{"id":27777,"date":"2015-10-01T16:20:52","date_gmt":"2015-10-01T14:20:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27777"},"modified":"2015-10-01T18:59:43","modified_gmt":"2015-10-01T16:59:43","slug":"die-studie-der-otto-brenner-stiftung-zur-querfront-ist-vom-netz-genommen-haben-sie-irgendwo-in-den-eifrig-verbreitenden-medien-diesen-rueckzug-als-nachricht-gefunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27777","title":{"rendered":"Die Studie der Otto Brenner Stiftung zur Querfront ist vom Netz genommen. Haben Sie irgendwo in den eifrig verbreitenden Medien diesen R\u00fcckzug als Nachricht gefunden?"},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten &uuml;ber diese angebliche Studie berichtet, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27377\">unter anderem hier<\/a>. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/publikationen\/obs-arbeitspapiere\/shop\/obs-arbeitspapier-nr-18-querfront-karriere-eines-politisch-publizistischen-netzwerks.html\">hei&szlig;t es auf der Webseite der Stiftung<\/a>, das &bdquo;Arbeitspapier&ldquo; sei zurzeit wegen juristischer Schritte nicht verf&uuml;gbar. Die Otto Brenner Stiftung und ihr Autor Storz haben damit eine bew&auml;hrte Methode angewandt: etwas Unfertiges, etwas Falsches, etwas geradezu Groteskes in die Welt zu setzen, PR daf&uuml;r zu machen, und dann das Machwerk zur&uuml;ckzuziehen. Vom R&uuml;ckzug wird aber von eben jenen eifrigen Medien nicht mehr berichtet. Die Parolen sind in der Welt &ndash; einschlie&szlig;lich der damit verbundenen miesen Angriffe auf verschiedene Personen. Weil in dem Arbeitspapier der Otto Brenner Stiftung die &bdquo;traditionellen Medien&ldquo; als im Gro&szlig;en und Ganzen in Ordnung dargestellt werden, verbinde ich den Hinweis auf den R&uuml;ckzug der sogenannten Studie mit ein paar aktuellen Glanzleistungen unserer Medien. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zun&auml;chst noch der Hinweis auf jene Medien, die &uuml;ber die &bdquo;Studie&ldquo; berichtet und deren Angriffe meist auch aufgenommen haben, die aber den R&uuml;ckzug nicht entsprechend kommentiert haben. Kein Bedauern. Keine Wiedergutmachung f&uuml;r die angegriffenen Personen.<\/strong><\/p><p>Zu den Medien, die teilweise schon vor Ver&ouml;ffentlichung der Studie, n&auml;mlich am 16. August, ausf&uuml;hrlich und mit entsprechender Sto&szlig;richtung gegen die von der Studie angegriffenen und im K&uuml;bel der angeblichen Querfront verr&uuml;hrten Personen erschienen, geh&ouml;ren unter anderen die Frankfurter Rundschau, die Berliner Zeitung, der Berliner Tagesspiegel, der Deutschlandfunk, die TAZ, Telepolis, Kontext Wochenzeitung, Finanzen.net, Meedia &hellip;<\/p><p><strong>Zwei Beispiele f&uuml;r neue Glanzleistungen unserer traditionellen Medien im Bereich der Manipulation und Abwiegelung:<\/strong><\/p><ol>\n<li>\n<p><strong>Das ZDF h&auml;lt die Diffamierung des neuen Labour-Vorsitzenden als &bdquo;linker Spinner&ldquo; f&uuml;r einen Beleg journalistischer Gr&uuml;ndlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Die NachDenkSeiten hatten am 13. September davon berichtet, dass das ZDF in der heute-Sendung vom 12. September den neu gew&auml;hlten Vorsitzenden Corbyn mit dem Etikett &bdquo;linker Spinner&ldquo; versehen hatte.<\/p>\n<p>Daraufhin schrieb der Journalist Fabian Scheidler folgendes an die Zuschauerredaktion des ZDF:<\/p>\n<blockquote><p>Datum: 14:09:2015<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>in der &ldquo;Heute&rdquo;-Sendung vom 12.9., 19 Uhr, fiel &uuml;ber den neuen Vorsitzenden der britischen Labour Party, Jeremy Corbyn, folgender Satz: &ldquo;Der &uuml;berzeugte Radfahrer und Vegetarier gilt nicht nur Konservativen als linker Spinner.&rdquo; Als Journalist bin ich entsetzt &uuml;ber diese Diffamierung eines Politikers, der in der Tradition europ&auml;ischer Sozialdemokratie tief verwurzelt ist, und fordere die &ldquo;Heute&rdquo;-Redaktion auf, sich f&uuml;r diese untragbare &Auml;u&szlig;erung &ouml;ffentlich zu entschuldigen.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nFabian Scheidler<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Die Antwort des ZDF kam am 22. September; wir geben sie wieder, weil sie typisch ist f&uuml;r das Denken der etablierten Journalisten &ndash; &sbquo;ja keine Fehler zugeben. Wir haben eh recht.&lsquo;:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Sehr geehrter Herr&nbsp;Scheidler,<\/p>\n<p>vielen Dank f&uuml;r Ihre E-Mail an das ZDF.<\/p>\n<p>Wenn jemand Anderen als linker Spinner gilt, hei&szlig;t das nicht, dass man selbst als Nachrichtenvermittler auch so denkt. Es hei&szlig;t vielmehr, dass man berichtet, wie andere Menschen denken. Und das wiederum ist wichtig zu wissen, wenn es sich um den neuen Parteivorsitzenden der britischen Labour Party handelt. Das genau ist journalistische Gr&uuml;ndlichkeit.<\/p>\n<p>Wir w&uuml;nschen Ihnen eine gute Zeit und hoffen, dass Sie unserem Programmangebot gewogen bleiben.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIhre ZDF-Zuschauerredaktion<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Und hier die Antwort von Fabian Scheidler vom 30. September 2015:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Sehr geehrte Heute-Redaktion,<\/p>\n<p>Ihre Antwort zeugt davon, dass dem ZDF offenbar die einfachsten journalistischen Grunds&auml;tze abhandengekommen sind. Ungenannten Dritten diffamierende &Auml;u&szlig;erungen in den Mund zu legen, ohne die Quellen zu nennen, hat nichts mit &ldquo;journalistischer Gr&uuml;ndlichkeit&rdquo; zu tun, sondern bedient sich der schmutzigen Methoden von schlechtem Boulevard-Journalismus und Propaganda. Ich fordere Sie daher nochmals auf,&nbsp;sich f&uuml;r diese Form der Diffamierung &ouml;ffentlich bei&nbsp;Herrn Corbyn&nbsp;und&nbsp;beim Publikum zu entschuldigen.<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen werde ich unseren Mailwechsel ver&ouml;ffentlichen, um zu dokumentieren, mit welcher Arroganz das ZDF als &ouml;ffentlich-rechtlicher Sender &uuml;ber wohlbegr&uuml;ndete Kritik hinweggeht und&nbsp;Rechenschaft f&uuml;r journalistische Fehler ablehnt.<\/p>\n<p>Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p>\n<p>Fabian Scheidler<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Eine kleine Meldung der S&uuml;ddeutschen Zeitung zur Illustration des Kampfes um die Deutungshoheit im Konflikt um und in Syrien<\/strong><\/p>\n<p>In den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27764\">Hinweisen von heute<\/a> war schon sichtbar geworden, dass jetzt der Kampf um die Bewertung der Vorg&auml;nge in und um Syrien verst&auml;rkt gef&uuml;hrt werden wird. Russland wird auf die Anklagebank gesetzt. Zu diesem Zweck wird personalisiert und bei der Sprache ein Zahn zugelegt. Der hier abgebildete kleine Artikel aus The Times stammt von der zweiten Seite der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 29. September, Rubrik &bdquo;Blick in die Presse&ldquo;, also ein ziemlich prominenter Platz:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151001_sz_the_times2.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Hier versteckt sich die S&uuml;ddeutsche Zeitung hinter dem prominenten britischen Blatt.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Das sind nur zwei kleine F&auml;lle, die zeigen, wie in deutschen  etablierten Medien manipuliert wird. Man kann nur hoffen, dass der Versuch der Reinwaschung durch die Otto Brenner Stiftung begraben bleibt.<\/p><p>Und man m&uuml;sste hoffen, dass jene Medien, die so begeistert &uuml;ber die Studie berichtet haben, endlich auch &uuml;ber den R&uuml;ckzug berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten &uuml;ber diese angebliche Studie berichtet, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27377\">unter anderem hier<\/a>. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/publikationen\/obs-arbeitspapiere\/shop\/obs-arbeitspapier-nr-18-querfront-karriere-eines-politisch-publizistischen-netzwerks.html\">hei&szlig;t es auf der Webseite der Stiftung<\/a>, das &bdquo;Arbeitspapier&ldquo; sei zurzeit wegen juristischer Schritte nicht verf&uuml;gbar. Die Otto Brenner Stiftung und ihr Autor Storz haben damit eine bew&auml;hrte Methode angewandt: etwas Unfertiges, etwas Falsches, etwas geradezu Groteskes in die Welt zu setzen,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27777\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[183,11],"tags":[1561,1029,915,1534,758,460,1540],"class_list":["post-27777","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-corbyn-jeremy","tag-otto-brenner-stiftung","tag-putin-wladimir","tag-querfront","tag-storz-wolfgang","tag-sz","tag-zdf"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27777"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27777\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27782,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27777\/revisions\/27782"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}