{"id":28035,"date":"2015-10-22T10:06:55","date_gmt":"2015-10-22T08:06:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28035"},"modified":"2024-08-22T16:43:12","modified_gmt":"2024-08-22T14:43:12","slug":"die-dunkle-seite-der-wikipedia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28035","title":{"rendered":"Die dunkle Seite der Wikipedia"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151022_fiedler.jpg\" alt=\"Markus Fiedler\" title=\"Markus Fiedler\"><\/div><p>Die Wikipedia ist f&uuml;r die meisten von uns inzwischen allt&auml;gliches Nachschlagwerk. Ist sie das aber auch zu Recht? Ist sie seri&ouml;s und &uuml;berparteilich, kl&auml;rt sachlich &uuml;ber verschiedene Standpunkte auf? Nein, meint der Filmemacher Markus Fiedler, dessen Dokumentarfilm &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wHfiCX_YdgA\">Die dunkle Seite der Wikipedia<\/a>&ldquo; soeben erschien. Fiedler bescheinigt dem Online-Lexikon vermachtet-autorit&auml;re, intransparente Strukturen sowie Parteilichkeit bei gesellschaftspolitischen Artikeln &ndash; und steht mit dieser Einsch&auml;tzung alles andere als <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=srbhHn-f_qo\">allein<\/a>. Stimmt es, dass die Wikipedia die Kriegsl&uuml;gen der Leitmedien &uuml;berwiegen einfach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krieg_in_der_Ukraine_seit_2014\">nachvollzieht<\/a>? Dass auch sie &ndash; wider alle Recherchepflicht und Wissenschaftlichkeit &ndash; Friedensbewegte zu Unrecht und wom&ouml;glich gezielt als &bdquo;Rechte&ldquo;, &bdquo;Irre&ldquo;, &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo; diffamiert? <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach mit <strong>Markus Fiedler<\/strong> zu seinen diesbez&uuml;glichen Recherchen und Erkenntnissen sowie seinem Film.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7021\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-28035-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151022_Dunkle_Seite_Wikipedia_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151022_Dunkle_Seite_Wikipedia_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151022_Dunkle_Seite_Wikipedia_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151022_Dunkle_Seite_Wikipedia_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=28035-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151022_Dunkle_Seite_Wikipedia_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"151022_Dunkle_Seite_Wikipedia_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Fiedler, Ende Oktober wird Ihr Dokumentarfilm &bdquo;Die dunkle Seite der Wikipedia&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Wie kam es zu dem Film und was ist &bdquo;dunkel&ldquo; an der Wikipedia?<\/strong><\/p><p>Die Entstehung des Films geht auf zwei Ereignisse zur&uuml;ck. Zun&auml;chst auf ein Gespr&auml;ch mit meiner Kollegin, die Geschichte unterrichtet und die die Wikipedia klar als nicht zitierf&auml;hige Quelle einordnete, wohingegen ich selbst meinen Sch&uuml;lern im Fach Biologie die Wikipedia als teils hervorragende Quelle immer empfohlen habe. Dieses Gespr&auml;ch machte mich nachdenklich. <\/p><p>Und dann habe ich im Januar 2015 das <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zygPxUFOjKs\">Video eines Vortrags des Historikers Dr. Daniele Ganser<\/a> auf YouTube gesehen, in dem es um NATO-Geheimarmeen ging. Als ich deswegen mehr &uuml;ber Dr. Ganser auf Wikipedia erfahren wollte, las ich dort: &bdquo;Er greift Verschw&ouml;rungstheorien zum 11.&nbsp;September 2001 auf und stellt sie als diskutable wissenschaftliche Erkl&auml;rungen dar.&ldquo; Der Begriff &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; ist dabei vollkommen unsachlich und diffamiert Dr. Ganser als Spinner. Als ich daher versuchte, mit meinem langj&auml;hrig ungenutzten Wikipediakonto eine Korrektur dieses Satzes zu erwirken, geschah Seltsames: Obwohl ich einen sachlich formulierten Text in die Diskussion zum Artikel Ganser eingestellt hatte, in dem ich auf die genannte und einige weitere Unzul&auml;nglichkeiten des Wikipedia-Artikels einging, wurde ich unter fadenscheinigen Begr&uuml;ndungen umgehend als Vandale gemeldet und danach recht schnell von einem Admin mit dem Kommentar &bdquo;beratungsresistenter Meta-Account&ldquo; gesperrt. Dieses Vorgehen in der Wikipedia war vollkommen regelwidrig und wurde aber auch, wie ich dann herausfand, bereits inflation&auml;r bei anderen Benutzern praktiziert. Und zwar ausschlie&szlig;lich bei solchen, die im Ganser-Artikel mehr Sachlichkeit einforderten und nicht &uuml;ber ein langj&auml;hrig genutztes Wikipedia-Konto verf&uuml;gten.<\/p><p>Es roch f&ouml;rmlich nach einer ideologisch motivierten Absprache der beteiligten Sichter und Administratoren in der Wikipedia. Also sprach ich mich meinerseits mit meinem Bekannten Frank-Michael Speer ab und wir fingen an zu recherchieren. Denn das Thema ist aus drei Gr&uuml;nden wichtig:<\/p><ol>\n<li>Als Anh&auml;nger und Verfechter der Creative-Commons-Bewegung liegt mir pers&ouml;nlich sehr viel an kostenlosen und urheberrechtsfreien Lern- und Lehrinhalten. Denn sie sind auch f&uuml;r solche Personen verf&uuml;gbar, die sich die Anschaffung teurer B&uuml;cher nicht leisten k&ouml;nnen. Wikipedia als kostenlose Wissensquelle ist hier aber anscheinend auf dem besten Wege, sich als glaubhafte Quelle zu verabschieden, zumindest was die Artikel anbelangt, die sich mit der aktuellen Politik und dem Zeitgeschehen besch&auml;ftigen.<\/li>\n<li>Hier wird durch die Wikipedia offensichtlich gezielt <a href=\"http:\/\/shop.papyrossa.de\/Gehrcke-Wolfgang-Rufmord\">Rufmord<\/a> betrieben. Wie sich sehr schnell herausstellte, richten sich diese Rufmordkampagnen dabei nicht nur gegen Dr. Ganser, sondern gegen viele verschiedene Personen, die sich gegen Krieg und gegen die NATO-Geopolitik positionieren. Hier wollten wir einen Beitrag zum Eind&auml;mmen dieses Treibens leisten.<\/li>\n<li>Die &Ouml;ffentlichkeit muss dar&uuml;ber informiert werden, dass Wikipedia in gro&szlig;en Teilen eben <em>nicht<\/em> objektiv ist. Denn liest man in den &uuml;blichen Leitmedien etwas zur Wikipedia, so werden fast ausschlie&szlig;lich positive Seiten des Onlinelexikons hervorgehoben. Wenn man von Angriffen auf die Objektivit&auml;t der Wikipedia liest, dann werden immer nur von den Wikipedianern erfolgreich abgewehrte Angriffe von au&szlig;en thematisiert, n&auml;mlich beispielsweise solche von PR- Agenturen und verschiedenen Politikern. Weitgehend verschwiegen hingegen wird das Problem, dass in der Wikipedia selbst offensichtlich Strukturen existieren, die die Sachlichkeit des Mediums insgesamt massiv bedrohen. Insofern haben die Leitmedien diesbez&uuml;glich auf ganzer Linie versagt und es bedarf hier anscheinend einer Berichterstattung, die nicht von ihnen kommt.<\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"236\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/wHfiCX_YdgA\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center;\"><strong>Markus Fiedler: &bdquo;Die dunkle Seite der Wikipedia&ldquo;<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Das hei&szlig;t, die Wikipedia reproduziert &ouml;ffentliche Demagogie. Inwiefern denn genau? Und welche Folgen zeitigt das? <\/strong><\/p><p>Ja. Das Wort <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45945\/2.html\">Verschw&ouml;rungstheorie<\/a> etwa wird offensichtlich immer wieder gerne von Machteliten benutzt, um unliebsame Gegner zu diskreditieren. Nach 9\/11 waren &bdquo;outrageous conspiracy theories&ldquo; wieder schwer in Mode. George W. Bush f&uuml;hrte diesen Begriff in seiner Rede vor den Vereinten Nationen am 10. November 2001 ein und betitelte damit alles, was die Attentate vom 11. September 2001 kritisch hinterfragte. Die Leitmedien haben diesen Begriff dann wie gleichgeschaltet &uuml;bernommen und eine dringend notwendige Untersuchung der Anschl&auml;ge vom 11. September 2001 blieb aus. Offensichtlich hat der vollkommen unsachliche Begriff Verschw&ouml;rungstheorie nun auch schon seit einigen Jahren Einzug in die Wikipedia gefunden und wird dort als Ideologiekeule verwandt.<\/p><p>Besonders gerne werden dabei Personen angegriffen, die sich in neuerlichen Friedensbewegungen zusammenfinden und beispielsweise gegen eine aggressive NATO-Politik in der Ukraine demonstrieren. So wurde beispielsweise Ken Jebsen als neu-rechter Verschw&ouml;rungstheoretiker bezeichnet. In verschiedenen hochgradig manipulativen Beitr&auml;gen der Leitmedien, unter anderem vom 3sat-Magazin Kulturzeit vom 19. Mai 2014, wurde er zudem als Spinner dargestellt. Und das ist nur ein Beispiel unter vielen. <\/p><p>Diese grauenhafte Berichterstattung, die man sachlich korrekt nur noch als Propaganda bezeichnen kann, setzt sich dabei bis heute fort. Neuerdings werden sogar Kabarettisten <a href=\"http:\/\/www.svz.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/politik\/fernsehkabarett-wo-der-antisemitismus-blueht-id9895856.html\">als &bdquo;Antisemiten&ldquo; verunglimpft<\/a> weil sie Banken und Kapitalismus kritisieren etc. pp.<\/p><p>Diese Hetze prasselt inzwischen anhand von Begriffen wie &bdquo;neu-rechts&ldquo;, &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo; und &bdquo;Antisemit&ldquo; in st&auml;ndiger Dauerschleife bez&uuml;glich der Friedensbewegung auf uns ein. Und ganz offensichtlich werden immer mal wieder bei Friedensdemonstrationen auftauchende Personen, die tats&auml;chlich rechtsextremes Gedankengut verbreiten, dabei sehr geschickt ins Bild gesetzt, um die breite Mehrheit der Demonstranten aus der b&uuml;rgerlichen Mitte der Gesellschaft mit derlei Behauptungen in Verbindung zu setzen, sie sozusagen in Sippenhaft zu nehmen und pauschal als rechtsextrem abzuurteilen. Dadurch wird von ihrem eigentlichen Anliegen &bdquo;Frieden&ldquo; geschickt abgelenkt. Keiner redet mehr &uuml;ber die aggressive NATO-Politik in der Ukraine. Stattdessen lautet die Fragestellung f&uuml;r die Masse der Bev&ouml;lkerung nunmehr: Sind die alle rechtsextrem? <\/p><p>Zuletzt wurde beispielswiese bekannt, dass die Autorin Katrin McClean, die sich in der Friedensbewegung in Hamburg stark engagiert und <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/46\/46264\/1.html\">kritische Artikel<\/a> publiziert, im Wikipedia-Artikel zu ihrer Person ebenfalls ins rechtsextreme Lager ger&uuml;ckt wird, obwohl diese Attribuierung vollkommen unsinnig ist. Es wurde ihr unter anderem fehlende Abgrenzung nach rechts vorgeworfen. Das wurde dann damit begr&uuml;ndet, dass sie auf einer B&uuml;hne gesprochen habe, auf der Stunden zuvor jemand rechtes Gedankengut verbreitet habe. Merke also: Bevor man irgendwo spricht, erst die B&uuml;hne ab- und dann neu aufbauen, denn dann ist man auch nachweislich der erste Sprecher auf dieser B&uuml;hne &ndash; und sich am besten mit der Historie des Ortes besch&auml;ftigen, denn es k&ouml;nnte fr&uuml;her ja mal der Falsche von hier aus irgendwas vertreten haben. <\/p><p>Eigentlich m&uuml;sste den Mediennutzern ja ohnehin auffallen, dass die W&ouml;rter &bdquo;rechtsradikal&ldquo; und &bdquo;Friedensbewegung&ldquo; schwerlich zusammenpassen, aber die Leitmedien, und allen voran auch die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, verbreiten derartigen Unfug dennoch rund um die Uhr. Und die Begrifflichkeiten, die hier durch die Presse und Rundfunkmedien verbreitet werden, findet man dann fast gleichlautend in der Wikipedia zu verschiedensten Personen wieder. Denn Wikipedia nutzt in Artikeln zu den Friedensaktivisten die Leitmedien wie Spiegel, FAZ, taz usw. als &bdquo;reputable&ldquo; Quellen. Vollkommen absurd wird das dann, wenn diese Wikipedia-Artikel ihrerseits wiederum Einzug in die Berichterstattung der Leitmedien finden. Dann entsteht eine selbstreferentielle Feedbackschleife, die gr&ouml;bsten Nonsens produziert. Durch die Literaturverweise wird dann aber in der Wikipedia der Anschein erweckt, dass hier wissenschaftlich gearbeitet w&uuml;rde, was nachweislich nicht der Fall ist. Im Dokumentarfilm &bdquo;Die Dunkle Seite der Wikipedia&ldquo; gehen wir auf genau solche Literaturquellen ein und decken an einem Beispielartikel der Wikipedia zahlreiche M&auml;ngel an vielen dieser Quellen auf.<\/p><p><strong>Linke werden also auch bei der Wikipedia als Rechte inszeniert und eine spezifische Form von Gesellschaftskritik diffamiert? Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke hat, wenn auch nicht zum Komplex Wikipedia, so aber doch zu Methode und Vorgehen, unl&auml;ngst ja ein <a href=\"http:\/\/shop.papyrossa.de\/Gehrcke-Wolfgang-Rufmord\">Buch<\/a> geschrieben, in dem er einen immer weiter um sich greifenden Rufmord gegen Linke konstatiert. Der Wahnsinn scheint also Methode zu haben&hellip;<\/strong><\/p><p>Ja. Offensichtlich geht es darum, die &Ouml;ffentlichkeit von der Friedensbewegung abzulenken bzw. dem Zuschauer zu empfehlen, nicht mit den &bdquo;Schmuddelkindern&ldquo; zu spielen. Auff&auml;llig ist dabei, dass sich die Journalisten der Leitmedien durch die Bank einig sind, dass die Friedensbewegungen in ihren verschiedenen Auspr&auml;gungen Unrecht h&auml;tten und im politischen Spektrum weitestgehend rechts au&szlig;en einzuordnen seien. <\/p><p>Nach meinem Empfinden ist so eine Meinungsgleichheit ohne Absprachen und Steuermechanismen kaum zu erreichen. Und diese Absprachen erfolgen anscheinend tats&auml;chlich &uuml;ber pro-amerikanische Think Tanks, also transatlantische Lobbyorganisationen, in denen Elitejournalisten &ndash; also zum Beispiel Chefredakteure in TV-Sendern oder Herausgeber von Zeitungen &ndash; auf die Linie der US-Administration gebracht werden. Die Protagonisten der Sendung &bdquo;Die Anstalt&ldquo; im ZDF, Max Uthoff und Claus von Wagner, haben dazu in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VNTbbKxSoxE\">kritischen Beitrag<\/a> vom 29. April 2014 genau diese transatlantischen Netzwerke beleuchtet. Man findet diesen Beitrag ebenfalls auf YouTube unter den Stichw&ouml;rtern &bdquo;Anstalt Josef Joffe&ldquo;. Eine sehr am&uuml;sante Art, etwas zu diesem ernsten Thema zu lernen. Zum Ende des Beitrags vergeht einem aber schnell das Lachen. Dann n&auml;mlich, wenn formuliert wird, dass diese Leitmedien wohl doch nichts anderes als ein Ableger der NATO-Pressestelle sind.<\/p><p><strong>H&auml;tten Sie vielleicht noch ein, zwei konkrete Beispiele parat? Wie war das bei Daniele Ganser? Und welche F&auml;lle gibt es noch?<\/strong><\/p><p>Im Artikel zu Dr. Ganser werden beispielsweise unwahre, respektive nicht verl&auml;ssliche Textquellen zitiert. Und das, obwohl die Autoren der Wikipedia auf die Unrichtigkeit der Quellen hingewiesen worden sind. So wird etwa eine Rezension des Historikers Prof. Gregor Sch&ouml;llgen zitiert, die in einem wesentlichen Teil sachlich nachweisbar falsch ist. Diese Rezension wird demnach genutzt, um Gansers Ruf zu besch&auml;digen. Sch&ouml;llgen unterstellt Ganser unrichtiger Weise, dass dieser in seinem Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.danieleganser.ch\/nato_geheimarmeen_in_europa_1352499862.html\">NATO-Geheimarmeen in Europa<\/a>&ldquo; von einer NATO-Geheimarmee in Deutschland in Divisionsst&auml;rke schreiben w&uuml;rde, obwohl es sich in Deutschland nur um weniger als 100 hauptamtliche K&auml;mpfer und 500 Helfer gehandelt habe. Ganser schreibt in seinem Buch aber tats&auml;chlich nichts von Divisionsst&auml;rke, sondern auf Seite 315 von 75 &bdquo;Vollzeit-Mitgliedern&ldquo; und 500 &bdquo;Geheimdienstmitarbeitern&ldquo;. Wer sich das Buch von Dr. Ganser nicht kauft, kann diesen Sachverhalt nicht nachvollziehen. Der verantwortliche Autor der Wikipedia &uuml;bernimmt jedoch ungepr&uuml;ft die unrichtige Rezension von Prof. Sch&ouml;llgen &ndash; und beharrt trotz der angemahnten Fehler auf der falschen Darstellung. Da kann man nur reine Absicht unterstellen.<\/p><p>Schaut man sich den Artikel zu Ken Jebsen an, f&auml;llt einem sofort der durchweg unsachliche Ton ins Auge, der den ganzen Artikel wie ein roter Faden durchzieht. Es geht den handelnden Personen offensichtlich prim&auml;r darum, Ken Jebsen als &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo;, Holocaustleugner und Antisemiten darzustellen, obwohl die Quellenlage das gar nicht hergibt. So liest man im Artikel beispielsweise eine Diskussion der Quellenlage zum genannten Begriff &bdquo;Antisemit&ldquo;, die hier schlicht nicht hingeh&ouml;rt. So etwas kann man auf den Diskussionsseiten zum Artikel abhandeln, aber doch nicht im Hauptartikel selbst!<\/p><p>Hierzu ist es auch wichtig, zu wissen, dass der urspr&uuml;ngliche Antisemitismus-Vorwurf zu Ken Jebsen ausgerechnet von einem Herrn Broder stammt. Dieser ist nachweisbar sachlich falsch und vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Wenn man das aber recherchiert hat und also wei&szlig;, muss man diesen Sachverhalt nicht mit Pro und Contra im Artikel zu Ken Jebsen diskutieren, um dann genau dort final festzustellen, dass die Quelle vom Herrn Broder in mehreren anderen Quellen als falsch bewertet wird. Das ist als gezieltes &bdquo;Schmutzwerfen&ldquo; anzusehen, das wom&ouml;glich darauf abzielt, mit aller Gewalt und durch st&auml;ndige Wiederholung des Wortes &bdquo;Antisemit&ldquo; diesen Begriff mit der Person Ken Jebsen psychologisch in Zusammenhang zu setzen. In Sachen Gehirnw&auml;sche der Leser ein recht geschicktes Man&ouml;ver. Tatsache ist jedoch: Ken Jebsen ist kein Antisemit, sondern Friedensaktivist.<\/p><p><strong>Und wie wird derlei Meinungsbildung konkret exekutiert? Und wittern Sie gezielte Manipulation &ndash; oder handelt es sich eher um ein Nachvollziehen der L&uuml;gen der Massenmedien?<\/strong><\/p><p>Das ist eine gute Frage. W&auml;hrend ich anfangs von &Uuml;berzeugungst&auml;tern ohne &auml;u&szlig;ere Steuerung ausgegangen bin, scheint es mir inzwischen doch eher wahrscheinlich, dass ein &auml;u&szlig;erer Einfluss auf die manipulativ arbeitenden Wikipedia-Autoren besteht. <\/p><p>In welcher Form diese Einflussnahme stattfindet, kann ich nicht sagen. Und selbstverst&auml;ndlich muss man auch in Betracht ziehen, dass rufsch&auml;digende Textpassagen gegen Bezahlung in die Wikipedia eingebaut werden. Insbesondere bei den Autoren, die quasi rund um die Uhr in der Wikipedia aktiv sind, steht nat&uuml;rlich dieser Verdacht im Raum. Wir sind diesbez&uuml;glich aber weit entfernt von irgendwelchen Nachweisen oder konkreten Indizien. Im Moment handelt es sich hierbei lediglich um eine Arbeitshypothese.<\/p><p><strong>Und was bedeutet das f&uuml;r uns als Nutzer der Wikipedia? Ist dieselbe als Quelle und Informationsmedium denn &uuml;berhaupt noch brauchbar oder scheidet wegen &bdquo;Unsauberkeit&ldquo; hier inzwischen aus?<\/strong><\/p><p>Die Manipulatoren in der Wikipedia profitieren davon, dass die Wikipedia vom unbedarften Leser als professionelles Lexikon wahrgenommen wird, was die Wikipedia in gro&szlig;en Teilen nie gewesen ist. Anders als beliebige Zeitungsartikel genie&szlig;t sie aber dennoch eine hohe Reputation! <\/p><p>Hier ist also zu beobachten, dass die Manipulatoren in den zumeist personenbezogenen Artikeln der Wikipedia vom Ruf der Wikipedia unter anderem im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich profitieren. Anders herum f&auml;rben diese schlechten Artikel auch in den naturwissenschaftlichen Bereich ab, so dass Kollegen und Dozenten an Universit&auml;ten die Wikipedia dort nicht mehr als Quelle zulassen. Wir haben also ein parasit&auml;res Verh&auml;ltnis der manipulierten Artikel zum Rest des Onlinelexikons. <\/p><p>Ich selbst sehe nat&uuml;rlich die hohe Qualit&auml;t der Artikel beispielsweise in der Biologie. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dort sehr viele hochqualifizierte Biologen ihren Beitrag zur Allgemeinbildung der Gesellschaft leisten wollen. Das ist diesen hoch anzurechnen. Und die Artikel, die dabei entstehen, kann man nur mit den Schulnoten <em>Gut<\/em> bis <em>Sehr gut<\/em> benoten. Solche Artikel sollten nat&uuml;rlich von den Fachkollegen auch als Quelle zugelassen werden, genauso wie diverse Lehrb&uuml;cher aus dem universit&auml;ren Bereich auch als Sekund&auml;rliteratur in Facharbeiten aller Art zugelassen sind.<\/p><p>Es ist wichtig, dass alle diejenigen, die redlich an der Fortentwicklung der Wikipedia arbeiten, erkennen, dass es in ihrem ureigenen Interesse liegt, die Gemeinschaft der Wikipedia-Autoren von solchen Benutzern zu s&auml;ubern, denen prinzipiell nicht an einer sachlich korrekten Arbeit im Onlinelexikon gelegen ist. Und da spreche ich ausdr&uuml;cklich nicht nur die Schreiber in den Naturwissenschaften, sondern auch diejenigen in den Geisteswissenschaften an. Der Ruf der geisteswissenschaftlichen Artikel leidet besonders unter den manipulatorischen Aktionen einiger Autoren.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><blockquote style=\"text-align: center;\"><p>\n&bdquo;Das System des Online-Lexikons &sbquo;Wikipedia&lsquo; ist intransparent und muss dringend reformiert werden. Redakteure und Administratoren der &sbquo;Wikipedia&lsquo; k&ouml;nnen bisher anonym bleiben. Bei einzelnen Korrekturen von Nutzern werden im Zweifelsfall nur IP-Adressen gespeichert, die sp&auml;testens auf l&auml;ngere Sicht keinerlei Urheberschaft mehr als nachweisbar erhalten. Die Info-Seite &uuml;ber die Funktionsebene der &sbquo;Administratoren&lsquo; enth&auml;lt weder Bemerkungen zu einem Begriff wie &sbquo;Klarname&lsquo; noch problemorientiert zum Aspekt der &sbquo;Anonymit&auml;t&lsquo;.<br>\nDiese Funktionsweise ist das Einfallstor f&uuml;r intransparente, undemokratische und manipulative Einwirkungen auf das Online-Lexikon. Jede Art der Einflussnahme ist hierdurch m&ouml;glich: Vertretung individueller Interessen, kommerzielles Engagement einzelner oder sogar organisierter bezahlter Autoren im Auftrag von Industrie-Unternehmen, politisch motivierte Korrekturen durch Geheimdienste einzelner Staaten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p style=\"text-align:center;\"><strong>Petition: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/transparenz-auf-wikipedia-wikitransparenz\">Transparenz auf #Wikipedia!<\/a>&ldquo;<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Und wie soll es nun weitergehen? Gibt es Ideen, wie die Wikipedia von Verdrehungen und Manipulationen zu befreien w&auml;re?<\/strong><\/p><p>Die &bdquo;Befreiung&ldquo; kann nur in der Wikipedia von innen heraus geschehen. Wir werden beobachten, ob sich da in den n&auml;chsten Wochen und Monaten etwas zum Positiven entwickelt. Ich selbst hoffe darauf, dass sich all diejenigen Benutzer der Wikipedia zu Wort melden werden, denen an sachlichen und ideologisch m&ouml;glichst ungef&auml;rbten Artikeln gelegen ist. Es bleibt also zu w&uuml;nschen, dass der ein oder andere engstirnige Autor der Wikipedia in seine Schranken verwiesen wird. Wir m&uuml;ssen daher Manipulationen beim Namen nennen, damit das bisherige Treiben hier aufh&ouml;rt. Der Film macht den Anfang dazu.<\/p><p><strong>Noch ein letztes Wort?<\/strong><\/p><p>Gern. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sapere_aude\">Sapere aude<\/a>!<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch. <\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Markus Fiedler<\/strong> ist Diplombiologe, arbeitet als Biologie- und Musiklehrer und ist Gastdozent f&uuml;r das Fach &lsquo;Integrated Media&rsquo; an der Carl von Ossietzky Universit&auml;t Oldenburg.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Hinweis zu m&ouml;glichen Interessenkollisionen: Jens Wernicke, der das Interview f&uuml;r die NachDenkseiten f&uuml;hrte, ist auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter des von Danielle Ganser geleiteten Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) t&auml;tig.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von <strong>Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <strong><a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a><\/strong> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5187a014417841619b66e9a93dfa721d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151022_fiedler.jpg\" alt=\"Markus Fiedler\" title=\"Markus Fiedler\"\/><\/div>\n<p>Die Wikipedia ist f&uuml;r die meisten von uns inzwischen allt&auml;gliches Nachschlagwerk. Ist sie das aber auch zu Recht? Ist sie seri&ouml;s und &uuml;berparteilich, kl&auml;rt sachlich &uuml;ber verschiedene Standpunkte auf? Nein, meint der Filmemacher Markus Fiedler, dessen Dokumentarfilm &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wHfiCX_YdgA\">Die dunkle Seite der Wikipedia<\/a>&ldquo; soeben<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28035\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,209,183,11],"tags":[1120,1205,1238,1216,1534,682,1541,220],"class_list":["post-28035","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-interviews","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-friedensbewegung","tag-ganser-daniele","tag-jebsen-ken","tag-petitionen","tag-querfront","tag-verschwoerungstheorie","tag-wikipedia","tag-zensur"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28035","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28035"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28035\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120081,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28035\/revisions\/120081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28035"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28035"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28035"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}