{"id":2975,"date":"2008-02-13T09:17:58","date_gmt":"2008-02-13T08:17:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2975"},"modified":"2008-02-13T09:17:58","modified_gmt":"2008-02-13T08:17:58","slug":"hinweise-des-tages-584","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2975","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=2975&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Deutschlands gruseliger Au&szlig;enrekord<\/strong><br>\nW&auml;hrend weltweit &uuml;ber den dringenden Abbau gro&szlig;er Ungleichgewichte nachgedacht wird, haben die Deutschen gerade ihren ganz eigenen Beitrag geleitet: das Ungleichgewicht ist 2007 um mehr als 40 Prozent gestiegen (ja: gestiegen).<br>\nWie die Bundesbank meldet, ist der &Uuml;berschuss in der deutschen Leistungsbilanz mit dem Rest der Welt vergangenes Jahr noch einmal mit beschleunigtem Tempo gestiegen: von 114 auf jetzt 162 Mrd. Euro. Das passt zu den ohnehin schon atemberaubenden Zahlen des Statistikamts Destatis von vergangener Woche, wonach allein der Warenexport mittlerweile um knapp 200 Mrd. Euro &uuml;ber den Warenimporten liegt &ndash; was einem Anstieg um fast 50 Mrd. Euro allein in einem Jahr entspricht.<br>\nEine Aufl&ouml;sung k&ouml;nnte sein, dass der Leistungsbilanz&uuml;berschuss eben doch kein gutes Indiz f&uuml;r die Qualit&auml;t eines Standorts ist &ndash; sondern schlicht und einfach das Ergebnis davon, dass es auf der Welt L&auml;nder gibt, die freundlicherweise ihre (Binnen-)Konjunktur so wunderbar am Laufen halten, dass die Deutschen ihre Exporte gut verkauft bekommen, w&auml;hrend die Deutschen selbst lieber &uuml;ber Mehrwertsteuerschocks und anderes die eigene Binnen- und Importnachfrage gern mal bremsen.<br>\nWenn viel exportiert und weniger dynamisch importiert, hat halt einen gruselig hohen Export&uuml;berschuss &ndash; solange andere bereit sind, selbst hohe Defizite einzufahren. Germany dankt dem Rest der Welt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=1173&amp;blogId=10\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Wolfgang M&uuml;nchau: Per Grundrecht in die Krise<\/strong><br>\nNeuverschuldungsgrenzen geh&ouml;ren nicht in eine Verfassung. Sie nehmen der Politik die n&ouml;tige Flexibilit&auml;t. Wir haben genau diesen Fehler bei den Verhandlungen zum Maastrichter Vertrag Anfang der 90er-Jahre gemacht und wiederholen ihn jetzt. Damals wurden eine j&auml;hrliche Neuverschuldungsgrenze von drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt vereinbart sowie eine Gesamtverschuldungsquote von 60 Prozent vom BIP. Trotzdem sollte man diese Ziele nicht auf ewig festschreiben, denn es gibt Zeiten, da ben&ouml;tigt man fiskalpolitische Spielr&auml;ume. Damit meine ich nicht einen normalen Konjunkturabschwung, sondern einen unvorhergesehenen wirtschaftspolitischen Schock. Die globale Kreditkrise k&ouml;nnte sich zu einem derartigen Schock entwickeln, der mit Geldpolitik allein nicht in den Griff zu bekommen ist. Es ist durchaus denkbar, dass Fiskalpolitik zu bestimmten Zeiten Spielr&auml;ume ben&ouml;tigt, die im Vorfeld nicht abzusehen sind. Daher funktionieren auch die Ausnahmekataloge nicht. Das war eine der Lehren aus dem Fiasko mit dem europ&auml;ischen Stabilit&auml;tspakt. Man sollte sich davor h&uuml;ten, sich zu stark die H&auml;nde zu binden. Unter den neuen Regelungen w&auml;ren Ma&szlig;nahmen zur Abwehr einer wirtschaftspolitischen Katastrophe m&ouml;glicherweise verfassungswidrig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne%20Wolfgang%20M%FCnchau%20Per%20Grundrecht%20Krise\/316339.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Wer &ldquo;Bild&rdquo; liest, bleibt der Dumme<\/strong><br>\n&ldquo;Bild&rdquo; hat sich in dieser Woche ein leichtes Opfer gesucht: mal wieder die Hartz-IV-Empf&auml;nger. Wer &ldquo;Bild&rdquo; liest, muss den Eindruck gewinnen, dass es Arbeitslosen prima geht. Dass viele den ganzen Tag faulenzen und schlicht keine Lust haben, zu arbeiten. Und, wie das bei &ldquo;Bild&rdquo; so ist, wenn sie eine Kampagne f&auml;hrt, fallen dabei meist notwendige Differenzierungen oder beispielsweise Hinweise auf Sanktionen f&uuml;r arbeitsunwillige Hartz-IV-Empf&auml;nger unter den Tisch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/2785\/wer-bild-liest-bleibt-der-dumme\">Bildblog<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutschland nach den Reformen: Arbeitsloser hungert sich auf Hochsitz zu Tode<\/strong><br>\nEr war arbeitslos, allein, arm: Ein 58-J&auml;hriger hat sich auf einem Hochsitz im nieders&auml;chsischen Mittelgebirge Solling zu Tode gehungert. Jagdp&auml;chter entdeckten seine Leiche &ndash; und sein Tagebuch, in dem der Mann sein Sterben dokumentierte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/0,1518,534750,00.html\">Spiegel-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> In dem Bericht hei&szlig;t es: &ldquo;Ab Oktober vergangenen Jahres habe er kein Arbeitslosengeld mehr bekommen. Daraufhin habe er seinen Entschluss gefasst, sich aufs Fahrrad gesetzt und sich 100 Kilometer von Hannover entfernt einen Platz zum Sterben gesucht.&rdquo; Darf man annehmen, dass der Mann noch leben w&uuml;rde, wenn die ALGI-Bezugsdauer auch f&uuml;r ihn verl&auml;ngert worden w&auml;re?<\/em><\/p>\n<p>Die INSM hat <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/Downloads\/PM_Rheingold_Reformbereitschaft.pdf\">ganz andere Sorgen: [PDF &ndash; 116 KB]<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Die Entscheidungstr&auml;ger zeigen kaum Reformeifer oder Reformbereitschaft. Sie begegnen Reformen mit der gleichen Skepsis wie die B&uuml;rger im Lande. Bereits auf den Begriff Reform reagieren sie entt&auml;uscht, widerwillig oder allergisch. Reform erscheint als ein Unwort &hellip;Das Dogma der Einzelfallgerechtigkeit eines jeden f&uuml;hrt dazu, dass keine Entscheidung Endg&uuml;ltigkeit besitzt, sondern Reformen st&auml;ndig nachgebessert werden m&uuml;ssen. &hellip; Pers&ouml;nlicher Wohlstand und Privilegien &ndash; der Arbeitsplatz, das Einkommen, Position, Status und Karriere &ndash; sollen durch Reformen nicht angetastet werden. Vom Staat wird daher in erster Linie die Wahrung pers&ouml;nlicher Interessen verlangt. &hellip; Die Reformbereitschaft w&auml;chst immer dann, wenn die Bedeutung der Reform-Projekte f&uuml;r die eigenen Lebensverh&auml;ltnisse anschaulich und begreifbar wird. Gleichzeitig muss der B&uuml;rger die &Uuml;berzeugung haben, den Reformprozess durch seine pers&ouml;nliche Mitwirkung tragen und vorantreiben zu k&ouml;nnen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es w&auml;re ja sch&ouml;n, wenn die Reformer den Reformen mit der gleichen Skepsis begegneten wir die B&uuml;rger im Lande.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Neues aus dem Casino<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Kontrollen an den Finanzm&auml;rkten: Schwierige Transparenz<\/strong><br>\nDie Banken, meint Dieter Hein vom Frankfurter Analysehaus Fairesearch, &ldquo;kennen die in ihren B&uuml;chern steckenden Risiken nicht&rdquo;. Der Grund: Die Werthaltigkeit der komplexen und miteinander verbundenen Finanzinstrumente l&auml;sst sich in Zeiten von Turbulenzen, in denen M&auml;rkte zusammenbrechen oder t&auml;glich stark schwankende Preise melden, kaum seri&ouml;s ermitteln. Dass Rating-Agenturen ihr Geld nicht wert sind, wei&szlig; man inzwischen. Zweifelhaft ist aber auch der Nutzen bankinterner Sicherungen, die auf dem Konzept &ldquo;Value-at-Risk&rdquo; (VAR) basieren. Es soll das Verlustpotential aus Gesch&auml;ften ermitteln. Wie Studien zeigen, geht das Modell aber bei gr&ouml;&szlig;eren Turbulenzen nicht nur in die Knie, sondern kann, wenn alle Marktteilnehmer sich VAR-m&auml;&szlig;ig gleich verhalten und Papiere verkaufen, eine Lawine ausl&ouml;sen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1286565\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Casino-Kapitalismus: Was hei&szlig;t hier Marktwert?<\/strong><br>\nDie Krise lehrt nebenbei, wie hirnrissig die angels&auml;chsische Bilanzierungspraxis ist, unbedingt &uuml;berall und jederzeit Marktwerte zur Grundlage zu machen. Dieser Wahn, den die Europ&auml;er in ihre neuen Bilanzierungsvorschriften &uuml;bernommen haben, wirkt krisenversch&auml;rfend, gerade in dem Moment, da Stabilisierung das Gebot der Stunde w&auml;re.<br>\nDeshalb w&auml;re es klug, regulatorische M&ouml;glichkeiten zu schaffen, den selbstverschuldeten Teufelskreis zu durchbrechen und die wackeligen Papiere mit einem Wert zu versehen, der ihm n&auml;her kommt, als die Ausverkaufsstimmung an den Finanzm&auml;rkten nahelegt. Nur so l&auml;sst sich die Kernschmelze des Bankensystems verhindern. Nur so wird dem Casino-Kapitalismus ein Riegel vorgeschoben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1286537\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;konzerne blamierten sich 2007<\/strong><br>\nSchwarzbuch B&ouml;rse: Die Deutsche Bank hat im letzten Jahr alle von ihr betreuten B&ouml;rseng&auml;nge in den Sand gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2008%2F02%2F12%2Fa0097&amp;src=GI&amp;cHash=1c955fc7ce&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Fonds als Geldvernichtungsmaschine<\/strong><br>\nGefragte Publikumsfonds haben 2007 teilweise recht schlecht abgeschnitten. Ber&uuml;cksichtigt man dann zus&auml;tzlich, dass viele Anleger noch immer beim Fondskauf den vollen Ausgabeaufschlag zahlen, kommt unterm Strich bei der Jahresbilanz z.B. beim DWS-Fonds ein Minus von 4,3 Prozent heraus; beim Templeton-Fonds w&auml;ren es &ndash; so gerechnet &ndash; sogar 13,8 Prozent Miese.\n<p>Das Pikante beim DWS Verm&ouml;gensbildungsfond I ist allerdings, dass er auch tragende S&auml;ule des Riester-Renten-Produkts DWS Toprente ist. Gleiches gilt auch f&uuml;r den Uniglobal von Union Investment (Fondsvolumen 4,5 Mrd. Euro). Der global investierende Aktienfonds beendete das B&ouml;rsenjahr 2007 mit einem mageren Plus von 2,4 Prozent (mit Ausgabeaufschlag -2,6 Prozent) und belegt damit Rang 75. Die Abh&auml;ngigkeit des Riester-Renten-Produkts UniProfi Rente ist hier noch viel gr&ouml;&szlig;er: Das Geld, das in Aktien investiert wird, flie&szlig;t ausschlie&szlig;lich in den Uniglobal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/907062.html\">N-TV<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dass Fondsmanagement ein Spiel mit dem Zufall ist und es keine Dauerfavoriten unter den Aktienfonds gibt, ist nichts Neues. Die Meldung kann aber als weiterer Beleg daf&uuml;r dienen, wie verantwortungslos es ist, die Altersvorsorge auf dem Gesetzeswege von Kapitalanlagen abh&auml;ngig zu machen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Auch BayernLB muss Milliarden abschreiben<\/strong><br>\nFinanzmarktkrise rei&szlig;t tiefe L&ouml;cher bei den Landesbanken &ndash; und der Steuerb&uuml;rger muss zahlen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/724813.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>GM bietet 74 000 Mitarbeitern Abfindung an<\/strong><br>\nDer US-Autokonzern General Motors (GM) hat allen 74 000 Arbeitern, die in der Gewerkschaft sind, eine Abfindung angeboten. Amerikas gr&ouml;&szlig;ter Autobauer will diese Stellen mit Arbeitern besetzen, die nicht organisiert sind, und die weniger als die H&auml;lfte kosten. Gleichzeitig gab GM bekannt, dass man im vergangenen Jahr den gr&ouml;&szlig;ten Verlust in der Geschichte der Autoindustrie eingefahren habe, 38,7 Milliarden Dollar, das sind 26,5 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/724821.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Nur die Unterschriften fehlen<\/strong><br>\nDie Privatisierung der Bahn ist weiter gediehen, als das Verkehrsministerium zugibt. Insgesamt sind Erl&ouml;se von bis zu 12,5 Milliarden Euro drin.<br>\nWenn es um die Privatisierung der Deutschen Bahn (DB) geht, des letzten gro&szlig;en Staatsunternehmens, werden das Bundesverkehrsministerium und f&uuml;hrende Sozialdemokraten derzeit oft einsilbig. Vorschl&auml;ge w&uuml;rden &ldquo;gepr&uuml;ft&rdquo;, hei&szlig;t es dann. Und an der SPD vorbei, die beim Parteitag im Herbst starke Vorbehalte gegen den B&ouml;rsengang ge&auml;u&szlig;ert hatte, werde ohnehin nichts laufen, versichert das vom Genossen Wolfgang Tiefensee geleitete Verkehrsressort<br>\nDe facto aber sind die Beamten schon wesentlich weiter. Nach Informationen der S&uuml;ddeutschen Zeitung ist inzwischen bis ins Detail geplant, wie die Bahn m&ouml;glichst schnell teilweise privatisiert werden kann &ndash; theoretisch auch am Bundestag vorbei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/artikel\/12\/157591\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Ampel ist Aus<\/strong><br>\nDie hessische FDP gibt SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti noch einen Korb. Sie lehnt es weiter strikt ab, sich an einer Ampelkoalition zu beteiligen und strebt stattdessen eine &ldquo;Jamaika-Koalition&rdquo; an. Der FDP-Landesvorsitzende betonte, in dem rund 40-min&uuml;tigen Gespr&auml;ch sei erneut deutlich geworden, dass es in vielen Politikbereichen unterschiedliche Positionen zwischen Liberalen und Sozialdemokraten gebe. Dazu z&auml;hlten die Energie- und Wirtschaftspolitik, die Bildungs- und Haushaltspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,ra1m1\/deutschland\/artikel\/4\/157583\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Zum Gl&uuml;ck h&auml;lt die FDP die SPD von einem Wortbruch gegen&uuml;ber ihrem Wahlprogramm ab.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Vattenfall unterrichtet Klimaschutz<\/strong><br>\nVattenfall kl&auml;rt an Brandenburger Schulen &uuml;ber Klimaschutz auf. Schirmherr der &ldquo;Klimaakademie&rdquo; ist Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD). Umweltsch&uuml;tzer sind entsetzt, denn Vattenfall verursacht die meisten CO2-Emissionen im Land.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/17\/0,1872,7158321,00.html\">ZDF Frontal 21<\/a><\/li>\n<li><strong>Mehr Schein als Sein?<\/strong><br>\nIn den letzten Jahren &auml;ndern auff&auml;llig viele Hochschulen ihren Namen. Beliebt ist die Erg&auml;nzung um sch&ouml;ne Zus&auml;tze wie &ldquo;Forschungsuniversit&auml;t&rdquo; oder &ldquo;University of Applied Sciences&rdquo;. Auch die Erneuerung oder das kompletter Redesign der Logos und &uuml;berhaupt des ganzen Designs nimmt in den letzten Jahren auff&auml;llig zu.<br>\nEindruck wollen eben alle Universities (ob &ldquo;echt&rdquo;, auf Technik spezialisiert oder &ldquo;of Applied Sciences&rdquo;) machen. JedeR m&ouml;ge selbst beurteilen, was mehr Schein als Sein ist. Jedenfalls sollte man sich von Namen, Namenszus&auml;tzen oder sch&ouml;nen Logos nicht zu sehr blenden lassen. Sonst gewinnt am Ende die Hochschule mit der besten PR- und Design-Abteilung statt die mit dem jeweils individuell besten Angebot.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-742-hochschul-namen.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Feigheit vor dem Freund<\/strong><br>\nDie Bundesregierung ist tats&auml;chlich feige. Nicht deshalb, weil sie keine deutschen Truppen im S&uuml;den Afghanistans stationieren will. Daf&uuml;r hat sie gute und sachliche Gr&uuml;nde. Sondern vielmehr, weil sie nicht bereit ist, diese Gr&uuml;nde in der Nato oder gegen&uuml;ber der deutschen &Ouml;ffentlichkeit ausf&uuml;hrlicher zu vertreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2008%2F02%2F12%2Fa0127&amp;src=GI&amp;cHash=0f8b4d34f5&amp;type=98\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ganz offensichtlich hat die Bundesregierung, egal welche, oft genug den W&auml;hlerwillen ignoriert, aber der Fall Afghanistan liegt doch etwas anders. In Fragen von Krieg und Frieden d&uuml;rften die meisten deutschen Politiker doch sehr genau hinh&ouml;ren. Ich kann sehr wohl die n&auml;chtlichen Alarmsirenen, das Pfeifen der Bomben, die Detonationen der Einschl&auml;ge aus den Erz&auml;hlungen der &Auml;lteren heraush&ouml;ren, habe den Zustand unserer St&auml;dte in Erinnerung und kann diese Empfindung ohne weiteres auf die Schrecken &uuml;bertragen, den unsere Kriegsmaschinerie einst ausgel&ouml;st hat.<\/em><\/p>\n<p>Ich wundere mich immer sehr, wenn sich dann doch einige deutsche Politiker allzu schnell bereit finden, von B&uuml;ndnistreue zu faseln, wo es um Zerst&ouml;rung, Blut und Tod geht. Wir sind auf diesem Weg schon sehr weit gegangen und das Unbehagen w&auml;chst. Wenn viele Politiker das sp&uuml;ren, andererseits nicht so recht wissen, wie sie dies den B&uuml;ndnispartner vermitteln sollen, so sollten wir in der Tat, allen voran die Medien, zu diskutieren beginnen, wie das mit dem Hindukush so sei. Die &ldquo;guten und sachlichen Gr&uuml;nde&rdquo; habe ich als intensiver Zeitungsleser noch nicht ersch&ouml;pfend erl&auml;utert gesehen. Da fallen nur Schlagworte. Bevor man mit Etiketten wie Feigheit um sich wirft, sollte man als Zeitung mit gutem Beispiel voran gehen und umfassend<br>\naufkl&auml;ren.<\/p><\/li>\n<li><strong>Ein Blick &uuml;ber die Grenzen:<\/strong>\n<p><strong>Auswirkungen auf die Zukunft unserer Enkel<\/strong><br>\n(Zusammenfassender Bericht eines Artikels des franz&ouml;sischen &Ouml;konomen Jean-Paul Fitoussi in der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 12.2.2008, Seite 2; Originaltitel: &bdquo;Retour sur l&rsquo;avenir de nos petits-enfants&ldquo;, &uuml;bertragen von Gerhard Kilper)<\/p>\n<p>Nach Fitoussi wird die &ouml;ffentliche Schulden-Debatte in Frankreich heute so gef&uuml;hrt, dass sich in der &ouml;ffentlichen Meinung das bittere Gef&uuml;hl eines schlechten Gewissens gegen&uuml;ber k&uuml;nftigen Generationen ausgebreitet hat &ndash; weil angeblich die gegenw&auml;rtig lebende Generation immer neue Lasten aufh&auml;uft, f&uuml;r deren Begleichung eines Tages die Enkel-Generation aufzukommen habe, was schon heute absehbar deren wirtschaftliche Zukunft verd&uuml;stere.<\/p>\n<p>Wenn man allerdings das Gl&uuml;ck der Enkelgeneration am &uuml;berkommenen Erbe von Schulden und Lebensstandard festmache, so meint Fitoussi, k&ouml;nne die Geschichte die d&uuml;stere Prognose f&uuml;r die Enkelgeneration nicht best&auml;tigen. Denn die Geschichte zeige, dass die Fortschreibung von Schulden im Zeitablauf variiere, dass jedoch Bruttosozialprodukt bzw. Lebensstandard (Konsumniveau, Verm&ouml;gen) von Generation zu Generation kontinuierlich anwachse, auch weil in den letzten 60 Jahren Rezessionen eher die Ausnahme und stetiges Wirtschaftswachstum die Regel gewesen sei.<\/p>\n<p>So sei in Frankreich das Sozialprodukt bzw. Volkseinkommen nur in den Jahren 1974 und 1993 um jeweils 1% geschrumpft. Zwischen 1950 und dem Jahr 2000 habe sich das durchschnittliche Bruttosozialprodukt je Einwohner in Gro&szlig;britannien und in den USA fast verdreifacht, in Deutschland und Frankreich vervierfacht und in Italien habe es sich gar verf&uuml;nffacht!<\/p>\n<p>Keynes habe in einem 1928 geschriebenen Artikel (&bdquo;Die wirtschaftlichen Perspektiven unserer Enkel&ldquo;) versucht, eine l&auml;ngerfristige Wachstumsprognose zu geben und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass auf lange Sicht in den reichen Industriegesellschaften mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 2% zu rechnen sei, was bezogen auf 1 Jahrhundert etwa eine Verachtfachung des Durchschnittseinkommens\/Kopf bedeute. Keynes habe, so unglaublich das auch heute erscheine, mit seiner Prognose trotz der massiven Kriegszerst&ouml;rungen f&uuml;r das vergangene 20. Jahrhundert Recht behalten!<\/p>\n<p>Keynes selbst schloss aus seiner Prognose, mit dieser Wachstumsrate sei das Wirtschaftsproblem f&uuml;r die Menschen der Industriegesellschaften ein f&uuml;r allemal gel&ouml;st, denn mit &bdquo;acht mal so reich als vor 100 Jahren&ldquo; h&auml;tten die Menschen endlich die Mittel in der Hand, ihre absolut notwendigen Bed&uuml;rfnisse sicher befriedigen zu k&ouml;nnen und k&ouml;nnten ihre Energien jetzt darauf konzentrieren, den &bdquo;Art de vivre&ldquo; zu entwickeln bzw. zu kultivieren.<\/p>\n<p>Mit dieser Vorausschau habe Keynes aber &ndash; nach Fitoussi &ndash; Unrecht gehabt, denn &bdquo;die Dynamik des Neuen&ldquo; &ndash; der eigentliche Motor jedes Wachstums &ndash; habe auch immer neue Bed&uuml;rfnisse nach sich gezogen und es sei ein Charakteristikum der Menschen, in einer Art wetteifernder Konsum sich auch die neuen &bdquo;relativen&ldquo; Bed&uuml;rfnisse erf&uuml;llen zu wollen. Die Fortschritte in der Verbreitung von Wissen und Kenntnissen, in Forschung und Innovation f&uuml;hrten kontinuierlich zur besseren Anpassung der erzeugten Produkte an die Lebensbed&uuml;rfnisse der Menschen, man denke nur an die rasante Entwicklung der Medizin.<\/p>\n<p>Die Verl&auml;ngerung der Keynesschen Prognose hilft nach Fitoussi aber auch, besser die &ouml;konomischen Perspektiven unserer Enkel absch&auml;tzen zu k&ouml;nnen. Nach Keynes w&auml;ren sie in einem Jahrhundert durchschnittlich acht Mal reicher als wir heute oder 64 mal reicher als unsere Gro&szlig;eltern!<\/p>\n<p>Zwar k&ouml;nne man sich angesichts der Ersch&ouml;pfung nicht erneuerbarer Ressourcen und der zu bew&auml;ltigenden Umwelt- und Klimaprobleme heute dar&uuml;ber streiten, ob ein durchschnittliches 2-Prozent-Einkommenswachstum pro Kopf fortgeschrieben werden k&ouml;nne. Diese Einschr&auml;nkungen k&ouml;nnten jedoch schon morgen durch rasch fortschreitende Forschung und Innovation aufgehoben werden, wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt sei eben die Geschichte der Bew&auml;ltigung von Hindernissen. Aber selbst wenn man annehme, unsere Enkelkinder seien nur f&uuml;nf oder sechs mal reicher als wir heute (demnach 40 bis 48 mal reicher als Keynes&rsquo; Zeitgenossen) &ndash; k&ouml;nnten sie sich &uuml;ber ein solches Erbe beklagen?<\/p>\n<p>Fitoussi stellt die Frage, ob die Enkel in einer sp&auml;teren Retro-Perspektive unsere heutige &auml;ngstliche Rechnerei &ndash; die unter dem Vorzeichen von Generations-Altruismus rigoros Konten bereinige und k&uuml;nftige Ungleichgewichte zu beseitigen vorgebe &ndash; verstehen k&ouml;nnten, die zudem dazu f&uuml;hren k&ouml;nne, dass ihr k&uuml;nftiges Erbe beschnitten werde! Dies umso mehr als jeder doch aus eigener Erfahrung wisse, dass generations&uuml;bergreifender Altruismus in jeder Familie gang und g&auml;be sei.<br>\nZum Schluss meint Fitoussi, die gesellschaftliche Zukunft sei ein &ouml;ffentliches Gut und gegenw&auml;rtige Einschr&auml;nkungen (gegenw&auml;rtiges Sparen) bedeuteten in keiner Weise k&uuml;nftige Leistungen. Die Menschen h&auml;tten da (heute) keine Wahl und zum Gl&uuml;ck sei das Wohl von Eltern und Kindern mit komplement&auml;ren und nicht mit substituierbaren G&uuml;tern vergleichbar &ndash; das lehre die Wirtschaftsgeschichte.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2975","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2975","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2975"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2975\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2975"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2975"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2975"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}