{"id":28169,"date":"2015-10-30T11:27:43","date_gmt":"2015-10-30T10:27:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28169"},"modified":"2015-10-30T15:33:21","modified_gmt":"2015-10-30T14:33:21","slug":"zwischenruf-von-querfronten-trollen-schmuddelkindern-und-dem-versuch-linke-stimmen-mundtot-zu-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28169","title":{"rendered":"Zwischenruf: Von Querfronten, Trollen, Schmuddelkindern und dem Versuch, linke Stimmen mundtot zu machen"},"content":{"rendered":"<p>Wussten Sie schon, dass die Linkspartei eigentlich rechts ist? Das <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/2015\/10\/28\/rechts-linkspartei_n_8408238.html\">behauptet zumindest<\/a> ein Internetoutlet der Burda-Gruppe, indem es gen&uuml;sslich Facebook-Beitr&auml;ge einer streits&uuml;chtigen ehemaligen Gr&uuml;nen-Politikerin thematisiert. Fr&uuml;her h&auml;tte man derlei substanzlose Provokationen der Provokation willen wohl als Trollerei bezeichnet. Heute hat das professionelle Trollen Konjunktur. &bdquo;Spiel nicht mit den Schmuddelkindern&ldquo; &hellip; wer sich jemals &ouml;ffentlich mit einer Person unterhalten hat, die auf der schwarzen Liste der modernen Trolle steht, gilt als Bestandteil einer <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27377\">&bdquo;Querfront&ldquo;<\/a> oder gleich als &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo;. Beweise? Sind nicht n&ouml;tig, denn um Inhalte geht es ohnehin nicht. Sondern darum, kritische Stimmen aus dem linken Lager mundtot zu machen. Klar, dass auch die NachDenkSeiten im Visier der Hexenj&auml;ger stehen. Von <strong>Jens Berger<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9046\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-28169-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151030_Zwischenruf_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151030_Zwischenruf_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151030_Zwischenruf_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151030_Zwischenruf_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=28169-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151030_Zwischenruf_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"151030_Zwischenruf_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Was ist eigentlich eine Querfront? Historiker verstehen darunter die Strategie rechtsextremer Kreise, das linke Lager unter Betonung oder Konstruktion vermeintlicher Gemeinsamkeiten zu einem politischen B&uuml;ndnis zu bewegen. In den 1930ern gab es in der Tat in Teilen der NSDAP einen kleinen Fl&uuml;gel, der einer solchen Querfrontidee anhing. Man muss schon ungemein geschichtsvergessen sein, wenn man hier aktuelle Parallelen zu erkennen glaubt. Nach Ansicht der Trolle <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27922\">ist es<\/a> heute bereits eine &bdquo;Querfront&ldquo;, wenn auf einer Massendemo gegen TTIP sich ein paar Rechte unter die 200.000 Demonstranten mischen. Das ist nicht nur l&auml;cherlich, es ist auch politisch komplett kontraproduktiv. Nat&uuml;rlich will niemand aus dem linken Lager etwas mit Rechten zu tun haben und daher ist es f&uuml;r Gegner der Linken auch so attraktiv, inflation&auml;r jeder linken Str&ouml;mung dieses Label zu verpassen. Mann muss den politischen Gegner halt nur ausgiebig mit Dreck bewerfen. Irgendwas wird schon h&auml;ngen bleiben, so die Hoffnung der modernen Hexenj&auml;ger. <\/p><p>Einigen Trollen gelten ja sogar die NachDenkSeiten als Teil einer Querfront. Inhaltlich wird dabei meist die kritische Linie der NachDenkSeiten zur Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik der NATO-Staaten ins Feld gef&uuml;hrt. Es mag ja sein, dass diese Politik auch in rechten Kreisen kritisiert wird. Aber ist die Kritik deshalb falsch? Kann Kritik dadurch diskreditiert werden, dass auch Rechte sie teilen? Sollen wir jetzt etwa f&uuml;r TTIP sein, nur weil rechte Kreise TTIP ebenfalls ablehnen? <\/p><p>Da es im Wesen der Trollerei liegt, dass inhaltliche Debatten gar nicht erst angestrebt werden, verlegen sich die modernen Trolle auch meist auf die Strategie, &bdquo;Schmuddelkinder&ldquo; zu finden und jedem zu verbieten, mit diesen &bdquo;Schmuddelkindern&ldquo; in welcher Form auch immer zu kommunizieren. Ken Jebsen von KenFM ist ein solches &bdquo;Schmuddelkind&ldquo; und aktuell <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/46\/46404\/1.html\">versucht man<\/a> den Schweizer Historiker Danielle Ganser zum &bdquo;Schmuddelkind&ldquo; zu machen. Und da Albrecht M&uuml;ller die Unverfrorenheit besitzt, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8ijl8CWpAAw\">mit Ken Jebsen zu sprechen<\/a> und die NachDenkSeiten sogar den b&ouml;sen Verschw&ouml;rungstheoretiker Danielle Ganser <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27860\">interviewt haben<\/a>, geh&ouml;ren wir nun nat&uuml;rlich auch zu den &bdquo;Schmuddelkindern&ldquo;. Diese Strategie ist ebenso durchschaubar wie erb&auml;rmlich.<\/p><p>Schlussendlich ist dies vor allem ein Frontalangriff auf die Intelligenz der Leser. Es mag ja sein, dass die streits&uuml;chtige ehemalige Gr&uuml;nen-Politikerin auf Facebook und eine sich selbst als links verortende Berliner Tageszeitung ihre Anh&auml;nger bzw. Leser f&uuml;r so dumm halten, dass sie ihnen Gebote und Verbote dar&uuml;ber erteilen wollen, welche Quellen &bdquo;gut&ldquo; und welche Quellen &bdquo;b&ouml;se&ldquo; sind. Wir halten unsere Leser f&uuml;r kl&uuml;ger, nehmen sie ernst und &uuml;berlassen es ihnen selbst, welche Quellen sie lesen und welche nicht. F&uuml;r uns spielen die Inhalte die entscheidende Rolle. Wer beispielsweise Albrecht M&uuml;llers Interview mit Ken Jebsen kritisiert, der soll doch bittesch&ouml;n erst einmal sagen, was konkret Albrecht M&uuml;ller in diesem Interview Falsches gesagt haben soll. Stattdessen mit einer &bdquo;Schmuddelkinder-Ausgrenzungs-Debatte&ldquo; zu kommen, ist unredlich. Ich habe im Rahmen der Promo f&uuml;r meine B&uuml;cher auch so ziemlich jedem &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/der-kick-des-geldes-oder-wie-unser-fussball-verkauft-wird\">Interviews<\/a> gegeben und war sogar schon einmal Gast bei einer <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14934\">Podiumsdiskussion<\/a> der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung. K&auml;me nun irgendwer auf die Idee, mich mit den &uuml;brigen Personen, die von den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern interviewt wurden, in einen Topf zu schmei&szlig;en oder mich f&uuml;r die &ndash; durchaus zu kritisierende &ndash; au&szlig;enpolitische Linie der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung verantwortlich zu machen? Wohl kaum.<\/p><p>Die Lieblingsfrage aller Verschw&ouml;rungstheoretiker lautet ja bekanntlich: &bdquo;Cui bono?&ldquo;, wem n&uuml;tzt es? Na wem n&uuml;tzt es wohl, wenn die Linke sich selbst mit Dreck bewirft und am Ende ausschaut wie ein Schmuddelkind?  <\/p><p>Meine pers&ouml;nliche Antwort auf die &bdquo;Schmuddelkinder-Strategie&ldquo; und die gr&ouml;&szlig;tenteils l&auml;cherlichen Unterstellungen aus den sozialen Netzwerken ist ein sch&ouml;nes englisches Sprichwort, das sich leider nicht sinnvoll ins Deutsche &uuml;bertragen l&auml;sst: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151030_schweinequote.jpg\"><em>&bdquo;Don&acute;t wrestle with pigs, you both get dirty, but the pig likes it&ldquo;<\/em><\/a>. Den genannten Kritikern geht es doch gar nicht um eine inhaltliche oder gar konstruktive Debatte. Es geht vielmehr darum, mit Dreck um sich zu werfen und den jeweiligen Gegner zu diskreditieren. Sobald man anf&auml;ngt, sich ernsthaft mit ihnen auseinanderzusetzen, steckt man schon knietief im Dreck und ist &ndash; je nach Geschick des Gegners &ndash; tage- bis wochenlang damit besch&auml;ftigt, sinnlose Debatten zu f&uuml;hren. Daher werde ich mich auch k&uuml;nftig nicht mit derlei Anfeindungen und Rufmordkampagnen auseinandersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wussten Sie schon, dass die Linkspartei eigentlich rechts ist? Das <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/2015\/10\/28\/rechts-linkspartei_n_8408238.html\">behauptet zumindest<\/a> ein Internetoutlet der Burda-Gruppe, indem es gen&uuml;sslich Facebook-Beitr&auml;ge einer streits&uuml;chtigen ehemaligen Gr&uuml;nen-Politikerin thematisiert. Fr&uuml;her h&auml;tte man derlei substanzlose Provokationen der Provokation willen wohl als Trollerei bezeichnet. 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