{"id":27434,"date":"2015-09-04T09:16:19","date_gmt":"2015-09-04T07:16:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434"},"modified":"2015-09-04T09:16:19","modified_gmt":"2015-09-04T07:16:19","slug":"hinweise-des-tages-2452","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/WL\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h01\">Fl&uuml;chtlingspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h02\">Ein Foto schreckt die &Ouml;ffentlichkeit auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h03\">Deutsche Waffen machen Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h04\">Verm&ouml;gen ungleicher verteilt als gedacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h05\">Mindestlohn mit positiven Wirkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h06\">Ausbildungsmarkt: Hier sind noch Lehrstellen frei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h07\">Hirndoping am Arbeitsplatz: Ergebnisse des DAK Gesundheitsreports 2015<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h08\">Die Schwierigkeiten gewerkschaftlicher Solidarit&auml;tsarbeit mit Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h09\">Eine heftige und grunds&auml;tzliche Euro-Diskussion im August &ndash; weniger wichtig, aber doch erw&auml;hnenswert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h10\">Finanzsystem ohne Mega-Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h11\">Pentagon r&uuml;stet im europ&auml;ischen &ldquo;Machtvakuum&rdquo; auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h12\">USA werfen &Uuml;bungsatombomben an der Grenze zu Russland ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h13\">Zu fair f&uuml;rs Finanzamt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434#h14\">Meine Meinung: Keine Meinung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27434&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlingspolitik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ins Fl&uuml;chtlingslager statt nach Deutschland<\/strong><br>\nIn Budapest wurde die Blockade des Ostbahnhofs zwar aufgehoben, ausreisen d&uuml;rfen die Fl&uuml;chtlinge aber nicht. Einige wurden stattdessen zu einem Fl&uuml;chtlingslager gefahren.<br>\nUnter den Fl&uuml;chtlingen herrschte ein Gef&uuml;hl totaler Verwirrung, kaum Aggression. Dennoch d&uuml;rfte sich die Lage weiter zuspitzen, zumal f&uuml;r die n&auml;chsten Tage mit Regen und einem Temperaturr&uuml;ckgang gerechnet wird.<br>\nEs ist derzeit v&ouml;llig unklar, wie es am Ostbahnhof weitergehen soll. Die Beh&ouml;rden wirken komplett ratlos, und tats&auml;chlich befindet sich Ungarn in einem schwierigen Dilemma. Gem&auml;ss den Regeln von Schengen ist Budapest verpflichtet, seine S&uuml;dgrenze zu sichern und strenge Kontrollen vorzunehmen, da es sich um eine EU-Aussengrenze handelt. Die Regierung versuchte dieser Aufgabe mit dem umstrittenen, von der EU aber nicht grunds&auml;tzlich verurteilten Grenzzaun nachzukommen. Dieser hat sich jedoch wenig &uuml;berraschend als v&ouml;llig untauglich erwiesen, vor Krieg und Terror fliehende Menschen abzuschrecken, die die Strapazen der Westbalkan-Route auf sich nehmen. Seit der Fertigstellung einer ersten Version der Sperranlage vor einer Woche ist die Zahl ankommender Migranten so hoch wie zuvor, &uuml;ber 2000 sind es jeden Tag.<br>\nUnbestritten ist, dass eine harte Haltung gegen&uuml;ber Fl&uuml;chtlingen der ungarischen Regierung innenpolitisch dient. Immer wieder wird ihr seitens der Opposition und von Nichtregierungsorganisationen vorgeworfen, die Eskalation bewusst gesucht zu haben. Die Lager in Ungarn sind zudem in einem erb&auml;rmlichen Zustand und bieten viel zu wenig Pl&auml;tze. Die nun geplante Notstandsgesetzgebung setzt einseitig auf Repression und &auml;ndert an dieser Lage nichts. Klar ist aber auch, dass die allermeisten Fl&uuml;chtlinge aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden ein sehr konkretes Ziel haben, und dieses ist nicht Ungarn. Sie sind deshalb nicht bereit, f&uuml;r die Dauer des Asylverfahrens im Land zu bleiben, wie es die Dublin-III-Verordnung vorsieht. L&auml;sst Budapest die Gestrandeten wie am Montag ungehindert nach &Ouml;sterreich und Deutschland ausreisen, setzt sich die Regierung umgehend Kritik der europ&auml;ischen Partner aus. Ein Festhalten der Fl&uuml;chtlinge an einem geeigneteren Ort als dem Ostbahnhof ist aber v&ouml;lkerrechtlich unzul&auml;ssig. So wird in Ungarn &ndash; einem Land, das seiner Pflicht zur Registrierung im Gegensatz zu Italien oder Griechenland weitgehend nachgekommen ist &ndash; klarer als zuvor anderswo, dass die Regeln von Dublin und Schengen dieser Migrationswelle auf die Dauer kaum standhalten werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/international\/europa\/ins-fluechtlingslager-statt-nach-deutschland-1.18607254\">Meret Baumann in der NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Lasst doch die Fl&uuml;chtlinge das Land selbst aussuchen<\/strong><br>\nFreiheit, Sicherheit und Recht: Das ist Europa denen, die hierhin wollen, schuldig. Alles andere w&auml;re eine Bankrotterkl&auml;rung.<br>\nAn der Art und Weise, wie wir Europ&auml;er diese Herausforderung durch Fl&uuml;chtlinge bew&auml;ltigen, wird sich entscheiden, welches Europa wir den n&auml;chsten Generationen hinterlassen. Es gibt viele gute Gr&uuml;nde, die um Aufnahme Ersuchenden in gr&ouml;&szlig;erem Umfang und geeint tats&auml;chlich als das &bdquo;Europa der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts&ldquo; zu behandeln. Diese Selbstbeschreibung der Europ&auml;ischen Union muss sich an ihrem Umgang mit Fl&uuml;chtlingen messen lassen.<br>\nZun&auml;chst sind die EU-L&auml;nder v&ouml;lker- und menschenrechtlich, aber auch moralisch aufgrund des eigenen Selbstverst&auml;ndnisses dazu verpflichtet, all den Menschen vor&uuml;bergehenden Schutz und eine Grundsicherung zu gew&auml;hren, die wegen ihrer Religion, Rasse, Nationalit&auml;t, politischen oder Geschlechter-Orientierung fl&uuml;chten mussten. Allein der Hinweis, dass andere Staaten diesen Geboten des Rechtes und der Menschlichkeit noch weniger Beachtung schenken, kann kein Grund f&uuml;r Wegsehen oder Unt&auml;tigkeit sein. Die Hauptb&uuml;rden der Aufnahme von Fl&uuml;chtlingen tragen viel &auml;rmere L&auml;nder in Afrika und im Nahen Osten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/was-europa-den-fluechtlingen-schuldet-13780084.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Union betreibt weiter Raubbau am Asylrecht<\/strong><br>\nWas die Union in ihrem 12-Punkte-Programm zur Fl&uuml;chtlingspolitik fordert, f&uuml;hrt das Recht von Fl&uuml;chtlingen auf Schutz und Asyl endg&uuml;ltig ad absurdum. V&ouml;llig unbefangen wird dort die Legitimierung einer rassistischen Diskriminierung von Fl&uuml;chtlingen gefordert. F&uuml;r die &sbquo;guten Fl&uuml;chtlinge&lsquo; soll es eine z&uuml;gige Integration und den Zugang zum Arbeitsmarkt geben, f&uuml;r die &sbquo;b&ouml;sen Fl&uuml;chtlinge&lsquo; aus dem Westbalkan hingegen die schnelle Abschiebung und ein jahrelanges Wiedereinreiseverbot&ldquo;, kommentiert Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die bekanntgewordenen Inhalte des 12-Punkte-Papiers der CDU\/CSU zur Fl&uuml;chtlingspolitik. Jelpke weiter:<br>\n&bdquo;S&auml;mtliche Forderungen der Union verh&ouml;hnen den Grundgedanken des Asylrechts. Den Zugang zum Gesundheitssystem versteht die Union als Anreiz, nicht etwa als humanit&auml;re Grundnotwendigkeit. Die Erweiterung der Liste der sogenannten &sbquo;sicheren Herkunftsstaaten&lsquo; soll einen noch schnelleren unkomplizierten Abschiebungsmechanismus f&uuml;r noch mehr Westbalkanfl&uuml;chtlinge erm&ouml;glichen. Mindeststandards bei der Fl&uuml;chtlingsunterbringung sollen mit dem Argument der Eilbed&uuml;rftigkeit erst einmal unter den Tisch fallen. Inwieweit der Bund die L&auml;nder und Kommunen finanziell entlasten wird &ndash; dar&uuml;ber wird sich hingegen wieder einmal ausgeschwiegen. Das Papier kn&uuml;pft da an, wo der Asylkompromiss aufgeh&ouml;rt hat. Dass diese Forderungen &uuml;berhaupt &ouml;ffentlich so gestellt werden k&ouml;nnen, zeigt uns auf, wie schlimm es um das Asylrecht in Deutschland steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ulla-jelpke.de\/2015\/09\/union-betreibt-weiter-raubbau-am-asylrecht\/\">Ulla Jelpke<\/a>\n<p>dazu: <strong>Union will Anreize f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge begrenzen<\/strong><br>\nDie Union will Anreize f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge begrenzen. Die CDU\/CSU-Bundestagsfraktion fordert in einem Zw&ouml;lf-Punkte-Plan, dass Menschen in Erstaufnahmelagern statt Bargeld Sachleistungen bekommen. Auch eine Gesundheitskarte f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge lehnt die Union ab.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/union-fluechtlingspolitik-101.html\">Tagesschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Macht die Grenzen auf!&ldquo; &ndash; Europas Versagen in der Fl&uuml;chtlingspolitik<\/strong><br>\nAuf ihrem Weg nach Europa haben sie die H&ouml;lle erlebt: Tausende Fl&uuml;chtlinge, die in diesen Tagen in Deutschland ankommen. Migrationsforscher fordern jetzt: Macht die Grenzen auf, um den Schleppern ihre Gesch&auml;ftsgrundlage zu entziehen &ndash; und das tausendfache Sterben zu beenden. Eine Forderung, die nur auf den ersten Blick provokant klingt. Denn internationale Untersuchungen haben l&auml;ngst bewiesen: Fl&uuml;chtlinge lassen sich durch Z&auml;une nicht abschrecken &ndash; und seien sie noch so hoch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/sendungen\/europas-versagen-in-der-fluechtlingspolitik-100.html\">Monitor<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Weitere interessante Monitor-Beitr&auml;ge zum Thema:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/sendungen\/chancen-der-zuwanderung-100.html\">Chancen der Zuwanderung: Wie Deutschland von Fl&uuml;chtlingen profitiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/sendungen\/kosovo-fluechtlinge-100.html\">Kosovo-Fl&uuml;chtlinge &ndash; Deutschlands Versagen auf dem Balkan<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ein Foto schreckt die &Ouml;ffentlichkeit auf<\/strong><br>\nDas Bild geht um die Welt: Ein kleiner Junge liegt tot an einem Strand in der T&uuml;rkei. Zahlreiche Medien zeigten die Aufnahme oder brachten das Foto, auf dem ein Polizist den K&ouml;rper wegtr&auml;gt. &raquo;Gew&ouml;hnlich ist ein Leichnam ein stummes, unansehnliches Ding. Es gibt aber Leichen, die lauter reden als Posaunen und heller leuchten als Fackeln.&laquo; Diese Worte schrieb Rosa Luxemburg vor 103 Jahren in einem Artikel f&uuml;r die sozialdemokratische Zeitung Die Gleichheit. Am Donnerstag griffen zahlreiche Menschen diese Worte auf und kommentierten damit im Internet das Foto des dreij&auml;hrigen Aylan Kurdi, der zwar die Flucht aus der von den IS-Terroristen attackierten und belagerten Stadt Kobani &uuml;berlebte, nicht aber die Fahrt nach Europa. Auch sein f&uuml;nf Jahre alter Bruder und seine Mutter starben, sein Vater &uuml;berlebte schwerverletzt. Ihr Boot war auf dem Weg von der T&uuml;rkei zur griechischen Insel Kos untergegangen, mindestens zw&ouml;lf Menschen kamen dabei ums Leben &ndash; zw&ouml;lf von insgesamt 2.600 Menschen, die allein in diesem Jahr die Flucht &uuml;ber das Mittelmeer nicht &uuml;berlebt haben.<br>\nEs ist die Stunde der Heuchler. Bild, das seit Jahrzehnten gegen Fl&uuml;chtlinge, Minderheiten und Schw&auml;chere hetzt, r&auml;umte die komplette letzte Seite der Ausgabe vom Donnerstag frei, um das Foto umgeben von einem schwarzen Kasten abzudrucken: &raquo;Bilder wie dieses sind sch&auml;ndlich allt&auml;glich geworden. Wir ertragen sie nicht mehr, aber wir wollen, wir m&uuml;ssen sie zeigen, denn sie dokumentieren das historische Versagen unserer Zivilisation in dieser Fl&uuml;chtlingskrise.&laquo; Frankreichs Ministerpr&auml;sident Manuel Valls, dessen Polizei in Calais mit Hunden Jagd auf Fl&uuml;chtlinge macht, schrieb auf Twitter: &raquo;Er hatte einen Namen: Aylan. Wir m&uuml;ssen dringend etwas tun.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/09-04\/046.php\">junge Welt<\/a>\n<p>dazu: <strong>Ist es in Ordnung, das tote Fl&uuml;chtlingskind zu zeigen?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/69468\/ist-es-in-ordnung-das-tote-fluechtlingskind-zu-zeigen\/\">BILDblog<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Entsetzen-Aufregen-Weitermachen<\/strong><br>\nSollte der Schock &uuml;ber die toten Fl&uuml;chtlinge wirklich tief sitzen und nicht blo&szlig; geheuchelt sein, dann ist das Folge einer kollektiven Erkenntnisverweigerung. Das herrschende Asylchaos konnte nur entstehen, weil man nicht sehen wollte, womit schon l&auml;nger zu rechnen war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/le-bohemien.net\/2015\/09\/03\/fluechtlinge-entsetzen-aufregen-weitermachen\/\">Le Bohemien<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>&ldquo;Die internationale Gemeinschaft versagt&rdquo;<\/strong><br>\nIm syrischen B&uuml;rgerkrieg machen sich nach Ansicht der Vereinten Nationen l&auml;ngst nicht mehr nur die Kriegsparteien schuldig. In einem Bericht erhebt eine Kommission des UNO-Menschenrechtsrates schwere Vorw&uuml;rfe gegen die internationale Gemeinschaft. Sie tue nichts, um die Bev&ouml;lkerung vor den Verbrechen der Kriegsparteien zu sch&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/buergerkrieg-in-syrien-die-internationale-gemeinschaft.1818.de.html?dram:article_id=330105\">Deutschlandfunk<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutsche Waffen machen Fl&uuml;chtlinge<\/strong><br>\nIm Berliner Innenministerium haben sie auf die Land-Karte geschaut: Prima, der Jemen liegt nicht am Mittelmeer. Selbst wenn ein Boot voller Fl&uuml;chtlinge durch das Rote Meer f&uuml;hre, sp&auml;testens im Suez-Kanal w&auml;re Schluss mit Flucht. Auch der Landweg nach Europa ist ziemlich unm&ouml;glich. Aufatmen. Zwar sind dank einer von Saudi Arabien gef&uuml;hrten Milit&auml;rintervention im Jemen nach UN-Angaben im Land bereis 1,4 Millionen Menschen als Binnenfl&uuml;chtlinge unterwegs. Wie lange es die im Land h&auml;lt, ist ungewiss. Deshalb stellt sich die UN schon mal auf 100.000 Fl&uuml;chtlinge in den n&auml;chsten sechs Monaten ein. Ordentliche Fl&uuml;chtlinge, die au&szlig;er Landes fliehen. Aber nach Deutschland werden sie es nicht schaffen.<br>\nEs sind alles lupenreine Demokratien, die von den Saudis angef&uuml;hrt seit dem 26.&nbsp;M&auml;rz 2015 im Jemen Krieg f&uuml;hren: Bahrain, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Marokko und der Sudan. Gottseidank werden sie von noch reineren Demokratien, den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich und Gro&szlig;britannien logistisch unterst&uuml;tzt. Die USA zum Beispiel helfen freundlicherweise mit jeder Menge Streubomben aus. Schon lange exportieren die Vereinigten Staaten Drohnen in den Jemen, immer sch&ouml;n zielgenau. [&hellip;]<br>\nZwischen 2001 und 2014 billigte die deutsche Regierung R&uuml;stungsverk&auml;ufe im Wert von fast 2,6 Milliarden an die saudische Diktatur. Das sichert Profite der deutschen R&uuml;stungsindustrie. Auch die anderen L&auml;nder der Jemen-&Uuml;berfall-Aktion sind in den Kundenb&uuml;chern der deutschen Industrie verzeichnet. Feuerleiteinrichtungen, Kriegsschiffe, Munition, Kleinwaffen sowie Fahrzeuge und Panzer sind die wesentlichen Exportg&uuml;ter. Nat&uuml;rlich wurden Tornado-Panavia Kampfbomber auch schon geliefert. Das ist bei Saudi Arabien besonders pikant. Denn Hilfsgelder und Investitionen flie&szlig;en vom saudischen Verteidigungsministerium nicht nur in den Syrien-Krieg, sondern auch in die pakistanische R&uuml;stungsindustrie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rationalgalerie.de\/home\/deutsche-waffen-machen-fluechtlinge.html\">RationalGalerie<\/a>\n<p>dazu: <strong>R&uuml;stungskonzern will mehr exportieren: Rheinmetall schie&szlig;t gegen die Politik<\/strong><br>\nEin neues Werk f&uuml;r die Automotive-Abteilung in China, ein Gesamtumsatz von zehn Milliarden Euro bis 2020 und eine R&uuml;stungssparte, die noch in diesem Jahr schwarze Zahlen schreibt: Rheinmetall-Chef Armin Papperger lie&szlig; am Mittwoch bei einem Vortrag in Berlin keinen Zweifel daran, dass es f&uuml;r sein Unternehmen in n&auml;chster Zeit viel zu tun gibt. Derzeit gebe es auf der Welt pro Jahr durchschnittlich 450 Konflikte, die sich auf die Weltwirtschaft, die nationale Verteidigungsindustrie, aber auch auf die Bundeswehr und ihre sicherheitspolitische Rolle innerhalb der Nato auswirken k&ouml;nnten, sagte Papperger.<br>\n&bdquo;Wir k&ouml;nnen uns nicht ewig auf die USA verlassen&ldquo;, mahnte Papperger mit Blick auf die deutsche Beteiligung an internationalen Milit&auml;reins&auml;tzen und die zum Teil l&uuml;ckenhafte Ausstattung der hiesigen Streitkr&auml;fte. &bdquo;Die Politik muss das der Bev&ouml;lkerung nahe bringen.&ldquo; Bei der Bundeswehr mangelt es seit geraumer Zeit unter anderem an gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern und Flugzeugen. Zwar habe Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit der erneuten Indienstnahme von mehr als 100 bereits ausgemusterten &bdquo;Leopard&ldquo;-Panzern und einem neu aufgelegten Programm f&uuml;r den Ausbau der Transportkapazit&auml;ten zu Lande wichtige Schritte in die richtige Richtung unternommen. Aber: &bdquo;Weitere Ausgaben werden n&ouml;tig sein.&ldquo; Wie viel der Bund aus seiner Sicht in R&uuml;stungsg&uuml;ter investieren muss, lie&szlig; Papperger offen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/ruestungskonzern-will-mehr-exportieren-rheinmetall-schiesst-gegen-die-politik\/12269932.html\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Verm&ouml;gen ungleicher verteilt als gedacht<\/strong><br>\nEine neue Studie hat den Einfluss der Superreichen auf die Verm&ouml;genskonzentration beleuchtet. Deren Anteile blieben bislang unber&uuml;cksichtigt. Die Ergebnisse &uuml;berraschen.<br>\nWie stark ist die Verm&ouml;gensverteilung zugunsten einer kleinen Oberschicht konzentriert? Diese Debatte geht mit einer neuen Studie in die n&auml;chste Runde. Bislang basieren die meisten Studien auf Daten aus Befragungen. So hatte die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) vor gut zwei Jahren eine gro&szlig;e Untersuchung vorgelegt, f&uuml;r die sechzigtausend Haushalte nach ihren gesch&auml;tzten Verm&ouml;gen befragt wurden. Allerdings wandten einige Verteilungsforscher ein, dass bei einer solchen Befragung die Superreichen nicht enthalten sind &ndash; weil sie nicht antworten oder ihre Zahl zu klein ist, so dass sie in der Stichprobe nicht erfasst werden. Im vergangenen Jahr hatte der EZB-&Ouml;konom Philip Vermeulen daher die urspr&uuml;nglichen Daten um Informationen aus der &bdquo;Forbes&ldquo;-Liste der Milliard&auml;re erg&auml;nzt. Sein Ergebnis: Die Verm&ouml;gensballung ist deutlich gr&ouml;&szlig;er als bislang ausgewiesen. [&hellip;]<br>\nBezieht man die Topverm&ouml;gensbesitzer in die Verteilungsforschung ein, so steigt der Anteil des obersten Prozents der Bev&ouml;lkerung am Gesamtverm&ouml;gen erheblich. Rein nach den Daten der Befragungen h&auml;lt das reichste Prozent in Deutschland rund 24 Prozent am Gesamtreichtum von knapp 9 Milliarden Euro. Ber&uuml;cksichtigt man die Superreichen, steigt der Anteil auf rund 32 Prozent. Betrachtet man nur das oberste Promille der Bev&ouml;lkerung, ist der Effekt noch gr&ouml;&szlig;er: Nach den l&uuml;ckenhaften Daten der urspr&uuml;nglichen EZB-Studie kommt das oberste Tausendstel auf rund 4 Prozent des Gesamtverm&ouml;gens, nach der DIW-Studie sind es etwas &uuml;ber 17 Prozent. Das reichste Promille der Bev&ouml;lkerung &ndash; das sind etwa 40.000 Haushalte &ndash; habe ein Nettoverm&ouml;gen von 11 Millionen Euro je Haushalt und ein Gesamtverm&ouml;gen von 1,5 Billionen, sagt DIW-&Ouml;konom Bach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/diw-studie-beleuchtet-einfluss-der-reichen-auf-vermoegensballung-13782151.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Ergebnisse &uuml;berraschen h&ouml;chstens FAZ und INSM, die immer standhaft die krasse Ungleichheit auf Basis fragw&uuml;rdigster Statistiken geleugnet haben. Man muss aber fairerweise zugeben, dass diese Fehleinsch&auml;tzung hier offen einger&auml;umt wird. Leider folgen (noch?) keine politischen Forderungen bei der FAZ &ndash; viel h&ouml;here L&ouml;hne und eine deutliche Anhebung der Steuern auf Kapitalgewinne und auch Verm&ouml;gen w&auml;ren nat&uuml;rlich angemessen. Stattdessen werden wir wohl auf den n&auml;chsten FAZ-Quatsch-Kommentar &aacute; la &ldquo;Der Finanzminister sollte blo&szlig; nicht auf populistische Ideen wie eine h&ouml;here Erbschaftsteuer oder eine Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer kommen, um die ungleiche Verm&ouml;gensverteilung zu bek&auml;mpfen. Verm&ouml;gen sind das Ergebnis harter Arbeit und kluger unternehmerischer Entscheidungen. Die Armen sollen vielmehr schauen, dass sie eigenverantwortlich durch bessere Bildung und harte Arbeit nach vorne kommen&hellip;&rdquo; nicht lange warten m&uuml;ssen.<\/em><\/p>\n<p>Dazu: <strong>Der unsichtbare Club der 500 reichsten Deutschen<\/strong><br>\nDeutschlands Superreiche haben eine enorme Macht, und doch kennt kaum jemand ihre Namen. Denn die Multimilliard&auml;re eint ihre Scheu vor der &Ouml;ffentlichkeit. Ein neues Ranking zeigt, wer dazugeh&ouml;rt. [&hellip;]<br>\nInsgesamt war das vergangene Jahr f&uuml;r den Club der 500 Reichsten extrem erfolgreich. Ihr Verm&ouml;gen wuchs um 12,6 Prozent auf zusammengerechnet 665 Milliarden Euro. Damit haben sie sich vom globalen Wohlstandskuchen deutlich mehr abgeschnitten als der gro&szlig;e Rest. 2014 legte die globale Wirtschaftsleistung um lediglich 3,4 Prozent zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article145987961\/Der-unsichtbare-Club-der-500-reichsten-Deutschen.html\">Welt Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mindestlohn mit positiven Wirkungen<\/strong><br>\nDer Mindestlohn ist ein Erfolg: Besonders Geringqualifizierte, Besch&auml;ftigte in Niedriglohnbranchen in Ostdeutschland und MinijobberInnen profitieren von der gesetzlichen Lohnuntergrenze. Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit prognostiziert in diesem Jahr rund 60.000 AufstockerInnen weniger &ndash; dank des Mindestlohns. (&hellip;)<br>\nEs sind gerade die L&ouml;hne der Un- oder Angelernten in Ostdeutschland im Winter 2015 um bis zu 9,3 Prozent gestiegen und damit doppelt- bis dreifach so stark wie die L&ouml;hne in h&ouml;heren Leistungsgruppen. Nach derzeitigen Erkenntnissen (ohne Minijobber\/-innen) sind in Ostdeutschland die L&ouml;hne insgesamt um 1,75 Prozent gestiegen, in ganz Deutschland um etwa 0,25&nbsp;Prozent. Kommen die geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten hinzu, k&ouml;nnte sich der Wert f&uuml;r Deutschland insgesamt sogar verdoppeln.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150904_Klartext-Mindestlohn.gif\" alt=\"Mindestlohn mit positiven Wirkungen\" title=\"Mindestlohn mit positiven Wirkungen\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++93556224-5248-11e5-940c-52540023ef1a\">DGB<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ausbildungsmarkt: Hier sind noch Lehrstellen frei<\/strong><br>\nAlle wollen Tierpfleger werden, keiner Klempner: Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen, und 100.000 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einer Lehrstelle. Unsere Karte zeigt, wo sie die besten Chancen haben. [&hellip;]<br>\nInsgesamt 123.100 Lehrstellen sind deutschlandweit bislang unbesetzt. Das ist fast ein Viertel der Ausbildungspl&auml;tze, die bei der BA gemeldet sind. Die Karte unten zeigt, in welchen Gegenden noch Lehrlinge gesucht werden. [&hellip;]<br>\nGastronomie-Berufe haben zum Beispiel einen eher schlechten Ruf. &ldquo;Bei K&ouml;chen und Restaurantfachleuten haben wir ein richtig gro&szlig;es Problem&rdquo;, sagt die Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des Hotel- und Gastst&auml;ttenverbands Dehoga, Ingrid Hartges. Ungem&uuml;tliche Arbeitszeiten und ein geringer Lohn schrecken viele junge Menschen ab.<br>\nAuch B&auml;ckerlehrlinge, angehende Metzger, Kraftfahrer und Klempner sind schwer zu finden. Sehr gefragt sind hingegen Ausbildungen zum Fotografen, Kosmetiker, Tierpfleger und zum Mediengestalter oder zum Mediengestalter Bild und Ton.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/ausbildungsplaetze-hier-gibt-es-noch-lehrstellen-a-1050288.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser J.A.:<\/strong> Immerhin erw&auml;hnt der SPIEGEL, dass einige Ausbildungen und Berufe keineswegs ohne Grund, sondern wegen &ldquo;ungem&uuml;tlicher Arbeitszeiten und geringer L&ouml;hne&rdquo; unbeliebt sind. Daran k&ouml;nnten die Arbeitgeber, k&ouml;nnte die Politik leicht was &auml;ndern, wenn sie wollten&hellip;&nbsp;Die schlechten Arbeitsbedingungen zu niedrigen L&ouml;hnen sind allerdings merkw&uuml;rdig, wo doch Deutschland nach Berichten in allen seri&ouml;sen Medien (FAZ, SPIEGEL, WELT&hellip;) das tollste Land der Welt ist und angeblich Hochlohnland ist, wie uns die Arbeitgeber immer vorjammern&hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hirndoping am Arbeitsplatz: Ergebnisse des DAK Gesundheitsreports 2015<\/strong><br>\nIn diesem Artikel wird anhand des im M&auml;rz erschienenen Gesundheitsreports 2015 der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) dargestellt, inwiefern in den letzten Jahren die Verwendung verschreibungspflichtiger, leistungssteigernder oder stimmungsaufhellender Medikamente am Arbeitsplatz zugenommen hat und in welchen Teilen der Arbeitnehmerschaft diese Mittel vorranging benutzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1587\">annotazioni.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Schwierigkeiten gewerkschaftlicher Solidarit&auml;tsarbeit mit Griechenland<\/strong><br>\nDu warst einer der Initiatoren des Aufrufs &laquo;Griechenland nach der Wahl &ndash; Keine Gefahr, sondern eine Chance f&uuml;r Europa&raquo;, der sich vor allem an Gewerkschafter wendet. Inwieweit ist es gelungen, die Solidarit&auml;t mit den Menschen in Griechenland, die unter den Diktaten der Troika leiden, in den Gewerkschaften zu f&ouml;rdern?<br>\nEs gab sehr viel Interesse bei Gewerkschaftsfunktion&auml;ren. Doch deren Einsichten waren denen der Mitglieder weit voraus. Bei Veranstaltungen h&ouml;rte ich oft die Bemerkung: Wie erkl&auml;re ich das meinen Kollegen? Gleichzeitig gab es ein Problem. Die gewerkschaftlichen Funktion&auml;re h&auml;tten sich beim Argumentieren leichter getan, wenn es von seiten der griechischen Regierung ein explizites wirtschaftliches Aufbauprogramm gegeben h&auml;tte. Da h&auml;tte man die gemeinsamen Interessen von deutschen und griechischen Kollegen leichter herausarbeiten k&ouml;nnen.<br>\nDas Problem war, dass SYRIZA nie aus der Defensive herausgekommen ist. Es wird ja immer von einem Kr&auml;fteverh&auml;ltnis von 1:18 in der Eurogruppe gesprochen. Es ist aber viel schlimmer. Real war es wohl eher 1:58 &ndash; wenn man in Rechnung stellt, dass die Wirtschaftskraft Griechenlands lediglich 1,6% derjenigen der Eurozone ausmacht. Dass die griechische Regierung so in der Defensive war, hatte nat&uuml;rlich auch Auswirkungen auf unsere Gewerkschaften&hellip;<br>\nWir stehen vor einem Riesenproblem. Letzten Endes kommt es in den n&auml;chsten Jahren darauf an, Europapolitik zur Innenpolitik zu machen. Das ist eine Herausforderung, f&uuml;r die wir noch keine L&ouml;sung haben. Damit m&uuml;ssen wir uns auseinandersetzen. Heute ist es Griechenland, morgen vielleicht Spanien, &uuml;bermorgen Italien. Aufgrund der Fehlkonstruktion der Eurozone und der wirtschaftlichen Verflechtung der L&auml;nder untereinander werden wir immer wieder vor neue Probleme gestellt. Und da m&uuml;ssen wir Antworten finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozonline.de\/2015\/09\/das-eigentliche-problem-wird-ausgeblendet\/\">Steffen Lehndorff in der SoZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Eine heftige und grunds&auml;tzliche Euro-Diskussion im August &ndash; weniger wichtig, aber doch erw&auml;hnenswert<\/strong><br>\nDas Problem Griechenland ist aus den Schlagzeilen verschwunden, wird mit den Wahlen am 20. September aber wieder f&uuml;r kurze Zeit neu an Aktualit&auml;t gewinnen. Das Ergebnis der Wahl ist allerdings ohne Bedeutung, weil inzwischen ja die Troika die Macht in dem Land an sich gerissen und detailliert aufgelistet hat, was jede dort gew&auml;hlte Regierung zu tun und zu lassen hat. Niemand kann hinterher, wenn es dann schief gegangen ist, sagen, es w&auml;ren wieder die unf&auml;higen Griechen gewesen, die eine erneute Rezession herbeigef&uuml;hrt haben.<br>\nDerweil f&uuml;hrt die Linke in Deutschland einen erbitterten Kampf um die richtige Position hinsichtlich eines m&ouml;glichen Ausstiegs eines Landes aus der W&auml;hrungsunion. Dazu werden wir sicher noch viel sagen und ich will mich heute nur ganz kurz einmischen.<br>\nZun&auml;chst fand ich erstaunlich, dass die wenigen progressiven deutschen Journalisten oder zumindest die, die man allgemein daf&uuml;r h&auml;lt, pl&ouml;tzlich Milton Friedman entdeckten. Thomas Fricke (zweiwochenweise in der SZ schreibend) und Mark Schieritz (ZEIT) haben wohl eine gemeinsame Lesestunde gemacht und festgestellt, dass der Urvater des Monetarismus das grausige Ende der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion vorhergesagt hat. Das klingt bei den beiden dann so, als ob die Entscheidung, die Wechselkurse in Europa zu fixieren, der entscheidende Fehler gewesen sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/eine-heftige-und-grundsaetzliche-euro-diskussion-im-august-weniger-wichtig-aber-doch-erwaehnenswert\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Finanzsystem ohne Mega-Banken<\/strong><br>\nWir schlagen Alarm. Sieben Jahre nach Beginn der heftigsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 1920er Jahren ist eine Mehrheit europ&auml;ischer Politiker dabei, die wichtigste Reform der Europ&auml;ischen Union (EU) im Finanzsektor endg&uuml;ltig zu begraben: eine Trennung riskanter Kasinogesch&auml;fte vom seri&ouml;sen Kredit- und Einlagengesch&auml;ft.<br>\nDen europ&auml;ischen Bankensektor dominieren nach wie vor wenige &bdquo;systemische&ldquo; Institute. Diese sind so gro&szlig;, komplex und zu eng verflochten, dass weder Bankvorst&auml;nde noch Aufseher oder die Politik in der Lage sind, die Risiken zu &uuml;berblicken, die von ihnen f&uuml;r das Finanzsystem und Europas Volkswirtschaften ausgehen. Viele dieser Banken sind gr&ouml;&szlig;er als etliche &Ouml;konomien Europas. Der Kollaps einer einzelnen Mega-Bank k&ouml;nnte nach wie vor die EU-Wirtschaft in einen Abw&auml;rtsstrudel rei&szlig;en. Somit sind auch politische Versprechen, wie von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der G20, nach denen Steuerzahler nie wieder f&uuml;r die Risiken der Finanzwirtschaft haften sollen, entweder eine bewusste T&auml;uschung oder leichtsinnig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/gastbeitraege\/lobbyismus-finanzsystem-ohne-mega-banken,29976308,31072526.html\">Fabio De Masi, Philippe Lamberts und Marco Zanni (alle MdEP) auf FR Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Pentagon r&uuml;stet im europ&auml;ischen &ldquo;Machtvakuum&rdquo; auf<\/strong><br>\nDie Ver&auml;nderung der US-Milit&auml;rstrategie wird am Wechsel der Tarnfarbe von in Deutschland stationierten Panzern deutlich, die f&uuml;r den Einsatz in Osteuropa vorgesehen sind. (&hellip;)<br>\nDer transatlantische Think Tank, man k&ouml;nnte auch sagen: die Lobbyorganisation Carnegie Europe erinnert wieder einmal daran, dass die Nato-Staaten auf dem Gipfel in Wales versprochen hatten, 2 Prozent des BIP f&uuml;r R&uuml;stungsausgaben auszugeben. Das sei notwendig, weil sich die USA milit&auml;risch aus Europa zur&uuml;ckziehen, was zusammen mit den seit den 1990er Jahren gesunkenen R&uuml;stungsausgaben ein wachsendes Sicherheitsvakuum zur Folge habe.<br>\nEuropa m&uuml;sse sich au&szlig;en- und geopolitisch mehr engagieren, wird von der transatlantischen Organisation, die US-Interessen vertritt, immer wieder gefordert. Die Erweiterung der Nato ist notwendig und gut, Russland aggressiv, bei den schleppend vorankommenden Reformen in der Ukraine m&uuml;sse man die Augen schlie&szlig;en und vor allem eben, Europa muss aufr&uuml;sten. Es gebe eine &ldquo;sich vergr&ouml;&szlig;ernde transatlantische Spaltung &uuml;ber die Sicherheit in Europa&rdquo;. Nach Carnegie bleibe die Frage, wer Europas Sicherheit angesichts der &ldquo;globalen strategischen Ver&auml;nderungen&rdquo; sichern solle, unbeantwortet.<br>\nTats&auml;chlich hatte US-Pr&auml;sident Obama vorgehabt, die USA milit&auml;risch st&auml;rker aus Europa und den Nahen Osten zur&uuml;ckzuziehen, um den Schwerpunkt in den asiatischen Raum im Wettstreit mit China zu verlegen. Der Ukraine-Konflikt diente erst einmal dazu, die geforderte au&szlig;enpolitische und milit&auml;rische &ldquo;Verantwortung&rdquo; der Europ&auml;er einzufordern, bis hin zur Steigerung der R&uuml;stungsausgaben, der Bildung der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), auch &ldquo;Speerspitze&rdquo; genannt, und der Aufstockung der NATO Response Force (NRF) sowie dem gr&ouml;&szlig;eren Engagement der Europ&auml;er im Nahen Osten und Afrika. Aber der Islamische Staat stellte ebenso wie der Konflikt mit Russland, dessen Eskalation nicht alle EU-Staaten Folge leisten wollten, die Strategie der Umschichtung in Frage, obgleich die Spannungen mit China zunahmen. Trotz K&uuml;rzungen des Verteidigungshaushalts wurden wieder mehr Kr&auml;fte und Waffen in Europa stationiert und immer gr&ouml;&szlig;ere Milit&auml;r&uuml;bungen veranstaltet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45876\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>USA werfen &Uuml;bungsatombomben an der Grenze zu Russland ab<\/strong><br>\nDie neue US-Atomwaffenstrategie, von der wir vor einigen Wochen berichteten, zeigt nun auch praktische Auswirkungen. Um weiter Druck auf die russische Regierung auszu&uuml;ben, f&uuml;hrte die US-Army Atom&uuml;bungsbombenabw&uuml;rfe in Lettland durch. Ein paar Wochen zuvor wurde die M&ouml;glichkeit geschaffen, in der Ukraine Atombomben zu stationieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neopresse.com\/europa\/usa-werfen-atom-uebungsbomben-an-der-grenze-zu-russland-ab\/\">NeoPresse<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers O.B.:<\/strong> Vorgestern hie&szlig; es in der Tagesschau auch, Jazenjuk habe gesagt, es sei nun endlich (schriftlich?) fixiert worden, dass es einen Feind g&auml;be und der Russland hei&szlig;t. Also nix mit Verhandlungen. Man erinnere sich auch an das neue US-Milit&auml;r-Lazarett, das in Deutschland gebaut werden soll.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Zu fair f&uuml;rs Finanzamt<\/strong><br>\nAusbeutung beginnt bei &uuml;berteuerten Mieten, findet Vermieter Hans H. in Berlin. Das Finanzamt h&auml;lt das f&uuml;r unwirtschaftlich und bedr&auml;ngt ihn.<br>\nHans H. k&ouml;nnte ein reicher Mann sein. Ihm geh&ouml;rt in Berlin ein gro&szlig;es, sch&ouml;nes Haus: Vorderhaus, Seitenfl&uuml;gel, Quergeb&auml;ude, vier Etagen, &uuml;ber 30 Wohnungen. Beste Lage, in einem dieser durchsanierten, teuren In-Viertel im Osten der Stadt.<br>\nHans H. ist aber nicht reich. Mit seinem Haus verdient er nicht viel Geld, zumindest weitaus weniger, als er k&ouml;nnte. W&auml;hrend die Berliner Immobilienanzeigen und das Internet voll sind mit Angeboten, in denen 900 Euro f&uuml;r 62 Quadratmeter in Charlottenburg oder 692 Euro kalt f&uuml;r 27 Quadratmeter in Mitte verlangt werden, sind die Mieten im Haus von Hans H. moderat. Die Singles, Paare und Familien zahlen im Durchschnitt 3,50 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter.<br>\nDamit ist Hans H. eine Ausnahme unter den VermieterInnen in Berlin. Aber diese &bdquo;soziale Ader&ldquo;, wie eine der MieterInnen sagt, ist nicht erw&uuml;nscht. Jedenfalls nicht bei Beh&ouml;rden wie dem Berliner Finanzamt. Das hat von dem, was HausbesitzerInnen mit ihrem Eigentum verdienen sollen, eine eigene Vorstellung.<br>\nWer vermietet, muss einen &bdquo;Einnahme&uuml;berschuss&ldquo;, also Gewinne, erzielen, erkl&auml;rt die Steuerberaterkammer M&uuml;nchen auf ihrer Homepage. Wer das nicht oder nur in geringem Ma&szlig;e tut &ndash; so wie Hans H. &ndash; muss damit rechnen, &Auml;rger mit dem Finanzamt zu bekommen. Denn wer &bdquo;fortdauernd Verluste erzielt&ldquo; mit seinen Immobilien, dem wird &bdquo;Liebhaberei&ldquo; unterstellt, jedenfalls in steuerlichem Sinne. Davor macht auch die Erbschaftsteuer nicht halt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Vermieter-ohne-Gier\/!5213563\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Meine Meinung: Keine Meinung<\/strong><br>\nDa haben sie sich selbstverst&auml;ndlich gleich auf ihn eingeschossen. Will dieser Justizminister doch tats&auml;chlich die Verantwortlichen der deutschen Facebook-Ausgabe an einen Tisch holen und dazu &uuml;berreden, ihre Zensurbedingungen zu lockern. Rassistischen Beitr&auml;gen soll es so an den Kragen gehen. Denn viel zu oft w&uuml;rde gemeldete Verhetzung noch zu lange in der Pipeline stecken bleiben, oder sogar als unbedenklich eingestuft. Bei Nacktheit handelt Facebook schneller. Pr&uuml;derie scheint dem Unternehmen einfach mehr am Herzen zu liegen. Dieser Plan st&ouml;&szlig;t jedenfalls auf die Kritik derer, die sich heute so gerne auf Meinungsfreiheit beziehen: Die neuen Rechten und ihre Sympathisanten. Sie ereifern sich stets mit Vorliebe &uuml;ber die Beschneidung dieser ihrer Freiheit. Dabei haben sie aber etwas grundlegend falsch verstanden.<br>\nDiese Leute haben n&auml;mlich in den meisten F&auml;llen gar keine Meinung. Jedenfalls nicht im Sinne von Artikel 5 des Grundgesetzes. Zwischen Meinen und Meinung herrscht ein gravierender Unterschied, denn die grundgesetzlich gesicherte Meinungsfreiheit ist ein komplexes Konzept und nicht einfach nur die Legalisierung alles Sag- und Meinbaren. Absatz 2 jenes Artikels spricht daher auch notwendigerweise von &raquo;Schranken&laquo;. Zum Beispiel zum &raquo;Schutz der pers&ouml;nlichen Ehre&laquo;. Ich kann zum Beispiel durchaus meinen, dass mein Nachbar, der Fl&uuml;chtlingen unterstellt, sie wollten einzig den Sozialstaat genie&szlig;en, ein Arschloch sei. Aber Meinung im Sinne der Meinungsfreiheit ist das nicht. Ich meine bestenfalls nur, wenn ich es behaupte. Nicht alles, was ich zu sagen imstande bin, ist gleich auch mein Recht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/983365.meine-meinung-keine-meinung.html\">Heppenheimer Hiob<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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