{"id":2955,"date":"2008-02-06T17:33:26","date_gmt":"2008-02-06T16:33:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2955"},"modified":"2015-11-29T13:53:11","modified_gmt":"2015-11-29T12:53:11","slug":"was-aendert-das-neue-gentechnik-gesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2955","title":{"rendered":"Was \u00e4ndert das neue Gentechnik-Gesetz?"},"content":{"rendered":"<p>Das umstrittene Gesetz zur Neuregelung der Gentechnik (Gentechnikgesetz &ndash; GenTG) wurde am 25. Januar im Bundestag verabschiedet  und soll noch im Februar dem Bundesrat vorgelegt werden, damit es noch vor der Anbausaison Rechtsg&uuml;ltigkeit erlangt. Bereits der Entwurf zu dieser Novelle ist auf heftige Kritik gesto&szlig;en. Das urspr&uuml;ngliche Gentechnikgesetz wurde bereits 1990 erlassen und seitdem schon mehrfach ge&auml;ndert. Die Koalitionspartner CDU und SPD haben sich bereits im Koalitionsvertrag dar&uuml;ber geeinigt, das bestehende Gesetz zu &auml;ndern, mit der Begr&uuml;ndung, die Forschung auf dem Feld der Gentechnik zu erleichtern. Am 12. Januar haben sich die Koalitionsparteien &uuml;ber das neue Gentechnikgesetz verst&auml;ndigt. Kritiker sehen in den &Auml;nderungen des Gesetzes eine weitere &Ouml;ffnung der Landwirtschaft f&uuml;r gentechnisch ver&auml;nderte Pflanzen zum Nachteil der konventionellen Landwirtschaft und der Biolandwirte.<br>\nChristine Wicht<br>\n<!--more--><br>\nIm Ministerrat der Europ&auml;ischen Union stimmte Deutschland mit der gro&szlig;en Mehrheit der EU-Landwirtschaftsminister am 30. Oktober 2007 noch gegen die Aufhebung des <a href=\"?p=2792\">Genmais-Import-Verbotes<\/a>, aber in Deutschland genehmigt der Landwirtschafts-, Gesundheits- und Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU), in diesem Jahr den Anbau von Genmais und forciert somit den gentechnisch ver&auml;nderten Anbau in unserem Land. <\/p><p>Die meisten Verbrauchersch&uuml;tzer in Deutschland sehen darin gro&szlig;e Risiken f&uuml;r die Umwelt, wenn sich genver&auml;nderte Organismen im Boden bef&auml;nden. Alle Umfragen belegen, dass der Gro&szlig;teil der Bundesb&uuml;rger der Gentechnik nicht nur skeptisch sondern sogar ablehnend gegen&uuml;ber steht. Seehofer hingegen setzt sich &uuml;ber diese Bedenken in der Bev&ouml;lkerung hinweg. Er sieht keine Risiken f&uuml;r Verbraucher und Umwelt. Die Gentechnik-Expertin Ulrike Brendel von Greenpeace kritisiert diese Entscheidung: <\/p><blockquote><p>\nDieser (der gentechnisch ver&auml;nderte Mais) kann sich ungewollt, unberechenbar und unkontrolliert in die Umwelt ausbreiten. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Gen-Mais Gefahren birgt. Anstatt die Verunreinigung unserer Landwirtschaft und Umwelt mit Gen-Mais durch ein Anbauverbot zu verhindern, erl&auml;sst Seehofer ein Gentechnikgesetz, bei dem die unkontrollierte Ausbreitung Programm ist.<\/p><\/blockquote><p><strong>Nachfolgend die wichtigsten Punkte der Gesetzes&auml;nderung:<\/strong><\/p><ul>\n<li>\n<strong>Deutliche Verfahrenserleichterungen:<\/strong> F&uuml;r Arbeiten in geschlossenen gentechnischen Anlagen gilt in den untersten beiden Sicherheitsstufen nur noch ein Anzeigeverfahren; der Umfang der einzureichenden Unterlagen wird gestrafft.<\/li>\n<li><strong>Entsorgung von nicht zugelassenen gentechnisch ver&auml;nderten Organismen:<\/strong> Produkte, die Anteile von nicht zugelassenen gentechnisch ver&auml;nderten Organismen aufweisen, d&uuml;rfen thermisch verwertet oder industriell verarbeitet werden. Allerdings muss sichergestellt sein, dass keine sch&auml;dlichen Auswirkungen auf die Umwelt eintreten und sie nicht in die Lebensmittelkette gelangen.<\/li>\n<li><strong>Einhaltung der guten fachlichen Praxis:<\/strong> Die Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung f&uuml;hrt f&uuml;r den Anbau gentechnisch ver&auml;nderter Pflanzen Sorgfaltspflichten ein. Sie gelten unter anderem f&uuml;r Anbau, Ernte, Transport, Lagerung, eingesetzte Gegenst&auml;nde und f&uuml;r die Kontrolle des Pflanzendurchwuchses. <\/li>\n<li><strong>Einf&uuml;hrung von Mindestabst&auml;nden:<\/strong> F&uuml;r den Anbau von gentechnisch ver&auml;ndertem Mais wird ein Mindestabstand von 150 Metern von konventionellen Maiskulturen festgelegt. In der Nachbarschaft von &ouml;kologischen Maiskulturen ist ein Abstand von mindestens 300 Metern vorgeschrieben. Mit der Differenzierung wird der besonderen Sensibilit&auml;t des Marktes f&uuml;r &ouml;kologische Produkte Rechnung getragen.<\/li>\n<li><strong>Hohe Transparenz und bessere Kennzeichnung:<\/strong> Das &ouml;ffentliche Register f&uuml;r den Anbau gentechnisch ver&auml;nderter Organismen, das so genannte Standortregister, weist auch k&uuml;nftig das genaue Grundst&uuml;ck aus, auf dem gentechnisch ver&auml;nderte Pflanzen zum Einsatz kommen. Die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln wird auf Milch, Eier, K&auml;se und Fleisch ausgedehnt. Die Nutzung der Kennzeichnung &ldquo;Ohne Gentechnik&rdquo; wird an die EG-&Ouml;ko-Verordnung angepasst.<\/li>\n<\/ul><p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/nn_1264\/Content\/DE\/Artikel\/2008\/01\/2008-01-14-der-weg-fuer-das-gentechnikgesetz-ist-frei.html\">bundesregierung.de<\/a>)<\/p><p><strong>Kennzeichnung soll f&uuml;r h&ouml;here Transparenz sorgen<\/strong><br>\nMit der neuen Kennzeichnung &bdquo;ohne Gentechnik&ldquo; soll hervorgehoben werden, dass die gef&uuml;tterten Tiere gentechnikfrei (ohne gentechnisch ver&auml;nderte Pflanzen) aufgezogen worden sind. Aus einem Beschlussvorschlag, den das Landwirtschaftsministerium dem  Bundestag vorgelegt hat, geht jedoch hervor, dass Futtermittelzus&auml;tze auch dann verwendet werden d&uuml;rfen, wenn sie mit gentechnisch ver&auml;nderten Mikroorganismen hergestellt wurden. Dazu z&auml;hlen: Aminos&auml;uren, Enzyme oder Vitamine, die in manchen Futtermischungen enthalten sind. Bei Lebensmitteln d&uuml;rfen diese Zusatzstoffe nicht verwendet werden. (Informationen &uuml;ber die Kennzeichnung Gentechnik sind <a href=\"http:\/\/www.transgen.de\/recht\/kennzeichnung\/280.doku.html\">hier abzurufen<\/a>.). <\/p><p>Nach Angaben der Gr&uuml;nen im Bundestag ist die nun <\/p><blockquote><p>(&hellip;) von Seehofer vorgeschlagene Kennzeichnung nicht neu &ndash; theoretisch ist sie bereits seit 1998 m&ouml;glich, als er selber in seiner damaligen Funktion als Gesundheitsminister diese Regelung in die Lebensmittelverordnung aufnahm. Genutzt hat sie niemanden, denn sie wurde seinerzeit von Seehofer so konstruiert, dass sie an der Praxis vorbei geht. Wegen der fehlenden Kontroll- und Nachweism&ouml;glichkeiten sorgte sie f&uuml;r Rechtsunsicherheiten bei denjenigen, die das Label nutzen wollten. Das hei&szlig;t, Seehofer verbessert mit seinem Vorschlag nun seine schlechte Verordnung, die er als Gesundheitsminister geschaffen hat, in dem er sie endlich an geltendes EU-Recht anpasst. Davon haben nicht nur diejenigen etwas, die das Label &ldquo;ohne Gentechnik&rdquo; als Marktvorteil zuk&uuml;nftig nutzen wollen, sondern auch die Verbraucher. <\/p><\/blockquote><p> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.gruene-bundestag.de\/cms\/agrogentechnik\/dok\/215\/215203.html\">gruene-bundestag.de<\/a>) . <\/p><p>Das Online-Netzwerk Campact weist allerdings darauf hin, dass heute bereits 80 Prozent der gentechnisch angebauten Pflanzen als Tierfutter verwendet werden, wovon die Verbraucher aber nichts erf&uuml;hren. Auf K&auml;se, auf Eiern und bei Fleisch g&auml;be es keine Hinweise, ob diese von Tieren stammen, die mit Gentechnik-Pflanzen gef&uuml;ttert werden. Diese Kennzeichnung sei Molkereien, H&uuml;hnerfarmen und Schlachth&ouml;fen bisher durch die Neuartige Lebensmittel Verordnung (NLV) untersagt. Es wird gefordert: zur Kennzeichnung als gentechnikfrei m&uuml;sse nachgewiesen werden, dass alle Tierarzneimittel, Zusatzstoffe oder Enzyme ohne gentechnische Mittel hergestellt wurden. Da  aber dieser Beweis nahezu unm&ouml;glich ist, g&auml;be es f&uuml;r diese Stoffe keine Deklarationspflicht (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.campact.de\/gentec\/info\/log\">campact.de<\/a>)<\/p><p><strong>&Auml;nderungen der Feldabst&auml;nde<\/strong><br>\nDie Mindestabst&auml;nde zwischen den Anbaugebieten von gentechnisch ver&auml;ndertem Mais und konventionelle oder biologischen Anbaugebieten wurden zwar ver&auml;ndert (s.o.), die Nachbarn k&ouml;nnen sich aber auch auf einen geringeren Abstand einigen. Eine derartige Vereinbarung muss im Standortregister festgehalten werden. Und sie darf keine Rechte Dritter beeintr&auml;chtigen. Der Landwirt muss seine Nachbarn mindestens drei Monate vor der Aussaat informieren, die Information muss schriftlich erfolgen und der Nachbar muss &uuml;ber die Rechtsfolgen aufgekl&auml;rt werden. Sollte der angeschriebene Bauer jedoch nicht rechtzeitig reagieren, das hei&szlig;t innerhalb eines Monats, verliert er seine Schutzanspr&uuml;che gegen gentechnische Verunreinigung. Somit ist die Produktion von gentechnisch ver&auml;ndertem Mais mit der neuen Gesetzesregelung deutlich erleichtert worden. <\/p><p>Greenpeace kritisiert diese Abstandsregelungen: <\/p><blockquote><p>(&hellip;) Studien haben ergeben, dass bei diesen Abst&auml;nden immer mit Verunreinigungen zwischen 0,3 und 0,5 Prozent zu rechnen ist. Hieran ist besonders zu kritisieren, dass Verunreinigungen, die unter 0,9 Prozent liegen, gar nicht geahndet werden. Au&szlig;erdem d&uuml;rfen Gen-Bauern durch private Absprachen mit ihren Nachbarn sogar noch geringere Abst&auml;nde aushandeln. <\/p><\/blockquote><p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/gentechnik\/nachrichten\/artikel\/qdie_gentechnikfreie_landwirtschaft_wird_erschwertq\/\">greenpeace.de<\/a>) <\/p><p>Des Weiteren ist der Bauer verpflichtet seine Produkte in jedem Fall zu kennzeichnen, auch wenn die Verunreinigung unter 0,9 Prozent liegt. Im Gentechnikgesetz ist allerdings festgelegt, dass eine Verunreinigung unter 0,9% dann nicht gekennzeichnet werden muss, wenn sie technisch unvermeidbar ist. Bereits seit dem 18. April 2004 m&uuml;ssen europaweit Lebensmittel und auch Futtermittel, die mehr als 0,9% gentechnisch ver&auml;nderte Organismen (GVO) enthalten, als &bdquo;genetisch ver&auml;ndert&ldquo; gekennzeichnet werden. Dies steht aber nur im Zutatenverzeichnis oder in einem Hinweis auf dem Etikett. Wer genau wissen will, was er kauft, muss das Etikett schon sehr gr&uuml;ndlich lesen. Die Kennzeichnungspflicht gilt &uuml;brigens auch f&uuml;r unverpackte Waren sowie in Restaurants, Kinderg&auml;rten, Schulen, Krankenh&auml;user und Kantinen. Dort h&auml;lt sich die Macht des Verbrauchers allerdings ziemlich in Grenzen. <\/p><p><strong>Haftung<\/strong><br>\nBez&uuml;glich der Haftung wurden keine &Auml;nderungen vorgenommen. Danach haften Gentechnik-Produzenten f&uuml;r &ouml;konomische Sch&auml;den gentechnikfrei wirtschaftender Nachbarn, auch dann, wenn sie sich an alle Regeln zum Kontaminationsschutz gehalten haben und die Verunreinigungen von Nachbarfeldern nicht eindeutig auf sie zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind.  Die Gentechnik-Lobby hatte eine Haftungsfreistellung angestrebt, wonach gentechnikfrei wirtschaftende Bauern erst ab einem Stellenwert von 0,9 Prozent gentechnischer Verunreinigung ihrer Ernte Anspruch auf Haftung haben. <\/p><p><strong>Schutz der Imker<\/strong><br>\nImker, Bienen und Honig werden weder im neuen Gesetzes-Entwurf noch in der Verordnung &uuml;ber die Gute fachlichen Praxis erw&auml;hnt. Der Deutsche Imkerbund beklagt, dass mit den vorgesehenen gesetzlichen Regelungen die Voraussetzungen zur Gewinnung eines naturbelassenen und v&ouml;llig r&uuml;ckstandsfreien Honigs nicht mehr gegeben seien. F&uuml;r die Gr&uuml;nen im Bayerischen Landtag ist das Wort &bdquo;Koexistenz&ldquo;, in diesem Zusammenhang nur eine Wortsch&ouml;pfung der EU, die  vermitteln soll, dass Gentechnikanbau und gentechnikfreier Anbau unber&uuml;hrt nebeneinander existieren k&ouml;nnen. Das halten die Gr&uuml;nen f&uuml;r ein M&auml;rchen und verweisen auf wissenschaftliche Studien in England. Dort konnten gentechnisch ver&auml;nderte Rapspollen noch in 26 km Entfernung nachgewiesen werden. Beim Mais reichte der Austrag bis zu 600 Meter. Da Bienen nicht eingesperrt werden k&ouml;nnen und ihre Pollen Kilometer weit tragen, seien Imker bei Gentech-Anbau praktisch nicht mehr im Stande gentechnikfreien Honig anzubieten, woraus f&uuml;r sie erhebliche wirtschaftliche Sch&auml;den folgen. Der britische Imkerverband r&auml;t seinen Mitgliedern ihre Bienenst&ouml;cke mindestens 10 Kilometer entfernt von Feldern aufstellen, die mit genver&auml;nderten Pflanzen bepflanzt sind. Die Imker befinden sich in einem Dilemma. Sie wollen keinen Gentech-Honig produzieren, was sich allerdings zunehmend als nahezu unm&ouml;glich herausstellt: Wenn ihre Bienenst&uuml;cke in der N&auml;he eines Gentech-Mais-Feldes stehen, lassen sich gentechnisch ver&auml;nderter Bestandteile im Honig nachweisen. Darum haben sich Imker zusammengeschlossen und klagen gegen den Anbau von MON 810. Siehe dazu die <a href=\"http:\/\/www.keine-gentechnik.de\/fileadmin\/files\/Infodienst\/26_06_07_mellifera_vgh_muenchen_pm.pdf\">Stellungnahme zum Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes [pdf &ndash; 68KB]<\/a>. <\/p><p><strong>Slow-Food berichtet &uuml;ber Erfahrungen mit der gr&uuml;nen Gentechnik in anderen L&auml;ndern:<\/strong><br>\nAmerikanische und kanadische Bauern, die &uuml;ber eine 10j&auml;hrige Erfahrung mit genver&auml;nderten Pflanzen verf&uuml;gen, berichten, dass &ndash; entgegen urspr&uuml;nglichen Versprechen &ndash; die Ernte-Ausbeute gesunken, der Pestizidbedarf dagegen eher gestiegen und die N&auml;hrstoffdichte der Produkte geringer geworden sei. Des Weiteren zeigten mehrere Befunde der letzten Jahre, dass bei gentechnisch ver&auml;ndertem Mais, Reis oder Erbsen gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen werden k&ouml;nnten. Dar&uuml;ber hinaus habe die FAO die Legende zerst&ouml;rt, dass mit genmanipulierten Organismen (GMO) die Weltern&auml;hrungsproblematik gel&ouml;st werden k&ouml;nne. (Quelle: <a href=\"http:\/\/genfood.wordpress.com\/2008\/01\/27\/slow-food-zur-gentechnik-novelle\/\">genfood.wordpress.com<\/a>) . <\/p><p>Interessant ist auch, dass seit Einf&uuml;hrung der Gentechnik in Argentinien in den 1990er Jahren, inzwischen 98 Prozent der Sojapflanzen genver&auml;ndert sind. Es hat sich gleichzeitig gezeigt, dass 58 Prozent mehr Herbizide je Hektar gespritzt werden mussten, dennoch komme es zu einem st&auml;rkeren Pilz- und Sch&auml;dlingsbefall. Christoph Then von Greenpeace ist der Ansicht, dass der Anbau von Gen-Soja unrentabel werde, weil der Bedarf an teuren Spritzmitteln zu hoch werde. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/umwelt-gesundheit\/unserland\/landwirtschaft_forst\/landw_verbraucher\/gen-soja.shtml\">br-online.de<\/a>) <\/p><p><strong>Die Methoden von Monsanto<\/strong><br>\nDer kanadische Bauer und Saatz&uuml;chter, Percy Schmeiser, der gegen die brutalen Methoden des Saatgutmultis Monsanto Widerstand leistete und sich dagegen wehrte, dass die Bauern von den Konzernen eingesch&uuml;chtert und gef&uuml;gig gemacht werden, ist zum Symbol des Widerstands gegen Genmais geworden. Die benachbarten Bauern bauten auf ihren Feldern gentechnisch ver&auml;nderten Raps an. Der Wind wehte die Saatk&ouml;rner &uuml;ber die Grundst&uuml;cksgrenzen und auch von den Erntefahrzeugen fiel Erntegut herab, das im Jahr darauf auf Schmeisers Feldern keimte, wodurch seine Ernte mit Genpflanzen kontaminiert wurde. <\/p><p>Dies kam paradoxerweise deshalb heraus, weil Monsanto Proben von Bauern entnimmt, die kein Saatgut von diesem Hersteller kaufen, um dann, wenn sie eine Kontamination nachgewiesen haben, den Bauern verklagen zu k&ouml;nnen, weil er angeblich illegal Monsanto-Saatgut verwende und das Patentrecht verletzt habe. Das ist eine g&auml;ngige Praxis, der sich Monsanto weltweit bedient. Dem beschuldigten Bauern werden dann zwei Alternativen augen&ouml;tigt: Entweder der Bauer kauft f&uuml;r alle Zeiten das genver&auml;nderte Saatgut von Monsanto, dann verzichtet Monsanto auf Schadensersatzverpflichtungen und der Bauer darf nicht &ouml;ffentlich &uuml;ber diesen Deal sprechen. Wenn der Bauer nicht akzeptiert, dann muss er sich wegen Patentverletzung vor Gericht verantworten. Schmeiser hat es abgelehnt Genraps anzubauen und f&uuml;hrt seitdem einen Kampf gegen Monsanto, denn es sei gerade umgekehrt Monsanto habe seine jahrzehntelange Zuchtarbeit, also sein geistiges Eigentum zerst&ouml;rt und sei umgekehrt ihm gegen&uuml;ber schadensersatzpflichtig. Dieselbe Problematik ist bei uns mit der Abstandsregelung praktisch auch vorprogrammiert. Der Sonderberichterstatter f&uuml;r das Recht auf Nahrung bei den Vereinten Nationen, Jean Ziegler, gratulierte Percy Schmeiser zu seiner Tour durch Deutschland und lobte, dass dieser seit langem die Patentierung von Saatgut als &ldquo;Angriff auf das Leben&rdquo; gei&szlig;le. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.percy-schmeiser-on-tour.org\/\">percy-schmeiser-on-tour.org<\/a>) <\/p><p>Ein in Frankreich eingesetztes Komitee bestehend aus Wissenschaftlern, Landwirten, Politikern und Umweltgruppen ver&ouml;ffentlichte unl&auml;ngst einen Bericht und sprach von ernsten Zweifeln an der Sicherheit von MON810 Mais von Monsanto. Zudem g&auml;be es neue Hinweise auf Gefahren f&uuml;r die Biodiversit&auml;t. Diese Begr&uuml;ndung erinnert an eine Begr&uuml;ndung von Horst Seehofer noch im letzten Jahr, als er den Import von MON810-Saatgut verboten hat. Mittlerweile sind allerdings Vertrieb und auch Anbau von MON810 von ihm wieder zugelassen. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Druck der Saatgutlobby diesen Sinneswandel von Seehofer bewirkt hat. <\/p><p>Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass neben Spanien in Europa in diesem Jahr voraussichtlich nur in Deutschland eine nennenswerte Fl&auml;che mit Gen-Pflanzen bewirtschaftet wird. In &Ouml;sterreich, Griechenland, Polen, Ungarn und in der Schweiz ist der Anbau von Gen-Mais nach wie vor verboten. Auch der Anbau der Gen-Kartoffel ist nur in Deutschland und Tschechien geplant. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/gentechnik\/presseerklaerungen\/artikel\/gutachten_belegt_seehofer_verstoesst_gegen_eu_recht\/\">greenpeace.de<\/a>) . <\/p><p>Die Gewinnung, der Austausch und die weitere Entwicklung von Saatgut und Pflanzensorten lagen in der Menschheitsgeschichte weltweit vor allem in der Hand von Bauern und lokalen oder regionalen Z&uuml;chtern. Das war den inzwischen transnationalen Saatgutkonzernen, auf ihrer Suche nach neuen M&auml;rkten, schon lange ein Dorn im Auge. Es gab unterschiedliche Strategien der Ern&auml;hrungsindustrie, wie diese Tradition unterwandert werden k&ouml;nnte. <\/p><p>Mit der Gentechnik findet nun ein unkalkulierbarer, risikobehafteter und nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig zu machender Eingriff in die Genstrukturen der Pflanzen statt, und dies mit der Begr&uuml;ndung, die Ern&auml;hrung der Menschheit sicher stellen zu wollen. Dass dies nur ein vorgeschobenes Argument ist, das ist mittlerweile bekannt. <\/p><p>In erster Linie l&auml;uft die Zulassung der Gentechnik darauf hinaus, dass mit deren Ausbreitung die Interessen der Saatgutindustrie bedient werden. Um so wichtiger w&auml;re es, dass  Bauern, die gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen anbauen, erkennen, dass sie den Lobbyisten der Industrie auf den Leim gehen und dass ihre Entscheidung f&uuml;r Gen-Pflanzen nicht mit den Verbraucherinteressen &uuml;bereinstimmen. <\/p><p>Letztendlich werden nicht nur die Bauern, sondern die Verbraucher und die Landwirtschaft ganzer L&auml;nder in eine Abh&auml;ngigkeit von einigen wenigen Anbietern gebracht, aus der sie sich kaum noch befreien k&ouml;nnen. Ist erst einmal in einem Land genmanipuliertes Saatgut in beachtlichem Umfang ausgebracht, dann ist das Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnis zu den Konzernen zementiert und es besteht das hohe Risiko, dass wegen der nahezu unvermeidbaren Verunreinigung Lizenzgeb&uuml;hren selbst von den Bauern entrichtet werden m&uuml;ssen, die konventionellen Anbau weiter betreiben wollen. <\/p><p>Au&szlig;er den Sch&auml;den, die f&uuml;r Umwelt und Gesundheit zu bef&uuml;rchten sind, werden damit gleichzeitig die  Selbst&auml;ndigkeit und Selbstbestimmung von Gentechnikbauern, Verbrauchern, ja die Souver&auml;nit&auml;t politischer Entscheidungen aufgegeben und in eine Abh&auml;ngigkeit von den Saatgutkonzernen gebracht. <\/p><p>Was wir dringend br&auml;uchten, sind deshalb Bauern, die das Format und den Mut des kanadischen Percy Schmeiser haben, und sich gegen diese Abh&auml;ngigkeit von den Saatgutkonzernen wehrten.<br>\nDer direkteste Weg w&auml;re allerdings, wenn die Landwirte gar keine genver&auml;nderte Pflanzen anbauen w&uuml;rden und diese damit auch nicht in den Handel k&auml;men, dann m&uuml;sste auch das Gentechnikgesetz nicht st&auml;ndig ver&auml;ndert und der weiteren Verbreitung von genver&auml;nderten Pflanzen angepasst werden und Anpassung hei&szlig;t in aller Regel, dass der Schutz vor gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen gelockert wird. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das umstrittene Gesetz zur Neuregelung der Gentechnik (Gentechnikgesetz &ndash; GenTG) wurde am 25. Januar im Bundestag verabschiedet und soll noch im Februar dem Bundesrat vorgelegt werden, damit es noch vor der Anbausaison Rechtsg&uuml;ltigkeit erlangt. Bereits der Entwurf zu dieser Novelle ist auf heftige Kritik gesto&szlig;en. Das urspr&uuml;ngliche Gentechnikgesetz wurde bereits 1990 erlassen und seitdem schon<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2955\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[188,176,150],"tags":[1690,539,541,583,849,582,1400],"class_list":["post-2955","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bundesregierung","category-umweltpolitik","category-verbraucherschutz","tag-campact","tag-gentechnik","tag-greenpeace","tag-monsanto","tag-nahrungsmittel","tag-seehofer-horst","tag-ziegler-jean"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2955","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2955"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2955\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29192,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2955\/revisions\/29192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2955"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2955"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2955"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}