{"id":27922,"date":"2015-10-13T16:43:11","date_gmt":"2015-10-13T14:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27922"},"modified":"2020-10-31T14:01:10","modified_gmt":"2020-10-31T13:01:10","slug":"leser-innen-mails-zum-umgang-der-medien-mit-den-demonstranten-gegen-ttip-und-zusammenhaengendes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27922","title":{"rendered":"Leser-\/innen-Mails zum Umgang der Medien mit den Demonstranten gegen TTIP und Zusammenh\u00e4ngendes"},"content":{"rendered":"<p>Zum Beitrag von heute Vormittag &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27911\">Die herrschenden Meinungsmacher sind um Welten &uuml;berlegen und obendrein skrupellos. Macht Aufkl&auml;rung da &uuml;berhaupt noch Sinn?<\/a>&ldquo; sind interessante Mails gekommen, auch zu der angeblichen Vermischung von rechts mit links, und damit zwangsl&auml;ufig auch zu Ditfurth. Wir geben einige Leserbriefe wieder. Dabei lassen wir Anreden und Freundlichkeiten weg, sagen aber auf diesem Weg tausendmal danke f&uuml;r die freundschaftlichen Ermunterungen. Statt vollen Namen werden Initialen genannt. Am Ende der Zusammenstellung steht eine Mail zum Spiegel-Titel dieser Woche. Das geh&ouml;rt zum gesamten Thema der Dominanz dummer und niedertr&auml;chtiger Agitation in unseren Medien. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Hier chronologisch nacheinander E-Mails, die die Redaktion der NachDenkSeiten seit heute fr&uuml;h erreichten:<\/strong><\/p><p><strong>Betr.: Anti-TIPP-Demonstration<\/strong><br>\n<strong>Zur Einsch&auml;tzung Jutta Dittfurths:<\/strong><\/p><p>Ich war selbst auf der Demo und bin mitgelaufen und dabei nicht nur an einer Stelle h&auml;ngen geblieben, habe also sehr viele Fahnen sehen k&ouml;nnen. Dabei stachen die Sozialdemokraten allerdings keineswegs hervor. Es gab eine Fahne der Jusos und eine Fahne eines Arbeitskreises der SPD aus NRW zu sehen. Das war es aus meiner Sicht auch schon. Zu allen m&ouml;glichen rechten Demonstraten habe ich &Auml;hnliches zu berichten. Nur kurz trauten sich Vertreter der AfD, ihr Plakat hochzuhalten; sie wurden niedergebr&uuml;llt und im weiteren Verlauf habe ich auch ein AfD-Plakat zerrissen am Boden liegen sehen. Andere rechte Organisationen traten aus meiner Sicht gar nicht mit Bannern, Postern oder Plakaten in Erscheinung. Jedoch muss ich eingestehen, dass eine, im Nachhinein betrachtet, eher merkw&uuml;rdig anmutende Gruppe Flugbl&auml;tter verteilte, die die LINKEn als Hauptverursacher f&uuml;r TTIP und Co. darzustellen versuchte. Leider habe ich das Flugblatt zerkn&uuml;llt und weggeworfen, weil es einfach nur Stuss enthielt. Mehr war von rechten Gruppen jedoch nicht zu vernehmen und selbst dieses Bisschen scheint unter dir Kategorie &ldquo;Kann man nicht verhindern; einige kommen immer durch&rdquo; zu fallen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nF. E.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Betr.: Jutta Ditfurth heute zitiert in den NachDenkSeiten<\/strong><br>\nNur eine kleine Anmerkung wie perfide hier gearbeitet wird:<\/p><p>Jutta Ditfurth schreibt: &ldquo;Man distanzierte sich erst auf der Demo ein bisschen von ihnen, als ein negativer Kommentar (ein schlechter Beitrag bei Spiegel online) erschienen, die Sache also &ouml;ffentlich geworden war.&rdquo;<\/p><p>Nun kam der Bericht in SPON absichtlich viel fr&uuml;her, als die Demo offiziell begann, um die Teilnehmerzahlen niedrig zu deklarieren.<\/p><p>Logisch, da&szlig; sich die Sprecher erst nach Beginn der Demo, also auf der Demo von xyz distanzieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Frau Ditfurth nutzt also trickreich die Zeiten, um es so aussehen zu lassen, als sei die Distanzierung eine Reaktion auf SPON.<\/p><p>Leider regnet es unentwegt unz&auml;hlige dieser Tricks in die Massen. Und das Zeug verfestigt sich durch st&auml;ndige Wiederholung.<\/p><p>Es ist schon interessant, wie man der &ldquo;Querfront&rdquo; bzw. den entsprechenden Gruppen vorwirft, da&szlig; sie sich gegenseitig zusprechen, aufstacheln, best&auml;tigen und sich so in einer Spirale befinden und nicht mehr kapieren wie dumm, minderwertig und wenige sie sind.<\/p><p>Das l&auml;&szlig;t sich doch einfach auf die Mainstream-Medien kaprizieren: Es sind nur relativ wenige, die in st&auml;ndiger Wiederholung, sich gegenseitig einladen und fortlaufend ihren eigenen Mist best&auml;tigen&hellip;<\/p><p>M. H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>So sehr ich die heutige Frage danach, ob angesichts der &Uuml;bermacht und der Skrupellosigkeit der manipulierenden Medien Aufkl&auml;rung &uuml;berhaupt noch Sinn<\/strong> macht, nachf&uuml;hlen kann (auch an dieser Stelle und aus diesem Anlass ein herzliches Dankesch&ouml;n f&uuml;r Ihren Einsatz in den vergangenen zw&ouml;lf Jahren!), so bedingungslos ist meine Antwort darauf &ldquo;Ja!&rdquo;. <\/p><p>Das ist f&uuml;r jemanden, der nicht t&auml;glich in der Schusslinie steht, der nicht t&auml;glich sein Gesicht hinhalten muss und der nicht t&auml;glich die Arbeit macht, nat&uuml;rlich leicht gesagt. Das Ungleichgewicht zwischen denen, die etwas tun (Sie), und denen, die dieses Tun konsumieren (wir, Ihre Leserschaft), ist ja tats&auml;chlich betr&auml;chtlich. Und vielleicht lassen die Gr&uuml;nde, die ich f&uuml;r mein &ldquo;Ja!&rdquo; habe, dieses Ungleichgewicht sogar noch gr&ouml;&szlig;er erscheinen:<\/p><p>Denn ich meine, dass <\/p><ol>\n<li>es das falsche Zeichen an die Gegenseite w&auml;re. G&auml;ben Sie tats&auml;chlich auf, h&auml;tten die anderen schon gewonnen.<\/li>\n<li>es eine Notwendigkeit der politischen Hygiene ist, dass es die Nachdenkseiten gibt. Ohne dieses unerm&uuml;dliche Korrektiv w&auml;ren die manipulierenden Medien um eine bedeutsame Gelegenheit &auml;rmer, an Ihren Fehlern und Fehlentwicklungen zu wachsen. Man mag argumentieren, dass es denen herzlich egal sein kann, weil sie selbst ja nicht unter ihren Fehlleistungen leiden. Aber es geht hierbei ja nicht um Wirksamkeit als Ma&szlig;stab. Sondern darum, dass die M&ouml;glichkeit gegeben ist (oder in der Retrospektive: gegeben war).<\/li>\n<li>die Nachdenkseiten eine wirksame Kur gegen die t&auml;glich drohende Paranoia ist. Zu wissen, wie wir alle manipuliert werden und gleichzeitg zu erleben, wie wenigen Menschen das etwas auszumachen scheint, kann f&uuml;r aufgewachte Menschen auch zu einer psychischen Belastung i.S.v. Einsamkeitsgef&uuml;hlen und\/ oder Depressionen werden. Die Lekt&uuml;re z.B. der Nachdenkseiten hilft bei der Wahrnehmung, mit den genannten Erlebnissen nicht alleine zu stehen.<\/li>\n<\/ol><p>Fazit:<\/p><p>Ja! bitte auf jeden Fall trotzdem weitermachen! Und wenn das Ungleichgewicht zwischen uns Konsumierenden und Ihnen zu gro&szlig; wird, Mitarbeitsformen entwickeln und etablieren, welche die Last auf mehrere Schultern verteilt. Ich w&auml;re dabei!<\/p><p>K. G.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>ich kann Ihre eigenen Zweifel angesichts der &Uuml;bermacht der Manipulatoren und der Wirkung von deren Treiben nur zu gut verstehen. Aber bitte geben Sie nicht auf. Diese Bitte geht an alle bei den Nachdenkseiten.<\/p><p>T G.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>&nbsp;<br>\nich war Teilnehmer der Anti-TTIP-Demonstration, habe auch auf die Plakate und Transparente achtgegeben und habe nur ein einziges SPD-Plakat gesehen. In meiner Erinnerung war das fr&uuml;her, z.B. bei Demos gegen den Nato-Doppelbeschluss anders. Kann es sein, dass das Thema TTIP in der SPD bereits &ldquo;durch ist&rdquo;.<\/p><p>S. H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>&nbsp;<br>\nbitte unbedingt weitermachen. Sie erweisen der Gesellschaft einen unbezahlbaren Dienst, gerade jetzt, wo es bspw. bei TTIP um die Wurst geht<\/p><p>Das mediale Establishment ist doch l&auml;ngst mit R&uuml;ckzugsgefechten befasst. Sie haben da halt einen empfindlichen Nerv getroffen :-).<\/p><p>Wie wichtig Ihre Arbeit ist, kann man auch an kleinen Details festmachen: Da werden demn&auml;chst wohl 20 Milliarden durch die HSH Nordbank f&uuml;r den Steuerzahler f&auml;llig und es ist weniger als eine kleine Randnotiz, fast schon eine Selbstverst&auml;ndlichkeit, ohne viel Aufhebens darum. Gleichzeitig wird ein einstelliger Milliardenbetrag zur Fl&uuml;chtlingshilfe <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/wirtschaft\/unternehmen\/id_75660508\/wirtschaft-kubicki-hsh-nordbank-wird-steuerzahler-20-milliarden-euro-kosten.html\">agitativ ausgereizt<\/a>.<\/p><p>Vielleicht sollte man sich bei den NDS doch noch einmal verst&auml;rkt dar&uuml;ber Gedanken machen, wie man die Reichweite erh&ouml;hen k&ouml;nnte (Flyer mit ein paar Keyfacts zum download und verteilen, Aufkleber DIN-A 5 oder 6 etc. zum Versenden) Die Stammleserschaft h&auml;tte bestimmt noch andere gute Ideen, wenn man sie fragt und w&uuml;rde sicher auch multiplizieren. (<em><strong>Anmerkung A. M.:<\/strong> Das ist richtig<\/em>)<\/p><p>J. Z.<\/p><p>PS: Selbst wenn man den Wirkerfolg der NDS pessimistisch beurteilen w&uuml;rde, so bliebe in jedem Fall auf der Habenseite, dass die gesellschaftliche Erosion von den NDS mindestens verlangsamt wird und wurde.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>ich habe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27911\">ihren Beitrag<\/a> gelesen.&nbsp;Leider haben Sie in Vielem Recht. <\/p><p>Zwar finde ich Ihre Beitr&auml;ge manchmal insgesamt&nbsp;ein wenig zu ausschweifend und manchmal zu wenig bodenst&auml;ndig, alles in Allem muss ich Ihnen aber beipflichten.<\/p><p>ich war am Wochenende in Berlin. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DXg0bZVAFf4\">Video von mir<\/a>&nbsp;habe ich versucht ein bisschen von der Stimmung wieder zu geben.&nbsp; Warum der Z&auml;hler seit gestern auf 61 stehen geblieben ist, wei&szlig; ich nicht. Vielleicht muss ich unter YouTube was &auml;ndern.<\/p><blockquote><p>\n<em>&ldquo;Die herrschenden Meinungsmacher sind um Welten &uuml;berlegen und obendrein skrupellos. Macht Aufkl&auml;rung da &uuml;berhaupt noch Sinn?&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die Frage habe ich mir speziell seit Samstag auch intensiv gestellt.<\/strong> Die Demo in Berlin&nbsp; war Spa&szlig; an der Politik,&nbsp; viele junge Menschen, der Wunsch nach Ver&auml;nderung.&nbsp; In den Medien kam davon nichts &lsquo;r&uuml;ber. <\/p><p>F&uuml;r diejenigen aber, die dachten, &nbsp;Sie h&auml;tten die politische Meinungsbildung in Deutschland voll im Griff, war die TTIP-Demo wahrscheinlich ein Horrorszenarium. &nbsp;F&uuml;r die herrschenden Meinungsmacher also ein Debakel. &nbsp;Dass diese &nbsp;agitatorisch noch zulegen, ist zu vermuten. &nbsp;Manchmal muss man jemanden provozieren, um zu erkennen, dass er ein Arschloch ist.<\/p><p>&hellip;<\/p><p>H. J.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>ich habe Ihren Beitrag: &ldquo;Die herrschenden Meinungsmacher sind um Welten &uuml;berlegen und obendrein skrupellos. Macht Aufkl&auml;rung da &uuml;berhaupt noch Sinn?&rdquo; mit gro&szlig;em Interesse gelesen.<\/p><p>Dazu m&ouml;chte ich bemerken, dass der WDR in dem von Ihnen erw&auml;hnten Beitrag sogar zu L&uuml;gen greift um die Gegner von TTIP zu diskreditieren.<\/p><p>Es hei&szlig;t in dem <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/politikum\/ttip-demonstration-berlin-100.html\">Text im 2ten Absatz<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Alles Schnee von gestern. Die Vertragstexte stehen mittlerweile im Netz.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das stimmt so nicht. Meines Wissens handelt es sich hierbei nicht um die Vertragstexte, sondern lediglich um &ldquo;Verhandlungstexte&rdquo;, <a href=\"http:\/\/trade.ec.europa.eu\/doclib\/press\/index.cfm?id=1252&amp;serie=866&amp;langId=de\">die online gestellt wurden<\/a>.<\/p><p>D. K.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Ihre Frage: &ldquo;Macht Aufkl&auml;rung da &uuml;berhaupt noch Sinn?&rdquo; ist zum Gl&uuml;ck nur rhetorisch. Und sie ist eindeutig mit &ldquo;Ja&rdquo; zu beantworten.<\/p><p>Es ist wichtig, dass den Darstellungen der Herrschenden &uuml;ber ihre Weltsicht eine Antwort gegeben wird. Bei Brecht steht das in etwa so:<\/p><p>&ldquo;Wenn die Herrschenden gesprochen haben, werden die Beherrschten sprechen&hellip;&rdquo; (in Lob der Dialektik).<\/p><p>Man w&uuml;rde an sich und der Welt vollends irre werden, wenn man sich immer und nur allein im Gegensatz zu der Beschreibung der Welt bef&auml;nde, die uns in so breiter Front und derart massiv und schon so lange von den Meinungsmachern vorgesetzt wird.<\/p><p>Zu Jutta Dutfurth, es ist tragisch, dass da jemand nicht merkt, dass sie sich (vielleicht aus Starrheit im Denken, nicht einsehen k&ouml;nnen, einen Fehler gemacht zu haben?) f&uuml;r etwas einspannen l&auml;sst, was sie selbst absolut ablehnt.<\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller, ich kann Sie &ndash; und Ihre Kollegen, Freunde und Helfer bei den Nachdenkseiten &ndash; nur best&auml;rken, weiter den Propagandisten des Bestehenden entgegen zu wirken.<\/p><p>W. W.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Impression vom &bdquo;Probe-Aufstand&ldquo;<\/strong><\/p><p>Unvergesslicher 10. Oktober 2015: Stoppt TTIP, TTIP ohne uns, bremst die Macht der Konzerne. Flaggen, Fahnen, Spruchb&auml;nder, Trommelwirbel, Trompeten, Transparente &ndash; ein farbenfrohes Bild, ein gro&szlig;es Gedr&auml;nge bereits am Berliner Hauptbahnhof. Lachende Gesichter, Einm&uuml;tigkeit bei Menschen allen Alters, Familien mit Kindern. Vor uns ein junges Ehepaar. Sie f&uuml;hrt einen etwa f&uuml;nfj&auml;hrigen Jungen an der Hand. Er schr&auml;g hinter ihr. Auf dem Arm ein Kleinkind. Sie dreht sich immerfort nach ihrem Mann um, ein unsagbar liebes L&auml;cheln im Gesicht. Sie strahlt ihn an. Eine stille und wundersch&ouml;ne Szene. Ruhige Gewissheit in schrillender Umgebung. Im Interesse des Lebens, nur darum geht es. Welch ein Bild&hellip; Fr&ouml;hlichkeit gegen dumpfes Gebaren der USA, das Freihandelsabkommen durchsetzen zu wollen. Ein endlos scheinender Demonstrationszug bewegt sich vom Bahnhof durch die Innenstadt in Richtung Siegess&auml;ule. Langsam, ganz langsam geht es vorw&auml;rts. Laute Musik, wieder Trommeln. Eine tolle Stimmung wie schon lange nicht mehr.<\/p><p>Meine Gedanken schweifen zur&uuml;ck. 11. Oktober 1949: Mit Fackeln, mit Trommeln und Trompeten &ndash; die Gr&uuml;ndung der Republik wird gefeiert. Auf dem Marx-Engels-Platz. Gro&szlig;es Hoffen, gro&szlig;e Erwartungen an ein humanistisches Deutschland. Dann der sich anbahnende Abbruch gro&szlig;en Bem&uuml;hens &ndash; der 4. November 1989. Meine Frau und ich wieder dabei, auf dem Alex. F&uuml;r eine bessere Politik der DDR. Gute Worte am Rednerpult. Alles ohne Gewalt. Doch die Kapitalkeule zerschl&auml;gt jegliche B&uuml;rgerinitiativen f&uuml;r eine andere und bessere DDR. Jahrzehnte sp&auml;ter, in den Jahren nach 2013 bis 2015: Demos gegen Flugl&auml;rm in Friedrichshagen. Wieder sind wir dabei. Und heute bei dieser gr&ouml;&szlig;ten Demo seit Jahren in Berlin. Die Macher sprechen von 250.000 Teilnehmern, die Polizei nur von 150.000. Ganz doofe beschr&auml;nken sich auf nur 100.000 Teilnehmern.<\/p><p>Ein Aufruf, ein Nein, ein Wille einer Masse von B&uuml;rgern, die mit &uuml;ber 600 Bussen und mit Sonderz&uuml;gen aus allen Teilen Deutschlands angereist kamen. Die im Neoliberalismus zu Einzelk&auml;mpfern abgestempelten und unter der Flagge der Vielfalt zu allen Meinungen zugelassen B&uuml;rgern finden hier und heute zu einem gro&szlig;artigen WIR zusammen. Man f&uuml;hlt sich mitgerissen, in eins mit der Einsicht: Wir lassen uns vom US-Kapital im B&uuml;ndnis mit dem in der BRD nicht in die Suppe spucken. Aber was tun, wenn die Obrigkeit sich nicht zuckt? Auf einem Schild lese ich: Aufstand. Das w&auml;rs, denke ich. Wem sollte da der Schreck in die Glieder fahren? Am anderen Ufer der Spree sehen die friedlich demonstrierenden Volksmassen das Regierungsviertel. Nach nicht best&auml;tigten Augenzeugenberichten baut man dort bereits eine Mauer um den Sitz der Regierung und des Parlaments. Man t&uuml;ftelt dar&uuml;ber, wie man sich ein neues Volk w&auml;hlen k&ouml;nne&hellip;<\/p><p><strong>Achtung:<\/strong> In Stellung gebracht wurden indessen rings um das Regierungsviertel &ndash; und nicht nur dort &ndash; die ber&uuml;chtigten vom Kapital ausgehaltenen Medienkanonen mit den hochbezahlten Flachzangen, den Medienkanonieren. Einer von ihnen ist Alexander Neubacher. Er reitet wie M&uuml;nchhausen im SPIEGELONLINE vom 10.10.2015 u.a. folgende Attacke:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die d&uuml;mmsten Parolen auf den Anti-TTIP-Plakaten bedienen dabei genau jene Ressentiments, mit denen in rechten Kreisen schon immer gegen &ldquo;die Hochfinanz&rdquo;, &ldquo;die Konzerne&rdquo; und &ldquo;das Kapital&rdquo; gehetzt wurde. Dass bei diesen &ldquo;Konzernen&rdquo; in Deutschland einige Millionen Menschen besch&auml;ftigt sind, die wiederum ihre Arbeitspl&auml;tze zu einem wesentlichen Teil dem Handel mit anderen L&auml;ndern verdanken, scheint keine Rolle zu spielen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Harry Popow<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Der Leserbrief zum <a href=\"https:\/\/magazin.spiegel.de\/digital\/?utm_source=spon&amp;utm_campaign=centerpage#SP\/2015\/42\/139226771\">Spiegel-Titel dieser Woche<\/a>.<\/strong><\/p><p>bitte schauen Sie sich mal das <a href=\"https:\/\/magazin.spiegel.de\/digital\/index_SP.html#SP\/2015\/42\">Titelblatt des aktuellen &ldquo;Spiegel&rdquo;<\/a> an: ein Bomber fliegt optisch dem Leser direkt ins Gesicht &nbsp;und die dicke Schlagzeile lautet: &ldquo;Putin greift an&rdquo; . Diesmal in Syrien. Aber der Leser soll eindeutig das <strong>Gef&uuml;hl<\/strong> haben, dass Putin ihn hier zuhause in Deutschland bedroht. Im Internet betrachtet, wackelt sogar noch das Flugzeug hin und her &ndash; der Verfasser hat offensichtlich ein faible f&uuml;r Kriegssspiele am Computer. Vielleicht ist er denen noch nicht lange entwachsen, hat der noch Realit&auml;tsbezug?<\/p><p>Es entspricht in allem dem &ldquo;Stoppt Putin&rdquo; bez&uuml;glich der Ukraine-Krise letztes Jahr.<\/p><p>Der dazugeh&ouml;rige Artikel- ich habe den Spiegel nicht gekauft und den gleichen Artikel auf Spiegel online nicht gefunden &ndash; kann leider nicht kopiert werden. Daher habe ich nur den ersten Teil lesen k&ouml;nnen. Er ist auf dem Niveau der BILD-Zeitung, &auml;u&szlig;erst primitiv und ausschlie&szlig;lich personalisierend. Putin wird, wie &uuml;blich als absolut skrupellos bezeichnet, seine, &ndash; nur seine &ndash; &nbsp;Absichten als imperialistisch. Betont wird geschildert, wie er gelassen und souver&auml;n Sport treibt, alles, was das Testosteron eines durchschnittlichen Mannes in Wallung bringt und ihn in Hahnenkampf-Stimmung versetzt &ndash; fehlt nur noch die h&uuml;bsche Frau am Arm.<\/p><p><strong>Hormongesteuerte Steinzeit-Reflexe scheinen beim Thema Russland-Berichterstattung eine gro&szlig;e Rolle zu spielen.<\/strong><\/p><p><strong>Da sind die Nazis aber bald herausgefordert um noch mithalten zu k&ouml;nnen&hellip;.<\/strong><\/p><p><strong>Ich muss sagen, ich habe dergleichen Exzesse bei RT-deutsch, beispielsweise &uuml;ber Obama, der ja sicher auch l&auml;ssig Sport treibt, w&auml;hrend er den IS, oder eher Syrien, bekriegt und seine Drohnen im Jemen Zivilisten abschie&szlig;en, bisher nicht gesehen, ich werd mal darauf achten und nun &ouml;fter als bisher in deren Sendungen schauen.<\/strong><\/p><p>Weiterhin wird im Artikel nat&uuml;rlich gefragt, wie anl&auml;sslich der Ukraine damals, wie lange wir uns <em>das mit ansehen sollen<\/em>, soll wohl hei&szlig;en, ohne milit&auml;risch einzugreifen. Da kann jemand den Krieg wohl nicht erwarten.<\/p><p>Die Frage, was es f&uuml;r Deutschland bedeuten k&ouml;nnte, gegen Russland milit&auml;risch einzugreifen, wird nicht gestellt. Millionen Tote, ein verw&uuml;stetes Land &ndash; &nbsp;och&hellip;.<\/p><p><em><strong>Wie logisch ist es, einerseits Putins Russland, als extrem skrupellos und bedrohlich f&uuml;r uns aufzubauen und andererseits ganz sorglos die Konfrontation mit ihm anzuheizen??<\/strong><\/em><\/p><p><strong>Selbst &uuml;berzeugte Putin-Hasser m&uuml;ssten an dieser Stelle doch mal eine Minute nachdenklich werden. Oder zerst&ouml;rt das viele Testosteron diese F&auml;higkeit?<\/strong><\/p><p>Millionen Tote durch einen Krieg mit Russland scheinen den Spiegel nicht zu interessieren &ndash; aber sehr wohl ob TTIP &ndash; Gegner vielleicht &ldquo;antisemitisch&rdquo; und &ldquo;verschw&ouml;rungstheoretisch&rdquo; w&auml;ren.<\/p><p>Es ist schon frustrierend , dass es immer noch nicht m&ouml;glich zu sein scheint, dass verschiedene Gegen&ouml;ffentlichkeitsmedien sich anl&auml;sslich solcher Exzesse zusammentun, um solchen gef&auml;hrlich verzerrenden Darstellungen &ouml;ffentlichkeitswirksam entgegenzutreten und aufzukl&auml;ren.<\/p><p>&hellip;&nbsp;<\/p><p>H.-M. Sch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Beitrag von heute Vormittag &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27911\">Die herrschenden Meinungsmacher sind um Welten &uuml;berlegen und obendrein skrupellos. Macht Aufkl&auml;rung da &uuml;berhaupt noch Sinn?<\/a>&ldquo; sind interessante Mails gekommen, auch zu der angeblichen Vermischung von rechts mit links, und damit zwangsl&auml;ufig auch zu Ditfurth. Wir geben einige Leserbriefe wieder. Dabei lassen wir Anreden und Freundlichkeiten weg, sagen aber<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27922\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,123,103,183],"tags":[282,1077,1544,915,1534,420],"class_list":["post-27922","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-kampagnentarnworteneusprech","category-leserbriefe","category-medienkritik","tag-buergerproteste","tag-ditfurth-jutta","tag-kampagnenjournalismus","tag-putin-wladimir","tag-querfront","tag-spiegel"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27922","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27922"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27922\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66404,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27922\/revisions\/66404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27922"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27922"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27922"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}