{"id":28921,"date":"2015-11-23T10:35:43","date_gmt":"2015-11-23T09:35:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28921"},"modified":"2015-11-24T08:04:27","modified_gmt":"2015-11-24T07:04:27","slug":"der-aufbau-einer-gegenoeffentlichkeit-ist-dringlich-aber-er-ist-um-einiges-schwieriger-als-anfang-der-siebziger-jahre-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28921","title":{"rendered":"Der Aufbau einer Gegen\u00f6ffentlichkeit ist dringlich. Aber er ist um einiges schwieriger als Anfang der siebziger Jahre (Teil II)"},"content":{"rendered":"<p>Am 19. November 2015 hatte ich vom fr&uuml;heren erfolgreichen Versuch zum <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28859\">Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit<\/a> berichtet. Hier ist der angek&uuml;ndigte zweite Teil. Einige NachDenkSeiten-Leserinnen und Leser haben schon darauf hingewiesen, was sich seitdem alles ge&auml;ndert hat. Gravierendes: fast keine kritischen Medien mehr, massiver Ausbau der Public Relations zur Durchsetzung von Einzelinteressen, Spaltung des kritischen B&uuml;rgertums, aktuell nachweisbar am Fall des Heidelberger Grafikers Klaus Staeck; vor allem: keine gro&szlig;e politische Kraft, die den Aufbau anf&uuml;hrt und die t&auml;gliche Manipulation offen legt. Hoffnungszeichen gibt es auch. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3292\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-28921-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151123_Gegenoeffentlichkeit_Teil_II_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151123_Gegenoeffentlichkeit_Teil_II_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151123_Gegenoeffentlichkeit_Teil_II_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151123_Gegenoeffentlichkeit_Teil_II_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=28921-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/151123_Gegenoeffentlichkeit_Teil_II_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"151123_Gegenoeffentlichkeit_Teil_II_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Warum der Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit wichtig ist<\/strong><\/p><p>Eines der Motive zur Gr&uuml;ndung der NachDenkSeiten am 30.11.2003 war die Erkenntnis, dass die &ouml;ffentliche Meinungsbildung in Deutschland unter gezielten Kampagnen und Manipulationen leidet. An der Richtigkeit dieser Diagnose hat sich leider inzwischen nicht viel ver&auml;ndert. Wir haben regelrechte Kampagnen zur Privatisierung erlebt; wir haben unsere Altersvorsorge, motiviert von einer umfassenden Kampagne zum demographischen Wandel und der angeblich notwendigen Privatvorsorge, teilprivatisiert und &uuml;ber weite Strecken ihrer Leistungsf&auml;higkeit beraubt; den gro&szlig;en Erfolg des Abbaus der Konfrontation zwischen Ost und West konnten wir nicht pflegen und erhalten, wir sind in eine neue Konfrontation &bdquo;hineingeschlittert worden&ldquo;; es ist uns erz&auml;hlt worden, dass es uns, und das meint weitgehend allen, gut gehe; die Lebenslage der Menschen mit Arbeitsplatzsorgen, prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen und Arbeitslosigkeit z&auml;hlt kaum; jetzt ist auch unumwunden von Krieg die Rede; Siehe dazu und speziell zur Formierung der Berichterstattung und Kommentierung den Beitrag von <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59253\">German-Foreign-Policy.com vom 17. November<\/a>.<\/p><p>Die Qualit&auml;t der politischen Entscheidungen in Deutschland leidet unter den erkennbaren Defiziten. Der Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit w&auml;re schon deshalb dringlich.<\/p><p><strong>Warum ist das heute schwieriger als Anfang der siebziger Jahre:<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Der Konzentrationsprozess bei den Medien ist weiter vorangeschritten.<\/strong> Es gibt mehr lokale und regionale Monopole. Fernsehen und H&ouml;rfunk sind teilweise kommerzialisiert worden. Die &ouml;ffentlich-rechtlichen Programme haben sich unter Druck der Einschaltquoten oder aus anderen Motiven den kommerziellen Programmen angepasst. Nicht ganz, aber sp&uuml;rbar.<\/li>\n<li><strong>Die Wirtschaft und die konservativen Parteien<\/strong>, und dar&uuml;ber hinaus die sogenannte westliche &bdquo;Wertegemeinschaft&ldquo;, was polemisch gemeint ist, <strong>haben ihren Einfluss in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien durch eine konsequente Personalpolitik ausgebaut<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Damals, ausgangs der sechziger und Anfang der siebziger Jahre, gab es wenigstens ein paar kritische Medien, die aufkl&auml;rend arbeiteten und bereit waren, wichtige Ver&auml;nderungen wie etwa die Ostpolitik, die Bildungsreformen und die Rechtsreformen der sozialliberalen Koalition mitzutragen und mitzubef&ouml;rdern.<\/strong> Herausragende Beispiele sind der &bdquo;Stern&ldquo; und der &bdquo;Spiegel&ldquo;. Beide Bl&auml;tter waren fr&uuml;her wenigstens in Teilen kritisch und offen f&uuml;r eine fortschrittliche Politik. Ihre Spitzen waren zum Beispiel mit Henri Nannen und G&uuml;nter Gaus anders besetzt als heute. Zum Beleg eine kleine Geschichte: Als im Fr&uuml;hsommer 1972 absehbar war, dass es im Herbst zu einer vorgezogenen Bundestagswahl kommen wird, bat ich beim damaligen Chefredakteur des Spiegel, G&uuml;nter Gaus, um einen Termin, um ihm die groben Umrisse der bevorstehenden Auseinandersetzung zwischen den politischen Lagern zu erl&auml;utern. Ich beschrieb, dass wir eine massive Intervention finanzstarker Gruppen und Personen erwarten, die obendrein, wie im Fr&uuml;hjahr in einem Testlauf in Baden-W&uuml;rttemberg geschehen, anonym auftreten w&uuml;rden. Seine spontane Reaktion: das &bdquo;Gro&szlig;e Geld&ldquo; interveniert. Diese beiden Worte wurden dann zum Kern des Versuchs, eine Gegen&ouml;ffentlichkeit gegen den politischen Anspruch des Gro&szlig;en Geldes aufzubauen. Heute w&uuml;rde keine\/r der gro&szlig;en Chefredakteurinnen\/e in &auml;hnlicher Weise Position beziehen. Die meisten sitzen wohl, zumindest geistig, nahe am Gro&szlig;en Geld.\n<p>Auch heute gibt es gute Analysen und Recherchen und durchaus kritische Berichte. Aber diese Medien-Highlights &auml;ndern nichts daran, dass die Grundlinien der Meinungsbildung und interessenorientierten Entscheidungsfindung durchgezogen werden k&ouml;nnen. Ich nenne ein praktisches Beispiel: Der Berliner Tagesspiegel brachte am 13. September 2009 eine ausgezeichnete Analyse der mit der Rettung der M&uuml;nchner HRE und vielen staatlichen Milliarden &bdquo;Geretteten&ldquo;. Unser Steuergeld ging an private Banken, Kirchen, ausl&auml;ndische Pensionsfonds und andere private Einrichtungen. Dieser &uuml;beraus aufschlussreiche Artikel hatte jedoch nicht einmal Bedeutung f&uuml;r die Grundhaltung des eigenen Blattes zur Bankenrettung.<\/p><\/li>\n<li>Der vermutlich wichtigste Unterschied zu der Lage Anfang der siebziger Jahre: <strong>Es gab damals eine gro&szlig;e politische Kraft, die SPD<\/strong> &ndash; zeitweise unterst&uuml;tzt vom linksliberalen Teil der FDP -, <strong>die die notwendigen Ver&auml;nderungen politisch begleitete, die die Federf&uuml;hrung beim Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit &uuml;bernahm<\/strong> und gegen den Anspruch des Gro&szlig;en Geldes, des Springerkonzerns, von Teilen des ZDF und mancher sehr konservativen Bl&auml;tter als politische Kraft antrat.\n<p><strong>Die SPD von heute ist in dieser Funktion nahezu vollst&auml;ndig ausgefallen.<\/strong><br>\nDie Linkspartei allein kann das vermutlich nicht schaffen. Sie ist zudem von ihren politischen Gegnern und von einem Teil der Medien sofort und nachhaltig stigmatisiert worden.<\/p>\n<p>Diese Konstellation stellt ein gravierendes Problem dar. Selbst wenn sich ohne die Mitwirkung einer schlagkr&auml;ftigen politischen Organisation eine breite Gegen&ouml;ffentlichkeit aufbauen lie&szlig;e, muss diese sich dann ja politisch umsetzen, also in politisches Handeln und Entscheiden einflie&szlig;en. Das ist ohne Partner unter den potentiellen Parteien schwer vorstellbar.<br>\nEs bleibt das Prinzip Hoffnung, dass sich bei SPD, bei der Linken und den Gr&uuml;nen zumindest punktuell bei wichtigen Fragen unserer Zeit neues regt.<\/p><\/li>\n<li><strong>Anders<\/strong> als Ende der sechziger Jahre und Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts <strong>m&uuml;ssen wir heute feststellen, dass das kritische B&uuml;rgertum, vor allem das Lager der Intellektuellen, der K&uuml;nstler, der Schauspieler gespalten ist<\/strong>.<br>\nDer Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit war vor gut 40 Jahren davon getragen, dass ein weiter Kreis von bekannten Personen f&uuml;r eine neue, fortschrittliche Politik eintrat: der Entertainer Kulenkampff, die Autoren G&uuml;nter Grass und Heinrich B&ouml;ll, die Schauspielerin Inge Meysel, der Erfinder Wankel, und viele mehr, sogar ein bekannter Fu&szlig;baller: Paul Breitner. Kabarettisten, darunter einer mit einem gro&szlig;em Namen: Dieter Hildebrandt. Und ein damals ber&uuml;hmter Satiriker und Grafiker: Klaus Staeck aus Heidelberg.\n<p><strong>Exkurs: Der Wandel des Klaus Staeck vom Kritiker zum Besch&ouml;niger<\/strong><\/p>\n<p>Am Beispiel von Klaus Staeck kann man die Ver&auml;nderung gut erkennen. Er war fr&uuml;her eine St&uuml;tze der Gegen&ouml;ffentlichkeit. Sein Plakat &bdquo;Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen&ldquo; war ein Klassiker der Aufkl&auml;rung gegen &uuml;ble Verd&auml;chtigungen in Politik und Medien.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151123-aufbau-gegenoeffentlichkeit-deutsche-arbeiter.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Staeck hat damals gegen das ZDF-Magazin des Gerhard L&ouml;wenthal mobil gemacht. Er nannte BILD, verfremdet als &bdquo;Killt&ldquo;, ein &bdquo;L&uuml;genblatt&ldquo;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151123-aufbau-gegenoeffentlichkeit-killt.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Staeck hat damals eng mit der SPD zusammengearbeitet. Der Vertrieb seiner Produkte auf SPD-Parteitagen und &uuml;ber Unterorganisationen der SPD war ein wichtiger Vertriebskanal f&uuml;r seine Produkte. Am Abendbrottisch meiner Bonner Wohnung erfand er Anfang November 1972 einen der sch&ouml;nsten Anzeigen-Schlagzeilen: &bdquo;Im Himmel CDU. Auf Erden SPD.&ldquo; &ndash; Die Anzeige platzierten wir im Spiegel der Woche vor der Wahl vom 19.11.1972.<\/p>\n<p>Wir arbeiteten auch sp&auml;ter eng zusammen. Er gab mit dem Hinweis auf die Gr&uuml;ndung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft im November 2000 sogar den Ansto&szlig;, dar&uuml;ber nachzudenken, wie man diese Propagandaoffensive der neoliberalen Ideologen um den CDU-Politiker Tietmeyer und den Verband der Metallindustrie kontern k&ouml;nnte. Daraus entstand dann als Ergebnis des Nachdenkens bei mir die Idee f&uuml;r die NachDenkSeiten.<\/p>\n<p>Klaus Staeck, diese wichtige kritische Kraft, fiel dann mit Beginn der Kanzlerschaft Gerhard Schr&ouml;ders und insbesondere mit der Erfindung und Einf&uuml;hrung der Agenda 2010 aus. In Nibelungentreue vermied er jede Kritik an der SPD. &Auml;hnlich wie er hat sich auch G&uuml;nter Grass verhalten, und letztlich auch Erhard Eppler. Sie haben ihre Partei geschont und haben es sicherlich gut gemeint. Aber sie sind letztlich mitverantwortlich daf&uuml;r, dass die SPD als Kraft zum Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit ausgefallen ist, und dass sie ihre inhaltliche Position so ver&auml;ndert hat, dass man sozialdemokratisches Gedankengut kaum noch erkennen kann und die SPD deshalb immer mehr Vertrauen und Mitglieder verloren hat. 2009 erreichte sie mit Steinmeier gerade mal die H&auml;lfte des Zweitstimmenanteils von 1972: 23 %.<\/p>\n<p>Klaus Staeck ist jetzt den Reihen jener beigetreten, die die Medienlage besch&ouml;nigen und jene attackieren, die sich um den Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit bem&uuml;hen. In seiner <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kolumnen\/medien-der-journalismus-hat-viel-zu-verlieren,29976192,32448546.html\">Kolumne f&uuml;r die Frankfurter Rundschau vom 19.11.2015<\/a> beklagt er, in den NachDenkSeiten w&uuml;rde zum &bdquo;Kampf gegen die Herrschenden und gegen die Medien aufgerufen &ndash; ein Weg in die politische Resignation&ldquo;. Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Eindruck, wir h&auml;tten resigniert?<\/p>\n<p>Staeck warnt davor, &bdquo;einfach zuzusehen wie das Vertrauen in die &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien &ndash; wie auch in den anspruchsvollen Printjournalismus &ndash; weiter schwindet.&ldquo;<br>\nDas ist eine pauschale Besch&ouml;nigung der Situation bei den &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien. Offenbar nimmt der Heidelberger Grafiker nicht einmal wahr, wie der NDR mit Kritikern umgeht; er hat die Kampagnen zum Ukrainekonflikt offenbar ausgeblendet. Die Rolle der NATO-nahen Atlantiker in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien und ihr Verhalten &ndash; in Heidelberg offenbar nie angekommen. Klaus Staeck hat seinen urspr&uuml;nglichen kritischen Biss verloren und f&uuml;gt sich ansonsten in die Kampagne jener ein, die eine &bdquo;Querfront&ldquo; konstruieren, um wirklich kritische fortschrittliche Medien nieder zu machen.<\/p>\n<p>Sein Verhalten passt in das Bild der erkennbaren Strategie: es werden als links oder linksliberal geltende Einrichtungen und Personen wie die Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung, die Otto Brenner Stiftung, die Sendung ZAPP, Wolfgang Lieb und jetzt auch Klaus Staeck benutzt, um die &ldquo;Linke&rdquo; zu spalten, jedenfalls ihre Wirkung zu verringern.<br>\nEiner der angewandten Tricks&nbsp; entspricht einer alten Methode der Meinungsmache: &bdquo;Haltet den Dieb&ldquo;. Man unterstellt anderen, im konkreten Fall den NachDenkSeiten, sie h&auml;tten sich ver&auml;ndert, und verdeckt damit, dass man sich selbst gravierend ver&auml;ndert hat: vom Kritiker zum Besch&ouml;niger. <\/p>\n<p>Wer f&uuml;r Klaus Staeck dazu noch Belege braucht, sollte auf seine Webseite gehen und dort die <a href=\"http:\/\/www.edition-staeck.de\/index.html?klaus_staeck_postkarten.htm\">Postkarten bis zum Jahr 2015<\/a> aufrufen. Da findet sich zwischen 1998 und dem Jahr 2005 etc. weder eine kritische Postkarte zur Beteiligung von Rot-Gr&uuml;n am Jugoslawien Krieg noch eine zu der Agenda 2010. Die Abr&auml;umung des Sozialstaats wird der FDP\/CDU\/CSU zugeschoben, die Schw&auml;chung der Gewerkschaften der FDP. Das ist ja berechtigt. Aber dabei Schr&ouml;der und M&uuml;ntefering und&nbsp;Steinbr&uuml;ck zu vergessen, ist nicht nur einseitig.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Hoffnungszeichen<\/strong><\/p><p>Deutschlands Kabarettisten sind mehrheitlich wunderbar. Kritisch. Faktenreich. Mutig. Die Anstalt des ZDF &ndash; in der Tat sch&uuml;tzenswert. Wer will, kann auch sonst sehr sehr gute Kabarettsendungen in den Medien finden.<\/p><p>Es gibt wie erw&auml;hnt viele gut recherchierte und faktenreiche Medienprodukte.<\/p><p>Die Glaubw&uuml;rdigkeit der Kampagnenmedien allerdings ist vermutlich sehr gesunken. Das wird auf den Foren sichtbar. Diese Interventionen einzelner Mitb&uuml;rgerinnen und Mitb&uuml;rger pauschal als unsachlich und grobschl&auml;chtig beiseite zu schieben und nieder zu machen, ist unangebracht.<\/p><p>Und dann bleibt da noch als kleines Hoffnungszeichen die Entwicklung kritischer Internetseiten. Dazu geh&ouml;ren die NachDenkSeiten. Sie haben auch in den letzten Wochen bemerkenswert zugelegt. Dank Ihrer Treue und dank Ihres Mundfunks. Ich nenne die letzten Zahlen:<\/p><p>In der letzten Woche erreichten die NachDenkSeiten mit durchschnittlich 120.500 Besuchern pro Tag den bisher h&ouml;chsten Wert (das ist ein Zuwachs von etwa 50 % im Vergleich zum letzten Jahr), und am vergangenen Montag mit 163.390 Besuchern den h&ouml;chsten Tageswert bisher &uuml;berhaupt.<\/p><p>Es gibt ja Zeitgenossen, die von diesen Ziffern nichts halten und auf die Verweildauer verweisen. Zun&auml;chst ist dazu zu sagen, dass wir keine anderen Ma&szlig;st&auml;be haben. Warum sollten wir dann nicht die Zahl der Menschen, die die NachDenkSeiten nutzen, als Anhaltspunkte werten? Wir k&ouml;nnen uns dabei auf den fr&uuml;heren Vorsitzenden des F&ouml;rdervereins der NachDenkSeiten, Dr. Wolfgang Lieb berufen: er hat wie wir alle bei den j&auml;hrlich stattfindenden Mitgliederversammlungen seit zehn Jahren stolz auf den wachsenden Zuspruch gemessen in Besuchern pro Tag hingewiesen. Und &uuml;brigens: die Verweildauer der Besucher auf den NachDenkSeiten ist um vieles h&ouml;her als bei den meisten vergleichbaren Portalen.<\/p><p>Um unseren kleinen Beitrag zum Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit zu st&uuml;tzen und die &uuml;blich werdende Denunziation zu kontern, nochmals die Bitte an Sie: geben Sie interessante Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten weiter, nutzen Sie Ihre E-Mail-Adressen zur Information &uuml;ber die NachDenkSeiten. Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die diese M&ouml;glichkeit nicht kennen und dann in der Regel auch dankbar sind, wenn Sie sie darauf hinweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 19. November 2015 hatte ich vom fr&uuml;heren erfolgreichen Versuch zum <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28859\">Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit<\/a> berichtet. Hier ist der angek&uuml;ndigte zweite Teil. 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