{"id":2860,"date":"2007-12-21T16:59:11","date_gmt":"2007-12-21T15:59:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2860"},"modified":"2015-12-03T11:26:38","modified_gmt":"2015-12-03T10:26:38","slug":"wir-wuenschen-allen-unseren-leserinnen-und-lesern-ein-froehliches-weihnachtsfest-und-ein-gutes-gesundes-und-glueckliches-neues-jahr-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2860","title":{"rendered":"Wir w\u00fcnschen allen unseren Leserinnen und Lesern ein fr\u00f6hliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und gl\u00fcckliches Neues Jahr!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe Leserin, lieber Leser der NachDenkSeiten,<\/strong><\/p><p>2007 sei &bdquo;kein Jahr der Information&ldquo; gewesen, so begr&uuml;ndete der ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut im &bdquo;Spiegel&ldquo; unter anderem den R&uuml;ckgang der Zuschauerquote bei den &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehsendern. F&uuml;r die NachDenkSeiten war es offenbar ein Jahr mit vielen Informationen, denn wir haben die Zahl unserer t&auml;glichen Besucherinnen und Besucher seit unserem letzten Neujahrsgru&szlig; verdoppelt. Vielleicht gab es im zur&uuml;ckliegenden Jahr keine spektakul&auml;ren Ereignissen wie Neuwahlen oder Skandale, und bei einer Gro&szlig;en Koalition mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit werden viele Streitfragen hinter verschlossenen T&uuml;ren ausgetragen; auch ist die Opposition personell und von den Arbeitskapazit&auml;ten her zu schwach, um Kontroversen in die &Ouml;ffentlichkeit zu tragen. Zudem interessieren sich die Medien ohnehin mehr f&uuml;r diejenigen, die an der Macht sind. Das ist vermutlich der Grund f&uuml;r das Desinteresse an dieser Art von Medien.<br>\n<!--more--><br>\nNun wollen wir uns gewiss nicht mit den gro&szlig;en Fernsehsendern vergleichen, doch wir von den NachDenkSeiten hatten im vergangenen Jahr &ndash; fast m&uuml;sste man sagen: leider &ndash; mehr Stoff, als wir bearbeiten konnten. Bei allen Unzul&auml;nglichkeiten w&uuml;nschen wir uns, dass wir Ihnen auch im Laufe dieses Jahres ein hilfreicher kritischer Begleiter der t&auml;glichen Ereignisse waren. <\/p><p>Einer unserer ersten Beitr&auml;ge zu Beginn des Jahres hatte die &Uuml;berschrift: &bdquo;Die Reformen greifen! Aber wo greifen sie hin?&ldquo;. Wir haben dort aufgelistet, wie von der Mehrwertsteuererh&ouml;hung angefangen &uuml;ber die Senkung der Pendlerpauschale bis hin zur Kappung der Feiertags- und Nachtzuschl&auml;ge oder die Besteuerung der Rente ganz &uuml;berwiegend nur die Taschen der Normal- und Geringverdiener belastetet werden.<br>\nDie Spaltung der Gesellschaft in arm und reich war auch in diesem Jahr wieder eines unserer Hauptthemen. Diese Kluft hat zugenommen. Die Hauptleidtragenden sind die vielen Kinder, die in Armut leben m&uuml;ssen und aus dieser, so wie die Verh&auml;ltnisse zurzeit sind, ihr Leben lang kaum mehr herauskommen.<br>\nEine unserer Leserinnen hat uns im Mitgef&uuml;hl f&uuml;r das Weihnachtsfest von Kindern von Hartz IV-Empf&auml;ngern ein Gedicht von Erich K&auml;stner aus dem Jahre 1928 zukommen lassen, das leider an Aktualit&auml;t nichts verloren hat. Wir wollen Ihnen dieses Fundst&uuml;ck nicht vorenthalten:<\/p><p><strong>Weihnachtslied <\/strong><br>\n<em>Chemisch gereinigt<\/em><\/p><p>Morgen, Kinder, wird&rsquo;s nichts geben!<br>\nNur wer hat, kriegt noch geschenkt.<br>\nMutter schenkte Euch das Leben.<br>\nDas gen&uuml;gt, wenn man&rsquo;s bedenkt.<br>\nEinmal kommt auch Eure Zeit.<br>\nMorgen ist&rsquo;s noch nicht so weit. <\/p><p>Doch ihr d&uuml;rft nicht traurig werden.<br>\nReiche haben Armut gern.<br>\nG&auml;nsebraten macht Beschwerden.<br>\nPuppen sind nicht mehr modern.<br>\nMorgen kommt der Weihnachtsmann.<br>\nAllerdings nur nebenan. <\/p><p>Lauft ein bi&szlig;chen durch die Stra&szlig;en!<br>\nDort gibt&rsquo;s Weihnachtsfest genug.<br>\nChristentum, vom Turm geblasen,<br>\nMacht die kleinsten Kinder klug.<br>\nKopf gut sch&uuml;tteln vor Gebrauch!<br>\nOhne Christbaum geht es auch. <\/p><p>Tannengr&uuml;n mit Osrambirnen &ndash;<br>\nLernt drauf pfeifen! Werdet stolz!<br>\nRei&szlig;t die Bretter von den Stirnen,<br>\nDenn im Ofen fehlt&rsquo;s an Holz!<br>\nStille Nacht und heil&rsquo;ge Nacht &ndash;<br>\nWeint, wenn&rsquo;s geht, nicht! Sondern lacht! <\/p><p>Morgen, Kinder, wird&rsquo;s nichts geben!<br>\nWer nichts kriegt, der kriegt Geduld!<br>\nMorgen, Kinder, lernt f&uuml;r&rsquo;s Leben!<br>\nGott ist nicht allein dran schuld.<br>\nGottes G&uuml;te reicht so weit . . . .<br>\nAch, du liebe Weihnachtszeit! <\/p><p>Richtig: Gott, die Globalisierung oder die demografische Entwicklung sind nicht dran schuld, wir alle sind aufgefordert, die Verh&auml;ltnisse zu &auml;ndern und zu verbessern.<\/p><p>Ein Blick in die Zeitungen oder auf die Fernsehnachrichten belehrt uns allerdings, dass gerade in der letzten Zeit die F&uuml;rsprecher des &bdquo;Weiter so!&ldquo; &ndash; nehmen wir dazu nur das Interview des ehemaligen Superministers Clement in der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/artikel\/432\/149075\/\">S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/a> als Beispiel &ndash; besonders renitent auftreten. Aber darin kann man auch ein hoffnungsvolles Zeichen sehen, Clement ist weg und kaum einer im Lande bedauert das. Es ist einsam um ihn geworden.<\/p><p>Wenn wir die Vielzahl der t&auml;glich eingehenden Mails lesen, wenn wir Vortr&auml;ge oder Lesungen halten und auf ein hochinteressiertes Publikum treffen, wenn wir die vielen Aufforderungen sehen, &ouml;rtliche NachDenkSeiten-Gespr&auml;chskreise zu bilden, wenn wir die zunehmende Zahl der B&uuml;rgerbewegungen gegen den Ausverkauf von Gemeineigentum feststellen, so haben wir den Eindruck, es gibt eine sich verst&auml;rkende Grundstr&ouml;mung, die sich gegen den vorherrschenden Meinungsstrom aufstaut. Der Mindestlohn f&uuml;r die Briefzusteller ging durch den Bundesrat, selbst der Bundespr&auml;sident und die Kanzlerin kommen nicht mehr umhin, die Obsz&ouml;nit&auml;t der Managergeh&auml;lter anzuprangern, das Image eines der wichtigsten Souffleure der Macht, der Bertelsmann Stiftung, ist angekratzt. Das sind nur einige Beispiele daf&uuml;r, dass die Stimmung in der Bev&ouml;lkerung von den Politikern nicht mehr v&ouml;llig &uuml;bergangen werden kann. <\/p><p>Aber machen wir uns nichts vor, auch eine noch so dick aufgetragene Kosmetik macht das darunter liegende wahre Gesicht der nach wie vor herrschenden sog. Reformpolitik nicht weniger h&auml;sslich. Eine Umfrage des konservativen <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~E4EE70479C0CE4186B0910CB9066C76D2~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Allensbach-Instituts<\/a> zeigt das ziemlich realistische Bild hinter der T&uuml;nche. Zwei Drittel der Menschen meinen, dass der sog. Aufschwung an ihnen vorbeigeht, noch viele mehr bef&uuml;rchten weitere Leistungsk&uuml;rzungen, und gerade mal ein Drittel der ostdeutschen Arbeitnehmer halten ihren Arbeitsplatz f&uuml;r sicher. Die H&auml;lfte der befragten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger vertreten die Auffassung, dass die soziale Hierarchie in Deutschland zementiert und sozialer Aufstieg auch bei gro&szlig;er Anstrengung nicht m&ouml;glich ist.<\/p><p>Wer fast 5 Jahre nach Ausrufung der Agenda 2010 immer noch behauptet, diese Art von Reformpolitik habe nur ein Vermittlungsproblem, hat ein Problem mit der Wahrnehmung der Wirklichkeit &ndash; und das ist wohl das Problem der &uuml;berwiegenden Mehrheit in Politik und Medien.<\/p><p>Es bleibt also noch viel zu tun, um der Wahrnehmung der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung &ouml;ffentlichen und politischen Ausdruck zu verleihen, um eine Umkehr vom politischen Holzweg zu erreichen. Die NachDenkSeiten wollen dabei nach Kr&auml;ften mitwirken. Das geht nicht ohne Ihr Engagement und Ihre Unterst&uuml;tzung. Alle unsere Leserinnen und Leser sollen wissen, dass wir t&auml;glich von ganz vielen engagierten Menschen Hilfe, Hinweise, Argumente, Informationen und Ratschl&auml;ge bekommen. Daf&uuml;r danken wir allen, die mitmachen, auch im Namen unserer Besucherinnen und Besucher ganz herzlich. <\/p><p>Sie und nur Sie, liebe Leserin und lieber Leser, haben mit ihren Empfehlungen daf&uuml;r gesorgt, dass wir unseren Leserkreis verdoppeln konnten.<\/p><p>Ganz besonders bedanken m&ouml;chten wir uns bei allen, die uns durch ihre Spende oder ein F&ouml;rderabo finanziell unterst&uuml;tzt haben. Wir Herausgeber m&uuml;ssten mindestens eine Woche Sendepause machen, wenn wir uns bei Ihnen allen pers&ouml;nlich bedanken wollten. Sehen Sie uns bitte die Verletzung dieser Dankespflicht nach und nehmen Sie unsere t&auml;gliche Arbeit als kleinen Dank daf&uuml;r an.<\/p><p>Am 30. November haben wir Ihnen sechs Projekte vorgestellt, mit denen wir nicht nur die NachDenkSeiten als kritische Informationsquelle st&auml;rken und unseren Service f&uuml;r unsere Leserinnen und Leser verbessern wollen, sondern das inzwischen gewachsene Netzwerk alternativer Meinungen gegen eine zunehmende Meinungsmache festigen und ausbauen m&ouml;chten.<br>\nWir haben Sie daf&uuml;r herzlich um Ihre Unterst&uuml;tzung gebeten. Vielleicht rufen Sie <a href=\"?p=2802\">diesen Beitrag<\/a> &uuml;ber die Festtage noch einmal auf und lassen sich ihn noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen. <strong>Die NachDenkSeiten brauchen Sie!<\/strong><\/p><p>Und noch einen gro&szlig;en Wunsch haben wir an Sie f&uuml;r das Neue Jahr: Lassen Sie sich nicht klein kriegen und lassen Sie nicht nach, Ihre Meinung offensiv zu vertreten, besuchen Sie weiter die NachDenkSeiten und helfen Sie weiter mit, die Meinungsvielfalt zu st&auml;rken, damit sich durch eine aufgekl&auml;rte Gegen&ouml;ffentlichkeit die Qualit&auml;t der &ouml;ffentlichen Debatte und damit letztlich auch die Qualit&auml;t der politischen Entscheidungen erh&ouml;ht.<\/p><p>In dieser Hoffnung w&uuml;nschen wir Ihnen pers&ouml;nlich und Ihren Familien ein nachdenkliches und doch fr&ouml;hliches Weihnachtsfest, ein wenig Erholung zwischen den Jahren und ein gl&uuml;ckliches, gesundes und gutes Neues Jahr.<\/p><p>Mit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIhr Wolfgang Lieb, Ihr Albrecht M&uuml;ller,<br>\nIhr Webmaster Lars Bauer &ndash; <a href=\"http:\/\/www.medienpalast.de\">www.medienpalast.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Liebe Leserin, lieber Leser der NachDenkSeiten,<\/strong><\/p>\n<p>2007 sei &bdquo;kein Jahr der Information&ldquo; gewesen, so begr&uuml;ndete der ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut im &bdquo;Spiegel&ldquo; unter anderem den R&uuml;ckgang der Zuschauerquote bei den &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehsendern. 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