{"id":2777,"date":"2007-11-19T09:04:46","date_gmt":"2007-11-19T08:04:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2777"},"modified":"2015-12-09T16:09:07","modified_gmt":"2015-12-09T15:09:07","slug":"wer-sich-bei-der-privatvorsorge-auf-finanztest-verlaesst-spielt-mit-einem-hohen-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2777","title":{"rendered":"Wer sich bei der Privatvorsorge auf FINANZtest verl\u00e4sst, spielt mit einem hohen Risiko."},"content":{"rendered":"<p>Es ist erstaunlich, wie offen und zugleich unredlich Einrichtungen, von denen wir das nicht erwartet h&auml;tten, Reklame f&uuml;r Privatvorsorge machen. So zum Beispiel die &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunksender; insbesondere das ZDF (siehe <a href=\"?p=2771\">Hinweise  vom 15. 11.<\/a>, Nr. 4) Auch  Volkshochschulen und selbst die Deutsche Rentenversicherung lassen sich einspannen. Und sogar FINANZtest, der Ableger der Stiftung Warentest. FINANZtest empfiehlt den Privatvorsorgern Riester-Fondssparpl&auml;ne mit einer voraussichtlichen Rendite von 9% bis zum Jahr 2035. Nicht zu glauben. Unseri&ouml;s. Lesen Sie selbst. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Das folgende ist original aus Finanztest 11\/2007 (online) &uuml;bernommen.<\/strong><\/p><blockquote><p><strong>Riester-Fondssparpl&auml;ne: Aktien f&uuml;r eine gute Rente<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" style=\"padding: 10px\" src=\"upload\/bilder\/20071119_01.gif\" alt=\"&gt;Riester-Fondssparpl&auml;ne: Aktien f&uuml;r eine gute Rente&rdquo; title=&rdquo;&rdquo; \/&gt;&lt;\/p&gt;\n&lt;p&gt;Quelle: &lt;a href=\" http:>finanztest 11\/2007<\/p>\n<p>Mit Riester-Fondssparpl&auml;nen k&ouml;nnen sich Sparer die h&ouml;chsten Renditen unter allen staatlich gef&ouml;rderten Riesterangeboten sichern. Durchschnittlich neun Prozent im Jahr bringen die besten Angebote der sieben untersuchten Fondsgesellschaften. Das ist viel. Zahlt heute eine 32-J&auml;hriger monatlich 100 Euro &uuml;ber 35 Jahre in einen Fondssparplan ein, der mit neun Prozent pro Jahr verzinst wird, erh&auml;lt er zu Rentenbeginn 271 306 Euro auf die Hand. Verluste muss kein Vorsorgesparer f&uuml;rchten. Denn Riester-Vertr&auml;ge garantieren immer den Erhalt des eingezahlten Geldes.<\/p>\n<p>FINANZtest hat erstmals eigene Bewertungszahlen f&uuml;r alle Fonds und Produktvarianten vergeben. Jeden Fonds, der hinter einem Sparplan steckt, haben die Tester einer ausf&uuml;hrlichen Bewertung unterzogen. Informationen &uuml;ber alle Kosten und Geb&uuml;hren sowie die g&uuml;nstigsten Vermittler sind inklusive.<\/p><\/blockquote><p>Soweit das Zitat aus FINANZtest 11\/2007 (online). <\/p><p>Auf dem Titelblatt der gedruckten Ausgabe hei&szlig;t es: <\/p><blockquote><p>Riester-Fonds im Test<br>\nGef&ouml;rdert, sicher, 9 Prozent.<\/p><\/blockquote><p>Hier werden Menschen, die sich unter dem Einfluss der allgegenw&auml;rtigen Propaganda der privaten Vorsorge zuwenden, Renten in Aussicht gestellt, die h&ouml;chst unrealistisch sind:<\/p><p>Schon der erste Satz des zitierten Textes ist eigentlich unglaublich. Hier wird den Sparern suggeriert, sie k&ouml;nnten sich eine Rente &bdquo;sichern&ldquo; &ndash; im konkreten Fall also dessen sicher sein, dass sie &uuml;ber einen Zeitraum von 35 Jahren mit 9% Rendite rechnen k&ouml;nnen.<\/p><p>Die Behauptung, die besten Angebote der sieben untersuchten Fondsgesellschaften w&uuml;rden durchschnittlich 9% Rendite im Jahr bringen, gr&uuml;ndet auf der g&uuml;nstigen Erfahrung von f&uuml;nf Jahren des j&uuml;ngsten Aktienbooms. Gleich zu Beginn des zitierten Beitrags projiziert FINANZtest die 9% auf 35 Jahre! <\/p><p>Man kann doch allen Ernstes nicht annehmen, dass die Erfahrungen der Entwicklung der Aktienm&auml;rkte in den vergangenen f&uuml;nf Jahren &uuml;bertragbar sind auf die n&auml;chsten 35 Jahre. <\/p><p>Wie unrealistisch das ist, m&uuml;sste jedem Beobachter der B&ouml;rse doch klar sein. Man kann doch eine solche Prognose nicht machen, ohne den Zusammenbruch des letzten Booms im Jahre 2000 ff. zu beachten. Welche Rendite erwirtschaften die Riester-Produkte und speziell die Fonds, wenn der DAX in den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren auf der Stelle tritt oder sogar einbricht? Siehe dazu auch den als Anhang beigef&uuml;gten Beitrag der Neuen Z&uuml;richer Zeitung: &bdquo;Zunehmend problematische Anlagen der Banken.&ldquo;<\/p><p>Eine grobe Irref&uuml;hrung ist auch die Formulierung &bdquo;erh&auml;lt er zu Rentenbeginn 271 306 Euro auf die Hand&ldquo;. Ich m&ouml;chte den Riester-Fondssparer sehen, dem seine Versicherung oder Bank best&auml;tigt, dass er das Geld &bdquo;auf die Hand&ldquo; bekommt. <\/p><p>&Uuml;brigens: Im Text von FINANZtest  werden  auch ein paar Relativierungen vorgenommen, auf die man sich berufen kann, wenn FINANZtest kritisiert wird, wie hier von uns.<\/p><p><strong>Mein Fazit:<\/strong><\/p><p>FINANZtest l&auml;sst sich in die Propaganda pro Privatvorsorge einspannen und tut das auch noch &ndash; wie im konkreten Fall &ndash; auf unverantwortliche Weise. Hier werden den potentiellen Privatvorsorgern Renditen vorgespiegelt, die h&ouml;chst unrealistisch sind. Aber, das sei zu Gunsten von FINANZtest angef&uuml;gt: Diese Einrichtung f&auml;llt nicht aus dem Rahmen der &uuml;blich gewordenen unseri&ouml;sen Propaganda f&uuml;r Privatvorsorge. Wir k&ouml;nnen unseren Lesern nur empfehlen, ausgesprochen kritisch zu sein. Auch gegen&uuml;ber traditionell glaubw&uuml;rdigen Institutionen. <\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><\/p><p><strong>Zunehmend problematische Anlagen der Banken<\/strong><br>\nDie Kreditkrise ist noch keineswegs ausgestanden. Der Abschreibungsbedarf bei den grossen Finanzinstituten d&uuml;rfte noch erheblich sein. Die Best&auml;nde an problematischen, weil schwierig zu bewertenden Verm&ouml;genswerten, level 3 assets, haben allgemein stark zugenommen. Trotz der Publizit&auml;tspflicht herrscht kein Durchblick, was die Bewertungskriterien angeht.<br>\n Es handelt sich um Verm&ouml;genswerte mit dem gr&ouml;ssten Risiko, f&uuml;r die es keine Marktpreise gibt und die entsprechend schwierig zu bewerten sind. Dazu z&auml;hlen neben CDO (collaterialized debt obligations) unter anderem in der Regel auch Immobilien und Private-Equity-Beteiligungen.<br>\nManche Banken und Investmenth&auml;user sahen sich gezwungen, Anlagewerte von der zweiten in die dritte Kategorie zu verschieben. Bei Merrill Lynch etwa haben die &ldquo;level 3 assets&rdquo; im dritten Quartal um 69% auf gut 27 Mrd. $ oder 70% des Eigenkapitals zugenommen. Bei Lehman Brothers stiegen sie um 58% auf 34,7 Mrd. $, was 160% des Eigenkapitals entsprach. Bei Goldman Sachs und Morgan Stanley nahmen sie um gut einen Drittel zu und machten 185% bzw. 255% des Eigenkapitals aus. Auch bei Citigroup &uuml;bertrafen die &laquo;level 3 assets&raquo; Ende September mit 135 Mrd. $ (+41%) das Eigenkapital um 6%.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/zunehmend_problematische_anlagen_der_banken_1.585334.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist erstaunlich, wie offen und zugleich unredlich Einrichtungen, von denen wir das nicht erwartet h&auml;tten, Reklame f&uuml;r Privatvorsorge machen. So zum Beispiel die &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunksender; insbesondere das ZDF (siehe <a href=\"?p=2771\">Hinweise vom 15. 11.<\/a>, Nr. 4) Auch Volkshochschulen und selbst die Deutsche Rentenversicherung lassen sich einspannen. 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