{"id":27947,"date":"2015-10-16T09:12:43","date_gmt":"2015-10-16T07:12:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27947"},"modified":"2015-10-16T11:46:17","modified_gmt":"2015-10-16T09:46:17","slug":"die-neue-kuba-politik-der-usa-aus-sicht-kubas-betrachtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27947","title":{"rendered":"Die \u201eneue\u201c Kuba-Politik der USA \u2013 aus Sicht Kubas betrachtet"},"content":{"rendered":"<p>Der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/151016_Report_Cuba_INFORME_BLOQUEO_2015.pdf\">Bericht Kubas zur Resolution 69\/5 der Vollversammlung der Vereinten Nationen [PDF]<\/a> vom Juni dieses Jahres relativiert deutlich die allzu &uuml;berschw&auml;nglich positiven Berichte &uuml;ber die neue Kuba-Politik der USA, die Pr&auml;sident Obama im Dezember letzten Jahres angek&uuml;ndigt hatte. F&uuml;r den Zeitraum April 2014 bis April 2015, also auch nach den Ank&uuml;ndigungen Obamas, sind sehr konkrete, teilweise absurd anmutende Einschr&auml;nkungen zu verzeichnen, die auf vielen Gebieten des internationalen Miteinanders &ndash; bzw. eher Nicht-Miteinanders &ndash; weiterhin bestehen.<br>\nCarsten Weikamp hat die detaillierten Ausf&uuml;hrungen k&uuml;rzend zusammengefasst und das Fazit des Berichts &uuml;bersetzt. Das ist sehr verdienstvoll, weil viele von uns mit Erleichterung die Aufhebung bzw. Einschr&auml;nkung der Sanktionen als menschliche Tat der USA begr&uuml;&szlig;t haben; wenn die Wirklichkeit jedoch so anders aussieht als verk&uuml;ndet, dann wird man traurig bis w&uuml;tend. Vor allem will man das wissen. Die &Uuml;bersetzung des Berichtes aus Kuba soll dabei helfen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>BERICHT KUBAS<\/strong><br>\nzur Resolution 69\/5 der UN-Generalversammlung mit dem Titel &ldquo;Notwendigkeit, die Wirtschafts-, Handels- und Finanz-Blockade der USA gegen Kuba zu beenden&rdquo;<\/p><ol>\n<li>\n<p><strong>Die Blockade Kubas besteht im wesentlichen weiter<\/strong><\/p>\n<p>Die zehn einschl&auml;gigen Gesetze und Verordnungen, mit denen die USA die Blockade juristisch ausgestaltet haben, sind im wesentlichen nach wie vor in Kraft. Die von Pr&auml;sident Obama in der Folge seiner Ank&uuml;ndigung im Dezember 2014 ergriffenen Ma&szlig;nahmen zur Lockerung liegen weit unter dem, was er auch ohne Genehmigung des US-Kongress tun k&ouml;nnte. Als perfide zeigt sich dabei, dass Erleichterungen in einzelnen Aspekten, z. B. die Zulassung des Exports von G&uuml;tern nach Kuba, dadurch in ihrer Wirkung beschr&auml;nkt bleiben, dass andere, damit in notwendigem Zusammenhang stehende Erleichterungen weiterhin verweigert bleiben, z. B. die wechselseitige Einrichtung von Bankkonten oder die Erlaubnis zur Nutzung des US-Dollars f&uuml;r die Abwicklung der Zahlungen der zu importierenden G&uuml;ter. Auch f&uuml;r das Jahr 2015 ist noch eine Reihe von Vorf&auml;llen bekannt, in denen Gesch&auml;fte zwischen Kuba und nicht-kubanischen Firmen und Organisationen verhindert wurden oder die nach Strafandrohung gegen die Gesch&auml;ftspartner der Kubaner nicht zustande kamen. Dies betraf nicht nur US-amerikanische Gesch&auml;ftspartner, sondern auch solche aus Drittl&auml;ndern, die einfach entsprechend internationalem Usus Handel mit bzw. in den USA betreiben wollen. Banken und Finanzinstitutionen, u. a. zum Beispiel die deutsche Commerzbank und Paypal wurden zu Strafzahlungen verurteilt, weil sie Transaktionen mit Kuba ausgef&uuml;hrt hatten bzw. dies beabsichtigten.<\/p><\/li>\n<li>\n<p><strong>Die Blockade behindert die soziale Sicherung und wirtschaftliche Entwicklung in Kuba<\/strong><\/p>\n<p>Zahlreiche Beispiele illustrieren, wie die Sicherung und Entwicklung der sozialen Menschenrechte in Kuba durch die US-Blockade weiterhin behindert wird:<\/p>\n<p>Im <strong>Gesundheit<\/strong>swesen ist so z. B. die Beschaffung von Medikamenten, Prothesen und Medizintechnik weiterhin nicht oder nur verlangsamt und &uuml;berteuert m&ouml;glich. Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind u. a. die &Uuml;bernahme des Herstellers bisher bezogener Produkte durch eine US-Firma, die Notwendigkeit der Einschaltung von Mittelsm&auml;nnern beim Kauf US-amerikanischer Technologie oder fehlende Optionen, die Software medizinischer Apparate zu lizenzieren oder upzudaten, weil deren Aktivierung und Support dem US-Recht unterliegen.<\/p>\n<p>Bez&uuml;glich des Rechts auf <strong>Nahrung<\/strong> ist Kuba im Juli 2015 von der FAO (&bdquo;Food and Agriculture Organisation&ldquo;, Ern&auml;hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) als eines der wenigen L&auml;nder herausgestellt worden, die die Millenniums-Ziele in Bezug auf die Ern&auml;hrung der Bev&ouml;lkerung erreicht haben, und das trotz gro&szlig;er US-amerikanischer Behinderungen in dem Gebiet. Enorme Minderleistung und Mehrkosten in der Landwirtschaft sind Folge der Weigerung der USA, ihre im internationalen Vergleich g&uuml;nstigen Samen, Tierfutter, Ackerbau- und Viehmast-Technologien oder Impfstoffe auch an Kuba zu verkaufen.<\/p>\n<p>Auch im <strong>Bildung<\/strong>ssektor sind zum einen Mehrkosten f&uuml;r Bildungsmaterial durch den erzwungenen Kauf au&szlig;erhalb der USA zu verzeichnen, die z. B. dazu f&uuml;hren, dass nur ca. 40% der Kindertagesst&auml;tten mit dem erforderlichen didaktischen Material ausgestattet werden konnten, sowie zum anderen die Unm&ouml;glichkeit, bestimmte Materialien &uuml;berhaupt einzukaufen, die f&uuml;r eine effektive universit&auml;re Forschung auf bestimmten Gebieten unabdingbar sind.<\/p>\n<p>Im Bereich <strong>Sport<\/strong> werden Kubanern internationale H&ouml;chstleistungen erschwert durch die Weigerung, internationales Top-Equipment f&uuml;r verschiedene Sportarten zu verkaufen und vor allem auch sportmedizinische Apparaturen und Materialien, die z. B. im Anti-Doping-Kampf eingesetzt werden. Dar&uuml;ber hinaus ist es Kubanern durch die Blockade nicht m&ouml;glich gewesen, international gewonnene Preisgelder im Baseball zu empfangen, weil diese von amerikanischen Banken eingefroren worden sind. Im Sommer 2014 sind geplante Besuche amerikanischer Sportler, die an Wettk&auml;mpfen in Kuba teilnehmen wollten, wegen der Blockade-Verordnungen abgesagt worden.<\/p>\n<p>Im Bereich <strong>Kultur<\/strong> setzt sich dies fort: Die umst&auml;ndliche und teurere internationale Beschaffung von Unterrichtsmaterialien und z. B. von Musikinstrumenten, Malutensilien etc. au&szlig;erhalb der USA bedeutet erhebliche Mehrkosten und damit ebenso gro&szlig;e Nachteile f&uuml;r die Entwicklung der Kultur wie die Restriktionen bzgl. der Erteilung von Einreisevisa f&uuml;r die Teilnahme kubanischer K&uuml;nstler an internationalen Austauschen und Veranstaltungen in den USA.<\/p>\n<p>Am gravierendsten zeigen sich die Repressalien auf dem Gebiet der <strong>wirtschaftlichen Entwicklung<\/strong>:<\/p>\n<p>Der <strong>Tourismus<\/strong> leidet unter dem f&uuml;r US-Staatsb&uuml;rger weiter bestehenden Verbot, aus rein touristischem Anlass nach Kuba zu reisen. Auch internationalen Besuchern wird der Besuch erschwert, da Angebote nur auf einer der vier weltweit f&uuml;hrenden Buchungsplattformen registriert werden k&ouml;nnen, weil die anderen drei in US-amerikanischer Hand sind. Ein gro&szlig;es Potential wird auch dadurch verstellt, dass die popul&auml;ren Karibik-Kreuzfahrtschiffe Kuba nicht anlaufen d&uuml;rfen.<\/p>\n<p>Die kubanische <strong>Industrie<\/strong> beklagt neben den Nachteilen, die es mit sich bringt, den US-Dollar nicht f&uuml;r internationale Transaktionen nutzen zu k&ouml;nnen, dass Gesch&auml;fte nicht abgeschlossen werden k&ouml;nnen, weil auch Firmen aus Drittl&auml;ndern negative Konsequenzen f&uuml;r ihr US-Gesch&auml;ft bef&uuml;rchten. Auch ist die abrupte Beendigung bestehender Gesch&auml;ftsbeziehungen durch internationale Partner, die von US-Firmen &uuml;bernommen werden, ein Damoklesschwert, das &uuml;ber jeder Zusammenarbeit h&auml;ngt.<\/p>\n<p>Das <strong>Transportgewerbe<\/strong> wird zur See wie in der Luft behindert. Schiffe mit kubanischer Besatzung d&uuml;rfen nur gegen Strafzahlungen in amerikanischen H&auml;fen festmachen, und das Anlandgehen ist kubanischen Crew-Mitgliedern untersagt. Kubanische Fluggesellschaften d&uuml;rfen die USA nicht anfliegen. Auch f&uuml;r wirtschaftlich vorteilhafte Routen, die amerikanisches Territorium lediglich &uuml;berfliegen w&uuml;rden, bestehen Beschr&auml;nkungen. Genauso wenig k&ouml;nnen kubanische Airlines die Vorteile internationaler Flugreservierungssysteme nutzen, da diese amerikanisch beherrscht sind. Sicherheitsausr&uuml;stungen wie Schwimmwesten und Rettungsboote m&uuml;ssen zur Wartung umst&auml;ndlich und teuer international verschickt werden, obwohl Wartungszentren der Hersteller auf amerikanischem Boden quasi vor der Haust&uuml;r liegen.<\/p>\n<p>Auch in den Bereichen <strong>Bergbau und Landwirtschaft<\/strong> leidet die Wirtschaftlichkeit wegen Beschr&auml;nkungen in der Beschaffung von chemischen und mikrobiologischen Substanzen. In einem Fall musste der Betrieb eines chemischen Instituts tempor&auml;r eingestellt werden.<\/p>\n<p>Im <strong>IT- und Telekommunikationssektor<\/strong> entgehen kubanischen Firmen Auftr&auml;ge, weil der Bezug von Ausr&uuml;stung amerikanischer Hersteller, die in dem Sektor f&uuml;hrend sind, nicht m&ouml;glich ist. Der Ausbau der Internet-Infrastruktur wird behindert, weil das international f&uuml;r die Vergabe von IP-Adressen und Domainnamen ma&szlig;gebliche ICAN-Gremium us-amerikanischem Recht unterliegt. Selbst Google ist es nicht erlaubt, Produkte und Dienste wie den Chrome-Browser, Google Analytics oder den Play Store in Kuba uneingeschr&auml;nkt zu betreiben.<\/p>\n<p>Der Ausbau der <strong>Trinkwasserversorgung<\/strong> stockt, weil international zu beschaffende Materialien wie hochdichtes Polyethylen, Pumpen oder Chlor von internationalen Anbietern angesichts der Blockade-Gesetze entweder nicht oder nur zu schlechten, restriktiven Konditionen oder auf teuren Umwegen &uuml;ber Drittl&auml;nder geliefert werden.<\/p>\n<p>In der Folge der genannten Restriktionen liegt auch der <strong>Binnenhandel<\/strong> mit Basisg&uuml;tern und Dienstleistungen wie Hygieneartikeln, Textilien, Schuhwerk, Baumaterialien, Restaurantbetrieben usw. deutlich unter den Kapazit&auml;ten.<\/p><\/li>\n<li>\n<p><strong>Die Blockade trifft naturgem&auml;&szlig; vorwiegend die Au&szlig;enwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Bei Betrachtung des <strong>Au&szlig;enhandels<\/strong> schl&auml;gt die Blockade nat&uuml;rlich in erster Linie beim Export von G&uuml;tern und Dienstleistungen zu Buche, die international durchaus konkurrenzf&auml;hig sein k&ouml;nnten. Das gr&ouml;&szlig;te Hemmnis ist dabei der fehlende Zugang zum US-Markt. Zahlenm&auml;&szlig;ig trifft es die Sektoren Tourismus, Transportgewerbe und Landwirtschaft (Tabak, Honig, Kakaobutter und deren Nebenprodukte) am h&auml;rtesten, auf diese drei entfallen 75% der errechneten Sch&auml;den.<\/p>\n<p>Aber auch ausl&auml;ndische Investitionen bleiben aus, die in Kuba an und f&uuml;r sich ein g&uuml;nstiges Umfeld vorfinden w&uuml;rden. Zum einen ist es amerikanischen Investoren nicht erlaubt, in Kuba zu investieren, zum anderen m&uuml;ssen Investoren anderer L&auml;nder Nebenwirkungen bei gleichzeitigen Geldanlagen in den USA bef&uuml;rchten.<\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor ist die Nicht-Anerkennung kubanischer Patente und Markenrechte. So gelingt es Kuba  seit Jahren nicht, die Registrierung seiner Prestigemarke Havana Rum in den USA zu erneuern, w&auml;hrend jedoch umgekehrt mehr als 5000 US-Marken in Kuba entsprechend der internationalen Grundlagen gesch&uuml;tzt sind.<\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich stehen logistische und finanztechnische Hindernisse einem besseren Au&szlig;enhandelsergebnis im Weg. Besonders der Zugang zu Krediten und Zahlungsmitteln in US-Dollar fehlt, aber auch zu B&ouml;rsenpl&auml;tzen mit Finanzinstrumenten zur Absicherung von Termingesch&auml;ften f&uuml;r die Exportwaren.<\/p>\n<p>Ein besonders krasses Beispiel ist der kubanische Nickel: Die US-Gesetze verbieten nach wie vor den Import, selbst von Produkten internationaler Anbieter, wenn diese auch nur einen kleinen Teil kubanischen Nickel enthalten.<\/p>\n<p>Im Sektor <strong>Finanzen<\/strong> war eine Intensivierung der Verfolgung kubanischer Auslandsverm&ouml;gen zu konstatieren, und, schlimmer, versch&auml;rft das Verbot, den US-Dollar f&uuml;r internationale Transaktionen zu nutzen. Da es nicht m&ouml;glich ist, die &uuml;blichen Wege zur finanziellen Abwicklung von Handelsgesch&auml;ften zu nehmen, kommt es zu Komplikationen, Verz&ouml;gerungen und zus&auml;tzlichen Kosten.<\/p>\n<p>Nachdem man im Juni 2014 die BNP Paribas mit einer Rekordstrafe von 8,9 Mrd. US-Dollar belegt hat, ist der Risikoaufschlag f&uuml;r Gesch&auml;fte mit Kuba auf ein Vielfaches gestiegen. Im Alltag haben Handelspartner aber nicht nur mit einem h&ouml;heren Wechselkursrisiko zu tun, auch die Schlie&szlig;ung von kubanischen Konten bei ausl&auml;ndischen Banken und Ung&uuml;ltigerkl&auml;rung von R&uuml;cksende-Genehmigungsnummern (RMAs) war bei europ&auml;ischen und lateinamerikanischen Banken wiederholt zu beobachten.<\/p>\n<p>Bei insgesamt 38 ausl&auml;ndischen Banken kam es unter dem Eindruck der Blockade bei Transaktionen mit Kuba zu Komplikationen.<\/p><\/li>\n<li>\n<p><strong>Die Blockade verst&ouml;&szlig;t gegen internationales Recht<\/strong><\/p>\n<p>Die Verfolgung kubanischer Handels- und Finanzoperationen hat also auch nach Ank&uuml;ndigung der Lockerung weiter angehalten, wohl mit dem Ziel, das US-Recht auch dem Rest der Welt aufzuzwingen auch unter Versto&szlig; gegen internationale Gesetze und Handelsprinzipien, wie sie in der Charta der Vereinten Nationen verankert sind. Zwischen Juni 2009 und Juni 2015 haben 42 US- bzw. internationale Einheiten in Summe mehr als 13,2 Mrd. US-Dollar Strafen gezahlt, nur weil sie mit Kuba direkt oder indirekt Handel getrieben haben. Noch im Mai 2015 sind kubanischen Verm&ouml;gen in H&ouml;he von mehr als 270 Mio. US-Dollar eingefroren, wie es sonst nur bei L&auml;ndern der Fall ist, die den Terrorismus unterst&uuml;tzen.<\/p>\n<p>Es gibt eine Vielzahl bizarrer Vorkommnisse. So hat z. B. die Bank of Ireland die &Uuml;berweisung der kubanischen Botschaft in Irland zur Begleichung der Telefonrechnungen an O2 nicht ausgef&uuml;hrt, weil es nicht m&ouml;glich sei, &Uuml;berweisungen von Kubanern oder der kubanischen Regierung auszuf&uuml;hren. Auch umgekehrt sind F&auml;lle dokumentiert, wo z. B. die Weltgesundheitsorganisation WHO 165 kubanischen &Auml;rzten kein Gehalt auszahlen durfte, die in Sierra Leone im Rahmen der Mission zur Bek&auml;mpfung von Ebola eingesetzt waren, so dass Kuba einen Monat f&uuml;r deren Kost und Unterbringung einspringen musste.<\/p><\/li>\n<li>\n<p><strong>Opposition gegen die Blockade<\/strong><\/p>\n<p>Auch <strong>innerhalb der USA<\/strong> gibt es schon seit Jahren eine Opposition gegen die Blockade. Diese ist seit den Ank&uuml;ndigungen Obamas bemerkenswert angewachsen. Umfragen in der Bev&ouml;lkerung zeigen eindeutig, dass die Menschen der Meinung sind, dass die Blockade aufgehoben werden soll, und auch prominente F&uuml;rsprecher von der New York Times &uuml;ber die US-amerikanische katholische Bischofskonferenz bis zu den Vorsitzenden einflussreicher Organisationen wie der Handelskammer oder der Gesellschaft zur F&ouml;rderung der Wissenschaft und aktuellen und ehemaligen Regierungsmitgliedern &auml;u&szlig;ern sich entsprechend. Im Kongress hat es bereits mehrere Initiativen von f&uuml;hrenden Mitgliedern beider Parteien zur Aufhebung der Blockade gegeben, die auch auf das Potential einer offeneren Zusammenarbeit f&uuml;r die amerikanische Wirtschaft hinweisen. Aktuell werden 12 Gesetzesentw&uuml;rfe diskutiert, die die Blockade weiter entsch&auml;rfen sollen.<\/p>\n<p>Auch <strong>au&szlig;erhalb der USA<\/strong> finden sich fast ausschlie&szlig;lich Stimmen, die die Abschaffung der Blockade bef&uuml;rworten. Im Oktober 2014 hat die UN-Generalversammlung zum 23. Mal in Folge die Resolution best&auml;tigt, gem&auml;&szlig; der die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade der USA gegen Kuba beendet werden m&uuml;sse, und zwar mit einem Votum von 188 Pro-Stimmen bei nur zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen. &Auml;hnlich lautende Forderungen kamen im letzten Jahr unter anderem auch vom Lateinamerikanischen Rat, dem ibero-amerikanischen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs, vom Gipfel der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten, dem der Afrikanischen Union und dem Gipfeltreffen zwischen den Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten mit der EU.<\/p><\/li>\n<li>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der Ank&uuml;ndigung der US-Regierung, dass die Wirtschafts-, Handels- und Finanz-Blockade gegen Kuba beendet werden soll, ist diese nach wie vor in Kraft und wirkt weiterhin auf die kubanische Wirtschaft und beschr&auml;nkt das Recht des kubanischen Volkes auf Entwicklung. Es hat sich gezeigt, dass die bisher vom Wei&szlig;en Haus getroffenen Ma&szlig;nahmen limitiert sind, und wie viel der Pr&auml;sident noch tun kann, um die Anwendung der Blockade substantiell zu ver&auml;ndern, wenn er seine Regierungsvollmachten einsetzen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Der wirtschaftliche Schaden f&uuml;r das kubanische Volk aufgrund der Anwendung der Wirtschafts-, Handels- und Finanz-Blockade Kubas durch die USA bel&auml;uft sich, in Anbetracht der Abwertung des Dollars in Hinsicht auf den Goldpreis auf dem internationalen Markt, auf 833,755 Milliarden Dollar, und das trotz des niedrigeren Goldpreises im Vergleich zur Vorperiode. Zu aktuellen Preisen hat die Blockade &uuml;ber all die Jahre einen Schaden von mehr als 121,192 Milliarden Dollar verursacht. (Anm. CW: Bei allem Verst&auml;ndnis f&uuml;r die tats&auml;chlich hohen finanziellen Sch&auml;den, die die Blockade verursacht, sind die hier genannten Zahlen und Berechnungen allerdings mit sehr gro&szlig;er Vorsicht zu betrachten.)<\/p>\n<p>Diese Zahl kann aber nicht die Schmerzen und Entbehrungen ausdr&uuml;cken, die die Blockade, trotz aller Anstrengungen der kubanischen Regierung, f&uuml;r das kubanische Volk bedeutet hat. Noch bis heute beeinflusst diese ungerechte Politik weiterhin negativ alle Bereiche des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens des kubanischen Volkes und beschr&auml;nkt die M&ouml;glichkeiten des Landes, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.<\/p>\n<p>Anerkannterma&szlig;en ist die Blockade nicht nur ein rein bilaterales Problem. Die Sanktionen gegen dritte Parteien, auch nach den Ank&uuml;ndigungen vom 17. Dezember 2014 noch, zeigen, dass diese Politik der USA v&ouml;llig ungestraft gegen internationales Recht verst&ouml;&szlig;t, und im besonderen gegen das Prinzip der souver&auml;nen Gleichheit von Staaten, wie es in der Charta der Vereinten Nationen festgeschrieben ist.<\/p>\n<p>Im Zentrum der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat eine &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit von Staaten bei 23 aufeinanderfolgenden Gelegenheiten anerkannt, dass die Blockade gegen Kuba eine absurde, illegale und moralisch unhaltbare Politik ist. &Uuml;ber die f&uuml;nf Jahrzehnte seit ihrer Einf&uuml;hrung ist sie ihrer Natur, ihrem Geist und ihren Zielen nach aufrecht gehalten worden und hat unn&ouml;tige Entbehrungen und Leiden f&uuml;r das kubanische Volk zur Folge gehabt.<\/p>\n<p>Pr&auml;sident Obama selbst hat richtig erkannt, dass der &uuml;berholte Ansatz dieser Politik gegen Kuba beendet werden soll. Dennoch beschr&auml;nken die Auswirkungen der Blockade heute die wirtschaftlichen M&ouml;glichkeiten Kubas genauso rigoros wie  in den letzten f&uuml;nf Jahrzehnten und beeintr&auml;chtigen sein Recht, den Lebensstandard seiner Bev&ouml;lkerung zu verbessern.<\/p>\n<p>Der Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten sollte seinen Willen und seine weiten Regierungsvollmachten nutzen, um aus der Blockade die wichtigsten Elemente  zu entfernen in Einklang mit dem Aufschrei der internationalen Gemeinschaft angesichts dieser Politik.<\/p>\n<p>Kuba und seine Menschen vertrauen einmal mehr darauf, die Unterst&uuml;tzung der internationalen Gemeinschaft zu haben in seiner legitimen Forderung nach Beendigung der Wirtschafts-, Handels- und Finanz-Blockade, die ihr von der Regierung der Vereinigten Staaten auferlegt wird.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/151016_Report_Cuba_INFORME_BLOQUEO_2015.pdf\">Bericht Kubas zur Resolution 69\/5 der Vollversammlung der Vereinten Nationen [PDF]<\/a> vom Juni dieses Jahres relativiert deutlich die allzu &uuml;berschw&auml;nglich positiven Berichte &uuml;ber die neue Kuba-Politik der USA, die Pr&auml;sident Obama im Dezember letzten Jahres angek&uuml;ndigt hatte. 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