{"id":2927,"date":"2008-01-29T09:13:23","date_gmt":"2008-01-29T08:13:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2927"},"modified":"2008-01-29T09:13:23","modified_gmt":"2008-01-29T08:13:23","slug":"hinweise-des-tages-573","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2927","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=2927&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Die M&auml;r vom Linksruck<\/strong><br>\nWahlexperte Manfred G&uuml;llner hat f&uuml;r stern.de die Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen analysiert. Der Forsa-Chef sagt, warum die Linke zugelegt hat und die gro&szlig;en Parteien sich vor allem mit einer Gruppe befassen m&uuml;ssen: den Nichtw&auml;hlern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/:Wahlanalyse-Die-M%E4r-Linksruck\/609115.html\">Stern-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Neben einigen interessanten Zahlen bietet der Beitrag auch viel Widerspr&uuml;chliches. Typisch f&uuml;r den Schr&ouml;der-Fan G&uuml;llner ist etwa die durch nichts belegte Behauptung: &bdquo;Der von Kurt Beck eingeleitete neue Kurs der SPD und der betont linke Wahlkampf in Hessen und Niedersachsen d&uuml;rfte der Linken eher genutzt als geschadet und ihrer Etablierung auch im Westen geholfen haben.&ldquo; Einmal abgesehen davon, dass es schon ein ziemlicher Unsinn ist, die Positionen von J&uuml;ttner und Ypsilanti gleichzusetzen, so hat doch der deutlich rechtere Wahlkampf der SPD in Niedersachsen viel mehr Stimmen f&uuml;r die Linken gebracht.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch die Berechnungen eines unserer Leser:<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Vergleich der Ergebnisse der bisher &uuml;blichen Z&auml;hlweise mit denen auf der Grundlage aller Wahl-Berechtigten, also auch der Nichtwahlwilligen oder -f&auml;higen (in Klammern die offiziellen, amtlichen Zahlen):<\/em><\/p>\n<p><strong>Hessen:<\/strong><br>\nCDU 23,7 (36,8); SPD 23,6 (36,7); FDP 6,1 (9,4); Gr&uuml;ne 4,8 (7,5); Linke 3,3 (5,1); Sonstige 2,8 (4,4); Nichtw&auml;hler 35,7 (0,0) Prozent.<\/p>\n<p><strong>Niedersachsen:<\/strong><br>\nCDU 24,2 (42,5); SPD 17,3 (30,3); FDP 4,7 (8,2); Gr&uuml;ne 4,6 (8,0); Linke 4,0 (7,1); Sonstige 2,2 (3,9); Nichtw&auml;hler 43,0 (0,0) Prozent.<\/p>\n<p>Die ganzheitliche Berechnung gibt ein realistischeres Bild von den Verh&auml;ltnissen der Anteile politischer Orientierungen in der gesamten W&auml;hlerschaft und eine gerechtere weil ehrlichere Bewertung.<\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland auf XY-Kurs<\/strong><br>\nDie bundespolitischen Auswirkungen des Wahltages k&ouml;nnen kaum &uuml;bersch&auml;tzt werden. Der SPD ergeht es so wie einst dem biblischen Lazarus: Sie erlebt ihre Wiederauferstehung &ndash; per Linksruck. F&uuml;r die CDU gehen die sch&ouml;nen Zeiten zu Ende.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/meinung\/108\/154706\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ist ja gut gemeint Herr Prantl, aber Ihre These, seitdem sie (die SPD) unter Anleitung von Kurt Beck Schr&ouml;ders Agenda weggestemmt hat; in Hessen aber springt sie in die H&ouml;he, ist in jeder Hinsicht falsch: Weder haben es Ypsilanti oder Beck vermocht Schr&ouml;ders Agenda wegzustemmen, noch sprang die SPD in die H&ouml;he. Sie hat immer noch ihr zweitschlechtestes Wahlergebnis erzielt. Vor allem deshalb, weil Schr&ouml;ders Agenda nicht weggestemmt wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Merkel st&uuml;tzt Koch<\/strong><br>\nDie Kanzlerin h&auml;lt dem hessischen Ministerpr&auml;sident Koch nach dessen Wahlpleite die Stange &ndash; und verteidigt die CDU-Landtagswahlk&auml;mpfe als &ldquo;absolut richtig&rdquo;. Sie darf ihn jetzt nicht h&auml;ngen lassen. Das wei&szlig; Angela Merkel, als sie erstmals &ouml;ffentlich &uuml;ber das schlechte Wahlergebnis von Roland Koch in Hessen spricht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/dossiers\/nach-den-wahlen-in-hessen-und-niedersachsen\/artikel\/1\/merkel-stuetzt-koch\/?src=MT&amp;cHash=e1bc84f9cd\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Das sollte man bis 2009 nicht vergessen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Volkswirt weist Warnung der Wirtschaft zur&uuml;ck<\/strong><br>\nF&uuml;r den &Ouml;konomen Hickel sind die Sorgen der Wirtschaft &laquo;unangemessen&raquo;. In der Netzeitung f&uuml;hrt er den linken Erfolg auf das sinkende Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/888592.html\">Netzeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Hohe Lohnforderungen zur rechten Zeit?<\/strong><br>\nVorderhand k&ouml;nnte vor allem die Industrie sich hohe Lohnabschl&uuml;sse locker leisten. Im Oktober lag dort die Arbeitsproduktivit&auml;t um 4,7 Prozent &uuml;ber dem Vorjahr, w&auml;hrend die Stundenl&ouml;hne um 2,6 Prozent zugelegt haben. Macht einen R&uuml;ckgang der Lohnst&uuml;ckkosten um zwei Prozent. Mehr noch: Setzt man die Kernproduzentenpreise mit den Lohnst&uuml;ckkosten ins Verh&auml;ltnis, ergibt sich, dass diese Relation um 40 Prozent &uuml;ber dem Mittel seit 1970 liegt, was die ungeheuren Gewinnmargen erkl&auml;rt. Alan Greenspan w&uuml;rde in einem Fall wie diesem wohl mutma&szlig;en, dass h&ouml;here L&ouml;hne eher die Gewinne beeintr&auml;chtigen als das Preisniveau.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/boersen_maerkte\/analysten\/:Das%20Kapital%20Hohe%20Lohnforderungen%20Zeit\/303520.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Das Wirtschaftsblatt kommt selbstverst&auml;ndlich am Ende wieder zu einer Warnung vor zu hohen L&ouml;hnen. Immer gilt das alte Unternehmerargument: Die Zukunft ist ungewiss und alles wird schwieriger, deswegen sind Lohnerh&ouml;hungen in schlechten wie in guten Zeiten immer riskant und deswegen falsch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Kapital: Auf dem Holzweg?<\/strong><br>\n&ldquo;In was f&uuml;r einer Welt leben wir denn?&rdquo; Diese Frage hat Stephen Roach, der fr&uuml;here Chef&ouml;konom von Morgan Stanley, in Davos v&ouml;llig zu Recht aufgeworfen. Dennoch ist es irgendwie bezeichnend, wenn die EZB die deutschen Gewerkschaften nun wegen inflation&auml;rer Risiken an den Pranger stellt. Es waren nicht die Gewerkschaften, die seit der Euro-Einf&uuml;hrung nahezu eine Verdopplung der Geldmenge zugelassen haben. Solange die monet&auml;re Expansion nur die Verm&ouml;genspreise aufgebl&auml;ht hat, konnte die EZB offenbar gut damit leben. Nun, da etwa die deutschen Arbeiter nach Jahren sinkender Realeinkommen sowie str&ouml;mender Gewinne und angesichts steigender Inflationsraten ihren Teil vom Kuchen abhaben wollen, werden die Gewerkschaften vorsorglich f&uuml;r jedes kommende Ungemach verantwortlich gemacht. Dabei liegen die Lohnst&uuml;ckkosten in Deutschland auf dem gleichen Niveau wie bei der Euro-Einf&uuml;hrung. Die Gewerkschaften k&ouml;nnen also nichts daf&uuml;r, dass die Preise so schnell steigen wie zuletzt 1994, von der gef&uuml;hlten Inflation gar nicht zu reden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/boersen_maerkte\/analysten\/:Das%20Kapital%20Auf%20Holzweg\/308992.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Keynes is back<\/strong><br>\nDer IWF macht Konjunkturprogramme wieder hoff&auml;hig. Muss Deutschland vom strikten Sparkurs abr&uuml;cken?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1279196\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Klagewelle gegen Hartz IV<\/strong><br>\nSozialgerichte registrierten 2007 &uuml;ber 150000 Verfahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/01-29\/058.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>&ldquo;Die Kurve geht langsam auf den Zenit zu&rdquo; <\/strong><br>\nDrei Jahre nach dem Start von Hartz IV erreicht die Klageflut gegen die Arbeitsmarktreformen das Bundessozialgericht. Angesichts der &ldquo;Kurzatmigkeit&rdquo; der Sozialreformen forderte BSG-Pr&auml;sident Masuch die Politik auf, den Blick f&uuml;r langfristige Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren. Das Vertrauen in den Sozialstaat setze klare und verst&auml;ndliche Gesetze, aber auch eine ebensolche Rechtsprechung voraus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,ra1m1\/deutschland\/artikel\/256\/154853\/\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rgerentscheid in Leipzig:<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Sieg beim B&uuml;rgerentscheid<\/strong><br>\nLeipzig: 87,4 Prozent sagen nein zur Privatisierung kommunaler Unternehmen &ndash; gegen den erkl&auml;rten Willen von CDU und SPD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/01-29\/048.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Berechtigtes Misstrauen<\/strong><br>\nIn einem B&uuml;rgerentscheid votierten am Sonntag 87 Prozent der abstimmenden Leipziger gegen einen Verkauf, wie die Stadtverwaltung gestern mitteilte. B&uuml;rgermeister Burkhart Jung hatte argumentiert, die Kommune brauche das Geld dringend, weil sie mit 900 Millionen Euro tief in den Schulden steckt.\n<p>Nimmt man den Taschenrechner zur Hand, dann sieht es in der Tat so aus, als sei das Nein unklug. 520 Millionen Euro f&uuml;r die H&auml;lfte eines Unternehmens, das einen Jahresgewinn von gerade einmal 50 Millionen erwirtschaftet, ist ein exzellentes Angebot. Die Leipziger h&auml;tten sich hohe Zinszahlungen in den n&auml;chsten Jahren gespart und damit den einen oder anderen harten Einschnitt in den Kommunalhaushalt.<\/p>\n<p>Doch das Misstrauen der B&uuml;rger ist berechtigt. Denn die Erwartungen an die Privatisierungswelle kommunaler Betriebe um die Jahrtausendwende haben sich oft nicht erf&uuml;llt. Zum einen sind die Preise gestiegen &ndash; denn Versorger wirtschaften nicht auf einem freien Markt, sondern haben in der Regel ein Monopol, das sie teils gnadenlos mit Preiserh&ouml;hungen ausnutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/720633.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Kommentar:<\/strong> Wie erfreulich, da&szlig;, wenn auch vereinzelt, Journalisten einen Pfeiler neoliberaler Wirtschaftspolitk hinterfragen. Weiter so bitte mit Rente, Bahn, etc. &hellip;..<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ein demokratischer Strom<\/strong><br>\nDer gescheiterte Verkauf der Stadtwerke Leipzig zeigt: Der b&uuml;rgerliche Widerstand gegen den R&uuml;ckzug der Kommunen aus den Unternehmen der Daseinsvorsorge wird massiver. Und das ist gut so.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/meinung\/305\/154902\/\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Kampagnen-Journalismus<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Deutschland in der Sozial-Falle<\/strong><br>\nMindestlohn-Streit, Nokia-Eklat, Protest gegen hohe Managergeh&auml;lter: Die Deutschen handeln, als sei die Globalisierung nur ein b&ouml;ser Traum. Volk und Politiker sind vereint im Umverteilungsrausch &ndash; das bittere Ende ist gewiss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,531429,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir weisen auf diesen Beitrag nur deshalb hin, weil er ein typisches Beispiel daf&uuml;r ist, wehalb es sich beim Spiegel um ein neoliberales Kampfblatt handelt. Diesen Artikel m&uuml;sste und k&ouml;nnte man Punkt f&uuml;r Punkt widersprechen und widerlegen. Die st&auml;ndigen NachDenkSeiten-Leserinnen und Leser schaffen das ohne Schwierigkeiten.<\/em><\/p>\n<p><em>So schreibt einer unserer Leser dazu:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Das ist so gut, dass kann man schon fast als Zusammenfassung f&uuml;r den Schulunterricht im Fach &ldquo;Politik und Wirtschaft&rdquo; verwenden, sogar in zweierlei Hinsicht: einmal zur pr&auml;gnanten Darstellung neoliberaler Wirtschaftsideologie; zum zweiten als Beispiel f&uuml;r den klassischen Propaganda-Trick des TINA-Arguments (&ldquo;There Is No Alternative&rdquo;, abgek&uuml;rzt TINA). Der goldene Sachzwang der Globalisierung wird als (Schein-)Argument herangezogen, um die Alternativlosigkeit der Weltsicht des Verfassers und seiner Mitstreiter zu bekr&auml;ftigen. Jede nur denkbare andere Position wird so pr&auml;ventiv und ex cathedra als falsch diffamiert. Die Nachdenkseiten haben f&uuml;r mich und viele andere zur Entlarvung dieser Ideologie beigetragen und geh&ouml;ren zum besten, was die deutsche Gegen&ouml;ffentlichkeit zu bieten hat!<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Unser amerikanischer Leser Roger Strassburg meint dazu:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Wolfgang Kaden plappert die ganzen angebotsseitigen Dogmen der letzten Jahrzehnte nach. Das Volk habe es nicht begriffen, warum es geht. Die Politik r&uuml;cke nach links. Diese Aneinanderreihung neoliberaler Glaubenss&auml;tze ist unertr&auml;glich.<\/p>\n<p>Er schreibt, Deutschland lebe nach dem Grundsatz, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Er f&uuml;hrt ein Beispiel an: &ldquo;Es darf nicht sein, dass eine Friseurin in Sachsen nur 4,50 Euro in der Stunde verdient&rdquo;. Er weist auf die &ldquo;Erfahrungen&rdquo; mit Mindestl&ouml;hnen in anderen L&auml;ndern hin: &ldquo;Entweder sind Mindestl&ouml;hne, wie in Gro&szlig;britannien oder den USA, so niedrig angesetzt, dass sie nur von einer mikroskopisch kleinen Minderheit beansprucht werden. Oder sie sind so hoch, dass sie Arbeitslosigkeit produzieren. Wie in Frankreich; dort ist das vor allem Jugendarbeitslosigkeit.&rdquo; Der &ldquo;niedrige&rdquo; Mindestlohn in Gro&szlig;britannien betr&auml;gt 8,20 &euro; (6,12 Pfund) &ndash; immerhin 70 Cent mehr als der in Deutschland geforderte 7,50 &euro; -, w&auml;hrende der &ldquo;hohe&rdquo; Mindestlohn in Frankreich bei stolzen 8,44 &euro; liegt, ganze 24 Cent bzw. drei Prozent &uuml;ber dem &ldquo;niedrigen&rdquo; Mindestlohn in Gro&szlig;britannien! Die zus&auml;tzlichen 24 Cent sind also f&uuml;r die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich verantwortlich. Sehr &uuml;berzeugend, Herr Kaden!<\/p>\n<p>Wahrscheinlich nimmt Herr Kaden einfach an, dass der Mindestlohn in GB niedrig ist, da er keine Arbeitslosigkeit erzeugt hat. Er kann nicht hoch sein, weil er bei dem geringen Besch&auml;ftigungseffekt nicht hoch sein darf. Die Theorie hat also ihre Vorteile: Man braucht nicht zu recherchieren, ob es wirklich so ist; die Theorie sagt einem schon, dass es so ist.<\/p>\n<p>Als negatives Beispiel wird Frankreich genannt. Was ist aber mit den anderen 18 europ&auml;ischen L&auml;ndern mit Mindestlohn (GB wurde schon abgehandelt)? Da die Erfahrungen dort nicht zu seinen Glaubenss&auml;tzen passen, werden sie einfach ausgeblendet.<\/p>\n<p>Es wird immer behauptet, Deutschland sei ein Hochlohnland, Frankreich ebenso. Wie kommt es dann, dass in Gro&szlig;britannien ein Mindestlohn von 8,20 &euro; so niedrig sei, dass er kaum in Anspruch genommen wird, w&auml;hrend im &ldquo;Hochlohnland&rdquo; Deutschland 7,50 &euro; zu viel sind, weil so viele Menschen weniger verdienen und demzufolge davon betroffen w&auml;ren? Das h&ouml;rt sich nicht gerade nach einem Hochlohnland an.<\/p>\n<p>Die erh&ouml;hte Arbeitslosigkeit, die laut Herrn Kaden durch Mindestl&ouml;hne entsteht, komme dann das Gemeinwesen teuer zu stehen, meint er: &ldquo;Diese Arbeitslosigkeit ist dann f&uuml;r das Gemeinwesen teurer als die marktwirtschaftliche Variante des Aufstockens.&rdquo;<br>\nErstens h&auml;lt er Lohnsubventionen durch Aufstockung offenbar f&uuml;r die &ldquo;marktwirtschaftliche&rdquo; Variante, die selbstverantwortliche Variante, dass Unternehmen die L&ouml;hne ihrer eigenen Mitarbeiter selbst zahlen, dagegen nicht.<\/p>\n<p>Zweitens schaut er nur auf den Staatshaushalt, nicht jedoch auf die Einnahmeseite, wo dank h&ouml;herer L&ouml;hne mehr Steuer gezahlt wird. Na gut, er nimmt einfach an, dass alle, die vom h&ouml;heren Lohn profitieren w&uuml;rden, stattdessen arbeitslos werden. Es muss so sein, weil es anders nicht sein darf. Kein Bedarf, in andere L&auml;ndern zu schauen. Er wei&szlig; bereits anhand der Theorie, wie es dort sein muss &ndash; die Wirklichkeit wird wohl auch so sein.<\/p>\n<p>Kaden verweist auf das Buch von Gabor Steingart in seinem Buch &ldquo;Weltkrieg um Wohlstand&rdquo;. Steingart habe Recht, &ldquo;dass Kapital dorthin geht, wo es die h&ouml;chste Verzinsung zu erwarten hat; dass es &lsquo;nie zuvor eine derartige Ausweitung des Arbeitskr&auml;fteangebots gegeben hat&rsquo;; dass sich &lsquo;die L&ouml;hne und auch die Lebensstandards der einfachen Arbeiter&rsquo; weltweit &lsquo;aufeinander zu bewegen&rsquo;, was f&uuml;r Deutschland hei&szlig;t: sinkende, bestenfalls stagnierende Einkommen.&rdquo; Da w&auml;ren wir wieder bei der Friseurin in Sachsen, die nur 4,50 &euro; verdient. Sie darf also nicht mehr als 4,50 &euro; verdienen, sonst gehen ihre Kunden nach Asien, um die Haare schneiden zu lassen. Wenn die Rewe-Kassiererin mehr als 4,50 &euro; verdient, wird der Supermarkt einfach nach China verlegt, da die L&ouml;hne f&uuml;r Kassiererinnen und Kassierer dort niedriger sind. Von dort aus wird Rewe den deutschen Markt bestimmt ganz effizient bedienen k&ouml;nnen!<\/p>\n<p>Es ist ja gerade das Seltsame bei der Diskussion um den Mindestlohn, dass die ausl&auml;ndische Konkurrenz als Argument gegen ihn angef&uuml;hrt wird, obwohl es in hohem Ma&szlig;e die Arbeitspl&auml;tze sind, die nicht ins Ausland verlegt werden k&ouml;nnen, die davon betroffen w&auml;ren.<br>\nEs mag ja schon stimmen, dass, wenn der Friseur mehr kostet, einige sich entscheiden, seltener zum Friseur zu gehen. Ist aber der erh&ouml;hte Preis daf&uuml;r verantwortlich oder die schwache Kaufkraft der Kunden?<\/p>\n<p>Herr Kaden hat vielleicht noch nicht geh&ouml;rt, dass andere L&auml;nder die Doppelfunktion von L&ouml;hnen als Kosten und Nachfrage schon l&auml;ngst entdeckt haben.<br>\nEr als treuer J&uuml;nger der Reinen Lehre h&auml;lt sich dagegen am vorvorgestrigen Wirtschaftsverst&auml;ndnis aus dem 19. Jahrhundert fest. Diese ist die Wahre Lehre, denn etwas anderes darf nicht sein.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Der Autor Wolfgang Kaden ist ein typisches Beispiel daf&uuml;r, wie einstmals linke Journalisten ihre Karriere der Anpassung an die herrschende Ideologie verdanken. (WL)<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die gef&auml;hrlichen Tr&auml;ume der Deutschen<\/strong><br>\nMindestlohn, Arbeitslosengeldverl&auml;ngerung, &uuml;ppige Lohnsteigerungen: Die Deutschen handeln, als sei die Globalisierung nur ein b&ouml;ser Traum gewesen. Volk und Politiker sind geeint im Umverteilungsrausch &ndash; und nirgendwo ist eine Autorit&auml;t auszumachen, die zur M&auml;&szlig;igung anh&auml;lt. Das bittere Ende ist gewiss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,530981,00.html\">manager-magazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Angst vor den Verf&uuml;hrern Gysi und Lafontaine<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.t-online.de\/BILD\/news\/politik\/2008\/01\/28\/rote-gefahr\/linke-landesparlamente-westdeutschland,geo=3612998.html#\">Bild Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese nur drei Beitr&auml;ge von unterschiedlichen Leitmedien zeigen, wie hier in Deutschland bei den kleinsten Signalen f&uuml;r eine Bedrohung des herrschenden wirtschaftspolitischen Kurses aus allen Rohren Gegenfeuer gesetzt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Die BILD-Kampagne f&uuml;r die private Rente geht weiter<\/strong>\n<p><strong>Die bittere Wahrheit &uuml;ber unsere Rente &ndash; warum sie nicht reichen wird. <\/strong><br>\nDie Rente ist sicher &ndash; aber sie wird immer weniger wert! Jetzt wird Millionen von Arbeitnehmern klar, was demographischer Wandel und die deshalb notwendige Rentenreform f&uuml;r sie bedeuten: Sie m&uuml;ssen im Alter den G&uuml;rtel enger schnallen. Wer heute nicht vorsorgt, hat im Alter oft nicht einmal mehr genug zum Leben. Grund: Immer weniger Menschen m&uuml;ssen immer mehr Rentner versorgen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.bild.t-online.de\/BILD\/news\/wirtschaft\/2008\/01\/28\/altersarmut\/wahrheit-rente,geo=3607442.html\">BILD<\/a><\/p>\n<p><strong>R&uuml;rup-Interview: &bdquo;Ohne Zusatz-Vorsorge wird es nicht gehen!&ldquo;<\/strong><br>\n &bdquo;&hellip; Aber ohne zus&auml;tzliche private oder betriebliche Vorsorge wird es f&uuml;r die meisten nicht gehen. &hellip; Dies sollte aber Arbeitnehmer in j&uuml;ngeren und mittleren Jahren, auch wenn sie wenig verdienen, nicht davon abhalten, zu riestern. &hellip; Die mittleren Generationen, die heute um die 40 sind, m&uuml;ssen in puncto Altersvorsorge deutlich mehr tun, um im Alter in etwa ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten.&ldquo;<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bild.t-online.de\/BILD\/news\/wirtschaft\/2008\/01\/28\/altersarmut\/altersarmut-interview\/interview-ruerup,geo=3607668.html\">BILD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Schl&uuml;ssel zum H&ouml;rsaal &ndash; ein Erbst&uuml;ck<\/strong><br>\nDas Elternhaus spielt nach wie vor die zentrale Rolle f&uuml;r die Bildungschancen junger Erwachsener. Akademikerkinder schaffen es deutlich h&auml;ufiger an die Hochschulen &ndash; und der Beitrag der Eltern zur Finanzierung des Studiums steigt. Die deutschen Schulen f&ouml;rdern Kinder aus den unterschiedlichen Schichten nicht im gleichen Ma&szlig;e. Eine Sp&auml;tfolge davon zeigt sich an den Hochschulen: Kinder von Beamten und Selbstst&auml;ndigen haben deutlich bessere Chancen auf ein Studium als Arbeiterkinder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-16356100\/hbs\/hs.xsl\/32014_90021.html\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><strong>Noch immer fehlen Stipendienprogramme zur sozialen Abfederung &ndash; DSW bef&uuml;rchtet noch st&auml;rkere soziale Selektion <\/strong><br>\nDas Deutsche Studentenwerk (DSW) kritisiert, dass in den sieben Bundesl&auml;ndern mit Studiengeb&uuml;hren noch immer keine Stipendienprogramme zur sozialen Abfederung aufgelegt worden sind. &bdquo;Das Bundesverfassungsgericht hat den L&auml;ndern 2005 auferlegt, ihre Studiengeb&uuml;hrenmodelle sozialvertr&auml;glich zu gestalten&ldquo;, erl&auml;utert DSW-Generalsekret&auml;r Achim Meyer auf der Heyde, &bdquo;die Antwort der L&auml;nder waren nur Studiengeb&uuml;hren-Darlehen, jedoch nicht die angek&uuml;ndigten Stipendienprogramme.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildungsspiegel.de\/aktuelles\/dsw-studiengebuehren-sind-nicht-sozialvertraeglich.html?Itemid=262\">Bildungsspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Abitur dank Fastfood<\/strong><br>\nJunge Menschen in Gro&szlig;britannien k&ouml;nnen bald ihre Hochschulreife bei McDonald&rsquo;s erwerben. Kritiker an den Hochschulen des Landes warnen zwar vor Gleichmacherei und Schmalspurbildung, einer Diplom-Inflation und dem dramatischen Absinken der Pr&uuml;fungsanforderungen. Doch die Entwicklung ist nicht aufzuhalten. In England reicht das Spektrum h&ouml;herer Bildung k&uuml;nftig vom Oxford-Abschluss bis zum McAbitur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/politik\/720572.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Noch ein Job in der Finanzbranche f&uuml;r Blair<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here britische Premierminister Tony Blair hat eine weitere Beraterrolle bei einem Finanzunternehmen angenommen. Blair wird einem Bericht zufolge k&uuml;nftig den Konzernchef der Zurich Financial Services Group, James J. Schiro, beraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/News\/printpage.aspx?_p=200811&amp;_t=ftprint&amp;_b=1383388\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Tilgner kritisiert ZDF<\/strong><br>\nZDF-Korrespondent Tilgner hat seinen Vertrag nicht verl&auml;ngert und zugleich mehr Freiheiten bei der Berichterstattung gefordert. K&uuml;nftig will er haupts&auml;chlich f&uuml;r einen ausl&auml;ndischen Sender arbeiten. Er f&uuml;hle sich in Deutschland in seiner Arbeit zunehmend eingeschr&auml;nkt, &laquo;gerade auch, was die Berichterstattung aus Afghanistan angeht, jetzt, wo dort deutsche Soldaten sterben&raquo;, zitierte ihn die Schweizer Unternehmenszeitschrift &laquo;Migros-Magazin&raquo; am Montag. Es gebe B&uuml;ndnisr&uuml;cksichten, die sich in der redaktionellen Unabh&auml;ngigkeit der Sender widerspiegelten. Gleichzeitig werde Politik immer mehr in Nischen verdr&auml;ngt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/medien\/888850.html\">Netzeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>F&uuml;nf Medienkonzerne versuchen die Weltmeinung zu beherrschen<\/strong><br>\nDie f&uuml;nf Presseagenturen Agence France Press (AFP), Reuters (GB), Associated Press (USA), Novosti (RUS) und Xinghua (China) haben die Aufgabe Nachrichten auszuw&auml;hlen. Afrika und S&uuml;damerika haben keine Presseagentur, in Arabien gibt es seit 1996 immerhin al-Jazira.<br>\nIn der ganzen westlichen Welt gibt es nur noch f&uuml;nf grosse Medienkonzerne: AOL Time Warner, NBC Universal, Bertelsmann, Murdoch und Viacom.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit-fragen.ch\/ausgaben\/2008\/nr4-vom-2112008\/fuenf-medienkonzerne-versuchen-die-weltmeinung-zu-beherrschen\/\">Zeit-Fragen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2927","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2927"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2927\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2927"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}