{"id":29105,"date":"2015-11-27T10:05:37","date_gmt":"2015-11-27T09:05:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29105"},"modified":"2024-08-22T16:28:46","modified_gmt":"2024-08-22T14:28:46","slug":"nato-terroristen-im-untergrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29105","title":{"rendered":"NATO-Terroristen im Untergrund"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151127_stoll.jpg\" alt=\"Ulrich Stoll\" title=\"Ulrich Stoll\"><\/div><p>Im Kalten Krieg existierten in Westeuropa zahlreiche Untergrundorganisationen, die im Fall eines sowjetischen &Uuml;berfalls hinter der Front als Partisanen Sabotageaktionen ausf&uuml;hren sollten. Dazu wurden K&auml;mpfer geschult und geheime Erddepots mit Waffen, Sprengstoff und Funkger&auml;ten angelegt. In der Bundesrepublik unterstand diese Stay-Behind-Truppe dem Auslandsnachrichtendienst BND, der eigentlich im Inland gar nicht aktiv werden sollte. Das alles geschah hinter dem R&uuml;cken der daf&uuml;r zust&auml;ndigen parlamentarischen Kontrollgremien, denn auch ein m&ouml;glicher Putsch gegen gew&auml;hlte Politiker wurde erwogen. Erst Anfang der 1990er Jahre flogen die illegalen Netzwerke auf und es dauerte mehr als 20 Jahre, bis der BND Akten zu diesen freigab. &Uuml;ber den aktuellen Forschungsstand zum Thema sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit dem Filmemacher und Journalisten <strong>Ulrich Stoll<\/strong>, der gemeinsam mit dem Geheimdienstexperten Erich Schmidt-Eenboom soeben ein Buch zum Thema ver&ouml;ffentlicht hat.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Stoll, soeben erschien Ihr Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.christoph-links-verlag.de\/index.cfm?view=3&amp;titel_nr=840\">Die Partisanen der NATO<\/a>&ldquo;, in dem Sie gemeinsam mit Erich Schmidt-Eenboom den sogenannten Stay-Behind-Truppen der NATO auf dem Gebiet der Bundesrepublik nachsp&uuml;ren, deren Existenz vor einigen Jahren der Schweizer Historiker Daniele Ganser aufgedeckt hat. Was sind Stay-Behind-Truppen und wieso gab es diese in der BRD?<\/strong><\/p><p>Nach 1945 und bis in die 1970er Jahre gingen westliche Milit&auml;rs davon aus, dass im Kriegsfall weite Teile der Bundesrepublik innerhalb weniger Tage von den Angreifern &uuml;berrollt w&uuml;rden. Stay-Behind-Netzwerke sollten nach einem Angriff des Warschauer Paktes im besetzten Deutschland, also im R&uuml;cken der sowjetischen Front, t&auml;tig werden &ndash; als Saboteure, Schleuser und Nachrichten&uuml;bermittler.<\/p><p><strong>Diese &bdquo;Partisanen&ldquo;, wie Sie sie nennen, waren also dazu da, um im Falle eines sowjetischen Angriffs Widerstand zu leisten? Dazu und zu nichts sonst?<\/strong><\/p><p>Interessant ist an fr&uuml;hen Stay-Behind-Netzwerken, die die CIA in Westdeutschland aufbaute, dass sie auch im Inneren t&auml;tig werden sollten. Diese Partisanen waren oft fr&uuml;here SS-M&auml;nner, die von fanatischem Antikommunismus gepr&auml;gt waren. Sie hatten nicht nur das Feindbild Sowjetunion, sondern misstrauten auch allen Demokraten, die nicht bedingungslos hinter den USA standen.<\/p><p><strong>Das hei&szlig;t, diese Truppen sollten im Zweifelsfall auch gegen &bdquo;linke Regierungen&ldquo; aktiv werden? Womit und wodurch denn genau?<\/strong><\/p><p>Reinhard Gehlen teilte noch 1956 als Chef der US-gef&uuml;hrten &bdquo;Org&ldquo; und wenige Tage, bevor er BND-Pr&auml;sident wurde, den Amerikanern mit, dass er Stay-Behind-Truppen im Innern gegen deutsche Politiker einsetzen w&uuml;rde, falls diese Westdeutschland auf Neutralit&auml;tskurs bringen w&uuml;rden. <\/p><p>Und eine fr&uuml;he CIA-gef&uuml;hrte Stay-Behind-Truppe, der <a href=\"http:\/\/operation-gladio.net\/de\/bund-deutscher-jugend-technischer-dienst-bdj-td\"><em>Bund Deutscher Jugend &ndash; Technischer Dienst<\/em><\/a>, hatte Anfang der 1950er Jahre ganz konkrete Pl&auml;ne ausgearbeitet, wie man linke Demonstrationen bek&auml;mpfen wollte. Man w&uuml;rde einfach in die Menge schie&szlig;en, frei nach dem Motto: &bdquo;Fr&uuml;hes Blut spart viel Blut&ldquo;. Die Truppe war also zu einem brutalen Vorgehen gegen innenpolitische Gegner bereit und wollte KPD- und SPD-Politiker auch gewaltsam aus dem Verkehr ziehen &ndash; durch Festnahme oder Mord. <\/p><p><strong>Aber, entschuldigen Sie, sind derlei Aktionen nicht vielmehr als Terrorismus denn als Partisanentum anzusehen?<\/strong><\/p><p>Ganz klar: Ja. Es kam aber nicht zu solchen Gewaltakten, weil die Bundesrepublik im Sinne der US-Interessen stabil blieb. In Griechenland und der T&uuml;rkei unterst&uuml;tzten Stay-Behind-Truppen hingegen Milit&auml;rputsche, und in Italien war die dortige Stay-Behind-Organisation &bdquo;Gladio&ldquo; in Bombenattentate gegen Polizisten und B&uuml;rger involviert. Die Bereitschaft, <em>Stay Behind<\/em> gegen die eigene Bev&ouml;lkerung einzusetzen, um eine kommunistische Regierungsbeteiligung zu verhindern, war da. <\/p><p><strong>Wer baute diese Organisationen denn auf und wem unterstanden sie? Die Regierenden waren offenbar ja nur zu geringen Teilen oder gar nicht mit derlei Strukturen vertraut?<\/strong><\/p><p>Die Regierung Adenauer war nicht souver&auml;n und musste die US-Geheimdienste in Deutschland gew&auml;hren lassen. Adenauer wusste sicher &uuml;ber <em>Stay Behind<\/em> Bescheid, denn er verhinderte ja die Strafverfolgung der Terroristen des BDJ-TD, als diese Gruppe aufgeflogen war. Die von der CIA aufgebauten Partisanen-Netze wurden 1956 dann vom BND &uuml;bernommen, wodurch der Auslandsgeheimdienst rechtswidrig im Inland t&auml;tig wurde.<\/p><p><strong>Der CIA und BND stecken also &ndash; auf verschiedene Arten und Weisen und zu verschiedenen Zeiten &ndash; hinter diesen paramilit&auml;rischen Einheiten? Und das weit &uuml;berwiegend ohne Wissen der Regierenden?<\/strong><\/p><p>Teile der Regierung m&uuml;ssen Bescheid gewusst haben, die parlamentarischen Kontrollgremien wurden jedoch systematisch get&auml;uscht und waren bis 1990 ahnungslos. <\/p><p>Der BND &uuml;bernahm 1956 die Partisanen-Netze, die in Deutschland nach dem Krieg von amerikanischen, niederl&auml;ndischen, d&auml;nischen und franz&ouml;sischen Geheimdiensten aufgebaut worden waren. <\/p><p>Das ist &uuml;brigens eine der erstaunlichsten Erkenntnisse aus den jetzt freigegebenen BND-Akten: Nicht nur die CIA, sondern weitere westeurop&auml;ische Staaten hatten in Deutschland Stay-Behind-Partisanen rekrutiert. Was in der entsprechenden Aufz&auml;hlung auff&auml;llt: Die Briten fehlen. <\/p><p>Britische und US-amerikanische Dienste hatten nach dem Krieg untereinander die L&auml;nder aufgeteilt, in denen sie Untergrundtruppen aufbauten. In &Ouml;sterreich und Deutschland muss es daher sowohl britische als auch US-amerikanische Stay-Behind-Gruppen in den jeweiligen Besatzungszonen gegeben haben. Die Briten gew&auml;hren, anders als die Amerikaner, bis heute jedoch keinerlei Akteneinsicht. Die britische Stay-Behind-Organisation verschwindet 1956 also v&ouml;llig von der Bildfl&auml;che.<\/p><p><strong>Und bez&uuml;glich der Ihnen nun vorliegenden Informationen: Wie viele Personen waren hier f&uuml;r welche Stay-Behind-Gliederung t&auml;tig? Und vor allem: Wie und durch wen wurde eine solche &uuml;berhaupt gesteuert und gelenkt?<\/strong><\/p><p>Die gr&ouml;&szlig;te fr&uuml;he Stay-Behind-Organisation, der BDJ-TD, hatte 2.800 K&auml;mpfer ausgebildet und plante, bis zu 7.000 Antikommunisten als Partisanen zu rekrutieren. Die vom BND gef&uuml;hrte Stay-Behind-Organisation hatte anfangs rund 500 &ldquo;Schl&auml;fer&rdquo;, die als Partisanen im Kriegsfall aktiv werden sollten. Deren Zahl sank bis in die 1980er Jahre auf rund 100 Personen. Es gab aber eine unbekannte Zahl von Helfern und ein paar Dutzend hauptamtliche Offiziere. Der milit&auml;rische Arm der Stay-Behind-Organisation, die als Bundeswehreinheit getarnte Lehr- und Ausbildungsgruppe f&uuml;r das Fernsp&auml;hwesen der Bundeswehr, sollte auf bis zu 375 aktive Fallschirmspringer ausgebaut werden. <\/p><p><em>Stay Behind<\/em> wurde von der <em>Stay Behind<\/em>-Zentrale in M&uuml;nchen aus gesteuert und das Alliierte Koordinationskomitee steuerte die gemeinsamen Aktivit&auml;ten wie etwa multilaterale &Uuml;bungen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><blockquote>\n<p style=\"text-align:center\">&bdquo;Schon in den fr&uuml;hen f&uuml;nfziger Jahren sorgte die BDJ-Aff&auml;re f&uuml;r entsprechende Schlagzeilen. Im Januar 1953 verboten mehrere Landesinnenminister den drei Jahre zuvor gegr&uuml;ndeten Bund Deutscher Jugend (BDJ) und dessen Technischen Dienst (TD). Tats&auml;chlich stellte das eine, der Bund, den legalen Mantel f&uuml;r das andere, f&uuml;r den konspirativ organisierten Dienst dar. Unter Leitung des Arztes und Publizisten Paul L&uuml;th sollte mit ehemaligen Soldaten der Wehrmacht und Waffen-SS eine bewaffnete Organisation aufgebaut werden, mit der man im Falle eines Linksrucks in der Bundesrepublik oder gar des bef&uuml;rchteten Einmarsches der Ostblock-Armeen den Partisanenkampf aufnehmen wollte. Bei Razzien gegen die Doppelorganisation, die nach au&szlig;en als Vereinigung in der Tradition der b&uuml;ndischen Jugend auftrat, hatte die Polizei 1952 auch Mordlisten mit Namen von prominenten SPD-Politikern wie Erich Ollenhauer gefunden.<br>\nUmfangreiche Untersuchungen der damaligen hessischen Landesregierung ergaben, dass der BDJ\/TD &ndash; quasi als klandestiner Verb&uuml;ndeter im Kalten Krieg &ndash; von US-Geheimdiensten finanziert und mit Waffen und Bomben versorgt wurde. Und der Pr&auml;sident des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz stellte im November 1952 m&auml;&szlig;ig &uuml;berrascht fest, dass die vom BDJ\/TD verwendeten Personenbl&auml;tter zu ihrer Mordliste &ldquo;in Anlage und Aufbau jenen gleichen, wie sie das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz verwendet&rdquo;. Ganz offensichtlich hatten L&uuml;th und die Seinen entsprechende Unterst&uuml;tzung erhalten.&rdquo;<\/p>\n<p style=\"text-align:center\">Die Zeit: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/48\/Rechtsterrorismus\/komplettansicht\">F&uuml;r Volk und Nation<\/a>&ldquo;<\/p>\n<\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Sie widmen ein Kapitel in Ihrem Buch ja auch dem Oktoberfestattentat. W&auml;re denn wirklich denkbar, dass hier Paramilit&auml;rs im Auftrag von Sicherheitsdiensten oder anderen Akteuren des Tiefen Staates gegen die eigene Bev&ouml;lkerung t&auml;tig geworden sind und das bis heute unentdeckt blieb? Das klingt doch sehr nach Verschw&ouml;rungstheorie&hellip;<\/strong><\/p><p>Es gibt keinen Beweis, dass staatliche Stellen hinter dem Oktoberfestattentat stecken. Aber die Informationsblockade der Bundesregierung zu <em>Stay Behind<\/em> und die viel zu schnelle Festlegung auf Gundolf K&ouml;hler als Einzelt&auml;ter, der ohne Hilfe die Oktoberfestbombe gebaut, transportiert und gez&uuml;ndet haben soll, hat Raum f&uuml;r Spekulationen geschaffen. <\/p><p>Das k&ouml;nnte die Bundesregierung durch Aktenfreigabe kl&auml;ren. Aber erst seit dem letzten Jahr ist dem Oktoberfestopferanwalt Werner Dietrich Einblick in Ermittlungsakten gew&auml;hrt worden. Und erst jetzt ermittelt der Generalbundesanwalt wieder &ndash; auf &ouml;ffentlichen Druck hin und nachdem fast alle Asservate l&auml;ngst vernichtet sind.<br>\nDie Rolle des Rechtsterroristen Heinz Lembke ist auch noch vollst&auml;ndig ungekl&auml;rt &ndash; auch hier ein viel zu schnelles Ermittlungsende trotz deutlicher Hinweise auf Mitt&auml;ter bei der Beschaffung von Waffen und Sprengstoff. Das hat Verschw&ouml;rungstheorien Raum gegeben &ndash; wie jetzt auch beim NSU, den der Generalbundesanwalt ja auch nur als isoliertes Trio sehen will. <\/p><p><strong>Und derlei &bdquo;Untergrundarmeen&ldquo;, wie Sie sie im Buch auch nennen &ndash; nach der Abwicklung der bekannten Stay-Behind-Netzwerke ab 1991 d&uuml;rfte derlei nun als &bdquo;erledigt&ldquo; erachtet werden, ja? Ich frage, weil mir Wolf Wetzel im <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28942\">Interview<\/a> vor einigen Tagen zumindest andeutete, die Staatspraxis im Bereich des NSU werfe doch mehr und mehr die Frage auf, ob dieser nicht etwa, wie gern behauptet, weniger von diesem &bdquo;&uuml;berwacht&ldquo; als vielmehr durch diesen &uuml;berhaupt erst erm&ouml;glicht und sp&auml;ter gesch&uuml;tzt worden sei..<\/strong><\/p><p>Da sind wir wieder im Bereich der Verschw&ouml;rungstheorien. Ich kann mir den NSU nicht als staatlich gesteuerte Terrortruppe vorstellen. Gleichwohl ist es falsch, das von V-Leuten der Geheimdienste durchsetzte Umfeld des Trios nicht genau zu durchleuchten. Da hat der Generalbundesanwalt offenbar eine Bei&szlig;hemmung wie damals beim Umfeld K&ouml;hlers, wo es von V-Leuten ebenfalls wimmelte. Das n&auml;hrt nat&uuml;rlich den Verdacht, dass staatliche Zutr&auml;ger damals wie heute von Gewalttaten wussten oder sie sogar f&ouml;rderten.<\/p><p>Zu <em>Stay Behind<\/em> will ich aber noch etwas zu bedenken geben: In den 1970er Jahren fand ein Anwerbeversuch eines hohen deutschen Offiziers im Verteidigungsministerium durch britische Offiziere statt. Es gab damals also weiterhin eine britische Stay-Behind-Gruppe in Deutschland, die bis heute geheim gehalten wird und die nat&uuml;rlich nie parlamentarischer Kontrolle unterlag. <\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus hat die Bundesregierung zwar immer betont, dass ihre Stay-Behind-Organisation seit Anfang der 1970er Jahre unbewaffnet gewesen sei. Es wurden jedoch noch in den 1990er Jahren Waffen- und Funkausr&uuml;stungslager geborgen. Das wurde uns 18 Jahre lang verschwiegen. Es ist also denkbar, dass es noch immer Stay-Behind-Sprengstoff- und Waffendepots gibt und also auch die Gefahr, dass Unbefugte diese entdecken und nutzen k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Damit ich nicht durcheinanderkomme: Es gab eine deutsche Stay-Behind-Organisation, die urspr&uuml;nglich vom CIA aufgebaut worden war, und davon unabh&auml;ngig noch mindestens eine niederl&auml;ndische, d&auml;nische und franz&ouml;sische sowie eine bis heute vollkommen unerforschte britische? <\/strong><\/p><p>Ganz genau, das ist in den deutschen Papieren aktenkundig. Aber wir haben bis heute nicht die erg&auml;nzenden Akten der Alliierten zur Verf&uuml;gung.<\/p><p><strong>Und mit derlei Wissen und Enth&uuml;llungen: Wie gehen Sie damit um? Welche Schl&uuml;sse ziehen Sie daraus? Was sind Ihre W&uuml;nsche und Forderungen an die politische Debatte im Land?<\/strong><\/p><p>Das Europ&auml;ische Parlament hat 1990 nach der Enttarnung des Gladio-Terrornetzwerkes gefordert, dass in allen EU-L&auml;ndern Untersuchungsaussch&uuml;sse eingesetzt werden. Gladio war der &Uuml;bungspartner der deutschen Stay-Behind-Organisation. Doch obwohl der BND dankenswerterweise einige Akten zur Stay-Behind-Organisation freigegeben hat, werden Hinweise auf Partnerorganisationen weiterhin zur&uuml;ckgehalten. In nur drei L&auml;ndern gab es bisher Untersuchungskommissionen, und die wurden zudem oftmals, wie etwa in Belgien, auch noch unzureichend informiert. <\/p><p>Dabei ist <em>Stay Behind<\/em> Zeitgeschichte und dieses d&uuml;stere Kapitel sollte endlich europaweit untersucht und aufgearbeitet werden. Zum einen, um Spekulationen um staatlichen Terror entgegenzutreten, zum anderen, um endlich den B&uuml;rgern Europas das Ausma&szlig; dieser ungesetzlichen und gef&auml;hrlichen Aktivit&auml;ten zu offenbaren.<\/p><p><strong>Da Sie gerade noch einmal &bdquo;ungesetzlich&ldquo; sagen: Wenn das parlamentarische Kontrollgremium belogen wurde und die Stay-Behind-Gruppen zumindest potentiell auch als Terroristen gedacht waren &ndash; wieso gibt es eigentlich keine Ermittlungen gegen in diese Machenschaften verstrickte Politiker, Geheimdienstler und andere Akteure? Noch jenseitiger des Grundgesetzes geht es doch gar nicht&hellip;<\/strong><\/p><p>Eine solche Ermittlung k&ouml;nnte der Generalbundesanwalt einleiten. Er hat es jedoch 1990 nicht getan, als die Stay-Behind-Strukturen noch bestanden. Und heute d&uuml;rfte es noch schwerer sein, Belege und Zeugen zu finden. Politiker wie der damalige Kanzleramtsminister Lutz Stavenhagen oder die damaligen Verteidigungsminister leben nicht mehr.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Ulrich Stoll<\/strong>, Jahrgang 1959, Studium der Geschichte, Literatur- und Theaterwissenschaft in M&uuml;nchen, seit 1984 freier Journalist f&uuml;r den WDR (ZAK, Monitor), seit 2001 Reporter des ZDF-Magazins <em>Frontal 21<\/em>, Autor zahlreicher TV-Dokumentationen f&uuml;r ARD, ZDF und ARTE, darunter &raquo;Hitlers Traum von Micky Maus &ndash; Zeichentrickfilm im III. Reich&laquo; (ARTE 1999), &raquo;Im Fadenkreuz des Staates &ndash; Der Gro&szlig;e Lauschangriff&laquo; (mit H.-C. Schultze, ARD 2004) und &ldquo;Die Schattenkrieger der NATO&rdquo; (ZDF Info 2014). <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterschauen:<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"236\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/7zDffehl2jo\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center\"><strong>Ulrich Stoll: Die Schattenkrieger der NATO<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"236\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/zygPxUFOjKs\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center\"><strong>Daniele Ganser: Die NATO und ihre Geheimarmeen<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"236\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/RKn27C9XVh8\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center\"><strong>arte: Gladio: Geheimarmeen in Europa<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Telepolis-Dossier: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39126\/1.html\">&ldquo;Gladio, Stay behind und andere Machenschaften&rdquo;<\/a><\/li>\n<li>Artikel: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/untergrundtruppen-in-nato-staaten-guerilla-von-staats-wegen-1.410128\">&bdquo;Guerilla von Staats wegen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Artikel: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/48\/Rechtsterrorismus\/seite-3\">&bdquo;F&uuml;r Volk und Nation&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Erkl&auml;rung der Bundesregierung: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/007\/1800701.pdf\">&bdquo;Weitere Erkenntnisse &uuml;ber die Geheimorganisation &sbquo;Gladio&lsquo;&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Erkl&auml;rung der Bundesregierung: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/148\/1714815.pdf\">&bdquo;Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung zur Aufdeckung der T&auml;tigkeiten von Gladio&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>Erkl&auml;rung der Bundesregierung: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/148\/1714815.pdf\">&bdquo;Oktoberfest-Attentat &ndash; Wiederaufnahme  der Ermittlungen zu Nazi-Hinterm&auml;nnern&ldquo;<\/a> <\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/]http:\/\/www.cloeser.org\/ext\/Gladio-Entschlie%DFung_des_EP_von_1990.pdf\">Entschlie&szlig;ung des Europ&auml;ischen Parlaments zur Gladio-Aff&auml;re vom 22. November 1990 [PDF<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von Jens Wernicke finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch eine <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\"><strong>automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/strong><\/a> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/3c55da799b3942ef95bf3b19ab826091\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/151127_stoll.jpg\" alt=\"Ulrich Stoll\" title=\"Ulrich Stoll\"\/><\/div>\n<p>Im Kalten Krieg existierten in Westeuropa zahlreiche Untergrundorganisationen, die im Fall eines sowjetischen &Uuml;berfalls hinter der Front als Partisanen Sabotageaktionen ausf&uuml;hren sollten. Dazu wurden K&auml;mpfer geschult und geheime Erddepots mit Waffen, Sprengstoff und Funkger&auml;ten angelegt. In der Bundesrepublik unterstand diese Stay-Behind-Truppe dem Auslandsnachrichtendienst BND,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29105\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,126,209,125,166],"tags":[901,1268,1266,1669,1314],"class_list":["post-29105","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-erosion-der-demokratie","category-interviews","category-rechte-gefahr","category-terrorismus","tag-geheimdienste","tag-kalter-krieg","tag-nsu","tag-stay-behind","tag-tiefer-staat"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29105"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29105\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120064,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29105\/revisions\/120064"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}