{"id":27484,"date":"2015-09-08T15:49:53","date_gmt":"2015-09-08T13:49:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27484"},"modified":"2015-09-08T17:34:45","modified_gmt":"2015-09-08T15:34:45","slug":"dem-fortschrittlichen-teil-unserer-gesellschaft-droht-eine-spaltung-beim-urteil-ueber-die-fluechtlingsfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27484","title":{"rendered":"Dem fortschrittlichen Teil unserer Gesellschaft droht eine Spaltung beim Urteil \u00fcber die Fl\u00fcchtlingsfrage."},"content":{"rendered":"<p>In Texten und E-Mails, bei Telefonaten und Gespr&auml;chen mit FreundenInnen ist eine tiefe Spaltung der Meinungen &uuml;ber die Fl&uuml;chtlingsfrage sp&uuml;rbar. &ndash; Hier die Vorstellung, dass wir selbstverst&auml;ndlich bereit sein m&uuml;ssen, m&ouml;glichst alle aufzunehmen, Zum Beispiel Christoph Butterwegge in den Nachdenkseiten vom 31.8.2015: &bdquo;Migration ist ein Menschenrecht&ldquo;. Erg&auml;nzend weisen andere darauf hin, dass Deutschland Fl&uuml;chtlinge als Arbeitskr&auml;fte dringend braucht, sie also unserem Land gut tun. &ndash; Dort die Sorge, dass der unbeschr&auml;nkte Zuzug gro&szlig;e Probleme mit sich bringt, und dass die Einsch&auml;tzung sehr davon abh&auml;ngt, in welcher sozialen und beruflichen Lage die\/der Urteilende ist. Dazu hat Bernd Duschner einen kleinen Text gemailt. &ndash; Diese Meinungsunterschiede sollten wir aushalten, ohne Aggressionen aufzubauen. Die Gefahr droht. Deshalb dieser kleine Appell. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Hier folgt ein Auszug aus dem Text von Christoph Butterwegge vom 31.8. in den NDS:<\/strong><\/p><p>Der Beitrag erschien mit dem Titel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27371\">Wiederholt sich die Geschichte rassistischer Ausgrenzung und Gewalt? Von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen f&uuml;hrt eine Linie nach Heidenau<\/a>&ldquo;:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Migration ist ein Menschenrecht, das wahrzunehmen im Zeitalter der Globalisierung <a href=\"https:\/\/www.proasyl.de\/fileadmin\/proasyl\/Broschuere-lang-web.pdf\">als Normalit&auml;t anerkannt werden muss [PDF &ndash; 655 KB]<\/a>. Einwanderungsland zu sein bedeutet im Falle der Bundesrepublik auch, finanzielle Ressourcen von Einheimischen zu Migrant(inn)en umleiten zu m&uuml;ssen, was aber keineswegs harte Opfer &bdquo;deutscher Familien&ldquo; erfordert, wie uns rechte Demagogen glauben machen wollen. Geld ist n&auml;mlich genug da, es ist nur ungerecht verteilt und befindet sich h&auml;ufig in den falschen Taschen.<\/p>\n<p>Umverteilung von oben nach unten hei&szlig;t die Aufgabe der Stunde. Auch die &ouml;ffentliche Armut, unter der die Handlungsf&auml;higkeit des Staates im Bereich von Migration und Integration merklich leidet, k&ouml;nnte durch eine h&ouml;here Steuerbelastung der Wohlhabenden und Reichen beseitigt werden. Diese wurden seit der Vereinigung in unverantwortlicher Weise beg&uuml;nstigt &ndash; genannt seien nur die Aussetzung der Verm&ouml;gensteuer, die Abschaffung der Gewerbekapitalsteuer, mehrere Senkungen des Einkommensteuer-Spitzensteuersatzes und der K&ouml;rperschaftsteuer (f&uuml;r Kapitalgesellschaften), die Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer (auf Kapitalertr&auml;ge) sowie die Privilegierung der Unternehmerfamilien bei Erbschaft- und Schenkungssteuer.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Und hier <a href=\"http:\/\/www.freundschaft-mit-valjevo.de\/wordpress\/\">eine Mail von Bernd Duschner<\/a> vom 2.9.2015:<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Boot voll? Eine Frage, die gestellt werden darf und auf die wir &uuml;berzeugende Antworten geben m&uuml;ssen<\/p>\n<p>Die hohen Fl&uuml;chtlingszahlen sind Folgen einer Katastrophe: der weitgehenden Zerst&ouml;rung eines breiten G&uuml;rtel von Staaten, der von Afghanistan &uuml;ber den Irak kommend, auch gro&szlig;e Teile Afrikas umfasst. Das Elend auf dem Balkan ist nicht zuletzt Folge der Zerschlagung Jugoslawiens in eine Vielzahl nicht lebensf&auml;higer Kleinststaaten. Ihnen wurde diktiert, ihre M&auml;rkte vollst&auml;ndig zu &ouml;ffnen, obwohl bekannt war, dass ihre Unternehmen f&uuml;r eine Konkurrenz mit den Konzernen Mitteleuropas nicht standhalten w&uuml;rden. <\/p>\n<p>Die Kehrseite unserer Fixierung auf die Eroberung neuer M&auml;rkte und auf Export&uuml;bersch&uuml;sse ist die massenhafte Zerst&ouml;rung von Arbeitspl&auml;tzen, ist  Arbeitslosigkeit und Armut in S&uuml;deuropa und speziell auf dem Balkan. Ich habe Verst&auml;ndnis, wenn gerade abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte und Rentner angesichts der wachsenden Zahl von Fl&uuml;chtlingen verunsichert sind. Vieles sieht aus ihrer Perspektive anders aus als, zugespitzt formuliert, aus der Sicht eines gutbetuchten Unternehmers, der seine eigenen Villen hat, seine Kinder auf Privatschulen schickt und billige Arbeitskr&auml;fte f&uuml;r den eigenen Haushalt und Fabrik, aus welchem Land auch immer, gut gebrauchen kann. <\/p>\n<p>Sie stellen die Frage: Wo werden die Fl&uuml;chtlinge langfristig untergebracht? Welche Auswirkungen hat dieser Zustrom auf unsere Mieten und den Wohnungsmarkt? L&auml;uft bereits das l&auml;ngst notwendige Wohnungsbauprogramm? Sie stellen die Frage: Wie sieht es mit Kinderg&auml;rten und Schulen aus?  Werden zus&auml;tzlich Betreuer und Lehrkr&auml;fte eingestellt? Oder wird es zu einer deutlich verschlechterten Betreuung und Ausbildung unserer Kinder kommen?  Sie stellen die Frage: Werden die Fl&uuml;chtlinge f&uuml;r unseren Arbeitsmarkt entsprechend vorbereitet und kann dieser sie aufnehmen? Falls das nicht passiert und sie keine dauerhafte Perspektive in unserer Gesellschaft erhalten, sind soziale Konflikte vorprogrammiert. Sie stellen die Frage: Welche Auswirkungen hat dieser Zustrom auf unseren pers&ouml;nlichen Arbeitsplatz und den unserer Kinder? M&uuml;ssen wir damit rechnen, durch die Fl&uuml;chtlinge verdr&auml;ngt zu werden bzw. Lohnsenkungen zu akzeptieren?  <\/p>\n<p>Es ist vollkommen abwegig, die Fragesteller pauschal als Nazi zu diffamieren. Unertr&auml;glich ist es, wenn dieser Vorwurf von Politikern und Medien kommt, die zu den Bomben auf  Afghanistan, Irak, Libyen und dem Aushungern Syriens durch Wirtschaftssanktionen bis heute geschwiegen oder sie gar gerechtfertigt haben. Nur wenn die Bev&ouml;lkerung ihre Fragen offen aussprechen kann und diese &uuml;berzeugend beantwortet werden, kann dauerhaft eine Atmosph&auml;re entstehen, in der Asylbewerber verst&auml;ndnisvoll und hilfsbereit aufgenommen werden.  Alle Probleme, von denen ich einige aufgelistet habe, sind l&ouml;sbar. Wir k&ouml;nnen die erforderlichen Sozialwohnungen schaffen. Wir k&ouml;nnen die entsprechenden Lehrer und Betreuer einstellen. Wir k&ouml;nnen die erforderlichen Arbeitspl&auml;tze schaffen. Ein zus&auml;tzlicher Bedarf entsteht nicht zuletzt durch die Zuwanderung. Es braucht nur politischen Willen und entschlossenes Handeln. Ein entsprechendes Programm m&uuml;ssen wir von der Regierung schnellstens einfordern. Wenn dazu noch mit Waffenexporten, Wirtschaftssanktionen und mit milit&auml;rischen Interventionen Schluss gemacht wird, wird auch die Zahl derjenigen zur&uuml;ckgehen, die gezwungen sind, aus ihrer Heimat zu fliehen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Es w&auml;re gut, die Argumente beider Seiten zu w&auml;gen, und nicht aufeinander draufzuschlagen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Texten und E-Mails, bei Telefonaten und Gespr&auml;chen mit FreundenInnen ist eine tiefe Spaltung der Meinungen &uuml;ber die Fl&uuml;chtlingsfrage sp&uuml;rbar. &ndash; Hier die Vorstellung, dass wir selbstverst&auml;ndlich bereit sein m&uuml;ssen, m&ouml;glichst alle aufzunehmen, Zum Beispiel Christoph Butterwegge in den Nachdenkseiten vom 31.8.2015: &bdquo;Migration ist ein Menschenrecht&ldquo;. Erg&auml;nzend weisen andere darauf hin, dass Deutschland Fl&uuml;chtlinge als<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27484\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[165,154],"tags":[1055,291,340],"class_list":["post-27484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-wichtige-debatten","tag-fluechtlinge","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-zuwanderung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27484"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27486,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27484\/revisions\/27486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}