<br>\nDe Maizi&egrave;re brachte schon zuvor wieder ein Thema ein, das schon seit Jahren f&uuml;r Zoff sorgt, w&uuml;rde es doch just die Freiz&uuml;gigkeit des Schengenabkommens beenden, auf die man so stolz ist. Es geht um die Wiedereinf&uuml;hrung von Grenzkontrollen, wie sie von der neuen Regierung in D&auml;nemark schon im Juli unter politischem Druck der oppositionellen, aber starken D&auml;nischen Volkspartei ansatzweise eingef&uuml;hrt wurden, die damit ein Signal setzte, auch wenn sie mit dem Schengen-Abkommen konform sein sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45759\/1.html%20\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> In seinem am vergangenen Freitag <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27284#h05\">hingewiesen<\/a> Beitrag hat Willy Wimmer zum Thema u.a. geschrieben: &bdquo;Da spricht dann unser Bundesinnenminister, den man in dem vergangenen Jahr kaum &ouml;ffentlich sehen konnte, von einer gewaltigen Herausforderung f&uuml;r Deutschland. Was immer es sein kann, eines ist dabei sicher: Diese Herausforderung hat der derzeitige Bundesinnenminister in keinem Fall bestanden. (&hellip;) Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Es ist die gesamte Bundesregierung, die ihren Aufgaben in diesem Zusammenhang nicht gerecht wird.&rdquo; Die Forderung, die Leute wie de Maizi&egrave;re und Wendt nun stellen, ist quasi eine Bankrotterkl&auml;rung des deutschen Staates.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Vorboten einer neuzeitlichen V&ouml;lkerwanderung<\/strong><br>\nEin nachdenklicher Zwischenruf eines ehemaligen Asylrichters<br>\nAllm&auml;hlich d&auml;mmert es auch den eifrigsten Verfechtern eines kurzen Prozesses mit &ldquo;Asylbetr&uuml;gern&rdquo; und &ldquo;Wirtschaftsfl&uuml;chtlingen&rdquo;, dass es nicht damit getan ist, Ressentiments gegen Menschen in Not zu sch&uuml;ren. Denn was wir gerade beobachten k&ouml;nnen, ist nichts weniger als der Vorabend einer neuzeitlichen V&ouml;lkerwanderung.<br>\nDie Hunderttausende, die in unsere St&auml;dte und D&ouml;rfer str&ouml;men, sind nur die Vorhut. Viele Millionen stehen bereit, ihnen nachzufolgen. Der deutsche Innenminister musste deshalb die Jahresprognose f&uuml;r die in Deutschland ankommenden Asylbewerber kurzerhand von 450.000 auf 800.000 nahezu verdoppeln.<br>\nDie europ&auml;ische Geschichte ist reich an Beispielen f&uuml;r solche Menschenstr&ouml;me mit ihren unvermeidlichen Dammbr&uuml;chen. Wir tun gut daran, uns mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass diesen Zug nichts aufhalten wird, weder das Dampfgeplauder der Stammtische, noch die Militanz der Pegidaaktivisten und auch nicht die zum Ritual verkommenen Wir-haben-alles-im-Griff-Parolen der Politiker und deren Claqueure in dienstbeflissenen Medien.<br>\nWenn der CSU-Vorsitzende Seehofer beim Politischen Aschermittwoch mit heiserer Stimme t&ouml;nt, dass er sich &ldquo;bis zur letzten Patrone &hellip; gegen eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme&rdquo; str&auml;uben werde, klingt das unerschrocken und heldenhaft. Es hat jedoch die gleiche Verl&auml;sslichkeit wie die Ank&uuml;ndigung eines durch Alkoholgenuss enthemmten Spr&uuml;cheklopfers auf dem Marktplatz, er k&ouml;nne den bevorstehenden Sonnenuntergang aufhalten. Tatsache ist n&auml;mlich, dass es nichts mehr zum Aufhalten gibt. Denn die Zuwanderung ist seit L&auml;ngerem im Verlauf und wir sind ohnm&auml;chtige Zeugen derselben. Es wird kein Zur&uuml;ck in die Beschaulichkeit der letzten Jahrzehnte geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45765\/1.html%20\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Brauner Mob gegen Fl&uuml;chtlinge in Heidenau<\/strong><br>\n&ldquo;Rechtsextremisten toben sich in Heidenau aus gegen eine neue Fl&uuml;chtlingsunterkunft in einem Baumarkt. B&uuml;rgermeister f&uuml;rchtet um den Ruf seiner Stadt. War die Polizei unterbesetzt?&nbsp;Nur unter Polizeischutz haben im s&auml;chsischen Heidenau Samstagnacht Dutzende Fl&uuml;chtlinge ihre Notunterkunft in einem Baumarkt beziehen k&ouml;nnen. Rechtsradikale Demonstranten hatten vor dem fr&uuml;heren Baumarkt Beamte mit Steinen, Flaschen und B&ouml;llern beworfen. Die Polizisten gingen mit Reizgas gegen die zum gro&szlig;en Teil betrunkenen Demonstranten vor. Am Samstag teilte die Polizei mit, dass 31 Polizisten verletzt worden seien, einer von ihnen schwer. Das Rote Kreuz hatte in der Nacht zun&auml;chst zehn Verletzte gemeldet. Nach Angaben von Reportern war die Polizei zun&auml;chst unterbesetzt und mit der Situation zun&auml;chst v&ouml;llig &uuml;berfordert&hellip;.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/antifa\/nazis\/gegen-rechtsruck\/brauner-mob-gegen-fluechtlinge-in-heidenau\/\">LabourNet Germany<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer: Schluss mit dem Rassismus<\/strong><br>\nDer Westen hat viele Fehler im Irak und in Syrien begangen, aber er muss daraus lernen und gemeinsam mit Muslimen den Kampf gegen den IS f&uuml;hren. Eine pauschale Diskriminierung der Muslime erschwert den Kampf gegen den IS.<br>\nWir m&uuml;ssen die Ursachen des Terrors beseitigen.<br>\n1.Die Gr&uuml;ndung der Vorg&auml;nger-Organisation des &bdquo;Islamischen Staats&ldquo; 2003 durch Musab al Zarkawi war die Antwort extremistischer Fanatiker auf 200 Jahre Unterdr&uuml;ckung und Erniedrigung, die im US-Bombenterror des Irakkrieges ihren dramatischen H&ouml;hepunkt fanden. Zarkawis terroristische Antwort war zwar rechtswidrig und unmoralisch. Das Recht auf Widerstand ist schlie&szlig;lich kein Freibrief f&uuml;r Terrorismus und f&uuml;r die Ermordung Unschuldiger. Und auch nicht f&uuml;r die Errichtung mittelalterlicher Staatsstrukturen, die die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Muslime nicht will.<br>\nAber keiner der K&auml;mpfer Al Zarkawis war als Terrorist zur Welt gekommen. Unsere Kriege haben sie dazu gemacht. Das Terror-Monstrum IS ist Bushs Baby. Vor dessen Antiterror-Kriegen gab es ein paar 100 internationale Terroristen im Hindukusch, heute sind es weltweit &uuml;ber 100 000.<br>\n2.Eine weitere Terror-Ursache ist die Behandlung der Muslime des Westens als Menschen zweiter Klasse. Unsere Innenminister sollten aufh&ouml;ren, unsere muslimischen Mitb&uuml;rger unter terroristischen Generalverdacht zu stellen. 99,99 Prozent der deutschen Muslime lehnen den IS entschieden ab. Sie sind unsere wichtigsten Verb&uuml;ndeten&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/terrorgruppe-islamischer-staat\/islamismus-schluss-mit-dem-rassismus,28501302,31523286.html\">FR Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Freihandel<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>EU will Dokumente &uuml;ber TTIP-Verhandlungen ver&ouml;ffentlichen<\/strong><br>\nDer &bdquo;Nebel der Verwirrung&ldquo; soll sich lichten. EU-Handelskommissarin Malmstr&ouml;m will deshalb den Zugang zu vertraulichen Berichte aus der zehnten Verhandlungsrunde &uuml;ber TTIP erleichtern. Damit reagiert sie auf Kritik. (&hellip;)<br>\nGr&uuml;ne und Linke im Deutschen Bundestag hatten der Kommission eine &Uuml;berreaktion vorgeworfen. Malmstr&ouml;m sagte, es gebe keine neuen Restriktionen, &bdquo;lediglich ein Bericht wurde in einem Leseraum ausgelegt&ldquo;. Die liberale Politikerin f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Der deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat mir seine Gedanken zur Transparenz der Verhandlungen f&uuml;r das EU-US-Freihandelsabkommen mitgeteilt, wie auch zuvor schon Bundestagspr&auml;sident Norbert Lammert. Ich werde in den kommenden Tagen direkt mit Bundesminister Gabriel sprechen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/ttip-und-freihandel\/eu-will-berichte-ueber-ttip-verhandlungen-veroeffentlichen-13762974.html%20\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Bereits im Februar sagte EU-Kommissarin Malmstr&ouml;m &ldquo;Es war ein Fehler, das Verhandlungsmandat so lange geheim zu halten. Selbst als es schon Wochen im Netz zu finden war, war es offiziell noch ein geheimes Dokument. Das n&auml;hrte viele Verschw&ouml;rungstheorien.&rdquo; (siehe <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-02\/cecilia-malmstroem-ttip-fehler\">hier<\/a>). Ganz offensichtlich hat sich beim Thema Transparenz nicht viel ver&auml;ndert und Vieles scheint weiterhin im Verborgenen zu bleiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rechtsgutachten best&auml;tigt: Gefahr f&uuml;r Demokratie in TTIP und CETA!<\/strong><br>\nDie gewerkschaftsnahe Arbeiterkammer hat ein Rechtsgutachten zu regulatorischer Zusammenarbeit im TTIP-Abkommen mit den USA und im CETA-Abkommen mit Kanada erstellen lassen. Beauftragt wurden drei Wissenschaftler, darunter der G&ouml;ttinger Professor f&uuml;r V&ouml;lkerrecht und Europarecht Tobias Stoll. Die Gutachten kommt zu dem Schluss, dass regulatorische Zusammenarbeit die demokratische Souver&auml;nit&auml;t der EU, der EU-Mitgliedstaaten und der USA gef&auml;hrdet.<br>\nHintergrund: Was ist die Arbeiterkammer?<br>\nDie Arbeiterkammer ist ein aus &Ouml;sterreich stammender gewerkschaftsnaher Think Tank, dessen politischer Schwerpunkt entsprechend die Arbeitnehmerinteressen sind. Deshalb liegt der Fokus des Gutachtens auch auf Arbeitnehmerinteressen. Der Br&uuml;sseler Ableger der Arbeiterkammer AK Europa engagiert sich gemeinsam mit uns seit Jahren f&uuml;r mehr Lobbytransparenz und ethische Regeln in Br&uuml;ssel. AK Europa ist Mitglied unserer europ&auml;ischen Allianz ALTER-EU. (&hellip;)<br>\nRegulatorische Zusammenarbeit in TTIP und CETA<br>\nWie wir bereits auf der Basis eines Leaks der EU-Verhandlungsposition bei TTIP Anfang des Jahres berichtet hatten, k&ouml;nnte sich &uuml;ber regulatorische Zusammenarbeit k&uuml;nftig der Einfluss der Unternehmenslobby auf die Gesetzgebung noch weiter erh&ouml;hen. Die europ&auml;ische Verbraucherschutzorganisation BEUC spricht zurecht von einer &bdquo;surrealen Institutionalisierung von Lobbyeinfluss.&ldquo; Informieren Sie sich hier in 3 Minuten &uuml;ber regulatorische Zusammenarbeit im TTIP-Abkommen &uuml;ber unser Erkl&auml;rvideo.<br>\nIm CETA-Abkommen mit Kanada gibt es bereits ein fertig verhandeltes Kapitel zu regulatorischer Zusammenarbeit, das nicht so ambitioniert ist wie in den TTIP-Verhandlungen. Gleichwohl finden sich dort &auml;hnliche Mechanismen und Institutionen wieder wie in der EU-Verhandlungsposition im TTIP-Abkommen. Hier eine kurze Analyse des Kapitels zu regulatorischer Zusammenarbeit im CETA Abkommen.<br>\nGutachten zeigt: Jegliche Regulierung k&ouml;nnte betroffen sein<br>\nEntgegen den Verlautbarungen der EU-Kommission, die regulatorische Zusammenarbeit als einen Mechanismus beschreibt, der im Wesentlichen technische Regulierungen betreffe und deshalb vollkommen ungef&auml;hrlich f&uuml;r Verbraucher und Demokratie sei, kommt die Analyse der Arbeiterkammer zu dem Schluss, dass sie jegliche Form von Regulierungen und Gesetzen in der EU betreffen k&ouml;nnte, vorausgesetzt sie betreffen den Handel. Das gelte sowohl f&uuml;r TTIP als auch f&uuml;r CETA. Regulatorische Zusammenarbeit umfasst demzufolge also auch Arbeitsmarkt- und Umweltgesetzgebung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2015\/08\/rechtsgutachten-bestaetigt-gefahr-fuer-demokratie-in-ttip-und-ceta\/%20\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Zahl der Normalarbeitsverh&auml;ltnisse nimmt stark zu<\/strong><br>\nNach einer Auswertung des Mikrozensus stieg die Zahl im vergangenen Jahr um 452 000 auf 24,5 Millionen. Dabei fiel der Zuwachs bei den Frauen mit einem Plus von knapp 273 000 h&ouml;her aus als bei den M&auml;nnern mit 180 000. In der Mehrzahl entstanden allerdings keine 40-Stunden-Jobs, sondern Teilzeitstellen mit mehr als 20 Wochenstunden. Den allergr&ouml;&szlig;ten Teil davon besetzen Frauen. Noch deutlicher sind die Ver&auml;nderungen, wenn l&auml;ngere Zeitr&auml;ume betrachtet werden. 2005 waren nur gut 22,1 Millionen Normalbesch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse gez&auml;hlt worden, ihre Zahl stieg seither an. Im Jahr der Wiedervereinigung 1991 waren es dagegen fast 27 Millionen gewesen &ndash; eine&nbsp; seither&nbsp; nie wieder erreichte Gr&ouml;&szlig;enordnung&hellip;<br>\nDefiniert&nbsp; ist das Normalarbeitsverh&auml;ltnis als eine nicht befristete, voll versicherungspflichtige Besch&auml;ftigung mit einer w&ouml;chentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden. Ausgenommen sind zudem Leiharbeitsverh&auml;ltnisse. Insofern steht das Normalarbeitsverh&auml;ltnis im Gegensatz zu &bdquo;prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen&ldquo;, die gegen&uuml;ber dem H&ouml;chststand im Jahr 2010 mit fast acht Millionen bis 2014 auf 7,5 Millionen zur&uuml;ckgingen. Besonders deutlich nahm die Zahl der Befristungen ab:&nbsp; Von 2,86 Millionen 2010 auf 2,42 Millionen im vergangenen Jahr. Allein gegen&uuml;ber 2013 betrug das Minus 60 000. Auch die Minijobs sind seit einigen Jahren auf dem R&uuml;ckzug. Gegen&uuml;ber dem H&ouml;chststand im Jahr 2007, als die Statistiker knapp 2,8 Millionen geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse auf Grundlage des Mikrozensus erfassten, waren es 2014 nur noch gut 2,3 Millionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt-zahl-der-normalarbeitsverhaeltnisse-nimmt-stark-zu,15187248,31522286.html\">Stefan Sauer im K&ouml;lner Stadt-Anzeiger<\/a>\n<p><em>Dagegen: So unterschiedlich k&ouml;nnen Schlagzeilen sein<\/em><\/p>\n<p><strong>Zahl der unbefristeten Jobs steigt<\/strong><br>\nDie Zahl der Erwerbst&auml;tigen in einem Normalarbeitsverh&auml;ltnis &ndash; unbefristet, voll sozialversicherungspflichtig mit einer w&ouml;chentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden &ndash; stieg um rund 452.000 auf 24,5 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt mit.<br>\nHauptgrund ist der Anstieg der Besch&auml;ftigten mit einem Teilzeitjob von mehr als 20 Stunden um 12,3 Prozent auf 3,2 Millionen &ndash; Frauen sind hier &uuml;berrepr&auml;sentiert. Die Zahl der Vollzeitbesch&auml;ftigten erh&ouml;hte sich nur um rund 0,5 Prozent auf 21,3 Millionen. Die Zahl der so genannten atypisch Besch&auml;ftigten sank 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 132.000 Personen auf 7,5 Millionen. Dazu z&auml;hlen befristet Besch&auml;ftigte, Teilzeit mit bis zu 20 Wochenstunden, geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte sowie Zeitarbeiter. Damit habe sich der seit 2012 beobachtete R&uuml;ckgang fortgesetzt, erkl&auml;rten die Statistiker.<br>\nDas Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der atypisch Besch&auml;ftigten im vergangenen Jahr leicht gestiegen sei. Das WSI erfasst alle Teilzeitjobs, unabh&auml;ngig von der w&ouml;chentlichen Arbeitsdauer, unter dieser Rubrik. Vor allem Frauen arbeiten in Teilzeit. Allerdings w&uuml;nschen sich viele mehr Arbeit, berichtet das WSI.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swp.de\/ulm\/nachrichten\/wirtschaft\/Zahl-der-unbefristeten-Jobs-steigt;art4325,3391724%20\">S&uuml;dwest Presse<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers K.G.:<\/strong> Unbefristete, regul&auml;re, voll sozialversicherungspflichtige Teilzeitjobs, werden heute also als Normalarbeitsverh&auml;ltnisse definiert. Armes Deutschland.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung C.R.:<\/strong> In diesem Zusammenhang haben die NachDenkSeiten auf den interessanten Beitrag von Markus Kr&uuml;semann <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27276#h05\">hingewiesen<\/a>.Und <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/wsi_5859.htm\">hier<\/a> sind die WSI-Informationen zum Thema &bdquo;Atypische Besch&auml;ftigung&ldquo; zu finden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Abschied vom Garantiezins: Gut f&uuml;r die Versicherer, schlecht f&uuml;r die Kunden<\/strong><br>\nDie deutschen Lebensversicherer bieten immer h&auml;ufiger Policen ohne Garantiezins an. Das soll die Renditechancen der Anleger erh&ouml;hen &ndash; nutzt aber vor allem den Anbietern.<br>\nDie Allianz ist begeistert. Bei den Lebensversicherungen schreibe man eine &ldquo;Erfolgsgeschichte&rdquo;, meldete der gr&ouml;&szlig;te deutsche Versicherer k&uuml;rzlich bei der Bekanntgabe seiner Halbjahreszahlen. Grund f&uuml;r den Optimismus sind vor allem neue Produkte, die ohne den sogenannten Garantiezins auskommen. Sie versprechen den Kunden also nicht mehr eine bestimmte sichere Verzinsung, werben daf&uuml;r aber mit h&ouml;heren Renditechancen. (&hellip;)<br>\nDie neue, garantiezinsfreie Welt kommt offenbar nicht nur bei der Allianz gut an. Konkurrenten wie Generali oder Zurich Deutscher Herold vertreiben gar keine Produkte mit Garantiezins mehr. Die Talanx-Gruppe, zu der unter anderem die Marken HDI und Neue Leben geh&ouml;ren, will ab Ende 2016 folgen.<br>\nF&uuml;r die Versicherer ist die Abkehr vom Garantiezins der wohl letzte Notausgang, den sie noch nehmen konnten. Jahrzehntelang hatten sie ihre Kunden mit teilweise extrem hohen garantierten Zinsen gelockt &ndash; noch im Jahr 2000 etwa waren es vier Prozent. F&uuml;r die meisten Versicherten, die damals eine Police abgeschlossen haben, sind diese Vertr&auml;ge auch heute noch ein gutes Gesch&auml;ft. Auch wenn in Zeiten der allgemeinen Niedrigzinsen die sogenannte &Uuml;berschussbeteiligung der Kunden sinkt &ndash; die vier Prozent sind ihnen bis zum Ende der Laufzeit sicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/lebensversicherung-was-taugen-produkte-ohne-garantiezins-a-1049112.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der deutsche Wohnungsmarkt<\/strong><br>\nDie Wohnungsfrage wird wieder zu einem zentralen Thema. Lange Zeit galt sie als politisch gel&ouml;st, da man aufgrund der zu erwartenden sinkenden Einwohnerzahlen in Deutschland von einem sinkenden Bedarf an Wohnungen ausging. Doch trotz des absehbaren R&uuml;ckgangs der Bev&ouml;lkerung ist der Bedarf an Wohnraum nach wie vor sehr gro&szlig;. Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind u.a. die Zunahme der Singlehaushalte und die verst&auml;rkte Zuwanderung. Bundesdeutsche Gro&szlig;- und Universit&auml;tsst&auml;dte boomen, w&auml;hrend l&auml;ndliche Regionen mit Abwanderung der Bev&ouml;lkerung k&auml;mpfen. Wissenschaftliche Prognosen sehen bis zum Jahr 2030 eine regional sehr stark divergierende Entwicklung voraus. So werden Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg voraussichtlich massiv wachsen, w&auml;hrend Sachsen-Anhalt, Th&uuml;ringen und das Saarland bev&ouml;lkerungsm&auml;&szlig;ig stark schrumpfen.<br>\n&bdquo;Deutschland w&auml;chst und schrumpft gleichzeitig&ldquo; (DGB)<br>\nIn vielen gro&szlig;en St&auml;dten wird das Angebot an bezahlbaren Wohnungen knapp, gleichzeitig gibt es in bev&ouml;lkerungsschwachen Regionen viele leerstehende Wohnungen. Experten sagen voraus, dass in Deutschland 2017 schon 400.000 Mietwohnungen fehlen werden. Immer mehr Menschen k&ouml;nnen sich ihre Wohnung nicht mehr leisten &ndash; die Mieten steigen, vor allem in den Metropolen. Sozialverb&auml;nde fordern die Politik auf, rasch f&uuml;r mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Die Bundesregierung will mit der Mietpreisbremse gegen die Kostenexplosion ank&auml;mpfen. 2016 soll zudem das Wohngeld f&uuml;r Geringverdiener sp&uuml;rbar steigen. Schon seit einiger Zeit hat sich die Politik dagegen weitgehend aus dem sozialen Wohnungsbau zur&uuml;ckgezogen. Die Zahl der &ouml;ffentlich gef&ouml;rderten Sozialwohnungen hat einen Tiefstand erreicht.Gleichzeitig haben in den letzten Jahren immer mehr Finanzinvestoren ihre Aktivit&auml;ten auf den Immobilienmarkt ausgedehnt. So sind milliardenschwere Unternehmen entstanden. Kapitalgesellschaften, die in erster Linie ihren Aktion&auml;ren verpflichtet sind und nicht den Mietern, dominieren den Markt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.verdi-bub.de\/index.php?id=2263\">ver.di b+b<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&ldquo;Die Gewalt ging eindeutig von uns aus&rdquo;<\/strong><br>\nNach j&uuml;ngsten Recherchen des WDR hat die RWE zur Abwehr und Festsetzung von Demonstranten am vergangenen Wochenende im Braunkohletagebau Garzweiler auch eine private Sicherheitsfirma angeheuert. Das Unternehmen IWSM &ndash; Industrie- und Werkschutz Mundt GmbH &ndash; aus Frechen soll demnach an besagtem Wochenende mit rund einem Dutzend M&auml;nnern im Einsatz gewesen sein. Ein Mitarbeiter der Firma IWSM hat sich in einem Exklusiv-Interview mit dem WDR H&ouml;rfunk ausf&uuml;hrlich zu den Ereignissen in Garzweiler ge&auml;u&szlig;ert.<br>\nAusl&ouml;ser war jenes Foto, welches der WDR am vergangenen Mittwoch (19.08.2015) im Internet ver&ouml;ffentlicht hatte. Es zeigt einen Mann mit Sonnenbrille und gelb-gr&uuml;ner Warnweste, der einen Aktivisten offenbar mit Gewalt auf den Boden presst und festh&auml;lt. Hubert K., Mitarbeiter des privaten Sicherheitsdienstes IWSM sagt dazu im Interview mit dem WDR: &ldquo;Ich bin damit nicht einverstanden. Ich bin eher gewaltlos &ndash; so bin ich erzogen, so ist mein Charakter. Ich woll&rsquo;t ganz einfach auch dazu beitragen, dass die Wahrheit so&rsquo;n bisschen ans Licht kommt.&rdquo; K. war am vergangenen Wochenende gemeinsam mit rund einem Dutzend Kollegen in der Braunkohlegrube in Garzweiler im Einsatz. Im Auftrag von RWE. Seinen Namen haben wir hier ge&auml;ndert. Als er das Foto sah, erkannte er seinen Kollegen und Einsatzleiter. An den Einsatz erinnert er sich gut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/themen\/aktuell\/polizei-rwe-garzweiler-100.html\">WDR<\/a>\n<p><strong>Dazu: Ministerium untersucht Polizeieinsatz<\/strong><br>\nDas nordrhein-westf&auml;lische Innenministerium hat angek&uuml;ndigt, den Polizeieinsatz w&auml;hrend der Proteste gegen den Braunkohletagebau Garzweiler am vergangenen Wochenende zu &uuml;berpr&uuml;fen. Der Kritik am Einsatz werde sorgf&auml;ltig nachgegangen, hie&szlig; es. In der kommenden Woche werde das Ministerium dem Innenausschuss ausf&uuml;hrlich berichten.<br>\nSowohl der Tagebau-Betreiber RWE Power wie auch die Polizei in D&uuml;ren wehren sich heftig gegen den Vorwurf, Werkssch&uuml;tzer und RWE-Mitarbeiter h&auml;tten bei den Protesten zu eng mit der Polizei zusammengearbeitet. Weiterhin verwahrt sich die Polizei in D&uuml;ren gegen den Vorwurf, Medienvertreter behindert zu haben. Lothar Lambertz, Sprecher von RWE Power, betonte zudem, das Unternehmen habe im Vorfeld der Proteste stets auf Deeskalation gesetzt.<br>\nLambertz: &bdquo;Es war klar, dass wir die Bandanlagen und die Bagger sofort abschalten w&uuml;rden, wenn sich ihnen Menschen n&auml;hern.&ldquo; Polizei-Sprecher Ralf Meurer stellte klar: &bdquo;Es gab mit dem Unternehmen keine gemeinsame Planung und keine konzertierte Aktion.&ldquo; Es habe auch keine Empfehlung der Polizei an RWE Power gegeben, die Anlagen vor den Protesten vorsorglich abzuschalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/garzweiler-ministerium-untersucht-polizeieinsatz,1472596,31513572.html\">FR Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Aus gutem Haus<\/strong><br>\nDer Weg in die obersten Etagen der Wissenschaft f&uuml;hrt &uuml;ber Leistung, lautet das akademische Credo. Aber ein b&uuml;rgerliches Elternhaus oder ein Professor als Vater schadet nicht.<br>\nWissenschaft versteht sich als Verdienstorden, der sich auch in der Auswahl seiner Mitglieder am Objektivit&auml;tsideal orientiert. Man bleibt unter sich und rekrutiert nach eigenen Regeln. Der Neutralit&auml;tsanspruch ist verfahrenstechnisch abgesichert. Wer eine Professur erreichen will, durchl&auml;uft ein standardisiertes Verfahren, wird von Peers gepr&uuml;ft und nach Kennziffern gerankt und ist auch sp&auml;ter, bei der Mittelvergabe, der Leistungskontrolle unterworfen. Dass auch &ouml;konomische und soziale Faktoren bei der akademischen Auslese eine Rolle spielen, ist trotzdem kein gewagter Verdacht, schon wegen der Unw&auml;gbarkeiten akademischer Karrieren. Aber auch wegen der Usancen des Milieus. Wer den elaborierten Code nicht beherrscht und einen ironischen Ton plump pariert, wird in der Beletage der akademischen Welt schwer Anerkennung finden.<br>\nBisher gab es nicht allzu viele Studien zum Einfluss der sozialen Herkunft auf den wissenschaftlichen Erfolg. Eine beeindruckend konzise hat jetzt die Soziologin Angela Graf vorgelegt. Anders als ihre Vorg&auml;nger subsumiert sie unter dem Elitebegriff nicht die gesamte Professorenschaft, sondern nur die Tr&auml;ger h&ouml;chster akademischer Ehren, des Nobelpreises und des Leibniz-Preises, sowie die Pr&auml;sidenten der gro&szlig;en Forschungsgesellschaften. Das Sample summiert sich auf vierhundert Personen. Graf untersucht die Curricula &uuml;ber einen Zeitraum von siebzig Jahren.<br>\nDas Ergebnis ist kein Mythensturz, aber in seiner Eindeutigkeit &uuml;berrascht es. Beide Gruppen zeigen eine ausgesprochen hohe soziale Homogenit&auml;t. Zu gut zwei Dritteln stammt die Wissenschaftselite aus dem B&uuml;rgertum, zu 27 Prozent sogar aus dem Gro&szlig;b&uuml;rgertum, was um so mehr ins Gewicht f&auml;llt, als darunter nur ein Prozent der Gesamtbev&ouml;lkerung f&auml;llt. &Uuml;ber f&uuml;nfzig Prozent sind T&ouml;chter und S&ouml;hne h&ouml;herer Beamter und leitender Angestellter. Gut die H&auml;lfte hat einen promovierten Vater, vierzehn Prozent kommen aus einem Professorenhaushalt. Nur ein Nobelpreistr&auml;ger ist Arbeiterkind: der Biochemiker Hartmut Michel, dem 1988 die h&ouml;chste Weihe zuteilwurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/forschung-und-lehre\/ueber-die-soziale-herkunft-der-wissenschaftselite-13755361.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Menschen ohne Rechte<\/strong><br>\nDer internationale Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel suggeriert, als sei Sklaverei bereits Geschichte. Sklaverei ist aber ein aktuelles Massenph&auml;nomen, die wir in Produkten mit Dumpingpreisen sehen k&ouml;nnen. (&hellip;)<br>\nDie r&uuml;cksichtslose Ausnutzung von Menschen beschr&auml;nkt sich nicht auf die Vergangenheit, sondern reicht bis in die Gegenwart. Laut einer Studie der International Labour Organization (ILO) sind heutzutage weltweit fast 21 Millionen Menschen Opfer von Zwangsarbeit. Die illegal erwirtschafteten Gewinne f&uuml;r Hinterm&auml;nner betragen j&auml;hrlich kaum vollstellbare 150 Milliarden US-Dollar. Nicht ohne Grund wird der Menschenhandel, gleich nach dem Drogen- und Waffenhandel, als die dritte der gewinnbringendsten Kriminalit&auml;tsarten angesehen. Selbst in Europa &ndash; einschlie&szlig;lich der EU &ndash; &uuml;bertreffen gesch&auml;tzte Profite 45 Milliarden.<br>\nUm gegen die Kriminalit&auml;t erfolgreich k&auml;mpfen zu k&ouml;nnen, wurde im April 2011 im Europ&auml;ischen Parlament eine Menschenhandelsrichtlinie (sog. Richtlinie 2011\/36\/EU) festgelegt. Im Vergleich mit fr&uuml;heren Vorschriften wird jetzt der Begriff Menschenhandel breiter definiert, so dass er auch Delikte wie erzwungene Bettelt&auml;tigkeiten oder Organentnahme zum Zwecke des illegalen Organhandels umfasst. F&uuml;r die Straftaten, die unter dem Menschenhandel fallen, droht ein Freiheitsentzug von mindestens f&uuml;nf Jahren, bzw. in besonderen F&auml;llen von mindestens zehn Jahren.<br>\nModerne Ausbeutung von Menschen und Arbeitskr&auml;ften basiert oft auf Armut, fehlender Bildung und Migration, welche Menschen in die Falle der Zwangsarbeit locken. Aufgrund Sprachbarrieren und Unkenntnis von ihren Rechten sehen sie h&auml;ufig keine M&ouml;glichkeit, sich aus ihrer Lage zu befreien. Um diesen Menschen zu helfen, agieren weltweit zahlreiche Organisationen wie &bdquo;YouCanFree.Us&ldquo; oder &bdquo;International Organization for Migration (IOM)&ldquo;. Auch in Deutschland laufen Projekte wie z.B.: &bdquo;B&uuml;ndnis gegen Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung (BGMA)&ldquo;. Auf der Website der BGMA findet man eine Liste mit Beratungsstellen, die zu einzelnen Bundesl&auml;ndern zugeordnet wurden. Die Beratung wird dort kostenlos, anonym und unabh&auml;ngig vom Aufenthaltsstatus geboten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.migazin.de\/2015\/08\/21\/menschen-ohne-rechte\/\">Migazin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Eine aufgekl&auml;rte Besetzung?<\/strong><br>\nWarum der Terror der Siedler auf Israels Rechtsstaat beruht.<br>\nIm M&auml;rz dieses Jahres erteilte der damalige milit&auml;rische Oberbefehlshaber &uuml;ber das Westjordanland, der israelische Generalmajor Nitzan Alon, den Befehl, s&auml;mtliche vom israelischen Parlament verabschiedeten Strafgesetze auch auf die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung anzuwenden. Zuvor hatten zwei getrennte Rechtsordnungen bestanden: das israelische Recht, das im Westjordanland nur f&uuml;r Juden gilt, und das Milit&auml;rrecht, dem alle anderen unterliegen. Seit Juni 2015 ist der Inhalt der beiden Rechtsordnungen, das hei&szlig;t, sind die Gesetze selbst identisch. Allerdings gibt es formale Einschr&auml;nkungen: Pal&auml;stinenser w&auml;hlen nat&uuml;rlich nicht f&uuml;r das israelische Parlament und k&ouml;nnen nicht in es hineingew&auml;hlt werden. Und im Unterschied zu j&uuml;dischen Siedlern, denen vor israelischen Zivilgerichten der Prozess gemacht wird, stehen Pal&auml;stinenser unver&auml;ndert vor Milit&auml;rtribunalen.<br>\nManchen Beobachtern erschien General Alons neuer Befehl als ein Schritt in die richtige Richtung. Zweifellos verbesserte er unmittelbar die Lebensqualit&auml;t Tausender Pal&auml;stinenser, denn das zuvor geltende Milit&auml;rrecht war unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig streng gewesen. Der Befehl wurde in einem Geiste erlassen, den Mitte-links-Zionisten ohne Ironie als &ldquo;aufgekl&auml;rte Besetzung&rdquo; bezeichnen.<br>\nAndere klagten, es handle sich bei Alons Anordnung um eine zynische Staffage f&uuml;r eine Milit&auml;rdiktatur. Tats&auml;chlich stellte die Unterwerfung der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung unter Israels parlamentarischen Gesetzgebungsprozess einen weiteren Schritt zur rechtlichen Annexion des Westjordanlands dar, das hei&szlig;t den &Uuml;bergang von der Besetzung zur offiziellen Apartheid. Soweit Israels Rechtsordnung vom Westjordanland getrennt blieb, lie&szlig; sich noch beharrlich behaupten, die Gebiete seien nur vor&uuml;bergehend besetzt. Je st&auml;rker jedoch beide Rechtsordnungen miteinander verschmelzen, desto schwieriger wird es, die Besetzung als einen vorl&auml;ufigen Zustand zu betrachten &ndash; wozu es nach f&uuml;nfzig Jahren ohnehin schon eine geh&ouml;rige Portion guten Willens braucht. Damit aber wird die kontroverse Rede von einer Apartheid zur unvermeidlichen Beschreibung der Realit&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/32\/israel-terror-westjordanland-justiz-willkuer\/komplettansicht%20\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Briefkastenfirma: CSU-Ikone Strau&szlig; kassierte Schmiergelder<\/strong><br>\nFranz Josef Strau&szlig;, der 1988 verstorbene ehemalige Bundesverteidigungs- und Bundesfinanzminister sowie zuletzt Ministerpr&auml;sident von Bayern, hat sich nach Informationen des SPIEGEL jahrelang mittels einer Briefkastenfirma von Unternehmern schmieren lassen. Dies belegen bislang unbekannte Akten des Eureco B&uuml;ro f&uuml;r Wirtschaftsberatung GmbH und Co. KG, die der Politikwissenschaftler Peter Siebenmorgen bei Recherchen f&uuml;r seine Strau&szlig;-Biografie (Siedler Verlag) fand. (&hellip;)<br>\nGegr&uuml;ndet wurde das B&uuml;ro 1964 von Strau&szlig;, seiner Gattin Marianne und dem Rechtsanwalt Reinhold Kreile, der mit einer Treuhand-Konstruktion daf&uuml;r sorgte, dass der Name Strau&szlig; im Zusammenhang mit Eureco nirgendwo auftauchte.<br>\nDie Liste der Unternehmen, die Strau&szlig; &uuml;ber das B&uuml;ro Geld zahlten, reicht von BMW und Bertelsmann &uuml;ber Daimler-Benz und Dornier bis hin zu Firmen aus dem Flick-Imperium und der Taurus-Film GmbH des Medien-Moguls Leo Kirch. Allein in den Jahren 1964 bis 1968 addierten sich die Zahlungen auf insgesamt 490.892 Mark. Eine f&uuml;r die damalige Zeit immense Summe: Das Jahresgehalt eines Bundesministers betrug seinerzeit etwa 90.000 Mark.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/franz-josef-strauss-kassierte-schmiergelder-ueber-briefkastenfirma-a-1049233.html%20\">Spiegel Online<\/a>\n<p><strong>Dazu: Schl&ouml;tterers Enth&uuml;llungen<\/strong><br>\nDie Kultur der Macht um Franz Josef Strau&szlig; hat Wilhelm Schl&ouml;tterer minuti&ouml;s entlarvt. Warum haben seine Erkenntnisse keine Folgen?<br>\nIn seinem Buch &bdquo;Macht und Mi&szlig;brauch&ldquo; schilderte der Jurist und ehemalige Ministerialrat Wilhelm Schl&ouml;tterer seine Erfahrungen als Beamter des bayerischen Finanzministeriums, der sich weigerte, Sch&uuml;tzlinge des CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strau&szlig; von der Steuer zu befreien. Er wurde mit Disziplinarverfahren und Strafantr&auml;gen verfolgt, erlebte Nichtbef&ouml;rderung, Umsetzung, Isolation sowie (seltene, wichtige) Solidarit&auml;t. Hauptthema des Buches ist jedoch die seit Strau&szlig; in der bayerischen Regierung wuchernde Korruption.<br>\nInteressant: Keiner der genannten CSU-Politiker, Spitzenbeamten und Gro&szlig;unternehmer klagte gegen das Buch. Sie schwiegen, als existierte es nicht. Auch die Presse griff den Komplex nicht auf. Man diskutierte zwar &uuml;ber Zivilcourage: etwa unter dem Aspekt, ob einer sich zur Rettung der Zivilisation von minderj&auml;hrigen Delinquenten zusammenschlagen lassen soll. Und man gruselte sich &uuml;ber den korrupten Berlusconi. Doch f&uuml;r Strau&szlig; sollte die Sprachregelung &bdquo;umstritten&ldquo; reichen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/Buch-ueber-bayerische-Korruption\/!5221877\/\">taz<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Adenauers Werk, Kohls Beitrag<\/strong><br>\n&bdquo;Schwarze Kassen aus der Zeit von Flick&ldquo;: Beil&auml;ufig verharmlost Sch&auml;uble die Zeit, in der Firmen illegal die Union finanzierten.<br>\nEs sind nur ein paar kurze S&auml;tze. Fast beil&auml;ufig, mitten in der mehr als einst&uuml;ndigen Dokumentation, die am Montag in der ARD ausgestrahlt wird. Aber mit enormer Sprengkraft. &bdquo;Es gibt keine&ldquo;, sagt Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble &uuml;ber die vermeintlichen Spender, denen Helmut Kohl einst sein Ehrenwort gegeben haben will. Die 2,1 Millionen Mark, die der damalige Bundeskanzler pers&ouml;nlich in die Partei eingespeist hatte, stammten aus anderen Quellen. &bdquo;Weil es aus der Zeit von Flick schwarze Kassen gab.&ldquo;<br>\nDas kollektive Ged&auml;chtnis ist kurz und ungenau. Zu Beginn des Jahrhunderts sagte der CDU manch einer das Schicksal der italienischen Democrazia Cristiana voraus, die im Korruptionssumpf untergegangen war. Stattdessen war der CDU-Parteispendenskandal der Auftakt einer beispiellose Karriere: Er sp&uuml;lte Angela Merkel an die Parteispitze. Als sie f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter Bundeskanzlerin wurde, war Kohls illegales Finanzierungssystem bereits eine vergessene Episode.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Schaeuble-und-illegale-CDU-Parteispenden\/!5221874\/%20\">Pascal Beucker und Anja Kr&uuml;ger in der taz<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Der Film von Stephan Lamby l&auml;uft heute Abend um 21.30 Uhr in der ARD. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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