{"id":2869,"date":"2008-01-04T09:21:50","date_gmt":"2008-01-04T08:21:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2869"},"modified":"2008-01-04T09:21:51","modified_gmt":"2008-01-04T08:21:51","slug":"hinweise-des-tages-556","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2869","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=2869&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Dezember 2007 jahreszeitlich bedingt gestiegen<\/strong><br>\nDie Zahl der Arbeitslosen hat sich im Dezember um 28.000 auf 3.406.000 erh&ouml;ht (West: +6.000 auf 2.231.000; Ost +22.000 auf 1.176.000). Der Anstieg war deutlich geringer als im Durchschnitt der letzten drei Jahre (+98.000), aber etwas st&auml;rker als im Dezember 2006 (+13.000). Saisonbereinigt errechnet sich erneut eine kr&auml;ftige Abnahme der Arbeitslosigkeit von 78.000. Der Trend der vergangenen Monate setzt sich damit sogar noch verst&auml;rkt fort.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/nn_27030\/zentraler-Content\/Pressemeldungen\/2008\/Presse-08-001.html\">Bundesagentur f&uuml;r Arbeit<\/a>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"upload\/pdf\/080104_Hinweis.pdf\">&bdquo;Bremer Instituts f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ)&ldquo; [PDF &ndash; 280 KB]<\/a>:<br>\n3,406 Millionen registrierte Arbeitslose; 5,927 Millionen &bdquo;Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger\/ innen&ldquo; (Alg und Alg II), darunter 2,971 Millionen (50,1%) registrierte Arbeitslose. Erstmals seit Inkrafttreten von &bdquo;Hartz IV&ldquo;: Ver&auml;nderung gegen&uuml;ber Vorjahresmonat bei den arbeitslosen Frauen (-15,7%) besser als bei den arbeitslosen M&auml;nnern (-14,7%).<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wie das wirtschaftliche Wachstum schw&auml;cht sich offenbar auch der Zuwachs an Arbeitspl&auml;tzen ab. Bei allem Jubel sollte nicht vergessen werden, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei den Arbeitslosikeitsraten nach wie vor auf den hinteren Pl&auml;tzen liegt. Gut die H&auml;lfte des R&uuml;ckgangs der Arbeitslosigkeit entf&auml;llt auf Zeitvertr&auml;gen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Tendenz zum Zweitjob steigt<\/strong><br>\nNur knapp die H&auml;lfte des Besch&auml;ftigungszuwachses 2007 sei auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, sagt Wilhelm Adamy vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Viele neue Jobs entst&uuml;nden als so genannte Minijobs. &bdquo;Auf 100 sozialversicherte Besch&auml;ftigte kommen bereits 20 mit einem Minijob&ldquo;. Auch die Teilzeitstellen seien &uuml;berproportional angestiegen, ebenso wie Leiharbeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/jobs\/arbeitsmarkt\/arbeitsmarkt_aid_231986.html\">Focus Online<\/a><\/p>\n<p><em>Weiter:<\/em><\/p>\n<p><strong>Die versteckten Arbeitslosen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/jobs\/arbeitsmarkt\/arbeitslosigkeit\/tid-8427\/arbeitslosenzahlen_aid_231417.html\">Focus Online<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Wirtschaftsminister Glos: Reformpolitik zahlt sich aus<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Navigation\/Presse\/pressemitteilungen,did=230200,render=renderPrint.html\">BMWi<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dass die Regierungspartei die Arbeitsmarktstatistik 2007 sch&ouml;nreden und als ihren Erfolg verbuchen m&ouml;chte, geh&ouml;rt zum politischen Alltag. Dass der Gro&szlig;teil der Medien das ungefiltert &uuml;bernimmt, ist ein Trauerspiel journalistischer Mittelm&auml;&szlig;igkeit  oder verbohrter Ideologie.<br>\nEs geht nicht um M&auml;keln, sondern  um klaren Widerspruch. Der Aufschwung ist nicht angekommen: Die reale Massenkaufkraft  ist zur&uuml;ckgegangen und die Entwicklung am Arbeitsmarkt steht auf  einem prek&auml;ren Fundament. Und damit das klar ist, da mag der Bundeswirtschaftsminister auf die &ldquo;g&uuml;nstige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen&rdquo; verweisen,  selbst Frank-J&uuml;rgen Weise, der Chef der BA, hat den R&uuml;ckgang der Arbeitslosenzahlen vor allem konjunkturell geortet.<\/em><\/p>\n<p>Wenn dem so ist,  so kann doch vom einem nachlassenden Wirtschaftswachstum kaum auf eine Verbesserung der Arbeitsmarktsituation geschlossen werden. Bei nachlassender Konjunktur wird die aufgebl&auml;hte Arbeitsmarktstatistik platzen, da als erstes die prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse betroffen sein werden, also die geringf&uuml;gig bezahlten Arbeitsverh&auml;ltnisse und die unsicheren Leiharbeitsverh&auml;lnisse (in der Sprache der BA Arbeitnehmer&uuml;berlassung).<br>\n<a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/meinung\/714268.html?_=print\">Matthias Loke von der Berliner Zeitung<\/a> etwa wie auch manch anderer Journalist  kann doch nicht einfach &ldquo;Billig-Jobs und Stellen in Zeitarbeitsfirmen&rdquo; leugnen, sondern  mu&szlig;  die  Rede vom Anstieg der sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigten durch die Politik auf den  Boden der Tatsachen zur&uuml;ckholen. Zur Zeit &uuml;ben &uuml;ber 2  Mio. sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte zus&auml;tzlich einen geringf&uuml;gig entlohnten Nebenjob aus und &uuml;ber 1,3 Mio. geringf&uuml;gig bezahlte Besch&auml;ftigte m&uuml;ssen Hartz IV-Leistungen in Anspruch nehmen, um auf ein existenzsicherndes Einkommen zu kommen. Wie sollen von solchen Jobs Impulse ausgehen, die die nachlassende Exportperformance der deutschen Volkswirtschaft in 2008 durch  Konsum zu kompensiere k&ouml;nnen. Dies war in der Vergangenheit nicht der Fall und wird bei nachlassender Konjunktur in weit h&ouml;herem Ma&szlig;e  unwahrscheinlich.<\/p><\/li>\n<li><strong>Beim Verm&ouml;gen tr&uuml;gt der Schein<\/strong><br>\nDie Deutschen sind so wohlhabend wie noch nie, jubeln die &Ouml;konomen der Dresdner Bank in einer neuen, gestern ver&ouml;ffentlichten Studie. Konkret hei&szlig;t das: Zwar besitzt jeder Deutsche im Schnitt 58 000 Euro abz&uuml;glich Schulden. Doch weit mehr als die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung hat deutlich weniger Geld, einige wenige Menschen besitzen daf&uuml;r weit mehr als diese Summe. Der Schluss liegt nahe, dass es im wesentlichen auch die gut Betuchten sind, die f&uuml;r den Anstieg der Sparquote verantwortlich sind. Viele B&uuml;rger d&uuml;rften schon froh sein, wenn sie mit ihrem Einkommen &uuml;ber die Runden kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/714296.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Immer wieder dieselbe Irref&uuml;hrung. Die Durchschnittszahlen sind ohne jeden realen Aussagewert &uuml;ber die tats&auml;chliche Verteilung des Geldverm&ouml;gens.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2416\">&ldquo;Bundesbank: Die Deutschen sind im Durchschnitt reicher geworden&rdquo;<\/a> auf den NachDenkSeiten<\/p><\/li>\n<li><strong>Prof. Wolfgang Franz: &bdquo;Rat zur Bescheidenheit&ldquo;<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsweise Wolfgang Franz warnt die Tarifpartner vor zu hohen Lohnsteigerungen. &ldquo;Wir m&uuml;ssen diese moderate Tariflohnpolitik der vergangenen Jahre fortsetzen&rdquo;, sagte der Leiter des Mannheimer Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung. Nur so k&ouml;nnten weitere Arbeitspl&auml;tze in Deutschland entstehen<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/718181\/\">Deutschlandradio( Text)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2008\/01\/02\/dlf_20080102_1236_546e1984.mp3\">Deutschlandradio (Podcast)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen Martin Betzwieser:<\/strong> Werden gewerkschaftsnahe Forschungsinstitute immer als solche genannt, fehlen entsprechende Hinweise fast immer bei arbeitgebernahen und arbeitgeberfinanzierten Instituten. Auch bei Franz kommt das Deutschlandradio seiner Informationspflicht nicht nach. Professor Franz ist Pr&auml;sident und wissenschaftlicher Direktor des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW). Seine Aussagen zu Mindestlohn, Unternehmenssteuerreform und Renteneintrittsalter 67 lassen sich besser zuordnen, wenn wir einen Blick hinter die Kulissen des ZEW werfen:<\/em><\/p>\n<p>Das ZEW hat einen F&ouml;rderkreis. Diesem geh&ouml;ren diverse Gro&szlig;unternehmen an, deren Interessen zur Lohngestaltung hier Einfluss finden d&uuml;rften. Die zahlreichen Versicherungs- und Finanzdienstleiser werden wohl am Renteneintrittsalter 67 und den Folgen verdienen. Bei den Mitgliedern des ZEW-Aufsichtsrates f&auml;llt sofort Axel B&ouml;rsch-Supan, Versicherungsvertreter mit Professorentitel aus der Nachbarschaft, auf. Und im wissenschaftlichen Beirat sind u.A. Arbeitgeberpr&auml;sident Dieter Hundt und Beatrice Weder di Mauro, ebenfalls Versicherungsvertreterin (ERGO-Versicherungen, neuerdings INSM) mit Professorentitel, zu funden. Wer beim ZEW die Auftragsgutachten diktiert, d&uuml;rfte klar sein.<br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.zew.de\/de\/daszew\/foerderkreismitglieder.php3\">ZEW-F&ouml;rderkreis<\/a><br>\nQuelle 4: <a href=\"http:\/\/www.zew.de\/de\/daszew\/organe.php3\">ZEW-Aufsichtsrat<\/a><br>\nQuelle 5: <a href=\"http:\/\/www.zew.de\/de\/daszew\/wissenschaftlicherbeirat.php3\">Wissenschaftlicher Beirat des ZEW<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Viel Flei&szlig; &ndash; kein Preis<\/strong><br>\nDas Szenario ist so alt wie der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit: Gewerkschafter fordern mehr Lohn, Wirtschaftslobbyisten stimmen darauf ein gro&szlig;es Geschrei an, da&szlig; der Aufschwung und die Arbeitspl&auml;tze gef&auml;hrdet seien. Dann kommen scheinbar unabh&auml;ngige &Ouml;konomen, nehmen Partei f&uuml;r die Unternehmerseite, und alles geht seinen Gang. Der &raquo;deutsche Arbeitnehmer&laquo; wird inzwischen wieder als motiviert, flei&szlig;ig und bescheiden gelobt. Und w&auml;hrend die Unternehmensgewinne in den vergangenen Jahren explodierten, stagnierten die Reall&ouml;hne der Besch&auml;ftigten oder gingen gar zur&uuml;ck. Das l&auml;&szlig;t die Binnenkonjunktur seit Jahren vor sich hin d&uuml;mpeln, die Exporte hingegen boomten. Auch 2007 verkaufte die BRD mehr G&uuml;ter ans Ausland als jeder andere Staat.<br>\nDeutschland gilt derzeit als wettbewerbsf&auml;higster Standort Europas und die Nummer zwei in der Welt. Nur in China gebe es noch bessere Bedingungen f&uuml;r die Wirtschaft, verk&uuml;ndete am Mittwoch das D&uuml;sseldorfer Handelsblatt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/01-03\/067.php\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Robert Misik: Besser grob richtig als exakt falsch<\/strong><br>\nHinter jeder Theorie steht ein Menschenbild. Im Grunde kann man jede Theorie &ndash; &ouml;konomisch, politisch &ndash; danach unterscheiden, ob sie den Menschen von Grund auf als gut, aber durch gesellschaftliche Mechanismen besch&auml;digt ansieht, oder von im Grund auf schlecht und von gesellschaftlichen Regulativen gez&auml;hmt. Dies sind die groben Dichotomien, dazwischen gibt es hunderte Spielarten. Auf die neoliberale &Ouml;konomie umgelegt: Die Menschen sind von Natur aus auf ihren materiellen Eigennutz aus. Aber dieses Streben f&uuml;hre auf mirakul&ouml;se Weise zum Wohlergehen aller, w&auml;hrend die Beschr&auml;nkung dieses Triebs negative Folgen f&uuml;r alle habe. Im Grunde seien die Menschen in allen Handlungen auf Nutzenmaximierung aus, vor allem aber im Marktgeschehen: da seien sie Homo oeconomicus, also rein materiell orientiert.\n<p>Eine solche Sicht hat nat&uuml;rlich eine spezifische Attraktion in der &Ouml;konomie. Diese materielle Orientierung l&auml;sst sich vergleichsweise leicht in Formeln gie&szlig;en, w&uuml;rde dagegen anerkannt, dass Altruismus, Mitgef&uuml;hl, Verantwortung f&uuml;r andere oder &auml;hnliche ethische Kategorien ins Kalk&uuml;l hineinspielen, g&auml;bs bald keine Kurven und keine Mathematik mehr in der Wirtschaftswissenschaft. Auch die Vorstellung, dass der Markt automatisch f&uuml;r &ldquo;Gleichgewicht&rdquo; sorge, ist bet&ouml;rend: Das klingt nach Harmonie, und Harmonie ist ja was Sch&ouml;nes.<\/p>\n<p>Die Sch&ouml;nheit dieses Konstrukts hat etwas Bet&ouml;rendes, und dies erkl&auml;rt auch den Erfolg der Laisser-faire-Doktrin. Keynes dagegen wusste, dass die reale Welt nicht exakt ist, und hielt seine Theorie vage, weil er auch wusste, dass Gef&uuml;hle, Massenhysterien und Herdentrieb ins Wirtschaftsleben hineinspielen. Deswegen vertrat er die Ansicht, es sei besser, grob richtig zu liegen als exakt falsch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=ku&amp;dig=2008%2F01%2F03%2Fa0098&amp;src=GI&amp;cHash=832b73f728&amp;type=98\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Neue Schubladen braucht das Land<\/strong><br>\nDeutschlands Vordenker h&auml;ngen daran, dass man entweder &ouml;konomisch vern&uuml;nftig ist oder sozial, liberal oder antiliberal, marktvertrauend oder staatsgl&auml;ubig. Dabei wirken solche Muster anno 2008 v&ouml;llig &uuml;berholt.<br>\nDer Befund zum Jahresstart scheint klar. Bis vor Kurzem waren die Deutschen &ouml;konomisch unheimlich vern&uuml;nftig, haben reformiert und daf&uuml;r den tollen Aufschwung bekommen. Vorbei. Jetzt geht es wieder nur ums Soziale &ndash; und die &ouml;konomische Vernunft ist dahin. Wegen Mindestl&ouml;hnen, Arbeitslosengeld und sonstigem Sozialquatsch.<br>\nSo liest sich, was Deutschlands Gro&szlig;denker in den vergangenen Tagen vor sich hin geschrieben haben. Ganz beseelt. Ganz einfach. Doch es k&ouml;nnte sein, dass die reflexartig aktivierten Schablonen von guter &Ouml;konomie und b&ouml;sem Sozialeifer selten so realit&auml;tsfern waren wie zu Beginn dieses Jahres 2008. Damit lassen sich weder die akuten Finanzmarktturbulenzen beheben noch Antworten darauf geben, ob Mindestl&ouml;hne per se schlecht sind oder nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/299045.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Stillstand auf dem deutschen Automarkt<\/strong><br>\nAuf dem deutschen Automarkt hat sich im vergangenen Jahr noch weniger bewegt, als die Branche ohnehin bef&uuml;rchtet hatte. &bdquo;Im Gesamtjahr 2007 lag der Absatz auf dem deutschen Markt bei 3,15 Millionen Pkw und damit neun Prozent unter dem Vorjahr&ldquo;, teilte der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/;art271,2449479?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Bis heute wird aber immer noch behauptet, die Mehrwertsteuer belaste die Binnennachfrage nicht und schon immer wird so getan als k&ouml;nne mit dem Export die stagnierende Binnennachfrage ausgeglichen werden. Dass von der internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit aber vor allem die Unternehmen profitieren und dass die Exportsteigerungen auf die Knochen und den Geldbeutel der Mitarbeiter gehen, bleibt unerw&auml;hnt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ungeachtet ihrer Herkunft<\/strong><br>\nZwei Jugendliche schlagen einen 51 Jahre alten Mann in der U-Bahn brutal zusammen, weil er sie bittet, keine Feuerwerksk&ouml;rper mehr auf dem Bahnsteig zu z&uuml;nden. Eine junge Mutter und ihre Tochter hatten sich davon bedroht gef&uuml;hlt.<br>\nDieser Vorfall aus der Silvesternacht in einem gutb&uuml;rgerlichen Viertel von Berlin-Sch&ouml;neberg scheint auf den ersten Blick ein weiterer Beleg f&uuml;r die Brutalit&auml;t zu sein, denen sich Fahrg&auml;ste im &ouml;ffentlichen Nahverkehr dieser Tage ausgesetzt sehen. Aber nur auf den ersten Blick: Denn in diesem Fall ist das Opfer ein 51 Jahre alter Mann aus Ghana, die T&auml;ter zwei angetrunkene Deutsche aus Berlin. Hebt nun aber eine Debatte an, was los ist mit der deutschen Jugend? Diskutieren Politiker bis hinauf in die Bundesebene &uuml;ber diesen feigen &Uuml;berfall? Sorgt sich das auflagenst&auml;rkste Boulevardblatt um das Wohl des mutigen Ghanaers?<br>\nSchade eigentlich. Denn der Vorfall aus Berlin-Sch&ouml;neberg belegt eindrucksvoll, wie Politiker wie Roland Koch oder die CSU-Generalsekret&auml;rin Christine Haderthauer einzig auf den Wahlkampf schielen, wenn sie die Gewalt in deutschen S- und U-Bahnen auf Fragen von Migration und Ausl&auml;nderrecht verengen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/?em_cnt=1266005&amp;sid=dfa1561a6eaf806d86a9ae4f0a3f7d51\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Wahrheit der Statistik<\/strong><br>\nJunge Leute begehen weniger Straftaten \/ Ausl&auml;nder-Anteil r&uuml;ckl&auml;ufig<br>\nIn Hessen ist Wahlkampf. Am 27. Januar wird ein neues Landesparlament gew&auml;hlt. Und auch deshalb nahm Ministerpr&auml;sident Roland Koch einen brutalen &Uuml;berfall auf einen Rentner in M&uuml;nchen zum Anlass, sich f&uuml;r ein h&auml;rteres Jugendstrafrecht einzusetzen. Eine Forderung, die von einer Mehrzahl seiner Parteikollegen unterst&uuml;tzt oder mit dem Eintreten f&uuml;r Erziehungscamps noch &uuml;berboten wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/politik\/713904.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Bertelsmann-Umfrage: Gesundheit und intaktes Elternhaus machen gl&uuml;cklich<\/strong><br>\nDie eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familie (87 Prozent) sowie das Aufwachsen in einem intakten Elternhaus (74 Prozent) sind die beiden wichtigsten Faktoren f&uuml;r das Gl&uuml;cksempfinden der Deutschen. Darin bezeichneten sich 57 Prozent der Befragten als gl&uuml;cklich, nur f&uuml;nf Pro-zent als entschieden ungl&uuml;cklich.<br>\nEinen Arbeitsplatz zu haben, ist f&uuml;r mehr als die H&auml;lfte der Befragten (56 Prozent) ein sehr wichtiger Gl&uuml;cksfaktor. Die Freiheit von Geldsorgen spielt dagegen eine eher untergeordnete Rolle (31 Prozent).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-0A000F14-5114742D\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_84695.htm\">Bertelsmann Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ist ja gut zu wissen f&uuml;r die Bertelsm&auml;nner, dass die Menschen ihr privates Gl&uuml;ck h&ouml;her bewerten, als ihre materielle Situation. Dabei war Bertelsmann in dieser Studie vor allem daran interessiert, was die Leute vom lebenslangen Lernen halten. Ein sch&ouml;nes Thema, um zu kommunizieren, dass eigentlich die Mehrheit der Meinung ist, dass jeder seines Gl&uuml;ckes Schmied sein soll.<br>\n<\/em>Quelle zur Studie: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/bst\/de\/media\/xcms_bst_dms_23599_23600_2.pdf\">&bdquo;Gl&uuml;ck, Freude, Wohlbefinden &ndash; welche Rolle spielt das Lernen?&ldquo; [PDF &ndash; 1,5 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Vom Labor auf den Teller<\/strong><br>\nDie Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit l&auml;sst sich derzeit anschaulich auf einem Kartoffelacker in Mecklenburg-Vorpommern studieren. Der Anbau gentechnisch ver&auml;nderter Feldfr&uuml;chte sei vollkommen sicher, versicherte der Chemiekonzern BASF und f&uuml;hrte, um dies zu demonstrieren, mehrere Trocken&uuml;bungen durch. An verschiedenen Standorten wurde mit einer rotschaligen Kartoffelsorte der Ernstfall simuliert. Das Ergebnis: Werden bei Anbau, Ernte und Abtransport alle Vorsichtsma&szlig;nahmen eingehalten, gelangen ganz sicher keine der St&auml;rkekartoffeln in die Lebensmittelkette. So versuchte der Ludwigshafener Konzern die Bef&uuml;rchtung zu zerstreuen, dass die bisher nicht f&uuml;r Lebens- und Futtermittel zugelassene Genkartoffel Amflora unkontrolliert und gesetzeswidrig auf dem Tisch des Verbrauchers landet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/vom-labor-auf-dem-teller\/?src=MT&amp;cHash=c41045b2d5\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Rekorde im Abschwung<\/strong><br>\nNach zw&ouml;lf Monaten umfassender Wachstumsrekorde bereitet sich die deutsche Wirtschaft zum Jahreswechsel auf eine Versch&auml;rfung der globalen Exportkonkurrenz vor. Hintergrund sind Prognosen, denen zufolge das Wachstum in den westlichen Industriel&auml;ndern sinken und eine wom&ouml;glich l&auml;ngere Schw&auml;chephase in den Vereinigten Staaten eintreten wird. Damit steigt die Bedeutung sogenannter Schwellenl&auml;nder wie Russland, Brasilien, Indien und vor allem China, deren M&auml;rkte noch deutlich st&auml;rker als bisher ins Visier der westlichen Exportfirmen geraten. Trotz der wachsenden Konkurrenz will die deutsche Wirtschaft ihre Spitzenstellung bei den globalen Ausfuhren auch im beginnenden Jahr gegen die boomenden chinesischen Exporte behaupten und ihre Ausfuhren um wenigstens sieben Prozent steigern. Bereits jetzt st&uuml;tzen sich die deutschen Exportzuw&auml;chse auf massive au&szlig;enpolitische Einflussnahme Berlins.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57113\">German-Foreign-Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Pharmaindustrie: Fast drei Mal mehr Geld f&uuml;r Werbung als f&uuml;r Forschung<\/strong><br>\nIm Laufe der letzten zehn Jahre (1992-2002) haben die untersuchten Pharmafirmen 316 Mrd. $ f&uuml;r Marketing und Verwaltung ausgegeben, gegen&uuml;ber 113 Mrd. $ f&uuml;r Forschung und Entwicklung, d.h. 2,8mal mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/sozsich\/rtf\/kapitalrenditen-studie.rtf\">attac<\/a><\/li>\n<li><strong>IMK-Studie: Auswirkungen der (Wieder-) Einf&uuml;hrung einer Verm&ouml;gensteuer auf die hessischen Landesfinanzen<\/strong><br>\nEine den Auflagen des Bundesverfassungsgerichts gerecht werdende, Geld-, Immobilien- und Betriebsverm&ouml;gen gleichm&auml;&szlig;ig besteuernde Verm&ouml;gensteuer k&ouml;nnte ein hohes Aufkommen erzielen. Die am h&auml;ufigsten diskutierte Variante mit einem Steuersatz von einem Prozent und einem durchschnittlichen Freibetrag je Haushalt von 500.000 Euro k&ouml;nnte dem hessischen Landeshaushalt nach L&auml;nderfinanzausgleich einen Betrag von 1,2 Milliarden Euro einbringen. Das Aufkommen k&ouml;nnte zur Aufstockung des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen, f&uuml;r die Einstellung von Lehrern sowie f&uuml;r die komplement&auml;re Aufstockung der Landesinvestitionen verwendet werden. Im &ouml;ffentlichen Dienst k&ouml;nnten sehr vorsichtig gesch&auml;tzt zwischen 6.000 und 10.000 zus&auml;tzliche Arbeitspl&auml;tze geschaffen werden. Auch makro&ouml;konomisch w&auml;re das Ausgabenprogramm ein Gewinn. Insgesamt w&auml;re mit einem Anstieg des hessischen Bruttoinlandsprodukts von ungef&auml;hr 0,6 Prozent und einem Besch&auml;ftigungsanstieg (inklusive der im &ouml;ffentlichen Sektor geschaffenen Stellen) von etwa 18.000 Arbeitspl&auml;tzen zu rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-BD4BD232\/hbs\/hs.xsl\/show_product_imk.html?productfile=HBS-004001.xml\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung\/Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung<\/a><\/li>\n<li><strong>Wolfgang Storz: Mit dem Thema Mindestlohn wird die SPD nicht glaubw&uuml;rdiger<\/strong><br>\nDie Zahl hochrangiger Sozialdemokraten, die vor dem fliehen, was an Aufgaben ansteht, die vor dem fliehen, was sie zuvor getan haben, die das verleugnen, was ihnen fr&uuml;her einmal wichtig war, ist zu gro&szlig; geworden, als dass dies im Grundsatz nicht die Glaubw&uuml;rdigkeit dieser Partei besch&auml;digte. Unter anderem deshalb geht es der SPD im Kern unver&auml;ndert schlecht, obwohl mehr als die halbe Republik sozialdemokratisch f&uuml;hlt und denkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/01\/08010101.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Amerika hat den Krieg im Irak verloren, sagt der einstige US-Sicherheitsberater William R. Polk<\/strong><br>\nDie Geschichte zeige, eine fremde Macht k&ouml;nne gegen einen Volksaufstand nicht gewinnen. Jetzt m&uuml;ssten die Besatzungstruppen so schnell wie m&ouml;glich abziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/01\/08011001.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2869","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2869","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2869"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2869\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2869"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}