{"id":27979,"date":"2015-10-19T14:24:07","date_gmt":"2015-10-19T12:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27979"},"modified":"2015-10-23T08:14:53","modified_gmt":"2015-10-23T06:14:53","slug":"maerchenhafte-aufregung-ueber-das-gekaufte-sommermaerchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27979","title":{"rendered":"M\u00e4rchenhafte Aufregung \u00fcber das gekaufte Sommerm\u00e4rchen"},"content":{"rendered":"<p>Die gesamte Presselandschaft war an diesem Wochenende in Aufregung. Der SPIEGEL will n&auml;mlich in seiner aktuellen Titelstory herausgefunden haben, dass Deutschland seine Sommerm&auml;rchen-WM 2006 m&auml;rchenhaft gekauft haben soll. Ist dies eine Sensation? Nein, eine Sensation w&auml;re es, wenn herausk&auml;me, dass ausgerechnet Deutschland &bdquo;seine&ldquo; WM nicht gekauft haben sollte. Dennoch sind die SPIEGEL-Recherchen interessant und brisant, da sie neue Details zu den finanziellen Machenschaften des DFB aufdecken. Auch wenn die Schlussfolgerungen des SPIEGEL nicht sonderlich &uuml;berzeugend sind, stellen sich durch die Recherchen neue Fragen, die eigentlich nur eine denkbare Schlussfolgerung gestatten &ndash; die aktuelle DFB-F&uuml;hrung muss geschlossen zur&uuml;cktreten. Von <strong>Jens Berger<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6499\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-27979-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151020_Gekauftes_Sommermaerchen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151020_Gekauftes_Sommermaerchen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151020_Gekauftes_Sommermaerchen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151020_Gekauftes_Sommermaerchen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=27979-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151020_Gekauftes_Sommermaerchen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"151020_Gekauftes_Sommermaerchen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Mehr zur Korruption im Fu&szlig;ball, zu den gekauften Weltmeisterschaften und der Kommerzialisierung des Fu&szlig;balls finden Sie in meinem j&uuml;ngsten Buch <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/der-kick-des-geldes-oder-wie-unser-fussball-verkauft-wird-jens-berger.html#.ViTdPNaGXpA\">&bdquo;Der Kick des Geldes oder wie unser Fu&szlig;ball verkauft wird&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><p><strong>Um was geht es da eigentlich?<\/strong> <\/p><p>Als Deutschland im Jahre 2000 die Austragungsrechte f&uuml;r die Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft 2006 vom Fifa-Exekutivkomitee zugesprochen bekam, war die Entscheidung denkbar knapp. Nachdem die Bewerber Marokko und England in den ersten Abstimmungsrunden ausgeschieden sind, standen in der letzten Runde Deutschland und S&uuml;dafrika zur Wahl. Fest auf deutscher Seite standen dabei (mehr oder weniger) lediglich die acht Delegierten des europ&auml;ischen Fu&szlig;ballverbandes UEFA, w&auml;hrend die sechs Delegierten der amerikanischen Verb&auml;nde, die vier Afrikaner und Fifa-Pr&auml;sident Blatter klar auf Seiten S&uuml;dafrikas standen. Getreu der Fifa-Abstimmungsregeln, nachdem bei einem Patt die Stimme des Pr&auml;sidenten doppelt z&auml;hlt, brauchte S&uuml;dafrika also nur noch eine &bdquo;Wackelstimme&ldquo;. Als potentielle Kandidaten daf&uuml;r galten die vier asiatischen Delegierten und der Neuseel&auml;nder Charlie Dempsey, der den ozeanischen Verband repr&auml;sentierte. Das Ergebnis ist bekannt: Alle vier Asiaten stimmten f&uuml;r Deutschland und Dempsey, der eigentlich eine Weisung hatte, f&uuml;r S&uuml;dafrika zu stimmen, verlie&szlig; aus vollkommen ungekl&auml;rten Gr&uuml;nden vor der letzten Abstimmungsrunde Z&uuml;rich und wart nie wieder bei der Fifa gesehen. Sp&auml;ter sprach er von einem &bdquo;nicht auszuhaltenden Druck&ldquo;, der auf ihn ausge&uuml;bt wurde und von Morddrohungen, was er jedoch sp&auml;ter widerrief. Deutschland bekam die WM und Dempsey nahm sein Geheimnis 2008 mit ins Grab. So weit die weitestgehend bekannte Vorgeschichte zum &bdquo;Sommerm&auml;rchen&ldquo;.<\/p><p><strong>Was hat der SPIEGEL konkret herausgefunden?<\/strong><\/p><p>Anders als die mediale Berichterstattung suggeriert, haben die j&uuml;ngsten Rechercheergebnisse des SPIEGEL nur am Rand direkt etwas mit der WM-Vergabe im Jahre 2000 zu tun. Nach Angaben des SPIEGEL soll der umtriebige franz&ouml;sische Sport-Unternehmer Robert Louis-Dreyfus, der von 1994 bis 2001 auch CEO des Adidas-Konzerns war, dem deutschen &bdquo;WM-Organisationskomitee&ldquo; 6,3 Millionen Euro geliehen haben. Warum und wof&uuml;r? Dazu hat offenbar auch der SPIEGEL auch keine Informationen. Man wei&szlig; beim SPIEGEL jedoch, dass das Geld als schwarze Kasse diente und Franz Beckenbauer den Schuldschein unterschrieben haben soll. Nun ja, davon kann man halten, was man will. Aus diesen vagen Indizien eine derartige Titelstory zu basteln, ist zumindest mutig und d&uuml;rfte den SPIEGEL angesichts der angek&uuml;ndigten rechtlichen Offensive des DFB wohl noch recht teuer zu stehen kommen.<\/p><p>Aber davon ab. Interessant wird die Sache dadurch, dass rund f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter der DFB exakt diese Summe in einem h&ouml;chst dubiosen Verfahren an die FIFA &uuml;berweisen haben soll. Offiziell wurde diese Summe vom DFB als deutscher Beitrag zum Fifa-Kulturprogramm deklariert. Dieses Kulturprogramm existierte jedoch nur auf dem Papier und wurde im Januar 2006 offiziell aus fadenscheinigen Gr&uuml;nden abgesagt. Nun zahlte die Fifa den deutschen Beitrag zum abgesagten Kulturprogramm aber nicht, wie man es eigentlich annehmen sollte, an den DFB zur&uuml;ck, sondern &ndash; so der SPIEGEL &ndash; an Robert Louis-Dreyfus. Der Kreis schlie&szlig;t sich. Dreyfus bekam sein Privatdarlehen zur&uuml;ckgezahlt, der DFB &uuml;bernahm damit vollumf&auml;nglich die Kosten, die FIFA half &ndash; wenn die SPIEGEL-Vorw&uuml;rfe zutreffen &ndash; bei der Geldw&auml;sche &hellip; nur wer oder was wurde mit dem Geld bezahlt? Dazu hat der SPIEGEL auch keine Antwort. Stattdessen beruft man sich auf ein angebliches Zitat von G&uuml;nther Netzer, der gesagt haben soll &bdquo;Damit haben wir die vier Asiaten bezahlt&ldquo;. Netzer bestreitet diese Aussage kategorisch. <\/p><p><strong>Zweifel an der SPIEGEL-Interpretation<\/strong><\/p><p>Auch wenn direkte Schmiergeldzahlungen an Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees durchaus gang und g&auml;be sind, gibt es in diesem konkreten Fall auch abseits der fragw&uuml;rdigen Beweisf&uuml;hrung ernsthafte Zweifel an der SPIEGEL-Geschichte. Wer waren denn die &bdquo;vier Asiaten&ldquo;?<\/p><ol>\n<li>\n<p>Chung Mong-Joon, S&uuml;dkorea<\/p>\n<p>Chung ist Sohn des Hyundai-Gr&uuml;nders Chung Ju-yung, Milliard&auml;r und einflussreicher Politiker der in S&uuml;dkorea regierenden &bdquo;Neue Welt Partei&ldquo;. 2002 trat er sogar erfolglos bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen an. Im August dieses Jahres verk&uuml;ndete Chung seine Kandidatur f&uuml;r die Blatter-Nachfolge. Daraus wird jedoch nichts. Kurz nach seiner Ank&uuml;ndigung kam &ndash; was f&uuml;r eine &Uuml;berraschung &ndash; heraus, dass Chung seinem Land die WM 2022 kaufen wollte. Er versprach dem Fifa-Exekutivkomitee die Einrichtung eines &bdquo;Entwicklungsfonds&ldquo; in H&ouml;he von 777 Millionen Dollar &ndash; also eine gigantische Schwarze Kasse zur Verteilung von Schmiergeldern. Von der FIFA ist Chung nun aktuell f&uuml;r sechs Jahre gesperrt. Chung ist korrupt. Er ist jedoch zweifelsohne kein Schmiergeldempf&auml;nger, sondern ein Schmiergeldverteiler. Unvorstellbar, dass Milliard&auml;r Chung sich f&uuml;r &bdquo;lumpige&ldquo; 1,5 Millionen Euro vom DFB kaufen l&auml;sst. Warum hat Chung dann f&uuml;r Deutschland gestimmt? Ein Grund k&ouml;nnte sein, dass sich der DFB-Sponsor Daimler wenige Wochen vor der WM-Vergabe an Chungs Hyundai-Konzern beteiligte. Die Einzelheiten dieses Deals sind bis heute unbekannt. Vier Jahre sp&auml;ter trennte sich Daimler wieder von Hyundai. F&uuml;r die Familie Chung war dies sicher nicht das schlechteste Gesch&auml;ft ihres Lebens.<\/p><\/li>\n<li>\n<p>Abdullah Al-Dabal, Saudi-Arabien<\/p>\n<p>Der 2007 verstorbene Al-Dabal war Mitglied des saudischen K&ouml;nigshauses und Multimillion&auml;r. Auch Al-Dabal geh&ouml;rt nicht zu den Delegierten, die sich f&uuml;r &uuml;berschaubare Summen kaufen lassen, sondern eher zu der Gattung Funktion&auml;r, die sich mit einer prallen Kriegskasse selbst Stimmen kauft. Warum hat Al-Dabal f&uuml;r Deutschland gestimmt? Es k&ouml;nnte daran liegen, dass der Sicherheitsrat der Bundesregierung unter F&uuml;hrung von Gerhard Schr&ouml;der exakt eine Woche vor der WM-Vergabe ohne Angabe n&auml;herer Gr&uuml;nde kurzeitig das Waffenembargo gegen Saudi-Arabien aufgehoben hat, um dem K&ouml;nigreich den Kauf von 1.200 deutschen Panzerf&auml;usten zu erm&ouml;glichen. Nat&uuml;rlich l&auml;sst sich auch eine Stimme aus dem saudischen K&ouml;nigshaus kaufen &ndash; aber nicht mit Geld, sondern mit Politik.<\/p><\/li>\n<li>\n<p>Mohamad bin Hammam, Katar<\/p>\n<p>Bin Hammam ist ein steinreicher katarischer Unternehmer mit direktem Zugriff auf die Geldt&ouml;pfe des katarischen K&ouml;nigshauses. Er ist als Fu&szlig;ballfunktion&auml;r mit allen Wassern gewaschen und gilt als &bdquo;K&ouml;nig der Schmierer&ldquo;, der unter anderem Sepp Blatter die n&ouml;tigen Stimmen f&uuml;r dessen Pr&auml;sidentschaft und die WM 2022 f&uuml;r sein Heimatland Katar kaufte. Als die Wirtschaftspr&uuml;fer von PricewaterhouseCoopers 2012 die Verbandsgesch&auml;fte Bin Hammams durchleuchteten, fanden sie gleich Belege f&uuml;r einen bunten Reigen an Straftaten, beginnend mit Geldw&auml;sche, Bestechung und Steuerbetrug, bis hin zum Bruch verh&auml;ngter Wirtschaftsembargos. Bin Hammam ist hoch korrupt. Es gibt tausende Hinweise daf&uuml;r, dass Bin Hamamm andere Delegierte gekauft hat, aber &ndash; verst&auml;ndlicherweise &ndash; keinen einzigen Hinweis daf&uuml;r, dass er sich selbst kaufen l&auml;sst. Dass Bin Hammam Deutschland seine Stimme nicht wegen des sch&ouml;nen Wetters und der Kuckucksuhren gegeben hat, d&uuml;rfte klar sein. Dass man den Mann, der selbst hunderte Millionen Dollar Schmiergelder verteilt hat, mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag gekauft haben soll, ist jedoch eine naive Vorstellung. Wahrscheinlicher ist, dass ein Deal der ganz anderen Art geschlossen wurde. Chef des deutschen Organisationskomitees war damals Franz Beckenbauer; der Mann, der wenige Jahre sp&auml;ter einigen Quellen zufolge &ndash; gegen die Anweisungen des DFB &ndash; seine Stimme im Fifa-Exekutivkomitee f&uuml;r die WM 2022 in Katar abgegeben haben soll. Eine Hand w&auml;scht die andere? Politische R&uuml;ckendeckung hatte Beckenbauer auch vom damaligen Kanzler Gerhard Schr&ouml;der. Was Schr&ouml;der genau im Mai 1999 mit dem eigens daf&uuml;r eingeflogenen katarischen Au&szlig;enminister Scheich Hamad bin Jassem Al Thani besprach, ist unbekannt. Er muss jedoch m&auml;chtig Eindruck gemacht haben, setzte der katarische FIFA-Funktion&auml;r doch gleich noch seine asiatischen Verbandskollegen aus S&uuml;dkorea, Thailand und Saudi-Arabien unter Druck, f&uuml;r Deutschland zu stimmen. Im Briefing vor dem Gespr&auml;ch notierte das Kanzleramt laut einem Bericht der S&uuml;ddeutschen Zeitung folgendes: &bdquo;Emir ist fu&szlig;ballbegeistert; hat gro&szlig;en Einfluss auf die Stimmabgabe.&ldquo;<\/p><\/li>\n<li>\n<p>Worawi Makudi, Thailand<\/p>\n<p>Anders als seine drei asiatischen Kollegen gilt der Thail&auml;nder Makudi als Empf&auml;nger von Schmiergeldern. Die Liste der Korruptionsf&auml;lle, bei denen Makudi sich f&uuml;r seine Entscheidungen hat schmieren lassen, ist lang und &auml;u&szlig;erst phantasievoll. Im Zusammenhang mit der WM-Vergabe f&uuml;r Deutschland ist dabei unter anderem die Ausrichtung eines Freundschaftsspiels des FC Bayern M&uuml;nchen in Thailand zu nennen. Der deutsche TV-Rechte-H&auml;ndler und Sponsor der deutschen WM-Kandidatur Leo Kirch soll dann Makudi die &Uuml;bertragungsrechte f&uuml;r dieses Freundschaftsspiel zu einem ma&szlig;los &uuml;berteuerten Preis abgekauft haben. Und wer hat daf&uuml;r gesorgt, dass die Bayern &uuml;berhaupt in Thailand spielen? Franz Beckenbauer, der damals nicht nur Chef des Bewerbungskomitees, sondern auch Pr&auml;sident des FC Bayern M&uuml;nchen war. Nat&uuml;rlich kann es sein, dass zus&auml;tzlich auch Gelder aus der schwarzen Dreyfus-Kasse an Makudi gezahlt wurden &hellip; da er &uuml;ber andere Kan&auml;le jedoch bereits ausreichend bestochen wurde, ist dies jedoch nicht zwangsl&auml;ufig.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Die SPIEGEL-Interpretation, nach der die 6,3 Millionen Euro von Robert Louis-Dreyfus von den Deutschen daf&uuml;r verwendet wurden, um die vier asiatischen Stimmen zu kaufen, ist also keinesfalls zwingend. Genau betrachtet ist es sogar eher unwahrscheinlich, dass es sich so abgespielt haben k&ouml;nnte. Aber wof&uuml;r wurde das Geld dann verwendet? Dazu geben die j&uuml;ngsten Recherchen des SPIEGEL keine Antwort. Denkbar ist da so ziemlich alles. Was steckte beispielsweise genau hinter der Flucht des Neuseel&auml;nders Dempsey?  Wer hat mit was Druck auf ihn ausge&uuml;bt? Es ist auch nicht auszuschlie&szlig;en, dass die DFB-Funktion&auml;re sich mit dem Geld des Adidas-Chefs ganz profan selbst bereichert haben. Bekannt ist, dass sowohl der DFB als auch der FC Bayern M&uuml;nchen in den Folgejahren Ausr&uuml;stervertr&auml;ge mit Adidas abgeschlossen haben, obwohl der US-Konkurrent Nike ein wesentlich besseres Angebot abgegeben hatte. In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch interessant, dass Bayern-Manager Uli Hoene&szlig; das 20-Millionen-Mark-Privatdarlehen, das ihm sp&auml;ter indirekt das Genick brechen sollte, von eben jenem Robert Louis-Dreyfus bekommen hat. In beiden F&auml;llen ist das, was wir bislang wissen, sicher nur die Spitze des Eisbergs. <\/p><p><strong>Niersbach und Co. m&uuml;ssen weg!<\/strong><\/p><p>Auch wenn vollkommen offen ist, wof&uuml;r die schmutzigen Fu&szlig;ballfunktion&auml;re die schwarze Kasse des Robert Louis-Dreyfus verwendet haben, stellt die R&uuml;ckzahlung des Darlehens bereits einen handfesten Skandal dar, der die DFB-Spitze unhaltbar macht. Wie kann es denn sein, dass der DFB 6,3 Millionen Euro f&uuml;r ein nie stattgefundenes Kulturprogramm zahlt und diesen Betrag dann ganz einfach vergisst? Es handelt sich hier ja nicht um 5,20 Euro, sondern um einen Betrag, der auch f&uuml;r den DFB eine durchaus relevante Gr&ouml;&szlig;enordnung hat. Wie kann man ein Loch in dieser Gr&ouml;&szlig;e in der Bilanz eines gemeinn&uuml;tzigen Vereins zehn Jahre lang &uuml;bersehen? Was hat man den Kassenpr&uuml;fern und Revisoren gesagt? Warum hat das Finanzamt den DFB nicht auf diese L&uuml;cke angesprochen? Ein Vorstand, der keine plausible Erkl&auml;rung daf&uuml;r hat, warum ein Millionenbetrag in der eigenen Kasse fehlt, ist untragbar. <\/p><p>Dabei spielt es auch gar keine Rolle, wof&uuml;r der Dreyfus-Kredit genutzt wurde und man damit aktiv oder passiv Stimmen f&uuml;r die WM 2006 gekauft hat. Einzig und allein die Art und Weise der R&uuml;ckzahlung des Kredits ist ein Armutszeugnis f&uuml;r den DFB, das zudem den Tatbestand der Untreue erf&uuml;llen k&ouml;nnte. <\/p><p>Auf jeden Fall bleibt es spannend. Nun muss der DFB ja irgendwie das Millionenloch in seiner Bilanz wieder schlie&szlig;en. Was soll man machen? Robert Louis-Dreyfus ist tot und die Fifa steht unter Daueraufsicht der Schweizer Beh&ouml;rden, die ganz sicher auch im aktuellen Fall aktiv werden und Fragen stellen. Damit steckt der DFB selbst bis zum Hals im Fifa-Korruptionssumpf. Was f&uuml;r eine Ironie der Geschichte! War es nicht der DFB, der noch vor wenigen Monaten laut get&ouml;nt hat und die Fifa reformieren wollte? <\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/6552c04af6dc4d0fa243b4a2b5cc7627\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gesamte Presselandschaft war an diesem Wochenende in Aufregung. 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