{"id":286,"date":"2005-03-04T16:48:09","date_gmt":"2005-03-04T15:48:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=286"},"modified":"2016-03-18T11:32:34","modified_gmt":"2016-03-18T10:32:34","slug":"die-undercover-arbeit-der-privatvorsorge-lobby","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=286","title":{"rendered":"Die Undercover-Arbeit der Privatvorsorge Lobby"},"content":{"rendered":"<p>Letzthin meinte einer unserer Leser, wir s&auml;hen den SPIEGEL zu kritisch. Das geht gar nicht. Mit einem neuen Beispiel der Irref&uuml;hrung durch Nichtinformation m&ouml;chte ich Sie bekannt machen: SPIEGEL ONLINE berichtet unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,344570,00.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,344570,00.html\">&bdquo;Altersvorsorge &ndash; Deutsche verpassen zu sparen&ldquo;<\/a>, das Deutsche Institut f&uuml;r Altersvorsorge (DIA) habe eine Studie bei dem Forschungsinstitut Empirica in Auftrag gegeben. Diese zeige, dass die Deutschen zu wenig sparen, jedenfalls reiche die Spar-Summe f&uuml;r die Erhaltung des jetzigen Lebensstandards nicht aus. Auch die Riester-Rente werde zu wenig genutzt. Deshalb schlage das Deutsche Institut f&uuml;r Altersvorsorge Alarm: Viele Erwerbst&auml;tige werden mehr sparen oder deutlich l&auml;nger arbeiten m&uuml;ssen, wenn sie ihren Lebensstandard im Alter erhalten wollen. &rdquo;<br>\nDer Beitrag m&uuml;ndet zwangsl&auml;ufig in der nicht formulierten Empfehlung: Jetzt hilft nur noch Privatvorsorge. &ndash; Die Autoren verschweigen wesentliche Informationen zur Einordnung dieser sachlich daherkommenden Story.<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li>Dass das DIA eine Tochter der Deutschen Bank und ihrer Unterorganisationen im Banken- und Versicherungsbereich ist. Lt. Homepage:<br>\n<blockquote><p>Gesellschafter des Instituts sind die Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Bauspar AG, DWS Investment GmbH und Deutscher Herold Lebensversicherung AG, Kooperationspartner ist die Deutsche Bank 24 AG. &ndash; Das DIA arbeitet vollkommen unabh&auml;ngig von den Marketing- und Verkaufsaktivit&auml;ten seiner Gesellschafter.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der letzte Satz beeindruckt uns sehr.<\/p><\/li>\n<li>Dass der Privatvorsorge-Lobbyist Meinhard Miegel im Wissenschaftlichen Beirat dieses Instituts sitzt.<\/li>\n<li>Dass der B&uuml;roleiter des SPIEGEL in Berlin, Gabor Steingart, eng mit dem Chef der Forschungsabteilung der Deutschen Bank, Norbert Walter verbunden ist. Viele Materialien im Buch des SPIEGEL-Manns &bdquo;Der Abstieg eines Superstars&ldquo; stammen erkennbar aus dieser Quelle. Ihm gilt auch ein besonderer Dank im Buch von Gabor Steingart.<\/li>\n<li>Dass der Chef von Empirica Sprecher des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung ist. Der Managerkreis macht seit l&auml;ngerem in sozialdemokratischen Kreisen Stimmung f&uuml;r neoliberale Positionen.<\/li>\n<\/ol><p>Das h&auml;tten wir eigentlich auch gerne alles von den Schreibern von SPIEGEL ONLINE gewusst. Dann k&ouml;nnten wir ihre Meldung besser einordnen. So ist es ein St&uuml;ck, das wegen Weglassens wichtige Informationen in unsere Rubrik &bdquo;Manipulation des Monats&ldquo; geh&ouml;rt. Es zeigt, wie die Lobby bei uns arbeitet und wie eng sie mit Publizistik und Forschung verbunden ist. <\/p><p>Hier noch Zitate aus dem SPIEGEL ONLINE Bericht: <\/p><blockquote><p>Bislang galten die Deutschen als Sparweltmeister. Doch das hat sich entweder ge&auml;ndert oder es reichte nie. &hellip; Das Forschungsinstitut Empirica kam in seiner im Auftrag des DIA erstellten Studie zu dem Ergebnis, dass nur rund ein Viertel der 30 bis 49-J&auml;hrigen f&uuml;r eine private oder betriebliche Altersvorsorge spart. Selbst wenn man die Sparquote der Haushalte in Rechnung stellt, reiche die Summe f&uuml;r die Erhaltung des jetzigen Lebensstandards nicht aus, erkl&auml;rten die Renten-Forscher. Die &ldquo;Babyboomer&rdquo; m&uuml;ssten schon seit Jahren rund sechs Prozent ihres Bruttoeinkommens f&uuml;r das Alter zur&uuml;cklegen, um die k&uuml;nftig niedrigeren Nettorenten ausgleichen zu k&ouml;nnen. &hellip;.<br>\nNach dem in einer repr&auml;sentativen Umfrage erstellten Rentenbarometer haben nur 19 Prozent einen f&ouml;rderf&auml;higen Altersvorsorge-Vertrag abgeschlossen. Die konstante Verweigerungsrate von 73 Prozent sei ern&uuml;chternd, sagten die Experten des DIA. Als Grund gab die gro&szlig;e Mehrheit der Befragten an, die Riester-Rente sei zu kompliziert. 20 Prozent meinten, es gebe bessere M&ouml;glichkeiten. Ebenso viele gaben an, sie h&auml;tten schon ausreichend vorgesorgt. 13 Prozent nannten finanzielle Gr&uuml;nde (&hellip;)&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Weitere Betr&auml;ge zur privaten Altersvorsorge:<\/p><ul>\n<li><a href=\"?p=432\">Eintrag vom 06.01.2005<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=453\">Eintrag vom 27.01.2005<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/geld\/geldanlage\/0,2828,335613,00.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.manager-magazin.de\/geld\/geldanlage\/0,2828,335613,00.html\">Manager-Magazin<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzthin meinte einer unserer Leser, wir s&auml;hen den SPIEGEL zu kritisch. Das geht gar nicht. 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