{"id":2968,"date":"2008-02-11T14:50:45","date_gmt":"2008-02-11T13:50:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2968"},"modified":"2015-11-28T13:47:52","modified_gmt":"2015-11-28T12:47:52","slug":"betriebsrente-vom-trugbild-einer-saeule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2968","title":{"rendered":"Betriebsrente \u2013 vom Trugbild einer \u201eS\u00e4ule\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Sie ist eine Selbstverst&auml;ndlichkeit f&uuml;r den, der sie hat, und etwas Unerreichbares f&uuml;r den Rest der ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen. Sie ist Ausdruck f&uuml;r Unterschiede, die das Leben halt so mit sich bringt. Wenn diese Ungleichheiten allein durch &bdquo;&auml;u&szlig;ere Umst&auml;nde&ldquo; bewirkt sind, wird freilich gehadert. Viele Ost-RentnerInnen z.B. mit einst versprochenen Zusatzversorgungen sehen sich durch die bundesdeutsche Renten&uuml;berleitung um etwas gebracht, was der Betriebsrente ad&auml;quat w&auml;re.<br>\nGenerell gilt die Betriebsrente den Reformpolitikern als notwendige Erg&auml;nzung der Zug um Zug von ihnen abgebauten Leistungen der Gesetzlichen Rentenversicherung. Diese zus&auml;tzliche &bdquo;S&auml;ule der Altersvorsorge&ldquo; sei unverzichtbar, wenn man im Alter den fr&uuml;heren Lebensstandard einigerma&szlig;en halten will.<br>\nWie gro&szlig; ist aber der Anteil derer, die Betriebsrenten beziehen &uuml;berhaupt? Von Kurt Pittelkau, Mitglied im Arbeitskreis Alterssicherung ver.di-Berlin.<br>\n<!--more--><br>\nWer das herausbekommen will, wird feststellen, dass in den g&auml;ngigen Informationen (&bdquo;klassischerweise&ldquo; arbeitgeberfinanzierte) Betriebsrenten von der betrieblichen Altersvorsorge mit oder ohne Entgeltumwandlung nicht klar unterschieden werden. Die &ouml;ffentlich gef&ouml;rderte private Altersvorsorge nach Riester steht im Zentrum der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung, auch der statistischen Erfassung. Annelie Buntenbach vom DGB-Bundesvorstand spricht von einer &bdquo;Privilegierung der Riester-Rente&ldquo;. Der Transparenz in diesem Bereich ist damit nicht gedient, wie eine Untersuchung der Arbeiterkammer Bremen zeigt.<\/p><p>Ich klammere hier die Problematik der Riester-Rente von Langzeitarbeitslosen und Geringverdienern aus, die derzeit so erregt debattiert  wird. Zu bedenken ist aber, dass nicht nur die Riester-Rente mit einer sp&auml;teren Grundsicherung verrechnet wird, sondern auch Lebensversicherungen, private Rentenpl&auml;ne oder Betriebsrenten. <\/p><p>Laut &bdquo;Capital&ldquo; (5\/06) bleibt der &bdquo;wirkliche Grad an Privatversicherung im Dunkeln&ldquo;. Das gilt auch weiterhin. Klar war zu jener Zeit nur: 6,5 Mio Menschen haben eine Riester-Rente (heute 10 Mio &ndash; pit) und 15,7 Mio. Besch&auml;ftigte einen Betriebsrentenanspruch, darunter alle Angestellten des &ouml;ffentlichen Dienstes.<\/p><p>Annelie Buntenbach vom DGB-Bundesvorstand res&uuml;miert die Studie &bdquo;Altersvorsorge in Deutschland 2005&ldquo; (AViD), vorgestellt im vorigen November, so:<\/p><blockquote><p>Die Rentenpolitik der letzten Jahre basierte auf der Annahme, dass die &ndash; zur Beitragsstabilit&auml;t beschlossenen &ndash; Rentenk&uuml;rzungen durch den Aufbau einer privaten bzw. betrieblichen Altersvorsorge individuell ausgeglichen werden k&ouml;nnen. Aber &ndash; auch wenn der Anteil der privaten bzw. Altersvorsorge zunimmt, geht diese Rechnung nicht auf.<\/p><\/blockquote><p>Im Klartext: &bdquo;Die AViD-Studie belegt, dass das Niveau der Altersvorsorge nur f&uuml;r diejenigen halbwegs konstant bleibt, die vom Zuwachs der privaten und betrieblichen Altersvorsorge profitieren k&ouml;nnen. Das sind aber bei weitem nicht alle ArbeitnehmerInnen.&ldquo; Eine DRV-Grafik zur Studie zeigt f&uuml;r das Ermittlungsjahr (!), dass die Zielstellung bei Personen im 65. Lebensjahr zu folgenden Anteilen erreicht war: bei 29 % der M&auml;nner und 15 % der Frauen (alte L&auml;nder bei M&auml;nnern 34%\/bei Frauen16%, neue L&auml;nder bei M&auml;nnern 8% bei Frauen 9%). <\/p><p>Nach einer aktuellen Information bei &bdquo;Financial Network&ldquo; sind derzeit &bdquo;54 % der Versicherten in der Privatwirtschaft &hellip; ohne betriebliche Altersversorgung&ldquo;. Rainer Wend, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hat auf Anfrage in einem VdK-Forum, &uuml;berschrieben &bdquo;Ein Sommerm&auml;rchen &ndash; hohe Betriebsrenten&ldquo; (10.7.07), angegeben, dass &bdquo;knapp 50 % der Rentnerinnen und Rentner zus&auml;tzliche Einnahmen aus einer Betriebsrente haben&ldquo;. Bei seiner Aussage handele sich allerdings &bdquo;nur um einen Anhaltspunkt&ldquo;. Halten wir fest: Zu einem ganz wichtigen Bereich der Altersvorsorge gibt es keine hieb- und stichfesten statistischen Daten. Festzuhalten ist ferner: Die Absch&auml;tzungen &uuml;ber die Anzahl der Empf&auml;nger von Betriebsrenten sehen nur die H&auml;lfte der heutigen Rentner davon beg&uuml;nstigt.<\/p><p>Doch die Absenkung der gesetzlichen Rente ist schon lange im Gange! F&uuml;r die andere H&auml;lfte ist die Vorsorgel&uuml;cke nicht durch Betriebsrenten geschlossen. Die &bdquo;S&auml;ule&ldquo; Betriebsrente ist mindestens f&uuml;r die H&auml;lfte der derzeitigen und zuk&uuml;nftigen Rentner eine reine Fiktion.<\/p><p>Sozialverb&auml;nde haben die verpflichtende betriebliche Altersvorsorge gefordert und zugleich gemahnt: Ein Gro&szlig;teil der Arbeitnehmer k&ouml;nne die private Altersvorsorge nicht finanzieren. Das wurde immer wieder mit dem Hinweis auf die gro&szlig;z&uuml;gige F&ouml;rderung des Riester-Sparens beschwichtigt, dessen problematische Seiten derzeit diskutiert werden.<\/p><p>In der Dokumentation zur MDR-Sendung &bdquo;Das M&auml;rchen vom reichen Ostrentner&ldquo; (8.1.08) lese ich, zum Unterschied vom Osten seien im Westen Betriebsrenten verbreitet. Und es wird ein Beispiel gebracht:<\/p><blockquote><p>Ein ehemaliger Meister in einem DDR-Chemiekombinat bekommt heute rund 1.000 &euro; Rente. In der DDR wurde ihm eine Betriebsrente zugesagt, die ihm dann 1991 gestrichen wurde. In einem vergleichbaren West-Chemiebetrieb h&auml;tte er heute mit seiner Betriebsrente insgesamt 1.800 &euro; statt 1.000 &euro;.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist eine Selbstverst&auml;ndlichkeit f&uuml;r den, der sie hat, und etwas Unerreichbares f&uuml;r den Rest der ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen. 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