{"id":2794,"date":"2007-11-26T17:48:29","date_gmt":"2007-11-26T16:48:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2794"},"modified":"2015-12-09T14:13:35","modified_gmt":"2015-12-09T13:13:35","slug":"der-spiegel-haengt-mal-wieder-hinterher-und-unterstellt-seinen-leserinnen-ein-sehr-kurzes-gedaechtnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2794","title":{"rendered":"Der Spiegel h\u00e4ngt mal wieder hinterher und unterstellt seinen Leser\/innen ein sehr kurzes Ged\u00e4chtnis."},"content":{"rendered":"<p>Seit Jahren warnen die nicht ideologisch verblendeten &Ouml;konomen vor dem Niedergang des Dollars und seinen Folgen f&uuml;r unsere Volkswirtschaft; vor allem forderten wir rechtzeitig eine St&auml;rkung der Binnennachfrage als Ersatz f&uuml;r m&ouml;gliche Ausf&auml;lle beim Export. Und dies nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Der Spiegel merkte es im letzten Herbst, und jetzt noch einmal. Reichlich sp&auml;t. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/spiegel_48-2007.jpg\" alt=\"SPIEGEL: Heft 48\/2007: Dollar Sturzflug\" title=\"\"><\/p><p><strong>Heft 48\/2007<\/strong><\/p><p>Flassbeck, Bofinger, Horn, Hickel, der Chef&ouml;konom von Goldman Sachs, und eine Reihe anderer, wir in den NachDenkSeiten und ich in der &bdquo;Reforml&uuml;ge&ldquo;, die im August 2004 erschien, und in &bdquo;Machtwahn&ldquo;, das in M&auml;rz 2006 erschien. Immer wieder warnten wir vor dem Nichtstun und wir kritisierten die gegenl&auml;ufigen politischen Entscheidungen wie etwa die Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer um drei Punkte die ewigen Sparversuche unserer Finanzminister. <\/p><p>Der Spiegel hat im letzten Jahr gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Gabor Steingart warnte im September 2006 vor dem Sturz des Dollars. <a href=\"?p=1769\">Wir haben damals in den NachDenkSeiten am 25.9.2006 diese sp&auml;te Erkenntnis kommentiert.<\/a><\/p><p>Hier ein Auszug:<\/p><blockquote><p><strong>An der Warnung vor dem Sturz des Dollar<\/strong>, die im Beitrag &bdquo;Weltw&auml;hrung auf Abruf. Brandgef&auml;hrliches Spiel mit dem Dollar&ldquo; (siehe A. Link Nr. 5) ausf&uuml;hrlich dargelegt wird, <strong>kann man zeigen, wie unoriginell und versp&auml;tet dieser Autor des Wegs kommt und dennoch so tut, als sei seine Beobachtung brandneu<\/strong>. Auf die Gefahren, die aus den Leistungsbilanzdefiziten und damit der wachsenden Auslandsverschuldung der USA f&uuml;r die Weltw&auml;hrungsordnung und damit auch f&uuml;r unsere Wirtschaftsentwicklung in Europa folgen, haben &Ouml;konomen, die nicht zum gro&szlig;en Strom der herrschenden Meinung geh&ouml;ren, schon seit Jahren hingewiesen und davor gewarnt, weiterhin nichts zur Minderung des Risikos zu tun. Auf den NachDenkSeiten konnten sie reihenweise Beitr&auml;ge dazu lesen. Ich habe mich schon anl&auml;sslich eines Gutachtens des Sachverst&auml;ndigenrates vom 15.11.2000 mit der abenteuerlichen Behauptung, die Konjunktur laufe rund, mit dem heutigen Thema von Herrn Steingart besch&auml;ftigt. Immerhin blickten damals die USA auf ein schon 17 Jahre lang w&auml;hrendes Leistungsbilanzdefizit, meist im dreistelligen Bereich, zur&uuml;ck. Steingart entdeckt das Problem 23 Jahre sp&auml;ter. Bei meinen Lesungen zur &bdquo;Reforml&uuml;ge&ldquo;, die im August 2004 erschien, zitiere ich regelm&auml;&szlig;ig aus einem <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2004\/35\/Interview_oNeill\">Interview des Chef&ouml;konomen von Goldman Sachs Jim O&rsquo;Neill in der ZEIT vom 19.8.2004<\/a>. Lesenswert. O&rsquo;Neill warnt vor dem Absturz des Dollars und er empfiehlt den Deutschen dringlich, nicht nur auf den Export zu setzen, sondern endlich das zweite Bein, die Binnenkonjunktur anzukurbeln. Er beschreibt, wie absurd es ist, dazu die Steuern f&uuml;r die Unternehmen zu senken. Die Kaufkraft der breiten Masse muss gest&auml;rkt werden. W&ouml;rtlich: &bdquo;Weil die Reichen von ihrem Einkommen relativ weniger f&uuml;r Konsum ausgeben als die Armen, muss die Fiskalpolitik bei den unteren Einkommensgruppen ansetzen. Dieser Aspekt wird von vielen deutschen &Ouml;konomen und Politikern vernachl&auml;ssigt.&ldquo;. Wenn Herrn Steingart diese Erkenntnis wenigstens zum Zeitpunkt des Interviews mit dem Chef&ouml;konomen von Goldman Sachs ged&auml;mmert h&auml;tte, wenn er seitdem im &bdquo;Spiegel&ldquo; entsprechend aufgekl&auml;rt und f&uuml;r die St&auml;rkung der Binnennachfrage geworben h&auml;tte, dann s&auml;he unsere Wirtschaftspolitik und unsere wirtschaftliche Lage heute vermutlich anders und besser aus. Jedenfalls m&uuml;sste der Autor Steingart heute massiv gegen die Mehrwertsteuererh&ouml;hung im Jahre 2007 intervenieren. Tut er das? Das Kapitel &uuml;ber die Gefahr des Sturzes des Dollar enth&auml;lt nichts Einleuchtendes dazu, was wir hierzulande tun k&ouml;nnten und tun m&uuml;ssten, um dieses gef&auml;hrliche Risiko wenigstens ein bisschen abzufedern.<\/p>\n<p><strong>Zusammengefasst:<\/strong> Steingart verkauft einen ganz alten Hut als neu und im Gegensatz zu jenen, die rechtzeitig gewarnt haben, bietet er nicht einmal eine wirksame Therapie.<\/p><\/blockquote><p>Jetzt kommt der Spiegel mit einem neuen Titel mit fast den gleichen Worten wie Steingart vor gut einem Jahr. Und wieder gilt, dass keine wirksame Therapie geboten wird.<\/p><p>Ob das die Leser\/innen gar nicht merken?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Jahren warnen die nicht ideologisch verblendeten &Ouml;konomen vor dem Niedergang des Dollars und seinen Folgen f&uuml;r unsere Volkswirtschaft; vor allem forderten wir rechtzeitig eine St&auml;rkung der Binnennachfrage als Ersatz f&uuml;r m&ouml;gliche Ausf&auml;lle beim Export. Und dies nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Der Spiegel merkte es im letzten Herbst,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2794\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[13,134,183],"tags":[290,380,499,420,419,449,1085],"class_list":["post-2794","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-denkfehler-wirtschaftsdebatte","category-finanzen-und-waehrung","category-medienkritik","tag-binnennachfrage","tag-export","tag-handelsbilanz","tag-spiegel","tag-steingart-gabor","tag-umsatzsteuer","tag-wechselkurse"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2794"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2794\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29459,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2794\/revisions\/29459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}