{"id":27348,"date":"2015-08-27T14:03:47","date_gmt":"2015-08-27T12:03:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27348"},"modified":"2019-02-27T15:10:16","modified_gmt":"2019-02-27T14:10:16","slug":"regierung-im-blindflug-ein-zwischenruf-von-willy-wimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27348","title":{"rendered":"Regierung im Blindflug \u2013 Ein Zwischenruf von Willy Wimmer"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt gibt es also wieder &bdquo;Protokollstrecken&ldquo;. Anders kann man die Besuche und ihre Abfolge aus der Staats-und Regierungsspitze in Duisburg-Maxloh, Heidenau und Wilmersdorf nicht bezeichnen. Fein ausgesuchte Volksrepr&auml;sentanten, vermutlich vorformulierte Ansichten, ges&auml;uberte Stra&szlig;en, Bereitschaftspolizei die Menge. So f&auml;hrt man in ein Aufstandsgebiet. Im &Uuml;brigen kennt man diese Protokollstrecken noch von Erich. So weit ist es gekommen.<br>\n<!--more--><br>\nWie schlimm es um die Regierung steht, das offenbart sich in der Sprache. Da klingt es nur so auf dem Niveau derjenigen, von denen man sich aus gutem Grund absetzen mu&szlig;. &bdquo;Mob&ldquo;, &bdquo;Pack&ldquo; und so weiter. Um es deutlich zu sagen. So etwas geh&ouml;rt sich f&uuml;r eine Regierung nicht, die zudem weder an unseren Grenzen noch auf unseren Stra&szlig;en den eigenen staatlichen Gesetzen Geltung verschaffen kann. Der britische Premierminister Cameron, Ministerpr&auml;sident Orban in Budapest oder die d&auml;nische Regierung geben ein anderes Bild ab. (<em>Nachtrag und Zwischenbemerkung A. M&uuml;ller: Jens Berger weist mit Recht darauf hin, dass die Erw&auml;hnung dieser drei Personen als Lob f&uuml;r deren Politik verstanden werden kann. Ich habe es anders interpretiert, weil ich die Kritik Wimmers an der ablehnenden Haltung zum Beispiel der britischen Regierung gegen&uuml;ber der Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen noch im Ohr hatte. Der folgende Satz und der folgender Absatz machen deutlich, worauf Wimmer: zielt: auf das Nichtstun, auf den Blindflug, der Bundesregierung<\/em>) Unser Bundesinnenminister vergn&uuml;gt sich beim Aachener Reitturnier, w&auml;hrend seine Bundespolizisten und andere nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.<\/p><p>Die Unf&auml;higkeit, eine der Lage entsprechende Vorgehensweise seitens staatlicher Einrichtungen sicherzustellen, zeigt sich in den ermunternden Anrufen durch den amerikanischen Pr&auml;sidenten Obama. Nichts dar&uuml;ber verlautet, da&szlig; man sich die amerikanische Kriegspolitik verbittet, die eine wesentliche-wenn nicht zentrale-Ursache f&uuml;r die derzeitigen Verwerfungen auf dem Globus und bei uns ist. Wo h&ouml;rt man seitens der deutschen Regierung die Forderung nach einem st&auml;ndigen Gerichtshof gegen die Regierung der Vereinigten Staaten beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen permanenter v&ouml;lkerrechtswidriger Kriegseins&auml;tze und endloser Kriegsverbrechen?<\/p><p>Unter diesen Umst&auml;nden mu&szlig; man schon jetzt einen Schrecken bekommen, wenn durch das Bundespr&auml;sidialamt der Besuch des Herrn Bundespr&auml;sidenten in Washington im Oktober dieses Jahres verk&uuml;ndet wird. Er hat doch schon in Berlin gezeigt, wo er sich wohlf&uuml;hlt, wenn er neben einem amerikanischen Pr&auml;sidenten stehen darf? Soll der Herr Bundespr&auml;sident in Kenntnis einer gegen den Weltfrieden gerichteten amerikanischen Politik seit gut 20 Jahren hier in Europa und unseren Nachbarregionen eine Form von &bdquo;immerw&auml;hrender Kapitulation&ldquo; verk&uuml;nden, um deutsches Schweigen zu amerikanischer Weltherrschaftspolitik und entsprechender V&ouml;lkerrechtsbr&uuml;che und Kriegsverbrechen deutlich zu machen? Ist unser sch&ouml;nes Land wieder so &bdquo;dunkel&ldquo;?<\/p><p>Welches Bild wird mit diesem Besuch vermittelt, so wenige Tage nach dem 25. Jahrestag der Wiedervereinigung, zu der die heutige Russische F&ouml;deration so unglaublich viel beigetragen hat? Wohin uns diese Bundesregierung gef&uuml;hrt hat, wird an diesem Bild besonders deutlich. Wenn ihr daran gelegen gewesen sein sollte, den Geist und die Absichten der deutschen Wiedervereinigung und der Charta von Paris aus dem Jahr 1990 hochzuhalten, dann m&uuml;ssten wir in Deutschland zwischen Usedom und Immenstaad uns  freuen. Freuen darauf, alle diejenigen zum 3. Oktober 2015 in Berlin willkommen hei&szlig;en zu k&ouml;nnen, denen wir einen grandiosen Beitrag zum heutigen Deutschland verdanken k&ouml;nnen. Stattdessen sind wir durch die deutsche und westliche Politik von einem gemeinsamen Haus Europa weiter entfernt denn je. Wenn am 1. September und damit in wenigen Tagen in Deutschland an den Tag erinnert wird, an dem der Zweite Weltkrieg 1939 ausbrach, m&uuml;ssen wir doch eines sehen. Wegen der westlichen Politik, die sich beispielhaft auf dem Maidan-Platz in Kiev gegen Ru&szlig;land manifestiert hat, wissen wir nicht, ob wir im n&auml;chsten Jahr diesen Tag noch in Frieden begehen k&ouml;nnen.<\/p><p>Und die NATO-Presse, die bei der Schilderung der Migrationsbewegung das Ma&szlig; an Mitmenschlichkeit glaubt wiedergefunden zu haben, die man vergeblich gesucht hat, als afghanische Hochzeitsgesellschaften durch NATO-Kollateralein&auml;tze auseinander  gebombt worden, serbische Kinder an einer Br&uuml;cke in Valjevo beim Spaziergang durch NATO-Flugzeuge massakriert worden sind oder vor laufender Kamera ein Staatschef umgebracht wurde, von dem man sich zuvor noch Wahlk&auml;mpfe finanzieren lie&szlig;?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt gibt es also wieder &bdquo;Protokollstrecken&ldquo;. Anders kann man die Besuche und ihre Abfolge aus der Staats-und Regierungsspitze in Duisburg-Maxloh, Heidenau und Wilmersdorf nicht bezeichnen. Fein ausgesuchte Volksrepr&auml;sentanten, vermutlich vorformulierte Ansichten, ges&auml;uberte Stra&szlig;en, Bereitschaftspolizei die Menge. So f&auml;hrt man in ein Aufstandsgebiet. Im &Uuml;brigen kennt man diese Protokollstrecken noch von Erich. 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