{"id":2847,"date":"2007-12-19T15:25:45","date_gmt":"2007-12-19T14:25:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2847"},"modified":"2015-12-03T14:59:23","modified_gmt":"2015-12-03T13:59:23","slug":"nur-wenige-arbeiten-bis-65","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2847","title":{"rendered":"\u201eNur wenige arbeiten bis 65\u201c"},"content":{"rendered":"<p>So beginnt eine Presseinformation des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 19.12.2007 &uuml;ber eine Studie des Instituts. Und weiter hei&szlig;t es dort: &bdquo;Ende 2004 waren nur rund f&uuml;nf Prozent aller 64-j&auml;hrigen M&auml;nner sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt. Bei 64-j&auml;hrigen Frauen lag die Besch&auml;ftigungsquote mit drei Prozent im Westen und  einem Prozent im Osten sogar noch erheblich darunter. Wer die Regelaltersrente erreicht, ist demnach meist gar nicht mehr erwerbst&auml;tig, &hellip;&ldquo;  &bdquo;Bereits ab 55 sinken die Besch&auml;ftigungsquoten, ab 60 Jahren sogar rapide.&ldquo;<br>\nTrotz dieser klaren und auch bekannten Lage wurde in diesem Jahr das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erh&ouml;ht &ndash; auf ein Alter das heute fast niemand erreicht. Was zu diesem korrupten Irrsinn zu sagen ist, finden Sie auf den NachDenkSeiten an vielen Stellen, u. a. <a href=\"?p=2032%20\">im Nachwort zu &bdquo;Machtwahn&ldquo;<\/a>.<br>\n<!--more--><br>\nIn der <strong>Anlage<\/strong> finden Sie die komplette Presseinformation des IAB und den Link zur Studie.<br>\nBemerkenswert, wenn auch nicht &uuml;berraschend, ist unter anderem der enge Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Lage und faktischem Renteneintrittsalter. In Teilen Bayerns und in den meisten Arbeitsagenturbezirken Baden-W&uuml;rttembergs sind die Arbeitslosenquoten der &Auml;lteren niedriger und die Besch&auml;ftigungsquoten dieser Gruppe h&ouml;her als anderswo. Wo und wenn die Wirtschaft gut l&auml;uft, arbeiten auch die &auml;lteren Menschen l&auml;nger. Bei Beginn der Diskussion um die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters vor zwei Jahren habe ich dazu im erw&auml;hnten Nachwort folgendes geschrieben:<\/p><blockquote><p>Ob wir die Arbeitslosigkeit abbauen k&ouml;nnen und ob wir &auml;lteren Menschen und Frauen, die gerne arbeiten m&ouml;chten, Besch&auml;ftigungschancen bieten k&ouml;nnen, das h&auml;ngt hundertmal mehr von einer pragmatischen vern&uuml;nftigen Wirtschaftspolitik ab als von den Rechenk&uuml;nsten unseres Sozial- und Arbeitsministers. Jetzt diese so viele Menschen verunsichernde Debatte &uuml;ber das Renteneintrittsalter vom Zaun zu brechen l&auml;sst nur zwei Schl&uuml;sse zu: Entweder die Meinungsf&uuml;hrer haben nicht begriffen, worauf es ankommt, oder sie sind wie die Bild-Zeitung in die Interessen der privaten Versicherungswirtschaft eingebunden. Dumm oder korrupt? Werfen wir die M&uuml;nze.<\/p><\/blockquote><p><strong>Anlage<\/strong><\/p><p>Presseinformation des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 19.12.2007<\/p><p><strong>Nur wenige arbeiten bis 65<br>\nEnde 2004 waren nur rund f&uuml;nf Prozent aller 64-j&auml;hrigen M&auml;nner sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt. Bei 64-j&auml;hrigen Frauen lag die Besch&auml;ftigungsquote mit drei Prozent im Westen und  einem Prozent im Osten sogar noch erheblich darunter. Wer die Regelaltersrente erreicht, ist demnach meist gar nicht mehr erwerbst&auml;tig, zeigt eine Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Bereits ab 55 sinken die Besch&auml;ftigungsquoten, ab 60 Jahren sogar rapide. &bdquo;Ein Ausscheiden vor dem 65. Lebensjahr ist immer noch die Regel. 64-J&auml;hrige stehen so gut wie nicht mehr im Erwerbsleben&ldquo;, so die Autorin der Studie, Franziska Hirschenauer.<\/strong><\/p><p>Trotz der ung&uuml;nstigen konjunkturellen Entwicklung sind zwischen 2000 und 2004 die Besch&auml;ftigungsquoten der Menschen &uuml;ber 60 gestiegen. Gleichzeitig ist aber auch die verdeckte Arbeitslosigkeit gewachsen.<\/p><p><strong>Jenseits der 60 ist kaum noch jemand registriert arbeitslos<\/strong><\/p><p>Die Arbeitslosenstatistik spiegelt die Besch&auml;ftigungsprobleme &Auml;lterer nur teilweise wider. So waren im Jahr 2004 beispielsweise 12 Prozent der westdeutschen und 21 Prozent der ostdeutschen M&auml;nner im Alter von 59 arbeitslos, ohne in der Statistik registriert zu sein. Bei den ab 60-J&auml;hrigen sinken diese Anteile, sie bleiben jedoch deutlich &uuml;ber denjenigen der registrierten Arbeitslosen. Damit war Ende 2004 die Zahl der nicht registrierten Arbeitslosen in allen Altersgruppen ab 58 gr&ouml;&szlig;er als die Zahl der registrierten Arbeitslosen.<\/p><p>Grund daf&uuml;r ist zum einen die so genannte &bdquo;58er Regelung&ldquo;, nach der bis 2007 die Betroffenen Arbeitslosengeld beziehen konnten, ohne dem Arbeitsmarkt zur Verf&uuml;gung zu stehen. Sie tauchen dann aber auch in den Arbeitslosenstatistiken nicht mehr auf. Auch die gestiegene Inanspruchnahme der Altersteilzeit hat bei den &uuml;ber 58-J&auml;hrigen zu niedrigeren Arbeitslosenzahlen gef&uuml;hrt. <\/p><p><strong>Bei guter Arbeitsmarktlage arbeiten mehr &Auml;ltere<\/strong><\/p><p>Ein regionaler Vergleich zeigt, dass die Erwerbsintegration der &Auml;lteren dort am h&ouml;chsten ist, wo die Arbeitsmarktlage generell gut ist. Teile Bayerns und die meisten Agenturbezirke Baden-W&uuml;rttembergs weisen die h&ouml;chsten Besch&auml;ftigungsquoten und niedrigsten Arbeitslosenanteile von &Auml;lteren auf. &bdquo;&Uuml;berraschend und ern&uuml;chternd ist aber, dass die Besch&auml;ftigungssituation &Auml;lterer auch dort nicht ann&auml;hernd gut genug ist&ldquo;, betont Hirschenauer.<\/p><p><strong>Reformen werden die regionalen Unterschiede verst&auml;rken<\/strong><\/p><p>Die Unterschiede zwischen den Regionen seien noch gering ausgepr&auml;gt, da die &uuml;ber 60-J&auml;hrigen kaum am Arbeitsmarkt pr&auml;sent seien. Mit der geplanten Abschaffung noch bestehender vorzeitiger Rentenzugangsm&ouml;glichkeiten und der Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 werden diese Unterschiede aber deutlicher zutage treten und die regionalen Jobchancen st&auml;rker widerspiegeln, prognostiziert Hirschenauer.<br>\nDie IAB-Studie kann unter <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2007\/kb2507.pdf\">doku.iab [PDF &ndash; 1,7 MB]<\/a> abgerufen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So beginnt eine Presseinformation des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 19.12.2007 &uuml;ber eine Studie des Instituts. Und weiter hei&szlig;t es dort: &bdquo;Ende 2004 waren nur rund f&uuml;nf Prozent aller 64-j&auml;hrigen M&auml;nner sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt. Bei 64-j&auml;hrigen Frauen lag die Besch&auml;ftigungsquote mit drei Prozent im Westen und einem Prozent im Osten sogar noch erheblich darunter.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2847\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[147,141,39],"tags":[745,342,301],"class_list":["post-2847","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitslosgigkeit","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-rente","tag-erwerbstaetige","tag-iab","tag-rentenalter"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2847","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2847"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2847\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29344,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2847\/revisions\/29344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2847"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2847"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2847"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}