{"id":28101,"date":"2015-10-27T09:52:55","date_gmt":"2015-10-27T08:52:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28101"},"modified":"2019-04-10T11:43:45","modified_gmt":"2019-04-10T09:43:45","slug":"apropos-sanktionen-ein-blick-auf-russlands-ressourcen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28101","title":{"rendered":"Apropos Sanktionen: Ein Blick auf Russlands Ressourcen"},"content":{"rendered":"<p>Nach vor&uuml;bergehender Ann&auml;herung zwischen Russland und dem Westen, speziell der EU, lautet die herrschende Frage des Westens heute wieder, ob die Welt Angst vor Russland haben m&uuml;sse. Wer glaubte, Russland f&uuml;nfundzwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder auf die Knie zwingen und zu einer Erd&ouml;l liefernden Regionalmacht, gar Kolonie herabstufen zu k&ouml;nnen, sieht sich get&auml;uscht. Wieder einmal, muss hinzugef&uuml;gt werden. Schon Napoleon, sp&auml;ter Hitler unterlagen dieser T&auml;uschung. Jetzt hat Russland den Erweiterungs-Offensiven der EU und der NATO ein klares Njet entgegengesetzt, verwandelt die vom  Westen gegen das Land verh&auml;ngten Sanktionen und Isolierunsversuche in neue eigene Entwicklungssch&uuml;be und festigt sein B&uuml;ndnissystems mit den aus der US-Hegemonie heraustretenden Neuen Welt. Von <strong>Kai Ehlers<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28101#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7832\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-28101-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151027_Apropos_Sanktionen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151027_Apropos_Sanktionen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151027_Apropos_Sanktionen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151027_Apropos_Sanktionen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=28101-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151027_Apropos_Sanktionen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"151027_Apropos_Sanktionen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Woher nimmt Russland die Kraft der &bdquo;Weltgemeinschaft&ldquo; auf diese Weise zu trotzen? Wie erkl&auml;rt sich die Russland-Phobie der  USA &ndash; obwohl doch &bdquo;einzige Weltmacht&ldquo;? Wovor f&uuml;rchtet sich die EU &ndash; obwohl doch im Besitz der h&ouml;chsten zivilisatorischen Werte? <\/p><p><strong>Doppelt gestaffelte Autarkie<\/strong><\/p><p>Die Antwort ist  umwerfend einfach, dabei jedoch, wie es scheint, ebenso schwer zu verstehen wie sie einfach ist: Sie liegt &ndash; wenn man sich nicht nur an der Person Wladimir Putins aufhalten will &ndash; in Russlands M&ouml;glichkeit zur Autarkie. Die russische Autarkie ist doppelt begr&uuml;ndet. Das sind zum einen die nat&uuml;rlichen Ressourcen der eurasischen Weite: Gas, &Ouml;l, Erze, Wald, Tiere usw.; es sind zum zweiten die sozio-&ouml;konomischen Ressourcen, die aus der F&auml;higkeit der russischen Bev&ouml;lkerung zur Eigenversorgung und den damit verbundenen, ins Land eingewachsenen kulturgeografischen Strukturen folgen. Dazu geh&ouml;rt als besonderes Element auch noch die Vielfalt der in Russland lebenden V&ouml;lker, die zusammen einen Organismus bilden, in dem Zentrum und Autonomie sich noch einmal unterhalb der staatlichen Verwaltungsstrukturen in besonderer Weise erg&auml;nzen. <\/p><p>Zu sprechen ist von einem au&szlig;erordentlichen nat&uuml;rlichen und menschlichen Reichtum, einer strukturell begr&uuml;ndeten potentiellen Autarkie, die keine andere Gesellschaft auf der Erde in dieser konzentrierten Art und Weise ihr Eigen nennen kann. Sie gibt Russland die M&ouml;glichkeit, wenn es denn sein muss, unabh&auml;ngig von globaler Fremdversorgung oder &ndash; in feindlichen Kategorien gedacht &ndash; von Sanktionen zu existieren, zumindest wesentlich l&auml;nger zu &uuml;berleben als andere L&auml;nder. <\/p><p>Dreimal versetzte diese strukturelle Autarkie Russland im Lauf  der neueren Geschichte &ndash; wie oben schon angedeutet &ndash; bereits in die Lage, europ&auml;ischen Kolonisierungsversuchen zu trotzen, sie zumindest zu &uuml;berstehen und gest&auml;rkt aus ihnen hervorzugehen: denen Napoleons 1812, denen der Deutschen Reichswehr 1917, denen Hitlers 1939. Heute ist es wieder so: Trotz Krise, trotz technischer R&uuml;ckst&auml;ndigkeiten, trotz Dauer-Transformation seit Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts und bis heute schaffte es Russland zum Erstaunen der Welt nicht nur zu &uuml;berleben, sondern auch dieses Mal wieder st&auml;rker aus der Krise hervorzugehen. <\/p><p>Wladimir Putins Wirken und seine Auftritte spiegeln diese Tatsachen: Nach innen ist das die Konsolidierung einer neuen herrschenden Schicht; Stichworte dazu sind: Eine b&uuml;rokratische Zentralisierung, eine Ausrichtung der Medien am nationalen Interesse und eine Disziplinierung der Oligarchen. Dazu kommt eine &ndash; wenn auch durch den &Ouml;lpreis gest&uuml;tzte und von ihm abh&auml;ngige &ndash; soziale Befriedungspolitk gegen&uuml;ber der werkt&auml;tigen Bev&ouml;lkerung. <\/p><p>Nach au&szlig;en ist es der Widerstand gegen den hegemonialen Anspruch der USA. Die Stichworte dazu sind: Beschluss einer neuen Milit&auml;rdoktrin seit 2002, Auftritt gegen die USA bei der M&uuml;nchner NATO-Tagung 2006, dazu eine, so m&ouml;chte ich es in Erinnerung an vordergr&uuml;ndige westliche Kritiken nennen, die dem nachsowjetischen Russland Unentschiedenheit vorwarfen, konsequent opportunistische Politik Russlands zwischen Ost und West, zwischen EU im Westen und Shanghaier B&uuml;ndnis im Osten. Es folgte das erste Njet gegen die NATO-Erweiterung 2008 im sog. Georgischen Krieg, in dem Russland sich gegen die weitere Ausdehnung der NATO in die Ukraine und nach Georgien wandte; gegenw&auml;rtig erleben wir die Aktualisierung dieses Njet im verdeckten Ukrainischen Stellvertreterkrieg zwischen EU\/USA und Russland.<\/p><p>Im Zuge dieser Entwicklung wurde Russland zum potentiellen  F&uuml;hrer einer aus den ehemaligen Kolonien hervorgehenden neuen Welt, die sich aus der US-Hegemonie l&ouml;sen will, w&auml;hrend die fr&uuml;here Neue Welt, die USA, sich im Versuch, ihren &uuml;berh&ouml;hten Energiebedarf zu decken und ihre Weltherrschaft zu behaupten, in Kriege verstrickt und am Verfall ihrer moralischen wie auch politischen Autorit&auml;t krankt. <\/p><p>In dieser sich abzeichnenden Wende liegt die Ursache f&uuml;r die Angst des Westens, dessen herrschende politische Schichten meinten, Russland im Kalten Krieg geschlagen zu haben und die nun erkennen m&uuml;ssen, dass die Geschichte keineswegs beendet ist, sondern auf ganz neue, von ihnen nicht erwartete und nicht erw&uuml;nschte Weise neu angesto&szlig;en wird. <\/p><p><strong>Basis der Autarkie &ndash; extreme Bedingungen<\/strong><\/p><p>Die russische Autarkie entsteht aus der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Kombination von extremem nat&uuml;rlichem Reichtum &ndash; Weite, Gr&ouml;&szlig;e, Vielfalt &ndash; und ebenso extremen H&auml;rten, die aus denselben Bedingungen resultieren: 11 Klimazonen von extremer Hitze bis zu extremer K&auml;lte, Weglosigkeit, V&ouml;lkergemisch, Bedingungen, die nur im engen Zusammenwirken von Gemeinschaften bew&auml;ltigt werden k&ouml;nnen. Diese Kombination von Reichtum und extremer H&auml;rte hat eine Kultur gemeineigent&uuml;mlich wirtschaftender D&ouml;rfer unter einheitlicher zentralistischer F&uuml;hrung hervorgebracht. In dieser Kultur hat sich im Unterschied zur westlichen Entwicklung, in welcher die fr&uuml;here Gemeinwirtschaft durch eine private Eigentumsordnung abgel&ouml;st wurde, kein Privateigentum an Produktionsmitteln herausgebildet. Sofern doch Privateigentum an Produktionsmitteln entstand, waren es lokale Ausnahmen  und vor&uuml;bergehende Erscheinung von kurzer Dauer, wie gegen Ende des 18. und im Verlauf des 19. Jahrhunderts, als neben den der staatlich initiierten Industrialisierung aus den d&ouml;rflichen Strukturen zus&auml;tzlich private Industrie entstand, deren private Rechtsformen jedoch mit der Revolution von 1917 schon wieder beseitigt wurden.<\/p><p>Das hei&szlig;t, vor Ort, in den Weiten des russischen Landes, im Bewusstsein des Volkes war Eigentum &bdquo;schon immer&ldquo; gemeinschaftlich organisiert. In der westlichen Geschichtswahrnehmung sind diese Verh&auml;ltnisse als russische Dorfgemeinschaft, als Dorfdemokratie (MIR), russisch &Ograve;bschtschina bekannt; in Sibirien und im S&uuml;den Russlands waren es Genossenschaften freier Bauern, aber auch diese waren aufeinander angewiesene Gemeinschaften. <\/p><p>Die russischen D&ouml;rfer waren in ihrer Mehrheit ihrerseits Gemeineigentum des Zaren, der herrschenden Schicht, das hei&szlig;t, des Hofes, der Kirche, des dem Zaren h&ouml;rigen Dienstadels, alles zusammengefasst unter der F&uuml;hrung der zaristischen Selbstherrschaft, zu der Kirche und Staat sich verbunden hatten. Autarkie und Autokratie sind in dieser Geschichte untrennbar miteinander verbunden. Man hat es im Ergebnis im traditionellen Russland mit einer Wirtschafts- und Lebensweise zu tun, die Karl Marx und Friedrich Engels seinerzeit als &bdquo;asiatische Produktionsweise&ldquo; charakterisierten. Damit waren Verh&auml;ltnisse gemeint, wie sie auch aus dem alten Mesopotamien, aus &Auml;gypten, von den Inkas, aus China, Indien usw. bekannt waren. . In der Industrie setzte sich diese Realit&auml;t als staatlich initiierter Kapitalismus fort.<\/p><p><strong>Asiatische Produktionsweise<\/strong><\/p><p>Marx und Engels kategorisierten die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft entlang zweier von ihnen angenommener Linien. Auf der Hauptlinie sahen sie, noch ganz einem ungebrochenen eurozentristischen Verst&auml;ndnis verhaftet, die Entstehung der abendl&auml;ndisch-europ&auml;ischen Produktionsweise: Urgesellschaft &ndash; Sklavenhaltergesellschaft &ndash; Feudalismus &ndash; Kapitalismus &ndash; Sozialismus &ndash; Kommunismus, die sich, basierend auf der Entwicklung des Privateigentums an Produktionsmitteln, dynamisch, unaufhaltsam, eskalierend von Revolution zu Revolution aus einer Formation in die n&auml;chst h&ouml;here bewege. F&uuml;r Marx\/Engels war Europa das Zentrum dieser Bewegung, heute sind es von Europa ausgehend die USA, allgemeiner der euro-amerikanische Westen. Auf der Nebenlinie verorteten sie die asiatische Produktionsweise, anders von Marx auch als gemeineigent&uuml;mlicher Despotismus bezeichnet, die aus dem Zusammenwirken von d&ouml;rflicher Selbstversorgung und einer ihr &uuml;bergeordneten B&uuml;rokratie entstehe und von den D&ouml;rfern lebe (Priesterkaste, Gelehrtenhierarchie, Beamtenapparat&hellip;).<\/p><p>Prinzipiell formuliert: Die europ&auml;ische Produktionsweise entwickelte Privateigentum als Motor der Selbstverwertung des Geldes, aus welcher der privatwirtschaftliche Kapitalismus hervorging. In ihr sind Staat, Kirche und Kapital getrennt und m&uuml;ssen sich immer wieder neu verbinden. Ihre Krisen tragen dynamischen Charakter. Die asiatische Produktionsweise entwickelt Gemeineigentum als Basis einer stabilen individuellen und allgemeinen Selbstversorgung unter der Herrschaft einer verwaltenden Klasse. Krisen entstehen periodisch aus der Schw&auml;che der B&uuml;rokratie, nicht aus der Dynamik des Kapitals. <\/p><p>Marx bezeichnete diese asiatischen Formen der Wirtschaft im Gegensatz zur griechisch\/r&ouml;mischen Sklavenhaltergesellschaft, in welcher einzelne Menschen zum Privatbesitz einzelner Menschen wurden, als eine &bdquo;allgemeine Sklaverei&ldquo;, weil in ihnen der Einzelne zwar frei, im Kollektiv aber dem Staat unterworfen oder gar h&ouml;rig sei. Einen wesentlichen Unterschied der asiatischen Produktionsweise zur europ&auml;ischen sahen Marx und Engels auch darin, dass die asiatische Produktionsweise keine innere Dynamik aufweise, die zum Kapitalismus dr&auml;nge, sondern eine im Wesen sich immer gleich bleibende Gesellschaftsordnung sei, die als Krise der herrschenden B&uuml;rokratie zwar auch periodisch zusammenbreche, sich aber immer auf demselben Niveau wiederherstelle. <\/p><p>Marx und Engels entwickelten ihre Analyse am Beispiel der indischen Gesellschaft und bezogen auch die alten Hochkulturen mit ein. In Russland erkannten sie eine besondere Form der asiatischen Produktionsweise, die sich aus einer immer wieder erfolgten Mischung mit europ&auml;ischen Elementen ergeben habe; eine Entwicklung billigten sie Russland jedoch nur im Kontext mit dem Kapitalismus und der Revolution im Westen zu. <\/p><p>Aber Marx und Engels irrten. Ausgelastet mit der Aufarbeitung der Entwicklung des europ&auml;ischen Kapitalismus konnten sie die Analyse der asiatischen Produktionsweise nicht zu Ende f&uuml;hren. So konnten sie nicht erkennen,  dass auch diese Gesellschaftsform, insbesondere in ihrer russischen Variante, periodische Modernisierungskrisen erlebte, die nach Zeiten des Zerfalls regelm&auml;&szlig;ig in eine Effektivierung des Systems von b&uuml;rokratischem Zentralismus und Peripherer Autonomie  &uuml;bergingen, nur dass die Ursachen ihrer Krisen nicht in wirtschaftlicher Dynamik, sondern in b&uuml;rokratischer Stagnation lagen. <\/p><p>Kurz, sie erkannten nicht, dass euro-amerikanische und asiatische Produktionsweise zwei Wege der Entwicklung sind, die nicht aufeinander folgen, sondern in Wechselwirkung neben- und miteinander existieren und sich gegenseitig beeinflussen, sodass auch immer wieder neue Zwischenformen entstanden. Das gilt f&uuml;r die russische Geschichte, einschlie&szlig;lich ihrer sowjetischen Periode.  <\/p><p><strong>Russlands Besonderheiten<\/strong><\/p><p>Schauen wir deshalb noch ein wenig genauer auf die russische Entwicklung: Russland entstand im offenen Niemandsland zwischen mongolischen Chanaten und westlichen St&auml;dten, in reicher Natur, aber der Weite und der Wildnis ausgesetzt. Ergebnis war die Selbstherrschaft der Moskauer Zaren als Besch&uuml;tzer und Ausbeuter der sich selbst versorgenden D&ouml;rfer, deren Selbstverwaltung zugleich Basis der Verwaltung des Zaren wurde. Es entstand die polare Doppelstruktur: Zar &ndash; Dorf, Schatzbildung in Moskau &ndash; autonome Versorgung im Lande. Es entstand kein Lehen, sondern ein jederzeit k&uuml;ndbarer Dienstadel, kein individuelles Eigentum, sondern Kollektivbesitz, keine verm&ouml;gende, handlungsf&auml;hige Mittelschicht, keine Urbanit&auml;t, kurz, was nicht oft genug wiederholt werden kann: keine Dynamik eines sich selbst verwertenden Kapitals. Hinzu kamen die auf sich selbst bezogenen kollektiven Traditionen der in den zaristischen Organismus integrierten V&ouml;lker, die eine Dynamik der Selbstbestimmung innerhalb des Gesamtorganismus bildeten &ndash; wenn auch zweifellos nicht immer ohne Konflikte. <\/p><p>Die Modernisierungswellen gingen &uuml;ber das Land, ohne die Grundstruktur von Zentrum und Dorf in Frage zu stellen; Ver&auml;nderungen vollzogen sich letztlich als Revolutionen von oben, als Teilimport westlicher Elemente, aber immer nur mit dem Ergebnis der Auswechslung von Personen. Selbst wo versucht wurde die Grundstruktur der kollektiven Selbstversorgung anzutasten, wie unter Nikolaus II. Anfang des 20. Jahrhunderts, kam das Gegenteil zustande. Sein Ministerpr&auml;sident Stolypin provozierte als Reformer den b&auml;uerlichen Widerstand; auch die Bolschewiki, die das Land danach gewaltsam industrialisierten, machten doch die Selbstversorgung zugleich zur Grundeinheit des Staates, &uuml;berwacht von einem wiederhergestellten Zentralismus. <\/p><p><strong>Modernisierungsetappen: Stolypin, Lenin, Stalin&hellip;<\/strong><\/p><p>In den Umw&auml;lzungen am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts  prallten asiatische und europ&auml;ische Produktionsweise in Gestalt des von Europa ausgehenden Imperialismus und der b&auml;uerlichen Realit&auml;t Russlands besonders hart aufeinander. Die Revolution von 1905, ebenso wie die von 1917 waren Ausdruck dieser Entwicklung. In seinem Feldzug gegen die Selbstgen&uuml;gsamkeit der Obschtschina wollte Stolypin im vorrevolution&auml;ren Russland die Fortsetzung der von Peter I. begonnenen Industrialisierung erzwingen. Die Dorfgemeinschaften sollten in Wirtschaften privater Gro&szlig;bauern &uuml;berf&uuml;hrt werden, die &bdquo;&uuml;berfl&uuml;ssigen&ldquo; Mitglieder der Dorfgemeinschaft sollten als Arbeiter in die St&auml;dte gehen. Am &bdquo;Stolypinschen Kragen&ldquo;, wie der Strick des Galgens von der Bev&ouml;lkerung damals getauft wurde, endeten tausende von Bauern, die dieser Politik nicht folgen wollten &ndash; aber ihr Opfer dokumentierte auch das Scheitern der Stolypinschen Politik. <\/p><p>Lenin wiederholte den Stolypinschen Ansatz zur Industrialisierung der Landwirtschaft &ndash; aber nicht durch Aufl&ouml;sung der Dorfgemeinschaften, sondern indem er sie &ndash; Sowchosen und Kolchosen (Staatswirtschaft und kollektive Wirtschaft) &ndash; zu staatlichen Grundeinheit des neuen Staatswesens erhob. Ihre Struktur wiederholte sich im sowjetischen Aufbau der Verwaltung. Lenins Sieg &uuml;ber den Zarismus lebte einerseits von seinem Versprechen, jedem Bauern ein St&uuml;ck Land zu geben. Gleichzeitig leitete er die Verstaatlichung der Landwirtschaft ein; Stalin setzte sie gewaltsam fort und verwandelte die kollektive Tradition des Landes zugleich in einen allgemeinen Zwangskollektivismus auf dem Lande wie in der Industrie. Wer sich weigerte oder angeblich im Wege stand, wurde deportiert und liquidiert. Aus dem agrarischen Despotismus des Zarentums wurde so ein planm&auml;&szlig;iger industrieller Despotismus. Enteignung der Bev&ouml;lkerung von ihrer gewachsenen Gemeinschaftstradition k&ouml;nnte man diesen Vorgang nennen.<\/p><p>Was zwischen 1905 und 1930 geschah, war aber dennoch kein Aufschlie&szlig;en zum Kapitalismus nach dem Etappenmodell von Marx und Engels. Die sowjetische Gesellschaft &uuml;bersprang nicht etwa nur einfach den Kapitalismus, um gleich zum Sozialismus &uuml;berzugehen, sie entwickelte vielmehr eine andere Art der Kapitalisierung, n&auml;mlich eine Kapitalisierung des Gemeineigentums unter F&uuml;hrung der bolschewistisch erneuerten B&uuml;rokratie. Das geschah als Kollektivierung der Landwirtschaft, als Organisation kollektiven Lebens rund um die Betriebe und Institute, als Erneuerung der Einheit von Selbstherrschaft und Dorf in der Form von Parteif&uuml;hrer und Volk, indem Gemeineigentum als Staatseigentum definiert wurde. <\/p><p>Im Kern stellten sich die Strukturen der Zarenzeit auf neuem Niveau wieder her: keine Selbstverwertungsdynamik privaten Kapitals, Herrschaft nicht durch Geld, sondern durch zentral vorgegebene Ziele. Diese Konstellation, wie schon fr&uuml;here Konstellationen der russischen Lebensweise,  w&auml;re auf langfristige Stabilit&auml;t, in westlicher Diktion &bdquo;Stagnation&ldquo;, angelegt gewesen, wenn sie nicht &ndash; dies allerdings st&auml;rker als fr&uuml;her &ndash; mit dem europ&auml;ischen Kapitalismus in seiner imperialistischen Phase zusammengesto&szlig;en w&auml;re. So ergab sich eine Konfrontation von prinzipiellem Charakter und historischen Ausma&szlig;en: Selbstversorgung, auch auf industriellem Gebiet gegen Selbstverwertung des Kapitals und Selbstgen&uuml;gsamkeit gegen konsumistische Expansion. <\/p><p>F&uuml;r den Ablauf russischer Modernisierungssch&uuml;be hei&szlig;t dies alles: f&uuml;r die Entwicklungszyklen der russischen Produktionsweise gelten offensichtlich andere Regeln als die europ&auml;ischen. Sie lassen sich nach drei Phasen gliedern: Phase eins: Zusammenbruch nach langer Stabilit&auml;t, Zerfall der herrschenden b&uuml;rokratischen Schicht, Stagnation. Phase zwei: Eintritt einer &bdquo;verwirrten Zeit&ldquo;, russisch: Smuta. Phase drei: Wiederherstellung des Konsenses in der herrschenden Schicht unter Hinzunahme von einzelnen Elementen der europ&auml;ischen\/westlichen Wirtschafts- und Lebensweise auf neuem technisch-zivilisatorischem Niveau. Die Grundstruktur: Zentrum &ndash; Peripherie bleibt jedoch erhalten. So war es nach dem Tod Iwans Iv. , im Westen besser bekannt als Iwan der Schreckliche, so nach den gro&szlig;en Bauernaufst&auml;nden im 16. und siebzehnten Jahrhundert, so nach Peter I., so nach dem 1. Weltkriegs und danach, so ist es heute.<\/p><p><strong>Heute<\/strong><\/p><p>Vor dem Hintergrund dieser Regeln werden die heutigen Abl&auml;ufe erkennbar: Unter der Decke der gemeinwirtschaftlichen Ordnung der Sowjetunion waren im Laufe der 70er Jahre seit 1917 &ndash; gegliedert in mehrere Etappen, versteht sich, die hier nicht im Detail auszuf&uuml;hren sind &ndash; individuelle und regionale Qualifikationen herangewachsen, die nach Verwirklichung dr&auml;ngten. Gorbatschows Perestroika (&bdquo;Neues Denken&ldquo;) und &bdquo;Glasnost&ldquo; waren nicht die Ursache f&uuml;r neue Initiativen, sie waren der Ausdruck, das gr&uuml;ne Licht f&uuml;r eine schon lange befahrene Stra&szlig;e, auf der sich der Verkehr bereits gef&auml;hrlich staute. Nach dem 17. Juli 1953 in der DDR, dem Aufstand in Ungarn 1956, dem Bau der Mauer 1961 war der Prager Fr&uuml;hling 1968 schlie&szlig;lich ein un&uuml;bersehbares Zeichen; er zeigte aber auch, dass die sowjetische Staatsb&uuml;rokratie noch nicht reif f&uuml;r die <em>Smuta<\/em> war. Einen theoretischen Reflex auf diese Entwicklung konnte man 1977 in Rudolf Bahros[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] &bdquo;Alternative&ldquo; nachlesen; einen zweiten in der Sowjetunion selbst am Ende der 70er in den Untersuchungen der Nowosibirsker Schule unter ihrer Leiterin Tatjana Saslawskaja.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Das Auftreten Michail Gorbatschows Anfang der 80er Jahre signalisierte die Bereitschaft der F&uuml;hrung der KPdSU zu einer der in der russisch-sowjetischen Geschichte &uuml;blichen Reformen von oben: Perestroika zielte auf eine gelenkte Befreiung der herangewachsenen Potentiale privaten Interesses im Rahmen der gemeinwirtschaftlichen Ordnung, ohne diese insgesamt aufheben zu wollen. Es ging um eine Effektivierung dieser Ordnung der kapitalisierten Gemeinwirtschaft, nicht um deren Abschaffung, nicht um die Einf&uuml;hrung einer privatwirtschaftlichen Ordnung, auch nicht um die Verwandlung des asiatischen Typs der Produktion in den europ&auml;isch-westlichen.  <\/p><p>Die herrschende B&uuml;rokratie der Sowjetunion hatte jedoch das Ausma&szlig; der bereits erreichten Individualisierung und Privatisierung des Denkens und Wollens, sowie die Dynamik der regionalen Entwicklungen untersch&auml;tzt, so dass die Lockerung der staatlichen Vorgaben zu einem sich beschleunigenden allgemeinen  Zerfall f&uuml;hrte. Der Druck der Anpassung an die umgebende Welt war einfach zu gro&szlig;, um ihn kanalisieren zu k&ouml;nnen, die technische Revolution der neu entstehenden globalen Kommunikationsstruktur als Einwirkung von au&szlig;en nicht &ndash; von heute aus gesehen: noch nicht &ndash; wieder beherrschbar. Mittel der Abschottung und Kontrolle der neuen Medien waren noch nicht zur Hand. Man k&ouml;nnte sagen, die Moskauer B&uuml;rokratie wurde von der Computerisierung &uuml;berrannt. Boris Jelzin und seine ganz an den &auml;u&szlig;eren Einfl&uuml;ssen orientierten Reformer waren der Ausdruck dieser Dynamik &ndash; die sich dann im Schockprogramm Luft machte, das die Umw&auml;lzung innerhalb von zwei Jahren schaffen wollte. <\/p><p><strong>Putin<\/strong><\/p><p>Die Restauration des Staates unter Putin war der konsequente n&auml;chste Schritt, dessen Inhalt darin bestand und besteht, die nach-sowjetische gemeinwirtschaftliche Produktions- und Lebensweise unter Einbeziehung westlicher Impulse und nach dem Absto&szlig;en ineffektiver Ballaste im Lande wie an seinen Au&szlig;enbereichen auf einem neuen Niveau wieder funktionsf&auml;hig zu machen. Nicht Nachvollzug, nicht &Uuml;bernahme der europ&auml;isch-westlichen Produktions- und Lebensweise ist der Inhalt der nach-sowjetischen und heutigen russischen Transformation, sondern die Effektivierung des b&uuml;rokratischen Kapitalismus auf privatwirtschaftlicher Basis. <\/p><p>Was dabei bisher herausgekommen ist, ist keine einfache &Uuml;bernahme des uns bekannten Kapitalismus mit der ihm immanenten Selbstverwertungslogik des Kapitals, auf keinen Fall nur ein Nachvollzug westlicher Muster, sondern die Entstehung eines b&uuml;rokratischen Zentralismus, der westliche und die russische Gemeinschaftstradition zusammenf&uuml;hrt, eine Entwicklung also, die Elemente der zentralistisch gelenkten gemeineigent&uuml;mlichen Ordnung mit privateigent&uuml;mlichen Freiheiten zu verbinden sucht &ndash; das, was man im Westen ohne viel Verst&auml;ndnis f&uuml;r die innere Struktur des Landes &bdquo;gelenkte Demokratie&ldquo; nennt. <\/p><p>Ihre widerspr&uuml;chlichen Elemente sind: &Ouml;ffnung f&uuml;r internationale Investitionen, Angleichung an die Standards der WTO sowie Front mit den USA gegen internationalen Terror auf der einen Seite; dem auf der anderen Seite steht die Beibehaltung von Staatskapital und staatlichem Zugriff auf Ressourcen, die erkl&auml;rte Absicht, Subventionen f&uuml;r die eigene Landwirtschaft beizubehalten und der Anspruch auf eine Integrationsrolle Russlands f&uuml;r die V&ouml;lker der russischen F&ouml;deration und Eurasiens mit Auswirkung auf die globale Ordnung gegen&uuml;ber. Klar gesprochen: Russland wird sich auch in Zukunft nicht in eine von den USA und der EU-beherrschte Globalisierung eingliedern, es wird seine &bdquo;Sonderrolle&ldquo; nach wie vor wahrnehmen. Russland kann sich diese Rolle leisten, weil es aus seiner Geschichte die doppelt begr&uuml;ndete Autarkie mitbringt: die Unabh&auml;ngigkeit in den nat&uuml;rlichen Ressourcen und die Tradition der Eigen- und Selbstversorgung in der Bev&ouml;lkerung, und autonomer V&ouml;lker in einem &uuml;bergreifenden zentralisierten Organismus. <\/p><p><strong>Internationale Kraftlinien<\/strong><\/p><p>Unter all diesen Bedingungen haben die Westm&auml;chte, wenn sie Russland klein halten wollen, statt ein starkes Russland als Chance f&uuml;r einen zuk&uuml;nftigen Weltfrieden zu begreifen, nur wenige Optionen. Eine erneute Destabilisierung Russlands auf dem jetzigen Niveau w&auml;re gleichbedeutend mit einer Destabilisierung des Weltmarktes und der internationalen Beziehungen. Eine direkte milit&auml;rische Zerst&ouml;rung Russlands, die mehr bewirken sollte als nur eine vor&uuml;bergehende L&auml;hmung des Landes auf dem Niveau der Selbstversorgung w&auml;re angesichts atomarer Bewaffnung der m&ouml;glichen Kontrahenten gleichbedeutend mit einer Zerst&ouml;rung der Welt. Daran k&ouml;nnen selbst gr&ouml;&szlig;enwahnsinnige Noch-Hegemonisten kein Interesse haben. Was au&szlig;erhalb rationaler Interessen geschieht, ist eine andere Frage, &uuml;ber die zu spekulieren keinen Sinn macht. <\/p><p>p.s.: Als Anschauung m&ouml;gen diese Bilder dienen, die aus der Lebensmittelabteilung eines der Moskauer Megam&auml;rkte stammen. Die Bilder wurden im Sommer aufgenommen. Auf  20X30 gro&szlig;en Tableaus wird der Kundschaft angezeigt, woher die Ware nunmehr stammt, nachdem der Westen Russland mit Sanktionen belegt hat: <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151027_russmarkt_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] <strong>Kai Ehlers<\/strong> ist Journalist, Publizist und Schriftsteller. Sein Spezialgebiet ist die politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des post-sowjetischen Raumes. Viele seiner Artikel sind auf der Seite <a href=\"http:\/\/www.kai-ehlers.de\">Kai-Ehlers.de<\/a> nachzulesen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Der Vorabdruck seines Buches <em>Die Alternative. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus<\/em> im westdeutschen Magazin <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Spiegel\">Der Spiegel<\/a><\/em> und die nachfolgende Verhaftung am 25. August 1977 machten Rudolf Bahro weltweit bekannt.  Zum 30. Jahrestages der Gr&uuml;ndung der DDR 11. Oktober 1979 wurde er nach weltweiten Protesten amnestiert und in die Bundesrepublik Deutschland abgeschoben. Dort wurde er zu einem der Gr&uuml;ndungsmitglieder der Gr&uuml;nen Partei.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Tatjana Saslawskaja war Leiterin der neuen Soziologischen Fakult&auml;t der Akadem Gorod  (Akademikkerstadt) in Nowosibirsk. Mit ihren Untersuchungen zur neuen Klassenentwicklung in der Sowjetunion in dem Buch die &bdquo;Gorbatschowstrategie&ldquo; wurde sie Anfang der 80er Jahre zu einer der wissenschaftlichen Stichwortgeberinnen Gorbatschows.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach vor&uuml;bergehender Ann&auml;herung zwischen Russland und dem Westen, speziell der EU, lautet die herrschende Frage des Westens heute wieder, ob die Welt Angst vor Russland haben m&uuml;sse. Wer glaubte, Russland f&uuml;nfundzwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder auf die Knie zwingen und zu einer Erd&ouml;l liefernden Regionalmacht, gar Kolonie herabstufen zu k&ouml;nnen, sieht sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28101\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,20,178],"tags":[1426,259,1019],"class_list":["post-28101","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-ressourcen","tag-hegemonie","tag-russland","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28101"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28101\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50842,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28101\/revisions\/50842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}