{"id":29066,"date":"2015-11-26T09:26:17","date_gmt":"2015-11-26T08:26:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29066"},"modified":"2019-02-15T12:20:15","modified_gmt":"2019-02-15T11:20:15","slug":"ein-ungerechtfertigter-angriff-auf-den-armutsbegriff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29066","title":{"rendered":"Ein ungerechtfertigter Angriff auf den Armutsbegriff"},"content":{"rendered":"<p>Kaum ein im &ouml;ffentlichen Diskurs h&auml;ufig verwendeter Begriff ist so umstritten wie der Terminus &bdquo;Armut&ldquo;, den seine liberalkonservativen Kritiker als politischen Kampfbegriff einstufen und mit Blick auf Deutschland m&ouml;glichst ganz zu meiden suchen. W&auml;hrend sie die Existenz absoluter bzw. extremer Armut, bei der es f&uuml;r die Betroffenen ums nackte &Uuml;berleben geht, unter Hinweis auf das Recht zum Bezug staatlicher Grundsicherungsleistungen fast durchg&auml;ngig leugnen, wird relative (Einkommens-)Armut, bei der das allgemeine Wohlstandsniveau als Vergleichsma&szlig;stab dient, systematisch kleingerechnet, verharmlost und besch&ouml;nigt. In einem wohlhabenden, wenn nicht reichen Land wie der Bundesrepublik geschieht dies h&auml;ufig mit dem Ziel, die krasse Ungleichverteilung von Einkommen, Verm&ouml;gen und Lebenschancen zu rechtfertigen. Wer umgekehrt nach mehr Verteilungsgerechtigkeit strebt, muss sich daher gegen die Verdr&auml;ngung des Begriffs &bdquo;Armut&ldquo; aus dem &ouml;ffentlichen Diskurs ebenso engagiert zur Wehr setzen wie gegen seine Verengung auf Not und Elend, um nicht g&auml;nzlich chancenlos zu sein. Von <strong>Christoph Butterwegge<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29066#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Argumente und Abgr&uuml;nde der Armutsdiskussion<\/strong><\/p><p>Immer wieder kommt es zu Glaubenskriegen um das richtige Armutskonzept. Als der Parit&auml;tische Gesamtverband beispielsweise im Februar 2015 von einem &bdquo;neuerlichen Rekordhoch&ldquo; der Armut in Deutschland (gemeint war: nach 1989\/90 &ndash; nicht einschlie&szlig;lich der Nachkriegszeit und des fr&uuml;hen Mittelalters) sprach, das sich auch in einer regionalen Zerkl&uuml;ftung niederschl&auml;gt, wurden er und sein Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Ulrich Schneider zur Zielscheibe einer &auml;u&szlig;erst polemischen Medienkampagne. Daran beteiligten sich Redakteure der FAZ, der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> (Wirtschaftsredaktion) und der <em>Zeit<\/em>, die ihnen ma&szlig;lose &Uuml;bertreibung (&bdquo;Aufschneider&ldquo; und &bdquo;Armutsschwindel&ldquo; lauteten besonders geh&auml;ssige Formulierungen) sowie puren Alarmismus vorwarfen. Der relative Armutsbegriff, seine Operationalisierung, d.h. die EU-offizi&ouml;se Festlegung der Armuts(risiko)grenze von 60 Prozent des mittleren Netto&auml;quivalenzeinkommens, die Gleichsetzung von Armut und Armutsrisiko sowie die Nichtber&uuml;cksichtigung der regionalen Kaufkraftdifferenzen standen im Zentrum der Kritik. Letztlich handelte es sich dabei um einen Frontalangriff auf den fachwissenschaftlichen Armutsbegriff.<\/p><p>Sozialwissenschaftler\/innen differenzieren zwischen absoluter und relativer Armut. Absolute Armut ist dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen am physischen Existenzminimum leben, d.h. ihre Grundbed&uuml;rfnisse (Nahrungsaufnahme, Bekleidung, Unterkunft und medizinische Basisversorgung) nicht befriedigen k&ouml;nnen. Relative Armut wiederum ist dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums leben, d.h. weder am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilnehmen noch die zwischenmenschlichen Beziehungen pflegen k&ouml;nnen.<\/p><p>Armut in einem reichen Land hat weniger mit Not und Elend, die sich vor allem bei sog. Randgruppen wie Obdachlosen, Drogenabh&auml;ngigen und illegalisierten Migrant(inn)en finden, als mit einem &uuml;berbordenden Reichtum zu tun, der sich immer st&auml;rker bei einer kleinen Finanzoligarchie konzentriert. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte man statt 60 Prozent des Medianeinkommens ebenso gut 58 oder 62 Prozent als &bdquo;Armutsschwelle&ldquo; festlegen, doch Analoges gilt nat&uuml;rlich f&uuml;r s&auml;mtliche Grenzziehungen dieser Art. Nur von einem &bdquo;Armutsrisiko&ldquo; statt von Armut und sozialer Ausgrenzung zu sprechen, wenn jemand monatlich weniger als 987 Euro (2014) zur Verf&uuml;gung hat, ist jedoch Sch&ouml;nrednerei. Die relative Armut hei&szlig;t aber nicht so, weil man sie relativieren, verharmlosen oder verdr&auml;ngen sollte.<\/p><p>Publizistischen Flankenschutz erhielten die Angreifer von Georg Cremer, Generalsekret&auml;r des Deutschen Caritasverbandes, der eine ihm von der FAZ am 27. April 2015 zur Verf&uuml;gung gestellte Zeitungsseite benutzte, um den Armutsbericht des Parit&auml;tischen scharf zu kritisieren und den darin verwendeten Armutsbegriff zu attackieren. In erster Linie bem&auml;ngelte Cremer die Gleichsetzung von Armutsrisiko und Armut, die Skandalisierung eines vom Sozialstaat zu bew&auml;ltigenden Problems und die Vernachl&auml;ssigung der regionalen Kaufkraftdifferenzen, wobei er sich auf einen Fastnamensvetter berief: Walter Kr&auml;mer, Professor f&uuml;r Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund, warnt seit Jahrzehnten gebetsm&uuml;hlenartig davor, Armut mit (einem hohen Ma&szlig; an) sozialer Ungleichheit zu identifizieren oder darauf zu reduzieren, indem beispielsweise 50 oder 60 Prozent des bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommens zum Ma&szlig;stab f&uuml;r die Existenz relativer Armut herangezogen w&uuml;rden: &bdquo;Eine derartige a-theoretische, rein politisch-willk&uuml;rliche Definition der &sbquo;Armut&lsquo; macht (&hellip;) das Bek&auml;mpfen dieser &sbquo;Armut&lsquo; zu einem aussichtslosen Unterfangen.&ldquo; Das stimmt aber nicht: W&uuml;rde die Einkommensverteilung so umgestaltet, dass niemand mehr als 40 Prozentpunkte unter dem Medianeinkommen liegt, k&ouml;nnte die relative (Einkommens-)Armut sogar vollst&auml;ndig verschwinden.<\/p><p><strong>Georg Cremer und Walter Kr&auml;mer &ndash; die sch&auml;rfsten Kritiker des relativen Armutsbegriffs<\/strong><\/p><p>Kr&auml;mer erkl&auml;rte den o.g. Armutsbericht des Parit&auml;tischen zur &bdquo;Unstatistik&ldquo; des Monats, weil die Verfasser nicht zur Kenntnis n&auml;hmen, &bdquo;dass relative Armutsquoten nur ein (schlechtes) Ma&szlig; f&uuml;r die Einkommensungleichheit darstellen und mit Armut im herk&ouml;mmlichen Sinne nichts zu tun haben.&ldquo; Kr&auml;mer tut so, als sei die &bdquo;Armuts-&ldquo; bzw. &bdquo;Armutsgef&auml;hrdungsquote&ldquo; (Anteil der Personen mit einem Monatseinkommen unterhalb von 60 Prozent des Medians an der Grundgesamtheit) ein normales Ungleichheitsma&szlig;, verkennt dabei allerdings, dass sie die Position einer finanziell deutlich schlechter als die gesellschaftliche Mitte gestellten Gruppe markiert.<\/p><p>Die relative Armut wird negiert, ihre Messung mittels des Medianeinkommens kritisiert und heftig attackiert, wer sie &ouml;ffentlich anprangert, weil schon ihre Wahrnehmung die Existenz sozialer Ungerechtigkeit impliziert und das Postulat einer Umverteilung von oben nach unten nach sich zieht, damit jedoch Widerspruch der davon negativ Betroffenen provoziert. Denn im Unterschied zur absoluten Armut, der man auf karitativem Wege, d.h. mit Lebensmitteltafeln, Kleiderkammern und M&ouml;bellagern begegnen kann, erfordert die Bek&auml;mpfung der relativen Armut, dass man den Reichtum antastet. Hier liegt denn auch vermutlich der Kern des Konflikts, also nicht in der manchem Betrachter sicher akademisch erscheinenden Frage, ob absolute oder relative Armut die soziale Lage der B&uuml;rger\/innen eines reichen Landes besser trifft bzw. ob 60 Prozent des Medianeinkommens ein ad&auml;quates Ma&szlig; f&uuml;r die Letztere darstellt.<\/p><p>Die vom Parit&auml;tischen ermittelten ca. 13 Mio. Armen (d.h. 15,5 Prozent der Bev&ouml;lkerung) sind f&uuml;r Kr&auml;mer &bdquo;ganz grober Unfug&ldquo; und 60 Prozent des mittleren Einkommens als Armutsgrenze &bdquo;totaler Mist&ldquo;, wie er dem Deutschlandradio Kultur verriet. Kr&auml;mer m&ouml;chte die Wohlhabenden und Reichen bei der Armutsmessung ganz &bdquo;au&szlig;en vor lassen&ldquo; und ausschlie&szlig;lich betrachten, wie Personen am unteren Ende der Einkommenspyramide &uuml;ber die Runden kommen. Damit w&uuml;rde das gesellschaftliche Umfeld der Betroffenen einfach ausgeblendet und ein ubiquit&auml;rer, ja universalhistorischer und quasi zeitloser Armutsindikator generiert. Armut und Reichtum sind jedoch zwei Seiten einer Medaille, weil sie nur in der Komplementarit&auml;t ihrer Wechselbeziehung einen Sinn ergeben. Armut existiert nicht ohne Reichtum und Reichtum nicht ohne Armut. Man kann sie deshalb nicht unabh&auml;ngig voneinander, d.h. losgel&ouml;st von Raum und Zeit bestimmen, sondern muss das Wohlstandsniveau der jeweiligen Gesellschaft als Vergleichsma&szlig;stab ber&uuml;cksichtigen.<\/p><p>Um seine Position zu verdeutlichen, konstruiert Walter Kr&auml;mer ein v&ouml;llig irreales Beispiel: &bdquo;Wenn etwa Boris Becker mit seiner Yacht in Monte Carlo anlegt und neben ihm legt Bill Gates an, der eine dreimal so gro&szlig;e Yacht hat, dann ist er ungl&uuml;cklich, bes&auml;uft sich. Er ist aber jetzt noch nicht arm, er ist nur nicht so reich wie sein Nachbar.&ldquo; Was kein Mensch bestreiten w&uuml;rde, illustriert ungewollt die Schl&uuml;sselbedeutung der historischen, gesellschaftlichen und geografischen Rahmenbedingungen f&uuml;r die Bestimmung von Armut und Reichtum. Sonst w&auml;re Reichtum im heutigen F&uuml;rstentum Monaco n&auml;mlich mit dem Besitz einer Kamelherde &ndash; wie im Alten &Auml;gypten &ndash; und nicht dem Besitz einer Yacht verbunden. Warum sollte man dann jedoch Armut wie noch bei den alten Germanen mit Lumpen als Kleidung oder dem Verzehr von trockenem Brot und nicht mit einem relativ geringen Einkommen gleichsetzen?<\/p><p>Ein zeitgen&ouml;ssischer Hochhausbewohner, der sich im Hartz-IV-Bezug befindet, erlebt Armut mit Sicherheit ganz anders als steinzeitliche H&ouml;hlen- oder mittelalterliche H&uuml;ttenbewohner, die sich von Wurzeln und Wildbret ern&auml;hrten. Topmanager, Investmentbanker und Gro&szlig;aktion&auml;re w&uuml;rden sich k&ouml;stlich am&uuml;sieren, wollte man sie nach dem Besitz einer Kutsche oder eines Reitpferdes fragen, um herauszufinden, ob die betreffenden Personen zu den Reichen geh&ouml;ren. Arme m&uuml;ssen hingegen noch immer Lumpen tragen und trocken Brot essen, um als solche gelten zu k&ouml;nnen. Wie diese Beispiele zeigen, haben sich die Erscheinungsformen der Armut wie auch die des Reichtums tiefgreifend gewandelt, weshalb man heute andere Ma&szlig;st&auml;be anlegen muss, wenn man wissen m&ouml;chte, wer &uuml;ber Letzteren verf&uuml;gt oder unter der Ersteren leidet.<\/p><p>Dass sich Cremer in dem zitierten FAZ-Beitrag ausgerechnet auf seinen Fastnamensvetter st&uuml;tzt, erstaunt umso mehr, als Kr&auml;mer f&uuml;r die Armutsforschung in Deutschland ungef&auml;hr so repr&auml;sentativ ist wie Thilo Sarrazin f&uuml;r die Migrations- und Integrationspolitik der SPD. Das langj&auml;hrige FDP-Mitglied Walter Kr&auml;mer dethematisiert Armut, indem es deren relatives Ma&szlig; st&auml;ndig mit wohlfeilen methodischen &bdquo;Gegenargumenten&ldquo; konfrontiert und auf diese Weise diskreditiert. Alternativen bzw. Ideen, wie man Armut in Deutschland statistisch denn besser erfassen bzw. messen kann, unterbreitet Kr&auml;mer &uuml;brigens nicht. Hauptsache, der Leser ist durch die &bdquo;Expertenmeinung&ldquo; verunsichert und das Thema &bdquo;Armut und deren Bek&auml;mpfung&ldquo; einmal mehr vom Tisch gewischt!<\/p><p><strong>Die zust&auml;ndige Fachministerin als Schiedsrichterin oder Streitschlichterin?<\/strong><\/p><p>Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles fungierte in dem Konflikt der Armutsforscher nicht etwa als neutrale Schiedsrichterin oder Streitschlichterin, sondern ergriff in einem Interview, das sie der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> (v. 27.3.2015) gab, offen Partei f&uuml;r die Kritiker des Parit&auml;tischen. Ihres Erachtens f&uuml;hrt das Konzept, die Armutsgrenze bei 60 Prozent des mittleren Netto&auml;quivalenzeinkommens einzuziehen, &bdquo;leider schnell in die Irre. Angenommen, der Wohlstand in unserem Land w&uuml;rde explodieren, dann bleibt nach dieser Definition das Ausma&szlig; an Armut gleich.&ldquo; Das w&auml;re allerdings nur so, wenn sich der exorbitante Zuwachs des Wohlstandes genauso ungerecht verteilen w&uuml;rde wie dieser bisher. Umgekehrt w&auml;re dieser Armutsbegriff hinf&auml;llig, wenn der Wohlstand jedes einzelnen Gesellschaftsmitgliedes ausreichen w&uuml;rde, um ihm eine unbeschr&auml;nkte Teilhabe am sozialen, kulturellen und politischen Leben zu erm&ouml;glichen. Nahles wies darauf hin, dass es sich um eine relative Gr&ouml;&szlig;e handle, welche die Einkommensspreizung anzeige, jedoch nicht die absolute Armut: &bdquo;Dabei laufen wir aber Gefahr, den Blick f&uuml;r die wirklich Bed&uuml;rftigen zu verlieren.&ldquo; In diesem Zusammenhang erw&auml;hnte Nahles illegale Einwanderer und j&uuml;ngere Erwerbsgeminderte, bei denen man es mit &bdquo;wirklicher Armut&ldquo; zu tun habe. Besonders angesichts des zunehmenden Fl&uuml;chtlingselends w&auml;re es allerdings gef&auml;hrlich, von extremer Armut betroffene Gruppen gegen (nur) von relativer Armut betroffene Gruppen auszuspielen.<\/p><p>Aufgrund der j&uuml;ngsten Fluchtmigration nach Deutschland wird sich die Kluft zwischen Arm und Reich wahrscheinlich noch vertiefen. Bei unver&auml;nderten Macht- und Mehrheitsverh&auml;ltnissen besteht die Gefahr einer l&auml;nger andauernden ethnischen Unterschichtung unserer Gesellschaft, wenn Gefl&uuml;chtete nicht auf einen sie inkludierenden Sozialstaat treffen, sondern die Dominanz rassistischer Ressentiments innerhalb der Mehrheitsgesellschaft dazu f&uuml;hrt, dass sie arm bleiben und sozialer Ausgrenzung unterliegen, sei es in der Arbeitswelt, in den zwischenmenschlichen Beziehungen oder im Bereich der politischen und kulturellen Teilhabe. Wie die Forderungen nach Aussetzung des seit Jahresbeginn geltenden Mindestlohns und nach v&ouml;lliger Aufhebung des Verbots der Leiharbeit f&uuml;r Asylbewerber sowie Geduldete &ndash; k&uuml;rzlich bereits f&uuml;r Fachkr&auml;fte nach drei Monaten au&szlig;er Kraft gesetzt &ndash; deutlich zeigen, missbrauchen Liberalkonservative die gegenw&auml;rtige Zuwanderung, um in der Bev&ouml;lkerung mehr Akzeptanz f&uuml;r eine R&uuml;ckkehr zum unbeschr&auml;nkten Lohndumping zu schaffen. Leistungsk&uuml;rzungen f&uuml;r Gefl&uuml;chtete k&ouml;nnten nach ihren Vorstellungen als Experimentierfeld f&uuml;r eine generelle Absenkung des Lebensstandards der arbeitenden Bev&ouml;lkerung in Deutschland dienen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrt Politikwissenschaft an der Universit&auml;t zu K&ouml;ln. Er hat bei Campus das Buch &bdquo;Armut in einem reichen Land. Wie das Problem verharmlost und verdr&auml;ngt wird&ldquo; (3. Aufl. Frankfurt am Main\/New York) ver&ouml;ffentlicht. K&uuml;rzlich ist im Westend Verlag (Frankfurt am Main) der von Ulrich Schneider herausgegebene Sammelband &bdquo;Kampf um die Armut. Von echten N&ouml;ten und neoliberalen Mythen&ldquo; mit einem l&auml;ngeren Beitrag des Verfassers zum Armutsbegriff erschienen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ein im &ouml;ffentlichen Diskurs h&auml;ufig verwendeter Begriff ist so umstritten wie der Terminus &bdquo;Armut&ldquo;, den seine liberalkonservativen Kritiker als politischen Kampfbegriff einstufen und mit Blick auf Deutschland m&ouml;glichst ganz zu meiden suchen. 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