{"id":2780,"date":"2007-11-21T09:35:59","date_gmt":"2007-11-21T08:35:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2780"},"modified":"2015-12-09T16:05:20","modified_gmt":"2015-12-09T15:05:20","slug":"bemerkenswerte-erkenntnisse-der-deutschen-bank-und-des-professor-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2780","title":{"rendered":"Bemerkenswerte Erkenntnisse der Deutschen Bank und des Professor Sinn: \u201eDeutsche Bank warnt vor Rezession\u201c"},"content":{"rendered":"<p>So ist ein <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/703432.html?_=print\">Bericht der Berliner Zeitung<\/a> &uuml;ber eine von der Deutschen Bank an ihre Kunden verschickte Mitteilung &uuml;berschrieben. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nWeiter hei&szlig;t es dort: &sbquo;Die Weltwirtschaft steuert nach Einsch&auml;tzung von Experten der Deutschen Bank auf eine neue Krise zu: Angesichts der Turbulenzen an den Finanz- und Immobilienm&auml;rkten bef&uuml;rchten die Fachleute sogar eine weltweite Rezession schon im kommenden Jahr. Das Risiko eines drastischen Abschwungs der Weltwirtschaft wie Anfang der 70er- und 80er- Jahre stehe eins zu drei, so eine gestern ver&ouml;ffentlichte Mitteilung der Bank an ihre Kunden. &ldquo;Das Platzen der Immobilien- und Kreditblase in diesem Jahr und die darauf folgende Kredit- und Bankenkrise haben die Unsicherheit &uuml;ber den wirtschaftlichen Ausblick auf ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Ausma&szlig; vergr&ouml;&szlig;ert&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Bericht.&rsquo;<\/p><p>An dem Bericht der Berliner Zeitung ist einiges bemerkenswert:<\/p><ol>\n<li>Dass gerade die Deutsche Bank einen Zusammenhang zwischen den Turbulenzen an den Finanz- und Immobilienm&auml;rkten und der Gefahr einer Rezession sieht, ist das Eingest&auml;ndnis einer Mitverantwortung. Denn Deutsche Bank-Chef Ackermann hat mit seiner Zielmarke einer 25-prozentigen Eigenkapital-Rendite unseri&ouml;sen Gesch&auml;ften die Begr&uuml;ndung geliefert. Wie sonst sollten 25% erreicht werden und zur Norm gemacht werden k&ouml;nnen? Siehe dazu auch unseren Eintrag vom 17. August: <a href=\"?p=2564\">&ldquo;Die Blase &ndash; das Werk von Kriminellen, kriminellen Vereinigungen und Hehlern&ldquo;<\/a>.<br>\nJetzt wird &uuml;ber die Gefahren der Machenschaften auf den Finanzm&auml;rkten so unbeteiligt berichtet wie &uuml;ber die letzten Wasserstandsmeldungen. Dabei w&auml;re doch fest zu halten, dass Millionen Menschen real, d.h. realwirtschaftlich, darunter zu leiden haben, dass andere mit unverantwortlichen Spekulationen auf den Finanzm&auml;rkten Millionen und Milliarden abgreifen. Da besteht doch Regelungsbedarf. Das kann man doch nicht weiter so laufen lassen. Schon bei der letzten Blase vor sieben Jahren haben Menschen, die nichts damit zu tun hatten, real unter diesem Treiben auf den Finanzm&auml;rkten gelitten &ndash; unter jenem spekulativen Treiben, das alleine daf&uuml;r verantwortlich zeichnet, wenn die Betreiber 25% Rendite erzielen. Eindeutig zulasten anderer Menschen, weil bei diesem Treiben keine Wertsch&ouml;pfung stattfindet. Es ist ein Casinobetrieb.<\/li>\n<li>Bemerkenswert ist, dass sowohl die Deutsche Bank als auch der Ifo-Pr&auml;sident Hans-Werner Sinn Auswirkungen und damit Gefahren des Weltwirtschaftsklimas und der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA auf die Konjunktur bei uns sehen. Jetzt gibt es offenbar andere Faktoren als Reformen oder Reformstaus, die Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben. Bisher galt in diesen Kreisen ja das bisschen Aufschwung, das wir haben, als Reformendividende, als positives Ergebnis der Reformen. Warum sollte die bef&uuml;rchtete Rezession nicht auch ein Ergebnis der Reformen sein? &ndash; (Dies anzunehmen w&auml;re allerdings &auml;hnlich bl&ouml;dsinnig wie das Gerede von der Reformdividende.)<\/li>\n<li>Bemerkenswert ist, dass es jetzt offenbar auch in diesen Kreisen wieder so etwas wie eine konjunkturelle Entwicklung gibt. Bisher galt doch alles als strukturbedingt. Diese Erkenntnis m&uuml;ssen wir festhalten.<\/li>\n<li>Bemerkenswert ist die lange Leitung, mit der solche f&uuml;hrenden Einrichtungen wie die Deutsche Bank und der M&uuml;nchner Professor gesegnet sind. Die Gefahren, die aus den Schw&auml;chen der amerikanischen wirtschaftlichen Entwicklung mit hoher &Uuml;berschuldung des Staates, der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger und der gesamten Volkswirtschaft gegen&uuml;ber dem Ausland folgen und uns nat&uuml;rlich auch irgendwann betreffen, kennt man seit Jahren. Der Chef&ouml;konom von Goldman Sachs zum Beispiel predigt sp&auml;testens seit August 2004, die Deutschen sollten sich endlich darauf einstellen, ihre Binnenkonjunktur zu st&auml;rken, um nicht kalt erwischt zu werden, wenn der Export unter dem Eindruck schlechter Konjunktur in USA oder eines Verfalls des Dollars seine st&uuml;tzende Wirkung verliert. So im August 2004 und wieder am 21. September im <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,506944,00.html\">manager-magazin.de vom 21. September 2007<\/a>.<br>\nDie Immobilienkrise sei geplatzt; nun erst scheine man bereit zu sein, diese Fakten auch wahrzunehmen, wundert sich O&rsquo;Neill.<br>\nWir wundern uns nicht sonderlich, denn wir kennen unsere Pappenheimer. Die meinungsf&uuml;hrenden deutschen &Ouml;konomen sind von Vorurteilen gepr&auml;gt und geplagt. Und dies f&uuml;hrt dazu, dass sie die Fakten mit Verz&ouml;gerung und nur bei gr&ouml;&szlig;ter Bedr&auml;ngnis durch die Realit&auml;t zur Kenntnis nehmen.<\/li>\n<li>Besonders freut mich, dass der beste &Ouml;konom Deutschlands, so die Bild-Zeitung &uuml;ber Professor Sinn, jetzt &uuml;ber die wirtschaftlichen Probleme der USA klagen muss. Das f&auml;llt ihm sicher besonders schwer angesichts der Geschichte eines ber&uuml;hmten Diagramms in seinem Buch &bdquo;Ist Deutschland noch zu retten?&ldquo;. Ich muss die Geschichte, die ich schon einmal in &bdquo;Machtwahn&ldquo; erz&auml;hlt habe, wiederholen, weil Sie m&ouml;glicherweise auch noch Zeitgenossen kennen, die die Wertsch&auml;tzung der Bild-Zeitung teilen. Zun&auml;chst eine Folie aus meiner PowerPointSammlung:\n<p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/20071121_sinn.gif\" alt=\"Sinn: Ist Deutschland noch zu retten?\" title=\"\"><\/p>\n<p>Beide Abbildungen stammen von der gleichen Seite 71 im Buch von Professor Sinn, die linke von der ersten Auflage, die rechte von der vierten Auflage. In der ersten Auflage hat Professor Sinn die St&auml;rke der USA auf den Weltm&auml;rkten gefeiert. Ihr Anteil am Welthandel stieg nach seinen Angaben zwischen 1991 und 2002 rasant an, der Anteil Deutschlands sank.<br>\nDas stand zwar und steht bis heute im Widerspruch zu unserer Wahrnehmung der Realit&auml;t. Aber es wurde gedruckt.<br>\nProfessor Sinn wurde dann darauf aufmerksam gemacht, dass da etwas nicht stimmen k&ouml;nne, und ersetzte das offensichtlich falsche Diagramm durch ein neues. Diesmal ohne die USA, nur f&uuml;r Deutschland und mit einer neuen &Uuml;berschrift versehen &bdquo;Wieder von den Weltm&auml;rkten verdr&auml;ngt&ldquo;. Das stimmte zwar damals schon f&uuml;r Deutschland nicht und heute auch nicht. Die &Uuml;berschrift hat dar&uuml;ber hinaus die logische Qualit&auml;t jener ber&uuml;hmten Aussage: &bdquo;Nachts ist es k&auml;lter als drau&szlig;en.&ldquo;<br>\nWas war passiert, wie kam es zu der Abbildung in der ersten Auflage? Professor Sinn hatte Export und Import verwechselt. Er hielt die Schw&auml;che der USA, n&auml;mlich den Konsum und Import auf Pump, f&uuml;r ihre St&auml;rke. So ist das mit den &bdquo;besten &Ouml;konomen Deutschlands&ldquo;.<\/p><\/li>\n<li><strong>Nachtrag:<\/strong>\n<p>Noch drei Hinweise auf neue Meldungen zu den Gefahren f&uuml;r die wirtschaftliche Entwicklung, die aus den Machenschaften auf den Finanzm&auml;rkten folgen:<\/p>\n<p><strong>Joseph Stiglitz: Die gro&szlig;e Heuchelei<\/strong><br>\nNach der Ostasienkrise 1997 ma&szlig;regelte der Westen die betroffenen Staaten schulmeisterlich. Viele seiner Ratschl&auml;ge beherzigte er selbst jedoch nicht &ndash; das r&auml;cht sich in der aktuellen Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=975&amp;blogId=16\">FTD<\/a><\/p>\n<p><strong>Schlimmer als der Crash von 1987<\/strong><br>\nDarrell Duffie, f&uuml;hrender Finanz&ouml;konom der renommierten Stanford-Universit&auml;t in Kalifornien, analysiert die Machenschaften, die zur Finanzkrise f&uuml;hrten. Sein Befund: Es d&uuml;rfte lange dauern, bis sich die Lage wieder entspannt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weltwoche.ch\/artikel\/print.asp?AssetID=17768&amp;CategoryID=62\">Weltwoche<\/a><\/p>\n<p><strong>Nebel &uuml;ber der Finanzwelt<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Zentralbank hat falsch auf die Krise reagiert. Jetzt ist sie gezwungen, die Zinsen zu senken<br>\nvon Jean-Paul Fitoussi und &Eacute;loi Laurent<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=980&amp;blogId=16\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So ist ein <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/703432.html?_=print\">Bericht der Berliner Zeitung<\/a> &uuml;ber eine von der Deutschen Bank an ihre Kunden verschickte Mitteilung &uuml;berschrieben. 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