{"id":28598,"date":"2015-11-10T09:02:59","date_gmt":"2015-11-10T08:02:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598"},"modified":"2015-11-10T12:45:31","modified_gmt":"2015-11-10T11:45:31","slug":"hinweise-des-tages-2499","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AM\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h01\">Rechtsregierung in Portugal vor dem Bankrott<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h02\">Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h03\">Luxemburgs Au&szlig;enminister warnt vor Zerfall der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h04\">EU-Dokumente belasten Juncker und Dijsselbloem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h05\">Unser Freund, der Neoliberalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h06\">Neoliberale und die &ldquo;Nation&rdquo;: Wie Rainer Hank versucht, abgeschottete Grenzen zu begr&uuml;nden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h07\">Tausende Hektar f&uuml;r den Westen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h08\">Fernbusse setzen der Bahn mehr zu als angenommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h09\">Die gesetzliche Rentenversicherung ist f&uuml;r &Auml;ltere unschlagbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h10\">Radioleaks &ndash; Eine &ouml;ffentliche Plattform f&uuml;r Whistleblower<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h11\">Zeig mir deine Eltern und ich sag dir deine Bildung!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h12\">Wirtschaft wird Pflichtfach<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h13\">Erst Europa, dann die Welt &ndash; Das neue deutsche Gro&szlig;machtstreben und die Medien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h14\">&bdquo;Der Mensch neigt zum bequemen Weg&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h15\">Anklage eines Justizsystems<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598#h16\">Das Letzte &ndash; Angela Merkel Traumfrau<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28598&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Rechtsregierung in Portugal vor dem Bankrott<\/strong><br>\nAlles sieht danach aus, dass Portugal am Dienstag in eine komplett neue Situation erlebt, denn die drei Linksparteien haben sich darauf geeinigt, gemeinsam die Macht zu &uuml;bernehmen. Der Sozialistenchef Antonio Costa, legte seiner Partei am Samstag das Abkommen zur &Uuml;berpr&uuml;fung vor, dass er mit dem marxistischen Linksblock (BE) und dem gr&uuml;n-kommunistischen B&uuml;ndnis CDU ausgehandelt hat. &ldquo;Die Bedingungen zur Bildung einer PS-Regierung, die ich anf&uuml;hren werde, sind gegeben&rdquo;, hatte Costa in einem TV-Interview versichert. Es w&auml;re die erste linke Koalition in Portugal nach der sogenannten Nelkenrevolution von 1974.<br>\nDamit wird Pedro Passos Coelho nach aller Voraussicht gest&uuml;rzt, wenn er sein Regierungsprogramm am Montag und Dienstag vorstellt. Das Programm d&uuml;rfte aller Wahrscheinlichkeit nach am Dienstag abgelehnt werden und dann muss der konservative Regierungschef gem&auml;&szlig; Verfassung zur&uuml;cktreten. Das Regierungsb&uuml;ndnis, das der Bev&ouml;lkerung im Auftrag der Troika h&auml;rteste Einschnitte im Krisenland verordnet hatte, war aus der Wahl zwar als st&auml;rkste Kraft hervorgegangen, hatte aber die absolute Mehrheit deutlich verloren.<br>\nIn eine absurde Situation hat das Land der konservative Staatschef und Parteig&auml;nger von Coelho gebracht. An&iacute;bal Cavaco Silva hat den bisherigen Ministerpr&auml;sident mit der Regierungsbildung beauftragt, obwohl der keine Chancen hat, eine Mehrheit zu bekommen. Damit arbeitet er gegen die Interessen des eigenen Landes, setzt sich f&uuml;r Parteiinteressen ein und setzt die Vorgaben um, welche die europ&auml;ischen Konservativen in Madrid im Beisein von Merkel dem Land und der EU gerade gemacht haben. Denn offensichtlich darf kein Land links sein oder darf sich eine linke Politik der Austerit&auml;tspolitik entgegenstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Rechtsregierung-in-Portugal-vor-dem-Bankrott-2911467.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>Dazu gleich die passende Meinungsmache der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo;: Portugal &ndash; Linke Parteien wollen Regierung st&uuml;rzen<\/strong><br>\nDie linken Parteien in Portugal wollen die Mitte-rechts-Regierung mit einem Misstrauensvotum in der kommenden Woche st&uuml;rzen und die Macht &uuml;bernehmen. Das gab der Vorsitzende der Sozialisten im Fernsehen bekannt.<br>\nDie Revolution ist f&uuml;r Dienstag angesetzt: Bei einer Parlamentsabstimmung wollen die linken Parteien Portugals die Mitte-rechts-Regierung st&uuml;rzen &ndash; und anschlie&szlig;end die Macht &uuml;bernehmen. Nach einem Abkommen mit dem marxistischen Linksblock (BE) sei auch eine Grundsatzvereinbarung mit dem von den Kommunisten angef&uuml;hrten B&uuml;ndnis CDU erzielt worden, sagte der Chef der Sozialistischen Partei (PS), Ant&oacute;nio Costa, am sp&auml;ten Freitagabend in einem TV-Interview.<br>\nGut einen Monat nach ihrem knappen Sieg bei der Parlamentswahl vom 4. Oktober muss die Minderheitsregierung am Montag im Parlament ihr Programm f&uuml;r die neue Legislaturperiode pr&auml;sentieren. Wird das Programm am Dienstag abgelehnt, muss der konservative Regierungschef Pedro Passos Coelho gem&auml;&szlig; Verfassung zur&uuml;cktreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/portugal-linke-parteien-wollen-regierung-stuerzen-a-1061643.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die rei&szlig;erische &Uuml;berschrift, der Teaser und der erste Absatz klingen nach einem angek&uuml;ndigten Staatsstreich; anscheinend steht Portugal kurz vor der kommunistischen Revolution und nicht vor der ganz demokratischen und normalen &Uuml;bernahme der Regierung durch die parlamentarische Mehrheit. Auch sonst Verdrehungen, wohin man schaut: die Minderheitsregierung hat eben bei der Parlamentswahl nicht &ldquo;knapp gesiegt&rdquo;, wie SpOn frech behauptet, sondern mit nur noch 38,6 Prozent der W&auml;hlerstimmen deutlich verloren. Man mu&szlig; den Text fast mit der Lupe untersuchen, um festzustellen, da&szlig; die geplante Koalition mit 122 von 230 Sitzen eine parlamentarische Mehrheit h&auml;lt. Wirklich einen Fast-Putsch unter demokratischen Bedingungen haben Pr&auml;sident Silva und &ldquo;sein Parteifreund&rdquo;, der Regierungschef Coelho, versucht. Falls Coelho &ldquo;gem&auml;&szlig; Verfassung&rdquo; nach der parlamentarischen Zur&uuml;ckweisung seines Programms zur&uuml;cktreten mu&szlig;, m&uuml;&szlig;te ihm der Pr&auml;sident eigentlich sofort folgen wegen offensichtlicher Beugung der Verfassung. Davon abgesehen, ist angesichts der Druckmittel der Troika nicht sicher, ob der angek&uuml;ndigte &ldquo;Linksblock&rdquo; (real bestenfalls eine Mitte-Regierung mit einem Hauch von Links) nicht Tsipras Wende zum &ldquo;Reformer&rdquo; unter EU-Diktat nachvollzieht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Wie der Hunger die Syrer in die Flucht trieb<\/strong><br>\nIm Sommer bekamen syrische Fl&uuml;chtlinge auf ihren Lebensmittelkarten pl&ouml;tzlich weniger Geld. Das war ein Ausl&ouml;ser f&uuml;r den gro&szlig;en Treck nach Europa. Wie konnte es so weit kommen?<br>\nVor einem Jahr sandte das Nahrungsmittelprogramm der Vereinten Nationen einen Notruf in die Welt. Es sei gezwungen, die Lebensmittelhilfe f&uuml;r 1,7 Millionen syrische Fl&uuml;chtlinge in den Nachbarl&auml;ndern einzustellen, hie&szlig; es in der Mitteilung Anfang Dezember. Die Direktorin des Programms lie&szlig; sich mit deutlichen Worten zitieren: F&uuml;r die Betroffenen sei das ein &bdquo;Desaster&ldquo; mit &bdquo;schrecklichen Auswirkungen&ldquo;. Die Einstellung der Nahrungsmittelhilfe &bdquo;wird die Gesundheit und Sicherheit dieser Fl&uuml;chtlinge gef&auml;hrden und kann weitere Spannungen, Instabilit&auml;t und Unsicherheit in den Aufnahmel&auml;ndern verursachen&ldquo;.<br>\nHeute ist klar, dass die Folgen noch viel weiter reichen, bis mitten nach Europa. Antonio Guterres, der Hochkommissar f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge, sagte diese Woche, dass die K&uuml;rzungen der &bdquo;Ausl&ouml;ser&ldquo; der Fl&uuml;chtlingswelle in diesem Sommer gewesen seien. Au&szlig;enminister Steinmeier spricht inzwischen von einem &bdquo;humanit&auml;ren Skandal&ldquo;. Man d&uuml;rfe sich nicht wundern, &bdquo;wenn sich weitere Menschen aus den Fl&uuml;chtlingslagern auf den Weg nach Europa machen&ldquo;.<br>\nDer gewaltsame Konflikt begann Anfang 2011, Ende jenes Jahres fl&uuml;chteten die ersten Menschen vor den Bomben des Assad-Regimes. Das Fl&uuml;chtlingshilfswerk UNHCR und das Nahrungsmittelprogramm WFP (f&uuml;r World Food Programme) &uuml;bernahmen die Versorgung, in Syrien und au&szlig;erhalb. [&hellip;]<br>\nEnde September sa&szlig;en die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten wegen der Fl&uuml;chtlingswelle in Br&uuml;ssel zusammen. Vor ihnen lag eine Liste mit den Zuwendungen an das World Food Programme. Die niederschmetternde Erkenntnis: Obwohl das Jahr zu drei Vierteln vorbei war, hatten die Staaten und die EU-Kommission nur die H&auml;lfte des Betrags von 2014 &uuml;berwiesen. Das galt auch f&uuml;r Deutschland. Einige Staaten hatten die volle Summe gezahlt, etwa die Niederlande, andere wie &Ouml;sterreich und Ungarn nicht einen Cent. Hatten sie nicht bemerkt, was die K&uuml;rzungen anrichteten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/fluechtlingskrise\/wie-der-fluechtlingsandrang-aus-syrien-ausgeloest-wurde-13900101.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die Finanzierung der Fl&uuml;chtlingsversorgung in der Krisenregion ist immer noch erb&auml;rmlich. Mit Stand September hatte der UNHCR gerade einmal 1,7 Mrd. Dollar &uuml;berwiesen bekommen &ndash; 4,5 Mrd. Dollar w&auml;ren n&ouml;tig, um die Akutversorgung vor Ort sicherzustellen. Anl&auml;sslich dieser Zahlen darf man sich wirklich nicht wundern, wenn es immer mehr Fl&uuml;chtlinge aus den Sammellagern der Region &uuml;ber das Mittelmeer nach Europa treibt. Einen umfassenden &Uuml;berblick zur Finanzierung bietet der &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.3rpsyriacrisis.org\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/3RP-Funding-Snapshot.pdf\">Funding Snapshot<\/a>&ldquo; des 3RP von UNHCR und WFP. Dort f&auml;llt unter anderem auch auf, dass die Finanzierung sehr ungleich verteilt ist. W&auml;hrend Kuwait, die USA, die EU-Staaten, Norwegen, Kanada und Japan zumindest nennenswerte Betr&auml;ge &uuml;berwiesen haben, fehlen andere G-20-Staaten auf der Liste. So haben weder Saudi Arabien noch die kompletten BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) einen nennenswerten Betrag an UNHCR oder WFP bezahlt. Zur gesamten Thematik sei auch noch angemerkt, dass die offiziellen Budgets des 3RP l&auml;ngst nicht alle Kosten f&uuml;r die Nachbarstaaten Syriens decken. So hat die T&uuml;rkei (zur Zeit 2,1 Mio. syrische Fl&uuml;chtlinge) bislang nach eigenen Angaben rund sechs Milliarden Dollar aus eigenen Mittel aufbringen m&uuml;ssen, um die direkten Kosten der Fl&uuml;chtlingskrise zu stemmen. Von den &bdquo;Geberl&auml;ndern&ldquo; hat die T&uuml;rkei daf&uuml;r eine Beihilfe von 417 Millionen Dollar bekommen &ndash; davon nur 165 Mio. Dollar von der EU. Auch das sollten &bdquo;wir&ldquo; im Hinterkopf haben, wenn &bdquo;wir&ldquo; dar&uuml;ber r&auml;tseln, warum so viele Fl&uuml;chtlinge sich von der T&uuml;rkei aus in Richtung Europa aufmachen. Dies Alles sollten aber vor allem diejenigen im Hinterkopf haben, die den Fl&uuml;chtlingsstrom in Richtung EU f&uuml;r einen &bdquo;amerikanischen Plan&ldquo; halten, um die Region und indirekt auch die EU &bdquo;ins Chaos zu st&uuml;rzen&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die meisten Kommunen kommen ohne neue Schulden aus<\/strong><br>\nSt&auml;dte und Gemeinden m&uuml;ssen Hunderttausende Fl&uuml;chtlinge unterbringen &ndash; und bew&auml;ltigen diese Herausforderung erstaunlich gut. Drei von f&uuml;nf Kommunen rechnen laut einer Umfrage damit, auch im kommenden Jahr keine neuen Schulden zu machen.<br>\nWenn Fl&uuml;chtlinge nach Deutschland kommen, landen sie in der Regel erst mal bei den Kommunen. Sie sind es, die die Fl&uuml;chtlinge in Deutschland unterbringen &ndash; wenn auch h&auml;ufig nur vor&uuml;bergehend. 500.000 Pl&auml;tze haben St&auml;dte und Gemeinden nach eigener Sch&auml;tzung in diesem Jahr bereits geschaffen. Bis Ende des Jahres rechnen sie mit weiteren 380.000 Menschen, die eine Bleibe brauchen. Die Herausforderung ist enorm, denn f&uuml;r die meisten der Neuankommenden m&uuml;ssen die Pl&auml;tze erst noch gesucht werden.<br>\nEine Umfrage im Auftrag der Unternehmensberatung Ernst &amp; Young zeigt allerdings: Die Kommunen kommen mit dem Fl&uuml;chtlingszustrom bisher erstaunlich gut zurecht.<br>\nF&uuml;r die Erhebung wurden im Oktober Stadtk&auml;mmerer und B&uuml;rgermeister von 300 der insgesamt gut 1500 deutschen Kommunen mit mindestens 10.000 Einwohnern befragt. Auch wenn der Schwerpunkt in den gro&szlig;en westdeutschen Bundesl&auml;ndern lag und einige der Zahlen Hochrechnungen sind, d&uuml;rfte die Umfrage ein realistisches Bild der Situation im ganzen Land geben. Die Themen: Wie und wo bringen sie die Fl&uuml;chtlinge unter? Was sind dabei die gr&ouml;&szlig;ten Schwierigkeiten? Wie stemmen sie die zus&auml;tzlichen Ausgaben?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/fluechtlinge-viele-kommunen-kommen-ohne-neue-schulden-aus-a-1061687.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Studie kommt gerade rechtzeitig, um eine breite gesellschaftliche Diskussion zu verhindern&hellip; Die &ldquo;Schwarze Null&rdquo; steht, als h&auml;tte das irgendeinen wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Sinn&hellip; Und deshalb darf es nat&uuml;rlich keine Steuererh&ouml;hungen geben, vor allem nicht f&uuml;r die Kapitalgesellschaften, die Verm&ouml;genden und Erben und die Gutverdiener, die jahrzehntelang mit Steuergeschenken &uuml;berh&auml;uft w&uuml;rden. Dabei haben schon vor der &ldquo;Fl&uuml;chtlingskrise&rdquo; viele Kommunen finanziell aus dem letzten Loch gepfiffen, und selbst nach dieser eher gesch&ouml;nten Statistik kommen 40 Prozent der Kommunen eben *nicht* mit ihren Mitteln hin. Diskutiert werden aber &uuml;berhaupt nur Steuer- und Geb&uuml;hrenerh&ouml;hungen auf kommunaler Ebene (das w&auml;ren wohl vor allem Erh&ouml;hungen der Grundsteuer und des Gewerbesteuerhebesatzes), die a) die betroffenen B&uuml;rger unmittelbar vor Ort treffen und gegen die Fl&uuml;chtlinge aufbringen und b) degressiv, zulasten der finanziell Schw&auml;cheren wirken.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> In diesem Zusammenhang muss man leider genau mit den nun folgenden harschen Worten konstatieren, dass die Linke (als politische Richtung), bis auf Ausnahmen, in Deutschland aktuell zu d&auml;mlich ist, vor dem Hintergrund der Fl&uuml;chtlingskrise die soziale Verteilungsfrage zu thematisieren und politisch zu nutzen. Oder will man zusehen wie sich die sozial Schw&auml;cheren, zu denen die Mehrheit der Fl&uuml;chtlinge erst einmal geh&ouml;ren wird, gegenseitig bek&auml;mpfen und sich die herrschende Elite dabei ins F&auml;ustchen lacht?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Oskar Lafontaine: Fl&uuml;chtlings-Zuzug begrenzen um in Deutschland den Familiennachzug zu erm&ouml;glichen<\/strong><br>\nOskar Lafontaine fordert feste Fl&uuml;chtlings-Kontingente in Europa, um den Familiennachzug in Deutschland aufrecht erhalten zu k&ouml;nnen: &bdquo;Es ist menschlicher, die Zahl der Fl&uuml;chtlinge, denen man in Deutschland Schutz gew&auml;hrt, durch feste Kontingente in Europa zu begrenzen und daf&uuml;r den hier Aufgenommen zu erm&ouml;glichen, ihre Ehepartner und Kinder nach zu holen. Ein stetig ansteigender Zuzug dagegen h&auml;tte zwangsl&auml;ufig zur Folge, dass der Nachzug von Familienmitgliedern begrenzt werden m&uuml;sste. Auch der sozialdemokratische Ministerpr&auml;sident von Schweden, Stefan L&ouml;fven, fordert jetzt aus demselben Grunde eine gerechte Verteilung der Fl&uuml;chtlinge in Europa. &lsquo;Wir befinden uns nun in einer extrem angespannten Situation.&rsquo; Es sei &lsquo;an der Zeit, dass andere L&auml;nder ihre Verantwortung &uuml;bernehmen&rsquo;. Eine entsprechende klare Aussage der Bundeskanzlerin Angela Merkel fehlt bisher. Nach Auffassung f&uuml;hrender Politiker in Europa ist sie daher mittlerweile mit verantwortlich f&uuml;r die stetig ansteigenden Fl&uuml;chtlingszahlen und das Erstarken rechter Parteien in Europa. Auf europ&auml;ischer Ebene sollten faire Vereinbarungen getroffen werden. Um denen, die nicht aufgenommen werden k&ouml;nnen, ein menschenw&uuml;rdiges Leben zu erm&ouml;glichen, sind die Fl&uuml;chtlingslager in der Krisenregion finanziell so auszustatten, dass die Menschen nicht hungern und im Winter nicht frieren m&uuml;ssen und dass ihre Kinder eine Schule besuchen k&ouml;nnen. Die Gleichg&uuml;ltigkeit der Regierungen der reichen L&auml;nder, auch der deutschen, gegen&uuml;ber der Not in den Fl&uuml;chtlingslagern, hat dazu gef&uuml;hrt, dass immer mehr Menschen aufgebrochen sind, um sich in Europa, vor allem in Deutschland, eine neue Existenz aufzubauen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oskar-lafontaine.de\/links-wirkt\/details\/b\/1\/f\/1\/t\/oskar-lafontaine-fluechtlings-zuzug-begrenzen-um-in-deutschland-den-familiennachzug-zu-ermoeglichen\/\">Oskar Lafontaine<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Luxemburgs Au&szlig;enminister warnt vor Zerfall der EU<\/strong><br>\nLuxemburgs Au&szlig;enminister Jean Asselborn hat vor einem Zerfall der Europ&auml;ischen Union und vor einer Wiedereinf&uuml;hrung von Grenzkontrollen zwischen den EU-Staaten gewarnt. &ldquo;Die Europ&auml;ische Union kann auseinanderbrechen. Das kann unheimlich schnell gehen, wenn Abschottung statt Solidarit&auml;t nach innen wie nach au&szlig;en die Regel wird&rdquo;, sagte Asselborn der Nachrichtenagentur dpa.<br>\nAuch die 1985 im luxemburgischen Schengen vereinbarte Abschaffung der Grenzkontrollen, an denen sich mittlerweile 26 europ&auml;ische L&auml;nder beteiligen, sieht der Minister demnach bedroht: &ldquo;Wir haben vielleicht noch einige Monate Zeit.&rdquo; Asselborn ist seit 2014 auch Minister f&uuml;r Immigration und Asyl. Luxemburg f&uuml;hrt derzeit turnusgem&auml;&szlig; den Ratsvorsitz der EU.<br>\nDeutschland und die meisten EU-L&auml;nder h&auml;tten verstanden, dass die Genfer Fl&uuml;chtlingskonvention gelte, sagte Asselborn. In der EU seien aber auch &ldquo;einige dabei, die haben wirklich die Werte der Europ&auml;ischen Union, was ja nicht nur materielle Werte sind, nicht richtig verinnerlicht&rdquo;. Die &ldquo;Kultur der humanen Werte&rdquo; sei noch immer der &ldquo;Kitt, der uns zusammenh&auml;lt&rdquo;, sagte Asselborn. &ldquo;Und dieser falsche Nationalismus kann zu einem richtigen Krieg f&uuml;hren.&rdquo;<br>\nEs gebe Politiker und Parteien, die das Thema Migration &ldquo;bewusst ausschlachten&rdquo;, um &Auml;ngste zu sch&uuml;ren. Dieser &ldquo;Irref&uuml;hrung&rdquo; m&uuml;sse man entgegenwirken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/luxemburgs-aussenminister-asselborn-warnt-vor-zerfall-der-eu-a-1061763.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ist die &ldquo;Kultur der humanen Werte&rdquo; wirklich der Kitt, der die EU zusammenh&auml;lt? Das glaubt Asselborn als Au&szlig;enminister der gr&ouml;&szlig;ten europ&auml;ischen Steueroase wahrscheinlich selbst nicht. Sp&auml;testens der Staatsstreich gegen Griechenland sollte uns allen die Augen ge&ouml;ffnet haben. Dass allein die neoliberale Agenda Europa nicht zusammen halten kann, liegt auf der Hand. Und dass es mit der Solidarit&auml;t in Europa nie weit her war zeigt auch die folgende Meldung:<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>EU-Dokumente belasten Juncker und Dijsselbloem<\/strong><br>\nEs klang alles so vielversprechend, als die EU-Finanzminister die &ldquo;Gruppe Verhaltenskodex&rdquo; (&ldquo;Code of Conduct Group&rdquo;, kurz CoC) ins Leben riefen. Alle Regeln, die zu einem sch&auml;dlichen Steuerwettbewerb f&uuml;hren, sollten abgeschafft werden &ndash; darauf verpflichteten sich die EU-Mitgliedstaaten mit der Gr&uuml;ndung des Gremiums im M&auml;rz 1998.<br>\nDoch sp&auml;testens seit diesem Wochenende ist klar: Die meisten Mitgliedstaaten unternahmen nichts, um das Anlocken von Gro&szlig;konzernen durch Steuervorteile zu stoppen. Einige befeuerten den Wettbewerb sogar massiv &ndash; zum Schaden aller Steuerzahler, die sich, anders als internationale Unternehmen, nicht aussuchen k&ouml;nnen, in welchem Land sie ihr Einkommen versteuern.<br>\nUnd die EU-Kommission, eigentlich H&uuml;terin der Europ&auml;ischen Vertr&auml;ge, sah weitgehend tatenlos zu. Das belegen Dokumente der Gruppe Verhaltenskodex und der Arbeitsgruppe Steuern des Europ&auml;ischen Rats, insgesamt mehrere hundert Seiten.<br>\nDamit w&auml;chst der politische Druck in der Aff&auml;re um Steuervorteile f&uuml;r Gro&szlig;konzerne, die mit dem &ldquo;Luxemburg Leaks&rdquo;-Skandal im November 2014 begann. Damals wurde bekannt, wie Luxemburg mit sogenannten Steuervorbescheiden fragw&uuml;rdige Sparmodelle von Gro&szlig;konzernen durchwinkte, um die Firmen ins Land zu locken.<br>\nIm Zentrum der Aff&auml;re steht EU-Kommissionspr&auml;sident Jean-Claude Juncker. Die &ldquo;Luxemburg Leaks&rdquo;-Dokumente stammen von 2002 bis 2010, Juncker war in dieser Zeit durchgehend Premierminister und zugleich neun Jahre lang Finanzminister des Gro&szlig;herzogtums. Mehr politische Verantwortung geht eigentlich nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/eu-dokumente-belasten-jean-claude-juncker-und-jeroen-dijsselbloem-a-1061758.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das wirft ein bezeichnendes Bild auf den Zustand der EU, diese macht Politiker, die den Steuerbetrug zugunsten der Gro&szlig;konzerne T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet haben zu zwei ihrer h&ouml;chsten Repr&auml;sentanten.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung CR:<\/strong> Ist es eigentlich denkbar, dass wenige EU-L&auml;nder Konzernen bei Steuererleichterungen behilflich sind und alle anderen EU-Regierungen haben keine Ahnung? &Uuml;brigens: Ist Deutschland selbst nicht auch eine Steueroase? Die NachDenkSeiten haben darauf hingewiesen:<\/em><\/p>\n<ol class=\"abc\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17288#h12\">Unversteuert: Die Steueroase<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28192#h05\">Steueroase Deutschland: Top-Adresse f&uuml;r Betr&uuml;ger<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Dazu passt: Steueroase Deutschland<\/strong><br>\nKonzerne und Superreiche, so scheint es, wandern von Steueroase zu Steueroase und k&ouml;nnen dabei viel sparen. Der Begriff&ensp;&bdquo;Steueroase&ldquo;&ensp;klingt seltsam exotisch &ndash; dabei verharmlost er lediglich den Sachverhalt: Wir denken an ferne L&auml;nder und an Wasser in der W&uuml;ste. In der Realit&auml;t geht es schlicht um Steuerhinterziehung auf Kosten der Gemeinschaft und der Lohnsteuerzahler.<br>\nBeihilfe zur&ensp;&bdquo;Steuervermeidung&ldquo;&ensp;gibt es nicht nur auf Inseln und im Ausland. Wenn heute Schweizer (!) und Liechtensteiner ihr Geld schwarz nach Deutschland bringen, dann m&uuml;ssen die Regelungen hier mehr als g&uuml;nstig sein.<br>\nWarum ist Deutschland in den Unterbietungs-Wettbewerb eingestiegen? Profitieren die deutschen B&uuml;rger vielleicht sogar von den Regelungen?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sr-online.de\/sronline\/sr2\/sendungen_a-z\/fragen_an_den_autor\/20151108_fragen_an_den_autor_meinzer_steueroase_deutschland100.html\">SR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/pcast.sr-online.de\/play\/fragen\/2015-11-09_meinzer_steueroase_8_11_15.mp3\">Podcast zur Sendung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Unser Freund, der Neoliberalismus<\/strong><br>\nEs gibt den Neoliberalismus, m&ouml;gen seine Protagonisten sich auch selbst nicht neoliberal nennen. Und er l&auml;sst sich sehr wohl fassen, weil er eben nicht auf eine dunkle Verschw&ouml;rung zur&uuml;ckgeht. Sondern ma&szlig;geblich auf das Treffen von drei Dutzend Denkern, unter anderem Friedrich von Hayek, Milton Friedman, Walter Eucken, Karl Popper und Wilhelm R&ouml;pke 1947 am Mont P&egrave;lerin in der Schweiz, von wo aus sie einen Neuanfang f&uuml;r den ihrer Meinung nach im 20. Jahrhundert diskreditierten Liberalismus starteten. Haben sich die Forschungsprogramme etwa Friedmans und R&ouml;pkes in den Folgejahren auch teils weit auseinanderentwickelt: Die Mont Pelerin Society (MPS) ist die innerste Puppe der neoliberalen Matrjoschka, Hochschulfakult&auml;ten unter anderem in Chicago und Freiburg wurden zu ihrem n&auml;chstgr&ouml;&szlig;eren Ring, umgeben wiederum von Stiftungen (in Deutschland etwa Bertelsmann), Denkfabriken und Medien, allen voran Rupert Murdochs News Corporation.<br>\nDer Startpunkt dieses neoliberalen Kollektivs liegt dort, wo sich heute die Linke noch befindet: in der Bedeutungslosigkeit &ndash; eine Folge des Untergangs wirtschaftsliberaler Konzepte durch die Gro&szlig;e Depression 1929. Dass es seine in den 1980er Jahren gewonnene Vormachtstellung in der Finanzkrise behauptet hat, ist nicht unwesentlich auf das Zusammenraffen seiner Kr&auml;fte zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, f&uuml;r das ein MPS-Sondertreffen im M&auml;rz 2009 in New York sinnbildlich steht.<br>\nWer den Neoliberalismus in Zukunft mit Substanz und N&uuml;chternheit kritisieren will, dem sei die Lekt&uuml;re der 13 Punkte empfohlen, auf die Mirowski dessen Programm verdichtet hat: Das neoliberale Dogma ist durch und durch konstruktivistisch; es braucht zur Durchsetzung seiner Ziele Autorit&auml;ten und einen starken Staat, dichtet zugleich dem Markt einen nat&uuml;rlichen Charakter, einen menschlicher Erkenntnis unzug&auml;nglichen evolution&auml;ren Ursprung an und entzieht sich der Debatte um die daraus offenkundig resultierenden Widerspr&uuml;che, indem es die Ontologie dieses Marktes im Ungef&auml;hren bel&auml;sst und ihn schlicht zum unschlagbar besten Prozessor von Informationen erkl&auml;rt. Der Staat wird im praktischen Neoliberalismus nicht kleiner, sondern im Gegenteil durchgreifender in der Durchsetzung marktradikaler Programmpunkte &ndash; der Abbau der Grenzen f&uuml;r den Kapitalverkehr, die aktive Unterst&uuml;tzung unfehlbarer Unternehmen und die F&ouml;rderung der als produktiv gewerteten Ungleichheit allen voran. Ein armer Mensch geht eher in der f&uuml;r ihn vorgesehenen Rolle des Unternehmers seiner selbst auf, wenn er Reichen nacheifern kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sebastianpuschner\/unser-freund-der-neoliberalismus\">Der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Neoliberale und die &ldquo;Nation&rdquo;: Wie Rainer Hank versucht, abgeschottete Grenzen zu begr&uuml;nden<\/strong><br>\nIn der gestrigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) fand sich ein Artikel, der geradezu beispielhaft einen der grundlegenden Widerspr&uuml;che der Neoliberalen offenbart: Einerseits wollen sie gesellschaftliche Institutionen und kollektive Regeln aus individuellen Rechten ableiten. Andererseits aber berufen sie sich dennoch auf &ldquo;Nation&rdquo; und Nationalstaat. Im konkreten Fall versucht FAS-Redakteur Rainer Hank zu begr&uuml;nden, warum ein Nationalstaat Einwanderung ablehnen d&uuml;rfe, obwohl aus liberaler Sicht jeder Mensch das Recht auf Migration habe. An seinem widerspr&uuml;chlichen Versuch wird deutlich, wie neoliberales Denken letztlich Ankn&uuml;pfungspunkte f&uuml;r ausgrenzendes und nationalistisches Denken aufweisen kann.<br>\nUm dies am Beispiel des Themas der Migration zu veranschaulichen: Selbst wenn dauerhaft viele Millionen Menschen unkontrolliert nach Deutschland k&auml;men, w&uuml;rde die Einwanderung als solche individuelle Freiheitsrechte nicht direkt beschneiden. Weder stellt sie das individuelle Recht auf Eigentum infrage, noch das Recht auf k&ouml;rperliche Unversehrtheit, noch sonst irgendein Recht. Sie verpflichtet die Einzelnen zu nichts. Zwar mag es indirekt negative Folgen geben, aber die sind (aus liberaler bzw. neoliberaler Sicht!)\n<ul>\n<li>entweder marktgegeben und damit nicht kritisierbar (wie sinkende L&ouml;hne, steigende G&uuml;terpreise, sinkende Immobilienwerte), Marktergebnisse gelten den (Neo-) Liberalen ja stets als effizient und gerecht,<\/li>\n<li>oder als eigenst&auml;ndige Eingriffe in individuelle Rechte anzusehen (wie etwa Handlungen, die aus einem vermeintlichen &ouml;ffentlichen Chaos oder aus einer immer wieder behaupteten, angeblich h&ouml;heren Kriminalit&auml;t von Migrantinnen und Migranten resultieren), die als solche zwar unrechtm&auml;&szlig;ig w&auml;ren, aber es als eigenst&auml;ndige Handlungen von eigenst&auml;ndigen Individuen nicht rechtfertigen, das individuelle Recht anderer Individuen auf Einwanderung einzuschr&auml;nken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Soweit eine (neo-) liberale Argumentation, wie sie eigentlich aussehen m&uuml;sste, wenn sie konsequent w&auml;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1771\">annotazioni<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Tausende Hektar f&uuml;r den Westen<\/strong><br>\nDie ukrainische Regierung will den Widerstand der Bev&ouml;lkerungsmehrheit gegen den freien Handel mit Agrarland nun auch mit Pilotverk&auml;ufen &uuml;berwinden. &bdquo;Wir denken daran, zum Beispiel bis zu 10.000 Hektar auf dem Markt zum Verkauf anzubieten&ldquo;, sagte Agrarminister Olexij Pawlenko in Berlin der taz. Die Vergabe von bisher staatseigenem Land solle binnen eines halben Jahres starten. Bislang d&uuml;rfen rund 70 Prozent des Bodens in der Ukraine nur verpachtet werden.<br>\nDer von dem bewaffneten Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und der prowestlichen Regierung zerrissene Staat besitzt laut Ministerium 41 Millionen Hektar Agrarland &ndash; fast zweieinhalbmal so viel wie Deutschland. Die meisten &Auml;cker sind mit den sehr fruchtbaren Schwarzerdeb&ouml;den bedeckt. Auch dank des g&uuml;nstigen Klimas ist die Ukraine der gr&ouml;&szlig;te Exporteur von Sonnenblumen&ouml;l und die globale Nummer drei bei Getreideausfuhren. Zusammen mit der Lebensmittelindustrie stellt die Landwirtschaft 22 Prozent des Bruttoinlandsprodukts &ndash; so viel wie keine andere Branche.<br>\nGegner der Westorientierung werfen der EU und den USA vor, sie wollten diese Kornkammer ausbeuten. Die kalifornische Denkfabrik The Oakland Institute warnt, ausl&auml;ndische Investoren k&ouml;nnten dank ihrer gr&ouml;&szlig;eren Finanzkraft einheimische Kleinbauern verdr&auml;ngen. Zudem verl&ouml;re die Ukraine die Kontrolle &uuml;ber ihre Versorgung mit Lebensmitteln. Derzeit geh&ouml;rt das meiste Land fr&uuml;heren Kolchosen-Mitarbeitern. Die Mehrheit der H&ouml;fe bewirtschaftet im Schnitt rund 2 Hektar, was im internationalen Vergleich sehr wenig ist.<br>\n&bdquo;Nur 20 Prozent der Bev&ouml;lkerung unterst&uuml;tzen Landverk&auml;ufe&ldquo;, zitiert Minister Pawlenko Umfragen. Der 38-J&auml;hrige, der seit Dezember 2014 im Amt ist, h&auml;lt die &Auml;ngste f&uuml;r unbegr&uuml;ndet. Internationale Investitionen w&uuml;rden kleine und mittlere Agrarunternehmen nicht unter Druck setzen, &bdquo;weil wir ausl&auml;ndische M&auml;rkte &ouml;ffnen&ldquo;. Damit gebe es gen&uuml;gend Nachfrage f&uuml;r alle. Zudem w&uuml;rden ausl&auml;ndische Investoren Arbeitspl&auml;tze f&uuml;r die Landbev&ouml;lkerung schaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Landverkaeufe-in-der-Ukraine\/!5248779\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Fernbusse setzen der Bahn mehr zu als angenommen<\/strong><br>\nMehr Reisende als zun&auml;chst erwartet wechseln von der Schiene auf die Stra&szlig;e. Das zeigt eine neue Marktuntersuchung. Knapp die H&auml;lfte der Buspassagiere waren zuvor Zugkunden.<br>\nSeit es auf der Autobahn bunter ist, hat es die Deutsche Bahn schwerer. Fernbusse in gr&uuml;ner, gelber oder blauer Lackierung haben den wei&szlig;-roten Z&uuml;gen Fahrg&auml;ste abgenommen &ndash; einer neuen Untersuchung zufolge sogar mehr als angenommen. &bdquo;44 Prozent der Fernbuskunden haben zuvor die Bahn genutzt&ldquo;, sagt Tom Reinhold von der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman. 2013, kurz nach der Liberalisierung des Fernbusmarkts, war das Statistische Bundesamt noch von etwa 15 Prozent ausgegangen. Die Annahme, dass Fernbusse mit Billigtickets viele Menschen zum Reisen animieren, sieht er als widerlegt an. Nur jeder zehnte Fahrgast w&auml;re nach den Zahlen von Oliver Wyman daheim geblieben, wenn es die Busverbindung nicht gegeben h&auml;tte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/fernbusse-setzen-der-bahn-mehr-zu-als-gedacht-13898252.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> W&auml;re tats&auml;chlich die Zahl der Umsteiger aus dem Auto gr&ouml;&szlig;er gewesen, h&auml;tte man jetzt wenigstens ein bi&szlig;chen einen positiven Nutzen konstatieren k&ouml;nnen. Die Realit&auml;t nach dieser Untersuchung ist aber eine andere: der Verkehr auf den Autobahnen nimmt zu, mehr CO2-Belastung, der staatseigene Betrieb Deutsche Bahn wird gesch&auml;digt, und entgrenzte, bestenfalls prek&auml;r bezahlte Arbeit breitet sich aus. Ein sch&ouml;nes Ergebnis der neoliberalen Allianz von FDP, Union, SPD und Gr&uuml;nen, die im Bundestag daf&uuml;r die Hand gehoben hat und denen nicht nur die Umwelt und das Staatseigentum egal sind, sondern auch die Arbeitsbedigungen gar nicht schlecht genug sein k&ouml;nnen. Ein Ergebnis stellt die Polizei heute vor:<\/em><\/p>\n<p><strong>Polizei findet &bdquo;schwerwiegende M&auml;ngel&ldquo; bei 24 von 27 Fernbussen<\/strong><br>\nPor&ouml;se Reifen und &uuml;berm&uuml;dete Fahrer: Die Polizei hat in Frankfurt Fernbusse &uuml;berpr&uuml;ft und kam zu einem erschreckenden Ergebnis. Dringend notwendige Reparaturen werden offenbar hinausgeschoben.<br>\nBei einer gro&szlig; angelegten &Uuml;berpr&uuml;fung von Fernbussen am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main hat die Polizei teils &bdquo;schwerwiegende M&auml;ngel&ldquo; beanstandet. Insgesamt 150 Einsatzkr&auml;fte h&auml;tten am Sonntag 27 Fahrzeuge des nationalen und internationalen Linienverkehrs kontrolliert, teilte die Polizei am Montag mit. Nur drei Busse seien ohne Beanstandungen durch die Kontrollen gekommen.<br>\nVier Bussen wurde demnach die Weiterfahrt g&auml;nzlich untersagt. Grund seien etwa &bdquo;por&ouml;se Reifen&ldquo; oder &bdquo;ausgeschlagene Lenkkopflager&ldquo; gewesen, teilte die Polizei mit. Auch die Lenkzeit, die Fahrer hinter dem Steuer verbringen d&uuml;rfen, sei zum Teil erheblich &uuml;berschritten worden. Bei den vier Bussen handelte es sich demnach sowohl um nationale als auch ausl&auml;ndische Unternehmen.<br>\nLeider sei das Ergebnis der &Uuml;berpr&uuml;fung keine Ausnahme, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Immer wieder w&uuml;rden bei Kontrollen von Fernbussen &bdquo;erhebliche M&auml;ngel&ldquo; festgestellt &ndash; so w&uuml;rden etwa dringend notwendige Reparaturen hinausgeschoben. &bdquo;Billig kommt nicht von ungef&auml;hr&ldquo;, kritisierte der Sprecher mit Blick auf die teils sehr g&uuml;nstigen Angebote von Fernbus-Unternehmen in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/kontrollaktion-in-frankfurt-polizei-findet-schwerwiegende-maengel-bei-24-von-27-fernbussen-13903154.html\">FAZ<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die gesetzliche Rentenversicherung ist f&uuml;r &Auml;ltere unschlagbar<\/strong><br>\nDie staatliche Altersvorsorge hat keinen guten Ruf. Zu Unrecht. F&uuml;r &Auml;ltere mit privater Krankenversicherung ist sie eine Alternative.<br>\nViele Jahre war die gesetzliche Rentenversicherung als renditeschwach und unattraktiv verschrien. Das hat sich in Zeiten mickriger Zinsen jedoch gewandelt. W&auml;hrend bei privaten Rentenversicherungen, R&uuml;rup und Riester Garantiezins und &Uuml;berschussbeteiligung &auml;hnlich den Gletschern dahinschmelzen, punktet das Umlagesystem aufgrund der guten Wirtschafts- und Besch&auml;ftigungslage. Die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland d&uuml;rfen sich im kommenden Juli &uuml;ber die h&ouml;chste Rentensteigerung seit zwei Jahrzehnten freuen. Sch&auml;tzungen gehen von einem Plus von 4 bis 5 Prozent aus.<br>\nIn dem Umfeld gewinnt insbesondere f&uuml;r &Auml;ltere eine Form der Altersvorsorge an Bedeutung, an die viele gar nicht denken: freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Wer 55 Kerzen oder mehr auf seiner Geburtstagstorte z&auml;hlt, sollte dar&uuml;ber nachdenken, das Geld aus der Lebensversicherung oder aus dem Erbe von Tante Erna in die gesetzliche Rente zu investieren &ndash; vor allem dann, wenn der Anleger noch privat krankenversichert ist. Denn dann gibt es auf die Rente auch noch einen Beitragszuschuss in H&ouml;he von 7,3 Prozent. Damit k&ouml;nnen Angebote auf dem freien Markt kaum mithalten. &bdquo;F&uuml;r &Auml;ltere ist es derzeit deutlich lukrativer, Geld in das staatliche Umlagesystem zu investieren, als in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge&ldquo;, bringt es Finanzmathematiker und Fachbuchautor Werner Siepe auf den Punkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/meine-finanzen\/vermoegensfragen\/die-gesetzliche-rentenversicherung-ist-fuer-aeltere-unschlagbar-13898047.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong> Die &Uuml;berschrift &rdquo; Die gesetzliche Rentenversicherung ist f&uuml;r &Auml;ltere unschlagbar&rdquo; k&ouml;nnte fast den Eindruck erwecken, dass die FAZ in Zeiten der niedrigen Zinsen zu besseren Einsicht gekommen ist &ndash; aber dieses ist nicht der Fall. Viel mehr soll aufgezeigt werden, wie im Alter gut Abgesicherte sich mit Hilfe der gesetzlichen Rentenversicherung noch besser absichern k&ouml;nnen. Es geht nicht um die 20 Mill. Mitglieder in der GRV, die in Richtung 42% ihres letzten Einkommens gehen und 45 Beitragsjahren vorweisen m&uuml;ssen, sondern um jene, die an Altersbez&uuml;ge erhalten, welches sich nach dem Einkommen der letzten zwei Jahre vor den Ruhestand und die 71,75% dieses Gehaltes ausrichtet.<\/em><br>\n<em>Das Beiwerk der nicht berufst&auml;tigen M&uuml;tter, ist fast unbedeutend, denn es geht um &ldquo;Verm&ouml;gensfragen&rdquo; &ndash; so wie es in der &Uuml;berschrift steht.<\/em><br>\n<em>Das Ziel des Artikels ist nicht, die erwartete Altersarmut zu vermeiden, sondern die Schere der Einkommensverteilung auch in den Altersruhegelder deckungsgleich abzusichern.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Radioleaks &ndash; Eine &ouml;ffentliche Plattform f&uuml;r Whistleblower<\/strong><br>\nRolf Steng&aring;rd, 1949 geboren, hat 40 Jahre das schnelle und harte Gesch&auml;ft der Nachrichten betrieben. 2011 gr&uuml;ndete er &ldquo;Radioleaks&rdquo;, den ersten Enth&uuml;llungsdienst in den schwedischen Medien, der es B&uuml;rgern erm&ouml;glicht, brisante Missst&auml;nde anonym zu &uuml;bermitteln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/radioleaks-eine-oeffentliche-plattform-fuer-whistleblower.1184.de.html?dram:article_id=333204\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zeig mir deine Eltern und ich sag dir deine Bildung!<\/strong><br>\nKamil ist zehn Jahre alt. Seine Eltern sind vor &uuml;ber zwanzig Jahren nach &Ouml;sterreich gezogen, haben die Pflichtschule nachgeholt. Kamil ist das, was viele einenguten Sch&uuml;ler nennen. Auch Alexandra schreibt regelm&auml;&szlig;ig gute Noten. Die Familie &ndash; der Vater ist Altenfachbetreuer, die Mutter arbeitet f&uuml;r eine Baufirma- lebt am Land. Kamil und  Alexandra werden beide keine h&ouml;here Schule besuchen. Sie werden beide wohl nicht studieren. Wie kann man das jetzt schon absch&auml;tzen, wo sie doch gerade erst zehn sind? Es liegt am heimischen Schulsystem &ndash; in dem nach wie vor Wohnort, Geschlecht, Bildung der Eltern und die Alltagssprache &uuml;ber den Bildungsweg entscheiden.<br>\nJe h&ouml;her der Bildungsstand der Eltern, umso gr&ouml;&szlig;er ist die Wahrscheinlichkeit eines hohen Bildungsabschlusses (Matura oder Universit&auml;t) der Kinder. Das ist der Vorteil von Friedrich. Seine Eltern sind AkademikerInnen und wohnen am Stadtrand. Er besucht das Gymnasium, wenns wo zwickt zahlen seine Eltern die Nachhilfe.<br>\nSelten ist die Statistik so eindeutig wie in der Schule. 69 Prozent der Volkssch&uuml;lerInnen, deren Eltern mindestens einen Maturaabschluss haben wechseln in eine AHS-Unterstufe. Hingegen besuchen nur 32 Prozent der Sch&uuml;lerInnen, deren Eltern maximal einen Lehrabschluss aufweisen, die AHS-Unterstufe.<br>\nBeim &Uuml;bergang in die Sekundarstufe II (Oberstufe) versch&auml;rft sich dieser Effekt ein weiteres Mal: In der AHS Oberstufe sind nur ein Viertel der Kinder von Eltern mit Lehrabschluss bei den anderen drei Viertel haben die Eltern zumindest auch selbst maturiert.<br>\nAuch die soziale Zusammensetzung der Sch&uuml;lerInnen an einer Schule hat betr&auml;chtlichen Einfluss auf die Schullaufbahn. Denn der Bedarf an F&ouml;rderma&szlig;nahmen ist in sozialen Brennpunktschulen st&auml;rker als in Schulen deren Sch&uuml;lerInnen aus h&ouml;her gebildeten Familien kommen. An Schulen in sozio&ouml;konomisch benachteiligter Umgebung ist es daher f&uuml;r gleich begabte Kinder schwieriger, die gleichen Leistungen zu erzielen. Das Schulsystem schafft es derzeit nicht, vorhandene Ungleichheiten auszugleichen. Das liegt nicht an den LehrerInnen, sondern am System, das diese Unterschiede nicht ber&uuml;cksichtigt und keine individuelle F&ouml;rderung zul&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jbi.or.at\/zeig-mit-deine-eltern-und-ich-sag-dir-deine-bildung\/\">jahod-Bauer Institut<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> In Deutschland sieht es nicht anders aus.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wirtschaft wird Pflichtfach<\/strong><br>\nIrgendjemand muss immer den Anfang machen. In diesem Fall ist es Baden-W&uuml;rttemberg. Das Bundesland f&uuml;hrt zum Schuljahr 2016\/17 das Schulfach Wirtschaft ein. Genauer gesagt das Fach &ldquo;Wirtschaft und Berufsorientierung&rdquo;. Ab der siebten, in Gymnasien ab der achten Klasse wird es in allen weiterf&uuml;hrenden Schulen Pflicht. In Gymnasien drei Stunden pro Woche, in Real- und Gemeinschaftsschulen sogar f&uuml;nf Wochenstunden.<br>\nBislang waren Wirtschafts- und Finanzthemen in Baden-W&uuml;rttemberg in F&auml;chern wie &ldquo;Sozialwissenschaften&rdquo; oder &ldquo;Wirtschaft und Politik&rdquo; verankert. Viel Platz im Lehrplan wurde ihnen dort jedoch nicht einger&auml;umt &ndash; und dementsprechend gering fallen die Wirtschaftskenntnisse vieler Sch&uuml;ler aus. In der Politik wird deshalb schon seit L&auml;ngerem dar&uuml;ber diskutiert, ob Wirtschaft als eigenst&auml;ndiges Schulfach zu etablieren ist. In die &Ouml;ffentlichkeit r&uuml;ckte die Debatte zuletzt im Januar, als eine 17-j&auml;hrige Sch&uuml;lerin &uuml;ber den Nachrichtendienst Twitter verbreitete, sie habe keine Ahnung von Steuern oder Versicherungen &ndash; k&ouml;nne aber eine Analyse auf vier verschiedenen Sprachen verfassen.<br>\nDie Forderung nach besserer wirtschaftlicher Bildung bei Sch&uuml;lern ist nicht neu. Genauso wenig wie der Streit dar&uuml;ber, wie das Fach im Detail aussehen soll. Arbeitgeberverb&auml;nde sind f&uuml;r eine rein &ouml;konomische Ausrichtung, die ausschlie&szlig;lich aus Inhalten der Volks- und Betriebswirtschaftslehre besteht.<br>\nSoziologenverb&auml;nde und Institutionen wie die Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung sprechen sich hingegen f&uuml;r einen soziologisch-&ouml;konomischen Ansatz aus, bei dem wirtschaftliche Fragen in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext eingebettet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/lehrplan-in-baden-wuerttemberg-wirtschaft-wird-pflichtfach-1.2723540\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wir erinnern uns, in Baden-W&uuml;rttemberg regiert eine rot-gr&uuml;ne Koalition mit dem gr&uuml;nen MP Kretschmer an der Spitze und diese Regierung f&uuml;hrt nun als erste in Deutschland ein Fach f&uuml;r neoliberale Propaganda an den Schulen ein. Das ist zu polemisch? Man darf auf den Lehrplan gespannt sein. Die Schule soll junge Menschen ja dazu bef&auml;higen Informationen kritisch zu reflektieren und sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Ob die verschiedenen Wirtschaftstheorien dann wirklich differenziert dargestellt werden? Ob vielleicht auch Karl Marx darin vorkommt und vorurteilsfrei dargestellt wird? Wie wohl der Staatsstreich der Troika gegen Griechenland dort dargestellt w&uuml;rde?<\/em><br>\n<em>Die Intervention der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) gegen das, f&uuml;r den Unterricht gedachten Buches &ldquo;&Ouml;konomie und Gesellschaft &ndash; Zw&ouml;lf Bausteine f&uuml;r die schulische und au&szlig;erschulische Bildung&rdquo;,  der Bundeszentrale f&uuml;r Politische Bildung und die prompte Zensur des Innenministeriums, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28106\">l&auml;sst hinsichtlich des Inhaltes dieses Faches Schlimmes erahnen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Erst Europa, dann die Welt &ndash; Das neue deutsche Gro&szlig;machtstreben und die Medien<\/strong><br>\nVor einigen Wochen warf Die Zeit die Frage auf: &bdquo;Wer vertraut uns noch?&ldquo; Deutsche Journalisten s&auml;hen sich derzeit, so der Autor des Artikels, G&ouml;tz Hamann, einem &bdquo;Emp&ouml;rungsrausch&ldquo; ausgesetzt, etwa was die Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine und Russland angeht, aber auch bei anderen Themen. So sei jemand bei der FAZ, der sich f&uuml;r Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen hatte, als &bdquo;Sprachrohr der Polizeilobby&ldquo; tituliert worden. Eine von der Wochenzeitung in Auftrag gegebene repr&auml;sentative Umfrage kam im Mai 2014 zum Ergebnis, dass 60 Prozent der Bev&ouml;lkerung den gro&szlig;en Medien nicht mehr vertrauen.<br>\nWoher kommt der enorme Vertrauensverlust? Hamann r&auml;umt zwar zun&auml;chst ein, dass Journalisten in den vergangenen Jahren &bdquo;versagt&ldquo; und beispielsweise &bdquo;US-Regierungspropaganda&ldquo; wiedergegeben h&auml;tten, da sie, an der Seite von USA und NATO, &bdquo;mental mit in den Krieg&ldquo; gezogen seien &ndash; an der Stelle h&ouml;rt die Selbstkritik dann aber auch schon auf, und er beginnt, die Anfeindungen auf die pure Lust an der Emp&ouml;rung zu schieben. Als beispielsweise sein Kollege im Politik-Ressort, Jochen Bittner, &uuml;ber eine gewisse &bdquo;Diskussionsrunde &uuml;ber neue au&szlig;enpolitische Grunds&auml;tze&ldquo; geschrieben, seine eigene Teilnahme daran aber unterschlagen hatte, habe er damit lediglich einen &bdquo;&auml;rgerlichen Fehler&ldquo; gemacht, der dann zum Skandal hochstilisiert worden sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201511093739\/politik\/inland\/erst-europa-dann-die-welt.html\">Hintergrund<\/a>\n<p><em>Willkommens-Journalismus bis zum Abwinken<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a>&bdquo;<strong>Der Mensch neigt zum bequemen Weg&ldquo;<\/strong><br>\nIn der ersten &bdquo;Freitag&ldquo;-Ausgabe debattierten Gregor Gysi und Hans-Christian Str&ouml;bele &uuml;ber Irrt&uuml;mer, Irrwege und Kulturbr&uuml;che. Ein Wiedersehen 25 Jahre sp&auml;ter<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/der-mensch-neigt-zum-bequemen-weg\">Der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Anklage eines Justizsystems<\/strong><br>\nDas Buch &ldquo;Ohne Gnade&rdquo; von Bryan Stevenson hat im vergangenen Jahr die USA aufger&uuml;ttelt. Dem Anwalt und B&uuml;rgerrechtler war es gelungen, allein im Bundesstaat Alabama 100 Inhaftierte vor der Hinrichtung zu bewahren &ndash; und damit auch die Justiz vor Irrt&uuml;mern mit Todesfolge. Nun ist das Werk auf Deutsch erschienen.<br>\nIn etlichen US-Staaten werden geistig Behinderte und Minderj&auml;hrige nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. &Uuml;berproportional viele Schwarze werden schuldig gesprochen, &uuml;berproportional viele Menschen, die aus &auml;rmlichen Verh&auml;ltnissen kommen. Viele von ihnen zu Unrecht. Und das hat System, wie Bryan Stevenson in seinem spannend geschriebenen Sachbuch &ldquo;Ohne Gnade&rdquo; darlegt:<br>\n&ldquo;Wir haben ein Justizsystem geschaffen, in dem man besser behandelt wird, wenn man reich und schuldig ist als arm und unschuldig. Wohlstand, nicht Wahrheit liegt etlichen Urteilen zu Grunde. Deshalb werden so viele arme Menschen unschuldig verurteilt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/bryan-stevenson-ohne-gnade-anklage-eines-justizsystems.1310.de.html?dram:article_id=335122\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; Angela Merkel Traumfrau<\/strong><br>\nMerkel zeigt nicht nur Emotionen, Merkel weckt auch Emotionen. In einem sind sich die meisten Leute einig: Sie finden, dass sich Angela Merkel fundamental ver&auml;ndert hat. Die Frau, die ihr &bdquo;Wir schaffen das&ldquo; aussprach und die Fl&uuml;chtlinge aus Ungarn ins Land lie&szlig;, die auf einmal so klar und gerade in der Talkshow sitzt: Sie erkannten sie kaum wieder.<br>\nAber stimmt das? Hat sich die Kanzlerin so grundlegend ver&auml;ndert? Oder sind es eher die Umst&auml;nde, die ihre Person in neuem Licht erscheinen lassen? &bdquo;Sie werden mich so kennenlernen, wie ich bin&ldquo;, antwortete sie einmal nach einer Wahl auf die Frage, ob es eine neue Angela Merkel geben werde.<br>\nDer Schl&uuml;ssel zu einer Antwort ist ein sehr pers&ouml;nlicher Satz, der pers&ouml;nlichste im Verlauf der Fl&uuml;chtlingskrise und vielleicht ihrer ganzen Amtszeit. &bdquo;Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt noch anfangen m&uuml;ssen, uns daf&uuml;r zu entschuldigen, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land&ldquo;, sagte sie im September. &bdquo;Dann ist das nicht mehr mein Land&ldquo;: Damit deutete sie die M&ouml;glichkeit an, dass sie dem Volk ihr Vertrauen auch entziehen k&ouml;nnte.<br>\nEs war das erste Mal, dass Merkel ihr Misstrauen gegen&uuml;ber den Deutschen so offen zum Ausdruck brachte. Bislang behielt sie es lieber f&uuml;r sich, dass sie &uuml;ber entscheidende Themen ganz anders dachte als die Mehrheit des Volkes, bei dem sie &uuml;ber weite Strecken ihrer Amtszeit so popul&auml;r war. Die geringe Ver&auml;nderungsbereitschaft gerade der Westdeutschen z&auml;hlte f&uuml;r Merkel, deren Welt sich 1989 komplett ver&auml;ndert hatte, zu den pr&auml;genden Erfahrungen als Politikerin. Sie erlebt sie als Frauenministerin in der Debatte ums Abtreibungsrecht, sie war als Umweltministerin mit den Atom-&Auml;ngsten konfrontiert &ndash; und sie musste als Kanzlerkandidatin 2005 schmerzhaft lernen, dass sie mit einem radikalen Reformprogramm den sicher geglaubten Wahlsieg beinahe verspielte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/menschen-wirtschaft\/angela-merkel-verwirrt-freunde-und-feinde-gleichermassen-13899576.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein v&ouml;llig irrer Artikel des FAZ Schreibers Ralph Bollmann. Bollmann philosophiert dar&uuml;ber, ob Merkel &ldquo;dem Volk ihr Vertrauen auch entziehen k&ouml;nnte&ldquo;.  Das offenbart zugleich ein interessantes Demokratieverst&auml;ndnis des Autors. Seit wann kann ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin Merkel &ldquo;dem Volk ihr Vertrauen&rdquo; entziehen? Bisher galt f&uuml;r eine Demokratie, dass der einzige Souver&auml;n das Volk ist, das der Regierung die n&ouml;tige Legitimit&auml;t gibt. In der repr&auml;sentativen Demokratie &uuml;ber die gew&auml;hlten Volksvertreter des Parlamentes. Oder ist das in der merkelschen, marktkonformen Demokratie anders? F&uuml;r Bollmann ist Merkel die Traumfrau oder Traumherrscherin, da sie endlich &bdquo;ihr Misstrauen gegen&uuml;ber den Deutschen so offen zum Ausdruck&ldquo; bringt.  Dass die Mehrheit der B&uuml;rger dieses Landes Merkel v&ouml;llig egal ist, konnte man eigentlich schon immer wissen. Bollmann liefert hier eine durchaus richtige Einsch&auml;tzung, in er dem dieses Verhalten aus der DDR-Herkunft Merkels ableitet, durch die sie distanziert von au&szlig;en auf das Land blickt. Vor dem Hintergrund der Fl&uuml;chtlingskrise wird dies nun deutlich sichtbar. F&uuml;r neoliberale Apologeten wie Bollmann ein Grund zur Freude, hat doch Merkel bisher angeblich zu viel R&uuml;cksicht auf die Interessen des Volkes genommen und die neoliberale Agenda nicht konsequent genug umgesetzt. War Griechenland also nur die Generalprobe f&uuml;r die versch&auml;rfte Durchsetzung der neoliberalen Agenda auch in Deutschland?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AM\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-28598","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28598","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=28598"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28598\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28613,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/28598\/revisions\/28613"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=28598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=28598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=28598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}