{"id":2873,"date":"2008-01-07T14:40:07","date_gmt":"2008-01-07T13:40:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2873"},"modified":"2015-12-03T11:14:06","modified_gmt":"2015-12-03T10:14:06","slug":"2008-40-jahre-68er","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2873","title":{"rendered":"2008 \u2013 40 Jahre 68er"},"content":{"rendered":"<p>Das Jahr 1968 als das Attentat auf Rudi Dutschke militante Proteste und eine Blockade des Axel-Springer-Verlages und Unruhen in der gesamten Republik ausl&ouml;ste, wird von vielen zu einer Zeitenwende in der Geschichte der alten Bundesrepublik, ja geradezu zu einem Mythos stilisiert. 2008 liegt dieses Datum 40 Jahre zur&uuml;ck und man muss bef&uuml;rchten, dass sich zahllose selbsternannte &bdquo;Zeithistoriker&ldquo; &uuml;ber die 68er auslassen werden. Es d&uuml;rfte B&uuml;cher, Zeitungsartikel und Talk-Shows en masse geben und selbst die Filmbranche wird ihre alten Schinken nochmals ins Kino bringen.<br>\nF&uuml;r mich als Angeh&ouml;rigen dieser sog. 68er reden und schreiben allzu viele, die sich &uuml;ber dieses Thema auslassen, wie Blinde &uuml;ber die Farbe, die meisten projizieren nur ihre eigene Gesinnung oder ihre Vorurteile in die damalige Bewegung hinein. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nEher Konservative werden die damalige Bewegung einmal mehr f&uuml;r alles &Uuml;bel der heutigen Zeit verantwortlich machen, um damit alles, was nur im Verdacht steht &bdquo;links&ldquo; zu sein, zu denunzieren. Der gelackte Bild-Chef Diekmann hat mit seiner Kampfschrift &bdquo;Der gro&szlig;e Selbstbetrug&ldquo; schon mal vorgelegt und &bdquo;1968 als Epochenbruch der deutschen Gesellschaft in <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,512992,00.html\">Richtung Egozentrik, Faulheit, Mittelma&szlig;&ldquo;<\/a> diffamiert und er sieht ganz wie die Bild-Zeitung der sechziger Jahre in den Langhaarigen nur Schmutzfinken f&uuml;r &bdquo;mangelnde Hygiene der Ausdruck innerer Werte&ldquo; war. F&uuml;r den fr&ouml;mmelnden Peter Hahne vom ZDF sind in seinem Pamphlet &bdquo;Schluss mit lustig&ldquo;, die 68er f&uuml;r den gesamten Werteverfall, vom  schlechten Abschneiden bei Pisa bis hin zur demografischen Misere verantwortlich. F&uuml;r Eva Hermann hat diese Generation das Mutterbild <a href=\"http:\/\/www.eva-herman.de\/mediendarstellung\/medien_darstellung_2.html\">&bdquo;abgeschafft&ldquo;<\/a><\/p><p>Eher Liberale werden die Studentenbewegung &auml;sthetisch einverleiben, f&uuml;r die Popmusik, f&uuml;r neue Haartrachten, f&uuml;r sexuelle Freiz&uuml;gigkeit, Pille, Mini-Rock (&bdquo;Kinder von Marx und Coca Cola&ldquo;)  und politisch f&uuml;r die feministische Emanzipation. Ganz Wohlmeinende werden den 68ern die &Uuml;berwindung eines spie&szlig;b&uuml;rgerlichen Autoritarismus und eine Liberalisierung der Gesellschaft zurechnen.<\/p><p>Viele Mitl&auml;ufer der 68er Bewegung werden sich an ihren ach so tapferen Heldentaten, als sie bei Demonstrationen mitgelaufen sind oder ein Seminar &bdquo;besetzt&ldquo; haben, beweihr&auml;uchern. Sie werden von Woodstock, Bob Dylan oder den Rolling Stones schw&auml;rmen oder &uuml;ber ihre Drogenerlebnisse prahlen.<\/p><p>Die 68er-Bewegung dient offenbar als Projektionsfl&auml;che f&uuml;r die jeweilige Gesinnung ihrer Kritiker oder Fans. Jeder und jede wird sich aus der damaligen Revolte das heraussuchen, was gerade zu seinen Vorurteilen passt. So bl&ouml;dsinnig viele Schuld- oder Erfolgszuschreibungen auch sein m&ouml;gen, die unterschiedliche Beurteilung beweist zumindest eines: N&auml;mlich, dass die 68er-Bewegung eine Sammelbewegung mit ganz unterschiedlichen Zielen, unterschiedlichen politischen Einstellungen und unterschiedlichen gesellschaftstheoretischen oder weltanschaulichen Quellen gewesen sein musste, wenn sie so unterschiedliche Perspektiven zul&auml;sst. <\/p><p>In der Tat: Die Spannweite reichte von orthodoxen Marxisten, utopische Sozialisten, &uuml;ber Radikaldemokraten, Antifaschisten, Pazifisten und Internationalisten, Bildungsreformern, Atomkraftgegnern, (Nach-)Freudianern bis hin zu Leuten, die &uuml;ber Narkotika den Zugang zu einer anderen Welt suchten. Von Anarchisten, &uuml;ber stramme Parteisoldaten und Sektierern, von Christen bis Freidenkern, von Asketen bis hin zu Provos, Beatniks oder Blumenkindern, und das ist bei weitem keine vollst&auml;ndige Aufz&auml;hlung. <\/p><p>Das einzige, was eine Charakterisierung als Sammelbewegung zul&auml;ssig macht, das ist, dass alle diese Bewegungen, Gruppen und Gr&uuml;ppchen anders sein wollte, anders als es bisher war, oder anders als die vorausgehende Nachkriegsgeneration.<\/p><p>Die Chiffre 1968 steht im &Uuml;brigen f&uuml;r  eine ganze Reihe von Jahren und f&uuml;r eine Vielzahl von (oft sogar zusammenhanglosen) Ereignissen, die sich seit Mitte der 60er Jahre bis weit in die 70er Jahre erstreckten. Vom Protest gegen den &bdquo;Muff unter den Talaren&ldquo; &uuml;ber den Widerstand gegen die damalige Gro&szlig;e Koalition und ihren Notstandsgesetzen, der &bdquo;Enteignet-Springer&ldquo;-Kampagne, den &bdquo;Kommunarden&ldquo;, der K-Gruppen und Sponti-Bewegung, bis hin zum militanten Widerstand im &bdquo;bleiernen Herbst&ldquo; Ende der siebziger Jahre. Alle diese teilweise v&ouml;llig disparaten Geschehnisse werden unter diese Chiffre gepackt. <\/p><p>Ich will einr&auml;umen, dass ich nur in der Anfangsphase, also von der Zeit der eigentlichen Studentenbewegung bis zum Umschlagen der au&szlig;erparlamentarischen Opposition (APO) in die antiautorit&auml;re Bewegung, aktiv beteiligt war, und mir kein auf eigene Erfahrung gest&uuml;tztes Urteil &uuml;ber die zahllosen Ausdifferenzierungen dieser Bewegungen ab 1972 anma&szlig;e.<br>\nAber den Ansto&szlig; zur studentischen Protestbewegung habe ich 1964 als damaliger Student an der Freien Universit&auml;t mit der sog. Kuby-Aff&auml;re und ab 1965 als stellvertretender Gruppenvorsitzender der dortigen Hochschulgruppe des &bdquo;Sozialdemokratischen Hochschulbundes&ldquo; (SHB) schon ziemlich unmittelbar miterlebt. Das war anfangs noch die Zeit als die korporierten Studenten mit Band, Bierzipfel und &bdquo;Schaffnerm&uuml;tze&ldquo; das Bild auf dem Campus beherrschten und Eberhard Diepgen und Klaus Landowsky den FU-AStA stellten, bis sie dann sprichw&ouml;rtlich politisch &bdquo;weggefegt&ldquo; wurden.<\/p><p>Ich habe auch den Aufschwung zu einer bundesweiten Massenbewegung miterlebt und daran als stellvertretender Bundesvorsitzender des SHB (zusammen u.a. mit Christoph Z&ouml;pel) von 1965 bis 1967 ein St&uuml;ck weit mitgewirkt. Ich habe damals auf sog. Teach-Ins und Vollversammlungen an Hochschulen quer durch die Republik aktiv auf Podien teilgenommen.<br>\nIch war danach im Studentenparlament der Universit&auml;t zu K&ouml;ln und Studentensprecher der Juristischen Fakult&auml;t. Nach meinem juristischen Staatsexamen habe ich von Ende 1969 bis 1970 im &bdquo;Notvorstand&ldquo; des &bdquo;Verbandes deutscher Studentenschaften&ldquo; (VDS) bittere Erfahrungen mit dem Umkippen der Studentenbewegung in die sog. &bdquo;antiautorit&auml;ren Bewegungen&ldquo; machen d&uuml;rfen.<\/p><p>Ich z&auml;hle das nicht auf, um wie ein Kriegsveteran mit meinen &bdquo;Kampfst&auml;tten&ldquo; zu prahlen, sondern weil ich viele kenne, die sich heute als 68er-Experten ausgeben und schon damals nie begriffen hatten, um was es der damaligen Bewegung ging und schon damals wie heute ihre aggressiven Gegner waren. Ich kenne z.B. auch einen der &ndash; vermutlich nach einem Kneipenbesuch &ndash; am Gitter des Kanzleramtes r&uuml;ttelte und sp&auml;ter auch rein durfte und dem ja gleichfalls nachgesagt wird, er sei ein 68er gewesen. Das h&auml;tte Gerhard Schr&ouml;der schon damals abverlangt, dass er einen eigenen Standpunkt bezogen h&auml;tte sich nicht nur opportunistisch an den jeweiligen Zeitgeist angepasste h&auml;tte. <\/p><p>Ich kenne auch solche, die damals mit dem &bdquo;aktiven&ldquo; Widerstand kokettierten und sp&auml;ter im Dreiteiler den Staatsmann machten. Einige der heutigen Kritiker der APO f&uuml;hlten sich damals als besonders radikal und vor allem besonders intellektuell &uuml;berlegen, viele dieser sog. &bdquo;K-Gr&uuml;ppler&ldquo;, haben von ihrem Traum, dass jeder einen Rolls Royce haben sollte (so das sch&ouml;ne Lied von BAP und Wolfgang Niedecken), wenigstens insoweit wahr gemacht, dass sie inzwischen wenigstens selbst einen Jaguar fahren.<br>\nNat&uuml;rlich haben auch viele Universit&auml;tslehrer der damaligen Zeit und vielfach oft sogar die liberalsten (die &bdquo;Sch..Lilis&ldquo; eben) ihr Trauma abbekommen, bis hin zu J&uuml;rgen Habermas. Wenn sie einigerma&szlig;en fair sind, dann machen sie allerdings f&uuml;r manch schlimme Erfahrungen, auch nur diejenigen verantwortlich, die schon damals vom gr&ouml;&szlig;ten Teil der 68er-Bewegung bek&auml;mpft und deren &bdquo;Theorie&ldquo; und Praxis von der Mehrheit, die sich der Bewegung zugeh&ouml;rig f&uuml;hlten, scharf abgelehnt wurde.<\/p><p>Ich will heute nicht mein r&uuml;ckblickendes Urteil &uuml;ber die damalige Zeit abgeben, das w&auml;re eine ziemliche Herausforderung. Nein, mir ist eingefallen, dass ich zeitlich genau passend im Sommersemester 1968 am &bdquo;Staatsphilosophischen Seminar&ldquo; der Universit&auml;t zu K&ouml;ln bei Professor Martin Kriele ein Referat zum Thema &bdquo;Demokratievorstellungen der au&szlig;erparlamentarischen Opposition&ldquo; abgeliefert habe. (Ja so etwas war damals selbst bei einem relativ konservativen Juraprofessor m&ouml;glich.)<br>\nIn diesem Referat habe ich mich mit den verschiedenen Str&ouml;mungen der damaligen APO und mit zwei der einflussreichsten geistigen Ziehv&auml;tern, n&auml;mlich Wolfgang Abendroth und Herbert Marcuse, auseinanderzusetzen versucht.<\/p><p>Ich habe das Referat aus Anlass des 40-j&auml;hrigen Jubil&auml;ums der 68 mal wieder in die Hand genommen. Und ich fand den Inhalt insoweit ganz interessant, weil der Text aus damaliger Perspektive die Situation des Jahres 1968 beschreibt. Es ist also eine Quelle aus dieser Zeit<\/p><p>Das Referat &bdquo;referiert&ldquo;, es enth&auml;lt also allenfalls am Rande eine kritische Auseinandersetzung mit den Gruppierungen und den dort dargestellten gesellschaftstheoretischen Positionen. Dazu w&auml;re aus heutiger Sicht Vieles zu sagen, wozu es vielleicht ein anderes Mal Gelegenheit gibt.<\/p><p>Die ideologischen, philosophischen und gesellschaftstheoretischen Quellen, aus denen sich die  68er-Bewegung gespeist hat, waren so zahlreich und vielf&auml;ltig, wie die Gruppierungen selbst.<br>\nEinen Bezug zu den marxistischen Klassikern hatten die allermeisten und viele Wortf&uuml;hrer kannten das Kapital, die Theorien &uuml;ber den Mehrwert oder die Deutsche Ideologie nahezu auswendig und subsumierten die politischen und gesellschaftlichen Vorg&auml;nge unter Zitaten von Marx, Engels, Lenin bis Rosa Luxemburg. Ganz ohne Zweifel hatte Wolfgang Abendroth, der Marburger Jurist und Politologe mit seiner Kritik an der aus seiner Sicht nur &bdquo;formellen&ldquo; Demokratie einen starken Einfluss auf die sich &uuml;berwiegend &bdquo;sozialistisch&ldquo; begreifenden studentischen Gruppen, vor allem dem Sozialistischen deutschen Studentenbund (sds) und den Sozialdemokratischen Hochschulbund (SHB) aber auch auf andere. Deswegen hatte ich mich in dem Referat vor allem mit seinen Theorien und Vorschl&auml;gen einer Ver&auml;nderung der Gesellschaftsordnung auseinandergesetzt.<\/p><p>Die sog. antiautorit&auml;ren Str&ouml;mungen, speisten sich in vielerlei Hinsicht aus Schriften der kritischen Theorie, von Adorno, &uuml;ber Horkheimer bis zu Habermas, aber viele &bdquo;emanzipativen&ldquo; (selbstbefreienden) Impulse kamen von einer eher materialistisch untermauerten Sozialpsychologie, als da sind Wilhelm Reich und vor allem Herbert Marcuse. Deshalb bin ich in einem zweiten Teil vor allem auf dessen damals viel gelesenen und zitierten Schriften eingegangen.<\/p><p>Ich mag Ihnen kaum zumuten, das ganze Referat zu lesen, weil zum Verst&auml;ndnis oft der damalige Diskussionskontext fehlen mag und man sich in der heutigen Zeit der Theorielosigkeit bzw. eines simplen &ouml;konomistischen Denkens kaum noch in die damaligen Diskurse hineindenken kann. Dennoch, wer sich f&uuml;r das Thema 68er ernsthaft interessiert, mag durch ein &Uuml;berfliegen des Textes ein besseres Urteil dar&uuml;ber gewinnen, &uuml;ber das, was er in diesem Jahr noch so alles &uuml;ber die 68er lesen k&ouml;nnen wird oder &uuml;ber die Debatten, die sich um das 40-j&auml;hrige Jubil&auml;um ranken werden.<\/p><p>Ich habe dieses Referat einfach nur gescannt und bitte die dabei entstandenen technischen und grafischen Probleme nachzusehen, auch die neue Rechtschreibung ist nat&uuml;rlich nicht ber&uuml;cksichtigt. Das Scannen dieses vergilbten Textes war sehr beschwerlich, vor allem die Fu&szlig;noten gingen wild durcheinander. Nachdem ich eine Nacht damit zu brachte, sie einzeln nochmals einzutippen, habe ich im zweiten Teil aufgegeben und nur noch einen Generalverweis auf die angegebene Literatur gemacht.<br>\nAlle Altklugen bitte ich um Nachsicht f&uuml;r viele auch analytische Unzul&auml;nglichkeiten &ndash; als ich das Referat erstellte, war ich aber halt erst 24 Jahre alt.<\/p><p>Nun also f&uuml;r interessierte das Referat: <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Staatsphilosophisches Seminar SS 1968 <\/p><p><strong>&ldquo;Theorie der konstitutionellen Demokratie&ldquo;<\/strong><\/p><p>Prof. Dr Martin Kriele<\/p><p><strong>&bdquo;Demokratievorstellungen der au&szlig;erparlamentarischen Opposition&ldquo;<br>\n(Abendroth, Marcuse)<\/strong><\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Referat vorgelegt von:<br>\nWolfgang L i e b<\/p><p>Matr.Nr. 87 607<\/p><p><em>(Download: <a href=\"upload\/pdf\/080107_Apo-Referat.pdf\">Referat als PDF-Datei [PDF &ndash; 336 KB]<\/a>)<\/em><\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Gliederung<\/strong><\/p><p><strong>1 Zum Begriff der au&szlig;erparlamentarischen Opposition<\/strong><\/p><p>1.2 Die au&szlig;erparlamentarische Opposition und die &ldquo;APO&ldquo; <\/p><p><strong>2 Kategorisierung der Kr&auml;fte<\/strong><\/p><p>2.1 Die innerparteilichen Oppositionsgruppen<br>\n2.2 Die vorparlamentarische Opposition<br>\n2.3 Die au&szlig;erparlamentarische Opposition im engeren Sinne<br>\n2.4 Die &ldquo;Studentische Protestbewegung&ldquo;<br>\n2.5 Verweigerer<br>\n2.6 Einzelpers&ouml;nlichkeiten des &ouml;ffentlichen Lebens <\/p><p><strong>3 Eingrenzung des Gegenstandes<\/strong><\/p><p><strong>4 Person und Arbeit Abendroths<\/strong><\/p><p>4.1 Wissenschaftsbegriff<br>\n4.2 Methode der Analyse<br>\n4.3 Die kritische Theorie <\/p><p><strong>5 Analyse der &ouml;konomischen Macht<\/strong><\/p><p>5.1  Monopolisierung der &ouml;konomischen Macht<br>\n5.2 Monopolisierte &ouml;konomische als politische Macht<br>\n5.3  Verflechtung von Gro&szlig;wirtschaft und &ouml;ffentlicher Hand<br>\n5.4  Entpolitisierung als Folge und Notwendigkeit<br>\n5.5 Der Einflu&szlig; auf die Parteien<br>\n5.6 Folgen f&uuml;r die &ldquo;formelle Demokratie&ldquo;<br>\n5.7 Die Funktion der Notstandsgesetze<br>\n5.8  Verzicht auf die Kritik der Analyse<br>\n5.9  L&ouml;sung des Widerspruchs <\/p><p><strong>6 Soziale Demokratie im Rahmen der bestehenden Verfassung<\/strong><\/p><p>6.1 Die Aufhebung der Trennung von Staat und Gesellschaft<br>\n6.2  Verbindung zwischen Staats- und Betriebsverfassung<br>\n6.3 Sozialismus<br>\n6.4  Strukturelle Einheit von Demokratie, Rechts- u. Sozialstaat<br>\n6.5 Materielle Gleichheit vor dem Gesetz<br>\n6.6 Aufhebung des Klassenkampfes und Pluralismus<br>\n6.7 Vermittlung zwischen Staat und Gesellschaft &ndash; Kritik und Analyse der Parteien<br>\n6.8 Verst&auml;rkung plebiszit&auml;rer Komponenten<br>\n6.9 Demokratische Massenorganisationen <\/p><p><strong>7 Obiter dictum: die R&auml;te-Idee<\/strong><\/p><p><strong>8 Herbert Marcuse: zur Person<\/strong><\/p><p>8.1 Hauptwerke <\/p><p><strong>9 Statt einer Einleitung: Marcuses Kritiker<\/strong><\/p><p>9.1 Marcuses Denken<br>\n9.2  Positivismuskritik<br>\n9.3 Dialektische Vernunft und kritische Theorie<br>\n9.4 Transzendenter Entwurf nicht Utopie<br>\n9.5  Vorl&auml;ufige Abgrenzung zur kritischen Theorie des Marxismus <\/p><p><strong>10  Hauptteil<\/strong><\/p><p>10.1 Die Koexistenz von Kapitalismus und Kommunismus<br>\n10.2 Verdeckung der Widerspr&uuml;che<br>\n10.3 Eingrenzung der Analyse <\/p><p><strong>11 Irrationalit&auml;t des Ganzen<\/strong><\/p><p>11.1 Die irrationale Dezision<br>\n11.2 Technologische Rationalit&auml;t und Herrschaft<br>\n11.3 Die Irrationalit&auml;t der b&uuml;rgerlichen und der fortgeschrittenen<br>\n        Gesellschaft<br>\n11.4 Kreisproze&szlig; der Irrationalit&auml;t <\/p><p><strong>12. Potantialit&auml;t: Vollendung der technologischen Rationalit&auml;t<\/strong><\/p><p>12.1 Extrapolation: Die Weiterentwicklung des Entfremdungsbegriffs<br>\n12.2 Das seinem Dasein einverleibte Subjekt<br>\n12.3 Transzendenz des &ldquo;Reichs der Notwendigkeit&ldquo;<br>\n12.4 Die Kr&auml;fte f&uuml;r die transzendente Praxis <\/p><p><strong>13  Totalit&auml;re Herrschaftsform der industriellen Zivilisation<\/strong><\/p><p>13.1 Totalit&auml;re Demokratie<br>\n<strong>14 Bed&uuml;rfniserweckung, ihre Funktion f&uuml;r das System<\/strong><\/p><p>14.1 Kreisproze&szlig; von Bed&uuml;rfnis und Bed&uuml;rfniserweckung <\/p><p><strong>15 Pealit&auml;tsprinzip als Ausdruck &lsquo;nat&uuml;rlicher Unterdr&uuml;ckung&ldquo;<\/strong><\/p><p>15.1 Die &ldquo;zus&auml;tzliche Unterdr&uuml;ckung&ldquo;<br>\n15.2 Kreisproze&szlig; der Unterdr&uuml;ckung<br>\n15.3 Notwendigkeit der Manipulation<br>\n15.4 Leistungsprinzip als Realit&auml;tsprinzip<br>\n15.5 Potentialit&auml;t: Sieg des Lust-  &uuml;ber das Leistungsprinzip <\/p><p><strong>16 Vision einer Kultur ohne Unterdr&uuml;ckung<\/strong><\/p><p>16.1 Freiheit in der Realit&auml;t<br>\n16.2 Extrapolation: Der Widerspruch zur Kulturtheorie Freuds<br>\n16.3 Die neue Idee der Kultur <\/p><p><strong>17 Das Gelingen als Bedingung des Gelingens &ndash; Versuch einer immanenten Kritik<\/strong><\/p><p><strong>18 Die &ldquo;Gro&szlig;e Weigerung&ldquo;<\/strong><\/p><p>18.1 Aussichten der Opposition 28<\/p><p><strong>19 Die demokratische erzieherische Diktatur freier Menschen<\/strong><\/p><p><strong>20 Bibliogrphien<\/strong><\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>1. Zum Begriff der au&szlig;erparlamentarischen Opposition:<\/strong><\/p><p>Opposition von Einzelpersonen oder Gruppen und Vereinigungen gegen Tr&auml;ger politischer, wirtschaftlicher und sozialer Macht hat es gegeben und wird es immer geben, solange in einer Gesellschaft Menschen Macht &uuml;ber andere Menschen aus&uuml;ben. In der parlamentarischen Demokratie ist die M&ouml;glichkeit der Opposition einmal im Parlament selbst institutionalisiert, Opposition wird aber auch im au&szlig;erparlamentarischen, also gesellschaftlichen Bereich betrieben. Parlamentarische und au&szlig;erparlamentarische gesellschaftliche Opposition stehen zwar in einer bestimmten Beziehung zueinander bestehen aber grunds&auml;tzlich unabh&auml;ngig voneinander.<\/p><p>1.2 <em>Die au&szlig;erparlamentarische Opposition und die &bdquo;APO&ldquo;:<\/em><\/p><p>Die gesellschaftliche Opposition, die weiterhin besteht, unterscheidet sich aber wesentlich von der Sammelbewegung einer so bezeichneten und sich selbst so nennenden &ldquo;au&szlig;erparlamentarischen Opposition&ldquo; (APO). Die APO sieht sich in ihrem Rollenverst&auml;ndnis nicht unabh&auml;ngig von der parlamentarischen Opposition, sondern in der Verl&auml;ngerung zu dieser und, sofern diese nicht mehr vorhanden ist, als deren Ersatz.<sup>1<\/sup> Die APO sieht wie die parlamentarische Opposition ihre Funktion in der unmittelbaren Kontrolle der Regierenden durch die Regierten<sup>1<\/sup> und im Aufzeigen einer Alternative zur Politik der Regierung, als auch des Parlaments, soweit diese Aufgabe nicht mehr durch die parlamentarische Opposition erf&uuml;llt wird.<\/p><p>Die Sammelbezeichnung APO ist aber bei diesem beschriebenen Rollenverst&auml;ndnis nur dann gerechtfertigt, wenn bei Teilnehmern dieser Sammelbewegung ein derartiges Rollenbewu&szlig;tsein vorhanden ist, und wenn dieses Bewu&szlig;tsein auch in der gemeinsamen Artikulation der oppositionellen Politik ihren Ausdruck findet.<br>\nEs m&uuml;ssen also gemeinsame Ziele vorhanden sein, die planm&auml;&szlig;ig verfolgt werden um eine Ver&auml;nderung der derzeitigen Politik zu erreichen.<\/p><p>Mi&szlig;t man die APO an diesen Kriterien, so l&auml;&szlig;t sich feststellen, da&szlig; au&szlig;erhalb der politischen Bandbreite des Parlaments ein politisches &ldquo;Kraftfeld&ldquo;<sup>2<\/sup> mit zwar differierenden Vektoren besteht, deren Resultierende sich aber zumindest von ihren Zielpunkten her bestimmen l&auml;&szlig;t. Es besteht Einigkeit im Widerspruch und damit in der Opposition; einer Opposition die politisch nicht im Parlament integriert ist.<\/p><p>Was anf&auml;nglich nur ein &ldquo;untergr&uuml;ndiges Unbehagen, ein latentes oder auch offenes Mi&szlig;trauen gegen&uuml;ber allem was zum sog. establishment geh&ouml;rt&ldquo;<sup>3<\/sup> war, konkretisiert und aktualisiert sich mehr und mehr an zeitpolitischen Einzelerscheinungen, bei denen sich eine Konvergenz der Kritik aus jeweils verschiedener weltanschaulicher Basis und theoretischer Sicht ergibt, die anf&auml;nglich spontan, mehr und mehr aber kooperativ und planm&auml;&szlig;ig in eine &bdquo;Strategie der direkten Aktion&ldquo;<sup>4<\/sup> m&uuml;ndet.<\/p><p><strong>2 Kategorisierung der Kr&auml;fte:<\/strong><\/p><p>Innerhalb dieser Sammelbewegung APO lassen sich verschiedene Gruppen, Vereinigungen und informelle Sammelbewegungen kategorisieren. Als Zuordnungskriterien sollen theoretische und ideologische Ausgangsbasis und von daher bestimmte politische Sto&szlig;richtung und Organisationsform dienen.<\/p><p>2.1  <\/p><p>Die innerparteilichen Oppositionsgruppen, die in prinzipieller Opposition zur Politik der Parteispitzen stehen, als da sind: SHB, LSD, Gewerkschaftliche Arbeitskreise innerhalb der SPD, Teile der Jungsozialisten (Js), Teile der Jungdemokraten (DJD) und Teile der Jungen Union.<\/p><p>2.2 <\/p><p>Die vorparlamentarische Opposition; darunter fallen sozialistische Gruppen, deren oppositionelle Haltung ideologisch bedingt ist, und die Anstrengungen unternehmen aus den versprengten Resten der Arbeiterbewegung, der sozialistischen Jugend, den Studenten<sup>5<\/sup> und Professoren eine neue linke Partei zu bilden.<sup>6<\/sup>  (Was &uuml;brigens nicht die neu gegr&uuml;ndete DKP ist.)<\/p><p>Dazu geh&ouml;ren: Der Sozialistische Bund (SB), Vereinigung unabh&auml;ngiger Sozialisten (VUS), Arbeitsgemeinschaft Sozialistischer Opposition (Marburg), Teile des SDS (K&ouml;ln, M&uuml;nchen, Marburg), Deutsche Friedensunion (DFU). Alle diese Organisationen haben sich unter einem Dachverband, dem Sozialistischen Zentrum, zusammengefunden.<\/p><p>Weitere Parteigr&uuml;ndungen und -gr&uuml;ndungsversuche:<br>\nInitiativausschu&szlig; zur Wiederzulassung der KP;<br>\nDemokratische Linke (DL) in Baden&mdash;W&uuml;rttemberg ab November 1967, Giessener Wahlb&uuml;ndnis.<\/p><p>2.3 <em>Die au&szlig;erparlamentarische Opposition im engeren Sinne:<\/em><\/p><p>a) Gruppierungen, die unfreiwillig zu &lsquo;Au&szlig;erparlamentariern&lsquo; wurden, wie etwa der von der SPD versto&szlig;ene SDS und dessen F&ouml;rdererorganisation, der Sozialistische Bund (SB)<\/p><p>b) Kr&auml;fte die freiwillig im vorparlamentarischen Raum zur Willensbildung innerhalb der Gesellschaft beitragen wollen.<\/p><p>Dazu geh&ouml;ren:<br>\nDie Republikanischen Clubs (RC), der Fr&auml;nkische Kreis, die Humanistische Union (HU), u.a.<br>\nals Sammelbewegungen: Das Kuratorium Notstand der Demokratie, Die Kampagne f&uuml;r Abr&uuml;stung und Demokratie (KfA) und andere mehr<\/p><p>2.4 <\/p><p>Die &ldquo;Studentische Protestbewegung&ldquo;<sup>7<\/sup> oder demokratische Gegenbewegung, die antiautorit&auml;r<sup>8<\/sup> antirepressiv und radikaldemokratisch<sup>9<\/sup> wirken will. Sie stellt eine &bdquo;formal lockere, inhaltlich einheitliche, &ouml;ffentlich arbeitende Organisation&ldquo; dar, die sich prim&auml;r mit politischer Agitation besch&auml;ftigt.<sup>10<\/sup> Sie strebt die Politisierung der jeweils &ldquo;tempor&auml;r schw&auml;chsten Glieder des Systems&ldquo; an, von der Universit&auml;t &uuml;ber die Sch&uuml;ler bis hinein in die Betriebe.<sup>11<\/sup><\/p><p>Ihr geh&ouml;ren Teile des SDS (vor allem in Berlin und Frankfurt), die Sozialistischen Sch&uuml;lerb&uuml;nde (AUSS) und andere informelle Gruppierungen an.<\/p><p>2.5 <\/p><p>Gruppen und Gr&uuml;ppchen, die sich der mehr oder weniger &ldquo;bestimmten&ldquo; Weigerung verschrieben haben, n&auml;mlich Provos, Hippies, Kommunarden u.a.<\/p><p>2.6 <\/p><p>Neben diesen Gruppen und informellen Sammelbewegungen werden noch Pers&ouml;nlichkeiten des &ouml;ffentlichen Lebens unter Ausnutzung der ihnen von der Gesellschaft zugestandenen Autorit&auml;t im Sinne der APO t&auml;tig.<br>\nDie Formen der politischen Bet&auml;tigung der einzelnen Gruppierungen k&ouml;nnen in diesem Rahmen nicht er&ouml;rtert werden.<\/p><p><strong>3 Eingrenzung des Gegenstandes:<\/strong><\/p><p>Wenngleich Abendroths und Marcuses Gedanken in allen Gruppierungen der APO auftauchen, so sind Abendroths Demokratie- und Gesellschaftsvorstellungen besonders dominant innerhalb der &ldquo;vorparlamentarischen Opposition&ldquo;. Marcuses Einflu&szlig; ist insbesondere in der &ldquo;Studentischen Protestbewegung&ldquo; vorzufinden.<\/p><p>Exakte Belege f&uuml;r dies Zuordnung k&ouml;nnen hier nicht gegeben werden. Vielleicht ist es jedoch ausreichend festzustellen, da&szlig; Abendroth die Konzeption des &ldquo;Sozialistischen Zentrums&ldquo; entwickelt hat.<sup>12<\/sup><br>\nF&uuml;r die &ldquo;Studentische Protestbewegung&ldquo; k&ouml;nnen genaue Zuordnungungskriterien schon aus Gr&uuml;nden der Struktur dieser Bewegung nicht geliefert werden. Es handelt sich hier um &ldquo;dezentralisierte Aktions- und Diskussionszentren&ldquo;, die sich in einer st&auml;ndigen Mobilit&auml;t ihrer theoretischen Ans&auml;tze befinden. Nachweisbar ist jedoch, da&szlig; zumindest das Vokabular und die Aktionsformen, vor allem die Psychoanalytischen Begriffe von Marcuse stark beeinflusst sind.<sup>13<\/sup><br>\nNur f&uuml;r diese beiden Kategorien der APO. sind die darzulegenden Demokratievorstellungen von Wolfgang Abendroth und Herbert Marcuse mehr oder weniger verbindlich.<\/p><p><strong>4. Person und Arbeit Abendroths:<\/strong><\/p><p>Abendroths (insk&uuml;nftig A) Abhandlungen sind Arbeiten eines Wissenschaftlers, der sowohl als Politologe (gem&auml;&szlig; seinem gegenw&auml;rtigen Lehramt in Marburg) als auch als Jurist (durch seine wissenschaftliche Herkunft) in bewu&szlig;ter Unterscheidung der Methoden, die sich aus den beiden Wissenschaftszweigen ergeben, Stellung bezieht.<\/p><p>4.1 <\/p><p>A grenzt sich scharf vom Positivismus ab, dem er vorwirft durch den Verzicht auf jedwede politische Theorie, sich stets mit der Realit&auml;t zu identifizieren und sie zu rechtfertigen.<sup>14<\/sup> Er begreift seine politische Wissenschaft als politische Soziologie<sup>15<\/sup> weil politisches Verhalten soziales Verhalten sei. Das politische Grundproblem wird bei A auf das Problem der Herrschaft, auf Machterhaltung und Machtaus&uuml;bung, reduziert.<sup>16<\/sup> Politische Soziologie habe die Praxis zum Gegenstand und sei damit notwendig Subjekt des politischen Prozesses. <\/p><p>Damit verzichtet A bewu&szlig;t auf die Fiktion der Objektivit&auml;t und Neutralit&auml;t. Dies aber nur deshalb, um eine maximale Ann&auml;herung an objektive Erkenntnis zu erreichen, die erst dadurch erm&ouml;glicht w&uuml;rde, da&szlig; geistige Arbeit an der Erfassung der Grundstrukturen des politischen Prozesses, stets neu kritisch &uuml;berpr&uuml;ft und an der Praxis gemessen werden k&ouml;nne. Sein Thema ist nicht so sehr die &ldquo;kritische Gesellschaftstheorie&ldquo;, als vielmehr die Entwicklung der Arbeiterbewegung und ihre Selbstverst&auml;ndigung in dieser Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus. Der gr&ouml;&szlig;te Teil seiner &uuml;ber 300 Ver&ouml;ffentlichungen ist diesem Problemkreis zuordenbar. Die Arbeiterbewegung als wissenschaftlicher Gegenstand lie&szlig; ihn nicht in der Abstraktion der Dialektik verharren, sondern zwang ihn zu einer gegenst&auml;ndlichen positiven Darstellung der bestehenden Negativit&auml;t der Wirklichkeit.<br>\nA ist am 2. Mai 1906 in Elberfeld geboren. Er geh&ouml;rt zu den wenigen sozialistischen Wissenschaftlern, die im Widerstand gegen den Faschismus &uuml;berlebten und der stalinistischen Diktatur entkamen ohne geistig zu zerbrechen,<\/p><p>4.2 <em>Methode der Analyse:<\/em><\/p><p>Die Analyse des kapitalistischen Produktionsprozesses, seiner Gesetzlichkeiten und Widerspr&uuml;che bleibt f&uuml;r A der zentrale Ausgangspunkt eines jeden Versuches das gegenw&auml;rtige geschichtliche Geschehen zu bestimmen.<sup>17<\/sup> Zwar gibt A zu, da&szlig; die Strukturen der gegenw&auml;rtigen sp&auml;tkapitalistischen Gesellschaft des Westens in vielen Punkten gegen&uuml;ber den Strukturen jener Gesellschaft auf deren Boden die Analysen von Karl Marx und Friedrich Engels entstanden sind, ver&auml;ndert sind. Die Grundprobleme seien jedoch dieselben geblieben. Es m&uuml;&szlig;ten nur neue Gegebenheiten mit dieser Methode bew&auml;ltigt werden.<\/p><p>4.3 <em>Die kritische Theorie:<\/em><\/p><p>Die kritische Theorie bleibt A weiter Hilfsmittel zum Verst&auml;ndnis und zur Anleitung einer politisch sozialen Praxis. Eine Theorie, die die Gesellschaft im Lichte ihrer genutzten und ungenutzten oder mi&szlig;brauchten Kapazit&auml;ten analysiert. Sie untersucht die Wurzeln der Entwicklung und weist geschichtliche Alternativen und die Praxis auf, die den unterdr&uuml;ckten Schichten deren &Uuml;berleitung in eine Gesellschaft der Zukunft m&ouml;glich macht, in der der gesellschaftlich t&auml;tige Mensch seine Geschichte selbst bewu&szlig;t gestaltet und damit zu seiner Freiheit findet<sup>18<\/sup><br>\nA`s Ziel ist also weiterhin die &ldquo;klassenlose Gesellschaft&ldquo;, in der nicht mehr Sonderinteressen &ouml;konomisch privilegierter Gruppen einer allseitigen Demokratisierung der Gesellschaft entgegenstehen w&uuml;rden.<\/p><p><strong>5 Analyse der &ouml;konomischen Macht:<\/strong><\/p><p>A bezeichnet die These von der &ldquo;klassenlosen Mittelstandsgesellschaft&ldquo; als Legende.<sup>19<\/sup> Die sozialen Interessengegens&auml;tze seien keine Frage des Konsumanteils, sondern vor allem eine Frage der Verf&uuml;gungsgewalt &uuml;ber die &ldquo;Kommandoh&ouml;hen&ldquo; der Gesellschaft.<sup>20<\/sup><br>\nDas Eigentum an den Produktionsmitteln, die selbst nur durch kollektive Arbeit vieler Arbeitnehmer bet&auml;tigt werden k&ouml;nnen, verleihe den jeweiligen Inhabern die &ouml;konomische Macht &uuml;ber andere Menschen. N&auml;mlich:<\/p><p><em>erstens<\/em>, als Kommandogewalt &uuml;ber die Arbeitnehmer, die dieser wirtschaftliche Befehlsgewalt unterstellt sind<br>\n<em>zweitens<\/em>, als wirtschaftliche Herrschaftsgewalt &uuml;ber die Konsumenten, der mit diesen Produktionsmitteln erzeugten G&uuml;ter. Durch die Manipulation der Pers&ouml;nlichkeit mittels des Reklameapparates sei das Individuum dem Produktionsbed&uuml;rfnis des Kapitals ausgeliefert.<sup>21<\/sup><\/p><p>5.1 <em>Monopolisierung der &ouml;konomischen Macht:<\/em><\/p><p>In den kapitalistischen L&auml;ndern habe die wirtschaftliche  Entwicklung mit innerer Gesetzm&auml;&szlig;igkeit die Gro&szlig;unternehmungen erstarken lassen.<sup>22<\/sup> Das Kapital habe die Masse der Produzenten, die gro&szlig;e Mehrheit der Erwerbst&auml;tigen vom Eigentum an den Produktionsmitteln getrennt und sie in Arbeitnehmer verwandelt, deren einzige Einkommensquelle weiterhin die Ver&auml;u&szlig;erung ihrer Arbeitskraft an die Inhaber wirtschaftlicher Verf&uuml;gungsgewalt bilde Der Kapitalbesitz sei auch noch in der hoch entwickelten von Managern gesteuerten Wirtschaft dispositionsentscheidend.<sup>23<\/sup>  Der Konzentrationsproze&szlig; vereinigte Industrie, Handels- und Bankkapital zu monopolistischen Bl&ouml;cken. Diese Monopole seien so stark, da&szlig; von ihren Sonderinteressen auf Erweiterung ihres Profites und damit verbunden die Vermehrung ihrer &ouml;konomischen Macht das volkswirtschaftliche Gesamtinteresse bestimmt w&uuml;rde.<\/p><p>5.2 <em>Monopolisierte &ouml;konomische Macht, als politische Macht:<\/em><\/p><p>Der gesamte volkswirtschaftliche Proze&szlig; sei damit jeglicher demokratischen Kontrolle entzogen. Die ganze Gesellschaft lebe in der Abh&auml;ngigkeit jener Partikularinteressen. Die wirtschaftliche Machposition schlage in einer politisch nur formal verstandenen Demokratie in politische Macht um.<sup>24<\/sup><\/p><p>5.3 <em>Verflechtung von Gro&szlig;wirtschaft und &ouml;ffentlicher Hand:<\/em><\/p><p>Die gigantischen Entwicklungskosten der neueren Produktionsmethoden, der Automation, der Verwertung der Atomenergie, der elektronischen Datenverarbeitung w&uuml;rden die Investitionskapazit&auml;t einzelner Unternehmen, die vom freien Markt abh&auml;ngig sind, &uuml;bersteigen. Derartige Investitionskosten k&ouml;nnten nur &ndash; durch langfristige Massenauftr&auml;ge abgesichert &ndash; riskiert werden. Der einzig denkbare Auftraggeber von derartiger Gr&ouml;&szlig;enordnung ist aber der Staat, der einen st&auml;ndig wachsenden Anteil des Sozialprodukts in Anspruch nimmt. Er ist damit in der Lage die R&uuml;stungswirtschaft, Raumfahrtindustrie und .Luftfahrttechnik durch Auftr&auml;ge in einem Umfang zu finanzieren, wie sie von der Konsumseite nie m&ouml;glich, geschweige denn kalkulierbar w&auml;ren. Durch diese Abh&auml;ngigkeit von den Dispositionen des Staates sei es f&uuml;r die Gro&szlig;industrie existenznotwendig geworden auf die Entscheidungen des Staates in st&auml;rkstem Ma&szlig;e Einflu&szlig; zu nehmen.<sup>25<\/sup> Dies habe zu einer &ldquo;privaten Mobilisierung der staatlichen Macht&ldquo; zugunsten der eigenen Sonderinteressen gef&uuml;hrt.<sup>26<\/sup> Wiederum ohne die geringste demokratische Legitimation.<sup>27<\/sup><\/p><p>5.4 <em>Entpolitisierung als Folge und Notwendigkeit:<\/em><\/p><p>Wer in dir Weise st&auml;ndig auf den Staat mit gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit verh&uuml;llten Motiven und verschleierter Zielsetzung einwirke, sei darauf angewiesen, da&szlig; diese &Ouml;ffentlichkeit m&ouml;glichst an diesen Fragen uninteressiert bleibt. Dies geschieht am besten mit einer Entpolitisierung der breiten Massen, diese sei jedoch gerade di. unmittelbare Folge der geheimen Ledert&uuml;renpolitik, oder aber geschieht es direkt, durch Kontrolle der Bildung der &lsquo;&ouml;ffentlichen Meinung, durch Beherrschung der Presse.<sup>28<\/sup><\/p><p>5.5 <em>Der Einflu&szlig; auf die Parteien:<\/em><\/p><p>Auch die Parteien seien unter den demokratisch nicht legitimierten Einflu&szlig; des Kapitals geraten. So wurden in handfesterweise die Wahlfeldz&uuml;ge der Adenauer-Koalition 1953 und 1957 finanziert oder es wurden durch st&auml;ndige Spendenfinanzierungen diejenigen Parteien unterst&uuml;tzt, die nicht in den Verdacht geraten konnten Arbeitnehmerinteressen in vordringlichem Ma&szlig;e zu vertreten.<sup>29<\/sup><\/p><p>5.6 <em>Folgen f&uuml;r die &ldquo;formelle Demokratie&ldquo;:<\/em><\/p><p>Bei dieser Grundsituation gerate die formell demokratische Organisation der politischen Gewalt immer wieder mit der autokratischen Struktur der &ouml;konomischen Basis der Gesellschaft in Konflikt. Die w&auml;hrend einer Periode der Hochkonjunktur leicht erlangbare Akklamation des Volkes f&uuml;r das politische und &ouml;konomische Machtsystem, wird schwieriger werden im Augenblick einer Rezession oder einer Krise verbunden mit Erwerbslosigkeit, z.B. durch Rationalisierung und Automation.<sup>30<\/sup><br>\nDie Unternehmer, die dank der bestehenden Lage im gesellschaftlichen Leben &uuml;ber fremde Arbeitskraft verf&uuml;gen und damit deren gleichberechtigte Teilnahme an der wirtschaftlichen und sozialen Willensbildung verhindern k&ouml;nnen, werden immer dazu neigen, alles zu tun, um ihre Machtposition erhalten zu k&ouml;nnen. Sie w&uuml;rden auch die politische Demokratie beseitigen, sobald diese zum Mittel der Aufhebung ihrer Vorrechte werden k&ouml;nnte. Dies sei die historische Erfahrung.<sup>31<\/sup><br>\nAls 1929 die Wirtschaftskrise nach Deutschland vordrang sei ebenfalls das parlamentarisch demokratische System gesprengt worden und dann im hintergr&uuml;ndigem Zusammenwirken von Wirtschaftsf&uuml;hrern, Armee und nationalsozialistischer Partei der Weg zur Diktatur geebnet worden.<sup>32<\/sup> Geraten in Krisensituationen die Massen in Bewegung, so w&uuml;rden die Inhaber nicht demokratisch legitimierbarer &ouml;konomischer Macht stets dazu neigen, die demokratische Organisation des poltischen Gemeinwesens aufzuheben<sup>33<\/sup> so in Italien 1922, in Deutschland 1933, in &Ouml;sterreich 1934 und in Spanien 1934.<\/p><p>5.7 <em>Die Funktion der Notstandsgesetze:<\/em><\/p><p>Im Hintergrund dieser Analyse ordnet A auch die Notstandsgesetzgebung ein. Es sollen hiermit noch in einer bestehenden Konjunkturperiode bereits die &ldquo;Juristischen&ldquo; Voraussetzungen daf&uuml;r geschaffen werden, um von der Konjunkturperiode und ihrem politischen System&ldquo; zu einem autorit&auml;ren w&auml;hrend der Krise &uuml;bergehen zu k&ouml;nnen<sup>34<\/sup><\/p><p>5.8 <em>Verzicht auf die Kritik dieser Analyse:<\/em><\/p><p>Eine Kritik dieser Analyse kann in diesem Rahmen nicht geleistet werden. Dazu nur soviel: A mu&szlig; selbst die sich  st&auml;ndig wiederholende Kapitulation der Theorie vor der nicht mehr als &ldquo;Proze&szlig; verstandenen Praxis&ldquo; eingestehen.<sup>35<\/sup><\/p><p>5.9 <em>L&ouml;sung des Widerspruchs:<\/em><\/p><p>Diee Analyse bringt A zu der These, da&szlig; formale Demokratie im Kapitalismus in st&auml;ndiger Gefahr sei,<sup>36<\/sup> und nur die soziale Demokratie die Demokratie wirklich garantiere.<sup>37<\/sup> Der innere Widerspruch des blo&szlig; formaldemokratischen Staates in der liberal-kapitalistischen Gesellschaft k&ouml;nne nur in zwei Richtungen seine L&ouml;sung finden<sup>38<\/sup>:<\/p><p>1. entweder erweitere sich die &ldquo;formale Demokratie der staatlichen Organisation zur sozialen der Gesellschaft und entfaltet dadurch ihr eigenes Wesen&ldquo;, die gesellschaftliche Produktion wird der Zuf&auml;lligkeit der privaten Disposition kleiner Gruppen entzogen und der gemeinsamen Kontrolle aller am gemeinschaftlichen Produktionsproze&szlig; beteiligten Glieder der Gesellschaft <sup>39<\/sup><\/p><p>2. oder aber, die gro&szlig;e Masse der Glieder der Gesellschaft bleibe der privaten Gewalt der wirtschaftlichen Machttr&auml;ger unterworfen, bei st&auml;ndiger Gef&auml;hrdung der demokratischen Form der politischen Organisation des Staates, wobei sich am Ende die Demokratie selbst ausschlie&szlig;e.<sup>40<\/sup><\/p><p><strong>6. Soziale Demokratie im Rahmen der bestehenden Verfassung:<\/strong><\/p><p>A entwickelt seine Vorstellungen von der sozialen Demokratie verfassungsimmanent aus Art. 20, 28 GG. Das GG habe im Kompromi&szlig; des Art. 20 Abs.1 keine Entscheidung &uuml;ber die streitenden Sozialphilosophien getroffen. Alle inhaltlichen Aussagen von Verfassungsrechtlern &uuml;ber die Tragweite des Sozialstaatsgedankens seien daher keine juristischen, sondern w&uuml;rden nur Bekenntnisse ihrer jeweiligen politischen Philosophie darstellen.<sup>41<\/sup><br>\nDieser Annahme folgend, soll hier nicht auf die Vereinbarkeit A&lsquo;s sozialer Demokratie mit der herrschenden Meinung und Rechtsprechung eingegangen werden.<\/p><p>6.1 <em>Die Aufhebung der Trennung von Staat und Gesellschaft:<\/em><\/p><p>Zwar habe das GG das sp&auml;tkapitalistische Wirtschaftsystem mit wenigen Ver&auml;nderungen bestehen lassen, es habe aber auch die Chance garantiert, mit gesetzlichen Mitteln, ohne GG-ver&auml;nderungen, durch die Legislative die bestehende in eine sozialistische Gesellschaft zu verwandeln.<sup>42<\/sup> Durch das Bekenntnis des GG zum sozialen Rechtsstaat, sei die bestehende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung nicht mehr vorgegeben f&uuml;r den Staat, sondern Gegenstand seiner Gestaltung.<sup>43<\/sup>Die existente &ndash; faktisch liberal-kapitalistische &ndash; Sozialordnung w&uuml;rde vom GG nicht mehr als die einzig richtige anerkannt.<sup>44<\/sup> Die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sei der Gestaltung durch diejenigen Staatsorgane unterworfen, in denen sich die demokratische Selbstbestimmung des Volkes repr&auml;sentiert. Die Aufrechterhaltung der Trennung von Staat und Gesellschaft sei zur Ideologie geworden, die nur dazu<br>\ndiente die &ldquo;private Mobilisierung der staatlichen Macht&ldquo; von Seiten der Wirtschaft zu verschleiern (s.o.)<sup>45<\/sup><\/p><p>6.2 <em>Verbindung zwischen Staate- und Betriebsverfassung:<\/em><\/p><p>Der demokratische Gedanke m&uuml;sse in rechtsstaatlicher Weise in die Wirtschafts- und Sozialordnung projiziert werden, da der Betriebsuntertan kein politisch gleichberechtigter Staatsb&uuml;rger sei.<sup>46<\/sup> Diese Halbheit der Verfassung d&uuml;rfe nicht aufrechterhalten bleiben. Diejenigen, die mit den Produktionsmitteln arbeiten, m&uuml;&szlig;ten auch &uuml;ber den Produktionsproze&szlig; mitbestimmen, wenn nicht der Grundgedanke der Demokratie, die Selbstverwirklichung des gesellschaftlich lebenden und produzierenden Menschen von vorneherein preisgegeben werden soll.<sup>47<\/sup> Das Geschick des Einzelnen entscheide sich keineswegs nur im Staate, vielmehr m&uuml;sse die Demokratisierung des Staates dahin dr&auml;ngen, sich in allseitige Selbstverwaltung zu verwandeln und jedes Unterwerfungs- und Herrschaftsverh&auml;ltnis aufzul&ouml;sen.<sup>48<\/sup> Es bestehe daher ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Betriebs-und Staatsverfassung?<\/p><p>6.3 <\/p><p>Sozialismus sei nichts anderes &ldquo;als die allseitige Verwirklichung dieses Gedankens der Demokratie, der aus einem System politischer Spielregeln zum inhaltlichen Prinzip der gesamten Gesellschaft, zur sozialen Demokratie erweitert wird&ldquo;.<sup>49<\/sup><\/p><p>6.4 <em>Strukturelle Einheit von Demokratie, Rechts- und Sozialstaat:<\/em><\/p><p>Sozial&mdash;und Rechtsstaat stellten keine Antithese dar<sup>50<\/sup>, es werd, nur der demokratische Rechtsstaatsgedanken mit sozialem Inhalt gef&uuml;llt<sup>51<\/sup>. Solange nicht alle drei Prinzipien erf&uuml;llt sind, blieben sowohl Demokratie als auch Rechts- und Sozialstaat im Falle einer sozialen Krise gleichm&auml;&szlig;ig in Frage gestellt<sup>52<\/sup>.<\/p><p>6.5 <em>Materielle Gleichheit vor dem Gesetz:<\/em><\/p><p>Dadurch, da&szlig; der Gleichheitssatz auch im Verh&auml;ltnis der sozialen Gruppen erf&uuml;llt w&uuml;rde, w&auml;re die individuelle materielle Gleichheit vor dem Gesetz erst gew&auml;hrleistet<sup>53<\/sup>, denn durch die indirekte wirtschaftliche Macht im formal demokratischen Staat w&uuml;rde die freie Entscheidung des einzelnen notwendig beengt.<\/p><p>6.6 <em>Aufhebung des Klassenkampfes und Pluralismus: <\/em><\/p><p>Tendenziell sollte durch Art. 20 GG der Klassenkampf durch Aufhebung der Klassen beendet werden<sup>54<\/sup>,  Art. 20 GG sei ein Transformator zur rechtsstaatlichen sozialen Demokratie mit friedlichen, d.h.- nicht-revolution&auml;ren Mitteln<sup>55<\/sup>.<br>\nDie Gedankenwelt des sozialen (und politischen) Pluralismus sei keine Rechtfertigung f&uuml;r die Klassenherrschaft. Viel eher hebe die gegenseitige Anpassung der Parteien und die dadurch bedingte Aufhebung politischer Alternativen, ja des Politischen &uuml;berhaupt, diesen Pluralismus auf<sup>56<\/sup>als die Teilnahme aller sozialen Gruppen mit den Methoden der demokratischen<br>\nWillensbildung auch in der Wirtschaft und Gesellschaft<sup>57<\/sup><\/p><p>6.7 <em>Vermittlung zwischen Staat und Gesellschaft &mdash; Kritik und Analyse der Parteien:<\/em><\/p><p>Parlamentarismus und Demokratie seien nicht dasselbe<sup>58<\/sup>.  F&uuml;r A sind die wesentlichen demokratischen Integrationsmittel des parlamentarischen Systems die Parteien, weil durch sie die Willensbildung der B&uuml;rger in der Massendemokratie ins Parlament vermittelt w&uuml;rde<sup>59<\/sup>. In den bestehenden Parteien h&auml;tten sich jedoch die Parteif&uuml;hrungsst&auml;be weitgehend von der Beteiligung ihrer Mitglieder an der Entscheidung &uuml;ber die politische Linie emanzipiert<sup>60<\/sup>. Bei den sog. Honoratiorenparteien war dieses Problem von vorneherein nie besonders relevant.  Durch personalpolitisch ausgerichtete Wahlk&auml;mpfe in Form von Reklameschlachten<sup>61<\/sup>, statt durch das Angebot alternativer Regierungsprogramme w&uuml;rde die demokratisch rationale und daher allein<br>\ndem politischen System der Demokratie ad&auml;quate Meinungsbildung der W&auml;hler preisgegeben<sup>62<\/sup>. Dadurch kann auch die Politik der Gew&auml;hlten unabh&auml;ngig vom Willen des W&auml;hlers bleiben, die im Parlament vertretenen Parteien w&uuml;rden frei von Einfl&uuml;ssen durch das Volk<sup>63<\/sup> &sbquo; und k&ouml;nnen sich mit &ouml;konomischen Machtgruppen vereinigenl<sup>64<\/sup>. Durch finanzielle Abh&auml;ngigkeit, die der Einsichtnahme durch die &Ouml;ffentlichkeit entzogen seien &mdash; noch immer fehle ein Parteiengesetz &mdash;  habe sich die &Uuml;berfremdung und Entdemokratisierung vervollst&auml;ndigt. In der Hand dieser Parteien sei das parlamentarische System, trotz formell demokratischen Wahlrechts zu einer Form entartet, die keinen demokratischen Integrationswert mehr besitzt<sup>65<\/sup> Eine Vermittlung zwischen Gesellschaft und Staat finde nicht mehr statt. Von Demokratie k&ouml;nne dann nicht mehr die Rede sein, wenn das &ldquo;Volk auf die Befugnis beschr&auml;nkt wird ihm gegen&uuml;ber v&ouml;llig unabh&auml;ngig &ldquo;Repr&auml;sentanten&ldquo; zu w&auml;hlen, denen es, sind sie einmal bestellt in v&ouml;lliger Passivit&auml;t die Willensbildung &uuml;berl&auml;&szlig;t<sup>66<\/sup>Die Wahl reduziert sich auf die Akklamation der zur&uuml;ckliegenden Entscheidungen.<\/p><p>6.8 <em>Verst&auml;rkung plebiszit&auml;rer Komponenten:<\/em><\/p><p>A sieht die M&ouml;glichkeit einer Korrektur der Erstarrung des Parteiensystems in der Verst&auml;rkung plebiszit&auml;rer Komponenten.  Das Plebiszit sei durch eine GG-&Auml;nderung einf&uuml;hrbar, da sich das GG nicht ausschlie&szlig;lich f&uuml;r eine repr&auml;sentative Demokratie entschieden habe<sup>67<\/sup>.<br>\nDa Demokratie darauf gerichtet sei, die Identit&auml;t von Regierenden und Regierten herzustellen, bed&uuml;rfe die Willensbildung der B&uuml;rger der permanenten Vermittlung zum Parlament, wo diese repr&auml;sentiert werden, durch das Medium der Parteien. A grenzt sich hier von den Theorien des, imperativen und hypothetischen Mandats ab, indem er ein permanentes Plebiszit vermittelt durch die Parteien fordert. Nur durch die Abgeordneten, die sich als Ausdruck ihrer Partei und dadurch ihrer W&auml;hler im Parlament empfinden, sei das Parlament in eine demokratische Vertretung des Volkes verwandelt.<\/p><p>6.9 <em>Demokratische Massenorganisationen:<\/em><\/p><p>Die Meinungs- und Willensbildung der B&uuml;rger eines demokratisch organisierten Staates f&auml;nde in Organisationen statt, die an die unmittelbaren Interessen der B&uuml;rger ankn&uuml;pften, den demokratischen Massenorganisationen. Da der Staat in den Interessenbereich der sozialen Gruppen eingreife, m&uuml;sse er es auch als legitim anerkennen, da&szlig; diese soziale Gruppen auch auf die staatliche Gestaltung einwirken wollten. Dieser Einwirkungsproze&szlig; m&uuml;sse aber &ouml;ffentlich sein  und nicht,  wie es derzeit geschieht, durch unmittelbare Einflu&szlig;nahme auf Exekutive und Parlament.<\/p><p><strong>7. Obiter dictum: die R&auml;te-Idee<\/strong><\/p><p>A lehnt die R&auml;te-Idee ab, da die M&ouml;glichkeit zur realen Demokratisierung in den formell demokratisch parlamentarischen Staaten besser gegeben sei<sup>68<\/sup><\/p><p><strong>8 Herbert Marcuse: Zur Person<\/strong><\/p><p>Herbert Marcuse wurde am 19. Juli 1998 in Berlin geboren. Er studierte von 1919 bis 1922 in Berlin und Freiburg, promovierte und diente einem kleinen Berliner Verlag als Lektor. 1927 kehrte er nach Freiburg zur&uuml;ck und wurde Assistent von Heidegger. Marcuse wandte sich aber bald von seinem Lehrer und damit vom Existenzialismus ab und beteiligte sich an der philosophischen Entdeckung des Marxismus. Sp&auml;ter verband er sich mit den Ideen Sigmund Freuds. Er wollte bei Horkheimer habilitieren, die Macht&uuml;bernahme Hitlers verhinderte dies Mit Horkheimers &ldquo;Institut f&uuml;r Sozialforschung&ldquo; floh Marcuse zun&auml;chst nach Genf und 1934, zusammen mit Adorno, nach New&mdash;York.<br>\nW&auml;hrend des Krieges war er zun&auml;chst politischer &ldquo;Researcher&ldquo; beim Washingtoner Office of Strategic Services, sp&auml;ter beim State Department. 1954 berief ihn die Brandeis University, Waltham(Mass.) als Professor f&uuml;r Politikwissenschaft. Seit 1965 ist er Professor an der University of California und Honorarprofessor an der FU&mdash;Berlin.<\/p><p>8.1 <\/p><p>Hauptwerke: Hegels Ontologie und die Grundlegung einer Theorie der Geschichtlichkeit (1932); &ldquo;Reason and Revolution&ldquo; Hegel an the Rise of Social Theory (1941) (deutsch:&ldquo;Vernunft und Revolution 1962);&ldquo;Eros and Civilisation&lsquo;t (1955) (deutsch:&ldquo;Triebstruktur und Gesellschaft&ldquo;); &ldquo;Sovjet Marxism&ldquo; (1958) (deutsch: Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus, 1964), &ldquo;One-dimensional Man&ldquo; (1964) (deutsch: Der eindimensionale Mensch 1967); Kultur und Gesellschaft I und II (1965); &ldquo;Repressive Toleranz&ldquo; (1965).<\/p><p>Marcuse ist ein, wie er selbst sagte, und sentimentaler Romantiker&ldquo;<sup>69<\/sup> . Er teilt die endzeitliche Hoffnung Marxens auf ein &ldquo;Reich der Freiheit&ldquo;, ein &ldquo;befriedetes Dasein&ldquo;.<br>\nAus seinen Werken spricht ein intellektuelles Aufb&auml;umen gegen die Entwicklung der Gesellschaft in Richtung auf &lsquo;1984&ldquo;, in der der Fortschritt den Menschen auffri&szlig;t. So &ldquo;utopisch&ldquo; seine Vorstellungen auch erscheinen m&ouml;gen, scheinen sie mir doch den Gegenpol zu der Weit der Zukunft darzustellen, wie sie Orwell, Wells, Huxley aufgezeichnet haben. <\/p><p><strong>9 Statt einer Einleitung:<\/strong><\/p><p>Marcuse (M) wird von seinen mehr oder weniger ad&auml;quaten Kritikern vorgeworfen, er treibe &ldquo;irrationale Spekulationen&ldquo; die am Menschen vorbeigingen<sup>70<\/sup>, er w&uuml;rde im &ldquo;Namen der Menschlichkeit die Menschen unbeschreiblich  erniedrigen<sup>71<\/sup>, seine Revolution ziele ins Unberechenbarel<sup>72<\/sup>,  seine Sozialphilosophie trage &ldquo;pr&auml;&mdash;marxistischen Charakter&ldquo;<sup>73<\/sup> &sbquo; aus seinen Werken spreche das alte illusion&auml;re Anrennen gegen die notwendig heute verzweigte Technik, Verwaltung und Staatsapparaturl<sup>74<\/sup>, sie stellten die &ldquo;moralische Emp&ouml;rung dar&uuml;ber dar, da&szlig; die Geschichte anders verlaufen ist&ldquo;<sup>75<\/sup>.<br>\nDiese kritischen Stimmen lassen es auch in diesem Rahmen angebracht erscheinen Narcuses Denken vorweg grob zu skizzieren. <\/p><p><strong>(Redaktionelle Anmerkung: <em>Ab hier werden keine Fu&szlig;noten mehr ausgewiesen, die zugrunde liegenden Schriften von Marcuse ergeben sich aus dem Literaturverzeichnis<\/em>)<\/strong><\/p><p>9.1 <em>Zu Marcuses Denken:<\/em><\/p><p>Der dialektische Satz Ernst Blochs, &ldquo;Das was ist, kann nicht wahr sein&ldquo; und dessen Gegenthese &ldquo;Was wirklich ist, das ist vern&uuml;nftig&ldquo;, macht die Kluft zwischen der dialektischen Vernunft Marcuses und der analytischen Vernunft jener Wissenschaften deutlich, die sich unter dem Oberbegriff Positivismus zusammenfassen lassen. Marcuse bezieht eine klare Position, wenn er die Positivisten als Jasager des Bestehenden abstempelt und nur dem &ldquo;negativen Denken&ldquo; sozialkritische Relevanz zuspricht.<\/p><p>9.2 <em>Positivismuskritik:<\/em><\/p><p>Die Rationalit&auml;t der empirischen Sozialwissenschaften sei eine reduzierte, weil sie die Entscheidung f&uuml;r die analytische Vernunft nicht in ihre Rationalit&auml;t mit einbeziehe. ie bestehenden Gesellschaftsstrukturen seien selbst gar nicht mehr der Gegenstand ihrer kritischen Analyse,Theorie und Praxis w&uuml;rden nur mit den bestehenden Tatsachen in &Uuml;bereinstimmung gebracht, ohne da&szlig; f&uuml;r die begriffliche Kritik der Tatsachen selbst noch Raum bliebe. Das Erkennen der Tatsachen sei Anerkennen der Tatsachen. Dadurch h&auml;tten diese Wissenschaften eine politische und eine ideologische Funktion: Ihre Ergebnisse m&uuml;nden in Methoden verbesserter sozialer Kontrolle im bestehenden Gesellschaftssystem, ihre Funktion Sei eine therapeutische, n&auml;mlich die Anpassung des Individuums an die gegebene Gesellschaft Indem sich der, angeblich objektive, Positivismus total den gegebenen Tatsachen unterwirft stelle er die akademische Legitimation f&uuml;r das gesellschaftlich erforderte &bdquo;eindimensionale Denken&ldquo; dar.<\/p><p>9.3 <em>Dialektische Vernunft und kritische Theorie:<\/em><\/p><p>Dagegen stellt Marcuse die dialektische Vernunft. Die Anerkennung der Tatsachen ist hier Kritik der Tatsachen. Ankn&uuml;pfend an den Platon der sp&auml;teren Dialoge und an Aristoteles, sind f&uuml;r ihn Seinsweisen Weisen der Bewegung &ndash; Sein ist unvollkommene Verwirklichung und damit dem Wandel unterworfen. Sein ist von Negativit&auml;t durchdrungen, seine Aktualit&auml;t beinhaltet eine neue Potentialit&auml;t. W&auml;hrend aber Platon den ontologischen Sachverhalt einer Gesellschaft unreflektiert l&auml;&szlig;t, damit aber nur absolute Wahrheitsbegriffe, abstrakte allgemeine Formen der Objektivit&auml;t denkt, die &uuml;ber die geschichtliche Wirklichkeit erhoben werden, relativiert Marcuse sein &ldquo;wahres&ldquo; Wertsystem historisch-gesellschaftlich, d.h. auf den jeweiligen Entwicklungsstand von M&ouml;glichkeiten der Verwirklichung. Die bestehende Basis &uuml;berlebt in ihrer Negation und schr&auml;nkt die M&ouml;glichkeiten der neuen Position ein. Wie Hegel zieht Marcuse die Geschichte mit in die Philosophie hinein; w&auml;hrend aber in Hegels System alle Kategorien in die bestehende Ordnung ein m&uuml;nden &ndash; wie bei Aristoteles erscheint ihm die h&ouml;chste Form der Vernunft und Freiheit als Geist -&sbquo; &uuml;bernimmt Marcuse die Marxschen Kategorien, die sich auf die Negation dieser Ordnung beziehen und gleichzeitig eine Ver&auml;nderung dieser Ordnung herbeif&uuml;hren sollen. Da das Denken keine Macht hat einen Wandel herbeizuf&uuml;hren, mu&szlig; das Verh&auml;ltnis zwischen Denksystem und Sein von einem philosophischen Problem zu einem der gesellschaftlichen Praxis gemacht werden. Der Konflikt zwischen Sein und Sollen kann immer nur nach den vorliegenden Kr&auml;ften und F&auml;higkeiten der Gesellschaft gel&ouml;st werden. Die &ldquo;bestimmte Negation&ldquo; &ndash; bestimmt nach den realen M&ouml;glichkeiten &ndash; schlie&szlig;t ihre &Uuml;berwindung mit ein, durch Negation der Negativit&auml;t. Die dialektische Definition der Tatsachen, definiert diese in der Bewegung, in dem sie von dem was sie nicht sind, &uuml;bergeht zu den was sie sind. Die kritische Theorie untersucht die Gesellschaft nach ihren ungenutzten oder mi&szlig;brauchten Kapazit&auml;ten, hierin liegt ihre &ldquo;Zweidimensionalit&auml;t&ldquo;.<\/p><p>9.4 <em>Transzendenter Entwurf nicht Utopie:<\/em><\/p><p>Derartiges Denken nimmt keine unmittelbare Faktizit&auml;t an, es ist notwendig transzendent. Diese Transzendenz ist aber eine geschichtliche, d.h. sie bezeichnet M&ouml;glichkeiten in Theorie und Praxis, die &uuml;ber das Bestehende &ldquo;hinausschie&szlig;en&ldquo;, die sich aber im Bereich der empirisch bestimmbaren M&ouml;glichkeiten der jeweiligen Gesellschaft befinden.<br>\nDer transzendente Entwurf unterscheidet sich von der Utopie, da&szlig; diesem wissenschaftlich als auch physisch nichts entgegensteht.<\/p><p>9.5 <em>Vorl&auml;ufige Abgrenzung zur kritischen Theorie des Marxismus:<\/em><\/p><p>Die Abgrenzung ergibt sich schon aus der historischen Weiterentwicklung des Kaptialismus und der dadurch bedingten Ver&auml;nderung der konkreten Gegebenheiten. Marxens Idee des Sozialismus, die sich auf eine fr&uuml;here Stufe der Entwicklung der Produktivkr&auml;fte bezieht, stelle noch nicht Jene &lsquo;bestimmte&ldquo; Negation des Kapitalismus dar, die sie heute darstellen k&ouml;nne. Die begriffe &ldquo;Entfremdung&ldquo;, Subjekt der Revolution&ldquo;, &ldquo;Verelendung&ldquo; m&uuml;&szlig;ten nicht abgelegt werden, sondern weiterentwickelt werden. Diese Weiterentwicklung ist in jeder kritischen Theorie selbst angelegt.<br>\nWie Marcuse die Begriffe weiterentwickelt hat, wird im Hauptteil zu zeigen sein.<\/p><p><strong>10 Hauptteil:<\/strong><\/p><p>10.1 <em>Die Koexistenz von Kapitalismus und Kommunismus:<\/em><\/p><p>Die Koexistenz von Kapitalismus und Kommunismus habe zu einer fundamentalen Transformation des Kapitalismus gef&uuml;hrt. Da der Kapitalismus des Westens vor einer geistigen Auseinandersetzung zur&uuml;ckscheue, m&uuml;sse der Wettbewerb auf &ouml;konomische Ebene verlagert werden. Der Kommunismus zum &auml;u&szlig;eren Feind abgestempelt, habe im inneren die M&ouml;glichkeiten geboten, die Kr&auml;fte zusammenzufassen; er wurde zum &ldquo;Motor&ldquo; einer noch nie erreichten Produktivit&auml;t. Die Produktivit&auml;t als Ausflu&szlig; der technologischen Rationalit&auml;t sei zum tagt&auml;glichen handfesten Beweis f&uuml;r die &Uuml;berlegenheit gegen&uuml;ber der Gesellschaftstheorie der sozialistischen L&auml;nder geworden.<\/p><p>10.2 <em>Verdeckung der Widerspr&uuml;che:<\/em><\/p><p>Auf Grund der &uuml;berw&auml;ltigen Produktivit&auml;t sei es wiederum gelungen die Antagonismen innerhalb des Kapitalismus zu verdecken, auf dieser materiellen Basis seien diejenigen Klassen, die fr&uuml;her die lebendige Negation des kapitalistischen Systems darstellten weitgehend integriert worden, jedenfalls seien sie nicht mehr Tr&auml;ger historischer Umgestaltung, ja sie seien sogar zur st&auml;rksten St&uuml;tze der herrschenden Lebensweise geworden.<\/p><p>Und doch seien alle Tatsachen vorhanden, die die kritische Theorie dieser best&auml;tige: zunehmende Irrationalit&auml;t des Ganzen, Verschwendung und Restriktion der Produktivit&auml;t, das Bed&uuml;rfnis nach aggressiver Expansion, die best&auml;ndige Bedrohung durch Krieg, versch&auml;rfte Ausbeutung, Entmenschlichung. All dies verweise auf die geschichtliche Alternative; die gepIante Nutzung der Ressourcen zur Befriedigung der Lebensbed&uuml;rfnisse bei einem Minimum an harter Arbeit, die Umwandlung der Freizeit in freie Zeit, die Befriedung des Kampfes ums Dasein. Aber die Tatsachen und ihre AIternativen l&auml;gen vor, wie eine Welt stummer Objekte ohne Subjekt und damit ohne Praxis, die diese Objekte in eine neue Richtung bewegen w&uuml;rde.<\/p><p>10.3 <em>Eingrenzung:<\/em><\/p><p>Es ist in diesem Rahmen nicht m&ouml;glich eine umfassende Analyse aller Tatsachen und deren mittels der kritischen Theorie abgeleiteten geschichtlichen Alternativen darzulegen, die Aktualit&auml;t nach ihren Potentialit&auml;ten zu untersuchen. Die Kritik mu&szlig; auf einige Grundtatsachen begrenzt werden.<\/p><p><strong>11 Die Irrationalit&auml;t des Ganzen:<\/strong><\/p><p>Die durchgreifende Rationalit&auml;t der Leistungsgesellschaft, die Leistungsf&auml;higkeit und Wachstum bef&ouml;rdert, ist selbst irrational bzw. ist irrational geworden.<\/p><p>11.1 <em>Die irrationale Dezision:<\/em><\/p><p>Die technologische Rationalit&auml;t ist an ihrer Basis irrational, weil die Entscheidung f&uuml;r die technologische Effizienz selbst irrational ist. Das einzige Kriterium der technologischen Rationalit&auml;t, die Effizienz der Produktivit&auml;t, sei auf die Entscheidung f&uuml;r die Technologie nicht anwendbar, sie sei eine Dezision. Die Gesellschaft, die das Ende der Ideologie verk&uuml;nde, beruhe auf einer Ideologie. Aber das &bdquo;falsche Bewu&szlig;tsein&ldquo; sei gegen seine &ldquo;Falschheit&ldquo; immun geworden, weil die Irrationalit&auml;t einen rationalen Charakter zeige: die Produktivit&auml;t. Sie erscheine als die neue Verk&ouml;rperung der Vernunft.<\/p><p>11.2 <em>Technologische Rationalit&auml;t und Herrschaft:<\/em><\/p><p>Nun mu&szlig; die irrationale Dezision f&uuml;r die technologische Rationalit&auml;t noch lange nicht die Irrationalit&auml;t des Ganzen beweisen, es sei denn das Ganze w&auml;re von ihr abh&auml;ngig.<\/p><p>In der fortgeschrittenen Industriegesellschaft funktioniere der technische Produktions- und Verteilungsapparat nicht nur als Gesamtsumme blo&szlig;er Instrumente, die von ihren gesellschaftlichen und politischen Wirkungen isoliert werden k&ouml;nnten, sondern vielmehr als ein System, von dem das Produkt des Apparates wie die Operation ihn zu bedienen und zu erweitern, a priori bestimmt w&uuml;rden. Die Technik sei nicht neutral, sondern schlage faktisch in Herrschaft um, die nach dem Kriterium der Effizienz dieser technologischen Rationalit&auml;t ausgerichtet sei. Das reibungslose Funktionieren des Apparates bestimme die Autonomie des Individuums, es verschlinge F&uuml;hrer und Gef&uuml;hrte. Der Macht und Autorit&auml;t des herrschenden Produktionsapparates w&uuml;rden durch seine Leistungsf&auml;higkeit und Produktivit&auml;t wiederum t&auml;glich Absolution erteilt.<\/p><p>11.3 <em>Die Irrationalit&auml;t der b&uuml;rgerlichen und der fortgeschrittenen Gesellschaft:<\/em><\/p><p>Insoweit ist aber die Irrationalit&auml;t der bestehenden fortgeschrittenen Gesellschaft aber noch nicht qualitativ verschieden von derjenigen der b&uuml;rgerlichen Gesellschaft. In der b&uuml;rgerlichen Gesellschaft sei die Produktivit&auml;t von Partikularinteressen der Kapitaleigent&uuml;mer bestimmt gewesen (siehe Abendroth), diese seien zwar ebenfalls irrational gewesen, gemessen an einem volkswirtschaftlichen Gesamtinteresse, n&auml;mlich bestimmt von den Sonderinteressen der Erweiterung des Profits und des politischen Machtbereichs. Die qualitative &Auml;nderung sei aber darin zu sehen, da&szlig; der von der b&uuml;rgerlichen Revolution erk&auml;mpfte Freiheitsraum des Individuums, die Denk- und Gewissensfreiheit durch die technologische Gesellschaft ausgel&ouml;scht w&uuml;rde. Die Produktivit&auml;t der b&uuml;rgerlichen Gesellschaft h&auml;tte es noch nicht n&ouml;tig gehabt in diese Freiheitssph&auml;re einzugreifen. Die Produktivkr&auml;fte h&auml;tten noch nicht jenes Stadium der Entwicklung erreicht, in der der Absatz der Produkts der gesellschaftlichen Arbeit die systematische Organisation der Bed&uuml;rfnisse, auch der intellektuellen, verlangt h&auml;tten; der Markt habe sich schlecht und recht reguliert, die Leistung des Arbeitsapparates sei noch nicht auf ununterbrochenen Konsum angewiesen gewesen. Heute bestehe die Notwendigkeit der &ldquo;totalen Einordnung&ldquo;. Der Produktionsapparat habe sich verselbstst&auml;ndigt und drohe in dem Ma&szlig;e totalit&auml;r zu werden, wie er nicht nur die gesellschaftlich notwendigen Bet&auml;tigungen, Fertigungen und Haltungen bestimme, sondern auch die individuellen Bed&uuml;rfnisse. Der auf Produktivit&auml;t angelegte Apparat mu&szlig; damit er selbst aufrechterhalten bleibt, die Produktivit&auml;t gegen den Einzelnen wenden. Ein Kreisproze&szlig; sei entstanden, der eine Entwicklungstendenz k&uuml;nstlich, d.h. mit Gewalt unterdr&uuml;ckt.<\/p><p>11.4 <em>Kreisproze&szlig;:<\/em><\/p><p>Die technologische Rationalit&auml;t, die als solche ihrer Irrationalit&auml;t entlarvt worden sei, sei aber auch in sich irrational, und damit zur Irrationalit&auml;t des Ganzen geworden.<\/p><p>Sie sei irrational geworden, weil die Potentialit&auml;t des Apparates im Laufe der ihm eigenen Entwicklungstendenz &uuml;ber die bestehende Institution hinausgewachsen sei, weil sie den Konflikt ihrer zwei sich widersprechenden Tendenzen &ndash; die Tendenz zur Vollendung der technologischen Rationalit&auml;t und die Tendenz im Rahmen des bestehenden Systems zu verharren &ndash; gegen die Vollendung ihrer Rationalit&auml;t entschieden habe.<\/p><p><strong>12 Potentialit&auml;t: Die Vollendung der technologischen Rationalit&auml;t<\/strong><\/p><p>12.1 <em>Extrapolation: Die Weiterentwicklung des Entfremdungsbegriffs<\/em><\/p><p>Karl Marx behauptet, da&szlig; sich die Entfremdung der Arbeit einmal in der Beziehung des Arbeiters zum Produkt seiner Arbeit, zum anderen in der Beziehung des Arbeiters zu seiner T&auml;tigkeit darstelle. &ldquo;Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihr als fremdes Wesen gegen&uuml;ber&ldquo;. Dieser seinem Produkt entfremdete Arbeiter, sei zugleich von sich selbst entfremdet, da die Arbeit nicht das Medium seiner Selbstverwirklichung darstelle, denn das Produkt bestimme Natur und Zweck der menschlichen T&auml;tigkeit. Der Mensch realisiere sich nicht mehr in seiner Arbeitsleistung, sein Leben sei ein Arbeitsinstrument geworden und damit verdinglicht. Die Materialien die dem Leben dienen sollen, gelangen zur Herrschaft &uuml;ber das Leben.<\/p><p>Die Selbstentfremdung sei gleichzeitig eine Entfremdung von seinen Mitmenschen.<br>\nDie Negativit&auml;t der Kapitalistischen Gesellschaft liege in ihrer Entfremdung; die Negation dieser Negativit&auml;t w&uuml;rde mit der Abschaffung entfremdeter Arbeit zustande kommen und zwar durch den Proletarier selbst, als lebendige Absage an diese Gesellshaft.<\/p><p>12.2 <em>Das Dasein hat das entfremdete Subjekt einverleibt:<\/em><\/p><p>Marcuse stellt f&uuml;r die gegenw&auml;rtige Gesellschaft fest, da&szlig; das entfremdete Subjekt seinem entfremdeten Dasein einverleibt worden Dies sei eine fortgeschrittenere Stufe der Entfremdung. Die Leistungsf&auml;higkeit des Systems mache die Individuen untauglich f&uuml;r die Erkenntnis der repressiven, d.h. zus&auml;tzlichen und irrationalen Macht die ihnen gegen&uuml;ber ausge&uuml;bt wird.<\/p><p>Die Entfremdung sei g&auml;nzlich objektiv geworden. Die Gewalt des Fortschritts verwandle die Vernunft in Unterwerfung unter die Lebenstatsachen, die geistige und gef&uuml;hlsm&auml;&szlig;ige Weigerung mitzumachen erscheine als neurotisch, aller Widerspruch irrational. Es g&auml;be nur noch eine Dimension. Die Menschen k&ouml;nnten sich gar in ihren Waren wiederfinden, nie w&uuml;rden ihre Seele in ihrem Auto, in ihrem Hi-Fi-Empf&auml;nger, ihrem K&uuml;chenger&auml;t wieder erkennen.<\/p><p>12.3 <em>Transzendenz des &ldquo;Reichs der Notwendigkeit&ldquo;:<\/em><\/p><p>Die Negativit&auml;t der fortgeschrittenen technologischen Gesellschaft liege mithin nicht mehr in der Entfremdung, sie liege vielmehr in der Arbeit selbst. Es handle sich nicht mehr darum die Entfremdung abzuschaffen, sondern sie zu vervollkommnen durch umfassende Automatisierung der Arbeit und &auml;u&szlig;erste Austauschbarkeit der Funktionen, kurzum: die Vollendung der technologischen Rationalit&auml;t.<\/p><p>Die Potentialit&auml;t liege in der Verk&uuml;rzung der Arbeitszeit bis zu einem Punkt, wo das blo&szlig;e Arbeitsquantum die menschliche Entwicklung nicht sehr behindere und damit die Vorbedingung f&uuml;r die Freiheit hergestellt w&auml;re: Das Reich der Notwendigkeit w&uuml;rde transzendiert.<\/p><p>12.4 <em>Die Kr&auml;fte f&uuml;r eine transzendierende Praxis:<\/em><\/p><p>In einer Zeit, da die Arbeitnehmer durch ihre Organisationen ihren 8-Stunden-Tag und ihren Arbeitsplatz durch Rationalisierungsabkommen sichern, in einer Epoche, wo die Arbeiterschaft zur st&auml;rksten St&uuml;tze der herrschenden Ideologie gez&auml;hlt werden m&uuml;sse, n&auml;mlich, da&szlig; Produktion und Konsum die Beherrschung des Menschen durch den Menschen rechtfertigen, in einer Periode, wo weder teilweise Verstaatlichung noch erweiterte Mitbestimmung oder teilweise Teilhabe am Gewinn eine Neuorganisation bewirken k&ouml;nne (hier unterscheidet sich Marcuse wesentlich von Abendroth), in einer Entwicklungsstufe, in der der Beherrschte nicht mehr den Beherrscher kenne, wo es dem Beherrscher gelungen sei, sich v&ouml;llig hinter der Anonymit&auml;t des Apparates zu verstecken, dessen Rationalit&auml;t die einzige geworden sei, wodurch sogar das Verh&auml;ltnis zwischen Herr und Knecht durchbrochen sei und die Knechtschaft nur noch gegen&uuml;ber dem Apparat besteht, kann Marcuse nur noch auf den Apparat selber setzen.<br>\nZwar widersetze sich die Arbeiterschaft der Automation, deren Aufschub aber k&ouml;nne die Konkurrenzf&auml;higkeit des Kapitals sowohl im Binnenmarkt, vor allem aber die Konkurrenzf&auml;higkeit zwischen Kapitalismus und Kommunismus gef&auml;hrden.<\/p><p><strong>13. Totalit&auml;re Herrschaftsform der industriellen Zivilisation<\/strong><\/p><p>Der technische Fortschritt, die Technologie selbst, sei zu einem neuen System der Herrschaft geworden. Ein neues System, weil die Verh&auml;ltnisse zwischen den Klassen entscheidend ver&auml;ndert worden seien. Es hab eine Angleichung der gesellschaftlichen Klassen in der Konsumsph&auml;re stattgefunden, f&uuml;r breitere Schichten sei die Arbeit k&ouml;rperlich leichter und das Leben komfortabler geworden.<\/p><p>Diese Errungenschaften aber w&uuml;rden bezahlt mit der Erweckung von Verschwendung als Bed&uuml;rfnis, mit der Verwandlung und von Zerst&ouml;rung in Aufbau im Kriegsf&uuml;hrungs &ndash; und Wohlfahrtsstaat.  Die Errungenschaften gehen einher mit planned obsolence und Vernichtung von lebensnotwendigen G&uuml;tern im Angesicht von Armut und Not selbst innerhalb der Gesellschaft im &Uuml;berflu&szlig;.<br>\nDie zur Verf&uuml;gung stehenden technischen Hilfsmittel w&uuml;rden gegen ihre eigenen M&ouml;glichkeiten gekehrt. Der krasseste Gegensatz zwischen M&ouml;glichkeit und Wirklichkeit dr&uuml;ckt sich &ndash; wie schon ausgef&uuml;hrt &ndash; in der Verz&ouml;gerung der Automatisierung aus.<\/p><p>13.1 <em>Totalit&auml;re Demokratie:<\/em><\/p><p>In dieser Gesellschaft, die immer mehr imstande scheint, die Bed&uuml;rfnisse der Individuen vermittels der Weise zur befriedigen, in der sie organisiert sei, k&ouml;nne verlangen, dass ihre Prinzipien und  Institutionen hingenommen w&uuml;rden, seien es parlamentarische oder au&szlig;erparlamentarische. Sie werden durch die Leistungsf&auml;higkeit t&auml;glich aufs neue legitimiert.<br>\nDie Waschmaschine sei das st&auml;rkste Argument gegen eine auf qualitative Ver&auml;nderung dr&auml;ngende Opposition., Das politische Bewusstsein w&uuml;rde durch die Bed&uuml;rfnisbefriedigung bestimmt. Auf eine politische Opposition k&ouml;nne verzichtet werden, solange die erzeugen Bed&uuml;rfnisse befriedigt w&uuml;rden. Dies k&ouml;nnte sich in der BRD in der Bildung der &bdquo;Gro&szlig;en Koalition&ldquo; und in der ihr zugrunde liegenden Erfahrung der SPD der Aussichtslosigkeit f&uuml;r eine politische Alternative gezeigt haben.<br>\nDie politische Alternative beschr&auml;nke sich auf alternative Praktiken der Bed&uuml;rfnisbefriedigung. Da die Bed&uuml;rfnisse, die vom Apparat befriedigt werden m&uuml;ssen, aber vom System selbst erzeugt w&uuml;rden, k&ouml;nne dieses die Bed&uuml;rfnis auch wiederum befriedigen. Ob diese Befriedigung dann durch ein autorit&auml;res oder nicht autorit&auml;res System erreicht w&uuml;rde, sei eine Sekund&auml;rfrage.<\/p><p>Die technologische sei zur politischen Macht geworden. Politische Macht setze sich heute vermittels ihrer Gewalt &uuml;ber den maschinellen Proze&szlig; und die technische Organisation des Apparates durch. Die Regierung fortgeschrittener und fortschreitender Industriegesellschaften k&ouml;nne sich nur dann behaupten und sichern, wenn es ihr gel&auml;nge, die der industriellen Zivilisation verf&uuml;gbare technische, wissenschaftliche und mechanische Produktivit&auml;t zu mobilisieren, zu organisieren und auszubeuten. Die Produktivit&auml;t wiederum mobilisiere die Gesellschaft als Ganze &uuml;ber alle partikulare oder Gruppeninteressen und jenseits von ihnen.<br>\nDamit m&uuml;sse der Glaube an die Prinzipien und das Bed&uuml;rfnis nach parlamentarischer Demokratie ersch&uuml;ttert werden.<br>\nNicht nur eine besondere Regierungsform oder Parteiherrschaft, sondern auch die pluralistische Aufhebung aller wirksamen Opposition durch die Integration gegens&auml;tzlicher Standpunkte auf Grund eines zunehmenden Lebensstandards bewirke Totalitarismus. Die gegenw&auml;rtige Gesellschaft tendiere zum Totalit&auml;ren, denn totalit&auml;r sei nicht nur eine terroristische politische Gleichschaltung, sondern auch eine nichtterroristische &ouml;konomisch-technische.<\/p><p><strong>14. Bed&uuml;rfniserweckung, ihre Funktion f&uuml;r das System:<\/strong><\/p><p>Da jede organisierte Gesellschaft die Befriedigung der Bed&uuml;rfnisse ihrer Mitglieder zur Aufgabe hat, ist die Befriedigung auch der Bed&uuml;rfnisse nach materiellen Dingen, da in der technologischen Gesellschaft offensichtlich solche Bed&uuml;rfnisse vorhanden sind, an sich noch nichts negatives. Nun seien aber Bed&uuml;rfnisse, die &uuml;ber das biologische Niveau hinausgehen, in dem Sinne historische Bed&uuml;rfnisse, als sie nach den M&ouml;glichkeiten einer geschichtlich gesellschaftlichen Welt geformt w&uuml;rden. Ob die M&ouml;glichkeit, etwas zu tun oder zu unterlassen, zu genie&szlig;en oder zu zerst&ouml;ren, zu besitzen oder zur&uuml;ckzuweisen, als ein Bed&uuml;rfnis erfa&szlig;t w&uuml;rden, h&auml;nge davon ab, ob sie f&uuml;r die herrschenden gesamtgesellschaftlichen Institutionen und Interessen als w&uuml;nschenswert angesehen werden k&ouml;nnen oder nicht. Die Bed&uuml;rfnisse seien heteronom und damit der Manipulation unterworfen.<\/p><p>14.1 <em>Circulus vitiosus von Bed&uuml;rfnis und Bed&uuml;rfniserweckung:<\/em><\/p><p>Die im Apparat zum Ausdruck kommende technologische Rationalit&auml;t, deren einziges Kriterium die Produktivit&auml;t darstelle, sei in der gegenw&auml;rtigen Entwicklung der Produktivit&auml;t auf die Bed&uuml;rfniserweckung um der Produktivit&auml;t, um der bestehenden Ordnung willen, angewiesen. Marktforschung, indusrielle Psychologie, &ldquo;science of human relations&lsquo;, raffiniert angelegte Werbekampagnen w&uuml;rden die Disziplinierung der Bed&uuml;rfnisse besorgen, sie erreichten die nicht-terroristische, spontan-automatische Harmonisierung von individuellen und gesellschaftlich notwendigen Bed&uuml;rfnissen, von Autonomie und Heteronomie.<\/p><p>Das System erzeuge und erweitere die fi&uuml;r das System selbst notwendigen Bed&uuml;rfnisse, und weil es die von ihm selbst erzeugten Bed&uuml;rfnisse wiederum befriedigen k&ouml;nne, best&auml;tige es sich als Ganzes.<\/p><p><strong>15 Realit&auml;tsprinzip als Ausdruck der &ldquo;nat&uuml;rlichen&ldquo; Unterdr&uuml;ckung:<\/strong><\/p><p>Die von der jeweiligen Zivilisationsstufe geformten Bed&uuml;rfnisse werden als Realit&auml;tstsprinzip verinnerlicht. Das Realit&auml;tsprinzip kontrolliert das Lustprinzip und erh&auml;ltt damit den Organismus in der Welt. Es macht den Menschen zum bewu&szlig;t handelnden und denkenden Subjekt, einer Rationalit&auml;t verhaftet, die ihm von au&szlig;en auferlegt ist. Realit&auml;tsprinzip sei bedingt durch die &ldquo;Lebensnot&ldquo;, den Existenzkampf in einer Welt, die zu arm sei um die menschlichen Bed&uuml;rfnisse ohne st&auml;ndige Einschr&auml;nkungen, Verzicht und Verz&ouml;gerungen zu erf&uuml;llen. Jede m&ouml;gliche Befriedigung erfordere durch den Kampf mit der Natur m&uuml;hselige Arbeit. Der Kampf ums Dasein sei daher notwendig mit der Unterdr&uuml;ckung von Sehns&uuml;chten, die vom Lustprinzip herkommen, verbunden. Es bestehe ein &ldquo;nat&uuml;rliches&ldquo; und ewiges Mi&szlig;verh&auml;ltnis zwischen menschlichen Sehns&uuml;chten und der Umwelt in der sie befriedigt werden m&uuml;&szlig;ten. <\/p><p>15.1 <em>Die &ldquo;zus&auml;tzliche Unterdr&uuml;ckung&ldquo;:<\/em><\/p><p>Die Entschuldigung mit der Lebensnot, die der institutionalisierten Unterdr&uuml;ckung von Anfang an als Rechtfertigung diente, wurde jedoch in dem Ma&szlig;e hinf&auml;llig, je mehr M&ouml;glichkeiten zur m&uuml;helosen Bed&uuml;rfnisbefriedigung sich mit zunehmendem Wissen und wachsender technischer Naturbeherrschung erg&auml;ben. Bei dem derzeitigen Stand der Produktivkr&auml;fte, d.h. dem Ausma&szlig; der kontrollierten technischen Naturbeherrschung, wo die m&uuml;hevolle Arbeit auf ein Minimum reduziert werden k&ouml;nne, w&uuml;rde der Unterdr&uuml;ckung die Rechtfertigung entzogen. Die fr&uuml;her gerechtfertigte &ldquo;nat&uuml;rliche&ldquo; Unterdr&uuml;ckung verselbstst&auml;ndige sich und werde zur &ldquo;zus&auml;tzlichen Unterdr&uuml;ckung&ldquo;.<\/p><p>15.2 <em>circulus vitiosus der Unterdr&uuml;ckung:<\/em><\/p><p>Je n&auml;her die reale M&ouml;glichkeit r&uuml;cke, den Einzelnen von den ehemals durch Mangel und Unterentwicklung der Produktionsmittel gerechtfertigten Einschr&auml;nkungen zu befreien, desto mehr steigere sich die Notwendigkeit f&uuml;r die institutionalisierte Herrschaft des Produktionsapparates, diese Einschr&auml;nkungen aufrecht zu erhalten, und zwar (wieder) um seiner Existenz willen. Der Fortschritt der Kultur verf&auml;lsche die Rationalit&auml;t der Unterdr&uuml;ckung. Die Gesellschaft k&ouml;nne ihre wachsende Produktivit&auml;t nicht dazu verwenden die Unterdr&uuml;ckung zu verringern und m&uuml;sse sie daher gegen den Einzelnen wenden. Die realen M&ouml;glichkeiten m&uuml;&szlig;ten gehemmt werden.<\/p><p>15.3 <em>Notwendigkeit der Manipulation:<\/em><\/p><p>Der Generalnenner auf den diese Gesellschaft gebracht werden k&ouml;nne, sei der, da&szlig; sie eine Gesellschaft der permanenten Mobilisierung aller politischen, wirtschaftlichen, technischen und kulturellen Kr&auml;fte darstelle:<br>\nMobilisierung, erstens gegen den &auml;u&szlig;eren Feind, den Kommunismus, zweitens gegen ihre eigenen M&ouml;glichkeiten. Dies geschehe durch Verst&auml;rkung der Kontrolle des Bewu&szlig;tseins, durch F&ouml;rderung gedankenloser Freizeitbesch&auml;ftigung als Konsumartikel, durch antiintellektuelle Ideologien. Die Ausdehnung der Kontrolle erstrecke sich auf ehemals freie Regionen des Bewu&szlig;tseins und der Mu&szlig;e, so werden z.B. die sexuellen Beziehungen von privaten zu &ouml;ffentlichen, das Leistungsprinzip m&uuml;sse ins Schlafzimmer getragen werden, um eine f&uuml;r das System zerst&ouml;rerische Befreiung des Eros zu verhindern. Die Manipulation tendiere auf eine v&ouml;llige Koordinierung des privaten und &ouml;ffentlichen Bewu&szlig;tseins, der spontanen und geforderten Reaktionen.<\/p><p>15.4 <em>Das Leistungsprinzip als Realit&auml;tsprinzip:<\/em><\/p><p>In einer auf Erwerb, Konsum und &ouml;konomischem Wettstreit ausgerichteten Welt werde das Leistungsprinzip zum Realit&auml;tsprinzip. Das System von Belohnung und Unterdr&uuml;ckung werde verinnerlicht. Das Leistungsprinzip gew&auml;hrleiste die f&uuml;r die &ldquo;zus&auml;tzliche Unterdr&uuml;ckung&ldquo; notwendige Umformung der menschlichen Triebstruktur. Diese erzwungene, zus&auml;tzliche Einschr&auml;nkung bezeichnet Marcuse als &bdquo;Repression&ldquo;. Durch das Leistungsprinzip wurde ein Realit&auml;tsprinzip aufrecht erhalten, das der historisch m&ouml;glichen Befreiung nicht mehr entspreche.<\/p><p>15.5 <em>Potentialit&auml;t: Sieg des Lustprinzips &uuml;ber das Leistungsprinzip<\/em><\/p><p>Die Definition des Lebensstandards im Sinne von Autos, Fernsehapparat und Traktoren sei die Definition des Leistungsprinzips an sich. Unter den bestehenden Bedingungen der reifen Zivilisation k&ouml;nne jedoch der materielle und intellektuelle Wohlstand derart sein, da&szlig; er eine m&uuml;helose Bed&uuml;rfnisbefriedigung zulie&szlig;e und die Herrschaft nicht mehr systematisch diese Befriedigung behindere? Bei dieser Reife der Zivilisation k&ouml;nne das Leistungsprinzip negiert werden. In diesem Falle w&auml;re das Ma&szlig; an Triebenergie, das noch auf unvermeidliche m&uuml;hevolle Arbeit verwandt werden m&uuml;&szlig;te so gering, da&szlig; ein weites Gebiet repressiver Zw&auml;nge und Triebmodifikationen, die nicht mehr durch &auml;u&szlig;ere Kraft aufrechterhalten w&uuml;rden, zusammenbrechen m&uuml;&szlig;te. Infolgedessen aber w&uuml;rde sich die antagonistische Beziehung zwischen Lust- und Realit&auml;tsprinzip zugunsten des ersteren verschieben. &ldquo;Jenseits des Leistungsprinzips&lsquo; w&uuml;rde das Lebensniveau mit anderen Kriterien gemessen; dort w&uuml;rde es sich um andere Dinge handeln:<br>\num die weltweite Befriedigung menschlicher Grundbed&uuml;rfnisse, um die Freiheit von Schuld und Angst.<\/p><p>15.6 <em>Kr&auml;fte der Transzendenz:<\/em><\/p><p>Die Produktivit&auml;t der Arbeit habe ihre historischen Grenzen: es seien diejenigen des Leistungsprinzips selbst. Wenn die Errungenschaften des Leistungsprinzips seine Institutionen &uuml;bertr&auml;fen, dann w&uuml;rden sie sich auch gegen die Richtung wenden, die die Produktivit&auml;t genommen habe; gegen die Unterwerfung des Menschen unter seine Arbeit. Dann w&auml;re das Ma&szlig; an Triebenergie, das noch auf unvermeidliche m&uuml;hevolle Arbeit verwandt werden m&uuml;&szlig;te so gering, da&szlig; die Produktivit&auml;t ihre repressive Macht verlieren w&uuml;rde die freie Entwicklung individueller Bed&uuml;rfnisse, au&szlig;erhalb der entfremdeten Arbeit, w&uuml;rden gef&ouml;rdert werden. Vorbedingung f&uuml;r diese Wandlung der Triebdynamik, sei aber die Umorientierung des Kampfes ums Dasein, eine Neuorganisation der sozialen Arbeit.<\/p><p><strong>16 Vision einer Kultur ohne Unterdr&uuml;ckung und Verdr&auml;ngung:<\/strong><\/p><p>Die Sprengung des Leistungsprinzips tendiere auf eine neue Beziehung zwischen Trieben und Vernunft hin. Befreit von der Tyrannei repressiver Vernunft w&uuml;rden sich die Triebe auf dauerhafte existentielle Beziehungen einrichten &ndash; sie w&uuml;rden ein neues Realit&auml;tsprinzip schaffen, indem &ldquo;Logos und Eros&ldquo; vers&ouml;hnt w&auml;ren. Die Befreiung von der Realit&auml;t w&auml;re keine nur transzendentale, innere oder blo&szlig; intellektuelle, sondern &bdquo;eine Freiheit in der Realit&auml;t&ldquo;.<\/p><p>16.1 <em>Freiheit in der Realit&auml;t:<\/em><\/p><p>So w&uuml;rde &ouml;konomische Freiheit, Freiheit von der Wirtschaft bedeuten. Freiheit vom Kampf ums Dasein, davon, sich seinen Lebensunterhalt durch m&uuml;hevolle Arbeit verdienen zu m&uuml;ssen? Politische Freiheit w&uuml;rde die Befreiung der Individuen von der Politik bedeuten, &uuml;ber die sie bislang keine wirksame Kontrolle aus&uuml;bten.<br>\nEs w&uuml;rde keine Gesellschaft ohne Konflikte sein. Die Konflikte bestehen fort, nur sind sie selbstverst&auml;ndliche Konflikte, nicht durch fremde Herrschaft herangetragen, sie k&ouml;nnen daher auch ohne Unterdr&uuml;ckung gel&ouml;st werden. Es w&uuml;rde rationale Herrschaft, wie der Pilot sein Flugzeug beherrscht, und rationale Autorit&auml;t, wie der Polizist den Verkehr regelt, weiterhin geben. Es w&uuml;rde aber keine Herrschaft &uuml;ber Menschen sein, die auf Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung beruht. Geistige Freiheit w&uuml;rde die Wiederherstellung des individuellen Denkens bedeuten, das jetzt durch Massenkommunikation und Schulung aufgesogen werde. Es w&auml;re die einzig wahrhafte Alternative zur Diktatur und totalit&auml;rer Demokratie. Eine Gesellschaft, in der das Volk aus autonomen Individuen bestehe, befreit von der repressiven Erfordernissen eines Kampfes ums Dasein im Interesse von Herrschaft. Das menschliche Dasein w&uuml;rde zur &ldquo;freien Bewegung, die sich selbst Mittel und Zweck ist&ldquo; angetrieben werden. Diese &ldquo;Befriedung des Daseins&ldquo; sei die geschichtliche Alternative der Welt am Rande eines allesvernichtenden Krieges<\/p><p>16.2 <em>Extrapolation: Widerspruch zur Kulturtheorie Freuds<\/em><\/p><p>Mit dieser Vision einer Kultur ohne Unterdr&uuml;ckung ger&auml;t Marcuse in Konflikt mit der freudschen Kulturtheorie und deren Hauptthese, da&szlig; Kultur und Zivilisation auf permanenter Unterjochung der menschlichen Triebe beruhe. Danach liegt allen historischen Formen des Realit&auml;tsprinzips in der Kultur eine verdr&auml;ngende Organisation der Triebe zugrunde. Die Kultur stelle einen unbewu&szlig;ten Komplott der Gesellschaft gegen den Einzelnen dar. Diese unhistorische, unver&auml;nderliche Gegebenheit, scheint mit einer historisch-relativierenden Theorie nicht in Einklang gebracht werden zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Marcuse der Freud&lsquo;s Psychoanalyse akzeptiert behauptet nun, da&szlig; Freuds eigene Theorie Gr&uuml;nde biete, die Gleichsetzung von Kultur und Unterdr&uuml;ckung abzulehnen. Er versucht aus dem Freud&lsquo;schen System heraus zu beweisen, da&szlig; auch in einer entsublimierten Kultur sich eine Selbstsublimation der Sexualit&auml;t in Eros entwickeln w&uuml;rde. Nur w&uuml;rde diese nicht mehr durch repressive Herrschaft herbeigef&uuml;hrt, sondern in der Regression, die damit notwendig verbunden w&auml;re, wurde sich selbst eine neue Vernunft entwickeln. Es komme nicht zu einer Gesellschaft der &bdquo;Triebbesessenen&ldquo;, sondern zu einer Transformation der Libido, zu einer Erotisierung der Gesamtpers&ouml;nlichkeit und damit zu einer qualitativen und quantitativen Erweiterung der Sexualit&auml;t. Zur Umgestaltung; der Sexualit&auml;t in Eros und zur Vers&ouml;hnung zwischen Kultur und Eros.<\/p><p>16.3 <em>Die neue Idee der Kultur:<\/em><\/p><p>Marcuse  entwickelt die Idee einer Kultur, die aus freien libidin&ouml;sen Beziehungen erw&auml;chst, ein der Libido selbst inh&auml;rentes Streben nach kulturellem Ausdruck. Das erotische Ziel schaffe seine eigenen Pl&auml;ne der Realisierung: durch das freie Spiel der individuellen Bed&uuml;rfnisse und F&auml;higkeiten: Abschaffung der M&uuml;hsal, Verbesserung der Umgebung, &Uuml;berwindung von Krankheit und Verfall, Beschaffung von Luxus. So erg&auml;be sich Sublimierung und infolgedessen Kultur.<\/p><p><strong>17 Das Gelingen als Bedingung des Gelingens: Versuch einer Kritik<\/strong><\/p><p>Marcuse mu&szlig; am Ende seines Buches &ldquo;Der eindimensionale Mensch&ldquo; bekennen, da&szlig; nichts auf eine qualitative &Auml;nderung im beschriebenen Sinne hindeute.<br>\nDie &ouml;konomischen und technischen Kapazit&auml;ten der bestehenden Gesellschaft seien umfassend genug, um Schlichtungen und soziale Entsch&auml;digungen an die bislang Benachteiligten zu erm&ouml;glichen, die eine Sicherung der politischen Loyalit&auml;t gew&auml;hrleisten. Die bewaffneten Streitkr&auml;fte seien hinreichend ger&uuml;stet, um mit Notsituationen fertig zu werden. Die durch Zugest&auml;ndnisse vereitelte Umw&auml;lzung in Frankreich und die durch die Notstandsverfassung in der BRD geschaffene M&ouml;glichkeit die Streitkr&auml;fte auch im Inneren einzusetzen belegen dies aktuell. Die reale M&ouml;glichkeit erweist sich nur als eine, weil die Voraussetzungen einer negierenden Praxis nicht gegeben sind. Damit hat aber Marcuse die &ldquo;kritische Theorie&ldquo; verlassen, seinem Denken ist die Beziehung zur Praxis nicht mehr immanent, das Verh&auml;ltnis von Denken und Sein bleibt ein philosophisches. Marcuse mu&szlig; selbst zugeben, da&szlig; seine kritische Theorie der Gesellschaft keine Begriffe besitzt um die Kluft zwischen dem Gegenw&auml;rtigen und seiner Zukunft &uuml;berbr&uuml;cken zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Sie sei nicht widerlegt, sie k&ouml;nne aber keine Heilmittel bieten. Je rationaler, produktiver, technischer und totaler diese repressive Verwaltung der Gesellschaft wird, desto unvorstellbarer sind die Mittel und Wege, verm&ouml;ge derer die verwalteten Individuen ihre Knechtschaft brechen und ihre Befreiung selbst in die Hand nehmen k&ouml;nnen? Als geschichtlicher Proze&szlig; m&uuml;&szlig;te der dialektische Proze&szlig; das Bewu&szlig;tsein einschlie&szlig;en, das die befreiende Potentialit&auml;t erkennt und erfa&szlig;t. Da aber, wie Marcuse feststellt, das Bewu&szlig;tsein unfrei in dem Sinne ist, dass es sich nicht gegen die Irrationalit&auml;t aufzulehnen vermag, ist die Voraussetzung einer negierenden Praxis nicht gegeben.<\/p><p>Die Repressionsmechanismen sind in den gegenw&auml;rtigen Bed&uuml;rfnissen begr&uuml;ndet. Wie diese Bed&uuml;rfnisstruktur abgeschafft werden kann, wie Triebverdr&auml;ngung zu Triebbefreiung gelangt, wie falsches, manipuliertes Bewu&szlig;tsein zu emanzipatorischem entwickelt werden kann, darauf wei&szlig; Marcuse keine Antwort.<\/p><p>Die totale Ver&auml;nderung durch Negation ist nur m&ouml;glich, wenn die Ver&auml;nderung schon gelungen ist. Die Bedingung dieses Gelingens ist aber das Gelingen selbst.<\/p><p><strong>18 Die &lsquo;Gro&szlig;e Weigerung&ldquo;:<\/strong><\/p><p>Weil  die Philosophie Marcuses f&uuml;r eine &ldquo;bestimmte&ldquo; negierende Praxis keine Voraussetzungen sieht, bleibt als Protest f&uuml;r diejenigen, die die verweigerten M&ouml;glichkeiten erkennen, nur die unbestimmte Weigerung. Die Weigerung als unbestimmte Negation dessen was ist. Sich der Gesellschaft zu verweigern, die die neue Welt verweigert sei der Kampf um die von Marcuse beschriebene Form der Freiheit.<\/p><p>Marcuse l&auml;&szlig;t aber seine Anh&auml;nger nicht im unklaren &uuml;ber ihre Situation, wenn er ihnen sagt: seine Philosophie hielte nur denjenigen die Treue, die ohne Hoffnung ihr Leben dieser &ldquo;Gro&szlig;en Weigerung&ldquo; hingeben.<br>\nWenn seine Anh&auml;nger mehr von ihm erwarten, hat nicht er sie get&auml;uscht, sondern sie haben sich get&auml;uscht.<\/p><p>18.1 <em>Aussichten der Opposition:<\/em><\/p><p>Marcuse sieht die Opposition personell auf zwei Gesellschaftsgruppen konzentriert: erstens, auf die Unterprivilegierten innerhalb des bestehenden Systems, deren vitale Bed&uuml;rfnisse selbst der hochentwickelte Sp&auml;tkapitalismus nicht befriedigen kann oder will. Zweitens, auf die Privilegierten, deren Bewu&szlig;tsein und Instinkte die gesellschaftliche Steuerung durchbrechen oder sich ihr entziehen k&ouml;nnen, also Schichten die noch ein Bewu&szlig;tsein haben von dem st&auml;ndig sich versch&auml;rfenden Widerspruch und von dem Preis, den die so genannte Gesellschaft im &Uuml;berflu&szlig; ihren Opfern abverlangt.<\/p><p>Diese Opposition richtet sich jedoch gegen eine gut funktionierende und normalerweise nicht mit Terror arbeitende Gesellschaft. Die individuelle Absage an die auferlegte Ordnung, l&ouml;st diese nicht auf, sondern stellt nur die Nein-Sager an die Peripherie dieser Ordnung. Die Masse der Bev&ouml;lkerung reagiert mit Unverst&auml;ndnis auf die Formen der Weigerung und ihre provokativ-anarchoiden Z&uuml;ge. Diese Negation bleibt ohne unmittelbare Verbindung mit der Realit&auml;t.<br>\ngierenden Praxis nicht gegeben.<\/p><p>Nicht mehr an der Wirklichkeit orientiert, ist diese Opposition, aber unf&auml;hig geworden &sbquo;die Grenzen ihres Aktionsspielraumes zu erkennen, dies f&uuml;hrte zu der &ldquo;Taktik der Scheinrevolution&ldquo; und zu der Illusion der Einheit von Studenten und Arbeitern, f&uuml;r die, wie sich in dem vergeblichen Bem&uuml;hen w&auml;hrend des &ldquo;Kampfes gegen die Notstandsgesetze&ldquo; zeigte, kaum Ans&auml;tze vorhanden sind.<\/p><p>Die Aktionen k&ouml;nnen die Gesellschaft nicht angreifen, und weil sie am Bewu&szlig;tsein der Bev&ouml;lkerung vorbeigehen, reagiert diese emotional: mit Angst und Aggression.<\/p><p><strong>19 Die &ldquo;demokratische erzieherische Diktatur freier Menschen&ldquo;:<\/strong><\/p><p>Marcuoe mu&szlig; selbst eingestehen, da&szlig; solange nicht die Erkenntnis dessen, was getan und verhindert wird, das Bewu&szlig;tsein der Menschen umw&auml;lzt, nicht einmal eine Katastrophe eine &Auml;nderung in seinem Sinne herbeif&uuml;hren k&ouml;nne, wenn eine L&ouml;sung von unten her nicht m&ouml;glich ist, k&ouml;nnte sie nur noch von oben gebracht werden, durch die vor&uuml;bergehende Herrschaft von &ldquo;rational und autonom denkenden Menschen in der Reife ihrer Anlagen&ldquo;. Eine Erziehungsdiktatur die sich in ihrer Erf&uuml;llung selbst aufheben w&uuml;rde. Eine kleine Anzahl von Menschen, die durch ihre Ideen und ihr Tun Zeugnis davon abgelegt haben, da&szlig; sie um die gegebenen M&ouml;glichkeiten eines Lebens ohne Angst und Unterdr&uuml;ckung wissen, sollen durch Gegenindoktrination, Gegenmanipulation und Gegenaufkl&auml;rung die Tyrannei der bestehenden Gesellschaft brechen.<\/p><p>Das platonische Ideal taucht auf zwar &ldquo;ohne die platonische Grausamkeit&ldquo;, ein Ideal jedoch ohne geschichtliche Praxis. Kritische Theorie m&uuml;ndet hier in den klassischen Idealismus.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><sup>1<\/sup> E. Krippendorf, in &bdquo;au&szlig;erparlamentarische Opposition&ldquo; Nr. 54, S. 15<br>\n<sup>2<\/sup> R. Seeliger, in &bdquo;Die au&szlig;erparlamentarische Opposition&ldquo;. S.<br>\n<sup>3<\/sup> H. Schmidt in einem Brief an den Herausgeber; zitiert nach R. Seliger a.a.O. S. 10<br>\n<sup>4<\/sup> M. Vester in &ldquo;neue kritik&ldquo; Juni 1965 Nr. 30 S. 12ff.<br>\n<sup>5<\/sup> siehe Delegiertenkonferenz des SDS im M&auml;rz 1968; zitiert nach Frankfurter Rundschau 29.3.68 und 2O.3.68 (S. 3 u. S.6)<br>\n<sup>6<\/sup> R. Seeliger a.a.O S. 29 u. Se 140<br>\n<sup>7<\/sup> Dieser Begtiff wird von Vertretern dieser Kategorie der APO verwendet.<br>\nDr.K Meschkat, Vorsitzender des RC Berlin in &ldquo;au&szlig;erparlamentarisch Opp&ldquo; Nr. 54 (Ende Januar 68) S.12<br>\nK.-D. und F. Wolff, Vorsitzende des SDS in &lsquo;DIE ZEIT&ldquo; Nr.3 Freitag 19.1.68 S. 3<br>\nDutschke konkret&ldquo; Nr, 3 M&auml;rz 1968 s.6<br>\n<sup>8<\/sup> R. Dutschke,  &bdquo;konkret&ldquo; Nr. 3,M&auml;rz 1968 S. 6<br>\n<sup>9<\/sup> Dr. K. Meschkat, in &bdquo;au&szlig;erparl. Opp.&ldquo; a.a.O. S. 12; E. Krippendorf, ebd. S. 15<br>\n<sup>10<\/sup> W. Lef&egrave;vre, in &bdquo;neue kritik&ldquo; Nr. 41. S. 31<br>\n<sup>11<\/sup> R. Dutschke, in &bdquo;konkret&ldquo; Nr. 1 1968, S. 53<br>\n<sup>12<\/sup> R. Seeliger, a.a.O., S. 29<br>\n<sup>13<\/sup> z.B. R. Dutschke in &ldquo;Rebellion der Studenten oder..&ldquo;; K.-D. und F. Wolff in &ldquo;DIE ZEIT&ldquo; Nr.3 S.3 19.1.68; Beitr&auml;ge Von R. Reiche und W. Lef&egrave;vre in &ldquo;neue kritik&rdquo;<br>\n<sup>14<\/sup> &lsquo;W. Abendroth in &ldquo;Antagonistische Gesellschaft&ldquo; S.107f.; 274,303,385<br>\n<sup>15<\/sup> Dto. ebd. S. 10<br>\n<sup>16<\/sup> Dto. S. 9,11<br>\n<sup>17<\/sup> Antagonistische Gesellschaft, S. 353<br>\n<sup>18<\/sup> Ebd. S. 361<br>\n<sup>19<\/sup> Ed. S. 71<br>\n<sup>20<\/sup> A.a. O. S. 71<br>\n<sup>21<\/sup> Ebd. S. 39<br>\n<sup>22<\/sup> Ebd. S 407<br>\n<sup>23<\/sup> siehe Jahresbericht des BDI zitiert nach &ldquo;Frankfurter Rundschau&ldquo; 8.6.68 S.1 f.<br>\n<sup>24<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat&hellip; S. 91, 105<br>\n<sup>25<\/sup> Antagonistische Gesellschaft S. 39<br>\n<sup>26<\/sup> Ebd. S. 40<br>\n<sup>27<\/sup> Dabei ist die Regierungsebene schon wichtiger als die Parlamentsebene. Nach einer Statistik des BDI hat dieser 1958\/59 82,8% aller Eingaben direkt an die Ministerien          und nur 8% an den Bundesrat oder Bundestag adressiert.<br>\n<sup>28<\/sup> A.a.O. S. 313, B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat.  S. 92<br>\n<sup>29<\/sup> Auch der Sozialdemokratische Wirtschaftsminister Schiller schien sich dieser Abh&auml;ngigkeit nicht, entziehen zu k&ouml;nnen, als er sich bei seiner Fahrt aus der &ldquo;Talsohle&lsquo; nur von der Gro&szlig;wirtschaft begleiten lie&szlig;, wenn auch die Arbeitnehmerseite den Wagen anschieben durfte. Er hypostasierte die Investitionsraten als Dominante des Wachstums, obwohl doch im liberalen Modell die Gewinnerwartung den Investitionsappetit der Unternehmer erweckt. Dieser Investitionsappetit bestimmt also den Hunger, d.h. das Gemeinwohl, der Masse der Bev&ouml;lkerung. Der private Profit, nicht die objektive Leistung f&uuml;r die Volkswirtschaft wurde zur Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges gemacht (Abendroth in &lsquo;B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat&acute; S.106,113)<br>\n<sup>30<\/sup> Abendroth in &bdquo;Der totale Notstandsstaat&ldquo;. S. 11<br>\n<sup>31<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 106<br>\n<sup>32<\/sup> Antagonistische Gesellschaft, S. 123<br>\n<sup>33<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat  S. 92<br>\n<sup>34<\/sup> Der totale Notstandsstaat. S. 12<br>\n<sup>35<\/sup> Antagonistische Gesellschaft, S. 392<br>\n<sup>36<\/sup> Ebd. S. 433, S. 358<br>\n<sup>37<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat. S. 60<br>\n<sup>38<\/sup> Antagonistische Gesellschaft, S. 47,48, 61, 414; B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 60<br>\n<sup>39<\/sup> Ebd. S. 97<br>\n<sup>40<\/sup> Antagonistische Gesellschaft S. 358, 433; B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 111<br>\n<sup>41<\/sup> Ebd. S 101<br>\n<sup>42<\/sup> Das Grundgesetz, S. 68<br>\n<sup>43<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 84, 90<br>\n<sup>44<\/sup> Ebd. S. 84<br>\n<sup>45<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 90<br>\n<sup>46<\/sup> Ebd. S. 104<br>\n<sup>47<\/sup> Ebd. S. 109<br>\n<sup>48<\/sup> Ebd. S. 105<br>\n<sup>49<\/sup> Ebd. S. 120<br>\n<sup>50<\/sup> Das Grundgesetz, S. 66<br>\n<sup>51<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 60, 96<br>\n<sup>52<\/sup> Ebd. S. 92; Antagonistische Gesellschaft, S. 111; Das Grundgesetz, S. 66<br>\n<sup>53<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 91,98<br>\n<sup>54<\/sup> Ebd. S. 99<br>\n<sup>55<\/sup> Ebd. S. 119<br>\n<sup>56<\/sup> Das Grundgesetz, S.85<br>\n<sup>57<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat S. 93, 96<br>\n<sup>58<\/sup> Ebd. S. 119<br>\n<sup>59<\/sup> Ebd. S.61; Antagonistische Gesellschaft S. 276<br>\n<sup>60<\/sup> Das Grundgesetz, S. 84<br>\n<sup>61<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 93, 96<br>\n<sup>62<\/sup> Antagonistische Gesellschaft, s. 84, 272<br>\n<sup>63<\/sup> Ebd. S. 290<br>\n<sup>64<\/sup> Ebd. S. 280<br>\n<sup>65<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 117<br>\n<sup>66<\/sup> Das Grundgesetz, S. 79<br>\n<sup>67<\/sup> Ebd. S. 78<br>\n<sup>68<\/sup> B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat, S. 119<br>\n<sup>69<\/sup> In Maikowsky S. 45<br>\n<sup>70<\/sup> M. Hereth, in &ldquo;neue Gesellschaft&ldquo; Nr. 1 1968<br>\n<sup>71<\/sup> Kurt L. Shell, in Sondernummer &ldquo;DIE WELT&ldquo; M&auml;rz 1968<br>\n<sup>72<\/sup> S. Haffner, in &bdquo;konkret&ldquo; Nr. 9, 1967<br>\n<sup>73<\/sup> J. Am&eacute;ry, in &ldquo;DIE ZEIT&ldquo; Nr. 8, 1968 S. 14<br>\n<sup>74<\/sup> Schwan, in Maikowsky, S. 93<br>\n<sup>75<\/sup> L&ouml;wenthal, ebd. S 87<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Bibliographien:<\/strong><\/p><p>Zur au&szlig;erparlamentarischen Opposition:<\/p><p>Bergmann, Dutschke, Lef&egrave;vre, Rabehl: Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition; rororo aktuell 1043, 1968<\/p><p>Seeliger, Rolf, Die au&szlig;erparlamentarische Opposition, Verlag Rolf Seeliger<br>\n1968<\/p><p>Zeitschriften, Periodikas:<br>\nau&szlig;erparlamentarisohe opposition, information f&uuml;r demokratie und abr&uuml;stung Herausgegeben von der Kampagne f&uuml;r Demokratie und Abr&uuml;stung<\/p><p>Berliner EXTRA Dienst, Berlin<\/p><p>konkret &mdash; unabh&auml;ngige Zeitschrift f&uuml;r Kultur und Politik, Hamburg <\/p><p>neue kritik &mdash; Zeitschrift sozialistischer studenten, herausgegeben vom Bundesvorstand des sozialistischen deutschen studentenbundes (sds)<\/p><p>Zu Abendroth:<br>\nAbendroth, Wolfgang<br>\nAntagonistische Gesellschaft, Soziologische Texte Band 47,Luchterhand Verlag Neuwied Berlin 1967<\/p><p>B&uuml;rokratischer Verwaltungsstaat und soziale Demokratie, Beitr&auml;ge zu Staatslehre und Staatsrecht der Bundesrepublik Norddeutsche Verlagsanstalt 0. Goedel. 1955<\/p><p>Das Grundgesetz, Politik in unserer Zeit Nr. 3, Neske Verlag Pfullingen 1966<\/p><p>Der totale Notstandsstaat,  kleine antworten-Reihe im Stimme Verlag, Frankfurt\/M 1965<\/p><p>Sozialgeschichte der europ&auml;ischen Arbeiterbewegung, edition suhrkamp Nr. 106, Suhrkamp Verlag Frankfurt\/M 1966<\/p><p>Zu Marcuse<br>\nMarcuse Herbert<br>\nDer eindimensionale Mensch, Soziologische Texte Band 13, Luchterhand Verlag Neuwied Berlin 1968<\/p><p>Kritik der reinen Toleranz, edition suhrkamp Nr. 181, Suhrkamp Verlag Frankfurt\/M 1967<\/p><p>Kultur und Gesellschaft 1, edition suhrkamp Nr. 101, Suhrkamp Verlag Fft\/M<\/p><p>Kultur und Gesellschaft II edition suhrkap Nr. 1035<\/p><p>Triebstruktur und Gesellschaft, Bibliothek Suhrkamp 1967<\/p><p>Vernunft und Revolution, Soziologische Texte Band 15, Luchterhand Verlag Neuwied Berlin 1962<\/p><p>Diskussionsbeitr&auml;ge, Aufs&auml;tze, Referate:<\/p><p>Das Ende der Utopie, Herbert Marcuse diskutiert mit Studenten und Professoren Westberlins an der FU&mdash;Berlin &uuml;ber die M&ouml;glichkeiten und Chancen einer politischen Opposition in den Metropolen in Zusammenhang mit den Befreiungsbewegungen in den L&auml;ndern der Dritten Welt.<br>\nVerlag v. Maikowski <\/p><p>Ziele, Formen und Aussichten der Studentenopposition, in: DAS ARGUMENT, Berliner Hefte f&uuml;r Probleme der Gesellschaft Nr. 45,9. Jahrgang, Heft 5\/6 5. 398ff<\/p><p>Perspektiven des Sozialismus in den industriell entwickelten L&auml;ndern in &bdquo;neue kritik&ldquo;, zeitschrift sozialistischer studenten, nr. 31 august 1965, 6. Jahrgang S.11ff.<\/p><p>Sekund&auml;rliteratur:<br>\nNarx-Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, in B&uuml;cherei des Narxjsmus-Lenjnismus Berlin 1956<br>\nMarx-Engels, &Ouml;konomisch-philosophische Schriften, Kleine &ouml;konomische Schriften Berlin 1955<\/p><p>Periodikas:<\/p><p>Am&eacute;ry, Jean, Der gro&szlig;e Nein-Sager, in DIE ZEIT Nr. 8 1968 S. i4<\/p><p>Haffner, Sebastian, Haffner &uuml;ber Marcuse, in konkret Nr. 9 1967 S. 46<br>\nHereth, Michael, Marcuses &ldquo;totale Befreiung&ldquo;, in: die neue Gesellschaft Heft 1 Januar\/Februar 1963 S. 3ff<br>\nShell, Kurt L., Inhumaner Humanist, Eine Auseinandersetzung mit Marcuse, in: DIE WELT Sondernummer M&auml;rz 1968<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr 1968 als das Attentat auf Rudi Dutschke militante Proteste und eine Blockade des Axel-Springer-Verlages und Unruhen in der gesamten Republik ausl&ouml;ste, wird von vielen zu einer Zeitenwende in der Geschichte der alten Bundesrepublik, ja geradezu zu einem Mythos stilisiert. 2008 liegt dieses Datum 40 Jahre zur&uuml;ck und man muss bef&uuml;rchten, dass sich zahllose<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2873\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[212,201,14,161],"tags":[352,1079,249,1700,230,271],"class_list":["post-2873","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gedenktagejahrestage","category-ideologiekritik","category-veroffentlichungen-der-herausgeber","category-wertedebatte","tag-68er","tag-diekmann-kai","tag-frankfurter-schule","tag-hahne-peter","tag-lieb-wolfgang","tag-springer"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2873"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2873\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29328,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2873\/revisions\/29328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}