{"id":28081,"date":"2015-10-26T09:38:30","date_gmt":"2015-10-26T08:38:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28081"},"modified":"2024-08-22T16:38:50","modified_gmt":"2024-08-22T14:38:50","slug":"der-neoliberale-angriff-auf-das-gesundheitssystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28081","title":{"rendered":"Der neoliberale Angriff auf das Gesundheitssystem"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151026_madoerin.jpg\" alt=\"Mascha Mad&ouml;rin\" title=\"Mascha Mad&ouml;rin\"><\/div><p>Die Missst&auml;nde im Gesundheitssystem nehmen best&auml;ndig zu. Arztpraxen sind &uuml;berreguliert. Immer weniger darf verordnet werden. Immer mehr gute &Auml;rzte kehren dem System den R&uuml;cken, &bdquo;privatisieren&ldquo; sich und geben ihre Kassenzulassung zur&uuml;ck. Man spricht &uuml;ber Zielpauschalen und Leistungskennziffern, &uuml;ber eine Kostenexplosion und anderes. Doch trotz aller Verlautbarungen, die st&auml;ndig neue Qualit&auml;tssteigerungen versprechen, sind die Patienten in aller Regel immer weniger und schlechter versorgt &ndash; und zahlen zudem immer h&ouml;here Krankenkassenbeitr&auml;ge sowie privat noch dazu. Der Neoliberalismus zerst&ouml;rt inzwischen nicht nur das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/111112_wernicke_offene_und_verdeckte_privatisierung_bildung.pdf\">Bildungs-<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/111112_wernicke_offene_und_verdeckte_privatisierung_bildung.pdf\">Sozial-<\/a>, sondern auch das Gesundheitssystem. Seine <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8797\">Profitgier<\/a> kaschiert er dabei mittels immer neuer <a href=\"http:\/\/www.kritische-psychologie.de\/files\/tg2000a.pdf\">Ideologeme<\/a>, die uns weismachen, beim heimlichen Raubbau an der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge ginge es de facto um uns. Wie aber gelingt das? Und warum verschlimmert sich die Situation immer mehr? Zu diesen Fragen sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit der &Ouml;konomin <strong>Mascha Mad&ouml;rin<\/strong>, die seit Jahren hierzu forscht.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Frau Mad&ouml;rin, in verschiedenen Publikationen haben Sie darauf hingewiesen, dass aktuelle gesellschaftliche Prozesse auch zu einer massiven &Ouml;konomisierung im Gesundheitswesen f&uuml;hren, die alles andere als gesundheitsf&ouml;rderlich ist. Inwiefern gibt es hier ein Problem &ndash; und woran genau machen Sie dies fest?<\/strong><\/p><div style=\"float:left;margin: 0 15px 15px 0\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151026_gesundheitsausgabeneuroeinwohner.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Die Gesundheitskosten sind seit Jahrzehnten in westeurop&auml;ischen L&auml;ndern, so auch in der Schweiz und in Deutschland, st&auml;rker gewachsen als das Bruttoinlandprodukt. Die Tendenzen waren in allen westeurop&auml;ischen L&auml;ndern ziemlich gleich, unabh&auml;ngig davon, wie privat oder &ouml;ffentlich das Gesundheitswesen organisiert ist oder war. <\/p><p>Der einzige Unterschied zu dieser Tendenz lag bei der H&ouml;he der Kosten des Gesundheitswesens: Je staatlicher das Gesundheitswesen organisiert ist, desto tiefer seine Kosten im Vergleich zum Bruttoinlandprodukt. Das Wachstum der Gesundheitskosten verlief dennoch in den verschiedenen L&auml;ndern parallel. Diese Parallelit&auml;t verlangt eine andere &ouml;konomische Erkl&auml;rung als beispielsweise die Tatsache, dass in den USA die Behandlungen von Lungenerkrankungen x-mal teurer sind als in Frankreich und trotzdem keine besseren Behandlungsresultate zeitigen. Zus&auml;tzlich zur Frage der Vor- und Nachteile von Privat oder Staat geht es also auch um die Frage: Warum steigen die Kosten allerorts? <\/p><p>Trotz dieser allgemeinen Tendenz, die auch f&uuml;r zahlreiche L&auml;nder ausserhalb Westeuropas und also unabh&auml;ngig von Organisationsform etc. festgestellt wurde, begannen neoliberale &Ouml;konomen diese Frage damit zu beantworten, dass das Gesundheitswesen deshalb immer teurer werde, weil es falsch geregelt und nicht effizient sei. Es m&uuml;sse daher anders organisiert und gesteuert werden: Durch mehr marktf&ouml;rmige Anreize und Entscheidungsprozesse und durch Privatisierung. Das ist auch das Mantra der Berichte der OECD zum schweizerischen Gesundheitswesen bis heute. In diesen Berichten wird dem Gesundheitswesen jeweils im Vergleich zu den Kosten eine hohe Leistungsf&auml;higkeit bescheinigt. Am Schluss folgt dann jedoch stets dieselbe Empfehlung: Mehr Privatisierung, mehr Markt, mehr Wettbewerb. Das Absurde an dieser Argumentation ist, dass ausgerechnet das Gesundheitswesen, das am st&auml;rksten nach diesen Rezepten funktioniert, dasjenige der USA n&auml;mlich, am teuersten ist und auch die gr&ouml;sste j&auml;hrliche Kostensteigerung seit den 1980er Jahren aufweist.<\/p><p>Ich habe mir in meiner <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/gesundheit\/institute-zentren\/ipf\/%C3%BCber_uns\/studie-mad%C3%B6rin-%C3%B6konomisierung-gesundheitswesen-version-215.pdf\">Studie [PDF &ndash; 962 KB]<\/a> f&uuml;r das Institut f&uuml;r Pflege in Winterthur deshalb als Einstieg die Frage gestellt: Mit welchen &ouml;konomischen Argumenten wird eigentlich begr&uuml;ndet, dass das Gesundheitswesen zu teuer sei? Historisch gesehen hat der Ausgabenanteil f&uuml;r Nahrungsmittel abgenommen und f&uuml;r Industrieg&uuml;ter zugenommen. Per se ist es also kein Problem, wenn nun die Gesundheitskosten st&auml;rker steigen als die Ausgaben f&uuml;r Industrieg&uuml;ter oder auch als das Bruttoinlandprodukt. Es kann als Resultat wachsenden Wohlstandes, interpretiert werden. Was also sind die &ouml;konomischen Argumente f&uuml;r das &laquo;zu teuer&raquo;? <\/p><p>In der Mainstream-Gesundheits&ouml;konomie gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: Aus ihrer Sicht liegt das Problem weniger bei der H&ouml;he der Gesundheitsausgaben an sich, sondern beim hohen Anteil der Finanzierung des Gesundheitswesens durch Sozialversicherungen. Durch das Fehlen von Marktmechanismen, welche die Preise, das Angebot und die Nachfrage steuern, sind aus ihrer Sicht im Gesundheitswesen vermeintliche Ineffizienzen entstanden, die zu einem &uuml;berproportionalen Kostenwachstum gef&uuml;hrt haben. Die Sozialversicherungen schaffen falsche Anreize sowohl f&uuml;r die &Auml;rztinnen und &Auml;rzte als auch Patienten &ndash; so die herrschende Ideologie. <\/p><p>Wie, so habe ich mich in einem weiteren Schritt gefragt, k&ouml;nnen Ver&auml;nderungen der Steuerung der Finanzstr&ouml;me zu mehr Markt und ad&auml;quateren Anreizen f&uuml;hren? Ich bin der Geschichte der Fallpauschalen, ihrer Erfindung und Anwendung in Krankenh&auml;usern, nachgegangen. Resultat: Marktmechanismen wurden tats&auml;chlich gar nicht eingef&uuml;hrt, aus dem einfachen Grund, weil sie nicht eingef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen. Denn es gibt weder &ndash; ausser etwa hinsichtlich Medikamenten oder Verbandsmaterialen &ndash; Produkte noch auf M&auml;rkten entstandene Preise. Daher k&ouml;nnen Markttheorien, wirtschaftstheoretisch gesehen, gar nicht ad&auml;quat auf das Gesundheitswesen angewendet werden. Statt mit einem real marktf&ouml;rmig organisierten Steuerungssystem sind wir nun inzwischen mit einem seltsam gesteuerten Gesundheitssystem konfrontiert, das sehr viel mehr &Auml;hnlichkeiten mit einer zentralstaatlichen Planung &agrave; la DDR hat als mit einem Markt. Und das Ganze ist hochgradig dysfunktional.  <\/p><p><strong>Wie bewerten Sie es, dass mit der Rede vom &bdquo;freien Markt&ldquo; hantiert und gerechtfertigt und privatisiert wird, es sich hierbei jedoch augenscheinlich nur um Rechtfertigungen und Scheinargumente handelt? Ist die herrschende &ouml;konomische Theorie hier wohl ggf. nur &bdquo;ideologische Rechtfertigung&ldquo; f&uuml;r etwas, das David Harvey als &bdquo;Akkumulation durch Enteignung&ldquo; skizziert &ndash; der Begr&uuml;ndungszusammenhang also, mit dem die Macht die Durchsetzung ihrer Interessen &bdquo;flankiert&ldquo;?<\/strong><\/p><p>Mir ist nicht klar, ob es sich bei den Argumenten f&uuml;r Fallpauschalen sozusagen um eine PR-Aktion handelte, die der &Uuml;berzeugung von Politikerinnen und Politikern und der breiten &Ouml;ffentlichkeit gedient hat. Ich nehme an, die &laquo;Experten&raquo; und die wichtigsten Akteure waren selbst &uuml;berzeugt, ich weiss es aber nicht. Es stellt sich dann ja auch die Frage, wieso die Politikerinnen und Politiker von rechts bis ziemlich links und gr&uuml;n das Ganze geglaubt haben. Aber ich weiss es nicht wirklich. Ich habe mich in meiner Studie vorwiegend mit der wirtschaftspolitischen Argumentation f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Fallpauschalen in Spit&auml;lern und &auml;hnlichen Regulierungen im ambulanten Sektor befasst. Aufgrund meiner Erfahrungen in der Schweiz finde ich es wichtig, diese Argumente aus wirtschaftstheoretischer Sicht zu kritisieren, gerade weil ja scheinbar &ouml;konomische Argumente herbeigezogen werden, um sie zu begr&uuml;nden. Bei n&auml;herem Hinsehen entpuppen sich diese Argumente jedoch als unglaublich inkoh&auml;rent. Eine Sache sind die Auswirkungen dieser Politik und die Interessen dahinter, eine andere die wirtschaftstheoretische und -politische Begr&uuml;ndungen dieser Politik. Mich hat letzteres interessiert, nicht zuletzt deshalb, weil dies der Auftrag meiner Studie war. <\/p><p>Vergessen wir nicht, dass Neoliberalismus sich immer als gesellschaftspolitische Gegenvision zum Sozialismus verstanden hat. Unter den neoliberalen &Ouml;konomen finden sich etliche &Uuml;berzeugungst&auml;ter. Ich denke, wir m&uuml;ssen auch zwischen Interessen und vermeintlichen Interessen unterscheiden, einfach deshalb, weil auch die Wirtschaftselite und ihre Politiker heute Politiken verfolgen und umsetzen, deren Auswirkungen sie v&ouml;llig fehleinsch&auml;tzen. Wir geraten zunehmend in soziale und &ouml;konomische Krise dieser neoliberalen Projekte. Was das Gesundheitswesen anbelangt so erweist sich der Umbau zunehmend als Debakel. Es geht dabei vor allem um Reorganisationen der Arbeits- und &auml;rztlichen Entscheidungsprozesse, die durch die neuen Abrechnungssysteme erzwungen werden. Sie f&uuml;hren zu mehr Ineffizienzen, nicht zu weniger und die Kosten steigen trotzdem weiter. <\/p><p><strong>Und welche Entwicklungen zeitigt dieser Diskurs im Gesundheitswesen und f&uuml;r die Patienten denn konkret?<\/strong><\/p><p>Aus der Sicht des schweizerischen Bundesamtes f&uuml;r Gesundheit ist die medizinische Versorgung der Bev&ouml;lkerung befriedigend gew&auml;hrleistet, die Steuerung der Finanzstr&ouml;me muss jedoch weiterhin verbessert werden um die Kosten in Schach zu halten. Zunehmend werden klammheimlich Rationierungsprinzipien eingef&uuml;hrt. Bei uns in der Schweiz entscheiden heute letztlich Krankenkassen, ob und wie lange Patienten in einer Rehabilitationsklinik therapiert werden und ob ein Patient sich ambulant oder station&auml;r im Spital operieren lassen darf. Das war nicht immer so. Fr&uuml;her waren, auch vor Gericht, letztlich die Entscheide der &Auml;rzte und &Auml;rztinnen ausschlaggebend. Es geht also um die Frage, wer bei schwierigen Behandlungs-Entscheiden letztlich das Sagen hat: die Mediziner oder der Pseudomarkt. <\/p><p>Beim Schreiben meiner Studie war ich zeitweise schockiert und gleichzeitig fasziniert davon mit welchen abstrusen gesundheitspolitischen, volks- und betriebswirtschaftlichen Argumenten die neuen Regelungen eingef&uuml;hrt wurden. Und wie glatt dies alles &uuml;ber die politische B&uuml;hne ging, nur weil ein paar &Ouml;konomen und Politiker behaupteten, so werde das Gesundheitswesen billiger oder dessen Kostenzuwachs mindestens einged&auml;mmt. In der Schweiz wurden seit den 1990er Jahren keine Ver&auml;nderungen der Gesetze zum Gesundheitswesen mehr ohne gro&szlig;e Versprechen verabschiedet, damit w&uuml;rde das Gesundheitswesen effizienter und billiger oder mindestens nicht mehr teurer werden. Diese Spar-Versprechen konnten jedoch nie eingel&ouml;st werden, egal, was reformiert wurde und wer wof&uuml;r war. Das Kostenargument wurde sowohl von den Linken, der politischen Mitte als auch der Rechten vorgebracht und die Berechnungen waren meistens ziemlich irref&uuml;hrend und widerspr&uuml;chlich. Es gibt da ein demokratiepolitisches Problem, das mich ratlos macht. Die Argumente, &laquo;es senkt die Ausgaben des Staates&raquo;, &laquo;es ist zu teuer&raquo; oder &laquo;es schadet der Wirtschaft&raquo;, funktionieren bei uns bei Abstimmungen immer. Jedenfalls dann wenn es um Regulierungen und nicht um die Schliessung von konkreten Spit&auml;lern geht. Die Argumente werden vor allem dann geglaubt, wenn sie von gestandenen M&auml;nnern der Wirtschafts- und Politikereliten vorgebracht werden.<\/p><p><strong>Die Frage bleibt aber doch: Weshalb diese Tendenz von steigenden Kosten &uuml;ber Jahrzehnte hinweg?<\/strong><\/p><p>Nun, die plausibelste Erkl&auml;rung daf&uuml;r lautet schlicht: Weil man zwar immer schneller Autos produzieren, nicht jedoch immer schneller pflegen oder medizinisch behandeln kann. Stellen Sie sich vor, in Deutschland g&auml;be es nur Autofabriken und Spit&auml;ler. Technischer Fortschritt f&uuml;hrt periodisch dazu, dass mehr Autos mit demselben Arbeitsaufwand produziert werden k&ouml;nnen; das heisst, die Produktionskosten pro Auto sinken. Die Arbeitsproduktivit&auml;t steigt also, und die L&ouml;hne steigen, falls die Gewerkschaften dies durchsetzen k&ouml;nnen, ebenfalls. Die Autos werden unter dem Druck des Wettbewerbs billiger. Die Profite nehmen weiterhin zu, die Ums&auml;tze wachsen. Meistens haben sich  &ndash; fr&uuml;her jedenfalls &ndash; mit einer Zeitverz&ouml;gerung auch die L&ouml;hne der Spitalangestellten den steigenden Industriel&ouml;hnen angepasst. Alle, die Angestellten von Autofabriken als auch von Spit&auml;lern, m&uuml;ssen nun weniger lange erwerbsarbeiten, um sich ein Auto leisten zu k&ouml;nnen. Sie verdienen mehr und Autos sind billiger geworden. Der Lebensstandard steigt. Da aber die L&ouml;hne in Spit&auml;lern einen hohen Anteil der Spitalkosten ausmachen, steigen die Spitalkosten entsprechend an, weil es nicht m&ouml;glich ist, Behandlungszeiten so zu verk&uuml;rzen wie dies bei den Produktionszeiten von Autos m&ouml;glich ist. Die Behandlungen in Spit&auml;lern werden also vergleichsweise teurer, Autos jedoch billiger. Kurzum: Die in Geld gerechnete steigende Arbeitsproduktivit&auml;t im Industriesektor und in Teilen des Dienstleistungssektors ist der Hauptgrund f&uuml;r die notorische Kostensteigerung im Gesundheitswesen. Es geht dabei im Kern um die Ver&auml;nderung von Preisrelationen und eben <em>nicht<\/em> um &uuml;berm&auml;ssige Kostensteigerungen im Gesundheitswesen. &Auml;hnliche Gesetzm&auml;ssigkeiten gelten auch f&uuml;r das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/111112_wernicke_offene_und_verdeckte_privatisierung_bildung.pdf\">Bildungssystem [PDF &ndash; 6.5 MB]<\/a>.<\/p><p>Dennoch wird der Mythos der Gefahr steigender Gesundheitskosten seit Jahrzehnten und bis heute hochoffiziell gepflegt und reproduziert. Eine regelrechte Propagandamaschinerie ist hier am Werk. In der Schweiz haben beispielsweise erst k&uuml;rzlich Experten und die entsprechend Zust&auml;ndigen in den Bundes&auml;mtern eine Reihe von Nachhaltigkeitsindikatoren entwickelt. Darunter gibt es beispielsweise einen Indikator, der sich aus den Kosten des Gesundheitswesens in Prozenten des Bruttoinlandsproduktes zusammensetzt. B&uuml;rgernah wird auch gleich anschaulich dargestellt, welche Entwicklungen als positiv &ndash; Pfeil nach oben &ndash; respektive als negativ &ndash; Pfeil nach unten &ndash; einzusch&auml;tzen sind. Der Pfeil zeigt nach unten, wenn der Indikator zunimmt, die Gesundheitskosten also st&auml;rker steigen als das Bruttoinlandsprodukt, und er zeigt nach oben, wenn der Indikator sinkt. Tats&auml;chlich m&uuml;sste es <em>umgekehrt<\/em> sein! Ein <em>sinkender<\/em> Indikator m&uuml;sste ein Grund sein, sich &uuml;ber die Nachhaltigkeit des Gesundheitswesens ernsthafte Sorgen zu machen. Man m&uuml;sste n&auml;mlich vermuten, dass die L&ouml;hne im Gesundheitswesen gesunken sind respektive die Leistungen f&uuml;r Kranke abgenommen haben&hellip;<\/p><p><strong>Es wird also, ja, wie wollen wir es nennen, regelrechte <a href=\"http:\/\/www.kritische-psychologie.de\/files\/tg2000a.pdf\">Ideologie [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a> produziert, die sich in den K&ouml;pfen und Herzen der Menschen verf&auml;ngt und dann dazu beitr&auml;gt, dass sie eine Politik, die wider ihre eigenen Interessen gerichtet ist, mittragen, hat man sie doch von deren vermeintlicher Richtigkeit &uuml;berzeugt?<\/strong><\/p><p>Ja. Das grosse politische Problem bei der Gesundheitspolitik ist, dass schon l&auml;ngst in aller K&ouml;pfen und Herzen die Vorstellung existiert, das Gesundheitswesen werde vor allem wegen Korruption, mangelnder Effizienz und der Machenschaften der Pharmaindustrie immer teurer. Das ist aber nur begrenzt der Fall. Es wird vorwiegend wegen des oben genannten &ouml;konomischen Mechanismus teurer. Und es wird schlechter, weil die Regelungen schlecht sind und tendenziell immer schlechter werden. <\/p><p>So wie heute in den Krankenh&auml;usern sollte ein Gesundheitswesen nicht reguliert sein. Das f&uuml;hrt zu einer Abfertigungs&ouml;konomie, &auml;hnlich wie auf Flugh&auml;fen, und nicht zu einer <em>Care &Ouml;konomie<\/em>, die den Namen verdient und die im Gesundheitswesen angebracht ist.<\/p><p><strong>K&ouml;nnten Sie zu den Problemen der aktuell vorhandenen &bdquo;Steuerung&ldquo;, die ja wohl immer weiter ausgebaut wird, und deren Probleme bitte noch etwas ausf&uuml;hren? Was wir da wie &bdquo;fehlgesteuert&ldquo; und hat welche Wirkung auf wen?<\/strong><\/p><p>Zuerst will ich betonen, dass die Organisation und Steuerung des Gesundheitswesens ausserordentlich komplex und damit kompliziert ist. Das Management eines Pharmakonzerns in der Gr&ouml;sse von Novartis &ndash; einem der weltweit gr&ouml;ssten Pharmamultis &ndash; ist dagegen vergleichsweise simpel. Wir brauchen dringend eine &ouml;ffentliche Debatte dar&uuml;ber, was eine einigermassen vern&uuml;nftige und menschenfreundliche gesellschaftliche Organisation des Gesundheitswesens im Unterschied zu heute sein kann. Ich glaube nicht, dass das klar ist. Ein wesentliches Kriterium m&uuml;sste sein, die materiellen Spielr&auml;ume f&uuml;r gute medizinische Behandlungen und eine gute Pflege zu gew&auml;hrleisten. Aber was heisst das genau? <\/p><p>Vor allem wohl, dass mehr Effizienz, so wie sie heute berechnet wird, <em>nicht<\/em> notwendigerweise mehr &laquo;Kundenfreundlichkeit&raquo; hei&szlig;t. Ganz im Gegenteil. Eines Tages, als ich meine 95-j&auml;hrige Mutter im Pflegeheim  besuchte, erz&auml;hlte sie mir, sie sei am Tag zuvor abgespritzt worden. Ich fragte sie, ob sie &laquo;duschen&raquo; meine. Sie sagte: &laquo;Ja, klar, &sbquo;duschen&rsquo;, aber sie haben mich richtiggehend abgespritzt&raquo;. Es gibt hier aus &ouml;konomischer Sicht zwei Probleme: Es gibt erstens bei der Leistungsdefinition keinen Unterschied zwischen duschen und abspritzen. Und zweitens spielt es beim b&uuml;rokratisch festgelegten &laquo;Preis&raquo; des Duschens, den die Krankenkassen bezahlen m&uuml;ssen, &uuml;berhaupt keine Rolle, ob das Duschen meiner Mutter gut getan hat oder nicht. Das widerspricht den Voraussetzungen der Markttheorie.<\/p><p>F&uuml;r das Pflegeheim ist die Arbeit des Pflegepersonals daher dann effizient, wenn m&ouml;glichst wenig Zeit f&uuml;r das Duschen verwendet wird, weil die Krankenversicherungen f&uuml;r diese Leistung einen festen also pauschalierten Zeitaufwand verrechnen. Wenn das eine Pflegeheim f&uuml;r das Duschen von drei Personen den gleichen Zeitaufwand braucht wie ein zweites Pflegeheim f&uuml;r das Duschen von zwei Personen, dann ist das erste Pflegeheim einfach sehr viel effizienter. Es wird daher mit Dusch- alias Abspritzarbeit 50 Prozent mehr verdienen als das zweite Pflegeheim. <\/p><p>Meine Mutter f&uuml;hlte sich jedoch aggressiv behandelt und zeigte sich noch einen Tag sp&auml;ter verschreckt ob dieser Abspritzung. F&uuml;r sie war der &laquo;Nutzen&raquo; &ndash; eine zentrale Kategorie der Markttheorie &ndash; des Abspritzens gleich null oder sogar negativ. Die Effizienz berechnet als Nutzen im Verh&auml;ltnis zum Aufwand dieser Abspritz-Leistung war somit null oder negativ aus ihrer Sicht. Aus Sicht des Abrechnungssystems hingegen hat sie eine Leistung erhalten, die zum Standard einer guten Pflege geh&ouml;rt. Um diesen Widerspruch geht es im Kern: Vieles, das sich als effizient und als w&uuml;nschenswerte Leistung ausgibt, droht zum blanken Gegenteil zu verkommen: zu inhumaner Behandlung.. <\/p><p>Das Allerweltswort &laquo;Effizienz&raquo; blockiert dabei mehr und mehr das Nachdenken &uuml;ber die unterschiedlichen Definitionen von wirtschaftlicher Effizienz und Leistung, wie sie im Verlauf der Zeit im Gesundheitswesen relevant und institutionell abgesichert waren. <\/p><p>Und es gibt eine zweite Frage bei der Duschgeschichte meiner Mutter: War es einfach die schlecht gelaunte oder unsensible Pflegeperson, die meine Mutter achtlos abgespritzt hat, oder liegt es daran, dass sie vor lauter Zeitknappheit einfach nicht die M&ouml;glichkeit hatte, mit mehr Sorgfalt eine Greisin mit empfindlicher Haut zu duschen? Das h&auml;ngt nicht zuletzt davon ab, wie viel Arbeitszeit f&uuml;rs Duschen vorgesehen ist und welches berufliche K&ouml;nnen beim Duschen von gebrechlichen Menschen vorausgesetzt wird. Davon h&auml;ngen die von den Krankenkassen berechneten Entsch&auml;digungsans&auml;tze ab. Diese sind eindeutig zu tief. In der Schweiz stehen Pflegeheime und steht die ambulante Pflege unter einem enormen Zeitdruck. Gleichzeitig werden immer mehr T&auml;tigkeiten als Grundpflege und nicht als die besser bezahlte medizinische Pflege eingestuft. Oder was noch schlimmer ist: Sie werden sogar als <em>Nichtpflege<\/em> kategorisiert und deshalb von der Sozialversicherung nicht bezahlt. Meines Erachtens ist hier ganz generell zu wenig Zeit vorgesehen f&uuml;r die Pflege und vor allem Langzeitpflege. <\/p><p>Dazu kommt, dass mit diesem Abgeltungssystem festgelegt ist, was das Pflegepersonal tun muss respektive darf, wenn die Versicherung bezahlen soll. Geht es einem Kranken also schlecht, kann man nicht einfach mehr Zeit f&uuml;r ihn verwenden. Das wird sehr schnell zu einem finanziellen Problem f&uuml;r das Pflegeheim, das Spital oder die ambulante Pflege.<\/p><p>Und tendenziell verschlechtert sich auch der sogenannte Skillmix, also die Mischung zwischen Fachpflegepersonal und angelerntem Pflege- oder Hilfspersonal sowohl in Pflegeheimen als auch in Spit&auml;lern. Das hilft, die Lohnkosten zu senken, aber nicht, die Pflegequalit&auml;t aufrecht zu erhalten. <\/p><p>&Uuml;brigens: In Deutschland sind die Zeiten f&uuml;r sogenannte Pflegehandlungen meistens noch k&uuml;rzer berechnet als in der Schweiz. Und in den Spit&auml;lern ist der Skillmix noch problematischer als in der Schweiz&hellip; <\/p><p>Letztlich geht es um den Unterschied zwischen der &ouml;konomischen Zeit- und Geldlogik einer Abfertigungs- und einer Sorge&ouml;konomie im Gesundheitswesen. Wir haben noch zu wenig und nicht genau genug dar&uuml;ber nachgedacht. Mein Hauptargument gegen die gegenw&auml;rtig dysfunktionalen Steuerungen des Gesundheitswesens ist nicht prim&auml;r ein ethisches oder kapitalismuskritisches. Nicht dass ich solche Argumente nicht wichtig und relevant f&auml;nde. Aber ich habe mich bei meinen &Uuml;berlegungen zum einen auf die wirtschaftstheoretischen Inkoh&auml;renzen der g&auml;ngigen gesundheits&ouml;konomischen Argumente konzentriert und auf die andere &ouml;konomische Logik der Arbeit im Gesundheitswesen. Letztere erfordert neue wirtschaftstheoretische &Uuml;berlegungen.<\/p><p><strong>Noch ein letztes Wort?<\/strong><\/p><p>Ja. Inzwischen hat sich der Diskurs pro &Ouml;konomisierung verschoben und ist das Effizienzargument etwas in den Hintergrund ger&uuml;ckt. Ein anderes Argument droht nun &uuml;berhand zu nehmen: Die Kosten des Gesundheitswesens steigen zu sehr wegen zu vieler Leistungen, also weil a) die Leute zu viel Behandlung und Pflege wollten und zu ungesund lebten, und b) weil die &laquo;&Uuml;beralterung&raquo; der Bev&ouml;lkerung zu einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen f&uuml;hre. Pr&auml;vention und Rationierung der Behandlung f&uuml;r problematische Kranke ist angesagt. Aus der Sicht der Gesundheitskosten sind die letzten ein-zwei Lebensjahre der Menschen dabei am problematischsten weil am teuersten egal in welchem Alter sie sterben. Die neuen Regulierungen zu Palliative Care hinterlassen immer wieder den schalen Geschmack, dass nun mit Sterbenskranken zwar anders umgegangen werden soll, dass aber auch diese letzte Lebensphase  kostenm&auml;ssig in Grenzen gehalten werden soll, inklusive standardisiertem Leistungskatalog und Fragebogen zu Angst, Schmerzen und Gef&uuml;hlen f&uuml;rs Qualit&auml;tsmanagement. Es wird sogar festgelegt, in welchem Zeitraum ein Mensch im Hospiz sp&auml;testens sterben muss, sollen die Kosten des Aufenthalts versichert sein. <\/p><p>Wie bloss stoppen wir solche perverse Entwicklungen?<\/p><p><strong>Was w&auml;re denn Ihre Idee?<\/strong><\/p><p>Ich sehe zwei Ebenen des Handlungsbedarfs: Es braucht erstens eine politische Bewegung gegen diese Art der gesellschaftlichen Organisation des Gesundheitswesens. Die Regierungen m&uuml;ssen einerseits daran gehindert werden, so weiter zu fahren wie bisher, und andererseits braucht es Initiativen, die neue Organisationsformen in Spit&auml;lern, Pflegeheimen, ambulanter Versorgung ausprobieren und weiterentwickeln. In Ans&auml;tzen gibt es das ja auch, wobei klare Forderungen in Sachen Gesundheitspolitik und Umbau des Gesundheitswesens fehlen. Zweitens finde ich es deshalb sehr wichtig, dass wir uns ernsthaft mit der Frage der ad&auml;quaten Steuerung respektive Regulierung des Gesundheitswesens im 21. Jahrhundert befassen. Da braucht es noch sehr viele &Uuml;berlegungen und Kontroversen. Es gibt hier keine Traditionen im wirtschaftstheoretischen Denken, auch keine linken, welche dabei sehr hilfreich w&auml;ren. Weil aber die Gesundheitswesen der westeurop&auml;ischen L&auml;nder sehr unterschiedlich organisiert sind respektive waren, w&auml;re es interessant, die entsprechenden Erfahrungen als Ausgangspunkt f&uuml;r neue polit&ouml;konomische &Uuml;berlegungen genauer zu analysieren.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Mascha Mad&ouml;rin<\/strong>,&nbsp;1946, &Ouml;konomin lic.rer.pol., ist eine der wenigen Polit&ouml;konominnen, die zu feministischer Wirtschaftstheorie und&nbsp;-politik forschen. Gegenw&auml;rtig arbeitet sie vor allem zu den Bereichen &ouml;ffentliche Finanzen und der politischen und sozialen &Ouml;konomie von Care und speziell mit der &Ouml;konomisierung des Gesundheitswesens aus der Sicht der Pflege. Von 1976 bis 1980 lehrte Mad&ouml;rin an der Universit&auml;t in Mo&ccedil;ambique danach arbeitete sie w&auml;hrend &uuml;ber Jahren bei Nichtregierungsorganisationen u.a. zu Themen wie Schuldenkrisen, Diktatorengelder, Geldw&auml;scherei, Steuerhinterziehung und Kapitalflucht.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Studie: Mascha Mad&ouml;rin: <a href=\"https:\/\/www.zhaw.ch\/storage\/gesundheit\/institute-zentren\/ipf\/%C3%BCber_uns\/studie-mad%C3%B6rin-%C3%B6konomisierung-gesundheitswesen-version-215.pdf\">&bdquo;&Ouml;konomisierung des Gesundheitswesens  &minus; Erkundungen aus der Sicht der Pflege&ldquo; [PDF &ndash; 962 KB]<\/a><\/li>\n<li>Artikel: Mascha Mad&ouml;rin: <a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/-29e0\">&bdquo;Der Care-Sektor wird untersch&auml;tzt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Artikel: Mascha Mad&ouml;rin: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/ulrike-baureithel\/es-geht-um-mehr-als-markt-und-staat\">&bdquo;Es geht um mehr als Markt und Staat&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Artikel: Mascha Mad&ouml;rin: <a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/trd0699\/t170699.html\">&bdquo;Das Trauma der alten Patriarchen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Artikel: Mascha Mad&ouml;rin: <a href=\"http:\/\/www.denknetz-online.ch\/IMG\/pdf\/Madorin.pdf\">&bdquo;Neoliberalismus und die Reorganisation der Care-&Ouml;konomie&ldquo; [PDF &ndash; 430 KB]<\/a><\/li>\n<li>Tagungsdokumentation: BioSkop e.V.: <a href=\"http:\/\/www.bioskop-forum.de\/files\/tagungsdokumentation_oekonomien_des_sterbens_2014_11_15.pdf\">&bdquo;&Ouml;konomien des Sterbens&ldquo; [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a><\/li>\n<li>Vortrag: attac: <a href=\"http:\/\/slideplayer.org\/slide\/667581\/\">&bdquo;Privatisierung und &Ouml;konomisierung des Gesundheitswesens&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Aufruf: attac: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/buendnis-warnt-vor-weiterer-oekonomisierung-im-gesundheitswesen\/\">&bdquo;B&uuml;ndnis warnt vor weiterer &Ouml;konomisierung im Gesundheitswesen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Vortrag: attac: <a href=\"http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/uploads\/media\/Fallpauschalen_Kampagne_Endfassung_Stand_25.01.15.ppt\">&bdquo;&Ouml;konomisierung, Kommerzialisierung und Privatisierung des Gesundheitswesens&ldquo; [PPT-Datei]<\/a><\/li>\n<li>Artikel: Fabian Rehm: <a href=\"http:\/\/www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de\/article\/752.krankenhaeuser-zwischen-oekonomisierung-und-privatisierung.html\">&ldquo;Krankenh&auml;user zwischen &Ouml;konomisierung und Privatisierung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li>Artikel: Giovanni Maio: <a href=\"http:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/125072\/Gesundheitswesen-Aerztliche-Hilfe-als-Geschaeftsmodell\">&bdquo;Gesundheitswesen: &Auml;rztliche Hilfe als Gesch&auml;ftsmodell?&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Buch: attac: <a href=\"http:\/\/www.vsa-verlag.de\/nc\/detail\/artikel\/gesundheit-ist-keine-ware\/\">&bdquo;Gesundheit ist (k)eine Ware&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von Jens Wernicke finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <strong><a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a><\/strong> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/7e881f95fe9e4c9f8290377531e21167\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151026_madoerin.jpg\" alt=\"Mascha Mad&ouml;rin\" title=\"Mascha Mad&ouml;rin\"\/><\/div>\n<p>Die Missst&auml;nde im Gesundheitssystem nehmen best&auml;ndig zu. Arztpraxen sind &uuml;berreguliert. Immer weniger darf verordnet werden. Immer mehr gute &Auml;rzte kehren dem System den R&uuml;cken, &bdquo;privatisieren&ldquo; sich und geben ihre Kassenzulassung zur&uuml;ck. Man spricht &uuml;ber Zielpauschalen und Leistungskennziffern, &uuml;ber eine Kostenexplosion und anderes. Doch<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28081\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,209,160,11],"tags":[373,890,1164,487],"class_list":["post-28081","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheitspolitik","category-interviews","category-markt-und-staat","category-strategien-der-meinungsmache","tag-oekonomisierung","tag-menschenwuerde","tag-pflegekraefte","tag-produktivitaet"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28081","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28081"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28081\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120075,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28081\/revisions\/120075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28081"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28081"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}