{"id":2904,"date":"2008-01-18T08:51:43","date_gmt":"2008-01-18T07:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2904"},"modified":"2008-01-18T12:17:34","modified_gmt":"2008-01-18T11:17:34","slug":"hinweise-des-tages-566","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2904","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=2904&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Jugendkriminalit&auml;t &ndash; Falsche Zahlen f&uuml;r den Wahlkampf<\/strong><br>\n&ldquo;Hamburgs Richter greifen h&auml;rter durch&rdquo;, &ldquo;Wende in der Rechtssprechung&rdquo; &ndash; solche Schlagzeilen produzierten die Medien seit 2003 immer wieder, wenn Hamburgs Justizsenator die Vorjahres-Statistik &uuml;ber Jugendkriminalit&auml;t pr&auml;sentierte. Pl&ouml;tzlich waren jahrelang nicht mehr nur 30, sondern 70 Prozent der jugendlichen Straft&auml;ter zu einer Haftstrafe ohne Bew&auml;hrung verurteilt worden. Die Statistiken passten zum Image vom Hardliner, dass der CDU-Justizsenator von sich vermitteln wollte. Doch die Zahlen waren falsch. Kein Journalist hatte es bemerkt &ndash; jahrelang. Zapp &uuml;ber instrumentalisierte Statistiken und unkritische Zahlengl&auml;ubigkeit von Journalisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www3.ndr.de\/ndrtv_pages_std\/0,3147,OID4526828_REF2488,00.html\">Zapp NDR<\/a><\/li>\n<li>\n<strong>Koch st&uuml;rzt ab<\/strong><br>\nNach einer Umfrage des Hessischen Rundfunks hat der amtierende Ministerpr&auml;sident von Hessen 6 Prozent an Zustimmung verloren und liegt nun bei der Frage &bdquo;Wenn man den Ministerpr&auml;sidenten direkt w&auml;hlen k&ouml;nnte&ldquo; mit 38 Prozent erstmals deutlich hinter seiner Herausforderin Andrea Ypsilanti mit 48 Prozent (plus 4).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/specials\/ltw2008\/index.jsp?rubrik=32776&amp;key=standard_document_33698038&amp;gallery=1&amp;mMediaKey=mediathek_33697866&amp;s=v&amp;b=1&amp;pn=1\">Hessischer Rundfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Das gibt Hoffnung, dass die Hessen doch Kochs sch&auml;biges Spiel durchschauen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Mit 12 in den Knast<\/strong><br>\nWann kommt es schon vor, dass in einer vielschichtigen Frage die einschl&auml;gigen Experten &ndash; im Falle der &ldquo;Jugendkriminalit&auml;t&rdquo; Juristen, Psychologen und Strafrechtler, Sozialarbeiter und Polizisten &ndash; nahezu geschlossen einer Meinung sind und die politische Klasse, auf der durchsichtigen Suche nach schnellen Antworten, davon keinerlei Notiz nimmt. Sie diskutiert das Thema lieber aus dem hohlen Bauch und wei&szlig; auch sofort, was zu tun ist: N&auml;mlich das genaue Gegenteil dessen, was die Fachleute sagen. &ldquo;Zuf&auml;llig&rdquo; decken sich die &ldquo;L&ouml;sungen&rdquo; der Politiker mit dem, was viele Menschen ohne Sachkenntnis, aber mit schlichter Logik ebenfalls &ldquo;aus dem hohlen Bauch&rdquo; heraus instinktiv f&uuml;r richtig halten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/03\/08030101.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Run auf Rendite, Rendite, Rendite<\/strong><br>\nNokia habe das Ziel f&uuml;r die Gewinnmarge von 17 auf 20 Prozent angehoben, sagt Analyst Biehler. Dies habe das Unternehmen auf der Hausmesse &ldquo;nokia world 2007&rdquo; in Amsterdam mitgeteilt.<br>\nMirko Maier von der Landesbank Baden-W&uuml;rttemberg h&auml;lt das Gewinnziel ebenfalls f&uuml;r extrem hoch. &ldquo;Selbst ein Weltmarktf&uuml;hrer wie Nokia muss sich da ganz sch&ouml;n strecken.&rdquo; Die Lohnkosten machten zwar nur einen geringen Teil der Gesamtkosten aus &ndash; sie seien aber eine der wenigen Schrauben, an denen das Unternehmen noch drehen k&ouml;nne.<br>\nEines steht aber fest: Sollte Nokia in Rum&auml;nien Geld erhalten, dann stammt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit von deutschen Steuerzahlern: Von 2007 bis 2013 schie&szlig;t die EU Rum&auml;nien etwa 19 Milliarden Euro zu &ndash; und Deutschland ist gr&ouml;&szlig;ter Nettozahler der Gemeinschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,529294,00.html%20\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Trend zu mehr Teilzeitjobs h&auml;lt an<\/strong><br>\nJeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet in einem Teilzeitjob. Im laufenden Jahr wird die Zahl der Teilzeitbesch&auml;ftigten nach Berechnungen des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in N&uuml;rnberg erstmals die Marke von 12 Millionen &uuml;berschreiten. Zudem habe die Zahl der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten seit 2003 stark angezogen, da damals die Bedingungen f&uuml;r Mini-Jobs wesentlich erleichtert wurden. Ob auch Firmen Mitarbeiter st&auml;rker in Teilzeit dr&auml;ngten, gehe aus den Daten nicht hervor.<br>\nAuch die Zahl der Nebenjobs hat im vergangenen Jahr mit 2,2 Millionen einen neuen H&ouml;chststand erreicht. Sie liegt damit rund eine Million h&ouml;her als im Jahr 2002. Zu der Entwicklung bei den Nebenjobs sagte Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy (DGB), dass es offensichtlich immer mehr Menschen gebe, die nach Feierabend und am Wochenende weiter schuften m&uuml;ssten. Mehr sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte als fr&uuml;her haben Schwierigkeiten, finanziell &uuml;ber die Runden zu kommen, und seien deshalb auf einen Nebenjob angewiesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/717813.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Bundesfinanzminister Peer Steinbr&uuml;ck: Erfolg in Gefahr<\/strong><br>\nDer Bundesfinanzminister warnt die Wirtschafts-Eliten: Wer immer nur auf die Tube dr&uuml;ckt und Gerechtigkeit vergisst, verliert die Grundlagen f&uuml;r die eigenen Gesch&auml;fte. Ausz&uuml;ge aus einem Vortrag, den Steinbr&uuml;ck vor rund 600 F&uuml;hrungskr&auml;ften aus Wirtschaft und Finanzwelt auf der Veranstaltung &ldquo;Topic of the year 2008&rdquo; hielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/dokumentation\/?em_cnt=1272993\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieser Satz verr&auml;t, worum es Steinbr&uuml;ck geht: &bdquo;Ob es uns gelingt, eine breite gesellschaftliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r notwendige weitere Reformen zu organisieren, h&auml;ngt entscheidend auch davon ab, dass die Elite aus Wirtschaft und Gesellschaft die Gerechtigkeitskomponente wichtiger Reformen in ihren &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen st&auml;rker als bisher mitkoppeln.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rudolf Hickel; &ldquo;Die Neoliberalen sind widerlegt&rdquo;<\/strong><br>\nDer Keynesianer Rudolf Hickel &uuml;ber den sozialen Zeitgeist, Kasino-Kapitalismus und einen zynischen Ex-Kanzler. Im WAZ-Gespr&auml;ch fordert er Mindestl&ouml;hne und kritisiert Schn&auml;ppchenj&auml;ger als Mitt&auml;ter des Lohndumpings: &bdquo;Wer behauptet, dass durch Mindestl&ouml;hne massenhaft Jobs wegfallen, liegt falsch. In den Modellen der neoklassischen Wirtschaftsforscher geht es nur um die unmittelbaren Arbeitskosten. Nicht ber&uuml;cksichtigt werden die St&auml;rkung der Konsumnachfrage und die steigende Arbeitsmotivation. Schlie&szlig;lich hat sich in Gro&szlig;britannien gezeigt, dass mit dem Mindestlohn die Arbeitsbereitschaft gestiegen ist. Dort sind sogar neue Jobs besetzt worden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/waz\/2008\/1\/17\/news-16616405\/detail.html\">WAZ Der Westen<\/a><\/li>\n<li><strong>Hans-Werner Sinn mal wieder: Mini-Mindestlohn k&ouml;nnte Hunderttausende Jobs kosten<\/strong><br>\nNeue Gesch&uuml;tze gegen den Mindestlohn: Konjunkturexperten warnen, dass selbst niedrige Mindestl&ouml;hne in jedem Fall zum Abbau von Hunderttausenden Arbeitspl&auml;tzen f&uuml;hren w&uuml;rden. Schon die Lohnuntergrenze von 4,50 Euro k&ouml;nnte 365.000 Jobs gef&auml;hrden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,529238,00.html%20\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2:<a href=\"http:\/\/www.cesifo-group.de\/portal\/page\/portal\/ifoHome\/e-pr\/e1pz\/_generic_press_item_detail?p_itemid=6457292%20\"> ifo Institut fordert Versachlichung der Diskussion um Mindestl&ouml;hne<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wir weisen darauf nur hin, weil es mal wieder ein Beleg f&uuml;r das Vorgehen des neoliberalen Netzwerkes ist. Es wird eine sog. &bdquo;Studie&ldquo; vorgelegt, die zum hundertsten Mal den Arbeitsmarkt einem einfachen Kartoffelmarkt gleichsetzt und der ein banales Angebots-Nachfrage-Konstrukt zugrunde liegt. Lesen Sie dazu bitte einfach mal die Einleitung der Ifo-&bdquo;Studie&ldquo;.<br>\nMethode also: Man schafft einen Medienevent mit einer &bdquo;Studie&ldquo;, und Bl&auml;tter wie der Spiegel steigen prompt darauf ein und bieten nur immer wieder den alten, kalten Kaffee.<br>\nInteressant ist eigentlich nur, dass nach dieser &bdquo;Studie&ldquo; schon 365.000 Menschen unter 4,50 Euro arbeiten m&uuml;ssten. Das einzige Faktum, das erw&auml;hnt wird: Schon jeder achte Besch&auml;ftigte im Produzierenden Gewerbe und in ausgew&auml;hlten Dienstleistungsbranchen verdient weniger als 7,50 Euro.<br>\nDa ich mich im Gegensatz zum Ifo-Institut nicht st&auml;ndig wiederholen m&ouml;chte, verweise ich zur Kritik an dieser Kartoffel-Markt-Theorie auf &bdquo;Der schwarz-gelbe Pr&auml;sident: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2864%20\">&bdquo;Zur Freiheit geh&ouml;rt Ungleichheit&ldquo;<\/a><\/em> <\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><br>\nIAB-Chef Joachim M&ouml;ller versteht Aufregung nicht: &laquo;Der Mindestlohn kommt&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nn-online.de\/artikel.asp?art=756742&amp;kat=3%20\">N&uuml;rnberger Nachrichten<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Investition in Riesterrente ist rausgeworfenes Geld<\/strong><br>\nDer Blogger Carsten Albrecht stand vor der Frage, ob er selber (Single, kinderlos, mittleres Einkommen und Alter) riestern solle. Er rechnete nach und kam zu dem Ergebnis: Es lohnt sich nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.4null4.de\/238\/investition-in-riesterrente-ist-rausgeworfenes-geld\/#more-238\">4null4.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Zeitbombe Pflegeversicherung<\/strong><br>\nInterview in der Sendung Morgenecho (WFR5) mit Bernd Raffelh&uuml;schen: &bdquo;Und da wir in den Wahrscheinlichkeiten des Pflegezugangs ganz klar sehen m&uuml;ssen, dass die relativ unver&auml;ndert sind seit Jahrzehnten, m&uuml;ssen wir uns wohl damit abfinden, dass wir, wenn wir heute zum Beispiel als M&auml;dchen geboren werden, fast eine Garantie (!, KR) haben, als demente Pflegeperson zu sterben. &hellip; Aber da die Tatsache, dass wir die letzten 40 Jahre keine (!, KR) Menschen in die Welt gesetzt haben, dazu f&uuml;hrt, dass nicht nur der Beitragszahler zahlt, sondern auch der Steuerzahler, ist diese L&ouml;sung schlichtweg eine Scheinl&ouml;sung. &hellip;&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/morgenecho\/manuskript\/20080117_raffelhueschen.pdf\">WDR5<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Unser Leser Thorsten Howe schickte dem Sender zu diesem Interview eine Email:<\/em><\/p>\n<p><em>Guten Morgen Herr Schaaf, Frau Pape!<br>\nNein! nein, und nochmals nein! Auch wenn es immer wieder gebetsm&uuml;hlenartig wiederholt wird, Herr Raffelh&uuml;schen ist KEIN unabh&auml;ngiger Finanzwissenschaftler und erst recht kein Experte f&uuml;r auf dem Gebiet der Sozialversicherung.<br>\nEs ist und bleibt eine Tatsache: Herr RAFFELH&Uuml;SCHEN ist LOBBYIST der Versicherungswirtschaft und muss bitte auch so vorgestellt werden, bevor er auf gro&szlig;er B&uuml;hne wieder einmal das hohe Lied der Privatvorsorge und Kapitalbindung seiner diversen (Versicherungs)-Arbeitgeber zum Besten geben kann!<br>\nWenn schon keine kritischen Fragen nach prophetischen Aussagen wie: &ldquo;Eine heute geborene Frau kann mit Sicherheit davon ausgehen, ein dementer Pflegefall zu werden&rdquo; von Ihnen kommen, so ist das mindeste ein einleitender Hinweis auf die Position des Herrn Raffelh&uuml;schen im Aufsichtsrat der ERGO Versicherungsgruppe sowie auf seine Verflechtung mit privaten Versicherunsgkonzernen.<br>\nEine kurze Recherche in der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raffelh%C3%BCschen\">Wikipedia <\/a>oder den Nachdenkseiten h&auml;tte gereicht&hellip; , www.Nachdenkseiten.de ! Das erwarten Ihre H&ouml;rer von kritischen Journalisten.<br>\nWir brauchen eine kritische Presse und kritische Medien, die eben nicht unkommentiert den jeweiligen Interessengruppen Platz einr&auml;umen f&uuml;r ihre Propaganda. (Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dies gilt selbstverst&auml;ndlich nicht nur f&uuml;r die neoliberalen Lobbyisten, sondern auch f&uuml;r alle anderen Gruppen aus dem linken oder rechten Spektrum.)<br>\nZur besseren Einordung der jeweiligen Experten und Institute w&uuml;nsche ich mir daher in ihrer Anmoderation einen kurzen Hinweis auf das jeweilige Lager bzw. die N&auml;he zu einzelnen (Wirtschafts)Gruppen. Dies w&uuml;rde ihrem interessierten H&ouml;rer von Anfang an eine faire M&ouml;glichkeit geben, die Aussagen einzusch&auml;tzen und sich dann ein eigenes Bild zu machen.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nThorsten Howe<\/em><\/p>\n<p>Der Sender antwortete:<\/p>\n<p><em>Sehr geehrter Herr Howe,<\/em><\/p>\n<p>ich bedanke mich sehr f&uuml;r Ihre R&uuml;ckmeldung. Ich wei&szlig; nat&uuml;rlich, dass Herr Raffelh&uuml;schen f&uuml;r private Versicherungen arbeitet. Ich finde aber in dem gesamten Interview keinen Ansatz, den man als &ldquo;Werbung&rdquo; f&uuml;r Privatversicherungen bezeichnen k&ouml;nnte. Herr Raffelh&uuml;schen hat explizit ausgef&uuml;hrt, dass kapitalgedeckte Vorsorge auch im Wege einer Genossenschaft zu leisten w&auml;re. Insofern habe ich mit dem Interview keine Probleme. Sie k&ouml;nnen es ab heute mittag auch noch auf unserer Website WDr5-Morgenecho nachlesen oder noch einmal h&ouml;ren.<br>\nWir bem&uuml;hen uns sehr, auch Experten und Wissenschaftler kritisch zu befragen, denn auch sie sind nur Menschen und damit vor Vor- und Fehlurteilen nicht gefeit. Ich bedanke mich sehr f&uuml;r Ihre kritische Nachfrage und freue mich, wenn Sie uns weiterhin aufmerksam begleiten.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p>\n<p>Evelyn Noll<br>\nProgrammgruppe Zeitgeschehen WDR5<\/p>\n<p>Thorsten Howe schrieb zur&uuml;ck:<\/p>\n<p><em>Sehr geehrte Frau Noll!<br>\nGro&szlig;artig! Nur&hellip;wenn Ihnen die intensive Lobbyarbeit von Herrn Raffelh&uuml;schen bekannt ist, warum informieren Sie dann Ihre H&ouml;rer nicht entsprechend?<br>\n&ldquo;Ist die Pflegeversicherung eine Erfolgsgeschichte? Zu dieser Frage begr&uuml;&szlig;en wir Herrn Professor Bernd Raffelh&uuml;schen, Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler an der Uni Freiburg sowie Mitarbeiter im Aufsichtsrat der ERGO Versicherunsggruppe und wissenschaftlicher Berater der Victoria Versicherung&hellip;&rdquo;<br>\nMerken Sie den Unterschied bei der Anmoderation?<br>\n Ich werde Sie weiterhin kritisch begleiten. Ich gebe daher die Hoffung nicht auf, auch in Ihrem Hause einmal eine solche Anmoderation zu h&ouml;ren; das w&auml;re ein erster, wichtiger Schritt.<br>\n Gru&szlig; aus D&uuml;sseldorf<br>\nThorsten Howe<br>\n PS: Ich habe mir das (in Teilen unglaublich wirre) Interview mit Herrn Raffelh&uuml;schen noch einmal durchgelesen. Wo Sie den EXPLIZITEN (also den n&auml;her erl&auml;uternden) Hinweis auf einen genossenschaftlich finanzierten Ansatz sehen bleibt mir allerdings verborgen. <\/em><\/p>\n<p>Fazit von Thorsten Howe: Die Gehirnw&auml;sche geht leider weiter; die &uuml;blichen Akteure bleiben&hellip; nur der Kriegsschauplatz hat sich ge&auml;ndert.<\/p>\n<p>Dieser Einsch&auml;tzung schlie&szlig;en wir uns an.<br>\nEs erstaunt nat&uuml;rlich nicht, dass Raffelh&uuml;schen gleich wieder in den Tagesnachrichten der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/Datenpool\/Tagesnachrichten\/Aktuell\/Raffelhueschen_kritisiert_Schmidt__Pflege_ist_Schummelgeschichte__17.1.2008.html;jsessionid=0861E8205BF6B5CC8D4D1E0DC7559ECE\">hervorgehoben wird.<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Der Kernbestand der H&auml;user der Maximalversorgung kann nicht privatisiert werden.&ldquo; <\/strong><br>\nDer fr&uuml;here T&uuml;binger CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Tappeser hat als Ministerialdirektor des Wissenschaftsministeriums seine Meinung zur Privatisierung der Unikliniken nicht ge&auml;ndert. &bdquo;Wenn es um den Gesundheitsbereich geht, m&uuml;ssen wir Chef im Ring bleiben&ldquo;, beschreibt Klaus Tappeser seine Position. &Uuml;ber die k&uuml;nftige Rechtsform von Teilbereichen wie Klinik-W&auml;schereien oder Laboren lasse sich dagegen reden. Allerdings m&uuml;sse man diese Fragen &bdquo;sorgf&auml;ltig betrachten&ldquo;, denn es gebe Mischfinanzierungen und Subventionen: &bdquo;Es kann nicht sein, dass die &ouml;ffentliche Hand gut Funktionierendes aufgibt nach dem Motto: Gewinne privatisieren &ndash; Verluste sozialisieren.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagblatt.de\/index.php?artikel_id=2204382%20\">Schw&auml;bisches Tagblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Berliner Wasserbetriebe verbuchen Rekordgewinne<\/strong><br>\nDie Gewinne der Berliner Wasserbetriebe (BWB), die an das Land Berlin und die privaten Miteigent&uuml;mer ausgesch&uuml;ttet werden, sind 2007 explosionsartig gestiegen. Nach Informationen des Tagesspiegels werden 150 Millionen Euro in den laufenden Haushalt flie&szlig;en. Den Investoren RWE und Veolia stehen au&szlig;erdem zusammen fast 185 Millionen Euro zu.<br>\nDie unerwartet hohen Profite der Wasserbetriebe, die 1999 zur H&auml;lfte privatisiert wurden, bergen aber politischen Sprengstoff. Einerseits ist es erfreulich, wenn &ouml;ffentliche Unternehmen gewinnbringend arbeiten. Andererseits steht die BWB wegen ihrer Tarifkalkulation seit Jahren in der Kritik. Seit 2003 sind die Wasserpreise um insgesamt 26 Prozent gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/Wasserbetriebe;art270,2457640?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li>\n<strong>Medizin gegen Sehsch&auml;rfeverlust: Mehr Rendite mit Lucentis<\/strong><br>\nObwohl das Krebsmittel Avastin vor dem Erblinden sch&uuml;tzt, k&ouml;nnen &Auml;rzte es nicht einsetzen. Sie d&uuml;rfen nur ein weitaus teureres Mittel verordnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wissen\/artikel\/1\/mehr-rendite-mit-lucentis\/?src=SZ&amp;cHash=23cdf04713\">TAZ<\/a>\n<p><em>Siehe auch<\/em> <a href=\"?p=2644\">Hinweis 11 vom 18. September 2007<\/a>.<\/p><\/li>\n<p><strong>Inflation: Teure Bildung<\/strong><br>\nAls Folge der Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren betrug die Teuerungsrate f&uuml;r den Posten &ldquo;Bildungswesen&rdquo; im Dezember satte 29 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1273017\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung: <\/strong>So wird durch staatliche Entscheidungen, etwa der Studiengeb&uuml;hr, die Nachfrage nach Bildung gebremst. Soviel zum Geschw&auml;tz, wonach Bildung die wichtigste Investition in die Zukunft sei.<\/em><\/p>\n<li><strong>Erstmals wieder Verhaltensnoten in NRW<\/strong><br>\nHeute bekommen die Sch&uuml;ler ihre Halbjahreszeugnisse. Rund 15 Millionen Noten mehr als bisher mussten die LehrerInnen in Nordrhein-Westfalen darin vergeben. Gem&auml;&szlig; dem Willen der schwarz-gelben Landesregierung m&uuml;ssen neuerdings neben Beurteilungen der Leistungen in Mathematik oder Deutsch auch noch Verhaltensnoten stehen &ndash; und zwar gleich sechs an der Zahl. Leistungsbereitschaft, Zuverl&auml;ssigkeit, Selbstst&auml;ndigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsf&auml;higkeit &ndash; all diese Punkte hatten die Lehrer zu bewerten.<br>\nSchulministerin Sommer begr&uuml;ndet die Kopfnoten-Renaissance damit, das Arbeits- und Sozialverhalten f&ouml;rdern zu wollen. &ldquo;Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler wie ihre Eltern haben Anspruch auf klare und verst&auml;ndliche R&uuml;ckmeldungen und Bewertungen auch zu diesem Entwicklungsbereich&rdquo;, sagt sie. Ihre Vorg&auml;ngerin Ute Sch&auml;fer, inzwischen Vize der SPD-Landtagsfraktion, h&auml;lt demgegen&uuml;ber Kopfnoten f&uuml;r ein untaugliches Mittel: &ldquo;Ziffernnoten f&uuml;r das Arbeits- und Sozialverhalten sind nicht nur p&auml;dagogischer Humbug, sondern f&uuml;hren auch zu Ungerechtigkeiten und Willk&uuml;r.&rdquo; Die LSV (Landessch&uuml;lerInnenvertretung) hat inzwischen alle Sch&uuml;ler aufgerufen, gegen jede Kopfnotenbewertung schlechter als &ldquo;gut&rdquo; formal Widerspruch einzulegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2008%2F01%2F18%2Fa0070&amp;src=GI&amp;cHash=f2aee6250c&amp;type=98\">TAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Sp&uuml;lwasser f&uuml;r Gazprom-Pipeline: Giftbr&uuml;he f&uuml;r die Ostsee<\/strong><br>\nDie Gazprom-Pipeline soll mit Milliarden Litern giftiger Lauge gesp&uuml;lt werden, die dann ins Meer geleitet wird. F&uuml;r Fische ist das t&ouml;dlich. F&uuml;r die zwischen Russland und Deutschland geplante Gaspipeline m&uuml;ssen Teile der Ostsee mit einem massiven Giftschock rechnen. 1.200 Kilometer lang sollen die Rohre werden. Und das von der russischen Gazprom gef&uuml;hrte Nordstream-Konsortium plant, sie vor Inbetriebnahme mit einem gifthaltigen &ldquo;Waschwasser&rdquo; durchzusp&uuml;len, um die Oberfl&auml;chen der Innenseiten zu s&auml;ubern und blank zu machen. 2,4 Milliarden Liter dieses Sp&uuml;lwassers gegen Bakterien und Mikroorganismen sollen anschlie&szlig;end in der Ostsee landen. Das entspricht der Ladung von zehn Supertankern mit je 240.000 Tonnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/giftbruehe-fuer-die-ostsee\/?src=MT&amp;cHash=c70d7de0d8\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Evolution im Schnelldurchlauf: Blinde Fische kriegen sehende Kinder<\/strong><br>\nForscher kreuzte blinde Fischsorten und z&uuml;chtete sehende Exemplare. Die Evolution braucht also nicht Jahrtausende &ndash; es kann auch mal schnell gehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wissen\/artikel\/1\/blinde-fische-kriegen-sehende-enkel\/?src=SZ&amp;cHash=941ad885e9\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt:<\/strong><br>\nSo etwas im Blog &bdquo;Der Volkswirt&ldquo; zu lesen, freut einen nat&uuml;rlich:<br>\n17.01.08<br>\nNach ungef&auml;hr 30 Stunden ohne Internet habe ich eben das Neueste vom Tage gelesen und h&auml;tte es besser nicht getan. Na gut, der Absturz von Roland Koch in den Umfragen ist h&ouml;chst erfreulich. Ansonsten konnte man wieder allerhand Stumpfsinniges lesen. Mein erste Seite sind zumeist die verl&auml;sslichen NachDenkSeiten. Danach folgt dann Spiegel-Online mit den Schlagzeilen. Und dort erf&auml;hrt man dann von einer Studie des ifo-Instituts, dem Bild-Professor Sinn vorsteht, zu den Auswirkungen von Mindestl&ouml;hnen. Demnach w&uuml;rde schon eine &ndash; wirklich l&auml;cherlich niedrige &ndash; Untergrenze von 4,50&euro; die Stunde bis zu 365.000 Arbeitspl&auml;tze kosten. (Quelle) Wer daran glaubt, dass jeder Arbeitnehmer tats&auml;chlich nach dem Wert seines Grenzprodukts entlohnt wird, mag das abkaufen. Wer von der realistischeren Annahme ausgeht, dass die L&ouml;hne eher wegen der st&auml;rkeren Macht der Arbeitgeber nach Jahrzehnten der Massenarbeitslosigkeit niedrig sind, kommt zu ganz anderen Schl&uuml;ssen und d&uuml;rfte sich beim Blick in die europ&auml;ischen Nachbarl&auml;nder best&auml;tigt f&uuml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dervolkswirt.de\/politik.htm\">Volkswirt<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[1,19],"tags":[],"class_list":["post-2904","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-das-kritische-tagebuch","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2904"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2904\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}